Dienstag 31. August 1909
Erstes Blatt
159. Jahrgang
General-Anzeiger für Oberhessen
Reöattioit, Expedition und Druckerei: 5chu!stratze 7.
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Nr. 203
Der «iehener erscheint täglich, äußer Sonntags. - Beilagen: niermai wöchentlich Siehener§amilienblöttcr; zweimal wöchenll.Ureir- dlaltfürdenUreiLSieheo (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land» oirtschastlicheAeitftagen Fernsprech - Anschlüffe: für bie Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse sür Depeschenr
Anzeiger Gieße».
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für die Tagesnummer Rolationrdnick und Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch- und 5teindruckerei R. Lange, biß vormittags y Uhr.
Versammlungen geplant sei, Verantivortung selbst zu tragen hatten.
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56. deutscher Katholikentag.
S.u.H. Breslau, 29. August.
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monatlich 75‘l»i.,Dterte(- sährlich Mk. 2.20: durch Abhole- xl Zweigstellen monatlich 65 Ps.: diirch diePost WIL 2.— mcrtcl- iät)cL ausjchl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15Ps^ axxSwärtS 20 Pienmg.
Verantwortlich sür den politischen Teil: L. Anderson: t ,"tentl!e- ton und , Vermischte K. Neurath: siir „Stabt u.Land" unb „(slcxtchta- saal": E. ycir, iüv den Anzeigenien: H. Beck.
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Griechische Sorgen.
Mit gutem Erfolge haben die türkischen Offiziere an >er Erneuerung des türkischen Reiches gearbeitet. Nun cheinen dre gviechisck-cn Offiziere es ihnen nach tun zu wollen. r)as hellenische Offiziertorps hat bestimmte Forderungen m den Wnig und die Regierung in einem Memorandum usammengesetzt, das an demselben Tage, an dem das &•> Hnett Rhallys vor dem Heere kapitulierte, in Athen ver- stfentlicht worden ist. Dieses Programm umfaßt nach einer ilteldung der „N. Fr. Pr-" dre folgenden Punkte: 1. Wieberierstellung der zweijährigen Dienstpflicht, Erhöhung des '^riedenspräsenzstandes des Heeres auf 14C00 Mann, des Nie gs stand es auf über 150 000 Mann. 2. Aufhebung der Organisation des Generalkommandos. 3. Entfernung der iöniglichen Prinzen aus den Reihen der aktiven Armee, -t Berufung eines fremdländischen Generals als Neuorgani- ätor der Armee und Anstellung erfahrener ausländischer imtrultorcn für die Schieß- und Reitlehrkurse. 5. Grundlegende Reformen in der Verwaltung der Munitions- und Nonturdevots, Schonung des Materials und größere Spar- amkeit bei der Verwendung desselben. G. Ergänzung des Kriegs Materials durch neue Bestellungen. Vom Marine- illinisterium wird die Erfüllung nachstehender Forderungen verlangt: Verkauf der unbrauchbaren und Anschaffung moderner Kriegsschiffe, Ergänzung der Torpedozcrstör.rfiottille rurch Bestellung neuer Fahrzeuge dieser Achse, Vermmde- mng der Zahl der königlichen Jachten bis auf. eure, die speziell für den König bestinimt ist, Reorganisationen der ver- Ichiedenen Abteilungen im Marincminiilerium und im See- -arsenal, grundlegende Reformen in der Verwaltung der Munitions- und Wäonturdepots, Schonung des Wlaleriaty -unt» größere Sparsamkeit bei dessen Verwendung. Alle Offiziere haben sich sür die Erfüllung der aufgezählten ^osmlate solidarisch erklärt. Nur eine kleine Minorität tritt sür eine mildere Fassung der Forderung bezüglich der Prinzen ein, indem sie anstatt der gänzlichen Entsermung Her Prinzen aus der Armee das Verlangen ausspricht, daß sie wie die übrigen Offiziere in den Status eingerecht und tourlich befördert werden, ohne einzelne Chargcngrade zu überspringen. . . v
