Ausgabe 
26.7.1909 Erstes Blatt
 
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Montag 26. Juli 1909

Erstes Blatt

159. Jahrgang

er Siebener Anzeiger

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Kleine Chronik aus Kun st und Wissenschaft. Am Samstag vormittag ist in Stuttgart an den Folgen eines Schlaganfalles Prof. Otto Reiniger, einer der eriten Land-

Mainz erteilt worden.

In den Ruhestand verseht wurde der Lehrer an der Gemeindeschule zu Groß-Steinheim Hch. Ruths auf sein Nachsuchen.

- Erledigt ist die mit einem evang. Lehrer zu be­setzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Oder- Finken bach.

* Der hessische Lehrerturnoerein hält am 17. und 18. September seine Hauptversammlung zu Groß-Gerau ab. Landesturninspektor Schmuck hielt dabei einen Vortrag über die Bedeutung des Turnens in der Fortbildungsschule.

Studentische Unterrichtskurse. Die Teilnehmer und Lehrer der Studentischen Unterrichtskurse für Arbeiter und Unterbeainte machten gestern mit ihren Angehörigen einen Ausflug nach Annerod. Den wohlgelungenen Anord­nungen des Leiters Dr. Vogt ist es zu verdanken, daß alles dabei zur allgemeinen Zufriedenheit verlief. Große Freude erregte es unter den Kindern, daß als Preise für hervor­ragende Leistungen beim Drittenabschlagen Schokolade und andere schöne Sachen verteilt wurden; aber auch die Er- wachsenen kamen auf ihre Rechnung durch ein begeistert auf­genommenes Pceiswitzerzählen, bei dem die besten Witze durch Verabreichung kleiner Bücher an die Urheber belohnt wurden. Allerdings erhoben einige Mißvergnügte Protest gegen das Urteil des Preisrichterkollegiums, doch wurde dieser glänzend abgeschlagen. Auf dem Heimweg öffnete der Himmel etwas verfrüht seine Schleusen, ohne daß aber die allgemeine fröhliche Stimmung dadurch hätte beeinträchtigt werden können.

Die Ludwig - und Alice-Stiftung der Hessi- scheu Lehrer hält ihre 31. ordentliche Hauptversammlung am 17. November im .Deutschen Kaiser" zu Bens­heim ab.

Unsere Universitäts-Bibliothek wurde in der vergangenen Woche vom Bürgermeister Baurat Kuhn, Oberbibliothekar Prof. Dr. Binz und den Stadtbauinspektoren Gelius und Rühl von Mainz eingehend besichtigt. Besonders interessierte die Herren die bei dem Bibliotheksbau durch­geführte praktische Raumausnutzung. Die Stadt Mainz beabsichtigt, für ihre großen und wertvollen Bücherschätze einen Neubau zu errichten.

** Luftschiffe auf Reisen. Die Frankfurter Luft- schiffahrts-Ausstellung hat einen bemerkenswerten Luftschiff­verkehr iin ganzen Mittelrheingebiet und auch in unserer Gegend hervorgerusen. So flog z. B. am Samstag abend gegen 9V2 Uhr ein erleuchteter Luftballon über unsere Stadt. Ec nahm'die Richtung nach dem Busecker Tal zu und zwar mit großer Fahrgeschwindigkeit. Am Sonntag mittag 1^ Uhr flog ein Ballon westlich von Gießen von Süden nach Norden. Er fuhr in geringer Höhe und trug eine schwarz-weiß-rote Flagge; in der Gondel saßen drei Personen. Nachmittag? und gegen Abend flogen drei weitere BallonS über unsere Gegend, die sämtlich bemannt schienen. Es sind anscheinend dieselben Luftschiffe, die nach einer Mitteilung unseres Bad

Phiils

Ausland.

Generalmajor Cool, Inspekteur des Militärunterrichts- wesens, rourbe zum holländischen Kriegsminister ernannt.

