Ausgabe 
27.7.1909 Zweites Blatt
 
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noch nicht ganz vorbei sind, obgleich man äußerlich in schönster Eintracht jetzt das Gebuttsseft feiert und für eine Million Mark einErinncrungsrathaus" baut, yu dem Einheimische und Frenrde das GÄd zusammengebracht.

Hoffentlich wird auch mit dem Heben des Geschäftes.der Riß bald innerlich wieder verkleistert. Tenn die Japaner selbst können auf die Tauer gar nicht verkeimen, was sie den Fremden gerade in Yokohama verdanken. Bon den verwandten Chinesen ab­gesehen, leben jetzt über 3200 Weiße hier, gegen 1200 im Jahre 1875 und ein ganz beträchtlicher Teil der Steuern wird gerade von den Fremden getragen. Erfreulicherweise ist auch das Deutsch­tum in Yokohama kräftig gewachsen, aus den etwa 170 Deut­schen im Jahre 1875 sind jetzt 400 geworden, und sie haben sich in derDeutschen Japanpo st" ein Wochenorgan geschaffen, das sich aus kleinen Anfängen und nach mannigfachen Schick­salen setzt zu einer kraftvollen unb geachteten Vertretung der deutschen Interessen entwickelt hat. Auch eine deutsche S ch u l e hilft dem Deutschtum in der Erreichung seiner friedlichen Ziele.

Es ist schwer und undankbar, zu prophezeien. Es ist aber wohl gar keine Prophezeiung, sondern eher ein Schluß aus vol­lendeten Tatsachen, wenn man sagt, daß Yokohama den Niesen­aufschwung aus den ersten fünfzig Jahren seines Entstehens und Werdens nicht wird wiederholen können. Es wird sich lang­samer, aber sicher weiter entwickeln und wird zunächst einmal an der Festigung des Erreichten und der Stärkung des Unterbaues zur künftigen Erweiterung zu arbeiten haben. Wenn man es genau besieht, ist diese Aufgabe der nächsten 50 Jahre vielleicht gar nicht leichter, als es die der ersten fünfzig war.

*

Eine hübsche Anekdote über die Entstehung desP a r s i f a l" von Richard Wagner, gibt der bekannte Musikhistoriker und Kritiker Leopold Schmidt im Julihest der ÄionatsschriftNord und Süd" wieder. Da heißt es: Am Kar­freitag des Jahres 1857, so erzählt Wolzogen, stand Wagner auf dem Altan seines Hauses in Zürich und blickte in einen herr­lichen Früblingsmorgen hinaus. Ein hehrer Friede war über die Landschaft ausgegossen. Da tauchte in Wagner eine alte Erinnerung auf:Du sollst nicht Waffen tragen an dem Tage, da der Herr am Kreuze starb". Die Bedeutung des Opfertodes Christi wurde ihm klar, und er entwarf denParsifal". Dis Natur hatte also zu ihm gesprochen, und in seinem Geiste ent­stand die Szene, die wir heute alsKarfteitagszauber" kennen. In ihr tritt Wagner der finsteren kirchlichen Auffassung ent­gegen und preist den Tag, an dem solch Liebeswunder geschehen, als einen Freudentag aller Kreaturen, ja selbst der Blumen auf Wald- imd Wiesenslur. Für mich ist diese lyrische Episode das Innigste und Schönste, was Wagner überhaupt geschrieben hat. Und dieses Stück mag uns auch einen Begriff von dem wahren, innersten Ideengehalt desParsifal" geben. So wie hier das Evangelium der Güte gepredigt wird, kann sich wohl kein Emp­fänglicher ihm verschließen. Es folgt die Taufe durch Gurne- mosy, bei der die bedeutsamen Worte faßen:Sv weiche jeder Schuld Bekümmernis von dir". Diese Worte enthaften, recht betucht«, das ganze BMuftpis Wagners. Lc hüt ü« «ach

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Erscheint täglich n «fr» ...

