Nr. 206
Zweites Blatt
rrscheinl täglich mit Ausnahme des Sonntags.
General-Anzeiger für Oberhessen
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an Bord befindet, den Ort daß vielmehr die beiden auf» dies üblich ist, durch Fischer zwischen den Shetlands- und unterwegs entgegengenommen
158. Jahrgang
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cingegangencn telegraphischen Anfragen ergibt, daß dort noch keine Telegramme des Dr. Cook eingegangen sind. Der dänische Kolonialdirektor glaubt annehmen zu müssen, daß der „Hans
Egebe", auf dem sich Dr. Cook Lerwik gar nicht angelaufen hat, sehenerregcnden Telegramme, wie aus der kleinen Insel Fair Hill Orkneyinseln vom „Hans Egcde"
Die „Gießener Kamillenblätter" werden dem .Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, daS „Kreisblati für den Krtls Eiehen" zweimal wöchentlich. Die ..Landwirtschaftlichen Seit» fragen" erscheinen monatlich zweimal.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Sctml- straße 7. Expeditton und Verlag: eys^öl. Redaktton-.^-S112. Tel.-Adr.:AnzeigerDießen.
Freitag 3. September 1909
. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen
kgV UniversttätS-Buch- und Steindruckerei.
■ R. Lange, Gießen.
und sodann in Lerwik aufgegeben worden sind. Lerwik liegt ziemlich an der Südspitze Der Shetlandsinseln. Dieser Ort wurde früher von den dänischen Jslandsdampfern und Kolonialschiffen angelaufen. Jetzt gefchieht das nicht mehr. Der „Hans Egede" braucht zur Fahrt von Nordgrönland nach Kopenhagen drei Wochen.
Die Geschichte der Nordpolfahrten, bei denen es sich entweder darum handelt, die um den Nordpol liegenden Länder zu erforschen oder diesen selbst zu entdecken, ist eine uralte. Unternahm doch schon Pytheas von Massilia 320 v. Chr. die erste Expedition nach der fabelhaften Insel Thule und entdeckte dabei die Shetlands- Inseln. Mönche aus Irland waren es dann, denen man die erste Kunde von den Farör-Jnseln und der Insel Island verdankt (795 , von wv aus dann die Wikinger den Weg nach Grönland und Labrador fanden. Die Bäreninsel und Spitzbergen wurden 1596 von den Holländern Heemskerk, Rijb und Barents entdeckt, Bylot und Bassin drangen 1616 in den nach letzterem benannten Meeresteil vor und erreichten den Wolstenhvlm- unb Walsund unter 77 Grad 30’ nördlicher Breite. Im Jahre 1712 gründete der Prediger Hans Egede die jetzigen dänischen Niederlassungen an der Westküste Grönlands. Seit dieser Zeit haben immer mehr Männer ihr Leben an die Polarforschung gesetzt, und doch machte das Vorwärtsdringen zum Pol nur langsame Fortschritte. Kaue erreichte 1855 den Mount Panry unter 82 Grad 30' nördlicher Breite, Nares und Stephenson (1875) kamen bis zum 83. Breitengrade, und die Expeditionen Nordenskjölo <80 Grad 42’), Fridtjof Nansen (86 Grad 6’), sowie vor allem Peary (87 Grad 6') in den Jahren 1873, 1896 und 1906 erweiterten unsere Kenntnis von den Polargegenden derart, daß, wenn es diesen Männern auch noch nicht gelang, den mathematischen Nordpol tatsächlich zu erreichen, man sich ihm doch schließlich bis auf 12 Grad 54’ näherte. Fre- derik Cook ist es mm anscheinend gelungen, ihn am 21. April 1908 zu erreichen, und so wird das Jahr 1908 nicht nur aus bart Gebiet der Lustschiftahrt, sondern auch auf dem der Polarforschung als ein überaus wichtiges zu bezeichnen fein.
Ein Vertreter des B. T. tn Kopenhagen hat in einer Unterredung mit dem Kolonialdirektor Rydberg folgendes erfahren: Von den beiden bei der dänischen Kolonialverwaltung eingegangenen aufsehenerregenden Telegrammen ist das erste um 10' - Uhr, das zweiie um 11 Uhr in Lerwik aufgegeben. xa£ erste Telegramm ist vom Kapitän Ahorsen von dem dämichen Kolonialdamvfer „Hans Egssde", das zweite von dem Inspektor der Kolonie Nordgrönland unterschrieben. Beide Telegramme lind »ehr kurz gefaßt, stimmen aber darin überein, daß Tr. _ Cook den Nordpol erreicht hat. Ter Kolonialdirektor selbst setzt keinen Zweifel in die Wahrheit dieser Nachrichten.
