Viertes Blatt
Nr. 279
159. Jahrgang
fcrlrfjrtnl lLgNch mit «uSnahme deS Sonntag«.
General-Anzeiger für Gberheffen
ich
Davon werden vier in
Mit den kleinen Hennen im ersten Akts
Der sterbende Deckname.
ser" enge:
Brühl'sche Univ.-Suchdruckerei.
Aüreßduch-Verlag.
der lln:er pid)un5fLa.ion der Landwtr.schafts.amrncr s 0 stark eisenhaltig ist, daß eine Enteisenungsanlage angebracht werden müßte.
Für die Zusammensetzung und Qualität des Wassers kann man mich nicht verantwortlich machen. Das i|t ja
Geschütze die Nachbarlürme überschießen können und für jede Breitseite insgesamt zehn Geschütze verfügbar werden, für den Schuß nach vorn und nach hinten je acht Geschütze. Die Panzerung soll alles bisher Tagewesene an Stärke übertreffen. so daß 'Frankreich im Jahre 1915 sechs moderne Panzer erster Klasse e'itzen würde, die keinen Gegner zu fürchten bäticn, und außerdem sechs weitere deS .Patrie"-Typs.
Bruns.
2) Eine stärkere Ader, „r-'ichlrches Wa führend, ist bei 38 Meter ervohrt worden, i
auch in der frol. Einsendung nicht geschehen.
Abweichend von dem Herrn Bürgermeister Braun komme daher zu folgender Zusammenfassung:
1) Wasser, sogar mineralhaltiges Wasser, ist von der vielgeschmähten Wünschelrute — ich nenne sie die Drahtgabel — in der Tiefe von 20 bis 25 Meter richtig angegeben. Gefunden ist es bei schon 1 9 Meter und bei 2 3 Meter. Zeuge: Bohrmeister
Die „•kfcfitet LamtNendlatter" werden dem »Anzeiger* viermal wöchentlich betgelegt, daS Jttdiblatl für den Kreis Siehrn" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit» fragen" erscheinen monatlich zwemiat.
Samstag 27. November 1909
Rotationsdruck und Verlag der Brüblichen
* 4*5^ Unwerslläts - Bilch- und Stemdruckerei.
I Sr M R- Lange. Gießen.
Redaktion. ExoedrNon und Druckerei: Schul» straße 7. (fccpeömon und Verlag: 51.
Redaktwme^ 112. Tet.-Adr^AnzeigerGleßen.
politische Tagessckau.
Die neuen französischen Dreadnoughts.
lieber daß neue französische Flottenprogromm wird jetzt teueres bekannt. Danach soll der Programmentwurf dem 'Parlament im Januar 1910 vorgelegt werden, und ein Ül ochtragSkrcdit von fünf Millionen Franks soll dafür auf das '-ehr 1910 gefordert werden. Das Programm umfaßt den 3au von insgesamt sechs Panzern von je 23000 annen, von denen immer je zwei in den Jahren 1910, 1911 und 1912 auf Stapel gelegt werden sollen. Die Bau-
soll aus rund drei Jahre reduziert werden, was für -onzösische Verhältnisse eine wesentliche Abkürzung der bisherigen Bauzeiten bedeutet. Zu diesem Zwecke sind bereits Material« und Personaloeränderungen in den großen Arsenalen der Häfen von Brest und Lorient vorgenommen morden. Jedes der neuen Panzerschiffe wird etwa Millionen Franks kosten. In diesem enormen Preise jinb allerdings immer die AuSrüstungS- und Bestückungs- loften miteinbegriffen, so daß die Gesamtkosten die in anderen L'änbern aufgewandten angeblich nicht wesentlich übersteigen n'sirden. AlS schwere Artillerie ist daS 305-Millimeter- lkaliber angenommen, für die Mittelartillerie das Kaliber ioon 138.8 Millimeter. Der anfängliche Plan des marine»
Iichnischen Ausschusses ging dahin, jedem Panzerschiffe drei ;iirme zu je zwei schweren Geschützen und zwei Türme zu drei Geschützen zu geben. Der Minister hat diesen Plan oiiS eigener Machtvollkommenheit umgesioßcn, ba sich drei beschütze in einem Turme nicht mehr unterbringen lassen. ( t hat dafür sechs Türme zu je zwei Geschützen angenommen, der Längsachse des Schiffes Platz
finden, die beiden anderen genau mittschiffs einander gegen» über. Tie beiden inneren in der Längsachse liegenden Türme werden höher konstruiert als die beiden äußeren, so daß ihre
Die Kieler Westtaffäre.
