Ausgabe 
2.7.1909 Drittes Blatt
 
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159. Jahrgang

Zweites Blatt

Nr. 5 3

Erscheint ISgllch mit Ausnahme des Sonntags.

99.95

95.95

116.10

Berliner Börse, 2. Juli. Anfangskurse.

160.10

181.60

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Tendenz: ruhig aber fest»

. 228.30

. 109.00

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Canada E. B. . . Darmstädter Bank .

Deutsche Bank Dortmunder-Union C. Dresdner Bank .

DieGießener ZamilienblStter" werden dem Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das Kreisblatt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal.

62.40

64.00

99.05

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49.50

89.00

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98L0

Harpener Bergwerk .

Laurahütte . .

Lombarden E. B, . » Nordd. Lloyd » . . Tuikenlose . « »

117.00

123.10

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178.70

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200.30

Türkenlose . ...

4°/0 Griech. Monopol-Anl. 4°/0 äussere Argentinier 3% Mexikaner . . . 47,% Chinesen . . .

Aktien:

Bochum Guss ...» Buderus E. W. . » .

Tendenz: ruhig.

Elektriz. Lahmeyer . « . Elektriz. Schuckert . . . Eschweiler Bergwerk . . Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg-Amerik. Paket! Harpener Bergwerk. . . Laurahütte......

Nordd. Lloyd . . . . . Oberechles. Eisen-Industrie Berliner Handelsges. . . Darmstädter Bank , . Deutsche Bank . . . Deutsch-Asiat. Bank , . Diskonto-Kommandit . . Dresdner Bank . . . Kreditaktien . . . , . Baltimore- und Ohie-

Eisenbahn . . Gotthardbahn . . . . Lombard. Eisenbahn. . . Oesterr. Staatsbahn . . . Prince - Henri - Eisenbahn .

Freitag 3. Juli 1909

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Unwersitäts - Buch- und Steindruckerei.

9L Lange, Gießen.

** Das 3. Gießener Tenn is-Turnicr, das der hiesige Offtzier-tTennis-Verein auf den Plätzen Der Liebigshöbe veranstaltet, nimmt heute nachmittag 3 Uhr einen Anfang.

Unliebsame Verwechselungen entstehen immer wieder durch die Unachtsamkeit des Publikums im Verkehr mit den Zertungrn. Besonders werden Redaktion und Geschäftsstelle immer wieder miteinander verwechselt. Wir.weisen deshalb wiederholt darauf hin, daß Einsendungen, die 'für den Text des Blattes bestimmt sind, an bie Redaktion, Einsendungen für den Anzeig etc il, wie Offerten, Zeitungsbestellungen und ähnliches sind ausschließlich an die Geschäftsstelle zu senden. Ebenso empfiehlt cs sich, alle Einsendungen, die für den redaktionellen Teil bestimmt sind, a u die Redaktion zu richten, damit unliebsame Verzögerungen nach Möglichkeit vermieden werden.

Psi Bad-Nauheim, 1. Juli. Zur 3. Landes- Ausstellung des Verbandes hessischer Geflügel­züchter, die vom 3.-5. Juli hier veranstaltet wird, sind außer einem Ehrenpreis vom Großherzog noch eine ganze Anzahl wertvoller Preise von Vereinen und Privaten ge- stiftet worden, u. a. von der Landwirtschaftskammer, vom Landesverband Hess. Geflügelzüchter, vom Rheinischen Ge­flügelzucht- und Vogelschutz-Verband, vom Geflügelzucht- verein KirchgönS und vom Geflügelzuchtverein Alsfeld. Mit der Ausstellung ist eine Verlosung verbunden. Wie be­kannt, hat die Kurverwaltung zwei Preise von insgesamt 3000 Mark für Motorluftschiffe gestiftet, die in der Zeit vom 10. Juli bis 10. Oktober 1909 auf ihren Fahrten ge- lcgentlich der internationalen Ausstellung in Frankfurt a. M. am meisten Bad-Rauheim berühren, wenigstens einmal aber auf dem Golfplatz landen und die Fahrt vom Johannes­berg nach dem Bahnhof und umgekehrt ausführen. Es sollen schon Meldungen von Luftschiffen eingelaufen sein.

and Industrie, Giessen.

