politische Tagesschau
Die heutige Nummer umfaht 14 Seiten.
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Eintritt 5tfr
Weit unerwarteter als bei uns hat sich in Frank-
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jcrramtct, ans ycrz, wenn man oteicn venriiiu;» vun mu(i ils 150 Millionen Menschen sich solcher Gestalt in ^rn^9e inLs goldenen Käfigs sieht. Von dem buntbewegten Leben |
0e-«gsprei>».
inottatlicti7bPf.,vierteI- jahrlich All. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost SDlt.2.— viertel- jährl. ausschl. Destellg. Zeilenprers: lokal IbPf., auswärts 20 Pfennig.
Verantwortlich für den politischen Teil: E. Anderson; f. Feuilleton und .Vermischtes" K. Neurath; für.Stadt , u.Sanb" und »Gerichts-
!c i ch eine Krisis gezeigt: Der Rücktritt des Kabinetts iletn ernenn und die Etablierung eines Kabinetts
r Wilhelm (2. Gr. Hess,) fr iikdirektor C. Krausse.
Garten 30. JdII 1909 pa-^onzer iidank nnd hilfsbedürft icn Armee und Marine rt ron der
. vianb. In der Kammer hat dieser sozialistische Minister Dissident eine sehr gute Aufnahme gefunden. Die Auspizien ::5 neuen KvvinettS sind jedenfalls nicht ungünstig. Briand liHt so ziemlich einstimntig als ein ganzer Mann, der weiß rrä er will und wohl auch weiß, was er kann. Das sehr
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Dirigieren den Gehorsam.
Ob es dem Zaren, der gerade jetzt auf der Reise DMh Westeuropa ist, nicht etwas bänglich zu Mute sein |3üb? Auf alle Fälle hat der Besuch der Zaren- k» ami lie in Hemmelmark eine ganz besondere Note in das il'c itische Getriebe dieser Woche gebracht. Der Besuch in til^nmelmark beim Prinzen Heinrich von Preußen, war nun '»Mrdings kein polirischer, sondern eine rein familiäre, ra)r.Date Angelegenheit, und doch hat dieser Besuch sein -Lenf> IVErdiges für weitere Kreise. Die Absperrungsmaßregeln, lliie man in der Eckernförder Bucht für nötig gehalten hat, llim das Leben des Zaren zu sichern, sprachen ihre eigene, !ehr beredte Spracl>e. ES greift einem, rein meuschlnh , Jerramtct, ans Herz, wenn man diesen Beherrscher von mehr
' schichtig cwgcfaßte Programm der neuen Regierung will |ie Politik Frankreichs üt dem bisherigen bewährten Gene weiter fortführen und verdient mit dieser Versicherung iu.i) die Sympathie des Auslandes. Viel Wert kann man '.chlich im Grunde genommen solchen Versicherungen nicht 'ckmcssen; die Zeitereignisse kann niemand voraussehen, :ni) gerade Briand ist ein Mann, der, wie er selbst mit Stelz versichert hat, sich den Zeitströmungen anzupassen
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«ames kennt, wird solchen Optimismus freilich nicht hegen. । an braucht nur einen Blick in die führenden Zentrums- ieitter zu werfen, um zu erkennen, daß zwar Mißstimmung -rhanden ist, aber daß sich doch noch alles rechtzeitig Wohlgefallen aufläsen wird. Viel wird jedenfalls hier b msowenig wie in den anderen Fällen bei allem Hin und ■ki: der Debatten herauskommen. Die entscheidenden dntpfe werden erst später zu erwarten sein, vielleicht erst : den nächsten Reichstagswahlcn. Immerhin sah man | :U)t ohne besondere Erwartungen auf die Gruppierung , r einzelnen Parteien und Wähler bei der Reichstag s-
-satzwahlin Landau-Neustadt Dieser alte natio illiberale Wahlkreis erschien ernstlich gefährdet. Die
Die ReichstagSersahwahl in Landau-Neustadt.