(Fortsetzung.)
4 Kiel, 25. Nov. 1909.
Die heutige Verhandlung tourbc von dem Vorsitzenden um 91/4 Uhr eröffnet. Die Staatsanwaltschaft beantragt zunächst die Ladung eines Berliner Sachverständigen aus der Alteisenbranche, um darzutun. daß das Mischen der Materialien, wie es Frankenthal betrieb, in der Branche nicht allgemein; üblich sei. Bert. J.-R. Wallach bittet sestzustellen, daß ent schriftlicher Auftrag des Untersuchungsrichters, die Bücher des Angeklagten Frankenthal zu beschlagnahmen, nicht vorlag. Eine derartig einschneidende Maßregel, die das Gesetz mit allen mög-
Kus dem neuen Neichshausholi.
Die „NvrÄr. Mg. Ztg." teilt aus dem neuen Reichshaushalt □eiter mit: Die Einnahmen aus Zöllen, Steuern und Gebühren thb auf 1 441 620 000 Mk. veranichlagt; barunitr entfallen auf 6sl,9 Millionen, die Tabaksteuer 11 113 000, die Zigaretten- Cnift 23 711000, die Zuckersteuer 147 178 000, die ^xrfsfieuet ; 048 000, die Branntweinsteuer 180 Millionen, die Schaum- jnnfteuer 10 210 000, die Leuchtmittelsteuer 15 031000, die x>ünb» jircnfteucr 15 010 000, die Brausteuer und die Uebergangsabgaöe .<n Bier 111,5 Millionen, die Wechsel stenrpelsteuer 20 Millivnen, t Re>chsstempelabgaben zusammen 144 150 860, dazu Alrfin- Amgen 111 400.
Im Daushall des Reichss chatzamts betragen die Ein- ■ubmen 19 228 370 (weniger 3 196 340), hiervon aus dem Münzten 19,1 Millionen. Es. soll 1910 mit der Prägung von Silber-, ; dd» und Kupfermünzen fvrtgefahren werden. Der wirklich' lieber-- -jub von 18 Millionen soll zur Verstärkung der Betrieb sm. ttel xr Reichshaupt lasse dienen. Die fortdauernden orbeniliajcn Ausgaben betragen 230437261. An Beihilfen für Hilfs- jibürftigc Kriegsteilnehmer sind 23 620 770 (mehr 896 770 ir.gefeBt. Aus der R e i chs e r b s ch a f t s st e u e r erhalten die ^mdesstaaten (künftig wegfallend) 13 750 000 (3 750000 mehr. De einmaligen orbentlidjen Ausgaben belaufen sich auf 11397 212 (weniger 5 261 497).
Der Hauslstilt der R e i ch s s ch u l d veranschlagt die ordentlichen E i n n a h m e n auf 22 724 924 (mehr 8 072 784) Mk. China . ,hlt als 9. Zinsrate 10 716 789, als Tilgungsrate 649 167 iHL, von den fortdauernden Ausgaben von 215683457 Mk. ,refyt 18 893 408) entfallen 182 7o5 000 Mk. auf Verzinsungen, ar Verminderung der Reichsschuld ist ein Betrag von 31 908 957 mehr 6571 708) Mk. eingesetzt. Die gesamte Reichsschuld betrug am 1. Oktober, abgesehen von den im Umlauf besinnlichen unverzinslichen Schtzanweisungen in Millionen: 4°/oige Schuldverschreibungen 410, 3lfo °/o ipe 2020, 3°/o ige 1783,5, 4% ige üchatzanweisungen 340, zu) ammen 4553,5 Millionen Mk.