Kundgebungen gegen den Zare n b es^uch. In London fand gestern nachmittag auf dem Trafalgar-L-quare eure Arbciterkundgebung gegen den Empiang des Zaren statt, an der einige tausend Leute teilnahmcn und bei der verschiedene Reden gehalten wurden. , , . . __

Der »erzog von Connaught i|t von ferner Stellung als Oberbefehlshaber der Mittelmeer-Strettkräste zurückgetre­ten, wie es heißt, weil er die Stellung, mit der eine nennens­werte Tätigkeit nicht verbunden war, für überflüssig erachtett

C l e m e n c e a u ist gestern abend von Pans nach Karlsbad

Der Karlistenführer Markgraf von Ceralbo er­klärt, daß Don Jaime die Standarte seines Vaters ccufgerwmmen habe und hoffentlich bald in Spanien regieren ,verde

Ter abgesetzteSchah weilt noch in der rustnchen Gesandt­schaft. Wie es heißt, ist die Abreise verschoben worden, wegen der Schwierigkeiten, die Ktonjuwelen. ausfindig zu machen. Steueren Meldungen zufolge sind starke Stteitträste unter Saulet ed Dauleh auf dem Marsche nach Schiras; die brttische Konsularwache wurde durch 40 Matrosen verstärkt. -

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Arrs Stoöt und LrAttd.

Gießen, 26. Juli 1909.

"Vom Großherzoglichen Hof. Die Nachricht von dem Besuch des ZarenpaareS am Darmstädter Hofe, der für den 11. August angekündigt wurde, ist lediglich als eine Kombination zu betrachten, wie sie in den Sommermo­naten regelmäßig aufgetischt zu werden pflegt. Eine Begegnung zwischen dem Zarenpaar und dem Großherzogspaar steht allerdings bevor, die nach den Besuchen des Zaren in England und Frankreich in Hemmelmark stattfinden wird.

" Der Finanzausschuß der Ersten Kammer trat am Samstag zu einer Vorberatung über die neue Gemeindeumlugenreform -Vorlage zusammen. Der Ausschußberichterstatter, Fchr. Heyl zu Herrnsheim, erstattete ein ausführliches Referat über den Gesetzentwurf, an das sich eine Aussprache anschloß.

Finanzminister Dr. Gnauth hat einen vier­wöchigen Urlaub angetreten.

» Neuer Konsul. Auf Grund einer Entschließung Sr. Kgl. Hoh. des Groß Herzogs ist Herrn Erich W. Bau- mann, Teilhaber der Ficmä Johann Koch Erben in Mainz, das Exequatur als Ehrenkonsul der Republik Panama in

11 ^^Haus.

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der hamburgische Senat, der Altonaer Magrsttat und viele künst­lerische und literarische Vereinigungen sandten Kranzspenden. Am Grabe hielt Richard Dchmel die Grabrede; weitere Ansprachen folgtem Notschrei. Herr Roger Marx,inspecteur des beaux arts in Paris, Hal eine Rundfrage über die Lage der deko­rativen Kunst in den verschiedenen Ländern veranstaltet und kommt dabei angesichts des ungeheuren Aufschwunges dieser Industrie m Deutschland zu einem vernichtenden ErgebmS für die gleichartigen Verhältnisse in Frankreich. Er sieht diesen berühmtesten, Jahr- hlinderte allen Industriezweig seines Landes dem völligen Unter­gänge geweiht, denn, sagt er, man müsse entweder neue Erfind- nngen machen oder verderben, und fern dekorativer Künstler Frank­reichs habe den Erfinduugsgeist, den eine neue Zelt verlange. Dieses Urteil gibt dem,Gil Blas" Veranlassung, unter der bezeich­nenden AufschriftUoncurrence imprövue einen Artikel zu bringen, in dem mit einem gewissen traurigen Pathos der außerordentliche Vorsprung Deutschlands auf dem Gebiete des Dekorativen lest- gestellt wird. Tie Nachbarn jenseits des Rheins, die man so lange Zeit des schlechten Geschmackes geziehen habe, hätten sich m un- qlaublich kurzer Zeit eine von Frankreich unabhängige völlig selbst­ständige dekorative Kunst geschaffen, mit der die französischen Kunst­handwerker, die immer weiter nach dem alten übernommenen Schema Louis XIV., XV., XVI. arbeiteten, nicht wetteifern könnten.