Nachdem das Zentrum erklärt hatte, daß es sich bei Stichwahl zwischen dem Kandidaten der Liberalen Oehlert und dem Sozialdemokraten Huber der Ab- stimmung enthalten werde, formte man geneigt sein, an-* zunehmen, daß der Wahlkreis den Liberalen erhalten bleiben werde. Auch der Bund der Landwirte hatte sich ja bereit erklärt, für den Liberalen zu stimmen. 9hm ist es doch anders gekommen, und der Wahlkreis, der bisher, seit 1868, nationalliberal war, ist jetzt in die Hände der Sozialdemo- 1 taten gefallen. Nach der amtlichen Mitteilung entfielen! auf .Huber (Soz.) 12 719 Stimmen und auf Dr. Oehlert' 11765 Stimmen, ungültig sind 312 Stimmzettel. Huber ist somit gewählt. Bei der Hauptwahl hatten von 33 485 Wahlberechtigten nur 26 371 ihr Wahlrecht ausgeübt. Bei dieser Stichwahl wurden nur 24 484 Stimmen abgegeben. Bei der Hauptwahl erhielt der Liberale 8854 Stimmen, der Sozialdemokrat 8300, Lehmann vom Bund der Landwirte 2088, Sieben vom Zentrum 7129.
halten.
Allzuviel wird dabei nicht herauskommen, denn jedermann weiß, daß die Allianz zwischen Frankreich und Rußland unverändert fortbesteht. Mit großer Begeisterung ist seinerzeit in Frankreich das neue Bündnis mit Rußland aufgenommeu worden, weil man sich von dieser Verbrüderung allerlei Vorteile versprochen hat. Vermutlich hat man an der Seine die stille .Hoffnung gehegt, daß der Zar Frankreich unterstützen werde, fofeiti es eines Tages zu einem Krieg mit Deutschland kommen sollte. Aber nicht nur gegen Deutschland, 'überhaupt gegen den Dreibund war der Zweibund ursprünglich als Waffe gedacht. Heute denken die Franzosen weit kühler über ihre Freundschaft mit Rußland, nachdem cs sich im Laufe der Jahre herausgestellt hat, daß der Zweibund nicht so hoch eingeschätzt werden darf. Rußland hat ihn ja zur Genüge ausgenützt, indem cs unzählige Male die Franzosen angepumpt hat, aber letztere können wenig mit dem Bündnis ansangen. Jrn Ernstfälle ist auch das Zarenreich jetzt viel zu schwach, als daß es Frankreich in einem Krieg mit irgendeiner Macht von Vorteil sein könnte. Der Krieg mit Japan hat Rußland feiner Flotte beraubt, und die traurigen Zustände im Innern haben es in anderer Weise derart geschwächt, daß der Zar jede Gelegenheit mit Freuden begrüßt, um seine Friedenspolitik zu beteuern. Dazu kommt iwch, daß das Verhältnis iliußlandS zu Deutschland unverändert gut ist, Kaiser Nl- tolaus also gar keine Veranlassung hat, Frankreich seine Unterstützung zu gewähren, wenn es irgend etwas gegen Deutschland im Schilde haben sollte.
Als Mitte Juni Kaiser Wilhelm und der Zar auf Anregung des letzteren in den finnischen Schären eine Begegnung hatten, haben die beiden eng befreundeten Monarchen für sich und ihre Völker den, wie Kaiser Nikolaus sagte, aufrichtigen und unveränderlichen Wunsch bekundet, die traditionellen Beziehungen herzlicher Freundschaft und gegenseitigen Vertrauens zwischen beiden Ländern dauernd zu erhalten. Der Zar hat damals ausdrücklichst betont, daß er bei diesem Wunsch vor allen Dingen die Erhaltung des allgemeinen Friedens im Auge habe. Präsident Fallieres und seine Minister werden daher keinen Augenblick daran denken, daß es ihnen gelingen werde, den Kaiser von Rußland und seinen Auslandminister Jswolsiy zu Abmachungen zu bestimmen, deren Spitze sich direkt gegen uns Deutsche richten wird. Rußland kann auch schon deshalb keine deuisch- feindliche Politik treiben, weil es nicht kriegsbereit ist, und infolgedessen den Frieden braucht. Wir Deutsche können also ganz beruhigt die Cherbourger Zusammenkunft mit- ansehen und ihre Folgeri abwarten, die darin bestehen dürften, daß der Zweivund in der bisherigen Weise fortbestehen wird. Und zwar ohne Spitze gegen Deutschland, und darauf kommt es für uns an.
Monarchenbesuche.