Dienstag 27. Juli 1909

Zweites Blatt

159. Jahrgang

Erscheint täglich mit Ausnahme deS Sonntags.

DieGiefeener Samtlienblätter" werden dem

Deutsches AeLch

Z) C l U 11 1 l | V Ul l l l | u; v v v. | u) y v u | , wu| beabsichtigt nach demBörsen-Cour." nach Verkauf seines C'aiteö Klein-Tschirne sich in Brasilien anzusiedeln.

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts - Buch- und Steindruckerei.

R. Lange, Gießen.

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Redaktion, Expedition und Druckerei: Echul- straße 7. Expedition und Verlag: «-^51. Redaktion:e^112. Tel.-Adr.: AnzeigerGießen.

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.Anzeiger'' viermal wöchentlich beiqelegt, das Kreisbialt für den Kreis Sichen" zweimal loöchentlich. TieLandwirtschaftlichen Zeit- fragen" erscheinen monatlich zweimal.

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Zur Reichstagsersatzwahl in Neustadt. Die ^ertrauensmänner-Vcrsammlung der Zentrumspariei des .^chlkveises Neustadt-Landau beschlossen in der gestrigen ritzung, bei der Abstimmung in der Stichwahl sich der bnmmen Ku entlMten.

In Westerkappeln bei Osnabrück wurde nach der ; <de des Mgeordneten Wamhoff eine starke westfälische Gruppe des Deutschen Bauernbundes begrün.e-.

Sietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Gderheffen

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smd bis So«--rSt«» » tg.guli »'

Kaiser Wilhelm wird voraussichtlich am 3. August v»n seiner Nordlandreise in Swiuemünde eintreffen. Tie Kaiserin, die Prinzessin Viktoria Luise und Prinz ''Loachim fuhren gestern nachmittag von Cadinen nach dem 'lÄbinger Staatsbahnho' wo um 4.35 Ubr die Abreise nach Wilhelmshöhe erfolgte.

Der Besuch des Kronprinzenpaares in England. Wie verlautet, wird die Reise des Kronprinzen- sLaves nach England, die vor einigen Monaten auf Ein­igung des Königs Eduard in Aussicht genommen war unb im Laufe des Juli stattfinden sollte, voraussichtlich |i diesem Sommer nicht mehr vor sich gehen. Es ist augen­blicklich noch nicht bekannt, ob der Besuch, der von vorn-

Zuerst freilich wollte die Entwickelung der Eingeborenenstadt damit nicht gleichen Schritt halten. Sie freuten die Stelle, wo die Barbaren" wohnten und hielten sich zurück. Sie waren aber und sind viel zu gesck-äftskundig, um nicht einzusehen, daß Die fremde Handelstätigkeit auch Geld ins eigene Land brachte und so wuä-s bald hinter der europäischen Siedelung und den es abschlietzevden Kanälen eine mächtige Japanerstadt heran, die mit ihren 400 000 Bewohnern heute zu den größten des Reiches zählt.

Mit dieser Entwickelung ging Hand in Hand in wechselseitiger Beeinslusstmg der Aufschwung des Handels. Eftvas über eine Million Yen betrug der Umsatz im Jahre 1859, über 3/5 Mil­lionen Yen betrug er im Jahre 1907. In den allererstes Jahren überwog natürlich die Ausfuhr, hauptsächlich von Rohseide und Tee, avec vom Jahre 1868 an schien sich das stark zu ändern. Die eigenen Bedürfnisse des Hinterlandes von Yokohama wuchsen, die europäischen Kaufleute brachten mit ihrem Leben ihre Lebens­gewohnheiten mit und lehrten sie den Japanern, bie nun zur Besriedigung dieser neuen Bedürfnisse zum Import dieser neuen Genuß- und Produktionsmittel griffen. So tticg du Einfuhr ganz gewaltig unb überwog bis 1881 stark, obgleich infolge einer Epidemie unter den Seidemvürmern in Europa und Amerika auch der Preis der Hauptexporiware, der Seide, bedeutend stieg. Tas änberte sich wieder ganz auffallend im Jahre 1882. Von da an stieg in Europa besonders die Nachffage nach japanischen Waren und die Ausfuhr wurde dementsprechend gesteigert. Dazu kam, daß das Land manche seiner Bedürfnisse nun ans eigener Fabri­kation decken konnte, so daß sein Export den Import wieder über­treffen komfte. Tann kam der chinesisch-japanische Krieg, mft ihm eine mächtige Steigerung des Handelsverkehrs und schließlich der russisch-japanische Krieg, der, äußerlich wenigstens an den Zahlen des Handelsverkehrs gemessen, diezelbe Z^olge hatte.