geht das auch ganz leidlich.; nur der Hahn, Guitry, macht bittere Schwierigkeiten. Es fällt ihm schwer, ohne Gebärde zu reden, und der Umstand, daß seine Arme unter Flügeln fest gebunden! werden, bereitet ihm schweren stummer. Rostand wollte ursprünglich Guitry einen zweiteiligen Schnabel an Kinn und Oberlippe angehefttt wissen, der durch eine Zugvvrrichtung bewegt werden sollte. Aber das war Guitry doch zu viel, er widersetzte sich und Rostand wird sich jetzt mit einem mächtigen Schnabel begnügen, der eine kühne Verlängerung von Guitrhs Rase darstellt. Schwierig war auch die Frage der Hahnenbeine; Guitrys Beine haben d'.rrchaus keine Aehnlichkeit mit .dem Gehwerkzeuge eines Laus- Halm er, und da er doch nicht aenügenib abmagern kann, muß der Dichters schweren LenzenL auch hier Zugeständnisse machen. Auf der Bühne sieht inan jefct einen über 2 Meter hohen Lahn einher- stolzieren, die Beine bis tief hinab von bauschigen Federn umhüllt. Ader auch mit den Beinen enden noch nicht Guitrys Röte. Er hat mit einem ')llnerikanerhahn, mit Aurelius Sidney, der cigen-5 zu diesem Kampfe vom Ambigu-Theater verpflichtet i|L einen regelrechten Lahnenzweikampf auszufechten. Und das ist nidi leicht, denn Rostand verlangt, daß <rud> hierin strenglter tlcaturalismus angestrebt werde: die beiden Künstler sollen ebat sehen, wie sie es fertig bekommen, mit den an den Fersen befestigten großen Sporen gegeneinander lvszugehen Schwierigkeiten bereitete auch der Laushund, der den Lahn jagt und der von Jean Coauelin gespielt wird. Coquelin versuchte erst, auf allen Vieren zu laufen und dabei zu reden, aber nach 10 Minuten gab er völlig erschöpft seine Bemühungen auf und erklärte, irt saldier Körverlage könne er nicht spielen. Man fertigte darauf einen künstlichen Rirmvf und große Linterbeine an, sodaß Coguelur seine eigenen Beine als Vorderbeine des Lundes benutzen könnte. Aber was bei diesem Versuch herauskam, war ein Ungetüm, das der Tierkunde noch unbefannt ist, ein phantastisches Wesen mit einem Stierleib und einem Lundekopf. Was nun geschehen soll.
Bohrmeister Bruns.
Z) G e i r r t habe ich mich um 13 Meter bei der Tiefen- bestimmung für die stärkere Ader. Das ist entschuldbar und erklärlich, weil an der Bohrstelle drer ivasserführendc Adern untereinander lagen und bei dem mit Bäumen und teiliveise mit Unterholz bestandenen abfallenden G.lande die Borherbefiiinmung der Tiefe sehr schwer war, unb, wie ich anerkenne, in diesem Falle mißglückt ist.
4) Ich habe weder für die g e n au e M e n g e des Wassers noch für seine Tiefenlage eine Garantie übernommen, sondern nur erklärt, daß ich die Stelle für eine Versuchsbohrung für geeignet hielte.
5) Für die Qualität des Wassers bin ich nicht verantwortlich.
Wo ist denn da der Mißerfolg der Wünschelrute?'. Für meinen Geldbeutel war es bei der nur bedingten Brauchbarleit des erschlossenen Was.ers allerdings ein sehr teuer erkaufter Erfolg.
Landrat v. Wlow-Bothkamp.
ist zweifelhaft; guter Rat ist teuer: einstweilen probt (Soguelüt die Rolle aufrecht stehend und et verfolgt den Lahn in der Pvse eines! Aläirnchcn mcuhenden Pudels. Die Rolle der Amsel liegt in den Landen des Schauspielers Galipaux. Der Künstler hielt sich für eine Musteramsel und war daher bitter erstaunt, als Rostand ihn auf der Probe sehr höflich fragte, ob er jemals im Lebens bereits eine Amsel gesehen habe. „Die Amseln gehen nidxt, M. Galipaur," erläuterte Rostand voll Eifer, „sie springen, iie springen! mit beiden Füßen zugleich. Das müssen Sie üben, Lerr Gali- pauj, das müssen Sie üben!" Und Galipaux übt ietzt allabendlich, nur eine Amsel zu hupfen. Alle Zeugen der Proben, Schauspieler wie Gäste, sagen em en großen Erfolg voraus. Der Dialog sprüht von Geist, fast jede Zeile ist ein Epigramm. Die Logen hu 100 Franks sind bereits überzeichnet. Eine Kartenagentur soll letzt für 90 Vorstellungen alle Vorderlogen des ersten Ranges zu 50 Franks für den Abend vvrausgekauft haben, ein Ereignis, das in der Pariser Theatergeschichte einsyoellen ohne Vorläufer ist.
