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2.12.1909 Erstes Blatt
 
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Erstes Blatt

1S9. Jahrgang

Die heutige Nummer umsatzt 14 Seiten.

1.30.

Anfrage Bassermann (nationalliberal) irzler bereit, Auskunft darüber z r geben,

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Crkurung Dr. PaascbeS zum zweiten V^zepru, identen ver­kündete: da sagte dieser im Cinverständn.s mit seinen poli­tischen Freunden, die,es Vertrauen nicht erwidern zu können. Da erhob sich Herr v. Norrnann, der Sprecher der Kon­servativen, und beantrag.e, die Ernennung der Wahl des zweiten Vizepräsidenten zur nächsten Sitzung zu vertagen. 'Jtad) einer Aussprache wurde die Wahl auf Freitag vertagt. Den Donnerstag sollen die Abgeordneten zum S.u^ium des Etats benutzen.

Nr. 283

7xr Giehrnrr Injdget trlchftni täglicb, auftet coimiaflS. - Beklagen: oierinal wöchentlich SirbencrZomilicnblätlttj al)rnnnliDÖfhenil.KTei$» jlatt für öen Kreis ließen ,2 -.ensing und Freiiaa);

monnil. Land- oirllchaslliche Seitfragrn <eru!prech - Anschlüsse: .iir die Redaktion 112, Verlag u. Expedition öl Adresse tiit Depeschen:

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London, 1. Dez. Nach Bekanntmachung der Admiralität wird Admiral Wilson zum Nachfolger von Admiral Fisher ernannt.

Melbourne, 1. Dez. Das Repräsentantenhaus des australischen Bundesstaates hat in zweiter Lesung den Gesetz- entwurf betr. die Ausnahme einer Flottenanleihe ausgenommen. Die Anleihe soll der Beschaffung eines Kreuzers vom Jndomitable- Typ, von drei Kreuzern zweiter Klasse vom Bristol-Typ, von sechs Flußkanonenboolcn und drei Unterseebooten dienen. Diese Schiffe werden die australische Flotteneinheit bilden, die im Verein mit der indischen und chinesischen Flotteneinheit 39 Schiffe, das heiß! das für die Ostflotte festgesetzte Minimum ausmachen wird. Die jährliche Gesamtausgabe Australiens für das neue Geschwader wird 785 OOO Psund Sterling betragen, wozu die Kaiserliche Regierung einen Betrag von 250 OOO Pfund Sterling ange­boten hat.

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Berlin, 1. Dez. Zum zweiten Vizepräsi- de n t e n des Reichstages wird, wie in den Wandelgängen verlautet, der Erbprinz zu Hohenlohe-Langen­burg vorgesd-lagen und nad) Haltung der Parteien aller Voraussicht nad) gewählt.

Im Reichstag wurden folgende Anträge eingebracht: Erstens: Ein Antrag Her tli ng (Zentrum), die verbündeten Regierungen zu ersuchen, die Gründung und Unterhaltung einer mit allen Hülfsmittetn der nwdernen Technik ausgestatteten 23 er» Iuchsanstalt für L u f t s ch i f f a h r t in Friedrichs- t) a f c n unter der Leitung des Grasen Zeppelin zu veranlas,en. Zweitens: Ein Antrag Hertling, den Reicl-skanzler zu er» inchen, dem Mißbrauch entgegenzumirken, wvnaar in Füllen, it» bei Gerichtsverhandlungen wegen der Gefährdung derSitt- lichkeit die Oes,entlichkeü ausgeschlofsen wird, g.eichwobl Be- rid)terftattcr der Presse zugelassen werden. Drittens: Ein Antrag Hert 1 ing, den Rerdjsuutzler zu eri"ud)en, durchgreifende Sparsamkeit in allen Zweigen der Reiä)sverwaltung un­verzüglich eintreten zu lassen, insbesondere einer Vermehrung des Beamtenkörpers entgegenMwirken unb ferner dafür Sorge zu tragen, taß zu untergeordneten Arbeiten nidji S&eamte hcran- gezvgen werden, die burd) ihre Dorbdoung zu wicht.gcren Auf­gaben bestimmt sind, ferner die ReiieLouen und Tagegelder zu mäßigen und die Ttenstreisen einzuichränken unb mtdltch tn allen Reichsbetrieben eine nach erprobten laufmännisd-en Grundsätzen geregelte Gesd«äftsbehairdlung durchzusührcn und die auizustei.en- cen Bilanzeti im Reichshaus.tat mitzmeilen. Viertens: Ern An­trag £>er Hing auf stärkere Berück lickstigung des Handwerkes bei Lieferungen an Reichsv erwaltungen.

