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Samstag 26. Juni 1909
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Die heutige Nummer umfaßt 16 Seiten,
Erledigt ist die mit
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Zucken über solche Auslegungskünste hinweg, eie lu.lj’.uü3p^e0‘ lelefyrbar, die einen wie die anderen. Was hat denn schließI tren»
Verantwortlich für den politischen Teil: E. Anderson; t-iteuitle- ton und ,Vermischtes" K. Neurath; für .Stadl u. Land" und „Gerichts-
Bezugspreis: monatlich 75Pf., viertel-
Krankheit.
*• Erledigte Lehrerstellen.
wiederholt die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" die Bestim- mtimgen, welche der Minister der öffentlichen Arbeiten für die preutzlsch-hessischen Staalsbahnen traf und knüpft daran folgende Bemerkung: Die Leser werden die Ueberzeugung gewinnen, daß es sich lediglich um' die Abstellung von Mißbrauchen handelt, die mit der Zeit sich mehr und mehr sehr fühlbar gemacht habens Von neuen Klafsen-Einteilungen, .Herbeiführung von neuen Klassen- Ulnterschieden oder gar Schikanen gegen Reisende ist nicht die Rede. Derartiges lag, wie wir kaum hinzuzufügen brauchen, niemals /in der Absicht der Staatsbahnverwaltung.
politische Tagesschau.
Ter Verkehr in den Speisewagen.
Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: lieber die elung des Verkehrs in den Speisewagen sind vielfach unzu- ienbe Ansichten verbreitet. Um Mißverständnissen vorzubeugen
Marokko.
Wie der „Daily Telegraph" meldet, steht in Fez eine Resolution unmittelbar bevor. Die meisten benachbarten Stämme proklamierten Buhamara zum Sultan. Muley HajidS Truppen weigern sich, gegen den Prätendenten zu marschieren, weil sie nicht genügend Waffen und Munition haben. Fez ist außerdem durch Hungersnot bedroht. Die Minister sollen beab- sichtigen, sich Muley Hafids zu bemächtigen, ihn zu entthronen und Abdul Asis wieder einzusetzen. Muley Kebir ist Herr der Situation im Mekinez-Gebict und er droht die Einsetzung des Exsultans Asis an. Wie die „Eorrespondencia de Espana" aus Tanger erfährt, soll die auf Befehl Mickey Hasids erfolgte Vergiftung seines Bruders Muley Muhamed damit motiviert worden fein, daß Muley Muhamed beabsichtigt habe, Muley Asis wieder zum Throne zu verhelfen. Mehrere Notable, wie Asa ben Omar, El Glaui und Mtugi, sollen mit im Komplotte gewesen sein.
Stadt und Land.
Gießen, 26. Juni 1909.
** Tageskalender. Kolosseum: Gastspiel des Intimen Theaters Mannheim und Konzert des Damen-Bläserchors^
Kincmatograph: Programmwechjel.
Hotel Schütz: Konzert abends 8 Uhr.
!A nl age-Musi k in der Süd-Anlage um 11'4 Uhr mit folgendem Spielplan: 1. Ouvertüre z.Lustspiel Berlin wie cs weint und lacht von Conradi: 2. Sonntagskind, Walzer von Millöcker; 3. Czardas a. d. Op. Der Geist des Wajewoden von Großmann; 4. Armee-Marsch Nr. 7.
Zur Lage in Persien.
Donnerstag fand ein heftiger Straßcnkampf zwischen russischen Kosaken und Revolutionären in M c s ch e d statt. Die Kosaken eroberten eine Barrikade und befreiten dadurch die Filiale der russischen Diskontobank aus ihrer bedrängten Lage. Der Kampf spielte sich in der Nähe des englischen Konsulats ab. Ucbcr den Straßenkampf werden dann folgende Einzelheiten gemeldet: Als drei Kosaken vom Wachtkommando auf der rusfischen Diskonto- bank mit Proviant dorthin zurückkehren wollten, wurde ihnen dies von den Revolutionären, die daselbst Barrikaden errichtet hatten, verwehrt. Der russische Generalkonsul ordnete daher an, daß der Befehlshaber des Konsulatskonvois drei Kosaken mit Proviant nach der Bank schaffe, was zwei Offiziere mit vierzig Kosaken und einem Maschinengewehr ausführtcn. Unterwegs stießen sie auf eine Barrikade, aus der sich etwa 80 bewaffnete Revolutionäre befanden. Nach halbstündiger erfolgloser Unterhandlung mit den Revolutionären, welche sich weigerten, die Kosaken durchzulassen, eröffneten die russischen Kosaken das Feuer, bahnten sich einen Weg zur Bank und kehrten ohne Verlust zurück. Dio Verluste der Revolutionäre sind unbekannt.
