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30.10.1909 Erstes Blatt
 
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Samstag

Erstes Blatt

159. Jahrgang

Die heutige Nummer umfafet 16 Seiten.

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Redaktion, (trpeöition und Druckerei: Zchulstratze 7. An,eiaenten?'H."Äck.

poLitische wschenschau.

Gießen, 30. Oft.

ttäglich gemacht werden könnten . . .

Mit dem Bismarckschen Rezept müssen auch die neuesten Vorgänge in Griechenland befolgt werden. Sie berühren die deutschen Interessen nicht und können uns zu keinerlei Besorgnis oder Einmischung veranlassen. Tie K.etafragc läßt uns kalt, und höchstens könnten wir daran interessiert sein, den Ausbruch eines Krieges wegen dieser Insel zu verhindern.

In Baden ist für die kommenden Stichwahlen rasch eine Einigung erzielt worden, eine Einigung, die von der Notwendigkeit geboten wurde. Die Sozialdemokratie ist in den Großblock der Liberalen ausgenommen worden, und fie erhält in sechs Wahlkreisen auch die Stimmen der Natio­nalliberalen.Nicht ohne Zaudern greift des Menschen Hand in des Geschicks geheimnisvolle Urne"; gar mancher national gesinnte Mann wird bei der Stichwah Parole in ernste Gewissensnöte gekommen sein. Die rasche -tat ist jedoch zu loben. Wir habe,' mehrmals dargelegt, daß uns ein großes Lamento gegen die Sieger in der Reichssinanz- frage nicht gefällt. Wo aber das Handeln in Frage kommt, gibt es nur einen Weg, und der führte in Baorn m-.t Notwendigkeit zum Großblock gegen das Zentrum. Der Liberalismus hat durch das Zusammengehen mit der Lwz-al- demokratie mehr gewonnen, als es bei einem Bund nrt dem Zentrum der Fall gewesen wäre. Hätten dre National­liberalen sich auf die ultramontane Seite geschlagen, !? wären die sozialdemokratischen Ehanceii vielleicht nicht ein­mal allzusehr bedroht worden. Ein kleiner Nest darf Sck>adenfreude bleiben. Die stolze Unnachgiebigkcck der Rechten im Reichstage, die ein politischer Fehler war, muß unangenehme Folgen auf sich nehmen. Das muß frei­lich betont werden: politische Verdrossenheit hat bei bem badischen Abkommen die Absichten des gemäßigten Liberalis­mus nicht geleitet. Möchte nur auch bei anderen Fragen und Entscheidungen die nüchterne praktische Ueberlegung über unfruchtbares Gerede siegen!

Gietzeirer StaNtbcakr«

Die Stützen der Gesellschaft.

Schauspiel von Henrik Ibsen.

Der Ibsen, der in seinem fünfzigsten Lebensjahre die Stützen der Gesellschaft schuf, wurzelte noch fest in der Mbcrlieferung und war ängstlich darauf bedacht,^datz fern ' Derk den Anforderungen der Bühne entspräche. So wurde m zu einem guten Teil theatralisch und was als scharfe, mistreiche Satire begonnen har, löst sich mit ein bißchen Rührseligkeit und bißchen Unwahrscheinlichkeit in du- Wohl- rstallen "auf, das von jeher den Beifall der großen Masse rinb. Die Stützen der Gesellschaft brachten,ihrem Dichter £:nn auch rasch und pünktlich einen Weltruf ein, wuhrend man ihn vorher fast nur als besonderen norwegischen Heimatdichter dem Namen nach gekannt hatte. Da e- uns an eigenen Bühnendichtern fehlte, die sich mit den fragen der Zeit ernstlich auseinandersetzten, so war fern . Duhm rasch verbreitet und heute, wo da- ganze reiche schaffen dieses hochbcdeutenden Mannes abgeschlonen vor ! \ uns liegt, heute zählt er zu den unsrigen wie Shakespeare

M uns zählt. Mit seinen gewaltigen Dichtungen hat er unS ergriffen wie wenige und bei wenigen hat er ]o hej und nachhaltig gewirkt, wie bei, uns Datschen, wo er sich mit den Stützen der Gesellschaft den Boden erobert hat. ! Tie Alten und die Jungen hießen ihn willkommen, denn '; er wurde beiden gerecht und erst die spateren zielbewuß- tieren Werke haben die vielen Widersack-er gegen ihn m-