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Ferner ging eine Anfrage Bassermann (nationalliberal) ein: Ist der Reichskanzler bereit, Auskunft darüber zr geben, wann der Gesetzentwurf über die Pensivns- und Hinter­bliebene n - V e r s i che ru n g zu erwarten ist?

seinem willens träfttgen und von fa.füjen Ehetheorien irre­geleiteten Weibe nur entfremdet, und da alles um ihn herum in Gärung gerät, bricht auch in Frau Arvik der Geist der Liebe von einst wieder durch, und in den Armen liegen sich beide. Diese Seelenenlwidlung vollzieht sich in feinen, kurzen Zügen, in leichtbewegtem, anmutigem Dialog, der keine Witzelei kennt, den vielmehr eine liebenswürdige Wärme erfüllt, viel Altersweisheit neben neck.scheu Humoren. Der alte lehrhaft moralisierende Geist Björnsons verleugnet sich nicht ganz, sondern leuchtet in mancher scharfen Wen­dung durch. Aber er nimmt das Spiel der gärenden Kräfte so wenig ernst, daß er sich nicht scheut, das Possen­hafte zu streifen. 9htr der mit dem Revolver leichtfertige Kapitän, der um eine der Töchter Arviks wirbt, huscht doch gar zu seltsam komisch durch das Stück. Die reife Kunst eines lebensilugen Psychologen hat der Dichter an die so gegensätzlichen W)aranere des Ehepaares gewandt, und hier liegt wohl der tiefere Wert und Sinn des lustigen Spiels. Im Schaffen Björnsons bedeutet das Werkchen einen hellen, optimistischen Ausllang, und wenn auch gewiß keine Ewig- leicswerte darin liegen, so erfüllt es den Zweck eines guten Lustspiels: mit Geschmack und Geist empfängliche Gemüter zu ergötzen. An der Einstudierung des Stückes war der Sohn des Dichters beteiligt gewesen. Herr W e h n e r l und Frau Salb ach trugen mit Humor und guter Stimmung Die Hauvtrollen; ein Fräulein Lichtenegg brachte als Helene mädchenhafte Anmut ins Spiel. Belebt unb flott tvurbe Björnsons Dialog behandelt; ein frisches, farbiges Szenenbild mit plastischen Landhäusern und Fioröhtnter- grund erfreute das Auge.

Vom Halleyschen Kometen. Bei der riesigen Entfernung des Langerwarteten von uns entzieh: er sich immer noch dem unbewaffneten Auge; doch läßt fick) aus seinem Durchmesser schon berechnen, daß dieser in Wirk­lichkeit 20 OOO Kilometer, das U,2fache des Eroourchmesiers, beträgt. Der Astronom Searle hat berechnet, daß die Erde am 20. Mai 1910 durch den Schweif des Halles hindurch­sausen wird. Leider wird sich die Erscheinung kaum sicht­bar machen, da die Schweifteilchen die Erde fast nur auf Der Sagfeite treffen- Fühlbar wird uns die Begegnung, wie zur ycruf)igung für ängftlicne Gemüter gesagt fei, gar nicht werden, die Erde hat solche Kometendurchgänge fchon mehrfach ohne Schaden erlebt

Der Streit zwischen Unterhaus und Gderhaus.

London, 1. Dez. Das Oberhaus trat heute zusammen, um über das vom Unterhaufe zurückverwiesene Landeslultur- gesetz zu beschließen. Das Unterhaus hatte die Mehrzahl der vom Oberhause zu Gesetz gemachten Zusätze mit der Begründung abgelehnt, daß sie eine Verletzung der Privilegien des Hauses der Gemeinen bedeuten. Die Lords bestanden nicht auf ihren Abanderungsanträgen, wodurch das Gesetz angenommen worden ist Lord Lansdowne führte aber heftige Klage gegen diese Behandlung seitens des Unterhauses und wandte sich nachdrück­lich gegen die Art, in welcher seiner Meinung nach die Minister die Privilegien des Unterhauses benutzten, um dem Oberbause die Möglichleit zu nehmen, über Dinge zu verhandeln, zu deren Erörterung es befugt sei. Eine in diesem Sinne gehaltene Entschließung wurde mit 41 Stimmen gegen 21 Stimmen an­genommen.