Die öffentliche Meinung steht auf feiten der Offiziere, und es heißt, daß der König sich nun mit Abdantungs- w lichten trage. In Paris hält man eine Abdankung des .öitigs für den schwersten Fehler, oenn für die Griechen Mimte eine dynastische Krise die schlimmsten Folgen haben. Ein großer Teil ihrer internationalen Stellung beruhe aus ler Verbindung ihres Herrscherhauses mit den regierenden Lausern von Deutschland, England und Rußland. Der Augenblick erscheine schlecht gewählt, diese Beziehungen oenng zu schätzen, besonders da die griechische Armee nicht lie gleichen Ga.ranti.en für Erfolge biete wie die jungturri- fchen Regimenter. Wenn die griechische Regierung kopflos -ist, so schreibt der „Temps^, und sich durch Gewalt fireiche nwerrutnpeln läßt, wer bürgc dafür, daß die von Griechenland noch kürzlich gegebenen Versicherungen gegenüber der Äforte gehalten werden? Tie befreundeten Machte müssen I mit Nachdruck geltend machen, daß durch die Revolte der I Offiziere nicht nur die innere Lage Griechenlands gefährdet I nnrd. Wenn die Regierung annulliert ift, sind auch ernste 'ionflikte für die äußeren Beziehungen des Landes zu iürchtcn. Es scheint, daß sich die Offiziere über diese Be- venten allzu leichten Herzens hmweggesctzt haben.
Porsch Er begleitete dm Präses der katholischen Arbeiteroereure I > Breslaus, Knratus Pseffmg, auf bie Tribüne, wo letzterer in I [ kurzen Worten den am Fenster seines Palais im Lehnstuhl sitzenden Kardinal Kopp die Huldigungsgrüße der gesamten kalho । lischen Arbeitersdsafi Deutschlands überöradste. Er dankte für L die Liebe, die der Kardinal nicht mir für seine Diözesanen, son- 1 dern für die gesamte katholische Arbeiterschaft Deutschlands hege und dankte ferner Gott für die gliickliche Genesung des Kardinals 1 von langer, schwerer Krankheit. 21000 katlwliscye Arbeiter und! Gesellen hätten sich vereinigt, um Sr. Eminenz zu huldigen und ihn um seinen erzbischöflichen Segen zu bitten. Ter Kar-1 dmal, der offenbar doch noch immer der Schonung bedarf, er-1 teilte darauf den Segen, ergriff aber das Wort nicht. Zum Schluß brachte der Redner der Arbeüervereine ein Hoch auf den Kirchenfürsten aus. In zwei Stunden langem Zuge zogen dann die Teilnehmer an ihm, die über 20 Atustkkapellen und Hmiderte von F-ahnen mit sich führten, an der Tribüne vorüber, durch Hoch- und Hurrarufe ihrer Begeisterung Ausdruck gebend. Gegen 4' , Uhr hatte der Zug sein Ende erreicht: die Teilnel)mer sangen gemeinsam das Lied: „Großer Gott wir loben dich." Damit schloß die Huldigungsseier.
Um halb ö Uhr fuhr der Kardilial nach der Fefthalle im Scheittugcr Park, loo sich inzwischen Tausende von Teilnehmern am 5katholilentagc eingesnnden hatten. Von bekannten Persön-1 lichkeiten der katholischen Kirche und des Zentrums bemerkte man die Grafen Praschma und.Ballestrem, v.^FrankenfteiN, bie Abgeordneten Schädler, Gelteimrat Porsch, Schädler, Herold, Landgerichtsrat Giesler (Mannheim), Landrat v. Savigni) (Münster!, Fürst Löwensteüi u. a.
