Ausgabe 
30.4.1909 Drittes Blatt
 
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Freitag. SO. April $909

ISS. Jahrgang

Nr. 100

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aber nicht ins Zliiiderfpielzeug und ein karikiertes Rotkäppchen, Schneewittchen oder Dornröschen kann sogar höchst abstoßend wirken. Wo aber die Kari tatter 'gesund und natürlich wirkt und auch nicht geistreich, herzlos oder unheimlich sein will, da ist sie nicht zu verwerfen. Tas Kind liebt den töimor und es ist gut, daß im Menschen der Sinn für Humor wacherhaltcn wird, denn er ist eine Quelle der Freude und der Kraft. Es ist geradezu ein Borzug des modernen Spielzeugs daß es den Humor pflegt.

lomini" auch der 1. und 2. Akt von------ ... _

hörten. Der Wortlaut weick/t an vielen Stellen und zunt Teü erheblich ab von der Buchausgabe. Schiller hat bei der Drucklegung große Abschnitte gestrichen und an anderen Stellen den -text

Rntntfof'Shnnl <m6 Verlag bei 0r ö bHcfjea U»wet|Utti5 - Buch- unb SiLindruckerek.

PL Senge, Gießen.

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^Anzeiger' stexmal mSchenttick) bagdegl, bafl Nrdsbhrtl flts Ot* Krds Stetzen- gwüuuil wöchentlich. 3>u .(«mbwir sich glichen Leit, fregetr «scheinen monatlich zweimal.

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Redaktion.e-^ 112. Tel.-Adr^ Anzeiger Gießen.

die Stilisierung aufs Wesentliche, Typische hin roerbeit diese <L>ptel- sackten klar in der Form und wirksam im Ausdruck: sie prägen fick oem Formensinne so fest ein, daß sie auch dem wenig entwickelten, Formengedächttris des Kindes kaum wieder entschwinden. Bei natur- getreu ausgeführten Spielsachen verschwindet das Wesentliche unter der Menge des Nebensächlichen, und die Borstellungen von den Dingen bleiben unklar und verschwommen^ Naturtreue mit all ihren Einzelheiten geht noch über die Fassungskraft des kleinen Kindes hinaus, sie legt der Phantasie Fesseln an und bildet den Simi für die Form zu wenig. Völlige Naturtteue verlangen wir von den Bildern im Lexikon und von Modellen für imterrichttiche Zwecke, am Spielzeug aber, wenigstens an dem für kleine Kinder, ist sie überflüssig und schädlich. Die Karikatur beginnt erst bet der Verzerrung, wo die KörperprvPortionen verschoben und ein* zelnes auf Kosten des Ganzen verkleinert oder vergrößert und betont ist. Eine Karikatur ist ein kugelrund dicker oder ein zaunsteckendürrer Mann, ein großer Kopf auf einem winzigen Körperlein und anderes mehr. Aber diese Karikatur i)t auch beim kkinderspielzeug in gewissen Fällen berechtigt. Der Nuß­knacker darf einen ungebührlich dicken Kopf und bin zu großes Maul haben, der Zappelmann zu lange Arme und Beine, der böse Wolf einen riesigen 3tad)cn und mächtige Zahne: bei der Katze Emm der krumme Buckel, beim Struwelpeter können die Haare und die Nägel übertrieben werden. 'Das Kind braucht kräftigere Ausdvucksmittel als der Erwachsene, loerm es den Humor erfassen soll. Nur darf die Karikatur nicht geistreich werden (dttitzknacker als Hoftnarschall) oder gar herzlos: für geistreiche Beziehungen hat das Kind noch gar kein Verständnis. Die Kari* katur darf auch nicht ins Grauenhafte, Schreckhafte, Gespenstische, Unheimliche ausarten: aufdringliche Gräßlichkeit und Häßlich­keit verfolgt das Kind bis in seine nächtlichen Träume. Boll- ständig ablehnen müssen mir die Karikatur aber dort, wo sie nicht natürlich wirkt, karikierte Pferde und Kühe passen ins Witzblatt,

