Ausgabe 
24.7.1909 Zweites Blatt
 
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159, Jahrgang

Zweites Blatt

Ur. 171

General-Anzeiger für- Gberhegrn

ra

«amctebm ift Mannttid). eite« «aal: t*n GHiebrat ter ickm-rr-1 i»lg-n werde, die nur auf die Beiwhigung des Lindes

Die Unterernährung auf dem Lande

Frankfurter

do.

Prince-Hcnri-EiaenbaJui . 129.00

Börse, 24. Juli. Anfangskarss.

Mit irrüfilger als seine Geschwister

Aleines FeniLLcLon

bb. 13 9-1.90

Börse, 24. Juli, 1.15 Uhr.

.löiElektriz. Lahmeyer . 86.501 Elektriz. Scbuckert .

95.75 j Eschweiler Bergwerk

99-90

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62*10

64.00

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232.20

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Harpcuer Bergwerk Laurahütte . Lombarden E. B. . Nordd. Lloyd . . Tiirkenluse . .

184.1U

244*20

63.79

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8G.

109, nachmittags 4

-henmald:

Samstag 24. Juli 1909

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universiläts - Buch- und Steindruckerei.

R. Lange, Gießen.

193.50

183.10

21.30

91.40

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: e^31. Redaktion:S^112. Tel.-Adr.rAnzeigerGreßen.

Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntag?.

DieGießener Familienblätter" werden dem I »Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegtz das ".Kreisblatt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. TieLandwirtschastlichen Seit- fragen" erschcinei» monatlich zweimal.

Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg - Amerik. Paket! Harpener Bergwerk . . . Laurahütte ... Nordd. Lloyd.....

Obersehles. Eisen-Industrie Berliner Handelsges. . . Darmstädter Bank . » Deutsche Bank . . . Deutsch-Asiat. Bank . . Diskonto-Kommandit . . Dresdner Bank . . . Kreditaktien.....

Baltimore- und Ohio-

Eisenbahn .....

Gotthardbahn . . . * Lombard. Eisenbahn. . . Oesterr. Staatsbahn . . .

3%% Oberhessen . . . 4°/0 Oesterr. Goldrente. . 4*/6o/o Oesterr. Silberrente. 4°/0 Ungar. Goldrente . . 4° 0 Italien. Rente . . . 3°/0 Portugiesen Serie I . 3°/e Portugiesen III . 4'/,% ross. Staatsanl. 1905 4*/,°/0 Japan. Staatsanleihe 4°/0 Conv.Tiirken von 1903

115.50

. 125.20

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91.00

91.50

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21*20

154.30

»sser Frühschoppei Sonzeri 2. Hkff.Dragoner-Rkgm» ls'knleisters A. Rühlcwa- ttlA) Eintritt 20 s

-ihren Bewunderern bieten. . r ..,

E i lt prachtcoiles Nordlicht ift aus der beruhm

len Wetterwarte des Blauen Hügels bd B o st o n bcovarlner

>diiihe

abend 8 Uhr:

Mm

ig. Regimentskapd ;ramm 20 Pfg.

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Philipp Seltie!

kränz.

augefttzte Festlichlb tfttt, evtl, im Saat.

Der Vorstand.

3%

8*/,% Konsols

3% do.

37,% Hessen .

AnsLand.

Der älteste Sohn Don Miguels von Braganza, Ton Miguel, vernichtete im Hinblick auf feine bevor­stehende Verheiratung mit der Amerikanerin Anita Stewart aus alle Rechte auf die ft'rone Portugals.

In der portugiesischen P a i r S t a m m e r wurde von Seiten der Regierung erklärt, oasi ,ie eine Politik be-

hinziele. Tas Kabinett werde von liberalem Geiste erfüllt sein. Der Minister des Auswärtigen werde cs sich ange­legen sein lassen, den Handelsvertrag mit T eut sch - land und das Uebercinkommen bezüglich des Sanatoriums auf Madeira zur Annahme zu bringen.

Für den russischen Staatshaushalt nächsten Jahves wird ein Fehlbetrag von mindestens oO Mill. Rubel erlvartet. Zur Deckung desselben.wird die Ein- führung einer Einkommensteuer und einer sca)sprozentigen Gewerbe- und Handelssteuer in Aussicht genommen.

politische Sagesschau.

.Agrarlommunisten".