Wer nur immer die Münchener Ausstellung (1908i gesehen hat, war einfach starr vor Verwiuiderung unb hat in allen Sprachen das Lob von Deutschlands mächtigen Fortschritten gefangen, -Lie Ergebnisse haben nicht auf sich warten lassen, und so hat denn aua) die Handelskammer zu Mailand in ihrem letzten Bencht^die Vor­liebe der Italiener für die deutschen Kunsttischler- und Schmiede­arbeiten hervorgehoben." Obwohl der ..Gil Blas' an eine Em- lwliing der deutschen Erfolge durch Frankreich nicht mehr glaubt, rät er doch 511 einer Anregung von Seiten der Regierung für die untergehende Industrie und zu einer Ausstellung, dennangesichts der deutschen Konkurrenz ist keine Zeit mehr zu verlieren.-

FÄZ »ÄW,'ÄSühK Renner B°r.cht°rstatt-rs hort bei F°i°db°-g unb ' '1 Butzbach beobachtet wurden. Um 21/2 Uhr etwa überflog

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Blasenerkrankui;

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Der rabiEale Deputierte Lafferre, Obmann des Durch- führungsausschusses der radikalen Partei, erklärte dem Ministerpräsidenten Briand auf dessen Befragen, daß bie Zusammensetzung des Kabinetts seine Partei nicht befriedige, da sie in demselben >fast gar nicht vertreten sei. Er Halle es für notwendig, Aufklärungen über die Haltung des neuen Ministeriums zu erlangen, und werde deshalb am nächsten Dienstag eine Interpellation über, dessen allgemeine Politik einbringen.

Präsident Falliöres sprach am Freitag beim Empfange Briands und der anderen,,Minister dem neuen Kabinett sein Vertrauen aus und versicherte die Mitglieder der Regierung seiner Unterstützung. Es gebe im Ellfföe keine Politik als die des Kabinetts. Im Laufe des Nachmittags empfing Falliöres Leon Bourgeois, der nochmals mündlich sein Be­dauern aussprach, daß er aus Gesundheitsrücksichten den ehrenvollen Auftrag, das neue Kabinett zu bilden, habe ablehncn müssen. Später empfing Fallieres auch den bis­herigen Ministerpräsideriten Clcmenceau, der heute nach Karlsbad abreist. In der nächsten Kammersitzung am Diens­tag wird die Regierung sofort nach Verlesung ihrer pro- granlma tisch en Erklärung die Interpellation über dre all­gemeine Politik beantworten. £

Der neue Postminister Millerand stellte nach Er­klärungen, die er demMatin" gegeben hat, wichtige Re­formen in Aussicht, die ihm zweifellos sehr populär beim Publikum machen werden. Hinsichtlich der Frage der Wie­deranstellung der wegen Streiks entlassenen Postbeamten er­klärte Millerand, in seinem Sinn sei es möglich, die Ge­rechtigkeit vom Wohlwollen zu trennen.

Deutsches Reich.

Der Kaiser nahm Samstag vormittag in Melde die Vor­träge des Vertreters des Auswärtigen Amtes, des Gesandten von Treutler, sowie des Chefs des Generalstabes der Armee von Moltke und des Chefs des Marinekabinetts, von Mueller, ent­gegen. Nachmittags unternahm der Kaiser einen Spaziergang in der Umgebung von Melde mit einigen Herren des Gewlges. Das Wetter ist sonnig unb wärmer. Kaiser Wilhelm wird nach den bisher bekannt gewordenen Dispositionen zu Den, Kais er - Manövem in Groß-Moseritsch am 8. September emtrepen unb mit Kaiser Franz Josef und dem Erzherzog §rauz tfcrbmanb im Schlosse Wohnung nehmen.

Umgehung der Talonsteuer. Bei Öen ^Beratungen im Bundesrat ergab sich Einhelligkeit darüber, daß den be­kannten Versuchen, die Talgn steuer durch vorzeitige Neu- ausgabe von Zinsbogen zu umgehen, unter allen Umstanden cut- gegenoetreten werden müsse.

Die württembergische Erste Kammer hat einstim­mig einen Antrag angenommen, der die Regierung auffocdert, eine C r h ö h u u g d e s F a h r P r ei s es der v 1 er ten W a ge n- Hafte bei- Eisenbahn in Erwägung zu ziehen.

Die Bergwerksdirettion Saarbrücken Jjat nach der Frkf. 31g. auf sämtlichen Gruben für DJlontag, 26. ^uh, eine ^^^as^G?n^er^a1 kommando des 7. Armeekorps de­mentiert das Gerücht, wonach der kommandierende General v. B e r n h a r d i zur Einreichung seines Absckstebrgefuchcs verau la M worden sei. Er suchte lediglich einen Urlaub bis zum 31. August nQ%fe badische Fabrikinspektorin Fräulein Dr. E. Munzing er hat, wie dieBad. Landesztg." mitteilt, aus Gesundheitsrücksichten um Entlassung aus dem Staatsdienst ge­boten und wird am 1. September ai^scheiden.