Es fällt auf, wie sich aus den aus Amerika und England
durch und resümierte, daß die Tagung großartig verlaufen sei. Er stellte in erste Linie das Verlangen nach Aufhebung der Beschränkungen, denen die Ordensniederlassungen, vor allem die der Jesuiten, noch unterworfen seien, und mahnte, mit allen Mitteln den Kampf um die Volksschule zu führen. Der Kampf um die Volksschule ist der Kampf um das Christentum. Vor allem müsse es heißen: Hinein in den katholischen Bolks- verein! In Gegenversammlungen sei die Los von Rom-Bewegung empfohlen worden. Das Lied erflinge schon feit 2000 Jahren. Um so fester würden sich die Katholiken nur um ihr Oberhaupt scharen.
In einer Ansprache dankte Kardinal Kopp noch der Leitung des Katholikentages für die getroffenen Maßnahmen, vor allem dem Präsidenten Herold und rühmt den Festzug der Arbeiter als eine Demonstration jener Stände, die jetzt mehr als sonst vom Umsturz umworben werden. Die Arbeiter hätten em erhebendes Zeugnis für ihren Glauben abgelegt. Erfreulich fex, daß auch der gebildete junge Nachwuchs sich am Feftzuge beteiligt habe. Der Kardinal erteilte sodann der Versammlung, die niedergekniet war, den bischöflichen Segen. Darauf schloß Geheimrat Porsch die Versammlung mit dem katholischen Gruße. Am Nachmittag fand ein Festessen und abends ein Volksfest mt Schließwerder statt.
Vertretern der geographischen Wissenschaft, wie wir dem ,,4,ag" entnehmen, als 'durclw'.is ernst zu nehmender Forschungsreisenc^r. Cook hat eine tüchtige Vorbiloung für den Kampf mit dem Eis in den Polargebieten sich verschafft, da er als Arzt schon an der Peary Expedition 11891/92, und an der belgischen Südpolexpedition (1897/99) teilgenommen hat. Ec hat hier Seite an Seite frmt Amundsen gestanden, der ebenfalls jene Expedition mitmachte. Cook, der am 10. Juni 1865 geboren ist, hat über die „Belgien - Expedition ein Buch geschrieben, das auch ins Deutsche vorletzt worden ist. Er war auch der erste, der den Mount Mc. Kinley in "Alaska bestiegen hat. Zu seiner letzten Reise ist er ziemlich gleichzeitig mit Peary, dem vielgenannten Polarforscher, aul- gebrochen, der diemal mit allen Mitteln die Erreichung des Pols durchsetzen wollte. In diesem Wettlauf ist anscheinend Dr. Cook Sieger geworden, es sei denn, daß von Peary später einlauscnde Meldungen ihm die Siegespalme wieder entreißen.
Im übrigen neigt man der Auffassung zu, daß dfe Cooksche Tat für die Erweiterung unserer erdkundlichen Kenntnisse nicht von der Bedeutung ist, die die Volksphantasie mit dem Begrin des Nordpols verknüpft. Mit voller Deutlichkeit ist dies sehr gut von dem Leutnant Sbackleton, dem Führer der engliichen Südpolarexpedition, in der Geographischen Gesellschaft zu London ausgesprochen worden, als er erklärte, daß es gar nicht baram ankomme, bis zu welchem Punkt man vorgedrungen fei, sondern Darauf, was man auf dem Wege bis zu diesem erreichten Punkt entdeckt habe. Aus diesem Grunde muß auch betont werden, daß Die Nachricht von der Erreichung des Pols, gleickwiel, ob sie sich bestätigt oder nicht, die beabsichtigte Zeppelm-Hergesellfche Polar- forschungserpedinon nicht beeinflussen kann, da es sich bei dieser, wie schon wiederholt hervorgchoben wurde, um geographische Studien und Messungen in jenen Gegenden handelt.
