Ausgabe 
3.5.1909 Zweites Blatt
 
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toritett Behandlung ber Angelegcnl)ert. Angenommen ist nur der Änirag der Dirrichaftlichen Bereinigung.

Es wird beschlcft'en, die anflnumtmcn* Refolutwa nicht birekr ans Plenum au geben, sondern das Vorgehen der verbundeteu R-gierungen abzuwarten.

Zum Berichterstatter wird Abg. Raab Lirtsch. P i , bestimmt.

Namens brr National liberal en gab hierauf Dr. Weber iolgcnde Erklärung ab: Ich Mächte zur Geschäftsordnung nur hm bemerken, baß meine politischen ^freunde in dieser Hom« Mission sich zwar an der Setterberatuna der Vorlage über das tiranntwemsteueraesetz usw. rote bisher aktiv und fördernd beteiligen roerbat, um in keiner Wetfe die Reform auf;uhaltcn. ohne uns aber dadurch irgendwie zu prarudizieren. Nachdem aber durch Dir Ablehnung sämtlicher Anträge aus Einführung etner aus- -ich-mden Reichsbesitzsteuer, insbesondere auch der nach unterer inficht unentbehrlichen Ausdehnung der Erbschaftssteuer aut 2ci Amben len und Ehegatten in unbeerbter Ehe das Zustande- kommen der Reform, rveldK wir nach wre vor als ein Ganzes betrachten, nach nm'ercn Wünschen kaum erreicht werden kann, halten meine politischen freunde es für wünsclxmSwert, in dieser durchaus veränderten politischen Situation zunächst erneute In- "rultiLnen unserer Fraktion einzuholen, um hierdurch klar zum 1 isdruck au bringen, baß wir uns in der Kommission nach keiner ' rfitunfl bin seftzulegen beabsichtigen.

.'lbg Tr Wicmer >Fr Bv gibt für die littksl,berate ,,raltionsgemeinschaft Die gleiche Erklärung ab

hierauf nimmt Abg *St. 3 Po h n sZentr.> das Wort und vertritt die Auffassung, daß das Befitzsteuerkompromlß noch in Geltung sei. hierauf wird mit allseitigem Lachen geantwortet

Tie Finanzkommission vertagt sich hierauf aus Dienstag. Lciterberatunq der Branntweinsteuer. Schluß 12V» Uhr

Vie neue kieichsoersichcrungrordnung.

Bon Hans Kahl,

I.

Ter Entwurf einer umfassenden Reform der sozialen 23er» uchcrungsgcfetze ist endlich erschienen, nachdem man in allen be reiligten .ilrciicn Zähre lang über dieselbe diskutiert bat und .dblrcidx Beratungen und Besprechungen der Fertigstellung voraus- icqnnncn sind. Da die Vorlage dem Reichstage erst im Herbst zugchen wird, so ist die frühzeitige vorherige Veröfsentlidmng wohl zu ocm Zwecke erfolgt, den Znteressentcn und '4.:olitiltrn Gelegenheit zu Meinungsäilverungen für oder gegen die einzelnen Bestimmungen zu geben.

Wenn das Ärankcnvcrfichcrungsgesetz von 1883 bereits 1903 umgestaltet wurde und die Unfailverjichcrungsgcsctzc von 1884 und 1886 im Ialne 1900 tiefgreifende Veränderungen erfuhren, tbenfo das Znvalidenverficherungsgesev von 1889 im Jahre 1899, io bedeutet dieser ncuerschicnene Entwurf einen bedeutsamen Ld-ritt vorwärts aus dem (gebiete der Arbeiterversicherung im deutschen Reiche.

Es sind vor allem drei Hauptpunkte, die dem neuen Entwurs das Gepräge geben, indem derselbe

1. einen gemein famenUnterbau für bie gesamte soziale Versickerung schafft, , ,, ,

2. die Krankenversicherung einheitlicher gestal­tet und

8. eine Hinterbliebenen Versicherung der bisher­igen Invalibitätsvcrsichcrung angliedert.

Gegenüber diesen drei Hauptpunkten des Entwurfs treten andere umgeänderte Bestimmungen und Neueruiigen an Bedeutung zurück.

