Ausgabe 
30.11.1909 Zweites Blatt
 
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Dienstag 30. November 1909

Zweites Blatt

159. Jahrgang

Erlchemi täglich mit Ausnahme de» Sonntag».

Di«Olttzener Lainlltevdlätter" werden dem Sn#etfler* ottrmal wöchentlich beigelegl, da» ^Krtbbloa fLr tee Kreis Lietzen" zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Lett- frttei* etid}einen monatlich zweimal.

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SxjtQtton3brud and vertag der vrüblfch«, UnmerfuätS Buch- and Stembtudcrel R. Lange. Dietzen.

Redaktion, Exveditton and Druckerei: Schal« strotze 7. ExvediNon und Verlag: 5L

Redaktion.112. rel.-AbruAnzeigerGteben,

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end 8 Uhr

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trums gewonnen werden solle, und daß in Verbindung mit diesem Plane bereits ein Redakteur derGermania" von Berlin nad) Breslau zitiert worden sei, um dort nach Abschluß der Besprechungen vertrauliche D.rekiiocn für die Haltung der ZenirumSpresse in Empfang zu nehmen. Wir halten dies einstweilen für eine Annahme ohne große innere Berechtigung, meinen aber auch, daß des Kaisers Besuch bei Kopp immerhin ein politisches Stimmungssymvtom ist.

DomDalkanbuvd".

Zu dem Besuch des Königs Ferdinand in Belgrad wird derKöln. Ztg." aus Wien geschrieben:

Am Ballplatz hält man die zweifelnden Urteile Brlqradcr Blätter über König Ferdinands Betuch in Belgrad für eine Blaske, hinter der sich die Freude über die herbeigesehnle Aunäherung Bulgariens verberge, obwohl dcr Besuch den ilharakler gnädiger Herablassung und fluchtiger (Säte ctigfeit getragen habe. König Ferdinand beliebe jetzt jedenfalls bei Serbien die Vorstellung her» vorzuru'en, als wäre er geneigt, zu ihnen ein ireundschaillichcs BerhäiUliS zu gewinnen. Cb es »hin um mehr als um diese Bor- Heilung zu tun sei, könne man bei iemer tomplijierien Statut |d>iver sagen, da er ober, wie die Bulgaren überhaupt, fiel« Realpolitiker sei, müsse man auch diesen Scvrill vor allem als Mittel zu dein Zivecke ansehen, Bulgariens Paliitk zu dienen. Daß Bulgariens Politik Ziele habe, die mit denen Serbiens in Widerstreit liegen, bleibe aber eine unbestreitbare Tatsache. Daraus ergäbe sich jedenfalls, daß ein Balkanbund zwischen Bulgarien und Ser­bien, w»e er von Tscharikow und Iswolski angestrebl uiid angeb­lich durch König FerdinandL Besuche in Serbien uotbercuel werde, immer nur ein gebrechliches Ting sein und nur ins heben treten könne, wenn Serbien auf allen Wettbewerb mit Bulgarien auf dem Balkan verzichte. Vielleicht hasse König Ferdinaird, bie Serben in ihrer gegenwärtigen ®emut5|Umniung durch Die sehr zweifelhafte Aussicht aui Gegendientte in anderer Richtung dazu au bringen. Montenegro liegt mit Serbien zurzeit in heiliger Fehde wegen der Slratze Der Adriabahn, ein Anschluß Ru­mäniens könne als ausgeschlossen betrachtet weiden. Es ver­meide alles vemlich, was als Gegensatz gegen Ceslerreich-Ungarn oder Die Türkei auigeiaßt werden töune, und das müßte bei Balkanbund. Außerdem wahre es euermchug seinen Vorrang, unter Den Baltanslaaien. Als politische Vorgänge von nejerer Bedeutung könne man daher die angeführten nicht betrachten.

Giehener Anzeiger

General-Anzeiger für Gberhessen

Kaiser uub Kardinal.