Ein Erlaß des \.ä d) 1 il cbcn Kr iegsmini ste r i> ver­bietet sämtlichen sächsischen M i l i t ä rmu, i ke r n alles öffent­liche Tanzaufspielen in Unffoi-m. .

Todesfall. Der Abteilungschef im Marinekabinett, Fre­gattenkapitän von Rothkirch-Panthen, ist in Wilhelmshaven an Gelenkrheumatismus geswrben. . ,

Der russische Polizeispitzel Azow ,oll sich, wie von Wien gemeldet wird, nach München geflüchtet haben. Enn russischer Gendarmerie-Oberst unb Senator Mekerow, bie Azow verfolgen, sind von Wien nach München abgereiit

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Verantwortlich

!MW General-Anzeiger für Oberheffm

iS?1 die Tagesnummer Rotationsbnid und Verlag der vrühl'schen Unw.-Vuch- und Zteindruckeret R. Lange. Redaktion, Lxpedirion und Druckerei: bchulftraße 7. Anzeigente^: H." Beck.

vormittags 9 Uhr. _____ ,,,, BMirM---

Während einzelne radikale Organe der combeistischen ichtung dem neuen Ministerium, unverhohlenes Mißtrauen »tgegenbringen, wird es von aemäßigten Blättern to;c 2emps" undJournal des Debats", nicht ungünstig be ileilt. DerTemps" schreibt: Ministerpräsident Brrand e bei der Zusammensetzung des Kabinetts den Elementen -r Mäßigung und Besonnenheit einen beträchtlichen Platz i.iaeräumt Die mutige Wahl zweier militärischer Minister iit bas Kriegs- und Marinenlinistcrium beweise, daß der die Ministerpräsident trotz seines Sozialismus dem Anti- ralriotismus Hervss keine Zugeständnisse machen wolle, dasJournal des Debats" spricht seine Befriedigung dä­mmer mts, daß die Anhänger Lombes', obgleich sie den ttm des Ministeriums Elemenccau herbeigeMhrt haben, irl neuen Kabinett lediglich durch den etwas farblosen .tslonialmimster Trouillot vertreten seien.

Das neue französische Kabinett.

Man hatte gemeint, daß der Rücktritt Clemenceau's und < äiies Kabinetts nichts wesentlickzes an der Zusammensetzung t Regierung mrdern werde, aber es ist doch etwas anders fonunen. Dadurch, das; Brianddie Bildung des neuen l Äinetts übernommen hat, zeigt sich dieses weseirklich nach i ils hin verschoben. Der Radikalismus ist in Frankreich meder ans Ruder gelangt. Ein Sozialist steht an der Spitze ftanMischen Kabinetts.

Es hat immer etwas Mißliches, einen neuen Minister mnach beurteilen zu wollen, was er vorher gewesen ist ]rb geleistet hat. Gewöhnlich kommt es doch immer anders, t,a man gedacht hat; besser oder schlimmer, je nachdem, /her Clemeneeau, den man seiner Zeit als argen Deutschen

nd bezeichnet hatte, dürste Deutschland sich eigentlich nicht beklagen. Er war als Ministerpräsident wesentlich sser als "sein Ruf. Auch in der Beurteilung Briands , man einstweilen zurückhaltend sein müssen. Vor über- ,Ebenen Hoffnungen und Wünschen ist zu warnen, so sym- athisch es einstweilen auch berühren mag, daß ein Del ossö in dem neueniKabinett nicht, wie mau schon gefürchtet xilte, einen Platz bekommen hat. Pichon, als Leiter der caswärtiqen Geschäfte, scheint eine Bürgschaft dafür zu sem, die äußere Politik Frankreichs im wesentlichen im rten Geleise bleiben wird.