Er stirbt wirklich aus. Dies jüngere Geschlecht verschmäht es s.avrz unb gar, unb besonders die schreibende Frauenwelt hat — Mit einigen erotisch delirierenden „Dichterinnen" abgesehen (eine Neigung und Urjad^e mehr, den wftbllchm Versauernamm -1 verleugnen Der literarische Deckmann gehört eigenthd) ganz und gar dem 19. Jahrhundert. Zn-ar kannte man es schnfruber ! dereinM, zumal in den Tagen der Reformation und des Rokoko: um nur an den bcbcutenbften Fall, den Versauer des „L-implizius i-implizissiurus" zu erinnern, der seinen Namen Grimmelshainen ■11 „German Sckleifheim von Sulsfott" verwandelte, oder an die r mzösischen Klassiker Boileau Despröaur), Moliere 'bogucHni Mb Voltaire .Arouet)- aber in Dcuticblunb mackste man erst -et den Tagen der Romalitll - deren größtes biclsternch>s Cdent sich statt Lardenberg "Novalis nannte — von dem ^eci> irmcn stärkeren Gebrauch Ludwig Börne führte dm en "Namen :ctt seines Ellernnmnens Barucki, Jeremias Gatthelf hieß cigcnt- sih Bitzms, Lena», Friedrich Laim, Anaftasius Grün wählten öfc bürgerlichen Tick ternamen für die adligen ihrer ^>ater. llm ochsten aber sprossen die Decknamen in der zweiten L^lfte des (l.ihrhunbcrts: Liewnymus Lorm ft2andesmanu, Phtlrpv Galen Lange., .Johannes v. Dewotl iKühne^,, Robert Byr llpayer), öregor Samarow (McdingV Emil '.Diara Bacano ö'^inanö , ©srge Taylor (Lausrath, Gerhart von .Amyntvr Gerhardt), • 58idiarb Leander (Vollmann), Günther Wallmg Ulrtct), --^artm Lecif (Frey n. a. vertreten die Gattung ber ,,)dtonflmgenben ; Ersatznamen, ählllich wie von den zeitgetwituchen Manien die fftelgelesenen Lieblinge E. Marlitt John und E. ferner oueritery t über). Die 11 mitte der sck'reibenden Frauen, uch ntannhd>e Tecknamcn beizulegen, herrsckste besonders in den nebzrgcr und 6 r.rziger Jahren — Ofsip Ähudin (Kirfchner), Goll Raimund lArederich), Moritz von Reichenbach > Bet>nuy--Luc), Lmls Arnold 'L' Bülow, Emil Riarriot '.Mataja-, 3eo «'9111)01 (IceberboTi, «'rieh Frank (Wolff) - aber auch neuere Bei,p-ele da'ur ichlln ruckst, wie Klaus Rittland (.Leinroth),. Emll^^land ^ewald,,
Lans v. Kahlenberg (v. Monbart) bewcuen. Äu^lanv tennt Wie dieser 2trt besonders an George Land ■ Luoevant , Dämel gern (Gräfin d'-Agvnlt), George Eliot llrvan2), venry Greville Durand,, Arvedc Barine Viacens, -ttnnel ^suem Feannc Soifeau1. Bei einigen von dieseir sollte der dcu, Mitzverhalt- Ls eurer adligen Abkunft mit dem bürgerlrck^n -LchretbhMtd.
verschleiern. Vielleicht ließen ähttttdst.RückstckMt dw oster-- vnchischen Dichterinnen Ada Christen (efirrltatc v. OTroen) ober Margarete Laim Alberta v. Maytncr L,dcknamen wählen, ebemo Frankreich die früher gefeierte Gyp ^Graftn Mattel., deren nasiLigxi nom de gurrte Seftenstücke in der Englanderm lln^a Koune, de Ramee- und bei Italienerin Reeta (Succarj, beit^. Sten- ’iSis mic te 1^..-^iipicl I und verlangt von seinen Schauspielern, daß sie Bewegungen unb
aL »nsStLm'.LoriS" SXWmrcll. Ibei bawiMIenben SSägel unb Süfeiet wis
Die Wünschelrute bei den Kroföottcr wasserschürsungen.