Es muß auffallen, teifc der Kaiser gestern, am Vor- ibrnd der Eröffnung des Reichstages, dem Kardinal Fürst» sißihof Dr. K o p p in Breslau einen Besuch abgcstattet hat. Es chßt nun freilich, daß der Kaiser, von dem man ja weiß, daß M unter den deutschen katholischen Kirchenfürsten Dr. rapp ganz besonders sympathisch ist, hiermit nur einen "lmchaus persönlichen Wunsch erfülle, nämlich, dem von einer aLgwierigen schlveren Krankheit wiederhergestellten Kar- mal seine Glückwünsche zur Genesung selbst zu überbringen.

mag an sich durchaus richtig fein. Tatsächlich hat sich in. Kopp bei der Beilegung des Kulturkampfes, in der ober» befischen Polenfrage und bei anberen Gelegenheiten, wo ts sich um die Ausgleichung von Differenzen zwischen ^kiltschland und dem VaZlan oder zwischen deutscher Reichs- 3 Sierung und ZentrumSparlei Hande.te, so hervorragende öirbienfte im nationalen Znteresse erworben, oai; man ihm Ä'tse kaiserliche Aufmerksamkeit von Herzen gönnen muß.

Zunächst dachte man freilich nur daran, daß der Eaifer» id;e Besuch in Breslau im Interesse der Besetzung des iuzbischofstuhles in Posen und des schlesischen L^berpra)i» A ims im Sinne vom Zentrum ausgebeutet werden sollte, iler nachdem inzwischen bekannt geworden ist, dag aus Ü iunb einer stillscl>rveigenden Uebereiiituiifi zwischen Vatikan irrb preußischer Regierung die 9keubesetzung des polnischen irzbistums in absehbarer Zeit nicht in Aussicht genommen -st. und nachdem die Frage der Wiederbesetzung des schlest- c£en Oberpräsidiums durch die Ernennung de-> Herrn von > l*cklwitz chre (Srlebigung gefunden hat, müssen es andere i H^ige sein, um die sich das Gespräch zwischen Ka^er und tmoinal gestern in Breslau gedreht. Hai. <5U)on am -sanistag üi ich.e derBreslauer Generalanz.ig^r" daraus a^frneriiam, h.cB der Kai.er in Breslau ohne Frage für eine jieuorien» -wung der inneren Politik unter WiedereiNfetzung des den»

politische Tagesschau.

Herr ». Heyl und bie ,nationalliberale AaffichtSrat?poNtik." Mr lesen in derNatl. Kvrresp.":

ES ist eine der unerfreulichsten Gepflogenheiten der )eutschen Presse, daß man von Histörchen, Die einem in )en Kram passen, sich nicht trennt, auch wenn chre Unwahr» ;eit hundertfach erwiesen worden ist. So geht es seit dem Sommer nun bald schon den sechsten Monat mit der Ge­schichte von der angeblichennalionalliberalen AussichtS- rntspoliii^. Wir haben die Nachricht wiederholt bemen- iert Deshalb läßt die agrarkonservative und die dirift» ich soziale, antisemitische Presse doch taum. eine Woche yerjtreidjen, ohne ihren zumeist recht spärlichen Witz an )er angeblichenAujsichtsratspartei" zu üben- Wir haben mS nun noch einmal um amhentische Aufklärung bemüht, and können daraufhin folgendes mitteilen. Der Bor- itzende der hessischen Landesorganisation, Abg. Dr. 0 j a n n, hat, weil in der Presse die Ansicht ausgetauchi rjar, bie Aeußerungen des Fahrn, von Hehl hätten sich aus sie nationalliberale Partei bezogen, mit diesem längere Zeit korrespondiert uno als Resultat dieser brief­lichen Erörterungen UM am 13. Oktober telegraphiert: ^Jch werde auf dem Eisenacher Parteitag erklären, Aus­lührungen seien völlig aus Zusainnienhang gerissen, nicht jjegen Fraktion oder ein Mitglied derselben gerichtet." Herr ton heyl hat darauf unter dem 14. Oktober geantwortet: ^Einverstanden." Damit durste dem hämischen Schwatz wohl bie letzte Grundlage entzogen sein. Im übri­gen ist uns von Teilnehmern der Darmstädter Versamm» Ung u. a. auch von ihrem Leiter Dr. Osaim wieder­holt verfichert worden: sie hätten die Bemerkung des Frhrn. v. Hehl keineswegs gegen die nationalliberale Fraktion geriästet empfunden. Und dieser Eindruck der Äugen# und Ohrenzeugen wird am Ende doch auch wohl Qis Beweismittel herangezogen werden dürfen."