Humor in ernster Beu: DieKreüzzlg." hat entdeckt, daß der Deutsche Baueruoundagrarlommunisnscher Umtriebe' |) lefleißige und zu den vielzitiertenSchruunachern der inter­nationalen Sozialdemokratie" gehöre l Sie stützt. sich zum Bc- wise dieser fröhlickscn Torheit aus die Brosa-Üre eines Polen. 'Hin das kraule Schristchen des polnischen GulsbejitzerS Franz

Morawski, der unter dem apokalyptischen TitelTer kommende Zag" dte Ansiedleroewegung, allerlei klatsch und -rralsck) und die ^ceußiscl-e Enteignungsgesetzgebung durchcinanderwirbelt. unter

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Verantwortlich für den politischen Teil i.B.: E. Ließ.

Tesfonösche Kursbspichto des Giessener Anzeigers, mit geteilt von der Bank für Handel und Industrie, Giessen.

" SBeftoKbteiieT'Retnfler M-dizmal-Lkdertran 15OA prima ENrzenn WA

CTomatiid.r Cirr-.üo'i'"t -Unu. 1'?tu> i -in? aaltbennjl u t Atopren_________.

Deutsches Reich.

Bei der a m e r i t a it t) a; e n Hudson-Feier im Herbst ds. Js. wird Großadmiral von Köster Deutschland amtlich vertreten. An der Flotten-Paraoe werden mehrere deutsche Kriegsschiffe teünehmen.

Der kommandierende General des 7. Armee- Korps, General von Bernhardi (Münster i. Sb.), ist nAr.) Dem Bert. Tgbl. veranlaßt worden, leinen Abschied einzureich en. Die SaKe soll mit einem scharfen Kon- fiitt zujammenhängen, der kürzlich zwischen Bernhards und dem früheren äcommckndeur des Kürasfier-RcgimentS in Münster, Sverjtieutnant Graf von Billers, au^georvchen war und den letzteren veranlaßt hatte, sein Abichteosge- such einzureichen, dem unter Verleihung des Gharakters als Oberst entjprochen wurde.

Tnrkenlose.....

4% Griech. Monopol-Anl.

4% äussere Argentinier 3% Mexikaner . . . 47,% Chinesen . . .

Aktien*

Bochum Guss ....

Buderus E. W. . . .

Tendenz: fest.

Berliner

Canada E. B.....

Darmstädter Bank . .

Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C. . Dresdner Sank . . * Tendenz: fest.

Gerichtssaal.

London, 23. Juli. Der indische StudentTh ingra wurde wegen des Mordes cm dem Obersten Curzon Wyllic zum Tode verurteilt. Nach der Urteilsverkündigung erklärte Dhmgra: Ich bin glücklich, die Ehre zu haben, für ment Vaterland zu sterben *

London, 23. Juli. Arthur Borsley, de^ .Heraus­geber des bis vor kurzem hier erschienenen ,^ndum ^ocwlog', ist wegen Veröffentlichung aufrührerischer Sch ma h ) chri V teil zu vier 9Jtonnten Gefängnis verurteilt worden. Die täg­lichen Artikel stammten aus der Feder eincs tn Paris lebenden indischen Agitators.

LiLerarisches.

Mit einem hochinteressanten, unveröffentlichten Briefwechsel zwischen Nietzsche und Karl Hillebrand beginnen die S ü d d e u t s ch e n M o n a t S h e f t e" ihre Augustnummer. Ludw. Ä a n g h o s c r führt in seinemLebenslauf eines Optimisten das Buch der Kindheit" zu Ende. Der frühere deutsche Gefandte tn Stockholm, Graf v. Leyden, nimmt in einem AufsatzGlossen zu Tagessragen" Stellung, namentlicf) zur ReichLfinauzreform und zu dem englisch-deutschen Gege.isatz. Ueber .Neue Fraueul.tera ur verbreitet sich Therese Lee. C. A. L e o s l i meint m (einem -beitrag Schweizerdeutsch?", daß von einem einheitlichen, jchweizerdeulscheii Dialekt eigentlich gar nicht gesprochen werden könne. Den Schlup de-. Heftes bildet em temperamentvoller Protest gegen italienische Ungezogenheiten, wie sie sich eben wieder in der Gardasee-Assare bie mufit.Uf«. a.U Di-Nr 29 enthält: Dr. Fr. Spiro: Mozartiana L, Internationale Alusikge- sellschaft. Aus Berlin, Gura Oper, Mustkbriese aus Dresden, Dortmund, AkoSkau. kleinere Niitteilungen von hier und dort, Besprechung neuer Musikalien, Besprechungen u. a. m. Verlag der Signale für die niusikaliscke Äelt G. m. b. H. Berlin, W. 9.

