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Zweites Blatt
Nr. 25
L 39. Jahrgang
Erfchetnl tügllch mit Ausnahme des Sonntags.
a.
Handel
des
95.60 i hJektriz. Lahmeyer
-*>%
111.25
17.10
145 30
120.00
Januar. Anfangskarse.
Harpener Bergwerk, . Laurabütte . . . Lombarden E. B. . Xordd. Lloyd . . .
l'tirkeiilose . • • • .
190.50
198.90
17.10
92 40
146.20
57.15
58.50
97 60
93.15
93.00
146.00
86.45
95.60
86.40
94.75
93.60
98 30
9815
93.35
118.25
119.20
187 40
186.00
112.90
Laurabütte ...... .Xordd. Lloyd . . . .
UbeiBcblea. Eisen-Industrie Berliner dandelsgea. . . Darmstädter Bank . . . Deutsche Bank . . . . Deutsch-Asiat Bank . . Diskonto-Kümmandit. . . Dresdner Bank . . . . Kredituktien . . . . . Baltimore- und Ohio-
Liseulahn.....
Gotthard bahn.....
Lomuard. Eisenbahn . . Uesterr. Staatsmann . . . I'nnce-Henn-Eisenbahn .
3^e/(
Elektriz. Schlickert . < . Escbweiler Bergwerk . . Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg-Amerik. Paket!
Bör*c, 29
. . 172.70
. . 130.70
. . 24-1.40
. . 59.85
. . 15040
87.' 0
63.30
98.70
Bochum Guss . . .
Buderus E. VV. . .
Tendenz: fest.
hcrkiiier
Canada E. B. . . . F»aruistiidter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . .
Tendenz fest.
. 220 00
. 110.80
Redaktion, (Srpebihon und Druckerei: Schul» strotze 7. Expedition und Verlag: 5L
Redaktion:«^ 112. TeL-Adr.:AnzeigerGießen»
200.00 92.60 96.00
171.75 131L5 344.90 134 50
186.20 150.75
199.00
Die ..Siehener SamillenMätttr* werden dem ^Sln^ctqcr' viermal wöchentlich beigelegt, daS „Krdsblatl für drv Kreis Giehen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen dell* fragen*' erscheinen monatllch zweunaL
pavlamctifarifcbes«
Die Wahlprüfu ngskom Mission des Reichstags «klärte die Wahlen der Wbgg. tzaas (nL, Bensheim-Erbach) rmd Legien (Soz., Kiel-3ieuüsburg) für gültig. Die Wahl i-c5 Abg. Rieseberg (wirtsch. Vgg., Wanzleben) wurde bean- fandet und Beweiserhebungen beschlosicn. Die Prüfung der des Abg. 51 leye (nl., Wolfenbüttel-§)elmstedt) wurde noch reicht zu Ende geführt.
Tie Stenerkommission des Reichstages hat die etfle Lesung der Erdrechtsreform gestern erledigt. § 9 nmrde ebenso wie die hierzu gestellten Anträge abgeiehnt. Die Äeracung der Nachlaßsteuer wird am 4. Februar beginnen.
Der fast 82 Jayre alte Veteran der badischen Demokratie, der sürhcre Lcmdtagsabgeordn^e Obcringenicuc Delisle ist gestern am Herzschlag in Aurlock ve">chieden.
Dre EeschäflSordnungstommission des Reichstages sprach sich gestern für die Zulassung von Anträgen bei Iwerpellationen aus.