Durch die ganze bisherige Diskussion über die Reform zieht wie ein roter Faden die Frage der V e r f ch m e l z n n g der vc»> ichiedenen Zweige unserer Arbeitervcrsicherungsgcsctze. ES gab stimmen dafür und solche dagegen. Während früher der Gras BosadowSki) einer Verschmelzung der einzelnen Gesetze geneigt schien, haben das Reidisamt des Innern und dessen jetziger Leiter, Herr v. Bethmann-Hollweg, eine solche für allzu schwierig be- runden und davon abgesehen. Die Hindernisse zur Verschmelzung mögen wohl im Wesen der einzelnen Versicherungszweige selbst gelegen haben, auch war bet den bisherigen Trägern der einzelnen Verstchi'rungSzweige, den Versiderungsanstalten, Bernfögenosfen- idsafteu und Mninfritfaffeit, die sich in langer, bewährter Arbeit eine -Selbständigkeit grichasjen hatten, wenig Neigung dazu oor- banbeit.

Nichtsdestoweniger trägt der neue Entwurs dem Wunsche und dem Bedürfnis nach mehr Systematisierung und Einlxitlichkeit doch dadurch Rechnung, das; er alle bestehenden Arbeiterveniche rungogesetze in ein einziges Gesetz unter dein NamenReichs- v e r s i d»e r u n g s o r d n u n g" zusamniensassen will. Und wenn mit bi ei er Verschmelzung der Gesetze nickst auch eine Verschmelzung der Linridjtiingen vollzogen worden ist, so ist aber doch uim wenigsten das erreicht worden, dast eine Menge von Vorschriften lür die verschiedensten. Versicherungszweijsc zwecks leickstercr Än- wendbarkeil einheitlich gestaltet worden ist.

Zn der Begründung des Entwurfs wird mit Recht daraus l'ingewiesen, das; die bisher geltenden Bestimmnngen dem Wunjckc tz und klarer Erkenntnis, wohin er sich zu wenden habe, nickst überall zu entsprechen oer> mochten. Das lag aber auch zum großen Teil daran, dast die VerjidierungSorgane. Venvaltungsstellen und Bei'örben aller Art, die mstzuredeu und mitzuentscheiden l-atten, örtlich so weil auS^ einanderlagen, das; et dem Versicherten schwer und nach Lage der Tinge zu seinem Schaden oft unmöglich war, mit ihnen in persönliche Verhandlung zu treten. Ans diesem Grunde sieht der Entwurf zunächst sog nan vor, deren etwa 800 geschaffen werden tollen unb von denen für tedeii Kreis ober ähnlich grosse,i Bezirk eines vorgesehen ifL Diesen Ver11ck»erungsämtern ioll ein grosser Teil bcricnigcn Vluf- gaben zufallen, für die bisher die uibheidfen und oerjehiebtnen Verwaltungsstellen und ' den Schiedsgerichten und

den Trägern her einzelnen Versicherungen zuständia waren. Sic lolleit a. B. für die 8rankenDerfickwrung bie AufsichtSinstanz unb L*ntidiribungebcbür bc erster Instanz bilden, für die Unfall-, Zn- validitatS- unb Hinterbliebenenvenickrerung den gemeinsamen llnterbau abgeben unb tu,neben dieienigen Aufgaben auf dem Gebiete bet reichSgeietzliilieii Versicherung übernehmen, die bisher den unteren Venvaltungsbedörden, den Gemeinden und sonstigen Znstanzen obh»a<m. Auck, ioll ''nen die Verpilickstung zusallen, unentgeltlich über alle fragen Auskunft zu er teilen, die mit der reichsgesetzlicknii Versickerung in Beziehung neben.

Von ganz besonderer Wichtigkeit encheust es dabei, dast den Versicherungstnuterii in der Ärankenveriickwrung tue Befugnis, auf Beschwerden gegen Aiwrdnungen bei stranken.'asfcn :iReibungen nt treffen, zusteht, da auf diese Weise icbcniall» m den ent- idxibungen eine größere inbeitlitMeit berbetgefübn mtrb als das b<-uic bei der Mannigfaltigkeit der Auffichts nnd Verwal- lungsbiborden und deren Zuständigkeiten der Z-all ist.