blauen Mehrheit werden die Phantasien des Holnischen Konfusions- rats also wohl überzcngend vorkommen. Wir an Deren werden über sie wie über die aus ihrem Grunde erwachsene Behauptung: nunmehr würde selbst die agrark)mmunistische Agitation von na- tionalliberalcn Abgeordneten gefördert lackxm, wie man über einen guten, lverm auch unfteiwilliyen Scherz lacht. Nebenbei bemerkt: dietlreuzztg." sollte künftighin einen ihrer Redakteure in die tturse für staatswissenschastliche Fortbildung entsenden und sich von dem bann iibcr Agrarkommunismus Vortrag halten lassen. Tann würde sic erfahren, daß der vom Bauernbund ge­forderte Kampf gegen das Restgütersystem, gegen Einschränkung der Fideikommisse und Aufteilung solcher Latifundien, die von ihren Besitzern nicht persö.ilich vermaltet werden, em Verlangen ist, das gerade von sehr maßvollen, einsichtigen Agrarpolitikern, wie z B dem verstorbenen badischen Finanzmiiiister Bücheiil'erger angemeldet worden ist. Die Agrarverfassung des Ostens hat eben versagt; sie hat das Land entvölkert. Wer sie zeitgemäß um- zufvrmen strebt, tut ein im höchsten Sinne nationales Werk.

worden. Die Erscheinung mar in mehrfacher Hinsicht besonders merlwürdig. Zunächst ist zu berücksichtigen, baß Boston unaesahr in der geographischen Breite, von Rom liegt, und bas Austreten eines Nordlichts m so großem Abstano vom Pol in Europa niemals gesehen worben ist. Ferner ist bie Erscheinung be­sonders glanzvoll gewesen. Nach dem im neuesten Lest der WochenschriftScience" veröfsenttichten Bericht begann das nchau- sviel kurz vor 9 Uhr abends nut der Bildung von drei getrennten leuchtenden Flecken, von denen bie beiden hellsten nahe am Zenit standen. Zehn Minuten später vereinigten sich diese beiden -u einer großen blüulichgrauen Masse von uiigewohnticher ve rg- teit. Tann wechselte die Lichterschcinung mit reißenber cchnellig- teit von Augenblick zu Augenblick, wahreiio bie Form jict) nur wenig veränderte, bie ganze Masse aber langsam gegen ^uden unb Westen sich verschob. Für ungefähr eine breiüiertel ^ntnbe hatte ber Hauptteil die Form einer Lckwpskelle mit langem Grifs, bic so start an Den Schweif eines großen Kometen erinnerte, baß bie Erscheiuung' von vielen Leuteii üoerhaupt für einen ft o - nieten geaalten wurde. Etwa nach lU-,3 Uhr waren sunf ge­sonderte Lichtfiecken zu sehen; sie vereinigten sich nach wiederum zehn ^iiiiuten einem unterbrochenen Bogen, der von Westen nach Citen fast über den ganzen Simmel zog um> mit feinem höchsten ^unkt dm Zenit beinahe erreichte. Aach 11 Uhr brach ber Bogen wieder in einzelne Delle aus, die von Bell zu Beit ihren Glanz wechselten, aber allmählich ,chwack-er wur- bm. Um LI1.' Uhr war bas ganze wundervolle Schauspiel ver­schwunden.

Kleine C h r o n i k a u s L u n st und Wissenschaft. Der Deutsche Bereut sur öfsentliche Gesundheits- oflege wird seine Jahresversammlung vom 8.11. September m Zürich abhalten, lurz vor der am 19. oeptember beginnenden Lersammlung Ditscher 'Aamrforscher unb Aerzte in ^aizourg. __ Prof Dr Deiscke, ver von ber britischen Regierung zuai Studium ber' Lep r a tr ankheit nacy^ Brilisck)- Guyana ent­sandt war, erstattete zum ctubtum der^L epratra nk h e it b-r Hamburgischen Wissenschaftlichen Stiftung Bericht, aus dem sich ergivt, daß er nut Le.u von ihm CL,uiib£uen öeiünitul Jcaitui ehr gut: Erfolge eräiei.e. Die dortige Regierung ociuiug, seine Beyandtungswei.e a.lB'.nehnun. ,~.e engiMu;: Zen.-alregiecung sprach ~:1)ue ujre höchste Anerkeiuiung aus.