Berlin, 29. ^an. Die Budget kommission des fvreustischen Abgeordnetenhauses hat im Einverständnis mit dem Finanzminister beschloßen, die Regelung des Wohnungsgeldzujchufses vorzunclMeu, ohne die Ent- silheidung im Reiche abzuwarten. _______________
Bcrusowcchscl. Die dauernde Veränderung der wirtschasrllchen Berhältiniie hat eine laufende Verschienung des Personenuandes der einzelnen Berufe zur Folge. Wer in feiner Position tem bc- kriedigendes AuLtommen findet, sei eS anS atlgemem-mirtschafttlchen sei es aus individuellen c-iründen, sucht einen anderen Erwerb. Ganz naiurgeinäg ist der Zug zu neuen Berufen. Hierzu gebärt der Versicheruiigs-Austendienn, den es in Deutschland eru feit einigen Iabrzelnuen gibt. Er bat sich allgemach auch hier, wie schon langst in England und Amerika, die ihm zutommende Schätzung erworben und es wenden sich ihm immer mehr allererste Strafte aus alten möglichen Berufen zu, weil sie die MogUchl'eit sehen, obiie allzulange Vorbereitung und ohne ftavitctt in voller Wahrung ihrer Leivimnoig- keu eine befriedigende und auch für sie lohnende Tätigten zu fniden. Es liegt aus der Hand, daß die Gefellschatten ein größeres Interesse daran haocn, tüchuge Mitarbeiter zu gewinnen, die ihnen laurend Anträge zuiühren, als die Beziehungen des cimelncn Aiim Abschluß ennger weniger Versicherungen benutzen zu lagen. Das Ziel des Bewerbers, die Ain.ellung, ist mid) das Ziel der Gesellschaft und ihrer Organe. Der Versicherungs-Außendienst erfordert aber, darüber sei sich jeoer Llar!, chirrarterief.e, intelligente 'Manner von xaiilojem Flein und nie erlagmender Willenskraft. Wer m ihn em- treten will, wählt am besten eine anerrannl leistultgssähige Gefell- iajQii, die möglichst viel Branchen führt, wie die Lebens-/ Volts-/ Umall-, Hastpslicht-, Feuer- und ^urbruchsdiebstaol-Verncherung. Die grüßten Ehanccu bietet z. Z. die Vinona, die Größte Ver» sichermigs-Gesellschall unseres sromineuLS.
Reichsanleihe do.
Konsola . < do. .
Hessen . .
Oberhessen
TeSeScmsc^© U.riiik°LQL°t°>L-nrs
Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank lilr und Industrie. Giessen.
Frankfurter Hörse, 20. Januar, 1.15 Uhr.
Zum Brer-BoyLott.
Tübingen. Die Volloeriainnilung der Tübinger Studentenschaft hat nach eingehender Prüfung dec PttfneL Verhältnisse und der nationalen Stellung des Bürgerlichen Brauhauses in Pilsen den Boykott gegen Pilsner Urquell aufgehoben. 1)8 *<
dem Verein auch für die Folge ein weiteres Dachsen und gedeihliches Wirken Voraussagen zu können und fordert die Mitglieder zu reger Mitarbeit auf. Die Rechnungslage durch den Rechner Leo, der sich hierbei auch aus allgemeine Fragen der Vereinstätigkeit verbreitete, wurde gut geheißen. Die finanziellen Verhältnisse des Vereins haben sich Dank der erhöhten Mitgliederzahl gebessert. Eine Statutenänderung fand ebenfalls die Zustimmung der Verfammlung. Es wurde beschlossen, daß alljährlich ein Drittel des Vorstandes ausscheidet und daß die Wahl auf 3 Jalirc erfolgt. Wegen persönlicher Verhinderung hatten die Vorstandsmitglieder Dr. Kübel und ft ühn gebeten, sie aus dem Vorstand zu entlassen. Der Vorsitzende sprach unter Zustimmung der Versammlung beiden den Tank für die Mitarbeit aus. Durch das Los schieden dann aus Rechtsanwalt Raab >ind Architekt Hamann. Beide wurden biird> Zuruf wiedergewählt, und für die beiden anderen wurden gewählt: Fabrikant Forst und Weißbindermeister L a u n s p a ch. Es folgte ein Referat des Rechtsanwalts Raab über Mietvertrag und Hausordnung, in dem er an der Hand der vom Verein herausgegebenen Formulare diese Bestimmungen als durchaus loyale nachwies. Er teilte noch Fälle aus der Praxis des Mietrechts mit, und es entwickelte sich daraus eine lebhafte Diskussion über eine Reihe von interessanten Fragen aus dem an Lions litten bisweilen reick>en Verhältnis zwischen Mieier und Vermieter. Gegen Mitternacht chloß Fabrikant Inderlhal mit dem Wunsch, daß man den Bestrebungen des Vereins, der nur gerechte Interessen vertreten wolle, allsxits gesteigertes Interesse entgegenbrmgen möge, die Versammlung.