*

Der schärfere Kurs in Elsatz-Lothringeu.

Zur Auswei, ung Wegelins aus lalsaß-Lothrin- jin laßt sich derPetit.Parisien" aus Bern melden, daß Lun in gewissen Kreisen der Schweiz mit Bitterkeit die " l;ärfe genxilfre, mit der ein Schweizer Bürger für eine nberei bestraft werde". Die Ausweisung Wegelins fei nicht eignet, in der Schweiz die Sympathien für Deutschland mehren. Die freisinnige ,-Zasler Zeitung" bemerkt :rzu:

Tas ist französische Stimmung sm ache. Zeder vernünftig denkende Schweizer wird den deutschen Behörden recht geben. Tie Strafe ist ja hart, aber ge­necht. Diese Pseudo schweizer von 71, deren es in den Aeichslanden in größerer Zahl geben soll, mögen es sich nur gesagt sein lassen, daß man in der Schweiz, ihrem kaum oder nie gejehenenVaterland", ihnen durchaus keine Sympathie entgegenbringt, wenn sie an den Folgen ihres Chauvinismus zu leiden haben.

Während noch vor einigen Tagen in einem großen mokrmischen SÖunte ein Berichtersia.ter aus Elsaß-Lothrin- n die neuesten strengeren Regierungsverfügungen ver­altete und in geistreich sein sollender Weise sich damit üslete, daß auch er oft der Versuchung nicht habe wider­en können, die polizeilichen Organe durch Zurschautragen Lnzösischer Farben zu necken, scheint die freisinnigeVoss, g." erfreulicherweise von solchen Kindereien eine andere einung zu Haden. Sie schreibt zu den oben angeführten iemerhtngen derBasler Ztg.":

Wir können beifügen so schreibt dazu unser Berner Mitarbeiter daß dies in der Schweiz bie allgemeine Auffassung ist, auch in Berner amtlichen Krei,en benEt man nickst anders. Zn der Schweiz ist es der allgemeine Wunsch, daß die Schweizer im Ausland, ob sie in einer Monarchie ober Republik verweilen, sich ruhig verhalten tmb keine dem Ausenthaltsstaat unfreundliche Politik be­folgen. Die Schweizer zeigen im ganzen in der Beziehung im Ausland durchwegs mehr Takt, als manche Ausländer in der Schweiz, die meinen, in der Schweizer Republik sei alles erlaubt Ob Wegelin geborener oder aber naturali# jierter Schweizer ist, ist hier nicht bekannt In der Ost# ßchweiz kommt das Geschlecht Wegelin vor. Dieser Um» ftand ist jedoch unerheblich im vorliegenden Falle.

Aus Stabt und Land.

Gießen, 30. November 1909.

* Gießener freie Studentens chaft Durch das Entgegenkommen 8er Tabakfabrik Schirmer hatte die Gießener freie Studenienschaft am Samstag Gelegenheit, den Betrieb einer solchen Fabrik kennen zu Lernen. Die rahlreich erschienenen TeUnehmei rvurbui freundlich in alle Geheimnisse der Bearbeitung ein» geweiht. Zn der Kautabakmanusaktur widerstand man Mamchast oen Verlockungen freundlich dargebotener Pfriemchen und sah mit Znleresse, wie das Material zu langen Seckeu gesponnen, gerollt und mit Lauge getränkt wurde. Datui beobach­tete man die Herstellung von Grob- unD Feinschnütabaken. Sie zeigte, wie der glohtabak entrippt, geschnckten, getrocknet und chließlich entstäubt wird. An eine tu cm Besichtigung der Zentralmafchinenanlage schloß sich dann die der Ab- tcilung für 3igarreniabr italion an, iw Die uitglaubliche Gewandtheit der jungen Arbeiterinnen gebührend bewundert wurde. Zuletzt wurden den lernbegierigen Herren und Damen verschiedene Zigarreniorten jrenndlichlt ad libitum zur Verfügung geteilt.