87,% Reichsanleihe do.

Nur eSt init dieser bei nur darauf zii achten Ist, daß beim Ein- kauf auch bie echle Scotts Emulsion verabfolgt ,ciS7N dkl - ..

- ..atit wirb.

duften wird von unS anSlLltebit-d im Qrasen oerfaint. uno »wat nie loie'r.adj ©eroidit oDiv l'.'aij. lonötrn nut versiegel^n m

flauen mit unterer Lchuyuiaeke (gi|djct mu Kein Donch). ecott u. Bowne, Ö. m.

,Die Madonna mit ber Wickenblüte". Nach­dem auch Direktor Friebländer (Berlin) auf Ansuchen des Atagi- itiats ber Stabt Köln sein Gillachten über das vielumstrlltene GemäldeTie Madonna mit der Wickenblüte" in dem LUine ab­gegeben hat, daß bas Bilb echt sei, hat bie Verwaltung des Ruseums den Verkauf des Bildes nach Berlin abgelehnt. Em aoschließendes Urteil über dieses Madonnciiblld mid, über den tilarenaltar wirb erst aus dem kunsthiswrischen ftongresj ui Mün­chen, ber im September zusammeillritt, gesälll werben. Äusser dem Direktor des Berliner ftupferstichkabinetts, ber als ausgezeichneter S.cnner der alten deutschen Schulen gilt, ist ,a, auch Gelseunrat Äode tüt bie Echtheit des Werkes der Kölnischen schule eingetreten.

_ Eine neue Geschmacklosigkeit wird aus London gemeldet: Mit dem praktischen (!) Blick ber Amerikanerin hat setzt lliiß Amelie Bingham, die belannte amenianische Darstellerin uiid TbeaterleiteriN, bie schwierige Aufgabe gewst, aus einem Lheaterabend alle shebensachlichteiten auszuscheiden und bie Vorstellung nur aus bie schauspieleriichen unb bramallschenGiPfel- puilte zu beschränken. Ätit ihrer gruppe giot sie setzt ui ~onbjn ein Gastspiel, bei dem nur biegroßen M o m e n t c g t o B11 Dram en" bargestellt werden.Ich, glMbe, das ist f emc neue Idee," äußerte sich bie Künstlerin mit berech.igtem (.) CelbfL- teivuüti'ein;in vielen Stücken gibt es drcunatiiche^ Äohep^ntte, im berentroillen das Werk geschaffen ronrb<\ A-icie ^enen allem Derbe ich mit meinem Ensemble spielen, ^eder wirb ein kurzer, 8 ertlärenber Monolog voraufgehen, ben ich selbst spreche. Dairn erscheinen bie anberen Spieler auf der Buhne und m roenigen Ätinuten wirb bann der Hauptgehalt des Zuckes -argestellt. Dann erlöschen bie Lampen, nach luenigen Minuten ein zweiter ytonolog und bann bie große Szene eines anberenj^tuaey. -oicr über fünf solcher Szenen können dann an einem ^benb gegeoen werben; währenb ich ben Monolog spreche, können bie ub.igen Spieler bie Kostüme wechseln." Miß Amene Bingham, die ans iie Erfindung dieser dramatischen Llenographie sehr Jtoli ist, kill am ersten Abend die Glanzstellen aus der ,^-osea',o^dora , cusderGenoveva" unb aus einem aus dem ^unstchen uo er setzten Theaterstück, das den TitelEine moderne Magdaeena suhl-..

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Tas neue französische Ministerium.

Briand teilte dem Präsidenten Falliöres mit, daß er die Bildung des neuen Kabinettes übernehme, das sich wie folgt zu- sammensctzen wird: Präjidium, Inneres und Kultus Briand; Justiz Barthou; Aeußeres Pichon; Finan;en Eochery; Uiiterricht Toumergue; önentliche Arbeiten, Posten und Telegraphen Mllle- ranb; Handel Dupuy; Ackerbau sJtuau; Kolonien Troulllot; Arbeit und soziale J-ürsorge Viviani. Tas Portefeuille des Krieges oll General Brun, das ber Marine Admiral Bons be Lapeyrüre angeboten worden sein. Unterstaatssekretär der Fmanzen wird Renoult, des Krieges Eheron, der Marine Sarrant mrü der schonen Künste Tujardin-Baumez. Das neue Ministerium wird heute seine erste Sitzung abhalten und sich am Ptontag ober Dienstag ber Kammer vorstellen. *

Marokko.

