Kindermehl
Sectio”
Zweites Blatt
Mittwoch 28. Juli 1909
Nr. 174
Erscheint ISgNch mit Ausnahme des Sonntags.
■Dimicni rverve uic jitüitiuim uvv_, . V
versorgungs gesetzt für Arbeiter vor Schluß der -'tvticdntiirhprinhp. ru verwirtlickwn und später nach imd nach
geschlossen.
Wetter
Höchste Temperatur am 26.-27. Juli — 4- 21,0 °C.
Niedrigste , w 26.-27. , — ~t~ H,6 0»
Handel
des
Börse, 28. Juli, 1.15 Uhr.
Frankfurter
3°/.
3 %
Hessen .
62.20
119.00
Prince-Henri-Eisenbahn . 129.00
153.70
-Kranken kost
Sonnenschein Bew. Himmel Bed. Himmel
99.90
99.40
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8 SSW
E
20.75
154.30
233.00
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86.45
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86.45
95.20
1S9. Jahrgang
115.00
124.20
192.25
184.50
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173.00
131.95
243.90
144.20
187.70
153.50
201.50
Elektriz. Lahmeyer . . . Elektriz. Schachert . . . Eschweiler Bergwerk . . Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg - Amerik. Pakett Harpener Bergwerk. . . Laurahütte ...... Nordd. Lloyd.....
Oberschi es. Eisen-Industrie Berliner Handelsges. . . Darmstädter Bank . . . Deutsche Bank . . , Deutsch-Asiat. Bank . . Diskonto-Kommandit . . Dresdner Bank . . . Kreditaktien.....
Baltimore- und Ohie-
Eisenbahn . . . . • Gotthardbahn.....
Lombard. Eisenbahn. . . Oesterr. Staatsbahn . . .
Ter 3. Deutsche Bauerntag, der unter Beteiligung von etwa 300 Landwirten hier abgchalten wurde, hatte gegenüber seinen 5ciden Vorgängern in Gnesen und Graudenz insofern ein ebna* riidercs Gepräge, als auf ihm verschiedentlich gegnerisct)e Stimmen rii§ dem Lager des Bundes der Landwirte zu Worte kamen. — Ansiedler Schulze (Osterbitz) eröffnete die Tagung und nahm dm Deutschen Bauernbund gegen den Vorwurf in Schutz, als ol er parteipolitische Zwecke verfolge und den Bund der Land- roirte vernichten wolle. Die Totengräber des Bundes icien vielmehr die Herren Roesicke und Major v. Endell, die d-m deutsd)en Bauernstand bevormunden wollten. Die Reitgüter frage habe für die Bauern die Notwendigkeit erbracht, sich zu
Tausendfach bewährte Nahrung bei:
Brechdurchfall, Diarrhöe, Darmkatarrh, etc.
37,7°
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts - Buch- und Steindruckerei.
R. Lange, Gießen.
37° Mexikaner . . .
41/,7o Chinesen . . «
Aktien t
Bochum Guss . . .
Buderus E. W. . • .
Tendenz: ruhig.
Berliner Canada E. B. ... Darmstädter Bank . . Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C. . Dresdner Bank . . • Tendenz: fest.
zur Jubelfeier der Universität, die Großherzogin begibt !,ech nach Königstein im Taunus.
Der geplante Besuch der türkischen Parla- !ien tarier in Berlin ist ausgegebcn worden.
Der Hansabund will demnächst eine umfangreiche Msland-Agitation ins Wert setzen, die der Hamburgische ,sweigverein durchzuführen beauftragt ist, der zu den im Ms lande lebenden Deutschen die meiste Fühlung hat.
Festsetzung der Champagnerpreise. Im Mrhause zu Wiesbaden fand gestern eine Versammlung von Vertretern der bedeutendsten Ehampagnersirmen statt. Die Beratungen betrafen in der Hauptsache die neue Festsetzung des Ehampagnerpreises. Es wurde beschlossen, die einzelnen Marken nur um den die Steuer auszumachenden
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Expedition und Verlag: es® 51. Redaktion:S-^112. Tel.-Adr.: AnzeigerGießen.
Börse, . 184.20 . 131.40 . 244.10
Telefonische Kursberichte
Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für und Industrie, Giessen.