Fleisch "von" Moschustieren, Bären
konnte. Jetzt hat sich, wenn weitere Nachrichten die _ er|ien
bimgen bestätigen sollten, doch gezeigt, daß
hatte. Der Ort Lerwik, von wo aus die erste- Nachricht über Die
Heimkehr des Forschers gekommen ist, Ut bie
terenen des deutschen Protestantismus gegen rem materielle bittereren. pi-ersgibl Um die Segnungen der Reformatio-' -ur unsere Zeit und für die Zukunft sickwrzustellen und damit den geistigen Fortschritt und den konfessioneUen Frieden unserem 'bvlkc zu verbürgen, ruft der Ev. Bund alle Scknchten des deutseb.n ev. Volkes dazu auf, ihre Dankespflicht gegen die eo. Kirck>e, die Hüterin des geistigen Erbi-s der Reformation, entschieDeu zu betätigen und durch persönliches Eintreten im Verein mit dem Ev Bund die deutsch-protestantischen Interessen wahreii zu Helsen.
Am Morgen des Hauptsesttages fand eine Sitzung des H e s > schon Hilfsausschusses zur Förderung der ebang. Kirche in Oesterreich unter Leitung von Pfarrer Waitz ftatt'3m feierlichen Fe stg o 11 es b ie n st , in !^n der Michel städter Kirchenchor mitwirkte, predigte Professor O. Tr. Schi a n aus Gießen über 2. Thimotheusbrief H 11 13 über den reu giöfen Grund des Evangelischen Bundes, Misgesuhrt nach den Gesichtspunkten: Art der Arbeit, Ziel der Arbeit, Enolg der Arbeit und Pflicht der Arbeit.
ll. geschloffene Mitglieder- und Abgeordneten- Versammlung.
Pfarrer D. Waitz heißt die Ehrengäste willkommen. Pralat D. Tr. Flöring-Darmstadt begrüßte im Namen des Grotzl, Oberkonsiswriums und dankte zugleich für die Einladung des Erang. Kirchengesangvereins für das Grobherzogtum. Hessen.
Ten Gruß des Zentralvorstandes des Evang. Bundes überbrachte dessen 1. Vorsitzender Generalleutnant z.D. v. Le s sel von Halle a. S., der seiner (Genugtuung Ausdruck verlieh, daß überall bei den Bundesfesten die vaterländischen Klänge so mächtig durch klingen.
Begrüßungen wurden außerdem dargebracht: von der theo logischen Fakultät Gießen durch Professor v. Scyian, Dort dem Predigerseminar in Friedberg durch Pros*wr Tr. Schöll- Friedberg, von der Stadt Mick>elstadt durch Ben Kredel, von dem Kirchenvorstand Michelstadt im Namen,d<s Kirchspieles durch Geheimerat Tr. Gerhard, von dem Hess. Hauprverein der Gustav-Adolf-Stistung durch Professor Trum- p e r t - Tarmstadt, vom Landesverein der Inneren Mission durch Prosessor Weimar-Darmstadt, vom Evang. Jüngtingsbund im Großh. Hessen durch Pfarrer Müller-Offenbach, vom Ba dischen Hauptverein durch Pfarrer Bath-Rheinau b. Mannheim, von dem Hauptverein Wiesbaden-Frankfurt durch Pfarrer Ko p fermann-Caub a.Rh., vom Württembergischen Hauptverein durch Pfarrer Tr. Weit brecht-Wimpfen.
Aus dem von Pfarrer v. W a i tz erstatteten Jahresbericht für 1908/09 entnehmen wir, daß die Zahl der Zweigvereine von 126 im Vorjahr auf 146 im Berichtsjahr bestiegen ist. Die Zahl der Mitglieder beträgt in diesen 146 Zweigvereinen 15 960 (857 mehr asls im Vorjahr), die Mitglieder in den 17 angeschlonenen Vereinen mitgerechnet: 20 396 (im ganzen 1117 mehr als im Vorjahre). Im Laufe des Jahrcs wurde durch eine nach Frankfurt einberufene Abgeordneten Versammlung Pfarrer D. Waitz einstimmig zum Vorsitzenden gewählt. ,
Das Hauptthema der II. geschlossenen Mitglieder-Veriammlung lautete: „N a t u r w i s s en s ch a f t und G o 11 e s g l a u b e", zu dessen Bearbeitung zwei Res.renten, ein Mediziner und ein Theo- löge lMedizinalrat Tr. Balser-Mainz und Professor Dr. Schöll- Friedberg) sich bereit erklärt hatten.
