Freitag 29. Oktober 1909
Drittes Blatt
159. Jahrgang
Nr. »54
Erscheint täglich mH Ausnahme des Sonntags.
Die „»tefiener LamlUenblätter" werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Die ..Landwirtschaftlichen Seit, fragen“ erscheinen monatlich zweimal.
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UniversitätS - Buch- und Steindruckerei.
R. Lange, Gießen.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul* straße 7. Expedinon und Verlag: Redaktion:«^ 112. Tel.-Adr.: AnzeigerGießen.
Giehener Anzeiger
General-Anzeiger für Cberheffen
Der Zchutzstrelfen bei der Irrenanstalt.
Landwirtschaft
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möglich.
nsteirt» "tntprpi'ii'. mit dem die Konferenz den Verl
geteilte Interesse, mit dem die Konferenz beit Verhandlungen gefolgt und daran Teil genommen, den amtlichen Teil der Konferenz.
Ein gemeinsames Mittagsmahl im oberen Saal des Deutschen Laufes folgte. Die Trinkfprüche des KreiLrates L öl ringer auf den Großherzog, des Kreisschulinspektors Eck auf die Lehrerschaft, worunter er nochmals bie Treue des aus dem Dienftc aeschiedenen Lehrers Wahl feierte, des Lehrers Strack aus b;c Leiter der Kreisschulbehörde, des Hauptlehrers Rudolf am die alten Lehrer würzten neben Quartetlgesängen und Musil- vorträgen die so anregend und erhebend verlausene Kreiskonserenz.
fehlen die
Univerjitäts-Nachrtchten.
hc. Darmstadt. Ter Oberförster Dr. Alwin © dienet ui Biltmore wurde als Privatdozent für Forstwissenschaft an der Technischen Hochschule zu Tarmstadt zugelassen.
Märkte.
fc Wiesbaden, 28. Okt. Heu- und Stroh markt. Angefahren waren 16 Wagen mit Heu und Stroh. Man notierte: Heu, neues, 10.00—11.40 Alk., Stroh (Rlchtsiroh), treues, 6.20 bis 7.00 Mt. Alles für 100 Kilo.
Kircbc unb Schiike.
8 Alsfeld, 28. Olt. Die Kveislehre^' ?> enz fand gestern ipiefl im Saale des Deutschen Hauses ftail. D . Vorsitzende, Kreis- rd Holz ingeir, stellte zunächst den Kreisamtumnn Emmerling her. Im Auftrage des Ministeriums überreichte sodann Kreisrat
von Arnshain die ihm non dem Grotzherzvg verliehene Krone | zum Verdienstkreuz Philipp des Großmütigen unter Worten der Anerkenmmg der treuen Dienste, die der Scheidende in seinem Berufe vvllführt. Voll inniger Rührung dankte der Geehrte für die Auszeichnung und gelobte Behörde, Lehrer und Schule auch an seinem Lebensabend die Treue zu falten, mit der er 45 Jahre lang seine Berusspslichten erfüllt. Kreisschulinspektor Eck gab hiernach statistische Mitteilungen über das Schulwesen im Kreise; hierin bestehen z. Zt. 75 Volksschulen. Hiervon sind 48 einkl, 22 zweill., 2 drei kl., 2 einkl. und 1 neunklassig. In den 115 Schulklasseir werden unterrichtet (>191 Schüler gegen 6203 im Borjahre. Auf eine Lehrkraft entfallen durchschnittlich 53,8 Schüler gegen 54,4 int Vorjahre. Unter der Schülerzahl befinden sich 3081 Knaben und 3110 Mädchen. Der Religion nach sind es
Sie Stätte her Lust wirb int Stätte bet Liisl, wenn das Husten, Räuspern, Nießc» und Stöhnen im .sion- zertsaal und im Theater gar kein Ende nehmeli will. Wer erkältet ist, der sollte darum immer Fays ächte Sodener Aiineral-Pastillen mitnehmen und gebrauchen statt der Bonbons, die meist nur den Hals reizen. Fays achte Sodener H heben jeden Reiz schnell auf, tun den Schleim nuten wohl, TT wirken auch vorzüglich aus die Magenneroen, lösen und XX lassen keinen Katarrh auskommen, stays ächte Sodener imb XX für Konzert- und Theaterbesucher unentbehrlich. Man tauft sie für 85 Pfg. die Schachtel in allen Apotheken, Drogerien ♦ ♦ und MineralwafserhandUmgen. ss22/«
