wrrtjchaftsminister Einfluß auf die Dinge besitzt, int bewußten Gegensatz zu seinem Herrn Vorgänger (Stürmische Zustimmung: Hochrufe auf Podbielski, den wir zu unserer Freude hier sehen (erneuter stürmischer Beifall und Hochrufe auf Podbielski, so daß der Redner einige Minuten nicht weiter reden faun'. Der Redner schließt: Wir werden unter diesen Umständen bedacht sein müssen, unsere Interessen umsomehr wahrzimehmen, jd weniger dies unter dem jetzigen LandwrrtschaftSnlinister geschieht. Wir danken Herrn von Podbielski an dieser Stelle, daß ec so stark mit) nachdrücklich für uns als Staatsminister eingetrctcn ist. Noch ein Wort über die I n d u st r i c. Die schweren Kämpfe in bezug auf die Handelsvertrags- und Zolltarisvcrhandlungen liegen hinter uns. Sie sind vorbei uitb wir sind gern bereit, in nationalen Fragen mit der Industrie zusamnienzuarbeiten und hier über die gegenwärtige Stagnation hiirwcgzuhelfen. Ich freue mich besonders, daß die versöhnlichen Worte, welche von feiten des Bundes der Landwirte an die deutsche Industrie gerichtet wurden, dort ein dankbares Echo sanden, daß die Beziehungen zwischen Landwirtschaft und Industrie sich fortdauernd gebessert haben und daß namentlich unsere Wohlfahrts- und Heimatspolitik in der deutschen Industrie Interesse urch Verständnis gesunden hat. Ja, ich gehe noch einen Schritt weiter, die deutsche Industrie leidet gegenwärtig sehr darunter, daß lurrsliberale und noch weiter linksstehende Schwarmgeister zurzeit mehr und mehr Einfluß auf Kreise der Industrie zu gewinnen suchen, um sie zu Vor schlagest und Experimenten zu verleiten, bei denen sie nicht mehr Herr im eigenen Haufe bleiben würde. Tie Industrie erkennt glücklicherweise immer mehr und mehr, daß sie die Disziplin am besten, aufrecht erhalten kann, wenn sie sich Seite an Seite _be§ Bundes der Landwirte stellt .und sich mit uns verbindet, fconft würde die Sozialdemokratie die Herrschaft antreten. Es ist aud) erfreulich, daß es dem Bunde im verflossenen Jahre gelungert ist, in rein katholische Gegenden einzudringen, die katholischen Wähler für die rvirtschastsPolitischen Interessen des Bundes zu gewinnen. Sv ist es un-3 auch gelungen, im Herzen des Münsterlandes eine wohlgelungene Versammlung zu veranstalten. Wir wollen auch fernerhin alles das, was uns mit dem Zentrum verbündet, pflegen, um gemeinsaut gegen die gemeinsamen Feinde vorzudringen. Es ist unrichtig, wenn behauptet wird, daß die evMigelische und katholische Bevölkerung in wirtschaftlichen Fragen nicht zusanimengehen kann und nicht yifannnengeben soll. Auch die Natwnalliberalen wollen wir, soiveit sie unsere Zwecke und Ziele verfolgen, unterstützen. So lange werden nur die Nationalliberalen auf dem platten Lande Erfolge zeitigen können, solange fie von dem Asphalt dec Großstadt nicht beeinflußt werden. Ter nationalen Interessen willen haben wir auch an der Blockpolitik fcstgehalten, obwohl wir die einzelnen politischen Manöver unjeren Taktikern im Parlament überlassen, denn wir sind keine politische Partei, sondern nur eine wirtschastspolitis cheOrganisatiou. Wir haben lange genug an der Blockpolitik sestgehalten, obwohl diese Politik ernste Gefahren für uns barg. Namentlich die gute Laune des Herrn Reichskanzlers, der Zauber und die Liebenswürdigkeit, mit dem er die Linke umgab, um diese zur Bereitwilligkeit für seine Pläne zu erhallen, bedeutete für uns große politische Nachtchle. Wir haben uns lange genug Riemen aus der Haut schneiden lassen. Wir haben uns lange genug vor den Wagen der Linken Vorspannen lassen, solange als wir der Einsicht sein konnten, daß der Herr Reichskanzler unsere politischen Traditionen respektieren wird. Als er aber in der Thronrede fein gegebenes Wort, betreffend die Wahl- rechtsändenmg, verpfändete, da brach ,tn unseren Reihen ein großer Unwille hervor, llnbedingt würde durch eine W ahl- re ch t s ü n b c r u n g die Grundlage des Staates gefährdet sein. Wir müssen aber energisch dagegen Front machen, müssen dem Herrn v. Bülow wiederholen, waS wir schon einmal dem Herrn v. Caprivi gesagt haben: Bis hierher geht der Weg und nickt 1d c i t e r! (Stürmische Bravorufe.)