Im Anschluß an deren Ansprachen wurden folgende Kundgebungen
frcj'dyl'O) ferte
Die Errungenschaften der Reformation, denen unser Volk seinen kulturellen Älusschwung in erster Linie verdankt, sind m der Gegenwart von 3 Seiten aufs stärkste bedroht: von dem Romanismus, der unter Führung des Zentrums Die politische Vorherrschaft in unserem zu zwei Trittel evangelischen deutschen Vaterlande wieder erstrebt, von dem Materialismus, der ziel- bewußter als je den Kamps gegen die christliche Weltanschauung organisiert, von dem Jndisferentismus, der die idealen Unteren en des deutschen Protestantismus gegen rein materielle Interessen preisgibt. , . ...
Um die Segnungen der Reformation Tür unsere Zeit unö iur die Zukunft sicherzustellen und damit den geistigen Fortschritt und den konfessionellen Frieden unserem Volke zu verbürgen, i ruft der Ev. Bund alle Schichten des deutschen ev. Volkes dazu am, ihre Dankespflicht gegen die xv. Kirche, die Hüterin des ! geistigen Erbes des Reformation, entschieden zu betätigen und . durch persönliches Eintreten im Verein mit dem Ev. Bund die deutsch-protestantischen Interessen wahren zu helfen.
1. Gegenüber den Angriffen des materialistischen Monismus . halten wir daran fest, daß die christentums'eindliche, angeblich ■ rein wissenschaftlich begründete monistische Weltansclxnmng gar nicht das Ergebnis wissenschaftlicher Forschung ist, und daß durch ‘ die wirklichen Ergebnisse der Wissenschaft, auch die der Natur-
^Man hatte angenommen, daß das KaWl Cooks rn tgug
Md in der Nähe des Nordpols dann nach nd nach den ^otzttn Teil der Hunde zu schlachte.
20. Landesversammlung des hessischen evang. Sundes,
x Michelstadt, 2. Sept.
Ter hessische Hauptverein des Evangelischen Bundes feierte gestern und heute sein Jahresfest in unserer Stadt.
Ter Besuch war ans dem ganzen Lande Überaus rege. Die Bewohner der im reichen Flaggenschmuck prangenden Feststadt nahmen mit der Umgebung lebhaft Anteil. Die Tagung begann mit Sitzungen der Vorstände und des Festausschusses, denen eine 1. geschlossene Mitglieder- und Abgeordneten- Versammlung
unter Leitung des 1. Vorsitzenden Pfarrer D. Waitz - Darrn- stadt folgte. Im Mittelpunkt der Verhandlungen stand ein Vortrag ton Pfarrer Dr. We i t bre ch t - Wimpfen über das 4-bema: „D ie literarische Betätigung d e s e v a n g. Bunde 6". Da Redner gerade auf dem Gebiete der Literatur anerkannter Fachmann ist, und auch auf dem Gebiete der Bundes-Literatur nicht bloß als Schriftsteller der württeinbergischen Bunbesblätter, sondern auch als Herausgeber des Bunbeskalenders „Evangelischer Volksbote", sowie als Mitglied des Preßausschusses des Gesamtbundes über reiche Erfahrungen verfügt, gestaltete sich sein Vortrag zu einer für jeden Bundes mann höchst interessanten Orientierung über die geleistete Arbeit und zugleich zu einer Art zielsetzenden Instruktion. . _ .
Aus den Verhandlungen ist hervorzuheben, daß der Heß. Hauptverein seine Satzungen so festlegte, daß er die Satzungen eines eingeschriebenen Vereines erwerben kann.
An den Großherzog von Hessen wurde folgendes Telegramm abgeschickt:
„Euerer Königl. Hoheit bringt der Hessische Hauptverein des Erangelischen Bundes cn seiner 20. Landesversammlung im Namen seiner 20 000 Mitglieder ehrfurchtsvolle Huldigung dar und verbindet damit das Gelübde, in aufrichtiger Treue zu seinem Fürsten das geistige Erbe Seines Erlauchten Vorfahren Philipps des Großmütigen dem Hessenvolke zu erhalten und zu mehren."
Unter Mitwirkung des Gesangvereins „Liederkranz" und des gemischten Chors, nahm die
1. öffentliche Fe st Versammlung am Abend im „Kaisersaal" einen erhebenden Verlauf.