99.25
95.96
93.00
146.60
48.60
88.20
66.30
99.50
MWMK'L
Tie „Gießener Familienblätter" werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Tie „Landwirtschaftlichen Seih fragen" erscheinen monatlich zweimaL
Meteorologische Beobachtungen
der Station Gießen.
•(»tteien *$4ber W
KÄS 8-°°°^
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
""Verloren «
vom MerbchäofAÄ
i mit v
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Eintritt A> L
5. Deutscher Bauerntag.
S. u. H. Schönsee, 27. Juli.
Ich beschaffe
rasch und verschwiegen (äuter u. Teilhabe tets vorgemerkt 3000 ka;> räftige Reflektanten für ft chäfte u. gewerbliche Beto- Iler Branchen, Stadt- u. I» rundstücke jeder Art. to edingnngen sind diM ir besten, von Jeä<n& mehmbar. Verlangen bi ostenfreien Besuch ücksprache-
E. Kommen Xachf. Köln alRh., Kreuzgasse h; dtes Unternehmen mitburtr q Dresden,Hannover. hohiK
Leipzig. Karlsruhe i b.
3l/,70 Konsola do.
KIy-K
.untre fsen.
__ . Das badische Großherzogspaar kommt am ’liÄK'K® W heutigen 28. Juli auf der Rückreise von Schweden nach tin® S'/oiLMtW ^riin. Der Großherzog reist am gletchen Tage nach Letpzrg b II rauenöl.0-— ü .<•— Kav hfp torn&Tiprznm n hertiht
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Ä«c. äbwebin w ’S
SS."
l Eisenhandlung lodhehner Strasse 12.
37,7, Reicbsanleihe do.
01 s
verdanke. ,
In der Kundgebung des Kabrnetts heißt es werter, die Regierung sei bereit, die sür die Marine gebrachten Opfer ourd) eine organische Reform wirksam zu gestalten. Die britif an der Atarine hätte übrigens niemals auf dre Vaterlandsliebe und die berufliche Tüchtigkeit der französischen Geteilte sich erstreckt. In erster Linie werde die Regierung jiir die Bewilligung des Budgets eintreten. In fozraler Ansicht werde die Regierung bemüht sein, die Alters-
Das Programm Oes neuen französischen Kabinetts.
J11 der gestrigen Sitzung der französischen Kammer und Senats hat das neue Kabinett sein Programm entwickelt. Das neue Kabinett erklärt in der im Parlament erlesenen Kundgebung, cs beabsichtige, eine Politik des 7-riedens, der Re s0rm en und des Fortschritts
5ic Wege zu leiten. Es werde den Bündnissen und ^eundsclMten Frankreichs unverbrüchlich treu bleiben und --- seine Aufgabe betrachten, der Würde und den Rechten Frankreichs Achtung $11 verschaffen und den Weltfrieden zu ähren. DiePolittkdesfrühcrenMrntsteriums nerde es weiterführen; diese von der Kammer stän- tg gebilligte Friedenspolitik habe zur Stärkung des Ver- auens betgetragen, vermöge dessen Frankreich mit wachsender Autorität im Geiste der Versöhnung an der Regelung ixr internationalen Schwierigkeiten habe mitwirken können. Liese Autorität entspringe ebenso der Konsequenz seiner Ansichten, wie dem Prestige, das es seiner moralischen Ex- .rnsionskraft und seinen Machtmitteln zu Wasser und Lande
31/,°L Oberhessen . . . 47O Oesterr. Goldrente. . 4767o Oesterr. Silberrente. 47«, Ungar. Goldrente . . 4° 0 Italien. Rente . . . 37e Portugiesen Serie I . 37O Portugiesen „ III . 4‘/a7o rusa. Staatsanl. 1905 47,7» Japan. Staatsanleihe 47, Conv.Türken von 1903 Türkenlose . . . . .
47O Griech. Monopol-AnL . 47O äussere Argentinier .
Gießener Strafkammer.
)( Gießen, 27. Juli.