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genug. Die Frage wird weiter im Fluß bleiben. Ich habe mich auch bereits mit den einzelnen Bundesstaaten in Verbindung ge. seht, um dieses Problem zur Lösung zu bringen; abgeschlossen ist die Angelegenheit noch nicht; sie ist seit Monaten im Gange. Ans dem Wege der V e r st ä n d i g n n g mit den Werklwsihern und der Anpassung an die bestehenden Verhältnisse formen die erreich­baren Reformen durchgeseht werden, ohne daß den Pensionslassen ein Ende bereitet wird. Der Vorschlag, das Kündigungsrecht des Arbeitgebers zu beschränken, erscheint nicht durchführbar. Ncu?S ist von dem Begründer der Interpellation nicht vorgebracht wor­den. Es lag zur Einbringung einer Interpellation eigentlich über­haupt kein Grund vor. Denn die vorliegende Materie muß aus dem Wege der Entwicklung gelöst werden, und nicht durch ein diktatorisches Eingreifen der Gesetzgebung. Unsere Arbeitgeber sind bemüht, im eigenen Interesse ihre Werke sozialpolitisch möglichst auszubauen. Unsere ganze sozialpol.tr ,-ic Gesetzgebung knüpft an fteiwillige Einrichtiurgen sozial gesinnter Unternehmer an. Das muß auch in Zukunft so bleiben. Frer- willige soziale Einrichtungen muffen und werden immer die Eie- mente sein, auf denen sich der Fortschritt, auch der sozialen Ge, setzgebung, aufbaut. Die Erfahrung lehrt, daß der fozialgerich- tete Arbeitgeber und der deutsche Arbeitgeber ist sozialgerichtet schon aus geschäftlichen Rücksichten fteiwillige Wohlfabrtsein- richtungen schafft, um sein Werk über das allgemeine Niveau herauszuheben. Das muh auch die Gesetzgebung bei dieser Frage bedenken. (Beifall.)

Auf Antrag des Abg. Singer (Soz.) wird di: Vcsuechung der Interpellation beschloßen.

Abg. Osann (Natl.):

Der Begründer der Interpellation hat durchaus ni 1 : Neues vorgebracht. Es waren nur Wiederholungen. Wir haben uns schon früher auf den Standpunkt gestellt, daß die Rechtsverhält­nisse der Pensionskaffen, die von Industriellen für ihre Arbeiter geschaffen werden, einer gesetzlichen Regeluna bedürfen, besonders die Verhältniffe der au8 einem Betriebe ausscheidenden Arbeiter. Wir bedauerns daß das Reichsversicherungsamt nicht in der Lage ist, bereits bestehende Pensionskaffen zu ändern und zu korrigieren nach den weiteren Gesichtspunkten die im Lause der Zeit auch in sozialer Beziehung hervorgetreten sind. Jedenfalls muß aber bei Betrachtung dieser Frage die Tatsache in den Vordergrund gestellt werden, daß es sich hier nicht um eine rechtliche, Vernflichtuna der Unternehmer handelt, sondern um eine freiwillige Lei­stung. Auch die Kruppsche Kaffe die in letzter Zeit viel ange­griffen wurde, ist fteiwillig gegründet _ worben. Aus dem Stand" punkt der Nichtrückerstattung der Beiträge stehen eine aanac Reibe von Kaffen. Alles in allem muß gesagt werden, daß diese Kaffen für die Arbeiter Großes geleistet haben. _S)ic Gewerkschafts­kassen zahlen ja die geleisteten Beiträge auch nicht zurück. Die Sozialdemokraten sollten daher vor der eigenen Tür kehren. Tat­sächlich gibt es bereits eine Reihe von PensionSlaffen, die den ausscheidenden Mitgliedern wenigstens einen Teil der Beiträge zu­rückzahlen. Man kann den Arbeitgebern aber nicht zumuten, aus eigenen Mitteln diese Beiträge zu entrichten. Stellt man sich aus den Standpunkt der Rückzahlung, dann muffen die Gelder au5 den Kaffen selbst genommen werden.