Nach einer aus Melilla auf brieflichem Wege in Madrid eingegangenen Meldung soll General Marina telegraphiert haben, er brauche 40 000 Mann. Ter Platz könne den Mauren, die durch das defensive Verhalten der Spanier ermutigt wurden, nicht mehr lange widerstehen. Nach einer amtlichen Meldung jano am Donnerstag abend wieder em Geschutzkamps bei Melilla statt, bei welchem ein Soldat verwundet wurde, wc tn zwei Abteilungen vorrückende tzarka versuchte nachts wiederum. Die spanischen Stellungen anzugreisen.

Die Kundgebungen, die sich anlatzlich der ubstndung der Reserve truppen nach DJlclilla ereigneten, trugen einen sehr heiligen Eharatter. Am 21. und 22. Juli hat König Alsons mehrere Kasernen besucht und ist dort Gegenstand wenig fteundlicher Kund­gebungen gewesen. Drei Kompagnien Jager hatten verbucht, zu meutern und ihre Vorgesetzten bedroht. Am 21. Juli abends tarn es im Augenblick der Absahrt eines RejervistenzugeS zu sehr heftigen Austritten. Die Stenge drang in ben Bahnhos ein unb warf Schwellen auf bie Schienen. D>.e Polizei erwies sich als machtlos. Die Bürgergarben erst machten die Schienenwege mit

Tie Ein'chiUung ber von Madrid nach Mdlilla bestimmten Truppen ist in 'Malaga ohne weiteren Zw-.ichensall verlausen.

Seit cinioer Zeit ist es eine stetig wachsende Sorge ber i

1 <(fmrirtc und Hisgieniker, sowie ber Staatsbehörbe, baß der :

' Glichen Bevölkerung durch, eine gewisse Ülnllrernährung Ge- i

!! r brobt ScksON vor Jahresttist haben Preutzeii, Bayern unb

i; <ttttemverg die Frage zum Gegenstände von Erwägungen ge- I idn' und der preußische Kultusminister hat, die Negierungs- llidenten auigciotbcri, dieser F-rage ihre beionberc Beachtung m fünfen und bis zum Februar dieses Jahres Bericht zu er-

Man hat über den Inhalt dieser Berichte bislser Nickps K Die Sache aber darf nicht int Sande verlausen. Das -iS) ' bad als das Regenerationsmittel des Volkes, und als ftoti retirö des ermatteten Städters gepriesen wird, darf seine b-ait itimt einbüßen. Immer mehr werden die gesundlselts- ' ivriaen Verhülttiisse des Bauwesens und der Düngersmtte, der Znkerrcrsorgung und allgemeinen Unreinlichkeit, der mangelliden bnaicne unb neuerdings der wachsenden Staubentwicklung 'irch die ' Aukomoblle, des Fehlens fast legllcher Pflege und I> lankeiivorrichtungen usw erkannt ; als die größte gesundheit> -he Gefahr droht aber eben bie Unterernährung des Landvolkes verschiedenen Gegenden Deutschlands. Neuerdings geht der »ieaierunas- und Geheime Acedizinalrat Dr. E. Roth in Pots- rn in seiner Schrift über Ländliche Hygiene des näheren gerade .diese Dinge ent. Wenn man hier erfährt, dass die Zahl

Milchkühe von 18001900 von etwa 8 ,00 000 aus nur j 200 000 Stück gestiegen, während der Mllchkonsnm in diesem eitraum von 1870 auf 5130 Millionen Liter angewachsen ist, o gibt dies doch viel zu denken. Die Verbrauchsmenge von Milch itt Kopf und Jahr ftieg in einer Reihe von Grotzstabten (189u s 1903) von 93 auf 115 Liter, während auf dem Laiche der .erbraud) von 115 Liter (1890) auf 54 Liter (1900) zurückging. > ür liegt des Rätsels Lösung, unb es ist anzunehmen, das; Ktse Teichenz seither in gleidjer Weise fortgewirlt hat.Jede neue Sammelmolkerei, jede neue ftleinbahn entzieht dem Laiche > rire natürlichen Nahmngsmittel in immer wellerem Umsange", ißt Dr Roth.So ein mittlerer Kreis hat oft bis zu zehn ind mehr größere und kleinere Lammeimolkereien". Auf, dem llcnbc wird kaum noch ein Hanstrunk zurückgehalten; deroaus- liiink" verwaiibelt sich aus dem traditionellen der Milch tn .-li seitgemauen des Bieres und bringt bamll eine erneute Ge- sil.hr für die länbliche GesNiidheit. selbst sür Sauglutge fehlt