London, 1. Dez. Der Premierminister Asquith teilte in der Sitzung des Unterhauses mit, er werde morgen etne Er­klärung einbringen des Inhalts, daß das Vorgehen der L 0 r ds ein Bruch der Verfassung und eine Anmaßung gegen bic Rechte des Unterhauses sei.

Das K a b i n e 11 ist heute zusammengetreten. Wie man glaubt, handelt es sich um Maßnahmen betreffend die Vertagung des Parlaments in dieser Woche.

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Donnerstag 2. Dezember 1909

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monatlich 75Pi viert el- iährhd) 'litt. 2.20; durch Abbole- u. Zweigstellen mdTrntlich 6o Pi.: durch

Die Präsidentenwahl im Reichstag.

Eine Stunde vor der gestrigen Plenarsi)ung des Reichs cges, auf deren Tagesordnung die Wahl der Präsidenten rib der Schriftführer stand, war, so schreibt man uns lEu§ Berlin, die Lage noch nicht geklärt. Die National- iberalen hatten ü/re Fraktionssitzung erst auf Mittwoch vormittag anberaumt. Alle anderen Parteien hatten schon im Lause des vocangegangenen Tages ihre Stellung zur Zräsidentenwahl genommen, und durch offizielle Ku>id nad)ungen, wie bei den Freisinnigen und Sozialdemo- iratcn, oder doch durch Anbeutungen aus den beteiligten liilgliederkrcisen erfuhr auch die Oeffentlicksteit soviel, als u wissen not tat, um sich von den fommenoen Ereignissen | hon eine zutreffende Vorstellung machen zu können. Als cestern um 12 Uhr mittags die Natiorialliberaleu 5c Fraktionszimmer verließen, war das Bild vollständig yie hatten sich ebenso wie d.e Freisinnigen dafür en.schieden, Md)t nur den Posten des zweiten Vizepräsi- h en t en abzulehnen, sondern sich an der Wahl des Präsidiums überhaupt nicht zu beteiligen, das heißt, um schrieb ene Zettel abzugeben, um hierdurch unverschleier. ! konservativ-klerikale Regiment in die Er.cheinung treten 1 lasten. Ätan wußte weiter, daß die Sozialdemo- raten dem gleichen G-edanien dadurch Ausdruck zu geben eabsichiiglen, daß sie für die beiden Kandidaten der Mehr eit, bett Grasen Stolberg als Präsidenten uno Dr. Spahn lob ersten Vizepräsidenten ihre Stimmen einsetzcen. Unb üUö der Frattioussitzung der Reichspartei halte man I ecjahren, daß diese den dringenden Bitten der Führer der losnachbarlen konservativen Partei gegenüber sich ablehnend 1 serhielten und die Annahme des Ln Falle der Ablehnung mrd) die Nationalliberalen ihnen angetragcnen Vize- uräsidentenarntes auch ihrerseits verwei­gern wollten. Es gehörte nid)t viel Kombinations- I fibe dazu, den Ersatz nun bei der wirtschaftlichen Ver­enigung zu suchen.

[ Der erste Teil der Sitzuna verlies programmaßig. Die Bedeutung des Tages kam in der starken Besetzung des »Hauses und in der o,fensichtlichen Erregung, in der man sich Ikfanb, zum Ausdruck. Am Tische des Bundesrats ver- irlgte Herr Wahns.chaffe, der neue Adlatus des neuen I lauzlers, scheinbar uninlere;fiert sich mit einigen Gehecm- Itfcii unterhaltend und die Glückwünsche zahlreicher Be- fflinfcn auf oen Lonfertiatiuen Banken entgegennchmend, die t^rgan.ge. Heer Ro galla v. Bieberstein Der. ad mit i liier Hellen o<tpreußi,chen Kamman^ostinnne den e.nschlä- 1 -ixen Paragraphen der Geschäftsordnung, dann vollzog btt greife Schriftführer Dr. Hermes den Namensaufruf I unb feder AbgLordneie tat seinen Zettel in die Urne. Nach IDreiviertelstunden verkündete Dr. Paasche, der erste V.ze- I Präsident der vorigen Tagung, der, zum letzten Male auf I )em Präsidentenstuhl, den Grasen Stolberg während dessen I Ualjl ab gelöst hatte, das Ergebnis: Graf Stolberg I nar mit fast allen gütigen Stimmen nastl) der Geschüfts- B oebnung muß auch der Stimmzettel, der ben 9lamen des |U)g. Bruhn enthielt, als ^Ulig protokolliert werden I jum Präsidenten gewählt.