Die Konstantinopeler „Jeni Gazetta" erfährt auS authentischer Quelle, daß der Z a r den beabsichtigten Besuch in Konstantinopel auf gegeben habe, unb der Londoner Korrespondent der „Neuen Freien Presst telegraphiert, daß ihm der Privatsekretär des Königs Edu ar d, Lord Knollys,. erklärt habe, ihm sei von einem angeblich in Aussicht genommenen Besuch des Königs in Konstantinopel und Berlin nichts bekannt. Auf der Konsulta in Rom wird dagegen! bestätigt, daß die En trevue zwischen König Viktor Emanuel und dem Zaren in Spezia stattfin den werde. Dagegen fei es unrichtig, daß während der Entrevuo ein französisches Geschwader Spezia anlaufen werde. t
*
Kreta. )
Die türkischen Blätter führen eine äußerst kriegerische! Sprache; sie fordern die Regierung auf, von Griechenland zu verlangen, es möge binnen 24 Stunden eine Positivs Erklärung ab geben, daß es keine Absichten auf Kreta habe, widrigenfalls die Türken die Grenze überschreiten müßten. Die Pforte Hal nun ihre Botschafter beauftragt, den Ka- binctlen der Schutzmächte mitzuteilen, daß, wenn auf Kreta die griechische Flagge gehißt werden sollte, die Türken energisch vorgehen unb die Fahne selbst herunlerholen würden. Die Schutzmächte sind durch diese Entschlossenheit der Pforte, ihre Rechte nötigenfalls mit Gewalt zu verteidigen, in eine schwierige Lage geraten. In England sieht man die Si- lNation ziemlich ernst an.
Man kann nie wissen, was die Zeitströmung mit sich ! ringt. Auch das spanische Kabinett Maura hat es Ij schwerlich vorausgesehen, daß es schon so bald ernsthafte U ütrwickelung en in Marokko und im eigenen Lande rieben würde. Die spanische Zensur über die Berichte von ‘i/.'tnt Kämpfen der Spanier mit den Marokkanern recht es unmöglich, sich ein klares Bild von rn Vorgängen zu machen, die zu solchen blutigen Kämpfen IpWt haben. Auch der ganze Ernst der Situation ist tut aus wenigen Andeutungen zu erraten. Man weiß w so viel, daß diese Sümpfe für die Spanier bisher sehr ihtig und verlustreich gewesen sind. Besonders schwierig viird die Lage für die Regierung erst dadurch, daß es jetzt < mch im Innern Spaniens an allen Ecken und Enden gärt.
ist zu einem sehr bedrohlichen Aufruhr tu Cata- I o»nien gekommen, dessen Ende noch gar nicht abzusehen M. Die 'Schreckensgestalt der Revolution pocht an die vCüen des Königspalastes; der Krieg in Marokko ist bei der Isoölkerung nicht nur unpopulär, er hat direkte Gegner- dwaft hervorgerufen. Höchst bedenklicher Weise zeigt sich zu Mur. übrigen der Geist der Auflehnung in der Armee selbst, öcckdaten und Reservisten desertieren und versagen ihren
draußen sieht er nichts; der feste Wall von Soldaten und Polizei umgrenzt seine Welt, die selbst dem Aermsten seiner Untertanen armselig erscheinen must. Wie mag ihm selbst das kurze Beisammensein mit seinen Verwandten in Hemmelmark immerhin noch wie eine Befreiung er» cheinen gegenüber dem Einerlei seines Schlosses in Peter- hof. Aber die nächsten Tage werden der Zarenfamilie nun allerdings auch recht buntbewegte Bilder Dort Paraden und onftigen Schaustücken bringen. Ohne dieses Beiwerk gehen nun einmal offizielle Besuche von Staatsoberhäuptern heutzutage nicht vor sich. Nicht ohne pikanten Beigeschmack wird der jetzige Besuch des Zaren in Frankreich sein. Der Händedruck, den der Selbstherrscher aller Reußen und der Sozialist Briand bei dieser Gelegenheit austauschen werden, verdiente es wirklich, im Bilde verewigt zu werden. Auch den neuen Türkensultan wird der ^ar. in Kürze sehen, vorausgesetzt natürlich, daß die leidige Kretafrage diesen freundnachbarlichen Besuch nicht vereitelt. Nachdem die Garantiemächte, die jahrelang in Kreta nach dem Rechten sahen, die Insel verlassen haben, ist dort die griechische Flagge gehißt worden. Die Kreter machen auch kein Hehl daraus, daß sie die ernstliche Absiclft hegen, sich dem stamrnes- verwandten Griechenland mizugliedern. In Konstantinopel ist mau darob natürlich mächtig empört und man rasselt bereits recht nachdrücklich mit dem Sabel.' Die neue Türkei denkt nicht daran, die Insel so leichten Kaufs an Griechenland gelangen zu lassen. In Athen ist man durch diese Geschichte ein wenig in Verlegenheit geraten: man will die verlangende Hand der kretischen Brüder nicht gern zurück- stoßen,' aber man erinnert sich doch auch noch der bösen Prügel, die man vor kaum mehr als einem Jahrzehnt erst von den Türken bekommen hat. Und mit der heutigen Türkei wegen Kreta anzubinden, das erscheint denn doch noch gewagter als der Waffengang von damals.