Abg. GiesbertS (Zentr.):

Die christlichen Arbeiter stnd sich de§ Wertes der PensiouS- faffen wobl bewußt. Sie verlangen aber die Beseitigung der be­stehenden Mißstände. Die ganze Einrichtung darf nicht den Miß­mut der Arbeiter erwecken. Man muß die Kaffen so fundieren, daß fie beim SluStriti eines Arbeiters ihm doch wenigstens einer Teil seiner Beiträge zurückzahlen können. Der Hauptbeschwerde­punkt ist aber der BÄtrittszwang. Es wäre schon eine Erleich­terung, wenn man den Beitritt zur Kasse erst nach Zurücklegung einer gewißen Dienstzeit verlangen würde, etwa nach einem Jahre. Dann würde schon ein erheblicher Teil der Klagen schwinden. Auf die bisherige Werse geht es nicht weiter. Die Erregung unter den Arbeitern steigt, ohne daß die Beschwerden durch die Agitation veranlaßt oder verschärft werden.

Abg. Enno (Fr. Bp.):

Es wäre leichtsinnig, die Kassen ohne weiteres aufzugeben. Sie haben zweifellos segensreich gewirkt. Sicherlich ist es sehr schwer, die ganze Materie gesetzlich zu regeln, aber der Versuch muß gemacht werden. Dabei muß aber berücksichtrgt werden, daß es sich um fteiwillige Veranstaltungen der Unternehmer handelt. Die bestehenden Mißstände müssen bald beseitigt werden. Die Pensianskaffen sollten ein Kartell gründen und die Arbeiter der einzelnen Werke gegenseitig übernehmen. Aber die Industriellen sind dem Plane nicht günstig gesinnt.

Das Haus vertagt sich.

Weiterberatung: Dienstag, 2 Uhr.

Schluß nach 6 Uhr.

IKUhecs SemUeton.

Neues vorn Schiller museum inMar b a ch. Man I irn4 aus Stuttgart, 25. April: Das ^d)iHermuieuni iu

Schics Geburtsstadt Marbach hat eine Wertteile $e> wSSs Äen, die, wie der Leiter des Museum^Geh. voftat .tot Ott» Gimch-r in 6er Jadr-rvmwnmilwlg .de? Schwalchen ^illemrrinä am 2 4. April -nStuttgart mittexne, bemnac&it t- Oefsentlichkeil zugänglich gemacht werden soll i.s ilt emi racll ständige ZiMmercinrtchtung au s d e m N a ch ab Schillers, di- sich bisper m Berliner ^UMtbefa be- nirnt Ties- Mäbel, Bilder und sonMgen Ernrrchlungs^

Deutscher Reichstag.

251. Sitzung, Donnerstag, den 29. April.

Am Tische des Bundesrats: v. Bethmann-Holl weg, Easpar.

Präsident Graf Slokberg eröffnet die Atzung um 2 Uhr 15 Minuten.

Die Wohlfahrtserrrrichtvnge« der Arbeitgeber.

Jrrr Beratung steht die Interpellation der Sozial­demokraten aus gesetzliche Regelung der Rechtsverhältniffe der von Arbeitgebern für die Arbefter ihrer Betriebe er- richteten Pensions Witwen- und Waisenkassen.

Sie hat folgenden Wortlaut: Ist dem Reichskanzler bekannt, daß sich durch die von Arbeitgebern für die Arbeiter ihrer Be­triebe errichteten Penfions-, Witwen- und Waisenkassen schwere Mißstände und Schädigungen für die att5 den Be­trieben ausscheidenden Arbeiter ergeben haben?

Ist der Reichskanzler bereit, durch eine ges ehliche Regelung der Rechtsverhältniffe dieser Kasseneinrichtungen den zutage getretenen Mißständen zu begegnen, insbesondere die Ansprüche der aus ben Betrieben ausscheidenden Arbeiter zu wahren durch die Berechtigung der Arbeiter auf eine frei­willige Weiterverficherung oder die Verpflichtung der Kaffen auf Rückzahlung der Beiträge?

Staatssekretär v. Bethm<n»n-H»llrveg erklärt sich zur Beantwortung der Interpellation bereit.