Nur die Stärkung des Mittelstandes, nur die Stärkung der Landwirtschaft kann zugleich der Entwicklung der Dionarchie eine feste Basis geben. Deutschland kann seine glänzende Stellung in Europa nur behaupten, wenn eine starke Landwirtschaft uw demzufolge ein starker Mittelstand die Fundamente des Reiches bilde. Seine Majestät, unser Kaiser, könne beruhigt fein: Wenn Arteiterbataillone das Berliner Pflaster bevölkern sollten, so werde die deutsche Landwirtschaft diesen Bauernbataillone citi> gegenfenbeiL vx> lange der Hauptteil der deutschen Armee aus Söhnen deutscher, Bauent uitb Bürger besteht, so lange sei keine Gefagr vorhanden. Wiegen die Proletarier und Wolkenschieber nur drohen wie sie wollen, die Ziele , und Zwecke der deutschen Landwirte sind darauf gerichtet, einen starken Mittelstand zu bilden und so lange sei keine ernste Gefahr vorhanden. Der Bund der Landwirte bildet einen festen Hort des Deutschtums, er lebe hoch! hoch! hock! (Brausendes, langanhaltetrdeS Bravorufen und Stampfen mit bat Füßen.)
Hierauf nahm das Wort zuut Hauptthema des Tages: Die Meichsfinanzreform Rittergutsbesitzer aus deut Winkel. Er ging sämtliche dem Reichstage vorliegenden Steuergesetzentwürfe durch und stimmte ihnen bis auf die Nachlaßsteucr und auf die drei die agrarischen Streife bctreffatden Steuern (Nachlaßsteuer, Plnerbensteuer, Erbschaftssteuer) zu. Die Erbschaftssteuer würde unbedingt den Ruin des deutschen Volkes herbeiführen. Sie bedeutet den ersten Schritt zu dan sozialistischen Zukunftsstaat, den ersten Schritt auf der glatten, abschüssigen Bahn. Es wird von unseren Gegnern behauptet, daß die Nachlaßsteuer bereits in England und Frankreich ein geführt sei, aber bitte, zeigen Sie mir den englischen Bauer, der existiert nicht mehr, und die französischen Bauern? die werden nur dadurch erhalten, daß sie das Zweikindersystem eingeführt haben, sonst wäre der sranzösische Mittelstand gar nicht in der Lage, sich ökoiwinisch zu halten. Wie weit würden da wir deutschen Bauern mit unseren Dutzenden von Kindern kommen? Der Bund der Landwirte hat es nicht nötig, für eine gerechte 'Sache zu agitieren, denn Agitation ist die Sache der Bauernfänger. Warum besteuert inan nicht das hohe Einkommen berjenigat Leute, bie es sich in müheloser Arbeit verdienen? Warum will man die erarbeiteten Ideen des deutschen Volkes zu Nichte machen? Warum will man das Heiligtum des' Besitzes und des Bobais mit Füßen treten? Da machen wir nid't mit Man wirst bem Bunde der Landwirte maiigchibe Vaterlandsliebe vor, weil er feinen. Patriotismus sich vom Geldbeutel diktieren lasse. Das ist nickt wahr, dagegen müssen wir mit aller Energie ankümpfen, das ist ein schimpflicher Vorwurf! Wenn es notweiidig ist, einzutreten, fini> die deutschen Bau am immer da und wenn es so lveit kommen sollte, daß wir unser Gut und Blut bingeben müssen, dann werden es lvieder die Bauern und Bürger sein, die den letzten Groschen hergebcn für König und Vaterland, für Kaiser und Reich! (Stürmischer Beifall.)
In der nun darauffolgenden Diskussion nahm der frühere Laichwirtschaftsminister v. Podbielski (beim Betteten der Tribüne mit lautem Beifall begrüßt) das Wort; er führte aus: Als vor einigen Wochen man mit der Bitte an mich herantrat, ich solle in einer Bundesversammlung sprechen, da habe ich mich gefreut, daß es mir int Kreise der Bundesmitglieder möglich sein würde, mich über die wichtigen Tagesfragen auszufprechen. Ich danke Ilpien herzlich für das Willkommen. Der Herr Abg. Hahn hat hier die Stellung des Reichskanzlers angegriffen. Aber ich glaube, daß es gerade den Männern, die aus so hoher Position stehen und das Verttauat des' Königs genießen, manchmal unmöglich ist, das zu tun, was sie gern wollen.