Die Versainmlung wurde vom Geheimen ^ufnzrat Dr. Porfch I mü dem katholischen Gruße eröffnet. Er bonfte der Arbeiterschaft des katholischen Deutschlands für ihren Huldigungsgrus; I an den wiedergenesenen Oberhirten dec Erzdiözese. Ter Eintritt I des Kardinals löste ungeheuren Jubel aus. Rach dem ^orsttzend^t ergriff als zweiter Redner Kardinal Kopp sofort das Wort. Er I sprach über den Segen der Arbeit, die stark mache unb freudige Herzen sck>affe, betonte, daß er in dem Feftzuge em Betenntnis ber Arbeiterschaft zum Glauben erblicke und führte weiter aud, daß die Kirche bie Arbeit ehre und für bie Arbeiter Nie, was sie kömre. Zum Schlüsse erteilte er allen Anwesenden den bifchof- licheil Segen, der tnieenb entgegengmommen wurde. Hierauf sprach NeichstaLsabgeordneter Tr. Fleischer über die „Aufgaben des latholisaien Mannes in der Gegenwart". Die Welt, so führte« er aus, ftclje im Zeichen des Kampfes gegen die Autorität. Ter I Boden der Ordnung werbe untergraben burch den Egoismus. Die äußere Gewalt könne bie Autorität nur vorubergehenb aufrechthatten : für ben katholischen Mann gelte es zuerst, den Gem der Empörung zu bewältigen und zu ueücn durch den Witten Gottes. Tie SlatMueit w-oilen eine starke Schutzwehr der staat- i leben Ordnung ,rin., Wenn die g.uize.Men'chiieit'rur em katholischer Verein wäre und den Weisungen Pius X. folgte: die Gesetzgeber und Häupter der Erde brauchten sich mchl darüber die Köpfe zu zerbrechen, wie sie die Empörer zügeln 1 ollen. Wir wollen sein die Stimme der rufenden Kirche, die ^tämpfer gegen eine antichrisckiclfe Welt. (Lebhafter Beisatt.) ^er nadjfte Redner! war Pfarrer Hübner (Neustadt i. Schlei . über „die Arbeit für die Kirche und der Arbeüerstand". Es fei nicht wahr, baß bie Kirche eine Verbummungsanstalt sei, die den Unternehmern biene. | Chrisms selbst sei aus ber Arbeiterschaft hervorgegangen. Ter Redner süstoß mit dem Gelöbnis der o.reue zur Kirche^ unb der Treue zu .Fürst unb Vaterland. Hierauf schloß ber Vorntzende die Versammlung mit der Bitte, nach West,alen die Gruße der katholischen Kirche überbringen zu dürfen o
3n ber eilten geschlosfeiien Geueralversaminlung der Katholiken Teutschlands am Montag wurde beschlossen, die 'olgenden Huldigung s d e p e j ch e n abzusenden an den K a i | e x: «Eurer Maiestal bringen bie zur 56. Generalversaniinlung der Katholiken Tentich- lands in der Hauptstadt Schlesüns unter dem Schutze der heiligen Hedwig, der Lanbespatronui, uexfanuneiten deutschen 5iatholiken ehrerbietigste Huldigung entgegen. Getreu ihrer Tradition will auch diese Generalverjammlung im Sinne und nach dem -ISorbi öe Eurer Majestät der Versöhnung der Konfeslioneii und der fozialen Gegensätze zu dienen bestrebt sein zum Heil des teuren deutschen Vaterlandes/ - An den P a p ft wurde folgendes -telearainm ab- nejonbt: .Viele tausende von Männern, zu Breslau in b§r 56. Generalversammlung der Katholiken Teutschlands cex-cirngt, entbieten Dir Heiliger Vater, als dem Oberhaupt innerer Kirche ~unb dem Stellvertreter Jesu Christi, hiennit ireubtg aus tief|ter ceele den Ausdruck ihrer Ergebenheit und in unüvenvindttcher -treue er« bitten wir demütig Teinen, den Beratungen der Ver,ammlung io förderlichen apostolischen Segeti/ - Tie Beriammlung brachte hierauf auf den Kaiser und auf den Papst em dreifaches^voch aus. - Es folgte alsdann die Auffahrt der katholifchen oiubeuten- oereine, bie dem Fürstbischof Tr. Kopp eine Ovation darbrachten unb am Tenkmate Kaiser Wilhelms des Großen Kranze mederlegte.