Land rat a. D. von B ü l 0 w - B 0 t h ko m p schreibt uns mit dem Ersuchen um Veröffentlichung:
Bothlamp, den 24. Nov. 1909.
In Nr. 273 Ihres geschätzten Blattes ist eine Einsendung des Herrn Bürgermeisters Braun in Krofdorf über die Bohrungen nach W a s j e r im Kcofdorfer Walde enthalten, die tatsächliche Unrichtigkeiten bringt und die ich daher nicht unwidersprochen in die Welt gehen las'en kann.
Herr Brcuin schreibt: „Selbstredend hat Herr von Bülow-Boiblamp an der fraglichen Stelle für genügendes Wasser garantiert und zwar in einer Ti e f e von 20 bis 25 Meter."
Das habe ich beides „selbstredend" nicht getan. Ich habe vielmehr, wie die Herren, Die dabei waren m r bezeugen werden müssen, immer wieder gesagt, ob dieser eine Strom, beziehungsweise diese eine Bohrstelle, für das geplante Wasserwerk ausreichen würde, wisse ich nicht, hätte aber große Hoffnung. Jedenfalls wäre er so stark, daß es sich m. E. lohnen werde, eine V e r s u ch s b 0 h r u n g zu machen. Daraufhin bin ich gebeten worden, auch noch an anderen nicht so günstig, weil nicht so hoch im Wald gelegenen Stellen nach Wasser zu suchen, und habe das auch an drei weiteren Stellen getan.
Das wäre ganz überflüssig gewesen, toenn ich für das genügende Quantum Wasser an der bestgelegenen Stelle garantiert hätte, was mir, wie gesagt, aber gar nicht eingefallen ist. Noch viel weniger habe ich das Wasser aber in der Tiefe von 20 bis 25 Meter garantiert
Ich habe gesagt, daß ich das Wasser in der Tiefe von 20 bis 25 Meter vermute, sei aber der starke Strom dort noch nid)t, so müsse noch etwas tiefer gebohrt werden.
Gebohrt ist von Krofdorf nur ganz genau bis 25 Meter und es wurden bei 19 Meter und 23 Meter tatsächlich zwei mineralartiges Wasser enthaltende Adern gefunden, die pro Stunde zirm zwei Kubikmeter ergaben. — Shin berief der Herr Büraermeister einen Geologen, und die Gemeindevertretung lehnte, gestützt auf das dah n- gehende Gutachten dieses Herrn, daß vor 200 Meter Ti fe teine irgend erhebliche Wasstrmenge atfanden to.rben könne, die Wetterbohrung ab. Ta ich aber nach nochmaliger Lotaluntersuchung fest davon überzeugt war, daß an der Bohrstelle noch ein stärkerer Strom vorhanden sein müsse, habe ich auf meine Kosten weiterbohren la sen.
Diese Bohrung hat den Erfolg gehabt, daß nach Angabe des Herrn Bohrmeisters Bruns, allerdings erst in einer Tiefe von 38 Meter — aber nicht 200 Meter — eine „reichliches Wasser" führende Schicht erbohrt worden ist. Leider betrug der Bohrdurchmesser nur noch 1 4 Zentimeter.