Abg. Deveriug (Sog.) begründet die Interpellation. Durch diese Kassen wollen die Großbetriebe die Arbeiter an das Werk fesseln. Das Streikrecht wird den Arbeitern gekürzt. Der Redner bespricht die Verhält­nisse der Kassen bei Siemens u. Halske, bei den Höchster Farb­werken, dem Norbbeutschen Lloyd, bei derHapag" ufro. Gene­raldirektor 29 all in habe offen erklärt, daß durch die Kaffen der sozialdemokratischen Agitation entgegengewirkt werden soll. Verwerflich ist die Praxis bei den Kruppschen Werken, ausscheidenden Arbeitern keine Entschädigung zu gewähren, wenn sie sktzialdemo traft sch organisiert sind. Hier mutz der Gesetzgeber helfend erngreifen. Den Kaffen muß der Wohlfahrtscharakter ge­nommen werden. Die Pensionskaffen dienen nur zur Bereiche­rung der Betriebe. Ich erinnere an Krupp in Essen. Die Arbeiter wollen keine Geschenke, fie wollen nur ihr Recht haben.

Staatssekretär des Innern v. Bethmann-Hollweg:

Als die effte Penfionskasse entstand, gab es noch keine reichs­gesetzliche Versicherung für die Arbeiter. Eine große Anzahl von Werken, welche PensionSlaffen einrichteten, konnte mit einem großen Stamm von Arbeitern rechnen. Die Arbeiter fanden in den Pensionskafsen Gelegenheit, sich für ben Fall der Invalidität und ihre Hinterbliebenen für den Fall ihres Todes in erwünschter Weise zu versichern. Damals sind diese Pensionskassen in der Oeffentlichleit und auch im allgemeinen von den Arbeitern als erfreuliche Veranstaltungen sozialer Wohl­fahrtspflege gepriesen worden. Klagen sind damals nicht laut geworden.

Das ist jetzt bekanntlich anders geworden. Hinzugekommen ist die Verschärfung des Verhältnisses zwischen Arbeitg e ber scha ft und Arb-e r t n e h m e r s ch a ft, die ftarte Mmtluatron der Arbeiterschaft in großen Industriezweigen, vielleicht auch der llmstarid, daß auf einigen Seiten die Tendenz besteht, WMfahrtseinrichtungen von Arbeitgeberfeite von vorn­herein mit sehr kritischen Angen anzusehen. So ist es im allge­meinen ich tarn nur in großen Zügen schildern gekommen, daß Einrichtungen, welche ursprünglich gelobt worden sind, sehr koitisch jetzt verurteilt werden. Wiederholt ist hier im Reichstag: betont worden, daß man zu einem richtigen Urteil über di< Pensionsckasten nicht gelangt, wenn man sie lediglich unter dem Gesichtspurrit der Berficherungseiurichtung betrachtet. Tut man das, dann können allerdings, jedenfalls in einer Beziehung, die PeirstonSkaffen der Prüfung nicht standhalten. Sc- lange der Versicherungsnehmer die Pflichten des Versicherungs­vertrages erfüllt, bleibt ihm sein Recht auf Versicherung, auf Ge­währung der Gegenleistung erhalten. Bei diesen Kassen ist es anders. Hier wird der Fortbestand des Versicherungsrecktes nn allgemeinen abhängig gemacht von der andauernden Zugehörigkeit zu bem betreffenden Werke. Diese Zugehörigkeit zu dem Werte kann für den Arbeiter aber jeden Tag gelöst werden, wenn der Arbeitgeber willkürlich von seinem Kündigungsrecht Gebrauck macht.

Hier scheint mir der innerste Kern aller vorge­be a ch t e u Beschwerden zu liegen. Um sie abzustellen, sind die verschiedensten Vorschläge gemacht worden. Der Herr Vorred­ner hat eine ganze Reihe Wünsche ausgesprochen, so die Beteili­gung der Arbeiter an der Verwaltung der Kaffe, Verbot der Küu-

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erweitert.