E. A.
Oolittsche wochenscha«.
Gießen, 31. Juli.
Die Erregung über die jüngsten Vorgänge auf «nerpolitischem Gebiete zittert noch nach. Von rner richtigen Ferienstinnnung ist noch nicht viel zu ver- lären. Die potttifdje Situation ist, wie es scheint, noch angc nicht geklärt, aber Überall zeigt sich das Bedürfnis ,1$r Aussprache. Da ist zunächst der Bund der Land- o tr te, der über die Gründung des Hansabundes man muß wohl richtiger Hansebundes sagen — nicht so '-ne weiteres hinwegkommt. Zwischen diesen beiden Jn- .ssentengruppen herrscht eine sehr lebhafte Debatte. Nicht nder groß ist das Bedürfnis zur Aussprache und — zur jlurechnung innerhalb der konservativen irrtet, und der Führer der Konservativen, Herr von Heyde- ,-mb und der Lase, nicht Lasa, wie er oft fälschlich genannt »ich, der ungekrönte König von Preußen, wie man diesen iservativen Führer nicht eben geschmackvoll nennt, hat j ü i bei diesen Aussprachen eine ziemlich beträchtliche Niederer ic zugezogen, und die Kreuzzeitung und die deutsche -rqeszeitung wettern in allen Tonarten gegen die unbot- n'ßigen Mitglieder der konservativen Partei, die den t Zsen Egoismus ihrer Führer durchschaut haben. Auch im Imtrumsturm gehen merkwürdige Dinge vor, und der befangene Zuschauer möchte geneigt sein, anzunehmen, <*B es nun wirklich zu einem Auszuge aus denk Zentrums- । utme kommen werde. Wer indessen das feste Gefüge dieses
Die Zusammenkunft in Cherbourg.
chZar Nikolaus ist in Cl)erbourg eingetroffen und hat mit dem Präsidenten Fallieres die angekündigte Begegnung gehabt. Da sich alle Empfänge und damit verbundenen Veranstaltungen auf den beiderseitigen Schiffen abspielen, ist man auf die offiziellen Gerichte angewiesen, die selbswer ständlich verkünden, daß die Begrüßung sehr herIich war. Man kann das auch ohne weiteres glauben, weil es doch nur natürlich ist, daß die Oberhätrpter zweier großen unb verbündeten Nationen, wenn sie zu einem solchen Zweck zusammenkommen, sich nur Angenehmes sagen. Allzu große Bedeutung braucht indessen dieser Begegnung nicht beigemessen zu werden, weil es sich eben hier in allererster Linie mm einen Höflichkeitsatt handelt. Allerdings befindet sich im Gefolge' des Präsidenten Fallieres neben dem Kriegsund dem Marineminister auch Pichon, der Minister des Auswürttgen. Artf russischer Seite hat gleichfalls der Außenminister jswolsiy die iveite Reise nicht gescheut, um sich mit seinem französischen Kollegen über Politik zu unter-
. s-Schneiderei- lamen-Kostüw
• Krevert
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Jul. ?*•
Aus Stafct und Lcrud.
Gießen, 31. Juli 1909.
" Erledigte Stellen: Die Stelle des Kreisgeometers des KreisDermessungsamts Offenbach (Land). Die mit einem errang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Heisters. Mit der Stelle ist Organisten- und Vorleserdienst verbunden.
