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Konkursverfahren.
In dem Konkursverfahren über das Vermögen des Ingenieurs Richard ,Kertsch, Inhaber der Firmen Richard Fertich und Wilhelm Schmidt zu Gießen, ist zur Prüfung der nachträglich angemeldeten For- berungen Termin auf Montag den 5. April 1909, vormittags 10 Uhr, vor dem Großherzoglichen Amtsgericht in Gießen anberaumt. x '
Gießen, den 22. März 1909.
Der Gerichtsschreiber des Großherzogl. Amtsgerichts.
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Original-DravtrneLSnsrren.
Wien, 27. März. Das „Fremdeublatt" schreibt: Wir haben der englischen Regierung das Mindestmaß der Bedingungen mitgetcilt, die v o n Serbien erfüllt tverden müßten, tvenn mir über seine künftige .Haltung beruhigt sein sollten. Die endgültige Entscheidung des Staatssekretärs Sir Edward Grey über diese unsere letzten Vorschläge ist dem Wiener Kabinett bis nächsten Sonntag in' Aussicht gestellt. Sollten sie zustimmend lauten, so würde der serbischen Regierung die Möglichkeit geboten sein, uns bereits anfangs nächster Woche eine ihre letzte Note erläuternde Mitteilung zukommen zu lassen.
Paris, 27. März. Die Post- und Telegraplrenangestellten beschlossen, sich vorläufig noch abwartend zu verhalten, im Falle der Entlassung eines Kollegen aber den Ausstand sofort weiter-
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Das seit fahren von Herrn >l o b s. Erb hier betriebene Petroleum Geschäft ist trank beitshalber nebst Inventar zu
Helm auf ihrer Kreuzfahrt im Mittelmccr eine Begegnung haben werden.
Paris, 27. März. „Petit Parisien" meldet aus Biarritz: Der deutsche Kaiser sandte König Eduard ein A l b n m , welches Abbildungen vom letzten Berliner Besuch des englischen Königspaares enthielt.
Belgrad, 27. März. Wie verlautet, ist cs dein Mi nistcr Paschitsch gelungen, den Kronp r iuzen zu bestimmen, die Abdankung >v i e d e r z u r ü ck z u n c h m e n. — .Hier herrscht wenig russenfreuudliche Stimmung. Es finden anti-russische Demonstrationen statt. Infolge dessen reisen die lvenigen russischen Freiwilligen, die |id) hier befinden, wieder nach Rußland ab.’
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Voraussichtliche Witterung für Hess en am Sonntag dem 28. März: Wechselnde Bewölkung. Vielfach Ricderichläge. Schnee und Regen. Ziemlich kalt, m höheren Lagen iüachtsrosl. Westliche Winde.
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und daun iirs Pfarrhaus gebracht. Als die Dame Itncber zu sich kam vermißte sie ihr Geld (125 Ml.), Pelz, 5>aud lasche und Schirm. Der Verdacht, sie ungefallen zu haben, lenkte sich aus einen in der Nähe des Ortes lagernden Holzschnitzer Delis und Frau, die die Lehrerin aud) als die Leute ertauute, die sie angehalten hattem Das Elsepaar Delis und der 21sährigc Sohn wurden von Gendarmerie- Wachtmeister Damm aus Lieh in Haft genommen. Der Sohn soll inzwischen wieder freigelassen worden sein.
= Lang-Göns, 25. März. Tie erste Schwalbe traf gestern in der Hosreite des Landwirts K. ein und ließ sich in dem Stalle desselben häuslich nieder. Ein fröhliches Zwitschern war ihr Gruß — doch eine Schwalbe macht noch keinen Sommer.
_ — Nidda, 26. März. Das Kreisamt Büdingen hatte dieser Tage eine Versammlung derOrts-Woh- nungsinspektoren aus dem nördliche Teil des Kreises einberufen, um einen Jnstruktionsvortrag des Landes-Wohnungsinspektors Gretzschel aus Darmstadt anzuhören. Für den anderen Teil des Kreises hatte eine gleiche Versammlung schon früher stattgefunden. Ten Vorsitz führte Regierungsassessor Schäfer "aus Büdingen. An den JiJ, stündigen Vortrag knüpfte sich eine rege Aussprache, in welcher auch das Gebiet der Wohnungsfürsorge gestreift wurde. Hierbei griff Finanzanrtmann Köhler tu Nidda auf Grund seiner reichen Erfahrungen als Leiter einer gemeinnützigen Baugenossenschaft recht wirksam in die Debatte ein. Die Versammlung hat zur Klärung der vielen für die Wohnungspflcge in Betracht kommenden Fragen erheblich beigetragen.
u. Lützellinden, 26. März. Auch für unfern Ort ist die Anlage einer Ouell Wasserversorgung beschlossen. Die Wasserleitung für etwa 1000 Einwohner mit 200 Häusern ist au> rund 50 000 Mark veranschlagt. Nimmt man an, das Kapital soll mit 4 Prozent verzinst und mit 1 Prozent amortisiert werden, so sind im Jahr 5 Prozent von 50 000 Mk. 2 500 Mk. aufzubringen. Es entfallen also auf jedes Haus durchschmttlich 12 50 Mk. ober etwa 1 Mk. im Monat.