Da die Vetiichi-rungSämter neben dem rechtlichen aber auch venva 1 tu ngsger>cht11dien Edarakter baten sollen, insofern ihnen a. B. in der Unfall Versickerung E-Nlsdieidungen aus Beschwerde»» dez. bei Beiträge, Prämien, strafen tstw, ferner in Streitig­keiten zwischen Arbeitgebertt und Versickierteii über das Ber'icbe- ruiigsverbülmis, über '.Inrerfmung von Beiträgen usw. zustehen sollen, so kann man bie Versicherimgsäniter als Svruck» und Besästuscheborden enter Instanz bezeichnen. Die mittlere In- ilatU uiire das biebcrige Schiedsgericht, das den Titel £ b c r ie r H dje r u n n a in i zu iu breit bat, und bie oberste und dritte Znstanz biiehe ba.' Reich Sverfichernugsamt über Landesoersickierungsamt, mir es bisher schon bestunden.

Es wurde sich bteinadi z. B beim Versicherungsamt als unter ii i r Zu stanz das Veriabrm bei einer Rentenfeitsei unq in folgender Wem- vollziehen:

Da.. Vcriidxriin.-. <mtt, das den Vi-rdältnissen des Einzel iallc» am uachsteu nelu, »ammclt als völlig unbeteiligte aber sach­kundige Stelle das ian;c morberhdx Material, gibt dem Vcr- iidicrtcn ^Gelegenheit zur Vorbringung 'einer Wünsche und Be­weismittel. vcTbiiiuVit mi . in nni . ii tctning von irbeit- gebern und Vcrsickierteii in glatte, thiub und gibt bann das Material mit einem i .jenen 'x mbc: n Vorschläge an den ? ire lenden Veriicherungstragcr: die . xv.v. mintalt. x.aul lasse ober Berui^aenoiienschaft, ab. Diese entscheidet ifü

oii, map aber o-tm Versicherten dis StMuugna m: un? Urteil t ? VeZicherunieamtes, unb, sofern von dessen Vorschlag abo ptdwn w.rd, die i^r.noe bier-.u mutnlen. dmnit der Ver sichert- rm eigenes werteres Verhalten danach emrichten kann.

1 n solches Zusammenwirken des behördlichen und oes körperschaft­lichen Lrgans bürgt dafür, dast die Entscheidung sachlich unb fach- gemäß getroffen wird Ter geringe Mehraufwand an .kit, der daraus rnnteben könnte, daß das Beri ch-tungsamt Aun-irt u in der Strcitsrage Stellung zu nehmen bat, bunte mehr al» ausgeglichen werden durch die infolge der räumlichen Nahe geboten:n Mögstch- keit rascherer Förderung und zeitigen Abschlusses Per Vorermut- lungert

Er lästt sich hiernach gar nickt orrkennen, daß der neu tu schaffende Unterbau emen Fortschritt in der Organisation be deutet, die bann aus 3 Instanzen ber.^en wird:

1. Bersicherungsamt

2. Lberversicherungsamt

3. Reichs- ober LandesversicherungSamt.

Diese Instan^n follen nach einheitlichem Plane aufeinander aufgefccut werden, jede der 3 Behörden ioll von einem beamteten Vorntzcnden geleitet un.tr Mitwirkung von Arbeitgebern und Ver­sicherten als Laienbeisitzern in gleidem Verhältnis tbre Beschlüsse fa'sen und Entscherdungcn treffen unb kann in den beiden unteren Instanzen ic nach der Crganiiation der Behörden in den einzelnen Bundesstaaten entweder vorlrandenen Behörden angeghebert ober als besondere Behörde errichtet werden, Die Einheitlichkeit des io geschaffenen In stanzen zuaes wird viele bishenge Unklarheiten beseitigen unb berechtigte 1*1 lagen über das mangelhafte 3nein cnbergreifen der verschiedenen Versichcrungseinrichtungen allmäh- lid) gegenstandslos madien. Unb was von beionberer sozialer Bedeutung ist; mit der Einiepung des VersicherungZamteS ist die Möglichkeit gegeben, die Arbeiterschaft an der Vorbereitung der Rentenfestfetzung, unbeschadet der berechtigten Befugnisse der Ver- sichcrungSträger, ;u beteiligen. Unb wenn bisher von dem Reichs- vcrsicherungSamt über Ueberbürbung geklagt wurde, so ist von der neuen Einrichtung des VerficherimgSamtco eine Entlastung dieser obersten Instanz zu erhoffen.

politische tEagesjcbau«

Des Kanzlers 60. Geburtstag.