Feld gerufen. Daß die Mängel des Stuckes heute um h; meles schärfer hervortreten als damals, liegt in der Natur !; äer Sache. Das Althergebrachte im Gang der Handlung, in einzelnen Charakteren und namenrlich in der seltzamen 1; Wendung nad; dem dritten Aufzuge, wurde damal- kaum J gemerkt, und es fiel auch wohl kaum auf, daß die Idee de-

Stückes zwar anf allgemein Menschliches aus gebaut ist, ; Sie Tragik aber nur aus einem ganz besonderen Einzel- ' ßhicksal heraus entwickelt ist. Tie Meisterschaft, mit der

Tbsen in seinen späteren Werken den besonderen Fall : sunt allgemein menschlichen zu steigern verniv hte, Näßt er in den Stützen der Gesellschaft in künstleriicher Geschlossenheit fast ganz vermissen. Ja, er macht durch

haben würde? Wir müssen zurückhaltend werben, wo für uns keine direkten Interessen auf dem Spiele stehen, und mit Bedauern erkennen wir, daß die schwankende Leitung der deutschen Politik ein richtiges Verhältnis zu Rußland noch nicht gefunden hat.Unsere Interessen sind mehr als die der anderen Mächte mit dem Gravitieren der russi- chen Macht nach Süden verträglich; man kann sogar sagen raß sie dadurch gefördert werden." Tiefen Sätzen Bismarc! ist offenbar zu wenig Beachtung geschenkt worden. Teulsc. land krankt heute an den Folgen der schwankenden uu unbeständigen auswärtigen Poli.ik, die in den ersten 20 9k gierungsjahren Kaiser Wilhelms II. getrieben worden i Die Wiener Politik darf uns nicht wieder vor Heber- raschungen stellen. Die bosnische Angelegenheit hat bei Welt die ungebrochene deutsche Macht gezeigt; auf der jetz zu beschreitenden Bahn muß die Kunst der Diplomaten dies. Lebenskraft in die rechte Bahn leiten. Die um uns ver strickten Bündnisse werden es schwerlich wagen, uns anzi - greifen, aber langsam muß durch die Verfolgung unsere realen Interessen die drohende Isolierung durchbrochei werden. Oesterreich hat uns einstweilen nicht viel zu geben ja, in weiter Ferne tauchen sogar die Möglichkeiten von Auseinandersetzungen und Abrechnungen auf, die durch de Streit der Völker innerhalb der Habsburgischen Lände, hervorgerufen werden könnten. Umsomehr Wert hat da oben zitierte Wort Bismarcks, daß unsere Interessen mi dem Gravitieren der russischen Macht nach Süden ver-

Wird der neue führende Staatsmann Deutschlands den ns nach Bismarcks Lehre steuern wollen? Bei allen . eignissen der letzten Zeit hat das Wort des großen Kanz­le Geltung behalten:

Deutschland ist vielleicht die einzige große Macht in Europa, Die durch keine Ziele, die nur durch siegreiche Kriege u erreichen wären, in Versuchung geführt wird. Unser Interesse ist, den Frieden zu erhalten, während unsere tontinentalen Nachbarn ohne Ausnahme Wünsche haben, geheime ober amtlich bekannte, die nur durch Krieg zu erfüllen sind."

Auch die Ratschläge scheinen befolgt worden zu sein:

Im Gegenteil sollten wir uns bemühen, die Ver­stimmungen, die unser Heranwachsen zu einer wirklichen Großmacht hervorgerufen hat, durch den ehrlichen und sriedliebenden Gebrauch unserer Schwerkraft abzu­schwächen, um die Welt zu überzeugen, daß eine deutsche Hegemonie in Europa nützlicher und unparteiischer, auch unschädlicher für die Freiheit anderer wirkt als eine fran­zösische, russische oder englische."