Tran klarier tioree, 2. Juli, 1.15 Uhr.

61.10

152.60

n

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: e^s>51. Redaktion: 112. Tel.-Adr.: AnzeigerGießm.

L. Friedberg, 1. Juli. Eine gute soziale Ein­richtung hat das Sekretariat des Kreisarbeitsnachweises m Friedberg getroffen, indem es den nach erfolgreicher Kur in einer Lungenheilanstalt Genesenen, die ihren früheren Beruf oder Dienst aus gesundheitlichen Gründen nicht wieder auf­nehmen können, Stellen in der Land-, Garten- oder Forst- wirtschaft vermittelt. Die Sommerferien sowohl der höheren Lehranstalten als auch der Volksschule beginnen Samstag, 3. Juli und dauern 4 Wochen.

Mainz, 30. Jtmi. Im vorigen Jahre n/rden hier studentische Arbeiter-UnterrichtSkurse abgehalten, die sich eines sehr guten Besuches erfreuten. Die Kosten für die Kurse wurden durch freiwillige Beiträge deS Großkapitals bestritten. Da nun für die Folge alljährlich hier solche Kurse abgehalten werden sollen, so wurde heute durch die Stadt­verordneten -Versammlung auf Antrag des Stadto. Feine ein jährlicher Zuschuß von 200 Mk. zu diesen Kursen bewilligt. Die Schuloerhältnisfe in dem neuen Stadtbezirk Kastel sind so ungünstig, daß die Stadtocrordneten-Versamm- lung heute, vorbehaltlich der Vorlage der Pläne, eine Summe von 252 300 Mk. für die Erbauung eines neuen SchulhauscS bewilligte; ferner werden für Kastel 35 200 Mk. für die Er­bauung eines neuen Volksbadcs mit Wannen- und Brause­bädern genehmigt. ___________________

Aus Stadt und Land.

Gießen, 2. Juli 1909.

Manöver des 18. Armeekorps. Wie schon mitgeteilt ist, finden die diesjährigen Herbstmanöver des 18. Armeekorps bei Westerburg und an der Lahn statt. Korpsmanöver werden nicht abgehalten. Die Schlußmanöver der 21.Division werden zwischen Braunfels und Gießen, die der 25. Division bei Westerburg stattsinden. Die Regimentsübungen der Infanterie-Regimenter Nr. 115 und 116 werden in der Nähe Montabaurs, bei Meudt, die der Infanterie-Regimenter 117 und 118 bei Mainz, bezw. Darmstadt, des Infanterie-Regiments Nr. 168 auf dem Truppenübungsplatz Darmstadt abgehalten. Die Brigade­übungen der 49. Infanterie-Brigade werden bei Meudt, die der 50. Infanterie-Brigade auf dem Truppenübungsplätze bei Darmstadt stattsinden. Die Brigademanöver der 49. In­fanterie-Brigade werden vom 11.14. September zwischen Hadamar und Montabaur, die der 50. Infanterie-Brigade in der gleichen Zeit bei Westerburg abgehalten. Die D i 0 i s i 0 ns- manöver der 25. Division finden vom 16. bis 22. Sept, bei Westerburg statt, womit Schluß der diesjährigen^ Herbst­manöver eintritt. Die 25. Kavallerie - Brigade hält ihre Brigadeübungen vom 21.28. August auf dem Truppen­übungsplätze bei Darmstadt ab und nimmt dann im Verbände der Kavallerie-Division A an den K a iserman ö 0 e rn teil. Die 25. Artillerie-Brigade (F.-A.-R. 25 und 61) hält ihre Brigadeübungen bei Westerburg ab, bei den Brigademanövern ist das F.-A.-R. Nr. 25 der 50., das F.-A.-R. Nr. 61 der 49. Infanterie-Brigade zugeteilt. Die Unteroffizierschule Biebrich ist der 50. Infanterie-Brigade beigeordnet. Das Pionierbataillon Nr. 21 und das Trainbataillon Nr. 18 nehmen je zur Hälfte an den Manöoern der 21. und 25. Division teil, ebenso sind Abteilungen deS Fußartillerie- Regiments Nr. 3 dec 21. und 25. Division zugeteilt. Bei dem Jnf.-Neg. Nr. 168 wird für die Zeit der größeren Herbstübungen ein drittes Bataillon gebildet.

