Ausgabe 
26.6.1909 Erstes Blatt
 
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Grossen-Linden, den 26. Juni 1909.

Die Beerdigung findet Montag den 28. Juni, nachmittags 4 Uhr

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Gießener Wetterdienst.

Voraussichtliche Witterung für Hessen am Sonntag dem 27. Juni: Wolkig, geringer Regen, kühl. Westliche Winde.

erlassen.

Gießen, den 24. Juni 1909.

Großberzogliches Amtsgericht.

Einmachezeit

Vermischtes.

* Der gewaltsame Tod i n d e n Gr o ß stö d t e n Ver­gleicht man in den neuesten statistischen Ausstellungen die Zahlen der überhcuivt Gestorbenen mit denen der eines gewaltsamen Todes Verblichenen, so findet man, daß das Verhältnis ziemlich konstant bleibt und zwischen 3 und 4 v. H. schwankt. Berlin hat 4 v. H., Halle, Königsberg, Dresden, Leipzig und Stutt­gart ebenso viel, Breslau, Frankfurt a. M. und München nur 3 v. H. und darunter, lieber diese Zahlen ragen hinaus (£hnr> lottenburg mit u, Rixdorf und Magdeburg mit dem gleichen Sake, Hamburg mit 6 und Beuthen mit 7 v. H. Sehr mcrt würdig ist es, daß ein höherer Sah sich nur in kleinen Städten, findet, in Weimar mit 10 und in Hamborn (einer Arbeiterstadt im Landbezirk Düsseldorf) mit 12 v. H. Selbstverständlich sind diese

Original-Drahtmeldrrrrgeri.

Wien, 26. Juni. Wie verlautet, sind die Schutzmächle nicht gewillt, die kretische iAutonomicfrage in der in der Note verlangten Form zu lösen, weil der Zeitpunkt für die Lösung gegenwärtig nicht als igünstig erachtet wird.

Saloniki, 26. Juni. In hiesigen Komitee- und Militär- kreisen nimmt die Stimmung zu gunsten des Krieges gegen Griechenland immer mehr zu. Im Innern des Landes werden zahlreiche Versammlungen abgehallen, die alle für den Krieg eintreten. Die Albanesen in Skutari boten 50 000, die Bulgaren 30 000 Freiwillige an.

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Inhaber: Hermann Scherb.

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fLvsia, 2b. Juni. Der extreme russophile Dem mndii sich zum Sprachrohr der angeblich täglich steigenden E n t r ii stung ge­wisser bulgarischer Kreise über ben jetzigen Aus ent halt des Erb- prinzcn Boris in Oesterreich. Das Blatt erklärt es als äußerst herausfordernd und unanständig, daß das Patcnlind des Zaren, ohne auch nur einmal seinen Taufpaten besucht zu Haven, monate­lang in Hauptstädten, dtc Anßlaiid feindlich sind, spaziereit ge­führt wird.

Sofia, 26. Juni. Die O r i e n t b a h n s r a g e wurde nun­mehr zwischen der bulgarischen Regicrmtg irtb der Gesellschaft definitiv geregelt. Tic bulgarische Rcgicrtmg zahlt an die Gesell­schaft außer der seitens der Pforte zu Iciftcnben Entschädigiurg Don 21 j Millionen noch den Betrag von 2 120 000 Frcs. als Ersah für das Inventar tutb die Betriebseinnahmen. Außerdem stellt die bulgarische Regierung das gesamte rollende ?.lärtcriak an die Gesellschaft zurück.

Zahlen durch "ben Zufall mit beeinflußt, da die Lodcsfallzifferni an sich niedrig sind und durch einen llnglücksfall oder 'Ptorb sofort eine erheblick>e Bcrschiebimg des ProzentverhältnisrcS rm- tritt. Bon ausländischen Großstädten hat das Anarchistennest Barcelona merkwürdigenveisc unter 1154 Todesfällen nur 19 gewaltsame, also nicht einmal 2 v. H., aufzuwcisen, während Buenos Aires 6V_> v. H. zu beklagen hat.

SUeinc Tageschronik.

Int Germanischen Seminar der Universität Münster er­folgte gestern eine Gasexplosion. Der Semiuardicncr März wurde getötet. Tas Uirtcrrichtsgcbändc ist schwer beschädigt.

Auf der »Frisch (Slück"-ZecheSodau" im Neviervergamt E l b o g e n hat ein S ch tu e m m I a n b c i n b r n ch ftnttgchmben. Füick Personen, darunter ein Obersteiger und ein Oberhäuer, sind unrettbar verloren.

JnsPctersburg sind seit! gestern 99 Personen anCholcra e r krankt und 34 Personell gestorben. Die Gesamtzahl der Kraiikcn beträgt 429.

Die Hißeplagc in den öftlidycn Staaten von Amerika wird immer unerträglicher. Das Geschäftsleben stockt. Die Tem­peratur stieg gestern auf 98 Grad Fahrenheid (37 Gr. (£.). 10 000 Newhorker halten sich nachts in den Parks auf. An der Secküste ereigneten sich zahlreiche Hitzschlägc, von denen viele töllich verlaufen.

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Bekantttmachung.