= Ettingshausen, 26. März. Gestern hielt der Zweißverein des Evang. Bundes seinen zweiten Fant i l i e n a b e n d im Saale des Gastwirts Phil. Sommer ab. Eine außerordentlich zahlreick>c Versammlung hatte sich eingefunden, die nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden und den gemeinsamen Gesang des Luthcrliedes mit ge spauntem Interesse dem Lichtbildervor.rag des P'arrcrst- stenten Han stein auS Gießen folgte, der Bilder von Land und Leuten in Südwcstafrika zeigte und erklärte. Besonderer Dank gebührt auch dem hiesigen Gesangverein, dessen Gesänge wesentlich zur Verschönung des Abends bei- tritgen, so das; mit dem gemeinsamen Gesänge von „Deutschland, Deutschland über alles" eine wohlqelunqene Feier zu Ende ging.
W. Frankfurt a. M., 26. März. Polizeirat Wolff vom hiesigen Polizeipräsidium ist gestern Abend infolge Schlaganfalls plötzlich gestorben.
** Kleine Mitteilungen ans Hessen und den Nachbarstaaten. Der Turnverein „Gut Heil" in Steinberg hat 97 Mitglieder und nicht 47 wie gestern angegeben war. Die Ortskrankenkasse in M a i n z'schließt ihre Jahresrechnuna mit einem Defizit von Mk. 105 868 ab.
Weiter fand auf der Güterabfertigung in derselben Nacht ein Einbruch statt: es waren die Pulte ausgebwch n und alles durchwühlt, ohne daß dein Einbrecher etwas Passendes in die Hände fiel. Ein Dreirad, das bev Einbrecher am Bahnhis stehen ließ und in dem sich ein Oelfläschchen befand, das aus einer Bad Ouiulnmcv Apotheke flammte, führte zur Ermittelung des T iter.-. Das 'bad war aus dem. Hvfc einer Villa gestohlen uwrden, di. zur Zeit unbewohnt war. R. hatte sich dort in drin Mansarden zimmer einen Kochraum und eine Lagcrstärre zurecht gemacht. Es war Proviant genug vorhanden, den er sich ans einem Petro len mlwrd zurecht machte: nur fehlte es chm an Wasser, da die Wasserteilung ab- gestellt war. Er wußte sich aber zu helfen, indem er Selters wasser imd Wein zum Waschen benutzte: man sand etwa 60 leere Flaschen in dem Raum vor. Während seinen fünf- oder sechslägigen Aufenthalt dorten, brach er fast alle Behälter ans und schasste Sachen fort. Er stattete nachts and) den Aachdarsvillen Besudle ab und stahl Schmuckgegenstände, Kleider und sonstige Gebrauchs gegenstände. Zur Abwechselung suhr er auch nach Franksurt, am dann bei der Rückkunft wieder sein altes Logis anfznsucheu. liefe Iohrt dürste er benutzt l aben, um in Frankfurt Sachen abzusei en. Die eine Villa allein schätzt ihren Verlust auf 1000 Marl. Nachdem der Täter beim Verlassen der Villa hstgenomnren wurde, gestand er zu., auf dem Dreirad, das er dorten gestohlen tolle, nach Gießen gefahren zu fein, um die Einbrüche auszusichren. Außer den angeführten Diebstählen ist er noch einer Reche anderer verdächtig, es konme aber .mangels genügender AnbaUspltnkle feine 'Jinnage erfroben werden. Ser Sachverständige, dm ihn auf seinen Geisteszustand untersucht hat, hielt ihn für geistig minder - wertig und erblick) belastet, doch muß er für feine Straitaten vci - anvrorticch gemacht werden. Der Angetlagle ist miederlwll vorbestraft und schon in früher Jugend mit dem Strafgesetz in .sinn- slikt geraten. _2ic Staatsanwaltschaft beantragt- für sechs ihm nach gewiesene Straftaten Zuchthausstrafen v.'N ii ln> zu 1 Fahr was zusammen 18 Jahre ergab, die in dem M.rrimatbetrage von 15 v ah reit erkannt werden sollten. Das Gericht hielt aber ange sichts der geistigen Verfassung des Angeklagten S 3 obre ;3 u dH -= Haus für ausreichend und sprach ihm die bürgerlichen Ehren rechte auf 1U Jahre ab, auch wurde die Zulässigkeit der Polizeiaufsicht ausgesprochen.