Zur Gehaltsauszahlung an die Lehrer auf dem Lande wird uns geschrieben: Noch immer ist in der Gehaltsauszahlung an die Lehrer auf dem Lande eine un­erwünschte Ungleichheit vorhanden. Die Lehrergehalte setzen sich zusammen aus Staatszulagen und Gemeindebesoldungen. Tie ersteren werden schon geraume Zeit vorher bezahlt, die letzteren aber in einem Teil von Gemeinden am letzten mög­lichen Tage. Nicht nur in einzelnen Kreisen erhalten aber die Lehrer auch den Teil der Gemeindcbcsoldung pränumerando, sondern , ost wird in ein und demselben Kreise einem Teil der Lehrer die Besoldung in erwünschter Weise ausbezahlt, während dec andere Teil den Gehalt in zersplitterter Art bezieht. Diese Verschiedenheit rührt daher, daß die Rechner wohl mcht un­gesetzlich bei einer Pränumcrando-Bezahlung verfahren, daß aber ihr größerer Teil dies ohne eine bete. Verfügung nicht tut. Eine solche wäre wohl zur Beseitigung dieser Verschieden­heiten am. Platze.

Arbeiterbewegung.

Marseille, 1 Juli. Tie Dampfs chif sahrtsgese II- schäften haben Mühe, ihre Schis»' zu bemannen. Etn Po,t- bampfer konnte infolge davon nicht alstahrcn. Tie eingeschriebenen Seeleute der Mefsagerie Maritimes beschlossen, sich heute wieder an Bord zu begeben, nachdem die Gesellschaft zugestanden, gematz deut Kompromiß vom 23. April die wöchentlichen Ruhestunoen zu bezahlen, welche den ManNschafteil durch ihren Dienst an Bord entgehen. Tie Mannschaften der anderen Dampsschiffahrtsgcirll- schaften setzen den Ausstand fort.__

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berrn Z Sr. 6q 1909 69

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Gberheffen

! Maschinen bet der Stuttgarter Rückvcrsich^i.uug empfohlen; ebenso wurde der Beitritt zu dem neu gegründeten toanfa- bund warm befürwortet. Nach Erledigung verschiedener Handwerker- und Gewcrbefragen wurde die Versammlung gegen 12 Uhr geschlossen.

94.95

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Da; geschwollene Zentrum.

DieSachs. Vol.ksztg.", das Leibblatt Matthias Erzbcrgers, :ift über den Sturz des Fürsten Bülow so entzückt, daß cs schreibt:

Das deutsche Reichsschiff fährt weiter mit geschwollenen (!) Segeln, unbekümmert, ob ein Mann über Bord geht oder nicht. Im In- und Auslande steht man mit Bewunderung vor der Leistung der Mehrheit, .die die große und schwierige Arbeit unter so vielen Beschwernissen vollbracht hat."

Ganz so, ass hätte das Zentrum schon wieder die Kommando­brücke des Reichsschiffes inne! Im übrigen ist es natürlich ein Leichtes, mitgeschwollenen" Worten, die vom Block der Kanzler- stürzer getroffene Steneranswahl hcrauszustreichen, nachdem der alte Block das Wichtigste geleistet hat und eine nationale Steuer­willigkeit im Volk großgezogen hat, wie sie ein Zentrumsreichstag nie im annähernden Maße erzielt hätte. Daß dein deutschen Volk mm seine Lpsenvilligteit sz> gelohnt wird, muß schlimme Früchte tragen. Mit Recht schreioen dieBerl. Neuesten Nachrichten":