Von der so nachdrücklichen Betonung der Erneuerung u itb Festigung des deutsch-österreichischen Bundes hat Oester- rxid) weitaus den meisten Nutzen gezogen. Die deutsche J&Htif wird von dem Raeeonigischen Ereignis wenig be- rtihrt. Unsere Schwerkraft gilt dem Frieden. Das muß Cu'i'rerreid) deutlich gezeigt werden. Woher stammt die femd- seilige Stimmung des russischen Volkes, die sich jetzt sogar irr. einem Boykott der deutschen Waren geltend machen soll, obgleich bei dem Eh ar bin er Vorfall Deutschland mehr Lang­mut gezeigt hat, als Bismarck wahrscheinlich empfohlen

den erzwungenen Schluß sogar noch auf dieses Mißverhält­nis aufmerksam und stellt durch die damit verbundene verunglückte Psychologie dem Darsteller eine schwielige Aus­gabe. Ein Berwick hätte unter den gegebenen Voraus­setzungen gewiß niemals gebeichtet, am allerwenigsten in )ieser Form. Im weiteren aber, und das erwähnt meines Wissens Bulthaupt, hätte er wohl den geplanten Mord, aber wohl kaum die um Jahre zurückliegenden Verleum­dungen und die anderen Kleinigkeiten gestanden, die ihm jeden Schimmer von Seelengröße nehmen.

Daß Kurt Gühne als Konsul Bernick diesen krassen Umschwung glaubwürdig und doch echt menschlich barzu­stellen vermochte, das ist wohl da- größte Lob, das man seiner durchgeistigen Darstellung die,es traurigen Helden spenden kann. Ohne sich in Kleinigkeiten zu verlieren, banb er die beiden Seelen in der Brust des erfolgreichen Feig­lings zu einer glücklichen Einheit, die ihn als Op s er der Gesellschaft erscheinen ließ, was er ja auch tatsächlich ist Seine Frau wurde von Lore Scholz zwar recht hübsch, aber doch nicht mit der nötigen Gemütsschwere dargestellt, wozu sich ihr lebhaftes Temperament auch wohl nur schwer eignen dürfte. Als Johann wußte tzcerry -L^a u = bal durch eine wahrhaft lebendige, schon abgeklarte Dar­stellung besonders zu fesseln. Mit Feuer und Schneid stattete Elly Gühne die tapfere Loua gebührend, anfangs sogar etwas reichlich aus, und in dem seltsam innigen Austritt mit Martha, die Erna Güldener mit treuer Anmut zu geben wußte, errangen die beiden Frauen eine bedeutsame ^öhe Rudolf Goll schuf als Hilmar wieder eine köst­liche Figur und Karl Volck schwang sich als Hilf-prediger auf eine Stufe der Vollendung, die den Wunsch rege macht, ihn einmal in einer führenden Rotte zu sehen. Ausgezeichnet waren auch Edgar Pauly als Auler und Fränzi Koch als Tina, sowie'Ada Pauly als Frau Rummel, xie kleineren Rollen waren mit Hermann Norden (Rummel, Quife von Glo eben (Olas>, Rolf Gunolt (Wiegelanb-, Franz Wie der hold (Altstedt), Paul Ur b an (Krapp) unb Hermine Gilzinger (Frau Holt) gut besetzt. Die Qcitunq ber ausgezeichneten Vorstellung wurde von Kurt Gübne mit der gewohnten Umsicht und Aufarbeitung geführt. , Karl Neurath.

Die Witwe Karl Gutzkows ist am Donnerstag in Frankfurt a. M. im Alter von achtzig Jahren ge­storben. Berta Gutzkow, eine geborene Meidinger, war die zweite Gattin des Dichters, hie er im Jahre 1849 in Dresden kurz nach seiner politischen Sturm- unb Drang­zeit geheiratet hatte.

Die aufgehaltene Weltgeschichte. Am Montag ben 2. November wird sich vor dem Landgericht I, Berlin, ein interessanter Prozeß äbspielen, dessen Ausgang für die Allgemeinheit recht interessant zu werden verspricht. Professor von Pflugk-Harttung, Berlin, der Heraus­geber der sog. Ullsteiuschen Weltgeschichte, klagt gegen die genannte Venagsftrma auf sofortige Unterbrechung der weiteren Herausgabe des umfangreichen Werkes. Proseßor von Pflugk-Harttung begründet seine K.age damit, daß die Verlagsfirma in allen ihren Ankündigungen den Namen de« Herausgebers unterdrückt und das Werk unter der Be­zeichnungUllsteins Weltgeschichte" in den Handel bringe. Der Vertreter des Professors, Rechtsanwalt Dr. Paul Mup- kat hat von Gerichtsseite eine einstweilige Verfügung er­wirkt, der aber ^on ber Verlagsfirma widersprochen ist. Am Montag wird nun der Gerichtshof darüber zu ent­scheiden haben, ob dem Wunsche des Professor von Pflugk- Harttung entsprochen werden kann, bis zur Entscheidung durch einen Schiedsgerichtshos die weitere Herausgabe des Werkes zu untersagen ober nicht.