|| Gro ßen-Buseck, 29. Ian. Heute Morgen fanden Vorübergehende an der Straße zwilchen Rödgen und Großen- Bnjeck, etwa 500 Meter von unserem Crt, einen jungen, sehr gut gekleideten Wl a n n , welcher sich aller Wahrfcheuttichlnl nach erschossen hol, Lot am Wege liegen. Ne^en bei Vcidjc lag cm sichslünsiger Revolver, in dem noch 5 Pa- ironen waren. Der Mann, soll gestern abend gegen
8 Uhr sich auS der Wirtschaft Baller, in der er sich nicht auffällig benommen holte, entfernt Hoden, um nach Gießen zu gehen. Er steht im Alter von 26 bis 28 Jahren, trägt einen braunen Anzug und Ueberzieher und braungelben steifen Hut. Die gerichtliche Feststellung ergab, daß der Tote bei Mehrer Erle von Hamchen und aut? Friedberg UL Was den Unseligen zu der BerzweisiungStat getrieben hat, weiß man nicht.
Au» Stadt U8$0
(Sieben, 30. Januar 1909.
** Die Beerdigung des Kommerzienrat F. C. A. Ko ch. Gestern nadynittng hatte sich eine sehr zahlreickZe Trouer- trtrfanrnthmg aus dem allen Friedfase eingefunden, um dem ml>gcfdnä>enen Präsidenten her Handelskammer, Kommerzienrat
ch, die letzte Ehre zu erweisen. Die alte Kapelle erwies sich teil xAä tu [lein, um die Leidtragenden sämtlich aufnehmen zu ! )tmen. Die Universität, bad Regiment ixe StadtorrordnetLn- tzersimrmlun^ bve Loge Ludnsig zur Treue, der L>anbeisstnrid, iemyte Mch.reiche Bürger aus allen Schttden roarcn bei der Trauer- f. der vertreten, die Mitglieder und Beamten der Handelskammer teuren sämtlich erschienen. Pfarrer D. Schlosser hielt die Tanier-rede, n»rin er darauf hurwies, was der Verstorbene seiner riarniltr, dem Lmndeissllrnd and feinen Freunden gewesen sei, teie diese ihn vermisjen werden, den allezeit hilfsbereiten und wohlmeinenden Berater und Felser, den Mann mit dem kind-- s,d>en verzen und dem treuen Gesicht, der allezeit freundlich war. Ellern förmlichen Wesen war er abhold und seine Frömmigkeit fait er nicht öffentlich zur Schau getragen und doch Hal er seinen Gott verehrt. Er liebte sein Vaterland und suchte nach seinen Kräften die Verhältnisse zu bessern. Er hat mit allen seinen Gaben ftctd für daS öffentliche Wohl gewirkt und was er geschaffen, das fcirb fortleben und nicht vergessen werden. Hierauf begleiteten die Leidtragenden den Verstorbenen auf seinem letzten Wege zur Gruft. Am offenen Grabe nahm der 2. Vorsitzende der Handels- Bummer, Kommerzienrat Heichelheim, namens der Mitglieder ob der Beamten das Wort, um in einem tief empfundenen Nach- ruf die Verdienste des Verewigten um Lxrndel und