lich auch der Kampf um die brutale Macht mit Logik, Wahrheit und Ehrlichkeit zu tun? Ein Kampf um die Macht im Deutschen Reiche ist das bisherige Verhalten der Konservativen, des Zentrums und der Polen gewesen. Die Sache steht jetzt so, daß der Liberalismus nichts mehr zu verlieren hat, aber alles gewinnen kann. Die klerikal- lonservativ-polnische Mehrheit ist noch nicht das deutsche Volk, dieses aber wird die Antwort auf eine solche leichtfertige Steuerfabrikation nicht schuldig bleiben, die das Portemonnaie des Großgrundbesitzers ängstlich schont und alle Steuerlasten den miltlereu und schwachen Schultern aufbürbet._ Auch wir in Hessen werden es nicht vergessen, daß die hessischen Reichstagsabgcordueten Köhler und Bindewald in dieser bitterernsten Sache auf der Seite des konservativ-klerikal-polnischen Blocks gestanden haben. Recht eigenartig berührt hat es ferner, daß zwei andere hessische Reichtztagsabaeordnete, Freiherr v. Hehl und Gras Oriola, der entscheidenden Abstimmung ferngeblieben sind. Unbegreiflich ist es eigentlich, warum Heyl und Oriola nicht dem Beispiele des Abg. Lehmann-Jena gefolgt sind. Warum traten sie nicht offen auf die Seite derer, zu denen sie ihrer ganzen politischen Richtung nach gehören? Auf den hessischen Liberalismus können sie doch wohl schwerlich noch bauen, der wird ihnen und den .Herren Köhler und Bindewald schon bei den nächsten Reichstaas- ivahlen die Quittung für ihre Vertretung .Hessens im Reichstage geben. Wenn im deutschen Volke jetzt auch nur eine Spur liberalen Geistes herrscht, dann werden alle schwarzen Machtgelüste ein für alle Mal gründlich beseitigt werden. Man hat den Patriotismus der Phrase, wie er so lange von gen Konservativen gepflegt wurde, heute gründlich satt und fordert einen Patriotismus der Tat. Eine kurze Etappe auf diesem Wege war der nunmehr unselig entschlafene Konservativ-liberale Block. Tas nächste Ziel kann nur die Schaffung einer großen starken liberalen Partei sein. Soldaten fiitb genug da, sie warten nur auf ihre Führer, und auf das friedliche Zusammenarbeiten der Führer. Günstiger für den gesamten Liberalismus stand die Sache noch nie als heute.___'____________
Die hessische watzircchtsvsrlage.
Der Gesetzgebungsausschuß der Zweiten Kammer hat heute nachmittag in einer gemeinsamen Sitzung mit der Regierung, als 'deren Vertreter die Herren Staatsminister Dr. Ewald, Ministerialrat L o r b a ch e r und Regierungsrat Dr. Weber erschienen waren, den Gesetzentwurf, beir. die Landstände, beraten and sämtliche 68 Artikel des Entwurfs erledigt, so daß in der nächsten Sitzung am SamStag den 3. Juli, die entscheidende A b st i m m u n g über die einzelnen Artikel erfolgen kann. Einige Tage danach soll dann eine gemeinsame Besprechung über den Gcsamtinhalt der Wahlrechtsvorlage mit dem Gesetzgebungsausschuß der Ersten Kammer erfolgen. Die heutige Besprechung des Ausschusses mit der Regierung ergab in allen wesentlichen Punkten ein Einvernehmen zwischen dieser und der Ausschußmehrheit. Bei Art. 2, der über die Zusammensetzung der Ersten Kammer bestimmt, kam der Ausschuß dabin überein, daß neben ben zu wählenden Vertretern der Berufsorganisationen auch ein Vertreter der Arbeiterschaft in die Erste