Ebensowenig w.e Fürst Bülow sich unter das Joch des Zentrums beugen will, ebensolvenig kann dies einer feiner Nach- Wlger tun. Denn darüber muß man sich klar sein: wenn auch die Racke des Zentrums zunächst den Fürsten Bülow persönlich getroffen hat, so soll sie doch in Wirklichkeit, noch weit über dieses Ziel Hinausgehen. Jjt doch die Ursache des Zentrumshaffes bann zu suchen, daß eine Regierung es überhaupt gewagt hat, den anttnationalen und arroganten Machtgelüsten dieser Partei, die enrschloffen danach strebt, baherische Verhältnisse im ganzen Reiche einzuführen, entschieden entgegenzutreten. Zustände aber, wie sie in Bayern leider noch möglich sind und die von allen national empfindenden Männern in Bayern und im Reiche aufs tiefste beklagt werden, würden für das Reich erst recht von den unerträg­lichsten und verhängnisvollsten Folgen sein. Eine Reick)srcgie- rung, die so abhängig vom Zentrum wäre wie die bayerische, würde den stärksten Sturm nationalen Unwillens entfachen, der seit den Freiheitskriegen beui)d)e Lande durchbraust hat. Und wem gilt die nächste Demütigung, wenn die Schwarzen am Fürsten Bülow ihr Mütchen gekühlt haben? 3hin, die Antwort kann nicht schwer fallen: dein Träger der Krone, der aus reinem nationalen Empfinden heraus das Ergebnis der lebten Wahlen als Befreiung cmpfuitöen und diesem Gefühle den deutlichsten Ausdruck gegeben hat. Aber noch weiter wird die Rache des Zentrums gehen: eine foefce gegen alles, was national ist, wird einfetzen und die schlimm^- sten Tage politischer Brunnenvcrgiitung, wie sie Deutschland noch nie erlebt hat, werden kommen."

Die Zukunft ist dunkel, sagte Freiherr von »ertluig. Un­gewollt hat er richtig prophezeit. Ein Kanzler liegt schon auf der Strecke und die Autorität des Bundesrats ist nicht wenig ramponiert! Also rächt sich der Judasrat, der die Einschaltung des haßerfüllten Zentrums in die arbeitswillige nationale Mehr­heit forderte.

3x/,*/0 Reichsanleihe . . . 3°/o do. . . .

8'/.% Konsole 3% do.....

Hessen.....

37a% Oberhessen . . 4°/0 Oesterr. Goldrente. . 476% Oesterr. Silberrente. 4% Ungar. Goldrente . . 4° , Italien. Rente . . . 3°/0 Portugiesen Serie I . 3% Portugiesen III . 47,% russ. Staatsanl. 1905 47,% Japan. Staatsanleihe 4% Conv.Türken von 1903