Fürst Bernhard von Bülow wird am heutigen 3. Mai 60 Jahre alt. Tas heistt man wohl: einen neuen LcbcnS- abschnitt beginnen; die Schwelle überschreiten, die zum Greisen- alter führt. Fürst Bülow überschreitet sie in beneidenswerter Rüstigkeit des Geistes und des Körpers. ES könnte ein rechter Festtag werden (für ihn, vielleicht auch für und), wenn nur bie äußeren Umstände ein wenig günstiger wären. Aber des Fürsten Bülow sechzigster Geburtstag fällt in trübe, widerspruchsvolle Tage. Noch vor kurzem hat er auf dem auStoärtigcn Terrain den stolzesten Triumph seiner Kanzler- schäft errungen. Dafür verwirren sich ihm int Innern die Tinge jetzt, scheinlS, zum unlösbaren Knäuel. In solchen Zeiten ist eS nicht leicht, den Ton rechter Würdigung zu finden. Schließlich ist man ja selbst Partei und vermag in Leidenschaft unb Kampfstimmung auch beim besten Willen nicht ganz unbefangen abzuschätzen, wie sich die Lage von oben malt. Ist Fürst Bülow wirklich der Laodicäer, der vor den Agrariern den Mann der Scholle markiert und vor den Liberalen den abgeklärten Freund der Dichter unb Philo­sophen? Oder erzieht, gewollt ober ungewollt, nicht viel mehr schon unsere Parteizerklüftung zu solcher La»>heit? Wie gesagt: wir möchten in biefen kritischen, bi8 zur Sicbchitze erregten Tagen, in benen es schwer wirb bie Objektivität zu bewahren, über die staatsmännische Leistung Bernhard von BülowS kein Urteil fällen. Am Enbe ist ber 60. Geburtstag ja auch kein 6)erichtstaa. Em Tag guter unb ehrlicher Wünsche soll er sein. Unb nun wohl: wir wünschen bem Kanzler bie Fähigkeit fester unb schneller Entschlüsse. Wir müssen heraus aus bieser dauernden Krisenatmosphäre, bie uns ben Atem zu benehmen beginnt. Je eher, um so besser.

Tie Sommerreise des Zaren

ist nunmehr bestnitiv beschlossen. Wahrscheinlich beginnt sie Enbe Juni unb wirb gegen zwei Monate bauern. In See gehen werben bie Kaisernacht .Stanbarb' unb vier Begleit­schiffe, bie einstweilen noch nicht bestimmt sinb. Da ber Zar in letzter Zeit einer Annäherung an Deutschlanb zuneigt, was noch vor kurzem in Abrebe gestellt würbe, so wirb bie ,6tanbarb* einen beutschen Hafen anlaufen. Darauf begibt sich ber Zar nach Kopenhagen, besucht einen englischen Hafen, um König Eduard zu treffen. 9tach einer Begegnung mit FalliöreS trifft er mit König AlsonS zusammen, besucht Italien, eventuell auch Griechenland, waS noch nicht enb- giltig beschlossen ist. Daraus passiert ber Zar bie Darbanellen, um sich nach Lwabia zu begeben. An Land wirb der Zar nirgenbs gehen, sonbern sich nur mit bem Austausch von Besuchen von Schiff zu schiff begnügen. Für bie Reise werben bereits Vorkehrungen getroffen._______________________

Aus Staör und Land.

Gießen, 3. Mai 1909.