Yokohama hat diese ganze Enftoicklung mitgemacht. Aus den kleinen Hütten ist eine große Stadt geworden. Zwar über­wiegt in der Cingeboreuenstadt noch das einstöckige, einfache, kleine Holzhaus, wohl hauptsächlich im Hinblick auf die, beständige Erdbebengefahc, dem einzig Unangenehmen in der sonst gefunden und klimatisch begünstigten Stadt, aber im Geschäftsviertel und aus demBluff" überwiegt das moderne europäische Haus, eine elektrische Bahn fährt und sogar der Schrecken unserer Großstädte, dieelekttische Lichtreklame", hat sich eingeniltet. Es flutet ein ununterbrochenes Leben im Hafen und den Kanälen und besonders zur Abendzeit in dem Japanerviertel auf den Straßen. Aller­dings, man darf sich keine europäische Großstadt vorstellen. Ge­pflasterte Straßen oder zemeiftierte Bürgersteige gibt es noch nickt und wird es auch so schnell nicht geben. Denn gerade letzt fehlt das Geld zu solckzen Verbesserungen. Nach der Gründerzeft nach dem letzten Krieg hat sich mancher Rückschlag geltend ge­macht, Yokohama als Hauptplatz des Handels bekam ihn wieder am deutlichsten zu spüren: die internationale Krisis kam abo hier schon in einer Seit der Depression und konnte um so tiefere Wunden schlagen. Ta steigerte sich das Angebot und sank der Verdienst. Das und das stark wachstmde Selbstbenmßtsein und Selbständig keitsgeftchl der Japemor führ le denn auch zu manchen Reibereien zwischen LmsekonNes wid ÄvsckN- die SSWMärftg

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Ausland.

Eine Devesche des Gouverneurs von Benadir i',m 14. und 17. Juli meldet, daß der Stamm Mohallim Ismail t nsuchte, Uarsceik in Brand zu stecken, weil der italienische Resi- von Uarsceik den aufständigen Häuptling Scheit' Uff ein ge ungen genommen hat. Es kam zu einem Gefecht des klammes mit einer btompagnie Askaris, wobei die Aufständischen 11 Tote, 20 Verwundete und 3 Gefangene hatten, darunter einen r«hn des Häuptlings der Aufständischen, während auf italie- nifijer Seite 5 Askaris fielen.

Kreta. Daily Chronicle meldet aus 'Canea: Gleichzeitig init den Flaggen der Sckpltzmächte wurde auch die kretische Auto- iEisten-Flagge herabgeholt. Die englischen, fianzösisck-en und iicüieni scheu Truppen verließen gestern vormittag, die russischen [xrn nachmittag Kreta.

Belagerungszustandin Barcelona. Da in Barce- brrn als Kundgebung gegen den Feldzug in Marokko der allae- tienne Ausstand erklärt wird, wurde über Barcelona der Be- iigermrgSzustand verhängt.

Vom entthronten Schah. Wie das Reutersche Bureau ecsLhrt, ist die Regierung bereit, dem entthronten Schah ein 5ahresgeld von 5000 Psund Sterling zu gewähren unter der . bLmgung, daß er sofort außer Landes geht.