Die zweite M a u u s k r i p t sc i t e. Da nichts anderes hilft, müßte die Schule helfen. D-je hätte es nm leichtesten. Schon in ben untersten Klassen wird den Schülern eingeprägt, daß fte beim T-iktatschreiben. und später auch beim AuffatzsckMiben einen Ncrnd zu lassen haben. Tas leuchtet ihnen ohne weiteres cm, denn wo sollte der Lehreu sonst seine Awmerftmgen und Korrek­turen anbrrngen. Nichis wäue einfacher, als daß der Lehrer gleich einen Schritt weiter ginge und seinen Schülern )agte: Ein freier Rand im Manuskript ist immer und zu rnanmgsack>en Zwecken gut, aber Kinder, paßt auf, wenn ihr ftn Leben mal das Vergnügen oder Mißvergnügen haben solltet, irgend etwas, und sei es nur eine kleine Notiz, für beit Druck abzusassen, so bürft ihr bwß eine Seite bcs Blattes beschreiben, die andere bagegeit mutz leer bleiben." Einige Bemerkungen über die Technik des' Setzereiwesens könnten^inzugesügt werden. Es wäre den Kindern mitznteilen, daß das Manuskript, ehe es dem Schriftsetzer in die Hand gegeben wird, in der Richtung bei? Zeilen zerschnitten wer­den muß, was sich aber sehr schwierig gestaltet, wenn das Blatt beiderseitig beschrieben ist. Tie Kenntnis, daß die zweite Blatt­seite frei zn bleiben hat, gehört heutzutage bei der iiberwältigenden Schreibseligkeit geradezu mit zur allgemeinen Bildung, und eben deshalb sollte da die Schule ein greifen. Alle anderen Mittel haben sich als unzulänglich erwiesen. Seibst die Aufklärung durch die Presse versagt in diesem Punkte. Manche Blätter bringen auf ihren Titelköpfen ständige Hinweise auf die Notwendigkeit, die zweite Seite leer zu lassen, andere Zeitungen begnügen sich damit solche Hinweise periodisch zu veröfsentlichen. Trotzdem gelangen immer wieder auch aus intelligenten und gebildeten Kreisen doppel­seitige Manuskripte auf die RedaktionStftche zur Verzweiflung des Redakteurs und des Setzers. Wir schmeicheln uns nickst, mit dieser Sliotis bem liebel abhetfen zu können. Aber vielleicht wird die Schule ein Einsehen haben unb bas ihre tun, um wenigstens den Redakteuren der tommenden Generation das Tasein zu er- leichrern.

Ist die Karikatur am Kinderspielzeug berech- tiat? Ter Begriff der Karitütar wird meftt viel zu weit ge­faßt. Manche Eltern sehen schon stilisierte Spielsiguren, bei denen unter WeglasftE alles NebeMchLichell nur das Weseatt-