Ter Schriftführer trat von neuem in Tätigkeit und | Sr. Spahn ging als Repräsentant des neuen Blocks und be8 neuen Regünes aus der Urne hervor. Als dann aud) :er dritte Wahlakt beendet war und der Präsident die rtit dem gleichen Stimmverhältnis wie bisher erfolgte

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Zum To de des Herzogs Karl Theodor. Von | den Sei.en trafen herzliche Beiieidskundgebungen | in Bad Kreuth ein. Die näheren Verwandten, die in M ü n - >.hen wohnen, fanden sich ein. Der Staatsminister des I!töniglid)en Hauses, Freiherr v. Podewils und Kultus- ininiiter Dr. v. Wehner trafen ebenfalls hier em, um j äe burd) das königliche Familienftatut vorgeschriebenen ^ichlaßhandlungen vorzunehmen. In der Sitzung der | Sadtverordneten in München widmete Oberburgerrnet|ter | Dr. v. B 0 rscht dem verstorbenen Herzog einen N a ch ruf, | in dem er hervorhob, daß sein Tod für die Smdt einen un- versetzlichen Verlust bedeute, denn vielen Tausenden

3-abe er als Augenarzt geholfen. Tie Stadt verliere R i» ihm einen aufrichtigen Bürger freund in der Worte Rbester Bedeutung. _

V 0 m Ot10 - Heinrichs - BanlnHeidelberg Wie i Finanzmiiiistec Hvnseil in d<r Zweit Qi Kammer mitteilte, i|t I ke baöisdje Regierung endgültig entichlosseri, die Mauern des r Ürw-Heincichs-BauL standhaft zu niad)an. Nach den vorliegenden ' l-iäncn ist eine Austv.ndinig von 360 000 Mark erforderlich. r Sic erste Rate von 160 OOO Mark wird in dem ^laatvvoranfchlag q fordert. Eine Erläuterung darüber, imch welchem Verfahren ! Mauern standhaft gemacht werden tollen, soll denand- R Anden später zugehen. . , . ,,3

DreSbener Theaterbrief: S.ornion3 Ie$te£ B Listspiel. Man schreibt uns ous Dresden: Björ n ft 1 ern e F björnsons neues LustspielWe 11 n der junge Weln I blüht" ist bei seiner deutsd)en Uraufführung im od)au= stielhcäise zu Dresden mit freudigem Beifall ausgenommen Morden. Das ganze literarische Dresden und mancher be­brütende Gast von auswärts waren zugegen, des sieben* widsiebzigjährigen wundersam jugenbliches Alterswert zu L föauen. Und es ging aud) ein frischer jugendlicher Zug birck) das Stück unb seine TrrrjiLllung, l"o 6ay sich gemeine Flöh lichteü verbrciiet harte. Wie mancher Dich- Ur hat sein Lebenswerk mit Resignation ober gar mit bitterceit beschlossen, während dieser Unverwüstliche die S'nd aufrufi, mit dem Alter einen fröhlichen

bim (^lüd der Liebe und der Ehe aufzunehmen.Wenn bei junge Wein blüht, gärt es im alten"; wo soviel sonnige ^ärchenlust zuhause ist, werden die FüNizigj-h^g^n w.eoer Beliebt wie die Jünglinge und werbeir einer um die Tochter u d:s anderen. Mer Sübelm Arvik ist nicht frei, er ift

Srantreid)$ marottansicher Triumph.