Uebereincn Zwischenfall an der österreichisch- riontenegrinischeu Grenze wird berichtet: Am 19.Juli Überschritt die montenegrinische Grenz-Pattouille die österreichisck^e '^lbvmze bei Gjurgjewici, dem Standorte des 13. Grenz^tte if-Korps. - cßine znsällig in der Nähe weilende Patrouille des Streif-Korps /'Mte die Montenegriner, die Miene machten, sich zu widersetzen. - ?chch nrehrmaliger fruchtloser Mahnung an die Räontenegriner, gab die Pattouftle Feuer. Die Yiontenegriner flückfteten bann mb schleppten einen der Ihren schwer verwundet mft sich.

Ein französisches Bankhaus hat durch einen Bel-

graber Rechtsanwalt einen Antrag bei den serbischen Gerichten gestellt, auf das Vermögen des Prinzen Georg Beschlag zu legen. Mau. hofft, daß König Peter die Verbindlichkeiten seines Sohnes, die sich auf 700 000 Franks belaufen, regeln werde.

Zar und Sultan. Dem Vernehmen nach wird der Sultan den.^aren in der Krim besuchen, damft der Zar auf seiner Reise nach Italien, die auf dem Seewege von der Krim aus erfolgen wird, den Gegenbesuch ab statten kann.

Termin in dem Kontos der Gber Moüstadter Kaffe.

-th. Nidda, 26. Juli.

Die heutige Verhandlung wegen Deckung des Fehlbetrages, den die Genossen der Kasse als Vorschuß zu leiflen haben, sand in dein Sitzungssaale des Schöffengerichts Hierselbst statt, der viel zu klein ivar, um die 200 Personen zu fassen, so daß ein Teil der Genossen durch die geöffneten Türen von den Qlebetiräumen aus der Ver­handlung folgen mußten. Konkursverwalter Rechtsanwalt Sand­mann bezifferte den Fehlbetrag auf 517 366.41 iUit., von denen die Posten abzusetzen seien, die in der Tabelle als von einigen Seiten angemeldet sind, so daß der wirkliche Fehlbetrag sich nur auf 364 856,35 Mk. beläuft. Nach der Bilanz berechnen sich die Außenstände der Kasse auf 1 681991,79 Mk., wovon nach Ansicht des Konkursverwalters, dem sich der Gläubiger-Ausschuß einstimmig angeschlosscn hat, ein Ausfall von 20 Proz., mithin 336 398,36 Mk. ergeben, so daß sich der von den Genossen aufzubringende Vor­schuß auf 701954,69 Mk. beläuft. Auf Grund der im Termin Anfangs dieses Monats erhobenen Einwendungen hat die Bilanz zuni Zwecke der Ermittlung des Fehlbetrages folgenden Nachtrag erfahren: a) Aktiva: Schätzungsweise Zinsen von IV2 Jahr von 1218 618,52 Mk., der verzinslichen Forderungen der Kasse 86 306,75 Mk., Erlös des Kassegebäudes 5000 Mk., Eingang der ausstehenden Geschäftsanteile 10 000 Mk., Entschädigung der Vorstandsmitglieder 20 000 Mk. Evenftlell 20 Proz. aus dem Konkurse Burk, von 29 000 Mk. = 5800 Mk., aus dem Konkurse Thoma 10 Proz. von 13 000 Mk. = 1300 Mk., aus Konkurs Rothschild (Wertheimer u. Co., Büdingen» 1/2 Proz. von 600 000 Mart = 3000 Mk. in Summa 131-406,75 Mk. b) Passiva: Mutmaßliche Kosten des Verfahrens einschließlich der Kosten von Prozessen 75 000 Mk. . Zusammenstellung: Aktiven der Bilanz 1 681 991,79 Mk., Nachtrag 131 406,75 Mk., Summa 1 813 398 54 Mark: Passiven der Bilanz 2 255 764,98 Mk., Nachtrag 75 000 Mark, Summa 2 330 764,98 Mk., so daß eine Gegenüberstellung der nun vorliegenden Ergebnisse einen Fehlbettag von 517 366,44 Mark ergibt, der als solcher der Vorschußleistungsrechnung für die Genossen zugrunde gelegt ist. Rechtsanwalt Sandmann bemerkt, daß das Gesetz verlange, daß die Genossen den Bettag, der zur Befriedigung der Gläubiger fehle, als Vorschuß beizubringcn haben. Das Gesetz lasse aber zu, das; man den einzelnen Genossen gegenüber human vorgehen könne und er werde, wenn damft für die Kasse ein Nachteil nicht verbunden ist, und auch den Gläubigern ober den übrigen Kassenmitgliedern ein Schaden nicht erwächst, mit Schonung verfahren. Er verweist darauf, daß den wirdchaft- lich schwächeren Mitgliedern der Kasse vom Staat die Hand ge­boten werden wird, ihre wirtschaftliche Existenz aufrecht zu er­halten. Herr Sandmann erklärte, daß man bei einem Zuschuß von 2300 Mk. wohl, wenn vom 75 Proz. der Genossen der Bettag auch einziehbar sein würde, auf einen späteren Nachschub ver­zichten könne.