** Der Allgemeine Verein für Armen- und Krankenpflege hielt gestern nachmittag im Sitzungssaal des evangelischen Schwesternhauses feine Jahresversammlung ab. Aus dem von dem Vorsitzenden, Kirchen rat D. Schlosser, erstatteten Jahresbericht, der demnächst im Druck erscheint und dem Gießener Anzeiger beigelegt wird, seien hier nur einige besonders wichttge Punkte herausgehoben. Das Jahr 1908 brachte die Vollendung des mit einem KosteTtaufwand von etwa 87 000 Mk. aufgeführten stattlichen Erweiterungsbaues des Schwesternhauses und die Eröffnung des „Theresienheims" für Säuglinge, dem Frau- Kommerzienrat Therese Heyligenstaedt ihre besondere Fürsorge zu teil werden läßt. Unsere Diakonissen pflegten in der Gemeinde in 605 Familien mit 20 564 Pflegebesuchen, 48 ganzen Tagpflegen und 644 Nachtwachen. Im Schwesternhaus wurden 438 Kranke mit 5230 Verpflegungstagen und 115 Nachtwachen gepflegt. Die Krippe nahm 65 .Kinder auf mit insgesamt 3896 Verpflegungstagen. Die Helferabteilung hiell 19 Sitzungen ab und unterstützte 127 Personen mit rund 4000 SOZarf. 32 Kindern wurde Badekur im Elisabethhaus in Nauheim ermöglicht, und fünf Erwachsene erhielten Beihilfen zu .Kuren im Könitzkystift in Nauheim. Aus der schr umfangreichen, von Rechnungsrat Wilker mit gewohnter Sorgfalt unb Genauigkeit geführten Rechnung ergab sich, daß auch im vergangenen Jahr dem Verein einige größere Stiftungen zugewendet wurden, während die Beiträge nicht weniger Mitglieder reduziert tvorden sind und z. T. in keinem rechten Verhältnis stehen zu den Ausgaben dieses, das gesamte Gebiet der privaten Wohltättgkeit umfassenden Vereins, der für seine immer neuen Wohlfahrtseinrichtungen, besonders das Säuglingsheim unb die Krippe, jährlich auf viele Tausende an freiwilligen Beiträgen angewiesen ist. — Die ausscheidenden Vorstandsmitglieder wurden wieder gewählt. In den Vorstand traten neu ein Frau August Schwan und Oberstaatsanwalt Lang. Aus der Besprechung über Kinder schütz und Säuglingsfürsorge, an der sich außer dem Vorsitzenden besonders Oberstaatsanwalt Lang, Kreisassistenzarzt Dr. Sangermann unb Prof. Dr. Köppe beteiligten, ergab sich, baß eine einheitliche Organisation ber Ueberwachung ber Ziehkinder und Waiseniinder sehr wünschenswert ist. Die Verhandlungen mit den verschiedenen hierbei in Frage kommenden Behörden sind indes noch nicht abgeschlossen. Der Jahresbericht ergab ein anschauliches Bild von ber großen Midi segensreichen Tätigkeit, die der Allgemeine Verein unter der treuen unb aufopfernden Mitarbeit sehr Vieler aus unserer Stadt auch im abgelaufenen Jahre zum Besten unserer Mitbürger entfaltet hat.
Nr. 177 Erstes Blatt 159.Jahrgang Samstag 31. Juli 1909
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MGlcheim Anzeiger IiTjc die Redaktion 112, jssv * Xu»' « -r
ZM General-Anzeiger für Gberheffen
c^Ä^Tagesmirnmer 8offtffonsöru(! und Verlag der VrÜhl'schen Univ.-Vnch- unö Stetubrwkrei R. Lange. Redaktion, Expedition und vruSerel: Schulstratze 7. Ame.qen'te^? H.^Beck. vormittags 9 Uhr. ____________ 8 H
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ts lk» jtalbemofalbe war in diesem Wahlkreis mächtig ange«
jon nachmittags 3 M vhsen, unb ob auf den Bund der Landwirte und das Zen-
bem Lchützenhaus .->n Verlaß fein würde, konnte zunächst zweifelhaft er-
deinen. Einigermaßen geklärt erschien die Lage erst, als
* V Zentrum Stimmenthaltung proklamierte und der Bund
3 Öl LV 11 । V* r Landwirte „schweren Herzens" für den Kandidaten ber ; reinigten Liberalen eiirzutreten versprach. Nun ist dieser inben mit iJafiTtrete trotzdem in die Hände ber Sozialdemokraten
auf dem Festplatz
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