5760 cöangcl., 329 kathol. und 112 israel. Die Zahl der Fortbildungsschüler betrug im vorigen Winter 935 gegen 929 in der vorausgegangenen Unterrichtsperiode. Davon waren 880 evang., 48 fatfal. unb 7 israel. An den Schulen des Kreises wirken. 115 Lehrkräfte, nämlich 107 evangelische, 6 katholische und 2 israelitische; hiervon sind 80 definitiv, 35 sind als Schulverwalter tätig. Die Kreisverwaltung ist beständig bestrebt, überall da Sd)uffa.u$neubauten mit geräumigen Schulsälen und zweckentsprechenden Lehrerwvhnrmgen ins Leben zu rufen, wo seither die Schulhäuser ungenügend waren und nicht falt hygienischen und sckpultechuisckien Anforderungen entsprechen. Ihr ständiges Interesse widmet die Schuloenvaltung der Beseitigung überfüllter Schulklassen, um sowohl die Erzielung eines größeren Unterrichtsersvlges und eine individuellere Behandlung der Kinder zu ermöglichen, als auch einer etwaigen Ucberanftrengung der Lehrkräfte vvrzu- bcugen. Weiter gab der Kreisschulinspektor verschiedene, Lehrer uiti) Schule bet ressende Mitteilungen, unter denen er besonders für die Fortbildungsschnle die Pflege fas Obstbaues empfahl. .Kreisrat Hölzingcr-schwß fidi.biefer Empfehlung an, in dem er betonte, daß die Lehrerscfast das Interesse für den Obstbau wecken und ausbilfan möge. Hierauf referierte Lehrer Strack aus Ruppertenrod über ein von ihm zufammengest-elltes Gefchäfts dlufsatzbuch für bie Fvrtbi lbungsschulen fas Kreises. Das Heft kommt neben einem Briefhest desselben' Verfassers für die Volksschulen im .Kreise zur Einführung. Nach dem Rechenschastsbericht des Haupt lehrers Rudolf zu Alsfeld über die Kreislehrerbibliothek, wurde zur Abhandlung des Hauptgegenstanfas der Tagesordnung geschritten, „der t ä n d l i ch e n I u g e n d P f l e g e".
Dieses zeitgemäße Thema war in vier Unterabteilungen an vier Referenten verteilt. Aber die zwei ersten Vorträge und die daran anknüpfenfan Unterredungen weckten ein solcfas Interesse, eine so lebhafte Beteiligung, daß sie vollauf die zur Verfügung stehende Zeit in Anspruch nahmen. Aus Anregung fas Herrn Kreisschulinspektors Eck werden die zwei zurückgestellten Themen aus einer Kreiskonferenz im Frühjahre behandelt. Im ersten Vortrag referierte Lehrer Deggau zu Ober-Breifanbach über „Die ländliche Jugendpflege als Notwendigkeit und Pflicht", im zweiten Lehrer Etling zu Stornfars über „Die Heimat im Geschichts - und Geographie- unter richt"'. Gespannt folgte die Versammlung den interessanten Ausführungen beider Referenten. Dem tiefdurchdachten Referat des ersteren, wie auch dem mit humoristischen Exkursen getoÜLfitcri des letzteren wurde wolllfarbienter Beifall zuteil. Kreisamtmann Emmerling knüpfte an den ersten Vortrag sehr interessante Mitteilungen über die unheilvollen Folgen des Alkohol mitzbrauchs. Am Schluß der Vorträge faßte Kreisschulimpektor I Eck nochmals bie Ergebnisse derselben kurz zusammen und betonte