Kämmer gesandt werden soll, sobald eine gesetzliche Arbeiterorganisation erfolgt sein wird. Ein Hauptpunkt ist Art. 3, worin die Zahl der M- geordneten zur Zweiten Kammer festgesetzt wird. Hierüber herrscht aber noch völlige Unklarheit. Während in der Regierungsvorlage 13 städtische und 43 ländliche Abgeordnete bestimmt werden, neigt die Ausschußmehrheit zu dem Vorschlag, zwecks Vermeidung einer außerordentlich schwierigen neuen Wahlkreiscinteilung die Zahl der Abgeordneten auf 55, bezw. 56 zu. beschränken. Die Regierung erklärte, in diesem Punkte ganz den Wünschet! der Kämmer folgen zu wollen. Im Art. 6 wird die Ausschußmehrheit für die Ausübung des Wahlrechts einen dreijährigen Wohnsitz und die hessische Staatsangehörigkeit überhaupt, die nach der Regierungsvorlage mindestens 3 Jahre betragen sollte, beschließen. Im Art. 7 sollten mit Zuchthaus bestrafte Personen, des Amtes entsetzte Beamte usw. erst 5 Jahre nach 'der Strafverbüßung resp. der Entlassung das Recht zur Wahl haben. Der Ausschuß wird diese Bestimmung als zu weitgehend streichen. Den Art. 15 wird der Ausschuß dahin ändern, daß Richter, Kreisamtsmänner, Kreisärzte usw. in ihrem Tienstbezirk nicht gewählt werden dürfen. Die in dem folgenden Artikel über die Wahl der Abgeordneten, Stimmzettel usw. getroffenen Bestimmungen sind bereits kürzlich an dieser Stelle ermähnt worden. Im Art. 50 wurde den Wahl- kommissionen zur Aufrechterhaltung der Ordnung eine Strafgewalt bis zu 30 Mark eingeräumt. Der Ausschuß hat jedoch das Recht zur Bestrafung gestrichen und den Kommissionen nur die Befugnis zur sofortigen Ausweisung aus dem Wahllokal zugesprochen. Im Art. 52 der Vorlage wird das 'sog. romanische Wahlsystem eingeführt, wonach bei einem zweiten Wahlgang derjenige als gewählt gelten soll, auf welchen die höchste Stimmenzabt entfällt. (Also nicht mehr Stichwahl zwischen ben beiben Kandidaten mit der höchsten Stimmenzahl und 'Zulassung neuer .'Kandidaten.) Gegen diesen Artikel erklärten sich die Abag. Fulda und Wolf, während sich die anderen Mitglieder ihre Stellungnahme vorbe- hieltetk. In Art. 51 will der Ausschuß 'die darin festgesetzte Frist von 8 Tagen zur Erklärung über die Annahme einer Wahl auf 14 Tage verlängert wissen. Zu Art. 59, der die Anordnung von Erhebungen bei Wahlprotesten betrifft, hat der Ausschuß einen Zusatz bestimmt, wonach auf Verlangen der Kammer eine eidliche Zeugenvernehmung erfolgen muß. In Art. 60 der Vorlage wird bestimmt, daß alle 3 Jahre, wie bisher, die Hälfte der Kammer erneuert werden soll. Das sozialdemokratische Ausschuß- Mitglied verlangte dagegen eine regelmäßige Gesamterneuerung der Kammer, während Abg. v. Brentano und ändere Mitglieder erklärten, in dieser Frage keine prinzipielle Stellimg einzunehmen, betonte der Regierungsvertreter, an der dreijährigen Halberneuerung der Kämmer festhalten zu müssen. — Nachdem im Laufe des gestrigen Tages sämtliche Fraktionen der Kammer Besprech- imgen über die Wahlrechtsvorlage abgehalten hatten, herrscht jetzt im Gesetzgebungsausschuß die bestimmte Hofftiung vor, daß es im kommenden Winter endlich gelingen wird, eine endgültige Verständigung über die Wahlrechtsvorlagc zu erzielen.
Apolitische Wochenschau.
Gießen, den 26. Juni.