Namens des Kassenvorstandes bemängelte Bürgermeister Bir­ke n st 0 ck (Ranstadt), daß man statt für 2 Jahre nur für IV» Jahr Zinsen in Berechnung gezogen habe. Ebenso seien die Kosten mit 75 000 Mk. zu hoch angenommen. Die Einlage der Genossen bringe jährlich an Zinsen 28 000 Mk., die zu berücksichtigen sind. Er ist der Ansicht, daß der Ausfall an den Ausständen geringer wie 20 Proz. sich bemessen wird unb bann würbe von den Mit­gliedern, mit deren Nichtzahlungsfähigkeit man rechne, doch auch etwas herauszufchlagen sein, wenn diese auch keine 2000 Mk., be­zahlen können, so wird man sie doch nicht ganz leer ausgehen lauen. Die gleiche Ansicht hat Rechtsanwalt S 0 n l h e i m e r (Gelnhausen/, der für einzelne Mitglieder Vollmacht vorlegt und beantragt, die von den Genossen eiuzusordernde Summe zur Regulierung der Ver­bindlichkeiten auf 600000 Mk. oder für jedes Mitglied bei 2o Proz. Ausfall auf 2000 Mk. festzusetzen. Justizrat Metz (Nidda) unb Rechtsanwalt Keil (Büdingen) plädieren als Mitglieder des

Briefe aus Japan.

Von Dr. Fritz Wertheimer.

II. Yokohama.

(Aus Anlaß der Feier seines 50 jährigen Bestehens.) Yokohama, Ende Juni 1909.

In toenig Tagen wird Yokohama im Festesttubel mit all dem, das zur japanischen Festesfreube gehört, Jlluminationswundern bild Geishatänzen seinen Jubelgeburtstag begehen. Es ist ganz Larakteristisch, daß die Japaner selbst den Gründungstag der etabt auf den 1. Juli 1859 verlegen, den Tag, an dem YoSo- bCTia zum ersten Male den Fremden als verttagsmäßiger Handels- rofen geöffnet wurde. Demi das eigentliche Yokohama existierte ft schon viel länger, allerdings als armseliges Heines Fisclun- dörfchen am westlichen Rande der jetzigen Tokiobai. Es ernährte irrt kümmerlich einige wenige Haushaltungen von lyiicbern, aber «, ist flogar schon 1441, im ersten Jahre der Kakftsuveriode nr- hinblid) erwähnt. Allerdings trat es aus dieser sttllen Ab- Mlossenheit erst im Jahre 1854 heraus, als der amerikannche ffwttenführer Commodore Perry mit 4 Seglern und 3 Dampf- begatten in der Bucht erschien unb in Yokohama im iogenatuften ,^erttagshaus" unter großen Zeremonien und Feltlichkeiten den taten völterrechtliclxm Vertrag mit dem unbekannten Iapanvolke schloß. Damals tonnten die Japaner unter den Gelckenken des Merikanischen Präsidenten zum ersten Male ba£ JJlobe.I *mer Eisenbahn sehen, ein Miniaturbähnchen, das im Kreiie herum Mi seinen Schienen fuhr, eigentlich nur ein kleines fttnb tragen kirnte, jetzt aber sogar einen japanischen Beanften als ^-ahrgast Ham. Sie konnten zum ersten Male einen Telegraphen benutzen, to vom Vertrag sh aus zu einem eine Meile entfernten vause gelegt rurde, sie konnten amerifanii'dK Musikkapellen 1 pieken Horen und ich, wie berichtet wird, hauptsächlich am Maraskino gütlich tun, krtg, sie lernten so zum ersten Male etwas von der Kultur Amerikas, oder besser gesagt, Europas kennen.