Die diesjährige Generalversammlung der Katholiken Deutschlands wurde am gestrigen Samstag in der Hauptstadt Schlesiens burd) ein feierliches Geläut lamtttcher katholiiuf.'u Kirchen der St titgS su Sauftnben fuib bie ffatholita. aus b«n ganzen Reick-e, besonders natürlich aus Oberfchlesien, der Mark Brandenburg, dem Rheinland, Bayern, Württemberg und Vaden in die Mauern der alten Wratislavte eurgezoge^ die sich zu etwa ein Drittel aus Äatljolifcn unb jmci xrittcln aus Protestanten Msmnrnensetzt. Ter oberste Kirchenfürst Schlefims, Kardmal-Furst difchof Georg Kopp, hat gewissermaßen das Protektorat über du. Veranstaltung übernommen, rudern er lerne ^"^siiM^tellt bedeutenderen Versammlungen der -Tagung in -üivsicht scsteiit hat. Ferner sind zahlreiche Kirchenfursten aus dem In- und Auslände erschienen, an ihrer -spitze Bischof Giesen aus Sud- schaistuiig üi Ehina unb der Erzbischof von Momignore
Athanasius voii Sawaya. And) der frühere Präsident^>es brüt- scheu Wstages Graf Franz v. Ballesw-M ist zur Teilnahme an ben Verhandlungen des Katholilentagcs h^r elngetroNen, mit ihni fast alle bekannteren ReichstagsabgeorbrtetQi bes Zen^mis sowie ber verschiedenen bundesstaattichen Landtege Dom P^st Pius X. liegt ein Sendschreiben vor, in welchem alten XeilncIjmcrn des Kattwlikctttages ber päpstliche Segen erteilt wird^
Eiiigeleitet wurde die Tagung durch?icrli^Glockeng^la -t von allen katholischen Kirchen Breslau^,.das.von 6—7 W Rett.^E?Äb^te dw^tschritte ber ^bstmmtenl^gimg^md »tbnü.
Ter heutige Sonntag würbe mit einem feierlichen KnttNkalantte im Tom eingeleitet. Um 2 Uhr bewegte sich nach Zchntausen^ von Teilnehmern zählenbe große yeft3“ßj” ■ A Ohlauer
über die Schweidnitzer Straße nach dem Ringe, u ~ ©tabtgr oben unb bie Lessing brücke nach der ?.onrm,cl. Der ^3 dauerte 1-, Stunden. Aus einer Tribüne du au dem fürstbischöflichen Palais errich^twürden das Domkapitel sowie zahlreiwe anucrc ^vviminitarer
träger der katholischen Arche. Besonders steten die Dommckmier Patres in ihren langheeabwallenden braunen a^bräunt n
Aufsehen erregte auch der Bisckwf Giesen, ree mit sei 9- .*
Anckitz, bem braunen Barte unb seiner [tränen »citeung viel eher an einen Offizier als an einen Bitewf. ermnerte. Um haU 3 Uhr hatte die Loitze des Zuges die 4omins^erreich7- ^>rm schrill die Kürassierkapelle. Ti: daraus solgeiioen ^.- ^g - --
katholischen Arbeitervereine sührke ber bekat-lte ^cmbt g g nete unb Vizepräsident des Abgeordnetenhaus es Ge~
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Labmeyer. - ^-l , stuckert ier Bemerk •