* Der Bahn verkehr vom Niittelrhetn. Die Städte am Mittelrhein, südlich von Koblenz, haben eine un­zulängliche Verbindung mit Gießen und den an Der Matn-Weser-Bahn nördlich gelegenen großen Stationen. Handelskammern und sonstige Jnteresientengruppen haben deshalb an die Eisenbahnverwaltung baS Ersuchen gerichtet, eine neue Schnellzugs-Verbindung über Wiesbaden und MainzKastel über die Bäderbahnstrecke Homburg-- FriedbergBad-Nauheirn nach Gießen zu schaffen. Die Schnellzüge, bie jetzt vom Rhein her in Frankfurt a. M. ein- laufen, haben nicht immer gewünschten Anschluß an die Mam-Weser-Bahnslrecke, und die der Bäderbahn laufen nur bis Bad-Nauheim. Hier ist der Anschluß nach Gießen und Kasiel noch schlechter. Durch die oorgeschlagenen Schnellzüge würde em Umsteigen der Reisenden, bie vom Rhein nach dem Worben wollen, unnötig sein und außerdem die Bahnltrecke KoblenzGießen entlastet.

A Leihgestern, 28.Nov. Wichtige AltertumS- funde wurden gestern bei Feldbereinigungsardeiten von Gastwirt Dem gemacht. Er fand nämlich em großes Hünen­grab mit sehr gut erhaltenen Urnen. Außerdem entdeckte man bie Reste eines Gürtels, die um eine Anzahl Knochen lagen. Einige Gegenstände waren noch gut erhalten. Eme große Urne war vollständig ganz und mit Erde, Asche und Knochenteilen gefüllt. Die Funde kommen ebenso wie die zahlreichen früheren inS Museum zu Gießen.

? TraiS-Hortoff, 29. Novbc. Ein gräßlicher Unglücks fall ereignete sich hier am Samstag abend gegen 9 Uhr. Der 17jahnge Sohn des Landwirts Engel von Steinheim, der erst einige Tage auf der Grube ,Friedrichs beschäftigt war, kam dem Getriebe zu nahe, wurde von einem Riemen erfaßt und ihm das eine Bein oberhalb beS Knies abgerissen. Der Bedauernswerte wurde in das Krankenhaus nach Hungen gebracht, wo ihm das Bein ampu­tiert werden mußte.

---- Burkhardsfelden, 29. 91ov. Zur Feier des Ge­burtstages des Grobherzogs versammelte sich gestern der Zdricgerverein im Saale der Hoismanri'jchcn Wirtschast. Nacst« Sem Dom Präsidenten Blei auf die Bebeutung des Tages hin- gewiesen wurde, schilderte Lehrer Rausch in fesselnder Weise Das freundliche Verhältnis z-viicben innerem Landesfürsten und dem Volke und schloß bann mit einem begeistert aufgenomvieneu Hoch am den Äroßherzog. Alsdann wechiesten patrwNsche Lader Mit Akmikvorträgen ab. Es wurde beschlossen, die Geburts­tagsfeier des Kaisers durch einen Familienabend mit Theater- ooncägcn unb Konzen und anschließendem Tanz festlich zu be­gehen.

r. Eberstadt, 27. Nov. Heute fand die Schlußprüfung des ersten diesjährigen Kursus der Wanderhaushaltungs- schule für den Kreis Gießen statt. Der Kreis AlSseld hatte Schulrat Eck unb eine Lehrerin zu der Veranstaltung entsandt, öa auch dort dieselbe Einrichtung geplant ist. Rach der Prüfung durch Frl. Mutschler hielt Regierungsrat Weicker aus Gießen eine kurze Ansprache. Nach einer kleinen Prüfung über Hilfe bei Unglücksfällen durch Dr. Schaad aus Lich vereinte man sich zu einer kleinen Feier.