Badischer Besuch am Großherzoglichen Hofe. Am b. bsS. MtS. werden, nach ber .Darmstädter Zeitung*, Ihre Konigl. Hoheiten der Großherzog undJbie Großherzogin von Baden ihren offiziellen Antritts­besuch nach bem Regierungsantritt am hessischen Hofe machen. Die Herrschaften werden bald nach 11 Uhr am Main-Neckar- Bahnhos eintreffen, wo großer militärischer Empfang ftatt- finbet. Hierauf werben ber Großherzog unb bie Großherzogin mit ihren Gästen burch bie Nheinstraße über ben ^Ernst- LubwigS-Plah unb bie Parsorce-Brücke in baS Residenzschloß einfahren, wo bie badischen Herrschaften Wohnung nehmen. Um 5 Uhr nachmittags findet im Schloß Galatafel zu fünfzig Gedecken statt, um 7 Uhr Festvorstellung un Hoftheater. Tie Abreise der Gäste erfolgt am 6. dS. MtS., nachm. zwischen 2 unb 3 Uhr vom Mam-Neckar-Bahnhof. An diesem Tage ffndet um 1 Uhr FrübstückStasel zu 20 Gedecken im Neuen Palais statt.

Hof dienst. Se. Kgl. Hoh. ber Großherzog hat die EtiftSbame Freiin Elisabeth v. Bellersheim, gen. LtürzelSheim, zur bienfttuenben Ehrenbame ber Großherzogin ernannt.

Ordensverleihung. C. K.H. der Großherzog haben bem Bürgermeister, OctSgerichtSvorsteher unb Standesbeamten Franz Adam Appel mann zu IügeSbeim das Allgemeine Ehrenzeichen mit ber Inschrift .Für langjährige treue Dienste" am Bande des Verdienstordens PhilipvS des Großmütigen verliehen.

Neuer Konsul. Ter zuni Generalkonsul von Vene­zuela in Hamburg ernannte Herr Tr. Iof« Ignacio (Sar- denaS, bem das RcichSereanatiir erteilt wurde, ist zur Ausübung koiimlar.. <t Verrichtungen im Großherzogtum Hessen zugelaffen worden.

Auszeichnung E. K. p. der Großherzog haben dem Oberförster der Cberförfterei Ober-RoSbach Gg. Ohl zu Ober-RoSbach ben GbaraHer als Forstmeister unb bem Kreis, amtmann bei bem KreiSamt Oppenheim Wüh. Bohn den Charakter als RegierungSrat erteilt.

- 2ebrerperfonalien. In den Ruhestand oeefetjt wurde der Lehrer an der Gememdeschule zu Holzhausen v. d. H. Hch. Wilhelm auf fein* Rachsuchen, unter Anerkennung feiner langjährigen treuen Dienste und unter Verleihung bei Silbernen Kreuzes des Verdienstordens Philippi bei Groß­mütigen mit der Krone.

Der Katholische Lehrerverein im Großh. Hefien hält zu Pfingsten m Mainz seine Hauptveriammlung ab. Sie ist diesmal von besonderem Intereffe, weil über den Antrag befl Bezirksvereins Bensheim, daß der KatechiSmuS- iinterricht nur von den Geistlichen, der Unterricht der biblischen Geschichte nur von ben Lehrern erteilt werden soll, geraten wird.

- Todesfall. Am 30. April starb in Osthofen tRhein- heffen) Prof. Dr. Peter Muth, kaum 49 Jahre alt. Er studierte 1880 biS 1885 m Heidelberg unb Gießen Mathe­matik und widmete dieser Wiffenschaft als Privalgeleheter eine ausgedehnte schriftstellerische Tätigkeit.

ee Die Schlachtungen im städ11schen Schlacht- Hof stellen sich im Rechnungsjahre 1908/09 wie folgt (bie in Klammern stehenden Zahlen sinb bie bei Voriahrei»! Ochsen 1052 (1093), Fasel 218 (145), Kühe 450 (461), Amber 1058 (1009), Stiere 750 (749), Pferbe 156 (168), Kälber 7515 (6663), Schweine 12 491 (12 379), Schafe 1112 (1087), Ziegen 56 (52) unb Spanferkel 24 (64). Xie Gesamtschlachtungen vermehrten sich in ben letzten 3 Jahre» von 21 722 (1906) auf 23 870 (1907) unb 24 882 (1908).

Gros, en-Lin ben, 30. April. Zu der vom 6. d« 7. Ium ftatiünbcnben 1. großen allgemeinen Kaninchen- uns G e l 1 ü g c l - A u v st e l l »i n g kommen täglich Anmeldungen. bei Gastwirt Heinr. Fischer gelegenen Rcktime sinb sehr gut für b« Ausstellung geeignet. Als Preisrichter lür Kaninchen ist Uricdnch Nagel-Neudieteuborf und für Gleflüqel W. Hanan-Gießeu bestimmt luo-Deii. Ter AusfteUungsplatz »st 5 Alinnten vom Bahnhof Groß«. Linden eniicnu.