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bah der Katholikentag sich diesmal auch einen Ehrenpräsideittenl erkören habe, ben früheren Präsidenten des Reichstag-:, ('-raten Ballestrem. (Stürm. Beifall.) Gras Ballestrem wird barrntf zum Rednerpult geleitet, da ihm ein leichter ^chlaganmll das Gehen immer nod) schwer macht. Graf Ballestrem führt aus, daß ber Kathofikeniag ihm ein Amt voll Würbe, aber ohne Bürde übertragen habe. Er wolle beginnen mit dem Ruse: _</eib einig, einig, einig! (Demonstrativer Beifall.) Ter Redner spielt Weiler auf ben Bitter-Roeren-Streit an unb erklärt, es ben 1 ehe lieber- cinflimmung darüber, daß die Kathottken mit dm nidjtfa11;j 1cijeii Ehristen viele gemeinsame Grundsätze hätten uno "aß diese Grundsätze aud) gemeinsam verteidigt werden müßten, ckb das nun! geschehe in gemeinsamen Genossenschaften oder nach dein Grniid» satz: Getrennt marfd)irren, vereint jdflagen, das sei eine oadic Opportunität, die von ben maßgebenden Männern zu ent' Hierauf nahm Perlagsbuchhandler Aba. Bache m das Wort zur Begründung der al(iährlid) wiederkehrendeii Papstreso- lution, die folgenden Wortlaut hat: ,,Dic 56. Gmeraloer- sammlung der Katholikeii Tontsdilands sendet dem Heiligen Vater in Rom die ehrfurchtsvollsten Hitldigungsgrüße uiw Glucttvnnsme zu seinem in diesem Jahre statt findenden 25 jährigen Bnd-ofs- Jubiläum unb richtet ihre Gebete zum Himmel, um für ihn von Gott dem Allerhöchsten eine lange unb glückliche Regierung der Kiräje zu erflehen. Sie verbindet damit den Ausdruck uawer- brüdjlidfcr Treue und Anhänglichkeit an den Heiligen Stuhl als den gottgewollten Mittelpunkt der ganzen [atbolud)cn KHche. Sie verlangt nad) Yoie vor für den Papst als Oberhaupt ber katho- I lifdycn tt.rche volle mtb wirkliche Freiheit und Unaübängigfcit I in ber Ausübung seines obersten Hirteiiamtes, welches die Vor- bebingimg für die Freil-eü unb Unabhängigkeit der katholifdjert ttirche ist. Ta eine Vorbebinguiig der Unabhängigkeit des Papst- nim-' auch die volle finanzielle Selbständigkeit dec päpstlichen! Verwaltung ist, fordert sie bie Katholiken Deutschlands aus, durch regclnräsjige unb reichliche Unterstützung ber Sammluilgeu sum Peterspfennig für diesen Zweck beizusteuem und dadurch dem Heiligen Vater einen Beweis ihrer innigsten Verehrung für seine Person unb ihrer treuen Liebe zu ihrer Kirche zu geben."
Tie Resolution wurde einftimmig angenommen, (stürmischer Beifall.) — Desgleichen wurde angciiommen eine Resolution Eaheii.lh (Wiesbaden, in loeldjer der Beitritt zum Raphaelvereirt empfohlen wird, der ben auswandernben Katholiken mit Rat und Tat zur Seite steht.
diach Erledigung einiger anderer Anträge von geringerem! I Interesse wurde die Versammlung geschlossen. — Nachmittags findet I die erste öffentliche Versammlung in der Festhalle statt.
Während der Mittagsstunden durchzog em festlicher Auszug der katholischen farbentragenben Stuöentenkorporationen Tcutsch-
I lands die Straßen der Stadt bis zum erzbischöflichen Palais, wo Kardinal Kopp eine .Huldigung dargebracht wurde. Aud' bie verschiedenen Ausschüsse traten über Mittag zuwmn^n un,> berieten die Anträge zum Kakholikentag, die sich mit kirchlichen, sozialen, chariiativen und allgemeinen Bilduugssragen beschatt.gen.