brgung ober Entlassung usw. Die in ber Interpellation ausge­sprochenen Wünsche siub Forberungen, bie auf bem Gebiet bes Versicherungswesens li?gen. Man hat aber auch nach Abhilfe auf bem Gebiet bes Arbeitsvertrags gesucht unb gemeint, baß eine Ab­stellung ber etwa vorhandenen Mißstände nur dadurch erzielt wer­den könnte, baß bie Künbigungsbefugnis bc§ Arbeitgebers von der Willkür losgelöst unb dem Arbeiter nach längerer Dauer des Dienstverhältnisses eine unkünbbare Stellung garanftert werde. Ich kann die Ansicht des Herrn Vorredners, daß c5 sich um eine spruch­reife Frage handelt, nicht teilen. Versucht man nun, sich darüber klar zu werden, was neues geschehen soll, so muß man in erster Linie bedenken, daß die Pensionskaffen freiwillige Unter­nehmungen sind, also in erster Lime den Zweck in Rechnung stellen, den bie Unternehmerschaft mit ihrer Gründung verfolgt. Kümmert man sich darum nicht, und verlangt man, daß das Unter­nehmertum die Kassen ohne Rücksicht auf die damit verfolgten Zwecke einrichtet unb erhalte, so wirb bas Ergebnis sein, batz bie Unternehmer bie bestehenben Kaffen auflösen unb keine neuen grünben. (Abg. Hue ruft: Nur zufl Sie rufen: nur zu! Ich will nicht bestreiten, baß Sie. Herr 8fbg. Hue, nickst davor zuruck- fchrecken, baß die Pensionskassen vom Erbboben verschwinben. Sie dürfen aber nicht verlangen, daß jeder andere auch sich auf diesen Standpunkt stelle. Wenn aber die Pensionskaffen wirklich ver- schwinden sollten, auch etwa die viel angegriffene Kruppsche Kaffe, so würde doch ein großer Teil der Arbeiterschaft anders denken. (Lebhafte Zustimmung rechts.) DaS Un­ternehmertum hat in ben Pensionskaffen keine reine Versicherungs-- prämie für bie Arbeiter schaffen wollen, fonbern sein Bestreben war, sich baburch einen Stamm fester Arbeiter zu schaffen. Das ist wesentlich für bie Beurteilung ber ganzen Frage. Der Ar­beiter soll außer dem Entgelt für bie geleistete Arbeit auch einen Pensionsansvruch erhaltm, um baburch bem Werk erhalten zu werben. Bestimmenb für ben Unternehmer bei Begrünbuna ber PensionSkasse ist also bie Zugehörigkeit bes Arbeiters zur Kaffe. Wenn meine Annahme richftg ist, daß ber Zweck ber Pensions- kaffen für bie Arbeitgeber ber ist, sich eine ständige Arbeiterschaft zu sichern, so laufen alle Bestrebungen, bem ausschcibenben Arbei­ter den Fortbestand der Versicherung zu beschaffen, auf ein ganz neues System hinaus. Der Abg. Cuno hat den Rat gegeben, die Arbeiter sollen von ben Pensionskaffen ablaffen und einen Ver­band von Werkkafleu bilden. Die Bestrebungen, solche Verbands­kassen zu gründen, verdienen die entschiedenste Förderung, und es aiht tatsächlich ehre Reihe von Privat-PenfionskasteT,. sie bestrebt sind, für den Arbeiter ein Recht auf Fortbestand der Versicherung zu statuieren. Es scheint also die Entwicklung auf diesen Weg hin- zuweisen. Ob aber das Endglied der Entwicklung wirklich dieVesei- tigung bet Pensionskaffen mit inbividuellem Charakter sein wirb, mib ob sie durch eine Association von Kassen ersetzt werden dürften, das kann niemand Voraussagen. Wohl aber kann man Voraussagen, daß es unmöglich ist, diese Entwick­lung auf dem Wege gesetzlichen Zwanges her­beizuführen. Denn wenn die Unternehmer einem solchen Zwange abgeneigt find, dann werden sie eben die Kaffen eingehen lassen, und es fehlen für ben Gesetzgeber bie ©lieber, bie er zu einer Association vereinigen soll.

Was nun die Frage der Rückerstattung der Bei­träge betrifft, so hat man dagegen eingewendet, daß sie bem Wesen einer Versickerung widerspricht. Auf diese Weise kann man aber die Frage nicht erlcoigen, weil Pemionskaffen nicht reine Ver- sicherungsernricktungen sind. Die Freunde ber Rückerstattung deduzieren folgendermaßen: Die Beiträge, bie ber Arbeiter, sei es fteiwillig oder gezwungen, leistet, sind Teile seines Lohnes. Man berlaitgt daher aus Billigkeitsgrünben bie Zurücker st a t- tung ber Kassenbeiträge. Die Mehrheit ber Gerichte hat allerdings diese Ansprüche nicht anerkannt. Schon nach dem Willen der Gründer der Pensionc-kaffen, sollen diese nicht ein­seitige Unternehmungen ber Arbeitgeber sein, fonbern Veranstab- hingen, bei denen Arbeitgeber unb Arbeitnehmer gemeinschaftlich wirken, lieber diesen sittlichen Gehalt der Form kann man nicht ohne weiteres hinweggchen. Darum läßt sich die Mei­nung derjenigen, die für eine Rückerstattung von Beiträgen plä­dieren, nicht ohne weiteres von ber ftanb weisen. Jeder Zwang würde das Bestehen der Kassen gefährden. Nun ist auch zu er­wägen, daß bei großen Arbeitseinstellungen die Zurückzahlung ber Beiträge eine willkommene Unterstützung für bie Streikkasse sein mürbe. Daher kann man ben Wiberstand ber Unternehmer gegen diese Maßregel verstehen. Einer schematischen unb allgemeinen Regelung ber Frage steht bie Verschiebenheft der Kaffen entgegen.