** Der Ortsgewerbevere i n hielt am Mittwoch abend im neuen Gewerbehaus feine Gencralversamm- lung ab. Nach einer Begrüßung durch den Vorsitzenden Kommerzienrat H e y lig en st a e d t, in der er fein Be­dauern darüber zum Ausdruck bringt, daß die Mitglieder aus dem Gewerbe- und Handwerkerstand schlecht vertreten waren, wurde zunächst der Verdienste oes stellvertr. Vorsitzenden L. Petri II. gedacht, der dem Verein feit 50 Jahren an­gehört. Der Vorsitzende bringt ihm aus diesem Anlaß namens des Vereins herzliche Glückwünsche dar; auch wurde ihm ein sehr geschmackvoll ausgearbeilltes Ehrendiplom überreicht, das aus der Schule hervorgegangen ist. Der Jubilar dankte in bewegten Worten für die ehrende An­erkennung. Ter Vorsitzende gedachte weiter der verstorbenen Mitglieder Schreinermeister Beil, Schmiedemeister Becker und Schnhmachermeister Völlmar; die Versammlung er­hob sich zu bereu Andenken von den Sitzen. Die Mitglieder­zahl des Vereins betrügt z. Zt. 350, wozu 'noch die Mit­glieder der Bäckerinnung unb Schuhmach ^Vereinigung hin­zukommen. Tie Rechnung, die von den Vorstandsmllgllebern Krogmann und Hamann geprüft und für richtig befunden wurde, wurde von der Versammlung genehmigt. Dem Vor­stand, sowie dem Rechner Haas wird Entlastung erteilt. Nach Abzug der Schulden beträgt das Vereinsvermögen am Schluffe des Vereinsjahrcs 1908/09 60 685.20 Mk.; der Neu­bau stellt sich inkl. dec erfolgten Stiftungen auf 103 726 Mark. Ter Unterstützungsfonds des Gewerbevereins hat am Schluffe des Vereinsjahres ein Vermögen von 13 373 Mark. Ter von dem Vorsitzenden entworfene Voranschlag für 1909/10, der in Einnahmen 5450 Mk., in Ausgaben 4450 Mark ergibt, zeigt einen lleberschuß voit 1000 Mk, welcher für die Unterhaltung des Hauses verwendet werden soll. Ter Voranschlag wird gutgeheißen. Ter Vorsitzende dankt allen, die sich bei dem Reubau des Gewerbchauses in finan­zieller Hinsicht oder durch geleistete Arbeit beteiligt haben. Tie Monatsversamntlungen sollen voin 1. Oktober an ab­gehalten werden. Heber den Besuch und die Leistungen der Schule ist erfreuliches zu berichten; auch die finanzielle Lage hat sich gebessert. Der Vorsitzende sprach fick weiter über die Sonntagsfchule aus und ersucht die Handwerker, ihre Lehrlinge zu regelmäßigem Besuche dieser Schule an­zuhalten. Dte Tagesschule wurde im Wintersemester 1908/09 von 103 Schülern besuche. Außer dem Hauptlehrer waren 7 Hilfslehrer tätig. Tie Gesellenprüfungen haben von 79 Prüflingen 33 bestanden. Tie Meisterprüfung haben 105 Prüflinge abgelegt. Die hi Gemeinschaft mit dem Kauf­männischen Verein abgehaltenen Vorträge waren gut be­sucht. Tem Vorsitzenden wurde für seine ersprießliche Dätig- teit Dank ausgefprochew Bei der vorgenommenen Vor- staudswahl werden die ausscheidenden Herren Berg, Bergen, Hamann und Heyligenstaedt wiedergewählt; für den ver­storbenen Schreinermeister Emtt Betl wurde Weißbinder- meister Ehr. Schmidt gewählt. Von einem gemein)amen Besuche der Ausstellung in Wiesbaden soll Ab stand ge­nommen werden; cs >vll vielmehr jcücm einzelnen über­lassen bleiben, dieselbe zu besuchen. Ten Mitgliedern wird | dringend die Versicherung für entstehende .Schaden an

Stimmungsbild aus dem Reichstage.

Berlin, 1. Juli.