Herbstein, 27. 'JioD. Bei Gelegenheit einer heute abend zu Ehren von Großherzogs Geburtstag veranstalteten Fa­milienfeier des Krtegerverems hielt Geometer Stephan aus Staufenberg einen fesselnden Vortrag über seine Erlebnisse als Teilnehmer am südwestasrilanischen F-eldzuge. Herr Stephan verstand es, seinen Zuhörern einen trehluten Ueterblick über dre damalige politische Ilage, über Ursache und Verlauf des Feld­zuges, sowie über Land und Leute unseres Südwestafrikas zu geben. Unterstützt unb besonders anschaulich genutete wurden viele Vortragspunkte durch die klare Wieoergabc einer großen Anzahl von Lichtbildern.

Wetzlar, 29. Nov. Ter Erlös aus Dertauben Beitrags­marken ist im IrmseiiDen Zahre nay oen Abrechnmigen c-er Ober- Postkassen un Bezirke der Landes-Versicherungsanstalt Rheiu- provin; hinter den gestellten Erwartungen zurückgeblieben. Smlechte Geschäftslage in der Jndmtrre kann allein teure ge­nügen oe Erklärung zu dieser Ecsa)einung geben. Vielmehr haoen Die Durch Revisionen TCItgeftellten zahlreichen 5äfi e unterlafiaier oder uHäureidjcnbcr SsitragsleiiLung augenscheinlich in erheblichem Umfange Das rechnerische Ergebnis mllverurmcht. Ter Vorstand : Der LanDes-Verjicherungs.aktstalr Rheinprovinz

L)eer und Flotte.

In der O fs iz ier crgä n zu n g S- Vor schrift ist eine wichtige Aenderung eingetreten. Zunächst sollen die schnftlichcn und mündlichen h n r i ch-P r ü s u n gen Der Kadetten Lümtig bei der Hauptkadettenanstalt durch Die Klassenlehrer abgehalten werben, anftati wie bisher Durch die Obermckitär-Prüfungskvm- misiion. Tann aber darf den Primanern der höheren Lehr- anitalten, wie Gymnasium, Realgymnasium, Oberrealschule usw., wenn sie nach einjährigem Besuch der Prima als Fahnenjunker m die Armee eintceten, nach Maßgabe ihrer Schulzeugnisie die Fähnrich-Prüfung erlassen werden. Ferner können alte Pru,- linge einschließlich der Kadetten, die in Der schriftlichen Fähnrich. Prüfung Gutes geleistet haben, von ter mündlichen Prüfung befreit werden. Endlich hat der Kaiser bestimmt, daß künftig die Reihenfolge der Patente für alte an einem Tage beförderten und patentierten Leutnants sich nach den Leistungen in ter Offizier- ptüfung regeln soll; frühere Abiturienten erhalten auch fernerhin ein vordatiertes, in gleicher Weise festgesetztes Patent.

Am Ülloiuag wurde das englische Schlachtschiff O r i o n*. eines der verbesserten DieabnoughtS, die in dem dies­jährigen Marineelai ange'oidert werden, in Portsmouth auf Stapel gelegt.Citon" soll tn zwei Zähren fertig fern; wahrscheinlich ivirb er eine Wasserverdrängung von 23 ü(X) Tons und eine Ge- chwiiiDigkeii von 21 Rnoien haben. Ter Kreuzer ,111 o u', Dom Super-Znvicible-Typ wurde heute ebemalls und zwar in CLeuoniport aus Stapel gelegt Seine Vänge soll Hunden Fuß mehr betragen als beim ,3nöefaugable*, Die Geschwindigkeit 2» Knoten.