Ein Unverbesserlicher^
ist der 27 jährige aus Friedberg gebürtige Taglöhner H. H. hier. Er ist dem Müßiggang und dem Trünke ergeben und hat bereits ieben Vorstrafen erlitten. Im letzten Frühjahr trieb er sich angetrunken hinter den Bahnhöfen hier umher; er verschaffte ich durch Abrcißen einiger Spalierlatten Eingang in einen Garten, wo er den in dem Gartenhäuschen befindlichen Gerätekasten be- chädigte und die darin besindlichen Gartengeräte und Arbeitskleider mitnahm. Er wurde von dem Bestohlenen am Lahnufer liegend überrascht, der dann für seine Festnahme sorgte. Der Diebstahl ist unter doppelt erschwerenden Umständen und im Rückfall verübt. Das Gericht erkannte auf ein Jahr Gefängnis unter Anrechnung von 4 Wock)en Untersuchungshaft; es kündigte aber dem Angeklagten an, daß er das nächstemal mit dem Zuchthaus Bekanntschaft machen werde.
Drei Tage wegen einiger Bunde Stroh.
Die 72 jährige Handelsmannivitwe S. M. von Groß-Karben wurde vom Schöffengericht Vilbel wegen Diebstahls zu drei Tagen Gefängnis verurteilt. Es war dies ihre erste Strafe, weshalb sie nichts unversucht ließ, um straftrei auszugehen. Tas Schöffengericht hatte sestgestellt, daß sie an einen Kaufmann ihre Scheuer vermietet hatte und in Ermangelung von Streu sür ihr Pferd, dem Kaufmann einige Gebund Stroh entwendet hat. Nach den Feststellungen in beiden Instanzen hat sie sich bei der Angelegenheit sehr in Widersprüche verwickelt. Als das Fehlen des Strohes bemerkt wurde, war ihr Stall, entgegen der früheren Gepflogenheit, verschlossen und sie bestritt, im Besitze von Stroh zu sein, den Stall wollte sie nicht öffnen, bis ihr der ©enbann erklärte, daß sie sich des Widerstandes schuldig mache. Als man dann das Stroh im Stall fand, behauptete sie, der Pächter ihrer Scheuer sei ihr das Stroh schuldig gewesen und zuletzt wollte sie glauben machen, es habe ihr jemand das Stroh aus Schabernack in den Stall getan, um ihr Ungelegenheiten zu bereiten, wozu sie den Pächter der Scheuer, mit dem sie in Streit geraten war, oder dessen KKecht für fähig hielt. Die bestimmten Aussagen der Zeugen führten zur Verwerfung der von der Angeklagten eingelegten Berufung.
Wegen Vergehens gegen die Gewerbeordnung
ging dem Gastwirt Th. Sch. zu Ober-Lais ein Strafbefehl über 10 Mark zu, weil er trotz kreisamtlichen Verbots einen Saal im Obergeschoß seines Hauses, der wegen seiner Beschaffenheit den polizeilick)en Anforderungen nicht entspricht, zu Versammlungen benutzt und darin ohne Konzession Wirtschaft betrieben hat. Auf seinen Einspruch stellte das Schöffengericht fest, daß der Angeklagte den fraglichen Saal einem Gesangverein mrd dem Kriegerverein zur Abhaltung von Versammlungen zur Verfügung gestellt hat. Die Vereine haben das Bier faßweise von dein Angeklagten bezogen und er tote sein Sohn und Schwreger- john, die alle Mitglieder der fraglichen Vereine sind, haben die Gäste bedient. Das Schöffengericht erblickte in diesem Verhalten feinen Wirtschaftsbetrieb, da das Bier Eigentum des Vereins war und nicht auf Rechnung des Wirtes verzapft worden ist; der Umstand, daß der Angeklagte Zigarren an die Gäste abgegeben hat, bedinge ebenfalls keinen Wirtschastsbetrieb. Das Schöffengericht kam deshalb zur Freisprechung; doch die Staatsanwaltschaft focht das Urteil an und die Strafkammer erkannte auf die im Strafbefehl angedrohte Strafe. Es stand fest, daß nicht mir der Wirtschaftsbetrieb, sondern das Abhalten von Versammlungen in dem fraglichen Saal kreisamtlich untersagt war. Wenn der Angeklagte glaubte, die Bestürmungen umgehen zu können, indem er das Bier faßweise lieferte, so hat er sich getäuscht. Nach Ansicht des Berufungsgerichts ist kein Unterschied zu machen, ob das Bier faß- oder glasweise abgegeben wird. Der Angeklagte war mithin in beiden Richtungen strafbar.