und daß auch unser Reichskanzler nach Möglichkeit auf die Interessen der Landwirtschaft Rücksicht nimmt Die wichtigste ak- tnelle F rage, die unS hier interessiert, ist die der ReichS s i n a n z- resorm. Darüber, daß eine Finanzreform kommen muß, darüber sind wir alle einig. Es l>andflt sich bloß um das Wie. Und gerade die Nachlaß- und Erbschaftssteuer interessiert am nrenten uns Landwirte. Da diese Steuer die Axt an die Wurzel deS heimischen Bauern legen würde. Darum müssen wir mit allen erlaubten Mitteln gegen die Steuerentwürfe weiterk.rmvfen. Wir dürfen im Widerstande nicht ermüden, denn unsere Existenz ist bedroht. Man solle doch die Trust- und die Ringbildungen nachprüfen und vor allem zusehen, daß unsere Anleihen auf bem inlänbischen unb demzufolge auch auf dem ausländischen Markte höher bewertet werden. Bezüglich des Wahlrechtes hat Herr v. Oldenburg zutreffend ausgeführt, daß eine Aenderung des jetzigen Wahlrechtes eine Erschütterung der Grundsätze des Staates zur Folge haben müßte. Bereits iii allen Kulturländern ist dem Reichstage ein Gegengewicht in dem Oberhause gegeben. So lange bei unS ein solches nicht existiert, solange können wir an) die Wahlrechtsänderung nicht denken. Die Städter, die Bertteter der sogenannten Intelligenz, die möchten wohl, daß wir Bauern vom Lande nach ihrer Pfeise tanzen, aber bekanntlich find es die allerdümmsten Stoiber, die sich ihre Metzger selber wählen. Ich habe.wvhl Verständnis für meine politischen Gegner. Ich greise sie auch nie persönlich an. Aber bitte, meine Herren, was soll man dazu sagen, wenn hier in öffentlichen Bersamni- hingen in Berlin die vorurteilslose Menge durch aufhetzerische Reden animiert wirb unb wenn dann die Menge nach Schluß der Versammlungen bie Straßen bevölkert unb Demonsttationszuge veranstaltet? Wo bleiben ba die Führer? Die sind sicher hinter den Mauern _unb wagen nicht, ihre Haut ;unt Markte zu tragen. Bei uns heißt es immer und so müßte es auch im politischen Leben heißen, Ofsiziere vor die Front. Die Leute, bie wie der König von England her Gast des deutschen Kaisers, der Gast der Stadt Berlin, der Gast des deutschen Volkes war, deutsche und preußische Fahnen herunterrissen (stürmt Pfuirufe), diesen Leuten sollen wir das allgemeine Stimmrecht geben unb erweitern. (Rufe: Niemals, Raubtiere.) Wir leben leider in soldzen Zeiten, wo nicht die Tat, fondern bloß das Wort entscheidend ist. Ich respektiere wohl die Intelligenz der Städter, die soviel auf das Wort geben, aber ich meine, daß man auf dem Lande doch viel freier lebt als der Städter, der, wenn er schon am frühen Morgen die Bettdecke lüftet, vom Hauswirt abhängig ist, unb dafür, daß er Apfelsinenschalen auss Trottoir wirft, bestraft wird. Podbielski wendet sich dann ebenfalls gegen den Parlamentarismus. Parlamentarismus, d. h. Partei- wirlschaft, d. h. von den Parteien Haß unb Gunst abhängen. (Beifall.) Weiter geht der Redner auf die bekannte Statistik ein, wonach die in der Industrie beschäftigte Bevölkerung zugenonv- nicit, die in der Landwirtschaft beschäftigte aber ab genommen hat. Zunächst habe eine solche Statistik immer etwas Bedenkliches an sich. Wenn aber diese Zahlen richtig seien, dann würde bas nur beweisen, baß der Staat bie Pflicht habe, mehr als bisher für bie Landwirtschaft einzutreten. Der Staat habe aber nur Interesse für die Industrie. (Pfuirufe.) Wenn ich persönlich aud) ein solches Wort nicht ausspreche wie die Herren Rufer, so stimme ich doch dem Sinne des Wortes bei. Die Landwirtschaft ist krank, das steht nun einmal fest, weil sie aber krank ist, wird nicht der Doktor geholt, sondern der Henker. Das kann nicht der Wille einer großen staatlichen Organisation sein! (Sehr richtig!) Was die Sozialdemokratie anlangt, so wiederhole ich meine Ausführungen in Hannover. Ich habe keine Sorge vor der irregeleiteten Masse, so lange der letzte Bauer seinen Acker bestellt unb treu zu feinem Kaiser hält. (Bravo unb lebhafte Zustimmung.) Ich gehöre nicht zu den Pessimisten, ich habe immer das Vertrauen und die feste Zuversicht, daß es ber Landwirtsthaft künftig gutgehen wird, nur wer Schwarzseher ist, erhält eine Lähmung des Intellekts. Im Herzen der deutschen Bauern hat aber die Schwarzseherei keinen Platz. Blicken Sie, meine Herren, froh in die Zukunft uitb stehen Sie treu zu Ihren Führern. Rufen Sie nicht, wenn Sie die Industrie mischen, hie Weibling, hie Wolf, sondern bedenken Sie, daß wir alle Kinder einer Mutter sind, der Mutter Germania, der ünser ganzes Leben geweiht ist bis zum letzten Atemzuge. (Donnernder und langanhaltendei- Beifalt.,
Frhr v. Wangenheim brutgt darauf einen telegraphischen Tank pes Kaisers zur Verlesung, den die Versammlung mit einem dreifachen Hoch austiimmt.