Industrie zu feiern. Der Heimgang des seltenen Mannes, der 30 Fahre in der Lxrndelskammer und als Mitglied des Eis-nbahnrats gewirkt fad; wird eine schwer zu ersetzende Lücke zurür'chsscn. Sein An- d-mken wird bei den Mitgliedern und Beamten der Handelskammer U-irvergeßlich bleiben und in Ehren gehalten werden. Als letztes Zeichen der Liebe und Verehrung legte der Sprecher ein prächtiges Lranzgewinde am Grabe . nieder. Kommerzienrat S ch m a hl- sllainz sprach als Vertreter des §>essisck)es Äandelskammertagcs, en gedachte der eifrigen Mitarbeit des Verstorbenen, des Pflicht- b-cwußtseius mit, er pcks Vertreter des Handelsstandes sich den Beratungen gewidmet hatte und legte einen ftttanz nieder. Kaus- vrann Tribus als Meister vom Stuhl der Loge Ludwig zur 2reue, gedachte mit liebenden Worten des Heimgegangenen Srubcr^ mb Freundes, indem er ein Blumengewinde am Grabe nieder- l«Lte. Namens der Gwßloge zur Freundsck/aft widmete Professor Stauding er--Darmstadt dem uerftorbenen S ruber tief empfundene Worte des Dankes, für dessen allezeit betätigtes Streben, b-ie humanen Prinzipien der Loge in die Tat umzusetzen, er kannte leinen Unterschied der Religion und adftete im Menschen den Genf eben. Außer einer Kranzst^nde warf der Redner dem Verstorbenen drei Rosen in das Grab als Symbol der Liebe, der Eceue und der Unschuld. Es legten noch Kränze nieder Vertreter bcr Vereinigung der Logenangehörigen in Nidda, der Wetzlarer Loge und der Loge zu Aiarburg, Lerr Kreiling im Namen des brsonals der Firma Koch u. Eichenauer, Justizrat Metz als SJertreter der Freisinnigen Volkspartei für den L Sberh. Reichs- tegswahlkreis, der Vorsitzende des Kaufmäunisckien Vereins Fabri- fant Emil Horst für diesen und die kaufmännische F-achschule. hieraus nahm Professor Fr a nk-Tübingen namens der Familie b<s Wort. ' Er rühmte die Herzeusgüte des verstorbenen Onkels, der sich Goetbe Wort zur Richtschnur genommen hat „Edel fei bw Mensch, hilfreich und gut". Atancher der Verwandten haoe dem Ineben Toten viel zu danken und dessen Andenken werde von du Kindes lindern noch hochgehalten werden. Lai set uns, so schloß Pwfesior Frank seinen 'Nachrus, nicht traurig von diefem Lrabe scheiden, sondern jeder von uns gehe sieudig wieder anjeme LesäKstigung und tue feine Pflicht, dann werden wir im einnc Mferes unvergeßlickien Onkels handeln. Wehmütig oerliegen die Qidtcagenden die Stätte, an der man, was fttrvlich war, von einem feltenen Mensckien zur Erde gebettet hatte.
Gießen, 28. Jan. (Schluß.)