i bie notige Kuhmilch, was allerdings des öftern bie unsrer- , rillige ersprießliche' Folge hat, daß das Selbftfmlen wieder zu- i immt Ein wenig wird der Schaben durch Zunahme der Biegen- nitung ausgeglichen, aber eben nur ein wenig. Welche Gesaisren mit der Zell auch für die Wehrfähigkeit der ländlichen Bevöl- auig droheti, liegt auf der Hand. Unter ber weiblickseii Bevöl- umg hat bic Bleichsucht schon erheblich zugenommen, tote ber ijMeinisuse Arzt Dr. Classen mittcilt. Bor nicht langer Jett aue man in Holstein noch überall Grütze unb Milch in reichlicher 'lienge verzehrt, währenb setzt Kartoneln und Kaffee an ihre

..Ile getreten seien. Was bie weibliche Jugend schon als folgen i jer Ernährung zur Schau trägt, wird bei ben sungen Burschen j.mtiid) auch nicht lange aus sich warten lauen. Aehnllches ,1 für andere Gegenden von den dortigen Kreisärzten beobachtet ,Kb mitgeteilt lvorden. Bezeichnend dafür ist auch die Tat- >d'e, bub bie Ltceblichkit in den Städten ui den letzten 30 ,.ohren in erheblich höherm Maße zurückgegangen ist als aus dem .c.iüK, nämlich um 6,1 vom Dausenb in ben Städten, aber nur iui 3,4 auf beut Lande. AehnlicheS gilt für die Säugllngs- l erblich leit. Stach PrinzingS llntersuchungen starben ums ^zahr .. ,380 ui den Städten 21,1 auf 100 ehelich Lebendgeborene, au,

Lande 18,3. 1905 dagegen war die Ziffer in den Städten " ,iLn IS,5 Prozent zurückgrgangen, während sie ans dem Lande ]ILj) ans 18,8 Prozent erhöht hatte. Dr. Roth fordert mit ge- Knauer Begründung der einzelnen Positionen als wesenllichste Mittel Wmr Bekämpfung der ge,ahrbrohenben Unterernährung die Er­dichte rung der Viehhaltung, namentlich auch der ^legenhaltung durch Anschluß an ZiLgenzuchtvereine und Wchilliche Unternehmungen. Jedenfalls verdient die Frage bie M ernsteste Beachtting der Behörden, unb es ist an ber Zeit, nach *tu'2iii Ergebnis der vor Jahresftist gegebenen Anregungen ber WMinisterien zu fragen. ________________

Ost'enbach a. 'Diain, Friedhosstr. 19, 26. Juni 1908.

Ich bin ölutier von 5 Kindern, ivovon die 4 ersten miolgc ihres zarten Knochenbaues hinter ihren Altersgenossen zurückgeblieben sind. Da nun auch mein jüngstes Kind -Uma im Alter von 7 Plonaten zu wünschen übrig ließ, so fürchtete ich Aehnllches unb entschloß mich, um aui alle Fälle vorzubengen, der Klemen Seotts Lebertran°Eniiilsioli zu geben. Nachdeiii ich mich durch eine Probe überzeugt hatte, daß das Kind das Präparat gern nahm und es auch aut vertrug, habe ich hintereinander mehrere flaschen ver- brailcht und bin mit dem sich sofort seigenbcu Erfolge durchaus zufrieden. Das vorher zarte unb teilnahmtose Kmd wurde kräftiger, lebhafter, bekam Appetit und konnte alles, was ihm gereicht wurde, gut vertragen und verbauen. Mit 11 Monaten fing es schon au Gehver'uchezn machen, und eS ist in jeder Beziehung em ganz anderes, weiter voigeschritteneres Kmd als seine Geschwister m den gleichen Ledeiismonaten gewesen sind." (gez.) Marie Lpoil.

Ist es nicht für jtbe Mutter eine große Be­ruhigung, in Scotts Emulsion jederzeit' ein Kräftigungsmittel bei der Hand zu haben, auf dessen tadellose Zusammensetzung aus ben aller­besten Materialien unb deren anerkannt bewährte Verarbeitung im Scottfchen Verfahren inan sich unbedingt verlassen kann? Ein Versuch wird dies m überzeugendster Weise bestätigen, wo-