Bei dieser Sachlage erblicke ich den einzig gangbaren Weg darin, daß zurzeit unter Abstandnahme von allgemeinen gesetz­lichen Bestimmungen auf dem Verwaltungswege die Rückerstattung von Beiträgen soweit angebahnt wird, wie es unter Berücksich­tigung der von mit dargelegten Bedenken möglich ist.

Dieser Weg ist in der Praxis bereits beschritten worden. Das Auffichtsami für Privatversicherungen ist auch in dieser Hinsicht tätig gewesen. Die Zuständigkeit des Amtes reicht aber nicht wett

nenfläitbe gingen nach Schillers Tod tnben ^Utzdes Wei Mischen Leibarztes Geh. Hofüat Huschke über, der schiller in emer letzten Zeit behandelt ha t te, te . verebbte 1 ich ntbeilcn l.cnrtlic. Von einem Neffen der Enkkelrn Hufchkes erwarb lie >. Paul Höring in Berlin, der sie nun an die dem Andenken r Hillers geweilste Stätte gestiftet hat nebft den Mitteln zur Her- tdlung eines besonderen Schillers i ntm e vs. Für ZiRes Zim- iua ist im Schillermuseum nach einem von Oberlmurat Eftenlohr Mrvvrfenen Plan ein besonderer (Sinbau im Stile )*r Zeit Schillers geschaffen worden, in bem bieie Er- merung^ftürfe zu intimer Wirkung kommen werden. Ls tonn .en )H>en Möbeln noch ein weiterer Tisch unb em schönes plastiiches luiiftroerf, beide ebenfalls einst in Schillers Besitz, hailzugesugt Derben, beten Evwerbung ebenfalls Dr. Höring ermogiimt bal. Ismer stiftete er einen Glasschrmik mit Plastiken und Korzellaii- iD;enftänben aus ber Schillerzcit lMt-Lndwigsburg, AlttMeitzen iind Alt-Berlintt Tassen mit dem Reliefbild Schillers, mit seinem bemalten Wild unb dem seines Vaters, seiner Mutter und seines Wei- n-irer Wobnhcmses. Schillers 150. Geburtstag, der m ben Novernoer

laufenden Jahres fällt, soll, nachdem erst etn paar ^ahrc seit :e-r großartigen Feier zu seinem 100. Todestag Versionen sind, ü ht in so großem Rahmen wie die Totenfeier Don 190a gegangen xnäien. Eine intimere Feier an der Stätte seiner GeouN ist edoch vorgesehen. Schillers Urenkel, Frhr. Alexander von Gleichen- siLÜmi'rm, hat bereits sein (^scheinen in Aussicht gestellt. Auch :irneues Marbacher Schillerbuch (Nr. 3; soll zur Ausgabe gelangen, lmie der nächsten Publikationen des Schwäbischen ^chillervlttems mrd der Briefwechsel Uhlands sein. Die Santtnlungen des Mar- DDher Schillermuseums haben im letzten Jahr wieder reichen Zu- imckss erfahren, fllr ben insgesamt 14 173 Mk. verausgabt würben. 8vn den Neuwerbungen mögen genannt werden die Handlchnftttchcn Mlenheste für bie ersten Tarü'teller von Thekla unb Max dicco- toitni bei der llraufsührung derPiccolomini" m Weimar am 30. Januar 1799. Auf das Rolleicheft der Thekla ist von

Goethes Hand geschrieben: ,.Mlle. Jagemamr". Die Hefte zeigen die liche in großen Zügen gegeben ist, als Karikaturen an. ^teYe alte Emtei'nna der Wallensteiiktragödie, nach der zu denPicoo- Darftellungsweise ist natürlich noch lange keine Karikatur, und lomini" auch der 1. und 2 Akt vonWalle-wsteins Tod" ge-1 beim Spielgerät füi kleme Kliider ist (te sogar erwünscht. Tura;

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