Harpeuer Bergwerk. . . 190.50
♦♦ Der Verein der .Hausbesitzer hielt am Don- terstag abend im Hotel SMtz seine ordentttche GencraD verfammlung ab, die leider-, — wohl miolge anderer Vrran- ftiüungen — nicht so zahlreich besucht war, wie es zu wunichen gewesen wäre. Nach der Begrüßungsanfprack-e des 1. Vorfitzendcn, Want Ändert Hal, erstattete der. Schriftführer, ^ausmaün Kinael den Jahresbericht. 5dreraus tjt zu erwähnen, datz Irü Mitgliederzahl im Lauf des Jahres 1908 von 258 auf 4 20 gchtieaen ist. Es wurden 8 Vorftandsittzungen zahlreiche Kom- teissiousberatungen und Besprechungen abgehalten. Der Verein unterstützte die Anregung, einen he,,nchen Unt e rver ba n d der ^nisbeiinervereine zu gründen, loa» vielleicht sich nächstens her- Lich^n wird ' °r ichäb ,ich d-m .,Zentralv°rb°nt> ta.JüMMa z>Lus- und Grundvesitzeroereiue ^emfchlands an. Ter W o h - u un as nachweis erfreute sich starker Jnanipruchuahme. Auch wurde ein Spczialnachweis für Student en w o hnun g e n ins fiien gerufen. Der Bericht berührt auch für die Gießener Ler- IiLttnisse einfchneidenden beiden Statute über K a n a lgebuhren urb Wertzuwachs ft euer, sowie die L e r g u n 1t \ g u n g e n x, r Mitglieder beim Abonnement auf StanalreuLgung und beraL Der Verein batte zur Frage der T r o 11 o i r r e i n i g u n g eue Eingabe an die StaDt gerichtet, die es aber ablehnte, die 9t:imqung von Schnee und Eis zu übernehmen, da es an tzerfonal biirjür mangele, auch eine erhöhte Dajchfttcht eintreten könne. Fumerhin ift der Erfolg zu verzeiafnen, daß zugesupert worden HL in ber Handhabung oet be r. Polizeioerordnung mehr fchvnenb und luichsichtig zu verfahren, als bisher. Der Jahresbericht glaubt.
Voranschlag des Volizeiamtts für 1909.
Der Voranschlag des Polizeiamtes, für 1909 enthält u. den Antrag, ein zweites Polizeirevier zu schaffen und eine 3. Wachtmeisterstelle, sowie 4 neue Schutzmanusstellen vorzuselfen. Begründet wird diese Forderung mit der zu geringen Zahl Der Schutzleute, die insotgedessen täglich 12—13 Stunden xicnlt hatten, so daß sich gerade jüngere brauchbare Kräfte vielfach fortmelden. Während man in den übrigen Städten auf 1000 Einwohner und in Mainz sogar schon auf 700 Einwohner einen Schutzmann habe, komme hier erst auf 1200 Einwohner einer. Der v.manz- ausschuß schlägt vor, die Frage der Errichtung eines 2. Polizeireviers bis zum Sommer zu vertagen, damit man 3ett zur genauen Prüfung habe. Statt der geforderten 4 neuen Schutzmannsstellen sollen zwei bewilligt werden, mit welck>er Zahl man dem Bedürfnis genüge. Gegenwärtig habe man 27 Schutzmänner und 6 8)Äfsichutzmänner, so daß mit einer Vermehrung um zwei Leute dem Bedürfnis ausreichend Reckmung getragen ,er. .
Stadw. Krumm hält die Forderung ebenfalls für zu weitgehend. Wenn die Schutzmaiinsckmfl wirklich überlastet fei, ,o liege es an den von ihnen auszuführenden Arbeiten, die eignit- lich nichts mit ihrer Bestimmung zu tun habe, wie das Erheben der Beiträge zur Klinikskafje, das Austragen der Fragebogen zum Adreßbuch usw. (Die Beschaffung des Adreßbuchmaterials erfolgt auch in vielen anderen Städten durch die Schutzleute und ift durck^ aus gerechtfertigt. Die Allgemeinheit und auch die Behordeu haben großes Interesse an der Richtig kett der Angaben des Adreßbuchs und die Erfahrung hat gelehrt, daß das durch die Polizei besckmffte Material bedeutend zuverlässiger^ ist als ine Erhebungen durch andere Leute. Red.). „
Stadw. Grünewald fuhrt aus, bereits in früheren Verhandlungen, unter Leitung des Herrn Gnaulh, habe man die ttn- zuträglichkeit der Gießener Polizei in dem Umstande erblickt, daß nid)t ein geschulter, berufsmäßig vorgebildeter Polizeimann die Polizei leite, sondern daß die Stelle einen Durchgangsposten hübe für junge, des Lebens und der Gießener Verhaltniste unkundige Regierungsassesforen, die, seien sie persönlich noch so tüchtig, unmöglich das Polizeiwefen der Stadl Gießen grundsätzlich gestalten und sich einen Stamm an tu einigen Exekittwbeautten beraubilden können. Man möge das Munitermm, das einen ablehnenden Standpunkt entnehme, immer wieder auf diesen Mißstand Hinweisen, an dem unser Polizeiwefen krankt, und davon absehen, auf den bloßen Wunsch des gegenwärtigen Polizeiamtmaniis ohne eigene Erkenntnis, daß ein Bedürfnis vorliegt, bad Lchutz- mannspersonal erhöhen. Man solle die Schutzleute von der Zettel- tragerei entlaften und man möge auch beachten, daß iur, die Sicherheit doch die Wach-" und Schließgesellschajt als weient- licher Faktor in Betracht komme. Er werde dem Anträge der Finanzdepiitation nicht zustimmen. .