Knorr-Tos statt Maggiwürze
Deutsches Reich.
Ter Kaiser unternahm gestern vormittag und nach- nrittag Spaziergänge mit einigen Herren zur Begleitung nt die Umgebung Meldes und arbeitete dann allein. Das Better ist aufklärend. Heute früh sollte die „Hohenzollern" nach Bergen in See gehen und dort um 9 Uhr abends
organisieren. Redner schloß mit einem Hock) auf den Kaiser. Das Hauptreferat hielt anstelle des verhinderten Vorsitzenden des Bundes Wachhorst de Wente, der Reichstagsabgeordnete L ö - scher. Der Redner stellte als Ziel des Bauernbundes hin, eine Annäherung zwischen Stadt und Land wieder herbei- zuführen. Bedauerlich sei, daß diejenigen Leute, die den Groß- gntnbbejtkem Steuerdrücker ei vortoerfen, jetzt bei der Talonsteuer das gfetdje tun. Die Reichsfimrnzreform stelle im allgemeinen eine beachtenswerte Leistung dar, wenn sie auch noch manche DUingel aufweise, die später beseitigt werden müssen. Am richtigsten toäre jedenfalls die Erbansallsteuer gewesen, die vor allem die großen Vermögen getrosten hätte. Die Konservativen hätten die Erbansallsteuer abgelehnt, um damit an dem Fürsten Bülow Rache dafür zu nehmen, daß die letzte preußische Thronrede die Ankündigung einer Reform des preußischen Wahlrechts ent jielt. Der Bauernbund müsse dafür ein treten, daß Preußen ein anderes Wahlrecht erhält und zwar ein geheimes und direktes. (Beifall und Widerspruch.) — In der Diskussion wies Rittergutsbesitzer v.d.Leyen lNiedeck) darauf hin, daß Fürst Bülow und Bassermann die Erbschaftssteuer früher auch abgelehnt hätten, die den ersten Schritt zum Sozialismus bedeute. In vielen Bauernwirtschaften arbeiten Fran und Kinder mit, und von dem, was diese erwerben, wolle man in der Todesstunde eine Steuer erheben. Dank müsse man den Konservativen sagen, daß sie diese Steuer zu Fall gebracht hätten. Daß die Konservativen Pen Fürsten Bülow gestürzt hätten, sei eine ganz haltlose Behauptung. Tas preußische Wahlrecht sei gewiß in einigen Punkten reformbedürftig, aber gegen die Einführung des Reichstagswahlrechts in Preußen würden die Konservativen bis zum letzten Mann kämpfen. — Gutsbesitzer v. Hennig (Kressau) befürchtete, daß der Bauernbund nur den Erfolg haben werde, die Organisation des Bundes der Landwirte zu sprengen. Und das wieder werde nur den Liberalen zugute kommen. — Landwirt He st er mann (Petershagen b. Minden) erklärte, daß der Bauernbund die Existenzberechtigung des Großgrundbesitzes wohl anerkenne, aber der Bauernstand müsse die Vertretung seiner Interessen, die bisher vernachlässigt wurden, selbst in die Hand nehmen. Es sei eine Hauptaufgabe des Bauernbundes, der Sozialdemokratie die vielen Mitläufer abspenstig zu machen. — Landwirt Albinus (Zas- kotsch) verlangte die Annahme einer Resolution, die besagt: Tie Versammlung er reimt an, daß der Bund der Landwirte allezeit auch die bäuerlichen Interessen toaljrgenommcn hat und erklärt, dem Bunde Die Treue halten zu wollen. Die Resolution wurde aber mit überwiegender Mehrheit gegen nur 10 Stimmen abgelehnt. — Reichstagsabgeoroneter Löscher führte im Schlußworte noch aus, daß es dem Bauernbunde fern liege, die Landwirte im Osten einzufangen. Dem Bunde liege nur daran, die Gegensätze zu verwischen, die der Bund der Landwirte mit seiner Art der Agitation geschaffen habe. Unter dem früheren Bundes- präfidium, unter Herrn v. Plötz, habe die ganze Landwirtschaft Vertrauen zum Bunde der Landwirte gehabt; das fehle jetzt aber vollkommen. Redner schloß die Versammlung, in der es teüweise recht erregt herging, mit einem Hoch auf die deutsche Bauernschaft.