I Znteressant ist es, daß diesmal in den eingelaufencn Anträgen! I aud) cme polnische Note erklingt. So wird gegen bie Freibeuter mobil gemacht, die in den tttztcn Tagen in Breslau eine bange „Los von Ztom-Bewegung" inszenierten und heute abend m brci öffentlichen Volksversammlungen ihre Führer Vogtherr, Tschirn und Schüler auftreten lassen werden. Weiterhin liegt in Anknüpfung an die Mahnung des vormaligen Reichskanzlers Fürsten v. Bülow zur Sparsamkeit ein längerer Antrag vor, den die Arbeitersekretäre 2r. Pieper und Giesberts von der sogenannten Gladbacher Richtung eingebracht haben, und der die Vereinfachung
I der Lebensführung, eine größere Sparsamkeit unb eine Vertiefung I des religiösen und geistigen Lebens von den besitzenden unb gebildeten Schichten der deutschen Katholiken forderte Zur Zurück-- drüngung der sozialen Entfremdung zwischen den einzelnen Volks- > schichren wie zwischen den Erwerbsständen wird in einem weiteren Anträge ebenfalls von den besitzenden unb gcbilbetcn Klassen ein besseres Verstänbnis für bas soziale und geistige Ausmärts-
I bringen ber minderbemittelten Volksschichten, besonders der Arbeiterklassen, verlangt. Den Tarifverttagen soll grotzere Aus- : merksamkeit geschenkt und bie Gründung von katholischen Dienst-i : Mädchen- und Fabrikarbeiterinnen-Verernen gefördert werden. Zu . dem Thema der konfessionellen Volksschule liegt ein längerer An- t trag vor, in dem die gesetzmäßige Gewährleistung der Kirche auf Ueberroadjung der gesamten religiösen unb sittlichen Erziehung
i burd) Llnteilnahme an ber Schulaufsicht, sowie bie Erteilung des Religionsunterrichts in ber Muttersprache gcsorbert wird. Andere Anträge richten sich gegen die Schmutzliteratur. Die Beschlußfassung über die vorliegenden Anträge soll in den drei nächsten geschlossenen Generalversammlungen erfolgen. .
Gegen 5 Uhr strömten die Massen wieder hinaus zur Fest- Halle, wo die erste öffentliche G cner alv er s amm l ung
Geh. Justizrat Porsch erotinete S^rsaimnlung. Er teil üon L ö w e n st e i n - W e r tch e i in das Wort zu
mit, datz aus Anlaß des ü?^.l..^e"^^Eine Re^ twn ^eoen 1 rgrm ' über: Tas katholische Missionswesen. Tann ---------I«, «»■ CTÄ8g«i<6tirat Sanbtagäabgeorb. Marr
Verantwormng seivsi zn tragen Latten.- tfur alle bteie Jimn ip Schulfrage. Der Redner führte aus: Es ist
teianitaltungen seien zahlreiche Teilnehmer ^'N^etrossen, so datz ^rfreulidi daß bei ber Schulfrage bie Katholiken Teutschlanbs ein ieuditbarer S«laur dm" Ä b« San^nÄ tinNäe« Ei, einig uni, ge.
eine Ausnahme müsse konstatnit ^rdrn, nämlich bie Versammi g, .,. b rteben Diese Grundwtze, die wir aum von der staat- toetd-e bie Dbcritfnein-eben 9lrbe,to „Imtenjmb m bet b,e »oInnete ttiien wollen, gehen b°l,m: Sic
Sprache gebraucht werden sollte Wie eia Blitz lSeT;“ Zildungs-, aber auch Erziehmigsinstitut. Sie
HimmA kam die ^adiricht an das Komitee, datz der G _ Perstand ebenso wie Herz unb Charakter bilden. Von
der polniidien spräche imtcciagt werden ^^e, und bas; . - Grunbsätzen ausgehend verlangen wir, daß ber Unterricht
<Berein£ge)-e& BUfldaftcne I S?^SSr S5eitiie Stelle eingeräumt bekomme, welche ihm
köime. Wir haben gehosst, baB d^tzgebend^ ^ho.den ihre ^^i^ionDiesen g^ nQd) JutommL
Auffassung noch andern weiten. !Wenn nicht \ 1 d). L, wir so die Wichtigkeit des Religionsultterrichts erkennen.
