Ausgabe 
31.7.1909 Drittes Blatt
 
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Samstag 31. Juli 1909

Drittes Blatt

159. Jahrgang

Nr. 177

Die Angeklagten und diel Zeit der Optimismus wieder an Ausdehnung gewonnen hat. , und es fand eine Dieder-1 Während die Jndustrieberichte aus dem ^ictpunft beharren, auch

erkannte auf 2 Monate Gefängnis.

Die besten Bouillon-Wärfel *MAGGi

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Pfg.

Man achte öensu auf dem Kamen MAGßl und die Schutzmarke

BoviHon

Warengeschäft

H. Kcsh nachfolger

bisher erwiesene Vertrauen bestens danke, bitte ich, mir dasselbe auch fernerhin

-

Hochachtungsvoll

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1 Würfel für V. Liter

Indem ich für das der Firma erhalten zu wollen.

Gießener Strafkammer.

( Gieren, 30. Juli.

Rolationsdruck und Verlag der Lrühllche» UnwerfttätS - Buch- und Stetnbruderel 9t Lange, Dietzen.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul» stratze 7. Exvedition und Verlag: 5L

Redaktion:L^1l3.Tet-AdruAnzeigerGietzen.

Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.

D,eEtetzener KantMenbläNer" werden dem Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, das ' XreUblati fflr den Kreis Sieben" zweimal wöchentlich. Diecandwirlfchaftlichrn Lett, fragen" erscheinen monatlich ziveniiat

die Jahreszeit schon zu weit vorgeschritten ist, um von der Bau­tätigkeit noch eine Belebung der Märkte zu erwarten, stimmt die Börse in keiner Weise mit der allgemeinen Beurteilung der Situa­tion überein. Neben markttechnischen Momenten sind, cs dabei wohl nur Zukunftshoffnungen, die die Börsen beeinslusscn. Man sieht, daß in Amerika die wirtschaftliche Gesundung wettere Fortschritte macht und man erwartet, daß die hohen Preise der amerikanischen Ernte die Kaufkraft der Landbevölkerung und die Einnahmen der Bahnen verstärken werden, so datz die Hoffnung besteht, datz Amerika in nicht zu ferner Zeit wieder an den kontinentalen Märkten wird eingreifen können Anregung empfing die Börse aus Amerika durch den Quartalsausweis des ^tahl- trustes, der als sehr günstig erachtet werden kann, insbesondere aber durch die Erhöhung der Stahltrustdividende aus die Eommon Shares von y2 aus 3'* Proz., womit die Shares von einer zwei- prozentigen auf eine 3proz. Basis gestellt werden. Ein weiter stimulierendes Moment, das namentlich dem M o n t a n m a r k t e zustatten kam, waren die Nachrichten von der Bergarbeiterbewegung in Schottland, die einen Generalstreik in der gesamten britischen Kohlenindusttie nicht außer Bereich der Möglichkeit lassen, wovon unsere Kohlen- wie Eisenindustrie erwünschte Erletchterung be­käme. Vom Montanmarkte ausgehend, verbreitete sich die Festig­keit durch andere I n d ust r i e v a pi ere , von denen die Aktien von Maschmensabrrken, sowie elektrische und chemuche Werte un Vordergründe des Interesses standen. Schwächer £agcn Kali- werte aus die Schwierigkeiten, mit denen das Syndikat noch immer zu kämpfen hat. Teckungs- und Meinungskäufe brachten auch Bankaktien nach längerer Stagnation wieder in eine Bewegung nach oben, zu deren Begründung auf, den für die Banken nicht ungünstigen Verlauf des ersten Semesters verwiesen wurde. Am Bahn en markt blieben Baltimore auf Newport begünstigt, Lombarden neigten zur Schwäck>e. Lebhafteres Ge­schäft entwickelte sich zeitweise in Schiffahrts aktten, da man für den Geschäftsbetrieb erfreuliches von der aincrikanuchen Ernte erwartet. Im freien Verkehr zeigte sich auch lebhaneres Interesse für einzelne Kolonialpapiere, für welche belouders stimulierende Nachrichten in Umlauf gesetzt wurden. In heiwi'chen und fremden Fonds war das Geschäft wieder nur sehr gering.

vörserr-Wochenbericht.

Frankfurt a. M., 30. Juli.