hat der letzte, für das Schicksal der Finanzreform ent­scheidende Abschnitt der Verhandlung nicht begonnen. Aber auch schon jetzt, wo man in der zweiten Lesung in die Beratung der Verbrauchssteuern eintritt, deren Gestaltung ja für die schließliche Stellungnahme der Regierung nicht mehr ins Gewicht fällt, deutet alles auf die Schlußentschcidung hin. Mitte hinein in die Ver­handlung der Biersteuer, der harmwsesten unter den großen Kvn- sumsteuern, wurde eine bedeutsame Erklärung der verbündeten :)iegierung abgegeben, in feierlicher Form und auf ungewöhnlicher Weise. Die bis bahnt fast leere Bundescstrade füllte sich plötzlich mit den Bevollmächtiaten der sämtlichen Bundesregierungen, und als der grade am Wort befindliche Redner geendet, mtterbrach der amtierende Vizepräsident Dr. Paaschc die Beratung und er­teilte außerhalb der Tagesordnung dem Stellvertreter des Reichs­kanzlers, Staatssekretär v. B e t h m a n n - H 0 l l w e g , das Wort. In dichten Haufen drängte alles nach vorn und durch die Saal­türen strömten die Abgeordneten, die die Rufglocken aus den Außenräumen aufscheuchten. Ausdrücklich im einstimmig erteilten Auftrage des Bundesrats, der soeben eine Sitzung abgehalten, verlas Herr v. Bethmann-Hollwcg eine formulierte Erklärung, in der die Gerüchte über sachliche Meinungsverschiedenheiten und persönliche Differenzen zwischen dem Bundesrat, seinen Mitgliedern intb dem Reichskanzler als jeder Unterlage entbehrend bezeichnet wurden. Der Bundesrat stehe hinter dem Fürsten Bülow und sei ihm dankbar, daß er solange im Amte bleibe, bis die Finanzreform der verbündeten Regierungen in annehmbarer Gestalt erledigt sei. Und int unmittelbaren Anschluß daran wies der bayerische Bevollmächtigte, Graf Lerchenfeld, die Behauptung von einer persönlichen Verstimmung zwischen ihm und dem Kanzler als Legende zurück. Mit ungeheurer Spannung nahm das Haus diese Erklärungen entgegen. Präsident Paasche sorgte dafür, daß sie sich nicht sofort in erregten Debatten entlud, durch die Feststellung, daß nach der Geschäftsordnung über die außerhalb der Tages- orbnintg abgegebenen Regierungserklärungen erst in einer neuen Sitzung verhandelt werden könne. Auf der rechten Seite des Hauses schien man nidyt recht zu wissen, als was man die Erklärung des Bundesrats nehmen solle. Schüchtern klang der Beifall, den Konservative und Zentrum spendeten: man batte zum crjtcnmale in aller Form die offizielle Bestätigung, daß öürit Bülow gehen werde, sobald die Finanzreform unter Dach und Fach gebracht ist. Es schien ungewiß, ob man sich auf der Rechten die Bedeutung der mit nachdrücklicher Betonung ver­lesenen Zusatzwortcin annehmbarer Gestalt" eben so klar machte. Nur eine Partei des Hauses zog anscheinend schon in der heutigen Sitzung Konsequenzen aus der ungewöhnlichen Stintbgebung. Die Polen sanden das Werk, bei dem ihnen die Konservativen so wacker geholfen, gekrönt, ihr Ziel, die Entfernung des Fürsten Bülow aus seinem Amt, endgültig erreicht und haben sie das Interesse nm Zustandekommen der Finanzreform verloren. Als es über den entscheidenden Paragraphen des Brausteuergesetzes, der bnt Kern und Hauptinhalt der neuen Biersteuer cnlhälr, zur Abstimmung kam, da vereinigten sie ihre Stimmen nicht mit denen der anderen Parteien des neuen Blocks. Sie enthielten sich der Abstimmung und hernach bei den Einzelabstimmungen über Anträge zu weiteren Bestimmungen des Gesetzes waren sie zumein auf ocr Seite der Minderheit zu finden.

Für die Linke hatte sich in der Lage nichts geändert. Abg. Dr. Weder bradite für die Rallonalliberalcn und Abg. Dr. Pach- nicke für die Freisinnigen einige Abänderungsanträge zum Brau- steucrgesetz ein. Aber beide erklärten zugleich, daß ihre Partei- freunhe die Biersteuer ebenso wie die anderen indirekten Steuern solange ablehiten würden, als durch eine allgemeine Besitzsteuer, die Erbschaftssteuer, nicht die Grundbedingung für ihre Zustim­mung erfüllt sei. Richt nur die Polen hatten sich aber von der Mehrheit getrennt: die Herren Pont bayrischen Zentrum sahen ihre heisigsten Güter bedroht und stimmten gegen die Biersteuer. Das Mehryeitsvcrhältnis tonnte durch düse "Absplitterung aber nur geändert, nicht beseitigt werben. Die Kompromißanträge der Mehr- hctt, für die bei dieser Steuer der Zentruinsabgeordnete Zehnter firmiert, wurden durchweg angenommen. Tic Biersteuer wurde ihren Beruf verfehlt haben, wenn dabei nicht auch einige Bier­reden verzapft worden wären, und dieser dankenstoerten Auf­gabe unterzog sich unter allgemeiner ungeheurer Heiterkeit be­sonders der bayrische Bierbrauer Steindl. Am Schlüsse der Sitzung mib es aus Anlaß der Bnndesratserklärung noch einen kleinen $ türm in Gestalt einer Geschäftsordnungsdebatte.

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Verantwortlich für den politischen Teil i. D.: E. Heß.

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des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Hande)

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die mir zu meinem : '-iahrigkll Jubiläum : efenen äuimerfiam- n sage ich Men meinen : iglieit 9iinli.

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