Fielen Ausnahmen gemacht waten, rotebegreife ergibt sich für uns als selbstverständliche Forderung das Recht nationalen ^ranitalmng, wie ^‘^l^e'ber Kirche, ben Religionsunterricht ju erteilen und zu überwachen, ich nid)t, mevbala vu» V^.emsgttetz . inTfldlc $2ir möchten aud) angesichts ber nenraurigcn Eriahrungen der
befrimmungen entbalt. baS b Sc kbten 3a6rc ftti unb »n=n entfärben ben Animnch erbeb:»,
Lberhaiivt verboten wird, (^-ehr richtig!) G, ist klar datzOttse -XAm,xt prrnrbcrlich ist. in bei
Eiitt'cheidung nur mit Wissen etner höheren Stelle gesagi werden könnt?- Deshalb wollten wir bie Arbeiten des Lokal konitteDMllst! noch mehr eridjroeren dadurch, baß wir mit unserer Beschwerde 5fiei?e böllere Stelle ginnen. Auch haben wir Temttten über die Angelegenheit in da- Presse nicht neramafft. Wir werden eine Debatte hierüber an anderer stelle itatmnben lasten, (iöep fall > Es erschien uns auch nicht angemessen, c me Zeitungspolemik ,u eröffnen, damit der ruljige Fortgang unterer -bagrmg nicht ge- äbrA werde Vielleicht wird man uns vas als Schwache unb Äcchttt auslegen, aber in dieser Beziehung sind wir ja an An- qZw gewöhnt so baß wir uns auch darüber himvegietzen werdew ^eb's Beifall > te-s Haven uns lruher schon vul schwerere sd...ge cierroffen ich er inner: nur daran, datz einmal uisolge Beroots de- 'Hörden ein Katholikentag nach Koblenz verlegt werden mett w unier seliger Wmdthorst baim bie Worte Fracht „Nur hübsch ruhig .
solchen Fallen unsere Losungsem . hier in Br------- . -
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. Haudels?631; • jp idter Bank“" e Bank • • ’,st -Asiat, ßa; 0.Kommandit ■ J?. r Bank - • *
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daß ber Religionsunterricht, soweit dies errorberhd) ist, m der Muttersprache erteilt wird. Unsere polnischen Glaubensg^nostiM können versichert sein, baß bei ihrem Kampfe um den Religionsunterricht in ber Muttersprache, soweit jie sich aus dem Boden der staatlichen Ordnung, innerhalb ber Vertonung und der gesetzttchen Grenzen bewegen, die deutschen Katholiken stets -seiie an ^cuc mit ihnen stehen werden. iStürm. bimonürahoer Beisall. xa wir die Aufgaben der Schule hauptsächlich in der Erziehung ber Zug end zu sittlichen Eharakteren erblicken, muß bie Kirche auch in der Lage sein, darüber zu wachen, daß die gesamte Erziehung der Fugend von religiösem unb sittlichem Geiste gitragen und geleitet werde. Wir verlangen, daß dieses unantastbare Recht gesetzlich festgelegt werde. Tarin sind wir einig, daß sich dieses Erziehungsideal nur in einer konfessionell streng geschiedenen
T 1C-Mmotyorir uaxui u« Schule erreichen laßt. Wir befinden uns in dieser Beziehung iA
ia Ziut'nnch nicht bange machen lassen, muß in I Uebereinuimmung nut unseren evaiigeliichen Mitbürgern, sowech
~... imiere Losung sein". Tassclbe Rezept werden wir I sie auf pos.iw-lirchlicheni Boden stehen, -da, bi» weit in bte
Bresüiu v^ol^m. Justiz rat Dr. Porsch erklärt sodann, > sogenaniuen liberalen ftreiie hinein ist bie Ueberjeugung von bet?