Lauterbach, 2. Mai. Die drei israelitische» ReligionSgemeinden unseres Kreises erheben im laufend« Rechnungsjahre zusammen 3704 Mk. Umlagen zur Be­streitung ihrer Gemeinbebebürfniffe. Lauterbach erhebt 2020Dtf. 93,727 Proz. Zuschlag zu den doppelten Grundzahlen unb den ganzen Einkommeniteuerbetrag, (Sramfclb 1050 T9, = 90,941 Prvz. unb Schlitz 634 Mk. = 42,751 Proz.

n. Wißmar, 1. Mai. Auf bie neue fünfte Leh«, stelle würbe eine Lehrerin, Fräulem Hörning auS KreuMch, berufen.

x WalbgirmeS, 1. Mai. Der Delegiertentag beS KreiSkriegerverbanbeS Biebenkopf wird am 27. Juni bS. IS. hier abgehalten. Der Verband zählt 3332 Mitglieder, darunter 119 Ehren-, 3213 ordentliche Mitglieder und 361 Kriegsveteranen. Gleichzeitig feiert der hiesige Kriegerverein fein 25jähngeS Bestehen.

wandern und Reisen, väder und Zommersrischen.

Bad Vilbel. Tie Saisoneröffnuna unsere« Oeii- babc-3 ist bereits erfolgt unb täglich werde» nun Bäder abgegeben. Wir machen noch auf bie Burgruine Vst bet anfmeikfam und be­merken, daß in den Ma»- und Iuninnininen» der ,^n»nNuriec Blatter für Familiengefchichte eine Abhandlung über die Burg unb das Rittergeschlecht derer von Vilbel erichemen wird.

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Telefonische Kursberichte

des Giessener Anzeigers, mitgeteilt ron der Bank flr Haadet nnd lednstrle, Giessen.

Krnnklarter Börse, 3. Mal. 1.15 Uhr.

8*/.*/ Beicbsanleibe. . . 9^05

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3'V/e Konsuls ....

3*/. do ....

8* '*/, Hessen.....MX6

3* ,eL Oberhessen

4', Oesterr. Goldrente . . 100 40

4*/.*/ Oesterr Silberrcnto. 100-30 Ungar. Goldrente . . 9

4', Italien Rente . . . 104 45

39/e Portugiesen Serie I . 60.

8*/, Portn^iesen . III .

4/,*/, russ. Staatsanl. 1905 9H.70 47i* Japan. Staatsanleihe 95.63 4/. Uonv.Türken von 1903 (kl.40 Ttlrkenloee......^O

4*Griech. Monopol-Anl. . 51.40 4/. lassere Argentinier . *9.20 3». Mexikaner .... 66.00 47,\ Chinesen .... 99.70

Aktien»

Bochmn Guss ..... 22X90 Badern« E. W.....114.20

Elektm. Lahmeyer . Elektru. Sah ackert . . . Elchweiler Bergwerk . Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg-Amerik Paketf. Harpener Bergwerk . . LaurahOtte ...... Nordd Lloyd . . . . . Obenchlea. Eisen-Industrie Berliner Handeliges. . Darmitldter Baak . Deutsche Bank . . Deutsch-Asiat. Bank Diskonto-Kommandit . Dresdner Bank . . . . Kre litakticn.....

Baltimore- und Ohla-

Eisenbabn . . . . Gottbardbahn.....

Lombard. Eisenbahn. . . Oesterr. Staatabahn . . . Prince Henri - Eisenbahn .

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Tendern: behauptet

Berliner Börse.

Canada E.B......180^5

DarmstAdter Bank . . . 123.60 Deutsche Bank .... 24X3'1 Dortmunder-Union C. 6.'.70 Dresdner Bank . 154.70

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Lutobanicn E. B. . ... U-70

N>rdd. Lloyd.....94.40

Türkenloee . 14ÄJ0

Tendenz: e-hwAcher.

Braut-Seide v. Mk. 135 ab

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