Dr. Diederich Hahn verliest fobann zwei Depeschen aus der Altmark, die Hilfe für dir. überschwemmte Altmark erbitten. Dr. Hahn bemerkt hierzu, daß eine Sammlung für die Hilfsbedürftigen bereits im Gange sei. — Es werden sodann eine ganze Reihe Begrüßungsdepeschen verlesen. — Ilm Uhr schließt der Vorsitzende die Versammlung mit dem Wunsche, daß bald alle deutschen Bauern dem Bunde angehören möchten und einem dreifachen Hock auf den Bund.
UniverHrtäts-NachriHterr.
— Tcr Piivaidozent für Hygiene und Abteiluugsvorstehcr am hygienischen Institut der Berliner Uiiiocifilät Dr. mcd. Karl Kißka11 wurde zum Titutarprofessor ernannt.___________________
Sport»
Dr. v. Bleichröder stellte dem Kaiserlichen Automobil klub einen Preis ui Höhe von 1V000 All. zur Verfügung, der Flugschiffern offen steht, die tm laufenden nnd im nächsten Jahre mit ihren Flugmafchinen den Starenberger See umfliegen und ohne Zwischenlandung wieder zum Aufsticgplatzc zurückkehren.
Kleine Tagesckrontk.
Tie Erdbebenwarte Tarmfiadt-Ingenheim verzeichnet ein Fernbeben, das gestern vormittag 10 Uhr 32 Atm. begann und seinen Höhepunkt um 10 Uhr 40 Mm. erreichte. Tie Em- rernung wird auf 3000 .Kilometer geschätzt; die Richtung war Süd-Süd-Ost. Um 3 Uhr 30 Mm. nachmittags folgte cm zweites schwächeres Fernbeben in derselben Enpeinung imb der Richtung Ost-Süd-Ost.
In der Altmark ist nach vorläufiger Schätzung durch das Hochwasser ein schaden von 9 Millionen Mark angerichlel worden.
In Oha tn a (Vereinigte Staaten) rotteten sich, um die Er- mordiing ew.es Polizeibeornien durch einen Griechen zu rächen, etwa 3000 "Menschen zusammen und richteten in bem griechischen Viertel öet Stadl große Verw ü st u ii g e n an.
Ter bei der Halbinsel Valdez in Brand geratene Dampfer „P r e s l d e n t c Roe a" ist cm argentinischer Post- bnmpier, der zur paiagonischen Zweiglinie der Hamburg-Südame- rikaiuscheu Tampischiffahnsgeielllchail gehört. Oistziere und "Maschinisten des Schiffes sind Teul|che. Tas Feuer ist noch nicht gelöscht. Ter ftapitäu meldete nach Hamburg, e5 feien nur wanzig M enschen u m g e t o m men, während Lloyds '-Bureau 100 Vermißte meldet.
Handel nnd Verkehr, Volkswirtschaft.
— Kleine Finanzchronik. Tie Dividende der Zellstoff- iabrit Waldhof in Waldhoi wird für das Geschästsjahr 1908 von der Direktion wieder auf 25 Proz. gesetzt. — Der Aussichlsrat der Frankfurter Hiwothekendank beantragt die Erhöhung des Aktien' kapilais von 20 am 22 Millionen Mk.
Märkte.
fc. Frankfurt a. M., 23. Fcbr. ecu- und Strohmarkt. 9(ngefabren waren 10 Wagen Hen und 2 Wagen Stroh. Bezahlt rourbe für Heu Mk. 3.60-3.80, für Stroh (Kornlangstroh) Mk. 2.60-2.70, Masckiuensirol) Pik. 0.00. Die Zufuhr erfolgte aus den Kreisen Büdingen nnd Ticburg. Teitdenz fest. Tcr Marti war schnell geräumt.