hat der Kaufmann G. St. aus Breitenborn in Büdingen verkauft. Die Maggi-Gesellfchaft vertreibt Suppen- und Speisewürze in Originalflaschen verschiedener Größe. Um den Konsumenten, Die gewöhnlich nur kleine Quantitäten kaufen, nach u Benutzung Der ersten Flasche billiger liefern zu können, werden - die kleinen Flaschen von den Händlern wieder gefüllt. Ta es u I Händler gibt, Die statt echter Maggiwürze Konkurrenzprodukte
Betrag zu erhöhen.
Ausland.
Im englischen Oberhause wurde gestern die zweite Lesung der Vorlage betreffend den Zusammenschluß er südafrikanischen Kolonien einstimmig angenommen.
Der spanische Mini ft errat beschloß gestern auch iber Taragona und Gerona den Belagerungszustand ;ii verhängen.
Aus Eanea wird gemeldet: Dre griechische Flagge dlieb auf der Festung und den Kasernen der kretischen Miliz bis Sonnenuntergang gehißt.
Aus Saigon, 27. Juli. Die Franzosen hatten in
Nacht vom 25. auf den 26. Juli einen Zusammenstoß nit einer Eingeborenen-Bande. Em Haup.mann und zehn Soldaten fielen, 20 wurden verwundet. Die Eingeborenen i) Otten 40 Tote.
Die neue persische Regierung hat nach türkischem Muster bereits zwei Kriegsgerichte angesetzt. Einige angesehene Würdenträger wurden bereits zum Tode ver- trrteilt.
28. Jali. Anfangskurse.
Harpener Bergwerk . . « —.— Laurahütte . . • • • 183.80
Lombarden E. B. . , • . 21.00
Nordd. Lloyd . • • • • 92.59
Türkenlose . . • • • • 145.50
in die Flaschen füllen, läßt Die Maggicköesellsckxist durch Reisende und sonstige Vertrauenspersonen bet verdächtigen Ziaufleuten Stichproben entnehmen. Eine solche Stichprobe führte dazu, daß fest- gestellt wurde, daß St. im letzten Dezember uird Januar, trotz ausdrücklichen Verlangens von Magchwürze, Knorr-Sos^ den Kmtden verabfolgt hat, weshalb Die Maggi-Gesellschaft Straf antrag wegen Vergehens gegen das Gesetz, den Schutz der Warenbezeichnung betreffend, stellte. Ter Angeklagte behauptete, es ei ihm eine große Flasche >tnorr-Sos zerbrochen unb m Er mangelung von geeigneten Gesäßen, habe et dieses Präparat in Maggifläschchen gefüllt, iveshalb esF-orgekominen sein kann, daß er statt echter Maggiwürze rtnorr-Sos geliefert habe, absichtlich sei dies aber nicht geschehen. Ter Vertreter der Maggt-Geseltt schäft, die sich als Nebenklägerin der öffentlichen Klage angeschlossen hatte, beantragte neben der Bestrafung, die vom Osesetz zugebilligte PublikationSbeftignis in einer Reihe von Zeitungen auf Kosten des Angeklagten. Nach Lage der Sache erkannte das Gericht auf die Minimalstrafe von 150 Mark und verurteilte den Angeklagten in die Kosten der Nebenklage. Bezüglich der Publikation erschien es dem tzfericht für ausreichend, wenn daS Urteil im Gießener Anzeiger veröffentlicht wird.
Ein Sittlichkeitöverbrechen
hat der 16 jährige Taglöhner K. E. von Allmenrod an einem 7 jährigen Mädchen in Lauterbach verübt. Er hatte das Kind mit verschiedenen Besorgungen beauftragt und hat es Dann in den Wohnwagen eines Schaustellers, bei dem ec beschäftigt war, gelockt, um sich an ihm zu vergehen. Mit Rücksicht aufjeine Jugend waren 14 Tage Gefängnis als genügende Sühne erachtet worden.__________________________________________________
Vermischtes.