Nachdem der gemischte Chor mit dem Gellert,chen Sang im Beethorenschen Satz: „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre" beit rechten Ton angeschlagen hatte, begrüßte Oberpfarrer Bern- beck die überaus stattliche Festversammlung.
Das Thema des Abends war: „Die Dankespflicht des deutschen Volkes gegen die evangelische Kirche" Es wurde in drei Ansprachen von Pfarrer D. Waiy- Tarmstadt, der für Den verhinderten Oberst Weimer-Nidda in letzter Stunde eintrat, Frau Oberfinanz-Assessor Balser-Darmstadt und Lehrer Dollinger-Ober-Gleen behandelt.
Im Anschluß an diese Ansprachen wurde folgende Kundgebung beschlossen: .
Die Errungenschaften der Reformatwn, denen unter Volk seinen kulturellen Aufschwung in erster Linie verdankt, sind tn der Gcaenwart von drei Seiten aufs stärktte bedroht: von dem Romanismus, der unter Führung des Zentrums ine volitiiche Vorherrschaft in unserem zu zwei Drittel evangelisck>en beut)eben Vaterlande wieder erstrebt, von dem Materialismus, der ziel- bewnßter als je den Kampf gegen die christliche Weltanschauung organisiert, von dem Jndifserentismus, der die idealen ^n-
vom deutschen Katholikentag.
S. u. H. Breslau, 2. September.
Der heutige letzte Tag der Katholikenverfammlung begann »mit der vierten geschlossenen Versammlung. Der Reichsrat von WA r c t i n (München) präsidierte. Dr. P e i p e r und G i e s b e r t s ■begrünben einen Antrag, der sich mit den Mitteln zur Zurück- ■brängung der sozialen Entfremdung beschäftigt. Es wird darin Mer allem verlangt, daß die Jugend der gebildeten und be- ■jißenben Stäube mehr als bisher sich ber sozialen Arbeit wibme, »uin Verstänbnis für die Lcbensbebingungen des Arbeiters zu * ii kommen. Dr. Sonnenschein (M. Gladbach) sprach über bie Mhebung unb Vertiefung ber Lebenshaltung ber erwerbstätigen Bevölkerung. In ber Debatte wandte sich Abg. Fleischer eigen die dünkelhafte Abschließung der Studenten gegen die Mliitteren Stände. Der Student müsse erkennen unb begreifen, ■ bofe auch der Arbeiter Träger von Rechten unb Pflichten sei. Mtichtsanwalt Bell (Essen) behanbelte Kaufmannsfragen. Abg. MTc. Pieper behanbelte die „Freidenker und die Arbeiter" unb ■mahnte, bie proletarische Freidenkerbewegung scharf zu bekämpfen, ■bie direkt mit der Sozialdemokratie in Zusammenhang stehe. Weneralsekrctär Müller (Würzburg) bezeichnete die Freidenker- ■eroegung als Spekulation auf die Dummheit der Massen. Zu ■allen den behandelten Thematas wurden entsprechende Anträge Mngenommen.
| In ber um 11 Uhr beginnenden öffentlichen Versammlung Wiprach als erster Rebner Domdekan Schäbler (Bamberg) über Was Papsttum. Prof. Faulhaber (München) behanbelte Miü % rauenfrage. Man könne heute, so erklärte ber Rebner, Kid)t mehr einfach sagen, bie Frau gehöre ins Haus, ba es Minen Ueberschuß von 1 Million Frauen gegenüber ben Mannern Mcbe unb 600 000 Kinber bie Hänbe nach Arbeit unb Brot aus- ■fceefen Es sei aber ein Stolz ber beutschen Frauenbewegmig, Maß sie sich nicht ins politische Fahrwasser, toie bie englrche, Mabe brängen lassen. Das wichtigste Kapitel ber Frauenfrage ■ilt bie Bilbungsfrage. Unsere ftubierenben Mädchen bunten nicht Mie männlichen Kommilitonen kopieren, sonst machten )ie |id) nur lächerlich. Der Rebner schloß mit einem Hinweis am Die Nutter Gottes, bie bie beste Lösung der Frauenirage barltelle.
Sobann ergriff Präsident Herold das Wort, nm die ^chluß- 'Nsprache. zu halten. Er ging Pie Arbeiten Pes >tatholileiiiage-
Der Horbpo! entdeckt?