”Qur Frage derLaiengeburtshelfer für Haus- ti ere schreibt man uns aus Grünberg: In Nummer 252 des „Gießener Anzeiger" findet sich eine Notiz aus Queckborn, betr. die r'lnsblldung eines Mannes zum Geburlshelier bei den Haus- Heren, da „oft Veterinärärzte nur schwer zu haben sind". DaS dürfte beim doch nicht stimmen I In Grimberg sind zwei Veterinär- ärzte anfäfsig, Kreisvelerinärarzt Neuhöffer und Dr. Sicht. Da außerdem Queckborn nur ca. 4 km von (Srünbevg entfernt ist, kann von „schwer zu haben" feine Rede sein. Der Eiwender der Notiz fügt als weitere Begründung der beabsichtigten ^liK-bhimng eines Geburtshelfers hinzu, ein „Laie" mache mehr schlecht als gut. Glaubt der Einsender, ein aufaebilbetev Geburtshelfer sei fein Laie? E r ist und bleibt stets Laie, beim ihm .. unbebmgt nötigen Vorkenntnisse, bie sich jeder Studierende der Veterinärmebizin zuerst während eines fechs- semestrigen Studiums aneigne» muß, bevor er theoretisch unb praktisch in der Geburtshül'e unterroiefen wird. Sehr interessant wäre es ouüerbem, zu erfahren, wie sich der Einsender bie Ausbildung zum Laien-Geburtshelfer bei Haustieren denkt. Ein theore- tifcher Unterricht läßt sich zwar leicht unb mit geringen Mitteln erteilen, aber bie unbebmgt nötige praktische Ausbilbung ist — wie bereits östers von berufener Seite erklärt wurde — nicht
Man schreibt uns: . . „
2a Herr Bauinspektor Sckfön in serner Erklärung vom Lt d. M. lNr. 251 des Gießener Anzeigers) meinen dcamen genannt hat, sehe ich mich zu meinem Bedauern genötigt, rHricfcr leidigen Angelegenheit auch! noch das Wort zu ergreifen. Mein Anteil an der -Sache war folgender
In der Stadtverordneten-Sitzung vom Nov. 1907 wurde das Schreiben Großh. Hochbauamts vom 4. Oktober t erriefen, worin Auslichtung des ^utzstrnfens gefordert «i- worden war. Ich machte Bedenken dagegen geltend und t -hielt infolgedessen den Auftrag, eine gutachtliche Aeuße- i ring abzugeben. Zu diesem Zwecke wurden mir am 16 Nov
>ae Akten zugestellt, am 17. begab ich mich an Ort und I stelle und fand -, daß die Holzfattung bereits ganz oder I «großenteils vollzogen war. Ein Gutachten über deren Rat- jum reit war damit hinfällig geworden und man beschloß, ! bereits geschehene nachträglich unter gewissen Bediu- . gingen gntzuheisten. Davon wurde dem Großh. Hochbau-
Et unterni 30. Nov. Mitteilung gemacht.
Hiernach) kann die von mir vorgenommene Besichtigung ! dwch incht wohl als Zeugnis für die „Braml)b°rkert des fÄrschlags" angesehen werden. t
Tic Errichtung der Gebäude in 25 Meter Abstand von ten Wegen 'mag dem.Wortlaut des abgeschlossenen Vertrags i-ntsprechen. Aber den Zwecken eines wirksamen „Schutz- svr eisens" entspricht sie jedenfalls nicht. Diese Zwecke ktzmiten m. E. nur dadurch erreicht werden,
daß der 20 Meter breite Schutzstreifen möglichst geschloffen erhalten und nicht gelichtet würde;
daß die Gebäude wieder mindestens 20 Meter weit von den stehenden Bäumen errichtet wurden, um von diesen nicht direkt beschattet und im Falle eines Niederwurfs getroffen uno beschädigt zu ^werden;
daß, auf dem freien Raum zwischen Schutzstreifen und Häusern, etwa längs der Wege oder in Gruppen, Gebüsch angepflanzt wurde.
Don alledem ist ungefähr das Gegenteil geschehen, jedenfalls steht zu befürchten, daß demnächst em tüchtiger i.'Cststurm mit einem „Quos ego" dreinfahren und den surren ab oculos demonstrieren wird, wie gefährlich für l o hu Häuser die nahe Nachbarschaft l>oher, im Bestands- sihluß erwachsener und plötzlich frcigestellter Fichten werden I ann. Wer dafür verantwortlich zu machen fern würde, Qnß ich nicht. Ich kann nur bedauern, daß ich zu spät « ist bemerkt habe, wie wenig die Ausführung dem entsprach, was ich. früher von dem Schutzstreifen erlvartet hatte. Ich würde sonst Widerspruch erhoben haben.
Dr. Wimm en au er.
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