Das Interesse der Börse wurde hauptsächlich durch die mit der Ultimoregulierung zusammenhängenden Transaktion in Anspruch genommen. Wie bei der Geldslüssigteit Ultimogeld war mit 2T/s Proz. reichlich offeriert zu erwarten war, nahm das Prolongationsgeschäft einen glattdn Verlaus und die Gcund- stimmung gestaltete sich insolgedessen auch nach beendeter Monats- liquidation recht sest. Ten sicheren Rückhalt bildeten dabei natur­gemäß die G e l d v e r h ä l t n i s s e zumal damit gerechnet werden kann, daß der Geldmarkt bis zum Herbsttermin sein slüsiiges Aus­sehen behalten wird. Auf eine Tiskontermäßigung der Reichsbank ist allerdings in diesem Jahre kaum zu rechnen. Ter Stand der Bank hat sich seit der außergewöhnlich großen Inanspruchnahme zum Halbsahrcsschluß wesentlich gekräftigt, allein man wird an­nehmen dürfen, daß oerade diese Erfahrungen die Bankleitung dazu veranlassen, ihren Tiskout'atz aus der jetzigen.Höhe zu halten, um sür die int Herbst zu erwartenden Anbrüche voll germict zu sein. Tie Stimmung der Börse läßt erkennen, datz in letzter

Giehener Anzeiger

General-Anzeiger sür Gderhessen

Meiner werten Kundschaft, sowie einem verehrlichen Publikum von Giessen und Umgegend zur gefl. Kenntnis- nähme, dass ich das seither mit meinem Bruder, Herrn C. Horn, gemeinschaftlich betriebene Manufaktur.

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am i. August allein übernehme und unter der alten Firma in unveränderter Weise weiterführen werde.

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Anhang .

Kuovestag

ipirsunglm, von denen angenommen werden mußte, sie rührten io n Mißhandlungen her. Man sah, wie das Kind un Winter lilte Kartosseln: bei ben Hausbewohnern las es die Brot- iinnen ans und verzehrte sie mit Heißhunger. Ter Arzt, der firn ahm, eine aus dem Rücken des Kindes befindliche Wunde rin"ic von einer Mißhandlung herrühren, bezeugte, es sei ihm j, seiner Praris ein solcher Fall noch nicht vorgekommen. Wie ^fühllos die Angeklagten waren, geht aus einer Aeußerrmg der ; t au hervor, die, als sie darauf aufmerksam gemacht tvurbe, das j ib müsse krank werben, wenn es barfuß und im Hemd in bet 1 ?teil, mit Steinen belegten Küche uinherlaufe, äußerte:Was it dabei, wenn es auch auf beit Friebhof kommt!"; auch sagte sw, Nachbarin möge bas Kind schlagen, so oft ftc wolle, sie wäre ihr r .t dankbar dafür. Festgestelltermaßen hatten die Angeklagten en anständiges Einkommefi und sie lebten selbst auch Nicht schlecht.

Schöffengericht erkannte gegen Bl. auf eine Gefängnisftrafe : ,n 6 Monaten und verfügte seine sofortige Verhaftung, da i der Höhe der Strafe und mit Rücksicht auf seine Qualität! :. Ausländer, Fluchtverdacht begründet sei. Bezüglich der Frau A. hielt es nur fahrlässige Körperverletzung, die in dem Vcr- ihrlosenlasfeu des Kindes erblickt wurde, als vorliegend und

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bedeuten würde; von einem Antrag, der die Verweisung vor das Schwurgericht zur Folge haben würde, sah er ab und be­antragte, die Strass des Angeklagten Dl. aus 9 Monate zu er­höhen und gegen die Frau Bl. wegen vorsätzlicher Körperverletzung auf 4 Monate zu erkennen. Das Gericht setzte die Entschei­dung aus acht Tage aus und lehnte den Antrag des Ange­klagten aus Hastbesehlaushebung ab.

Billige Unterkunft

verschaftte sich im letzten Ätvnat der Scrndsormer O. B. von Unterbarmen in einer, einem Frankfurter Musiklehrer gehörigen Villa bei Bergheim, die der Eigentümer nur zeitweise be­wohnt. Man hatte horten seit einiger Zeit einen Menschen be­obachtet, der durch seine Kleidung und sein Verhalten auffiel. Als ein Weißbinder in der betreffenden Villa Arbeiten vornehmen wollte, entdeckte er, daß Einbrecher darin gehaust hatten. Er schickte sich an, Meldung zu erstatten, und vermißte beim Ver­lassen des Hauses seinen am Eingang hingehängten, mit- waren gefüllten Ranzen. Ter Verdacht lenkte sich auf den Fremden und es gelang bald, ihn festzunehmen. dLachdem man das Ge­stohlene bei ihm vorgesunden und auch verschiedene in der Villa abhanden gekommene Gegenstände bei ihm entdeckte, bequemte er sich zu einem Geständnis. Er hatte sich durch Entfernen eines Kellerfenstergitters Eintritt in die Villa versckwfft. Dir verschlossenen Türen schlug ober trat er ein unb auch eine Reihe von Flaschen und Einmachgläsern hat er zertrümmert. Wohl aus Aerger, daß er nicht genügend Nahrung fand, zerschnitt er Fenster Vorhänge und zerriß eine Familienbibel, die für den Eigentümer einen besonders hohen Wert hatte, in kleine Fetzen. Es erging gegen ihn Anklage wegen schweren und einfachen Tiebstahls, sowie wegen Sachbesckäbigunq. Das Gericht setzte für ben schweren Diebstahl 1 Jahr 3 Monate Gefängnis an; btc aus reinem Banbaltsmus verübte Sachbeschädigung sollte mit 6 Monaten unb bei- einfackie Diebstahl mit 1 Monat geahndet werden. Diese Sttasen wurden auf eine Gesamtstrafe von 1 Jahr und sechs Monaten zurückgesührt und dem Angeklagten die bürgerlichen Ehrenrechte aus 5 Jahre abgcsprochen.__________________________