Fünfzig Jahre sind seitdem verflossen.Welche Wandlung ikit sich in der kurzen Zeit bei diesem anba|lunger.Ingen Volte Mzogen. Yokohama, das kleine, arme Fischerdörschen von epe- inals, kann als Barometer dieses Umschlags gelten, weil es sich 'Mm größten japanischen Handelshafen entwickelt hat unb alle Phasen der wechselvollen Enftvicklung hier am deutlichsten zu er­nennen sind. .

Zuerst freilich schien es, als ob der kaum bekannte Name wieder m der Versenkung verschwinden sollte. Im Berttage war nur von einem Kanagawa die Rede und als die javanische Neuerung den fremden nickst dieseii Bezirk, sondeni Ystohama zum Wohnelr an- v«s, weil hier der Hafen weft. tiefer und schiffbarer sei, da -«testierten die Konsuln unb bestanden auf ihrem Schein. Allem legen diesen Bureaukratismus kamen dem japanischen Gouverne- r.ent die ftemden Kaufleute zu Hilfe. Sie zogen einfach am bte ^otohamaseite und die Konsuln mußten folgen So entroiaelte liii hier rasch die sremde Niederlassung und nacy den ersten acht ttonaten, bie der Leffnung des Hafens folgten, waren aus den Lmgen 40. Fremden üüer 150 fremde HanshattungLft geworden.

erteilt unentgelilich [D> Hat und Auskmj n Frauen und Mädchk Svrechstunden ÜJlittrooti m 5-7 Ubr, Aliceitrahk Ai

ßtoier^Mti wfiehlt sich § »ermann Bauer, Astenv«!

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der Nähe des allen 9^' ort zu pachten gemak .

7]MaüSöarkl

Gläubiger-Ausschusses für den Antrag des Konkursverwalters. Keil (Büdingen' verweist darauf, daß niemand sagen könne, 75 000 Mk. seien für Kosten genug. Eine Reihe Prozesse sei an­hängig und wie viele noch entstehen und wie sie ausgehen, sei schwer abzusehen. Konkursverwalter Sandmann erklärt, daß man sich darüber einig sei, den Konkurs so schnell als nur möglich, abzuwickeln. Es sei in Aussicht genommen, bie Autzen- stände an Kassen und Banken ab-,11 treten, um schon im Herbst 1020 Proz. an die Gläubiger verteilen zu können. Ferner be­merkt der Massenverwalter zur Beruhigung, daß bei den Mit­gliedern besondere Schonung geübt werden wird, die gleichzeftig Gläubiger der Masse und Mitglieder der Kasse ^sind. 9tan werde einen Modus finben, deren Verpflichtungen und Forderung zu kom­pensieren unb in Verbindung zu einander abzuwickeln.