März. „Petit Journal" bestätigt in einer Mel daß König Eduard und Kaiser Wil
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)(Gießen, 26. Mörz. Im Sommer 1907 wurde der Schlosser H. R. von Lauterbach in Bremen ju 8 Jahren Zuchthaus und den üblichen Nebenstrafen verurteilt. Im Frühjahr letzten Jahres erfolgte seine Ueberführung in das St. Jürgeic-Ashl zur Beobachtung seines Geisteszustandes, von wo er int November nachts ausbrach. Einige Wochen später mürbe bei einem Wirt in der <3-ranffurter Straße hier nachts eingesliegen und neben Bargeld ein Fahrrad und ein Ueberzieher gestohlen. In der nämlichen Nacht versuchte ein Dieb in das Pfarrhaus hier efttzu- steigen; er wurde aber durch den Sohn des Geistlichem verscheucht
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** Der Zirkus Adolf Straßburger eröffnete sein hiesiges, nur wringe Tage dauerndes Gastspiel gestern abend mit einem wirklich ausgezeichneten Programm. Vor allem sind die vorzüglichen Pserdedressuren zu erwähnen, die man heutzutage nur noch selten zu sehen bekommt, weil sich die meisten Zirkusdarbietungen leider immer mehr den Varietös angleicheu. Der Zirkus Straßburger ist erfreu- licherwei,e aber noch ein Zirkus von der alten, guten Art, bei der die Pferde int Vordergrund stehen. Und 'über herrliche Tiere verfügt dieser Zirkus. Es ist eine Freude, die eleganten Bewegungen dieser ivohlgepflegten, herrlichen Pferde zu beobachten, die auf jeden leisen Wink ihres Gebieters unfehll'ar gehorchen. Von den reichlichen Vorführungen seien heute nur die wichtigsten erwähnt. Da ist Fräulein Amanda eine vorzügliche Drahtseil-Künstlerin, hie unter vielen anderen verblüffeu-den Kunststücken auch frei auf einem auf dem Seil stehenden Stul;le sitzend balan- ,-ziert. Fräulein Aila zeigt 'sich als gewaiidte und sichere 'Parforeereiterin und du Plessi als Bur setzt durch seine ausgezeichneten Reiterkünste in Erstaunen. Sehr interessant war die Vorführung des Pferdes ohne Schweif, wie denn überhaupt die Tierdressuretl auf einer sehr anerkennens- üierten Höhe steheil. Frau A. Straßburger erntete mit ihrem geschickten Elefanten stürmischen Beifall und auch D i r c f t o r Stras; b u r g e r wurde mit seinen mehrfachen Vorführungeii von Vtassendressureii lebhaft beklatscht. Tie edlen Pferde, die durchgängig ausgezeichnetes Materml sind, sind ganz vorzüglich geschult und außerordentlich geschickt. Ein guter, sicherer Jockei ist .<? u g o I e 11 i und ein ganz hervorragender Seiliünstler ist Prybill, der u. v. a. gewagte Sprünge und kühne Saltos schlägt. Geschickte, sorgfältige 'Akrobaten hat die De Lnea-Truppe. Eine gute, flinke Reiterin ist auch Fräulein Margarethe. Eine tüchtige Schulreiterin erfreut den Kenner und famose Elowns sorgen für die humorvolle Unterhaltung, was besonders Rappo und Re ade ausgezeichnet gelang. Auch sonst sind noch viele Ueberraschungen vorhmldeii.
** Die Freiw. G a i l s ch e'Fon er w e l; r hielt am 20. d. Mts. ihre Haurwersamiulung ab. Die Erledigung der Tagesordnung ging sehr flott vor sich und es ergab sich aus dem umfangreichen und sehr genauen Jahresberickn, daß sich die Wehr bei allen im verflossenen Jahre stattgesnndenen Veranstalttuigen anderer Vereine, zu denen Einladungen erfolgten, beteiligte. Für 15 jährige Dienstzeit wurden ausgezeichnet Gg. Adam Hainer, Fr. Diehl, Gust. Trinkaus, Paul Hennig, Karl Heil und für 5 jährige Dienstzeit Hch. Schäfer, Karl Franz, Hch. Trexler und Georg Gail. Der Milgliederbesland beträgt z. Zt. 122.
** Elektrische Triebwagen füjr Gie sen in Sicht. Die Eisenbahn-Direktion hat bei der Stadt angefragt, ob unsep Elektrizitätswerk in der Lage ist, eventuell schon im April oder Mai Strom für elektrische Triebwagen abzugeben und daraus bejahende Antwort erhalten. Ta ein Antrag der Handelskammer Wetzlar zur Einlegung dieser Triebwagen für Wetzlar—Gießen und Wetzlar -Lollar von .der Eisenbahnbehörde vorläuftg ab- 'lehnl'nd öeschieden ist, scheint man dies moderne Verkehrsmittel vorerst auf den Oberhessischen Strecken einftihren zu wollen. Ta die Eisenbahn in allernächster Zeit auf einer größeren Aii^ahl von Linien diese Wageir in Betrieb nehmen will, scheint uns auch eine Eingabe der Handelskammer Oneßen am Platze zu sein, damit vfteßen bei dieser Verkehrsverbesserung nicht Ivieder hintenan kommt.
= H a u f c n, 26. März. Eine hier während der Ferien ivohnende Lehrerin aus Darm st a d t wollte vor einigen Tagen nach Garbenteich gehen, um von dort nach Darmstadt zu fahren. Sie verirrte sich über und geriet auf den Weg Dorf Güll— Holzheim. Dori wurde sie von einem ihr unbemnuten Mann bedroht und angeschrieu und fiel in Ohnmacht. Sie wurde nad) Holzheim ins Rathaus
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