Staatsanwaltschaft sachten das Urteil an____________

holung der Beweisaufnahme statt, die einen nicht minder schlechten Eindruck als früher machte. Ter Vertreter der Staatsanwaltschaft machte gettend, daß man sich des Eindrucks nicht erwehren kann, als hätten die Angeklagten sich des Kindes entledigen wollen, was einen von langer Hand vorbereiteten Mordversuch

olyteelmisches Institut meister- Abteilung.

Architektur-n.Tlef-

FranKenhausen a. nynnauser haukurne

Wilhelm Horn

Inhaber der Fa. Ha Kaess Nachfi

Ein wüstes Bild von Veruachläffiguug

-h Verwahrlosung entdeckte der Friedberger Kreisarzt, wie er in d-r.W°hmmg d-s i°bt in Fr-nkmrt o.S.V

v Cynagogenaufseher tätigen S. »L, her in_ ben letzttn zwei brcn -u B ' lbel bejm. Harheim wohnhaft war. Vor etwa f^ei Ureit ift er mit seiner Ehefrau S. geb. G.. von Warschau Ser gezogen und im vorigen Jähre lietz er sein damals zwei ' chre altes Töchterchen zu sich kommen. Wahrend der Mann rner Besck ft'tiqnng nackMNg, war die Frmi als Provftions- ,.,-cnbe in Tamcnlleibern tätig und,das,Kind war sich.selbst , Lia.-fcu sofern sein neunjähriges 'Schwesterchen nicht bei ihm ritt konnte Vor dem Vater hatte das Kind eine ftirchtbare Impft, weil es häufig mißhandelt wurde. Infolge Anzeige der -cigen Hausbewohner besichtigte der Kreisarzt die Wohnung Genannten Er sand neben dem dreijährigen Kinde, das un bruar in einem ungeheizten Raume, der mit Steinplatten egt war sich barfuß und nur mit einem Hemd bekleidet aus- iirft noch'ein kleineres Kind in einem Bette liegend vor. Die

li'der starrten vor Schmutz und Ungeziefer: insbesondere machte )ns dreijährige Kind einen kläglichen Eindruck. Es war abge- gteqcrt unb bei der Utftersuchung fanb der Sachverständige eine Hsilie von blutunterlaufenen Striemen unb Flecken, sowie eine

Fiic Wunbe unb Narben, von benen größtenteils mit Sicher- it angenommen werden mußte, daß sie von Mißhandlungen > nährten. Die Staatsanwaltschaft erhob gegen beide Eheleute Hfiage wegen Körperverletzung unb bas Schöffengericht Vilbel Znirbe mit Aburteilung ber Sache betraut. Dort bestritten hie inaeHagtcn, bas Kinb übermäßig gezüchtigt unb vernachlässigt liu haben, sie behaupteten, bas Kinb sei von seinen Pflegeeltern ihr verzogen nwrben; es habe stets geschrieen unb sei unsauber I-Mesen, weshalb es gezüchtigt werben mußte. Die Mitbewohner y Angeklagten in Harheim unb Vilbel bekundeten, das Kind \ h bc sehr icklecht unb vernachlässigt ausgesehen, es sei seinem . -iter aus dem Weg gegangen, beim sobald er das Haus betrat, i be es Sckstäge gegeben. Täglich konnte man bas Klatschen von

-lägen unb' bas Schreien bes Kinbes hören, auch würbe der .aeklagte mehrmals gesehen, wie er bas .Kinb nut einem -priemen schlug unb es trat, baß es mit bem Kopf an eine . mb schlug. An ben Schläfen, ber Stirne unb auf dem ganzen ' m-fen hatte es blutunterlaufene Striemen, Beulen unb Ab

Stud. phil. praktisch erltz

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ss5/7) Die Sommerhitze bringt große Gefahr für alle mit Milch ernährten Säuglinge, und treten Darmkrankbetten und Brechdnrch- fälle in erschreckender Weise aus. Wer seinen Viebling bieier großen Gefahr nicht aussetzen will, beuge vor und ücrabiolqc dem tttnoc eine gleichbleibende, die Berdauung nicht störende Nahrung. Die beste Gewahr bietet hierin das seit fahren altbewährte jccme 151c Kinde. mehl. weil dasselbe nur mit Wasser zubereitet iverden vraucht.