Gießener Wetterdienst.
Voraussichtliche Witterung für Hesteu am Mittwoch den 24. Februar: Meist heiter und trocken. Fortdauer des Frostes. Schwache nodlichc Winde.
Original-DrahtmelSunsen.
Ulm, 23. Febr. Tie Fastnachtsnummer der Ulmer Zeitung wurde beschlagnahmt und wegen Be- leidigirng des Rechtsanwalts Hitze! öffentliche Anklage gegen den verantwortlichen Redakteur erhoben.
Wien. 23. Febr. Die vom serbischen ausiv artig en Amte veröffentlichte Note wird von der hiesigen Presse auf das schärfst^ zurückgewiesen. Die meisten Blatter vertreten die Ansicht, daß diese Ausführungen einer Kriegserklärung gleichkommen.
B u d a p e st, 23. Febr. Die Regierung erhielt von der russischen Grenze Mitteilungen, wonach dort in der letzten Zeit bedeutende Truppenkonzentr-Atio- neit ftattgefunben haben.
Belgrad, 23. Febr. Wie es heißt, ist bas neue Kabinett bereits ge'bildel. Der Führer ber Fortschrittlichen, Novakowitsch, übernimmt das Präsidium, Paschitsch behält das Bautenministerium. Milowanowitsch behält das Ministerium des Aenßern bei, ebenso Zivkowitsch das Kriegs- Portefeuille.
Paris, 23. Febr. Der Matin meldet aus Sofia, die Tür lei habe die russischen Vorschläge, betreffend Zahlung von 125 Millionen zur Tilgung der Kriegsschuld abgetehnt.
Paris, 23. Febr. Der Matin meldet aus Lorient: Unter den Soldaten der Garnison von Vannes ist der Typhus ausgebrochen. 4 Soldaten des 116. Infanterie- Regiments sind bereits gestorben, 30 schwer erkrankt. Die Krankheit ist durch den Genuß von Salat verursacht worden.
Paris, 23. Febr. Der Petit Parisien berichtet ans Tunis: 42 Soldaten der afrikanischen Schützen haben in Ar Deaham gemeutert. Sie verließen das Lager nnd pü'mderten mehrere Kaufläden in Dalrarla. Me Gendarmen wurden durch die Meuterer mißhandelt.
„Jeder Besorgnis enthoben."
Mannheim, R. 7. 40, 18. Dezember 1907.
„Unser jetzt vierjähriges Kind Therese hatte im Januar d. I. eine Driisenkrankheit zwar glücklich überstanden, war aber infolgedessen äußerst elend gciDorben und nahm zusehends ab. Was wir auch mit ihm uerjudbteu, wollte keinen Erfolg bringen, bis wir es Ihre wohlbekamite Scotts Emulsion einnehmen ließen. Das Siind begann sich sofort wohtcr zu fühlen, doch zeigte sich ein Rückgang des Allgemeiubesiiideus, als wir nach Verbraud; ber ersten Flasche, eine Zeitlang mit dem Präparat aussetzten. Daraufhin gaben wilder Kleinen Scotts Emulsion beftänbig und sind nun so toeit, daß mir jeder Besorgnis enthoben sind. Der Appetit ist luiebevgcfehii, und die Augen, mit welchen das Slittb vorher sehr a zu tun batte, sind wieder gut geworden. Ich will
nur noch sagen, baß das Simb die Emulsion nicht ,mr leicht genommen hat, sondern tatsächlich sehn- E tgdSf? süchtig danach verlangt." (gez.) Slarl Baierwerk. (k Das Verfahren zur Herstellung von Scotts
U ?/7j Emulsion ist so vollkommen, daß jede Flasche, z\ f (fe die an der Schutzmarke— der Flscher mit dem ju Dorsch — auf der Außenseite der Packung kennt"
lich, gleichmäßig denselben Gehalt an kräftigen- Shit e^t mü b’-?er beu Bestandteilen hat. Sie werden daher auch - ^ent von jeber Flasche den gleichen, guten Erfolg 14ca Acrlcchreäst haben.
ScouS ISmulfioa wird dorr unS au.sschlretzlrch tm groben fcertautfc t no nie lose nach Gewichl eher Matz, lottbem uur in ocrftcgclrert Orrguralftaschcn in Karton mit unserer Schutzmarke (Fiichcr mit dem Dorsch). Scakr u. Bowae, D. m. t>. H-, Frankfurt a. M.
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