Die weitere Beratung wird in die nichtöffentliche Sitzung
13-0 öesterr Goldreute. 4*/6 % Uesterr. äilberrcute 4?0 Ungar Goldreute . . V'o Italien. Reute . . .
Portugiesen Serie I 3% Portugiesen „ III lzä°/a russ.Staatsanl. 1905 4>iu/6 japau. Staatsanleihe 1 % Conv. Türken von 1UU3 riirken.ose......
156 Griech. Monopol-Aul. , 4% äussere Argentinier . u°/0 Mexikaner . . . i>i°/e Chinesen , . . .
Aktien:
Die Veschauzeit für frisch eingeführtes Fleisch war seither von 7—12 Uhr und von 2—4 Uhr. Auf Anregung bcs Vietzgermcisters Schreiner wird die Beschauzeit verlängert und zwar auf die Zeit von 7 Uhr morgen» bis 5 Uhr nachmittags im Sommer und von 8 Uhr bis 5 Uhr im Winter.
Verschiedenes.
Gg. Wallenfels will den von der Stadt in Gemeistschask mit 3 oniiereii Interessenten erbauten S t i ch k anal zwischen Kirchstraße und Burggraben mitbenutzen. Die drei anderen Interessenten sind damit einverstanden und auch die Stadtverorbneienversamm- lung hat nichts bagegn einzuwenden. Herr Wallenfels hat die ft oft en seines Anschtufies zu tragen und außerdem zu den Baukosten 100 Mark beizufteuern, die an die vier Erbauer nach Maßgabe ihrer Baukostettanteile verteilt werden.
Fabrikant Throm hat am Wetzlarer Weg von der Stadt ein Stück Gelände angekauft, worüber setzt Kaufvertrag vorliegt. Die Versammlung genehmigt den Vertrag.
Architekt Huhn besitzt an der Dardt Steinbrüche und benutzt die davor liegende Wüstung von etwa 1600 Quadratmetern als Zufahrt. Er machte schon früher Eigentumsansprüche geltend, die Sache wurde aber nicht, ausgetragen. Nunmehr erbietet sich Herr Huhn, für das Gelände 100 Mark zu bezahlen, womit die Versammlung einverstanden ist.
Gg. Simon will im Neustädter Feld einige neben seinen, bortigTi Aeckern lieg.nde Gräben pachten. Man stimmt dem zu, yerr Simon soll 2 Mark Pacht jährlich bezahlen.
Die V e r t r e t u n g des erkrankten Forstwarts Geisel wurde 52 Tage lsindurch von dem ftaatlidjen Förster Bruck besorgt, dem eine Vergütung von 1,50 Mark für den Tag bewilligt wird.
Die Lieferung von 100 Kilogramm Kainit und 100 Kilogramm Thomasmehl zur Düngung der städtischen Wiesen soll ueifaL'big durch die Firma Gedr. Rosenbaum erfolgen.