Zu den gestrigen Meldungen über die.'Nordpolfahrt Dr. C-voks find noch interessante Ergänzungen zu berichten,. wahrend uoer die ^raqe ob Der Mrdpol wirklich erreicht worden ist, noch nichts Be- siimmtes gesagt werden kann. Die Expedition Dr Cooks.haeine etwas abenteuerliche Geschichte. ,^m Sommer IM zog der kühn Forscher mit einer verhättmsmamg pnmitiven Ausrüstung zur Lnt b.'rfinirt des Nordpols aus Er mhr Mit einem tleinen t_,cyoner naaj ott°a W W°m°.cr nrn ttch mm &tba am Smithsunb, gronlandiiwe Westkuite, Uustntyatl mio
polUifcbe Ccrgesschau.
Die militärische Beförderung eines Elsäffers.
Die Ernennung eines Elsässers zum Abteilungschef im Preu fischen Kriegsministerium veranlaßt die „Südd. Reichskorr.", fol- ^side Ausführungen zu machen:
I Major Scheuch ist im preußischen Kriegsministerium, dem lttübrigens schon seit Jahren angehört, Abteilungschef gewordene ij'ün Vater war Richter in Kolmar gewesen, gehörte unter der Bit)eben Verwaltung dem dortigen Oberlandesgericht an und war euch eine Zeit lang politisch tätig gewesen. Tie Meldung, daß [in Sohn jetzt eine einfluß und auch aussichtsreiche Stellung rt ber hier im Elsaß verschrieenen Militärverwaltung erreicht hü>e- war in einigen Blättern mit dem Kommentar wiedergegeben lucrben, daß augenscheinlich auch in der deutschen Armee ein Mässer es zu ettvas bringen könne. Diese Bemerkung hat für bat, ber die Verhältnisse kennt, eigentlich etwas Selbstoerstänb bches, denn viele elsässische Blätter haben eine ständige Rubrik, tie bei manchen die Bezeichnung führt: nos eompatriotes en bchors und die ständig jede Beförderung und Auszeichnung regi iteiert, die einem in Elsaß-Lothringen Geborenen in der franzö iii'chen Armee ober Verwaltung zuteil geworden ist. Man braucht 2 fo nichts darin zu finden, daß solckw Dinge ganz allgemein ge- bucht werden, selbst wenn sie nicht jenseits der Vogesen geschehen sind. Im Gegenteil, wir kennen die Klage feit langem, daß der lUngeElsaß-Lothringer nichts werde in der beut» sche n Beamten Hierarchie, unb gleichzeitig die Forderung, daß ihm bie Beamtenstellen geöffnet werden. Diese Forderung loäre längst erfüllt, wenn nicht in früherer Zeit, in denen bie Schmerzen vergangener Tage nachzitterten, eine Abneigung m den meisten einheimischen Kreisen bestanden hätte, i n den t s ch e Tienste zu treten. Das hat sich nach den Aeußerunben ber heutigen Generation bitter gerächt. Um so unverantwortlicher ist k, wenn wir heute sehen, daß bie harmlosen Bemerkungen über bie Beförderung des Major Scheuch in gewissen Blättern, über bereu Herzensmeinung sich aber wohl niemand mehr im unklaren ist, hämisch glossiert werden mit dem Hinweis auf das Nachbarland, vo alles so viel anders und besser sei.
Daß oie erwähnte Ernennung überhaupt im Reichslande hä- Iltischen Bemerkungen begegnet, beweist, baß die Gcrmanisation ivch nicht allzuviel erreicht hat. Die Politik des Statthalters i hllte Lehren daraus ziehen.
Shetlandsinsel Mainland. „ r.<s>Y auf
Bei günstigem Winde wird die Ankunft ~ • ^eitag
der Reede von Kopenhagen moglicherweiie ichon f ,, Gcsctt- •iroartet. Ter Vorstand der Königlic^n 6^>gra^ . T i)J;
; ickmst wirb ihm entgegenfahren. Tie Regiermig sein t>:ot aus, um den Grönlandbainpser, an bejfen Boro I g • b-tfinbet, nach Kopenhagen zu geleiten. Tre ^tabt Kopenhagen bereitet einen festtichen Empfang vor. ■
Dr. F. A. Cook gilt auch bei den Berliner hervvrragenoen