In das Handelsregister 9(bt. B. wurde eingetragen: Die Firma Hafsia Pneumatikwerke Gesellschaft mit beschränkter Haftung in Gießen. Der Gesellschaflsvertrag ist am 14. Mai 1909 festgcstellt. Gegenstand des Unternehmens ist die Her­stellung und der Vertrieb von Reifen für Kraftfahrzeuge, der Ankauf, die Verarbeitung, die Fabrikation und der Verkauf aller hierfür notwendigen Stoffe, sowie der Betrieb aller hiermit verwandten Geschäfte. Die Gesellschaft wird durch einen ober zwei Geschäftsführer vertreten. Dieselben bedürfen der Genehmigung des Aussichtsrats bei folgenden Handlungen: a) bei Bestellung oder Entlassung von Prokuristen, b) bei Bestellung und Entlassung von sonstigen Angestellten, sofern dieselben ein IahrcLgehalt von mehr als 1200 Mark beziehen, c) beim Erwerb oder Veräußerung oder Belastung von Immobilien, d) beim Abschluß von Pacht- und Mietverträgen, sofern dieselben auf eine längere Dauer als ein Jahr ge­schlossen werden, e) bei Einforderung von Einzahlungen auf bie Stammeinlagen, f) bei Eingehung von Geschäften, die einen höheren Betrag als 500 Mark zum Gegenstand haben. Es soll jedoch bei Geschäften, welche nicht einen höheren Be­trag als zweitausend (2000) Mark zum Gegenstand haben, nicht die Genehmigung des gesamten Aufsichtsrats, sondern nur diejenige eines von demselben beauftragten Mitgliedes "erforderlich sein. Geschäftsführer ist der Fabrikant Wilhelm Kaufmann in Gießen. Die Stammeinlage des Geschäfts führers Wilhelm Kaufmann in Höhe von 10 000 Mark wird durch Einbringung der auf die Fabrikation der Automobil- Pneumatik und Gleitschutzreifen erteilten Patente Nr. 36952 und 39519 sowie des T. R. G. M. Nr. 359713 geleistet, für das derselbe außerdem 35 000 Mark in bar von der Ge­sellschaft erhält. Oeffentliche Bekanntmachungen der Gesellschaft iverden im deutschen Reichsanzciger und im Gießener Anzeiger

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Verwandten und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, dass es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, unsere liebe unver­gessliche Mutter, Schwiegermutter, Grossmutter, ürgrossmutter, Schwester und Schwägerin

Frau Pb. Lang II. Witwe geb. Menges

nach langem, mit Geduld getragenem Leiden im 81. Lebens­jahre zu sich zu rufen.

M übertragen, oic morgen der Vcr,ammlung zur Annahme unter- breitet werden soll. Hierauf begründet Prof. I o sc p h folgende Resolution des Berliner Journalisten- und Schriststcllcrvercin--- Tic ReuemführMlg des £ 19 in die Strasprozcßordnung ist zu emviehlcn, weil ne den Verhältnissen der Presse und der Pflicht des, Aedattcurs. Druckers, .Verlegers und des technischen Hilfs Personals zur Wahrung des redaktionellen Geheimnisses Rechnung trägt. AAt neue oastung des § 186 St. G. B und die Er- Weiterung der Grenzen für die Bcleidiguug^strasen ist abzulchnen. Schon btc jcvigcii Bestimmungen lassen eine ausreichende, sogar strenge Bestrasimg sämtlicher Arbeiten der Beleidigung zu Wenn gegenwärtig häufig.Beleidigungen zu gelinde bestraft werden, so ist dies nicht ans die geschlichen Bestimmungen, sondern auf die Praxis mancher Gerichte ziirückzuführcii. Ter Unterschied den der Entwurf in betreff Zulässigkeit der Führung des Wahr­heitsbeweises der öffentlichen und nichtösfentlichen Beleidigungen macht, ist iimerlich nicht gerechtfertigt. Tie Zulässigkeit der Führung des Wahrheitsbeweises von der Zustimmung des Be­leidigten abhängig zu machen, ist für den Beleidigten selbst be­denklich und unmöglich, wenn bei derselben Sache mehrere Be­leidigte in Frage kommen, von denen der eine ferne Zustimmung erteilt, der andere nicht. Tic Bestrafung des Angeklagten nach Führung des Wahrheitsbeweises verletzt das Rechtsgefühl. Prof. Joseph trug ein längeres Referat des Rechtsanwalt Fränkel (Berlin! zu diesem Thema vor und schließt sich den Anträgen Armer und Müller an. Daraus wurden die luckeren Verhandlungen aus morgen vertagt.

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Montag, 28. Juni, 8'/° Ulir pünktlich im Hotel Schütz

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Montag den 28. d. M., nnrfr rnittago 2'/.. Uhr, sollen dahier Lvalltorstraßc (» iDarinst. Haus> mehrere Pferde und Wagen, 1 größere Partie Schul) und Sattlerwaren, 1 große Partie Dainenhüte, 1 Bücherschrank, 1 Schreidputt, 1 EiSfchrank, 1 Kla­vier, 1 Partie Werkt,olz, 1 Mar- morpnrainide, Haus- u. Küchen­geräte aller Art

und ver'ch. andere zwangsweise gegen Barzahlung versteigert werden. 04/«8

(ließen, den 26. Juni 1909.

Seipel, Gerichtsvollzieher.

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Voranschlag und Bedingtlngen liegen, zur Emftcht der Interessenten auf Großb. Bürgermeisterei offen.

AllerPShausen, den 25. Juni 1909.

Großh. Bürgermeisterei Allertshausen.

H i l l g ä rtne r. _______________(3b'n

Ardeitsvergebnng.

^xeitaa den 2. Juli 1909, vormittags 10 Uhr, sollen die Jnstandsetzungsarbeiten in der Lehrerwohnung zu Allertshausett auf Großh. Bürgermeisterei Allertshauieu hon g^p.iinitnehmenbcn öffentlich in Akkord vergeben

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