Stadw. WallenfclS regt die Benutzung dos Dunges anS der L'.örungsanlage au, was BeigQirdneler Keller in Anbetracht der hohen Fuhclöhne nicht für vorletthaft hälL Stadw. M t u m m bittet, falls dieser Dung verwendet werden solle, im Interesse der Spaziergänger dies nur entfernt von den Wegen zu tun. Dec Vorsitzende will im Derbst weitere Proben mit dem dort gewonnenen Kompost vornehmen zu lassen. Stadtv. Eichenauer meint, man solle den Unrat nicht auf diese Art wieder in die Stadt bringen.
Mit der vom Kreisamt erbetenen Einrichtung des früheren Filialarbeitshauses als V e r p f l e g u n g s st a t i o n ist man einverstanden. Das Kreisamt trägt die geringen entstehenden Kosten und die Einräumung kann jederzett rückgängig gemacht werden.
Das VerzeichnisderdenMilitäranwärternvor- behaltenen Stellen ift neu ausgestellt worden und wird, da es den gesetzlichen Bestimmungen entspricht, kurzerhand geil dymigt
Der bereits früher beschlossene Beitritt zur Medizinal- kasse für staatliche und kommunale Unterbeamte erfordert für jeden im Dienst der Stadt befindlichen Beitretenden 10 Mark, womit die Versammlung einverstanden ist.
Riederzuschlagen, weil uneinbringlich, sind aus bent Jahr 1907 in der Rechnung der Stadtkasse 16 414,31 Mark (banntet 13 890 Marl ftommunalsteuern) und aus der Kasse des Stadterweiterungsfonds 136,97 Mark. Die Versammlung beschließt dementsprechend. ________
verwiesen.
Schlachthausangklegenlwiten.
Der F l e i s ch b a n k v e r k ä u f e r bezog seither für das Mus- Hauen und Verkaufen eines Stückes Kleinvieh 4 und eines Stuckes Großvieh 8 SÜt. Es hat sich nunmehr kürzlich herausgeftell: daß bei einem Stück nach dem Sius bauen sich heraussiellte, daß es nicht genießbar war und nicht verkauft werden konnte Es wurde beschlossen, lin solchen füllen ui Zukunft die halben Gebühren-
DerbPächter der Kreisabdeckerei hat die Verpflichtung, die nicht genießbaren Tiere, Eiugeweideteile usw. abzulwttn, wosür er seither stückweise bezahlt wurde. Um die hierdurch entstehende umständliche Bereclpiung, zu vermeiden, wurde nut ihm ein Vertrug abg.fa;Lf en, daß er führ ich ein. Tamchsumm. vo.i 300 M. erlx.lt. Er hat un Sommer oierniai, Im Wuuer oreiu.al jede Woche die Tiere usw. abzuholen. Die Versammlung ift mit dem Vertrag einverstanden. _ . , , n
Für die im Schlachthaus sich ergebenden S chw e ine borst en bezahlte der einzige dafür vorhandene Abnehmer seither 1 M. für 100 Kg. Er suchte um Ermäßigung des Preise^ nach und man beschließt, den Preis auf 50 Psg. herabzufetzen.
fs-ür ein Stück Großvieh wurden fetther <0 und jur ein Stud Kleinvieh 45 Pfg. F l e i s ch b e s ch a u g e b ü h r e n bezahlt. Außer den Beschaugebühren wurde hieraus der Lohn des iylei|cyau»bauer3 unb 1600 Ri Suiiete gedeckt, was nach dem Gesetz nicht £ula|)ig ift Uni) vow Ministerium beanstandet wurde. Plan setzt ^deshalb die BesckMugebühr um 20 Pfg. herab und erhöht die Lckstacht- gebühr um diesen Betrag. Für Spanferkel wird die Trichinenschau neu eingeführt und die Gebühr dafür auf 20 Psg. feftge etzt.
Samstag 30. Januar 1909’
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