Was wird nun geschehen? So fragte alle Welt, als am Donnerstag abend das Ergebnis der Abstimmung über die Erbanfallsteuer bekannt wurde. Wird der Reichstag aufgelöst? Tritt Bülow zurück oder begnügt er sich damit Sydow zu opfern und den Reichstag bis zum Herbst zu vertagen? Es gab noch ein weiteres Oder, aber, wer hätte nicht gezögert es auszusprechen: Wäre es doch möglich, daß Bülow die „Reichsfinanzreform" der konservativ-klerikal - polnischen Mehrheit annehmen könnte? Man erwog diese Möglichkeit nur widerwillig und zögernd, denn die Regierung hatte ja noch bis zum Schluffe erklärt, daß die verbündeten. Regierungen einer Finanzreform ohne Erbschaftssteuer und mit einer Kotierungssteuer nicht zu stimmen könne. Die unmittelbare Antwort der Regierung auf die Machtprobe des Zentrums, der Konservativen und der Polen hätte nun die Auslösung des Reichstages oder die Demission Bülows sein müssen. So wäre es in einem jeden anderen Lande gewesen. Aber es geschah zunächst nichts. Fürst Bernhard Cunetator schien wieder einmal in feine bekannte Politik des Zögerns und Zauderns geraten zu fein und konnte offenbar zu keinem Entschlüsse kommen. Und dabei batten ihn die Ereignisse doch wohl schwerlich überrascht. Mit der Ablehnung der Regierungsvorlagen mußte er rechnen Gerade die letzten Tage hatten volle Klarheit gebracht über die Absichten der neuen Mehrheit. Da helfen keine Ver- nunftsgründe und kein noch so warmer Appell an den Patriotismus und die gute konservative Tradition. Bülow sollte gestürzt werden, koste es was es koste. Und nun diese Untätigkeit und Unentschlossenheit der Regierung. Worauf wartet sie noch? Daß die Konservativen doch noch nachgeben? Und in der Tat, wie Wolffs Telegraphisches Bureau am Freitag abend erfuhr, wurde der konservativen Fraktion im Auftrage des Reichskcuizlers eröffnet, daß die Kotierungssteuer, die Mühlenumsatzsteuer und der Kohlenausfuhrzolt unannehmbar seien, weil sie den .Handel und Verkehr schädigen, die Industrie unerträglich belasten und unsere gesamte wirtschaftliche Stellung oer-- schlechtern würden. Die Parfümeriesteuer habe unüberwindliche Bedenken gegen sich. Hinsichtlich der Wertzuwachssteuer nrurbe auf die ausführlichen letzten Erklärungen des Reicbs- schatzsekretärs Bezug genommen.
Ganz grundlos scheint die Hoffnung Bülows, auf diesem Wege zu einer Verständigung mit den Konservativen zu kommen, nicht zu sein. Tie „Konservative Korrespondenz" sagt nämlich, es werde die Aufgabe der konservativen Fraktion fein, mit allen Kräften dahin zu streben, daß das große nationale Werk schnellmöglichst und in einer Weise zur Vollendung gelange, die das Einverständnis der verbün- oeten Regierungen zu finden vermag. Sie wird zu diesem Behufe auch vor Opfern eigener Ansichten im einzelnen nicht zurückschrecken dürfen.
Auffallend ist es nun, daß Bülow mittlertveile zum K a i s e r n a ch Kiel g c r e i ft ist. Die Abreise geschah — man möchte fast sagen — mit einer gewissen Feierlichkeit, wie es sich bei einer tiefernsten ^ache gehört. Bei der Abreise des Reichskanzlers und des Chefs des Zivilkabinetts Freitag nacht auf dem Lehrter Bahnhofe nach Kiel waren die Fürstin Bülow, der Staatssekretär des Innern Dr. v. Bethmann-Hollweg, sowie verschiedene Herren her Reichskanzlei anwesend. Fürst Bülow unterhielt sich bis zum Abgänge des Zuges lebhaft mit dem Staatssekretär des Innern.
Von Kiel wird der Kanzler nun wohl die Entscheidung mitbringen, die man im Volke mit Ungeduld erwartet.
Man braucht nicht immer von schwächlicher Inkonsequenz der Regierungen zu sprechen, es gibt bei uns im Deutschen Reiche auch sonst Inkonsequenz genug. Es gibt bei uns Leute, die es schon vergessen haben, was sie in den Novembertagen vorigen Jahres gefordert hatten. Damals hieß es, der Kaiser müsse sich größere Zurückhaltung auferlegen, und nun, da der Kaiser diesen berechtigten Wunsch respektiert hat, jetzt fordert man auf einmal, daß der Kaiser reden müsse. Der Kaiser müsse offen Partei nehmen im Kämpft um die Reichsfinanzreform. Dieses neue Verlangen ist ivohl aus dem Empfinden hervorgegangen, daß die früheren temperamentvollen politischen Reden des Kaisers auch häufig ihr Gutes gehabt haben. Ein offenes Eintreten des Kaisers für den Kanzler hätte ohne Zweifel dessen Stellung günstiger gestaltet. Wir müssen es aber dem Kaiser trotzdem danken, daß er aus seiner Reserve nicht hervorgetreten ist. Wohl hat er in seiner Rede bei der u n te r e l b i s ch e n Segelwettfahrt auch politische Fragen gestreift, aber er I)at es doch vermieden, irgendwie in den Streit der Parteien um die Finanzreform einzugreifen. Sein Hinweis auf die patriotische Gesinnung war zu aHgemcm, um diese Worte als besondere Kundgebung aufzufassen. Tw Jnter- pretationskünste agrarischer Blätter Haven es freiluq ferng gebracht, die letzte Rede des Kaisers in ihrem Sinne aus- mschlachten. Was soll man dazu sagen, ein solches Vor-
L. U. Von derLandes-Universität. Tr. Arthur Weber aus Fechenheim, Assistent an der hiesigen Medizin. Klinik, der sich für das Fach der Inneren Medizin an unserer Universität zu habilitieren wünscht, hält am Montag den 28. Juni d. Js., abends 6 Uhr, in der kleinen Aula eine öffentliche Probevorlesung über das Thema: Ueber unsere derzeitigen Anschauungen von den Ursachen der bösartigen Geschwülste.