Ter Vertteter des Konkursgerichts, Gerickstsassestvr Lanz, bemerkt, daß von einer Anzahl Mitglieder der Kasse ber Wunsch ausgesprochen worden sei, man möge die leidige Angelegenheit so gut es möglich, erledigen, damit man wisse, woran man sei. Eine Vorfchußberechnung, die genau stimme, zu verlangen, sei unbillig unb unmöglich. Nach Lage des Falles müsse man eben mft Schätzungen unb Annahmen rechnen. Ties sei so gut als möglich geschehen und damit sollte man sich bescheiden. Man wisse ja noch nicht, ob und wie die Vorschüsse eingehen, deshalb könne von einer Berechnung der Zinsen, die sie bringen wunden, keine Rede sein. , t

Beigeordneter H e ck - Dauernheiin fragt an, ob es nicht an­gängig sei, von den Gläubigern einen Nachlaß zu erlangen.m

Gerichtsassessor Lanz bemerkt, diese Frage fn erst später zu erörtern, vielleicht werde die Frage in Verbindung mit der Frage der Hilssaktion der Regierung erörtert werden. Zu den Anttägen, den Vorsckplß auf 2000 Mk. festzusetzen, verkündet Gerickstsassefsor Lanz Gerichtsbeschluß, der auf Abweisung der Anträge ergeht. t _

Es werden mm Einsprüche aus der Mitte ber Erschienenen vorgebracht, wonach die Mitgliedschaft zur Kasse bestritten wird. In 2 Füllen wttd dem stattgegeben und 2 Mftglieder aus der Liste gesttickien. Beide Mitglieder sind 1904 und 1905 verstorben. In vielen Füllen haben Söhne die Mitgliedschaft erworben unter der Bedingung, daß man dafür die Mutter oder den Vater, die bisher YUtglied waren, als solche ausscheiden lassen sollte (eine solche Mitgliedsüberttagung ist statthaft). Der Vorstand hat aber die Eltern als Mitglieder wcitergesührt. In einem FaNe ist der Sohn als Mitglied und als Erbe des Vaters, der auch Mitglied war, für die Verpflichtungen doppelt in Anspruch genommen Für ein Mitglied wird geltend gemacht, daß es bereits 1903 nicht mehr als geschäftsmäßig anzusehen gewesen sei. Danials habe das Kreisamt den Wirten schon verboten, dem Mann Altohol zu verkaufen, 1904 sei er unter vorläufige Vormundsckstift ge­stellt und 1905 entmündigt worden. Der Konkursverwalter be­streitet in fast allen Fällen die Stichhalttgkeit der Einwendungen.

Zum Schluß wird der von den ?Jiitgliebem zu leistende Vorschuß zur Deckung des Fehlbetrages dem Antrag des Kvn- kursv er Walters entsprechend durch Gerichtsbeschluß auf 2300 Mk. f e st g e setzt. .

Ans Stadt und Land.

Gießen, 22. Juli 1909.

** Mendelssohnfeier. Nächsten Sonntag den 1. August, von nachmittags 4 Uhr ab, findet in sämt­lichen Räumen der Liebigshöhe eine Gedächtnisfeier zu Ehren des Komponisten Mendelssohn-Bartholdy statt, der vor 100 Jahren am 3. Februar 1809 zu Hamburg geboren wurde, und dessen Lieder-Kom- positionen zu dem Schönsten gehören, was der deutsche Vereinsgesang als heiliges Vermächtnis aus früheren Zeiien sein eigen nennt. Es ist dies die erste größere Veran- taltung, die der vor etwa Jahresfrist gegründete Mittel­deutsche Sängerbund ins Leben ruft; Mitwirkende ind daher namhafte Gesangvereine und Einzelpersonen, bie dem Bunde bereits angehören oder seine Bestrebungen in liebenswürdiger Weise unterstützen. Die Feier wird ein­geleitet durch den Choral Da nobis pacem, Domine (Dor»

Der Besuch des Zarenpaares. Eine 150 Mann iarbe Kompagnie des Seebataillons ist mittags unter dem !«fehl des Hauptmanns von Köppen nach Hemmelmart, vmi Sommer sitz des Prinzen Heinrich, abgeaangen, um lehrend des Besuches der Zarensamilie den Wachdienst zu ubernel/men. Schleswiger Husaren bewachen den Nord-

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VjihZ > 1 rein eine politische Bedeutung nicht hatte, sondern nur

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Junger Jagdhick tuntiger, auf d-Namen M lörenb, g

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