Kleine K n n st cb r o n i k. Ter Magistrat von Berlin faulte vom Militärfiskus das 8 Hektar große Auimarschgelände des Tempelhofer Feldes zur Vergrößerung Viktoria- partes für 6,3 Millionen Mark. Ter ver> b Öo'kapell- meister a T. Reiß in Wiesbaden, der früher tu., .e Jahre am Uömgl. Theater in Kassel tätig war, hat letztwilUq eine Stiftung riiglmsten der Witwen und Waisen ehemaliger Mitglieder des Kasseler Thecuerorchesiers errichtet und dieser Stütimg den Namen Luise-Reiß» Stiftung- gegeben. Am Donnerstag ist in C h r i sl i a n i a die vollständige Ausgabe von Ibsens Nachlaß erschienen. Tas Werk umfaßt drei Bände, von denen bisher zwei ^efte ansgeaebeii waren. In B e l m o n t e P i c c e n e wurde ein römisches Grab mit vier zweirädigen Wagen, drei Helmen, acht Lanzen, Lrouzewaren und anderen kostbaren Gegenständen aufgedeckt.

Eine miliiärrevolte in Griechenland.

In Griechenland gärt es in Heer und Marine noch immer, und die Regierung steht allen Unruhen und Hetze­reien schwach und hilflos gegenüber. Im ^fsizier-korps wurde bisher die Unzufriedenheit über Vorrechte und an­gebliche Unqeeignelheit in den höheren Stellungen weiter geschürt. Vielleicht ist es ein G.uck für die Dynastie, daß in Offizierlorps selbst Spaltungen hervorgetreten find, und die eine Gruppe Jnlerefie bar an hat, Aufs laude und Unruhen zu unterdrücken. Die untergeordneten Offiziere vollen anscheinend die Lage benützen, um schneller aufzu- üden, und diese Strömung besonders unter den jüngeren Marineoffizieren, war so stark geworden, daß ber Marine- minister Damianos, wie bie ,-Vosf. Ztg " gestern melbete, sich sclwu zu einem- Kompromiß verstanden haben soll, wo­nach eine Anzahl höherer Marineoffiziere penswniert wurde.

Trotzdem ist inzwischen aus dem erhitzten Militärlager ine Flamme aufgeschlagen, die indessen, wie es den An­schein hat, bald unterdrückt sein wird. Einer jener v^hrer Der unzufriedenen jüngeren Marineoffiziere hat eine Re­po l t e gewagt und einen Handstreich versucht. Es wird Darüber gemeldet:

Athen, 29. Okt. Marineoffizier Th pal dos hat mit 'inem Torpedoboot und ungefähr 300 Mann das Arsenal von 5 al am iS besetzt. Tie Flotte liegt in der Nähe vor Anker. Die 'Regierung ergreift Gcgenmaßregeln. Unter ber Bevölkerung herrscht große Erregung. . .

At he n, 29. Okt. Der Marineoffizier Typaldos mit einigen Unteroffizieren und Matrosen drohte, sich des Zeughauses zu bemächtigen. Die Negierung ordnete feine Verhaftung an unb Die Militärliga erklärte ihn für einen Verräter.

Athen, 29. Okt. Die Militärliga erläßt eine Ver- ösfentlicl/ung, in iueldjer es heißt: Tas Mitglied Sisji, ÄWj tän Tnpaldvs, hat unter Verletzung seines Eides Don m Liga verlangt, bei der Regierung durchzusetzen, daß sie der Kammer einen Gesetzentwurf betreuend die Remigung der MarmL- iTerwaltung vor lege, ohne die Initiative des Marinemmisters ab» .umarten. Kapitän Typaldos hat kategorisch er Hart, daß er selbst zum M a r i n em i n i ft er e r n ann t wer de n wo l le, um die Verbesserung der Marine energischer und nnrtjamer zu treiben, und gedroht, daß, wenn feiner Forderung nicht binnen 24 Stunden entsprochen würde, er mit den ihm zur Bersügung stelzenden Torpedobooten sich mit Gewalt zum Her ruber Lage machen und seinen Willen durchsetzen werde. Xie Militar- liga bezeichnet diese Forderungen Typaldos als Narrheit und ist der Ansicht, daß er außerdem von Personen beeinflußt fein müsse, die mit ben Armeeverhältnissen nicht vertraut sind mck» sich seiner als Werkzeug bedienten und ihn dazu ''ine Drohung auszuführen, typaldos hat durch DrohungM und Verspreckmngen versucht, die Marineofiiziere mit sich sott- zureißen. Angesichts dieses Verhaltens hat die Militarliga ein- mütig beschlossen, Typaldos aus den Listen zu streichen und ihn wegen Hochverrats vor ein Kriegsgericht zu