•• 3n ben Ruhestand wurde versetzt der Lehrer Peter Benz zu Fauerbach v. b. H. wegen andauernder
einem evangelischen Lehrer zu besetzende zweite Lehrerstelle zu Ettingshausen.
"19. Jahrhundertfeier der Hermannsschlacht. Die letzten Vorbereitungen zu der am Montag am Fuße des Georgtempels stattfindenden Aufführung der Hermannsschlacht sind nun getroffen, und wenn sich daS Wetter gut anläßt, dürste sich ein recht starker Besuch geltend machen. Wir haben schon des öfteren auf die Bedeutung dieser Feier verwiesen und können daher von einer ausführlicheren Vorbesprechung Abstand nehmen. Der Zuschauerraum ist ebenso wie der Bühnenplatz und die Eingänge sinngemäß hergerichtet und zur Bequemlichkeit des Publikums werden mehrere Omnibusse verkehren. Bei unsicherer Witterung wird die Aufführung verschoben und Näheres durch Aushang an der Geschäftsstelle des Gießener Anzeigers bekannt gegeben.
** Hessischer Volksschriftenverein. Wit bem Zweck, gegen die planmäßige Verbreitung von Schund- und Schmutzliteratur energisch vorzugehen, hat eine Reihe von Männern, unter denen sich neben Prälat D. Dr. Flöring, Rektor Backes, Gymnasialdirektor Dr. Hensell-Darmstadt, Kreisrat Fey-Friedberg und anderen auch Geh. Schulrat Prof. D. Stamm, Schulrat Kleinschmidt und Kirchenrat D. Schlosser-Gießen befinden, dieser Tage einen „Hessischen Volksschrifteil-Verein" ins Leben gerufen. Dieser Verein tvill durch Einrichtung einer auf sittlich reinem Boden stehenden spezifisch hessischen Kolportage die breitesten Massen des Volkes mit guten, volkstümlichen Schriften und Büchern aller Art versorgen,. Auch ist die Unterstützung von Volks-, Schul- und Arbeiter-Mbliolheken nach Maßgabe der vorhandenen Mittel und die .Herausgabe passender Bücherverzeichnisse ins Auge gefaßt. Etwaige Veröffentlichungen des Vereins werden den Mitgliedern zu ermäßigtem Preise geliefert. Dem äußerst zeitgemäßen Verein sind recht viele Mitglieder zu wünschen, damit er seinen mit großen Unkosten verbundenen Zweck zum Wohl unseres Volkes und Vaterlandes erreichen kann.
gehen richtet sich selbst.
Mit Jnterpretierkünsten kann man au» einem jeden Worte alles mögliche herauslesen. Das zeigen wirf) jetzt wieder die deutschfeindlichen Kommentare, die in einer gewissen Auslandspresse der letzten Rede des Kaisers über seine Begegnung mit dem Zaren gegeben loerden. Ter Kaiser kennzeichnete sie als eine neue Bekrafli- •flung des Friedens; und was niacht die deutschfeindliche, insbesondere die englische und russische Presse daraus, xa }eif# es, Deutschland erstrebe die Suprematie auf oem Meere, wolle die euglisch-französisch-russische Freundschaft gerftören und dergleichen mehr. Man geht mit einem Achsel-
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erscheint täglich, außer JBffCTgS Ä Sonntag?. - Beilagen: v rey
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Verlag u. Expedition 51 /*r < ..
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bis vormittags s'uh? Rotationsdruck und Verlag der vruhl'schen Univ.-Vuch- vnd steindruckerei v. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: ZÄulftraße 7. heb; für den
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