Interessant ist es immerhin, etwas über den neuen -ibiuettschef zu erfahren. Aristide Briand ift, wie

1 emcnccau, Bretone;,er ist erst 47 Jahre alt, von Beruf :\-)Dorat. In der PolitikfFrankreichs hat er schon in jungen '.Viljrcn eine beachtenswerte Rolle gespielt. Sein größtes : erk itiac die Durchführung der Trennung von Staat und <-,rd)e. Als Berichterstatter der Kammer hatte er s. Zt. über liefe schwierige Materie einen glänzenden Bericht verfaßt mb als Redner in der stimmet hatte er die Trennung in so tzschickter Weise vertreten, daß die Vorlage schließlich un schrdet angenommen wurde. Eine schwierige Ausgabe, ie nur der richtig zu witrdigen wissen wird, der die große 1 lcht des Klerikalismus im damaligen Frankreich kannte.

cnige Jahre sind erst seitdem verflossen und die Trennung fli-Dn Kirche und Staat hat sich in Frankreich außerordent- J. I) gut bewährt. Briand ist nicht nur ein glänzender Red- vi, er ist auch ein kühler und klarer Kopf und verfügt über tjint beträchtliches Wissen. Ursprünglich bekannte er sich un sck>ärfsten Sozialismus, und in der Arbeiterbewegung oj etina 10 Jahren spielte er eine bedeutende Rolle. Er narb sich damals die BezeichnungVater des Allgemein lSstandes". Im Allgemeinausstande sah er damals das Uheilmittel für den Sozialismus. In einer seiner berühmt '(Torbenen Reden versicherte er später allerdings, daß er i: die Revolte predige, aber doch auch niemals aufhöre, .»zialist zu fein, trotz seines offiziellen Ausschlusses aus der artet

So sieht der Mann aus, der heute an der Spitze der zöjischen Regierung steht. A.

IClcwcs Feuilleton.

Fürst Bülo w unb bie Leipziger Untver fita t. f !1(« früherer Student der Universuät Leipzig hat auch rfurft Bulow sine Eniladiuig zu ben Iubiläumsfeierlichkeiten erhalten; er hat choch feine Beteiligung durch folgendes Schreiben an den Rektor Querer Magnisizenz schulde ich noch die endgültige Antwort nut bie gütige Einladung zur Jubelfeier der Universität --etvzig. l:nere Magnifizenz werden es verstehen, wenn ich nach ben Muhen .nd Kämpfen der letzten Zeit der Ruhe beburttig bin unb mein Hehlen bei dem Feste zu entfchnlbigen bitte. Erinnerungen mancher. I.'i Art, pevfönlidic unb historische, hatten mich wohl nach Leipzig

I logen. Ich gebende gern der beiden Semester, die ich dort, am II ulen Hochsitze deutscher Bildung und Gelehrtamkett, verbracht

)ibe. Ich bewahre in dankbarem Gedächtnis vor allem die tiunben, bie ich zu Roschers Füßen saß. Aus feinen -cortragen ftde ich reiche Anregungen mit ins Leben hmausgenommen, unb J leinSystem ber Volkswirtfchait" ist nur auch m wa hren Jahren

oft genug Berater unb sichrer gewefen. werde die Jubelfeier mit bem Wunsche begleiten, boß

!'< einst gegründet wurde, um deutschem Gerste Zuflucht und Wirkungsstätte zu bieten, die ihrer Auigabe m giiten uni। bofen leiten treu gewesen ist, bie vor demnächst bundert Jahren die Ziiriel über bas Schicksal unseres Volkes lallen sah, wrer g

Itergangenheit eingebenf noch unzähligen Generationen ben scher Jünglinge bas geistige Rüstzeug bieten möge für bie Arbeit un Dienste bes Vaterlandes. ,

In ausgezeichiieter Hochachtiiiig bin ich ,

Euerer Magnifizenz sehr ergebener igez.) F ü r st v. Bulo w.

Reichskanzler v. Bethrnann-Hollweg, ber gleichfalls in ^emjig $ [iubiert hat, lehnte ebenfalls loegen zu großer Arbeitsuberburbuug 1 (bie Teilnahme ab.

Gestern nachmittag erfolgte nach einer Feier int -trauer* baufe aufdemAlt-Rahlsted ter Fried h o r e bie Beerdigmrg , Ottlev. v. Liliencrons in Anwesenheit vieler litcrariiajer s^'öTttichkeiten. der Abordnungeit des Offizierkorvs bey 1. rur- ZljejfisclMi Jnsauterieregiments Nr. 81 in Frankfurt, bem Der Entschlafene angehört hatte, und des Alwnaer ^nfantertercglmenls («kaf Bose Nr. 61, die kostbare Kranzspenden mederlegten; auch