1t ben , 29. Okt. Zwischen den im Besitz der Ausständigen befindlichen Torpedobooten und einigen auf der Höh-^on Scaramanga ausgestellten Fetbba11erien fand heute nach­mittag ein etwa 20 Minuten dauernder Gefchützkampf statt, wobei das TorpedobootStondoni" getroffen wurde. Auch bie Panzerschiffe gaben aus bie Torpedoboote Feuer. Tas Arsenal : ist in Händen der Regierung, welche darauf rechnet, daß die

Torpedoboote sich ergeben werden. Die Stadt ist ruhig.

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Konstantinopel, 29. Okt. In gut informierten Kreisen verlautet, Rußland habe auf bie Schritte, die

30. Oktober 1909

Vezugspre»»: monatlich 7öPf., viertel»

* A jährlich Mk. 2.20 . durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Vf., durch

1 die Bost Alk. 2. viertel-

HB iährL ausschU Besiellg.

M I- A 3cilenpret6; lofol 15üiw auswärts 20 Pfennig. Chefredakteur: A Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil: August Goetz; für .Feuille­ton' und.Vermischtes* K. 9teurath; für.Stadt u. Land" und »Gerichts-

Fast scheint es, als sollten wir zu der erst eimge Tage zurück liegenden Treibunb-Erinnerungsseier ^uen Stofs zum -Nachdenken erhallen. Was in Raccomgi

i »r sich ging, war, davon dürfen nnr auf das Bestimm- , ste ausgehcn, ein politisches Ereignis, ein Signal, bas j emand überhören durfte. Sollte der Zar bie weite Reife ! i ur darum gewacht haben, um mit seinem neueniFreunbe

iktor Emanuel weiilfin vernehmbar ein neues ^erflrin fr die unerschöpfliche Friebenssparkasse werfen. Amt- ijche Noten wollten uns bas glauben machen. Demnach ärc also vor Racconigi die Friebensburgschaft minber g üestiat gewesen. Man kann bas, wie wir schon au§geführt i wen/ bestreiten. Das Friedensbedürfnis gruppiert sich um den Balkan; russisck)es Mißvergnügen und rms'ische ünsche suchten nach einer Kundgebung, über die vielleicht I b. r alle Reisepoliliker über dem Kanal besriedigt schmun- ilt. Soll infolge der neuen russisch-ilalieuifchen Freunb- i !aftsgesühlc der Lauf der politischen Dmge auf bem Balkan ,'iuie mibere Wendung bekommen? Sollte die leise Drohung ich Wieii in fjueiter Linie auch nach Berlin Wirkung i id Folge haben ? Eben erst haben Berlin und Wien vor uler Welt gelobt, den alten Bund mit Nachdruck auch m ber ! .ttunft zu erhalten. Aber J.alien. hat jetzt vor.dem Altar

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Trr Siehener Bnjdqet «e'djeint täglich, außer ! Sonntags. - Beilagen: er mal wöchentlich . j-ithentr^amillenblälter;

»eunal wöchentl.llrefr- i t attfürdenllreirSiesjcn j s^lenstagundFreilags-, zweimal monatl. £anb-- lürtschaftlicheAeitsragen irtnifpred) - Anschlüsse:

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hM vormittags 9 Uhr. -

Dreibundes zu ängstlich und weinerlich sein Jawort .»geben, uno föerr v. Bethmcmn-Hollweg erhalt, bevor er ich in Rom seine Austvartung macht, vor der Dreibund- hinx deutliche Auskunft. Die Politik Italiens ist nsicher und schwankend.