Ob man nun 240 Kubikmeter Wasser täglich, b'ezw. 40 Kubikmeter stündlich, bei zehnstündigem Pumpen, mit einer natürlich noch engeren Pumpe aus einem Bohrloch von 14 Zentimeter pumpen rann, weiß ich nicht; ich glaube es nicht; aber das müssen Sachverständige entscheiden. t
Die ganze Frage ist aber für mich dadurch erledigt, das; das Wasser aus 38 Meter Tiefe nach dem Gutachten
— Die Bühne als Lühnerhof. Von dem seltsamen Treiben, bas sich jetzt auf ber Bühne bes Pariser Porte St. Martin-Theaters bei den Proben zu ber bevorstclanden Erstaufführung von Rastands „Chantcelec" abspiell, entwirft ein Augen- ttrüge im Gil Blas eine ansdwulrche unb lustige Scknlberung. Bon ben vrer Akten bes Stückes sind bislang nur brei geprobt worden: der erste spielt im Lühnerlxif, wo der Lahn (ber von Guitry gespielt wirb in schönster Emtracht über das^Lühner- ooll herrscht, bis eine verwundete Fasanhenne (Madame Simonne sich in den Lof flüchtet und im Lernen des Lahns sckstimme Verwirrung anrichlet. Im .zweiten Akte flicht das Paar, in ben Wald, der dritte Akt bringt bann den Empfang der geflügelten Gäste im Leime der Fasanhenne. Bei den Proben zeigt sich Rosrand als ein unerbittlicher Prophet des strengsten Realtsmus
(Ein Kbzug vom Satze der Vuchslaben 21 bis einschließlich K des alphabetischen Namens-Verzeichnisses liegt vom greitag dem 26. November
an in unserer Geschäftsstelle zur Einsicht offen.
Die Einwohnerschaft Gießens wolle sich von dem richtigen Eintrag der einzelnen Namens- und Zirmen-Ndressen durch Einsichtnahme überzeugen und etwaige Nichtigstellungen vornehmen.
Ein solcher Jugendname war auch Lattlebens Voriraw.cn Otto Getreueste nachahmeu. Erich, als er seine ersten S^rfc erscheinen ließ. Aehnlich wie er — begnügte sich Otto Ernst (Schmidt > mit seinen beiden Vornamen und ebenso in neuerer Zeit Georg Hermann (Borchardt), ber Verfasser von .Kettchen Gebert". Aber auch Abtürzungen der Zunamen selbst fonimen gelegentlich vor: so schrieb Anzengruber einst unter dem Namen „Gruber", Konrad Zitellnann nannte sich Jeimann, Ernst Muellenbach nur Üeubach, Felix Biedermann abgekürzt Dörmamt. Eine eigene Gruppe bilden die Decknamen fürftlidjer Schriftsteller, von denen Philalethes (König Georg I. von Sadffen), Georg Conrad (Prinz Georg von Preußen-, Carmen Sylva ! Königin von Rumänien), Anton Günther (Herzog Elimar von LIdenburg) die bekanntesten geworden sind. Augenblicklich ist eine Sclyvester der deutschen Kaiserin unter dem Namen F. Lagin als nicht unbegabte Erzählerin tätig. Vielleicht die häufigste Gattung ber Decknamen neuerer Zeit jtnb bie, deren Träger nrie einst Börne durch ihre ursprüngliche Namen em Vvrurtell zu wecken fürchten mochten. Dahin gehören die bekannten Namen eines Julius Rodenberg (Levi), Maximilian Larden <W.t- lonsli, .Lans £tben (Lppcnheim), Conrad Lllbetti Sittenfeld), Wilhelm Wolttrs 'Wolftohn, Balduin Groller Goldschcider , Laus Land (Landsberger, Heinrich Lee Landsberger), Vilwr L6on (Lirschfeld. Rudolph Lothar ^Schnitzer), Peter Alteiwerg (Engländer >, Felix Salten (Salzer), W. Fred Wechsler u. a.
Dagegen hat Hugo Lubliner )einen ursprünglickten Decknamen Bürger später abgelegt . - <
Diese Keine Rstckickxm laßt i eben falls erkennen, daß der literariid'e Deckname bei uns im Aussterben ist, .weil der Räch' wuchs beiderlei Geschleckfts nichts mehr davon wissen will. Unb ähnlich liegen die Tintze im Auslarrde, wo Träger berühmter Decknamen," wie Acark Twain (Element, Anawle France i^hll [xiut, Picrre Loti (Viaud, D'Annun-:o ^liapagnetta oder Maxim Gorti !'Pjesd>kow' immer vereinzelter und seltener werden. 'Dian nirb diese Entwicklung z^um mindesten nicht zu bedauern brauchen.