* Automatischer Schalterdienst int P 0 stbe- triebe. In einem Pariser Postamt wird jetzt ein fimtrcirfier Automat erprobt, der bestimmt ist, die Aufgabe von Einschreibbriefen zu vereinfachen und das lästige Warten vor dem Schalter überflüssig zu machen. Es handelt sich um die Erfindung eines ungarischen Ingenieurs Fodor, den vor einigen Jahren das Schicksal traf, wegen Aufgabe emeS Einschreibbriefes nahezu eine Stunde vor dem überfüllten Postschalter warten zu müssen. Dte unfreiwillige Muße ließ in dem Ingenieur die Frage auftauchen, ob solche Erfahrungen der Menschheit nicht durch einen Automaten erspart werden könnten. Nach langjährigem Studium ist dieser Apparat jetzt vollendet. Man wirst in eine Oeffnung ein Nickel- stück von 25 Eentimes und in eine zweite Oeffnung den jranfierten Einschreibebrief; dann dreht man eine Kurbel und erhält aus dem Automaten eine numerierte Quittung. Der Brief wird automatisch gestempelt und mit einer Einschreibnummer versehen, die auch aus der Quittung ersichtlich wird. Durch eine sinnreiche Vorrichtung wird jeder Mißbrauch des Automaten verhindert, der durch Einwurf falscher Geldstücke entstehen könnte. Im Apparate befindet sich ein Magneteisen. Der Magnet zieht bekanntlich das Eisen stärker an als Nickel. Bei Einwurf eines Nickelstückes verlangsamt der Magnet nur den Fall der Münze, wenn Dagegen Eijenstücke eingeworfen werden, ist die Anziehungskraft größer, Die Münze wird durch den Magnet in eine besondere Ccnnung geleitet, die dann die Münze mit samt dem Briese wieder auswirft.
* Am S tammtisch. „ ... Da will ich Ihnen auch ein Beispiel von Geistesabwesenheit erzählen: Als ich in Amerika war, hob ein Krämer aus Vermont, Der zu Markte fahren wollte, sein Pferd auf Den Karren, spannte sich vor denselben uiw merkte seinen Irrtum nicht eher, als bis er wiehern wollte! — „Das sollte man kaum glauben! Aber nun will ich ^hnen etwas Tatsächliches erzählen. Na, na, Herr Oberförster! Bitte nicht unterbredjen! Also: Neulich hatte jemand die Nacht so sehr geschwitzt, daß man ihn des Morgens im Bett ertrunken fand!" __
Legislaturperiode zu verwirklichen und später nach und nach auch die in der Landwirtschaft, Handel und Industrie be ichäftigten Angestellten in ein vollständiges System sozialer Leriicherungen einzuschließcn. Die Regierung werde das ^intommensteuergefetz im Senate nachdrücklich verteidigen, betreffend der W a h l r e f 0 r m werde die Regierung die tammer ersuchen, für die Munizipalwahlen einen methodischen Versuch mit dem Proportionalsystem zu machen. Die ■ Regierung werde weiterhin auf die Annahme des B e a m - $ enstatuts dringen, das den Beamten alle gesetzlichen H -reiyciten gewährleisten soll. Die Duldung einer Unter- « b rechung des öffentlichen Dienstes tonne jedoch ntcht in Frage I Ewen. Die Regierung werde die Reformen zum Schutze Laienuntcrrichts weiter sortfetzcn und werde dte Ver- I lehrsmittel weiter ausbauen. Nach der Ankündigung einiger i neuen Gesetzentwürfe besagt die Kundgebung, daß dteZoll- arifrc Vision im Geiste des alten Kabinetts fortgesetzt werden solle und schließt mit der Versicherung, daß die Regierung gewillt sei, an der Organisation der Demokratie tu arbeiten. ■
Im Senat verlas Minister Barthou eure Erklärung der Regierung, die dort nicht so warm tote in der Kammer ausgenommen wurde, wo Briand selbst die Erklärung verlas.
Die Deputiertenkammcr und der Senat haben die L Mar i n e k re di te bewilligt. Daraus wurde die 2 e s s io n
II
xempeuuui der Lust
Absolute Feuchtigkeit
Relative Feuchtigkeit
Juli 1909
Baromete aut 0° reduziert
27.
2«
749,5
21,1
9,9
53
27.
9“
747,9
16,1
10,9
80
28,
743,6
14,6
10,7
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