Drogerie Vorgesprächen habe. Es wird ferner bekannt, daß au^ dem militärgeogravbischen Institut, in dem ein naher Berwandtcr Hoftichtcrs tätig ist, vor einigen Wochen eine große Menge Eyankali abhanden kam. Nack Angabe eines KäsehändlerS aus Linz Ekaufte Hofrichter bei ihm ein leeres Oelgefüß. Man neigt »ur Annahme, Hofrichter habe dieses Gesäß zuvi Erhitzen von Blurlaugensalz benutzt, um daraus EyankaU zu geroinnett

Wien, 29. 'DIud. Während die Mehrzahl ter Blatter be­hauptet, daß ter Indizienbeweis für die Schuld teS Cter* Icutn-ntd Hoftichter geschlossen sei, verweisen einige Blätter da­rauf, daß die schweren Bejchuldigunaen Hofrichiers allerbin^ durch die Feststellung, daß er eine Schapirogiaphenplatte in QuaNfvrrn gekauft und nach seiner Angabe vernichtet habe, ver­stärkt werden, daß jedo chter Indizienbeweis noch vielsackjcr Er« gäuzimg und Verstärkung bedürfe, na'-enllich hinsichckich ter Be» fchassung der größeren Quantität GpanlalL Die Familie Hof» richters, insbesondere seine Frau, ist von seiner Unschuld fest überzeugt. Wad) übereinstimmenden Meldungen dauert Ixe am Samstai nachmittag eingetretene Depression HofridsterS an, Der anfangs bekanntlich völlige Ruhe unD Sclbstbeherrfchung zeigte. Heute vormittag wurde das erste Verhör teS Beschuldigten vor dem GarnisonSgenchte vorgenvmrnen.

I

Deutsches Aeich.

AuS BreSlau wird gemeldet: Der Kaiser traf Mon« tag mittag hier ein und fuhr nach der Dominsel zum Be» uche deS Kardinal-Fürslbischofs v. Kopp. Stach einem Aufent» halt von 40 SDhnuten begab sich Der Kaiser nach der Kürassierkaserne. Der Kaiser ist um 4 Uhr nachmittags nach Berlin abgereist unb traf nach 91/, Uhr auf Dem Bahnhofe Fried/ichSstraße ein.

Beim Staatssekretär des auswärtigen Amts und Freifrau v. Schoen fand wie die »Nordd. Allgem. Ztg.^ nulteilt anläßlich der Versammlung des BundesauSfchusfes für aus­wärtige Angelegenheiten am Freitag ein Mahl flott, zu dem der bayerische Ministerpräsident Frhr. v. PodewUS, der roürttem- bergische Ministerpräsibent Dr. v. Weizsäcker, der badische 'Dhnilier deS Aeußern, Frhr. o. Vtarschall und die Gesandten der in dem Ausschuß vertretenen BunbeSslaaten, sowie einige Mitglieder der ReichSregrerung mit ihren Damen erschienen waren.

-Ter Vvrstxind derReichstagsfraktiondesZen» ttums unb der Lcutdesaussa- der preußischen Zenlrums- partei, bestehend auä dem Vorstand der ZentrumSfrallton des Abgeordnetenhauses und den Vorsitzenden der Pro- vinzialorganisa^ionen und den au» dem Lande Kugewählten Mitgliebem, hielten, so lesen wir in dcrGermania", im Reichstage mehrere Satzungen ab, bie sich mit der durch die Affäre Roeren-Bitter aufgeworfenen Frage ein­gehend beschäftigten. Es gelangte eine Erklärung ein- liimmiß zur Anna1)me, welche in der nächsten Zeit mit den Unterschriften Der an der Verhandlung beteiligten Herren der Oeffenllichkeit übergeben werden wird.

Ausland.

Die türkische Kammer nahm einen Antrag an, den Großwesier zu fragen, weshalb die Regierung bie Konzession jür Die Schiffahrt auf Dein Tigris unb Euphrat bewilligt Dabe; als Termin für bie Beantwortung ber Anfrage würbe Der 11. Dezember festgesetzt.

Zu der Audienz deS Grafen Stefan Tisza meldet der ,Peiler Llord": Graf Ttsza habe Dem König empfohlen, bie Krise mit dem gegenwärtigen Kabinett zu lösen zu suchen.

Der Wiener Eisunörder.

Die Morgenblältcr melden aus Wien: Der Bursche H o f - richters soll eingestanden haben, daß er nttjacteich von seimm Herrn nach Eyankali ausgeschickt roorbeii jei und m emec

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