Die Anleihevcrhandlungen Frankreichs mit Muley Hafid werden eifrig fortgesetzt. Das deutsche amtliche Wolfs sck)e Bureau scheint zu glauben, durch die Mitteüung lobender französischer Zeitungsstimmen der deutsck,en Regierung einen Gefallen zu erweisen; wer im deutschen Volke aber noch zu denken versteht, wird gerade aus den befriedigten französü scheu Presseäußerungen entnehmen, auf welch traurigem Rückzug Deutschland in seiner Marokkopolitik sich befindet:

Paris, 1. Dez. Der Minister des Aeußern P i ch 0 n teilte den Abgesandten Mulay Hafids mit, daß er mög­lichst bald die Antwort auf feine letzten Mittellungen über die Vorschläge Frankreichs erwarte. Wie El Mokri erklärt, ist der Bries des Sullans, der die gewünschte Antwort enthüll, unverzüglich in Paris zu erwarten, wo er dann sogleich der Regierung mitgeteüt wird.

Paris, 1. Dez. Der2emb3"jagt über die das Marokko abkommen betreffende beutfdje Thronrede:

Ter Kaiser habe in dem Passus der Thronrede über die aus. wattige Politik nur Frankreich namenilid) erwähnt; das sei eine Aufmerksamleit, welche sich durch die Umstände ergebe, für bic ihm aber nichtsdestoweniger das französische Publikum dankbar fCm DasJournal des DLbats" schreibt:

Der hauptsächlichste Passus der Thronrede über bic aus­wärtigen Staaten ist Frankreich gewidmet; er bildet das Gegen­stück zu der Anexkennunq, welche Minister Pichwn der deutfchen Loyalität bei der Durchführung des MarvkkoabstJMmens gezollt hat. Muley Hafid wird gewiß von der geftrigen Thronrede Kenntnis erhalten; rocmi ihm noch ein Funken von gesunde« Menschenverstand geblieben ist, wird er deren Bedeutung begreifen.

DerSiecl e" stellt die Thronrede mit den bei dem gestrigen Marokkobankett gehaltenen Reden zusammen und sagt:

Wir fühlen ben hohen Wert der Bort Kaiser Wilhelm an Frankreich gerichteten curwisievollen Worte. Wir haben jetzt nur das marokkanische Werk sortzusetzen, ohne gegen die Ver­träge zu verstoßen, aber auch, ohne das geringste von unteren Rechten aufzugeben.

Deutsches Ueich.

Der Kaiser nahm Dienstag nachnnllag den Vortrag des Minisiers der öffentlichen Arbeiten v. Breitenbach entgegen.

Ter G r 0 ß y e r z 0 g von Baden hat derKartsruher Zeitnng" zniolge bis zur Wiedergenefnng des Finanzminislers Tr. ing. Honfell den Ministerialdirellor Geheimen Rat Ludwig Goller mit der verantwortlichen Leitung deS

Das gelbe Fieber. Tie genaue Kenntnis der Nolle, die die Stechmücken bei der Uebertragung tropischer Krankheiten spielen, führt dazu, daß man nad) Vvr- beugungs- und Verhütungsmitteln sucht. Wie die Presse medicale berichtet, hat man als Verbreiter des gelben Fiebers die Stegornya ermittelt, von der es mehrere Arten gibt Hier hat man es besonders mit der Stegornya ca* lopus zu tun. Man hat nun sestgestelll, daß sie bei einer Temperatur sticht, die mehr als 23 Grad Celsius betragt. Eine solche Temperatur herrscht in einem größeren Telle des Jahres zwischen dem 40. Grad nördlicher und dem 40 Grad südlicher Brette und dies sind die Grenzen, in denen das gelbe Fieber heimisch ist. Es gibt aber auch Gebiete in diesen Breitengraden, in denen man das gelbe Fieber nicht kennt, obwohl sich hier die Stegornya findet, ja sich sogar stark vermehrt. Man nimmt indessen an. Daß das gelbe Fieber auch dorthin seinen Weg finden wird, und zwar dann, wenn erst der Kanal von Panama der Schiffahrt dienen wird. Ob auch anbere Abarten der Stego- mya die strankheit übertragen können, hat man noch nicht feststellen können. m . _r ,, t

Kleine Chronik aus Kunst und Wifsenschaft. A d 0 1 i W 111> v a n ö t Hal ein neues Schaufinet ,'ü 111 a E 0 llh" verlaßt, das deninächsl zur Veriendung an die Buhnen gelangt. Für das neue H 0 itheater m Stuttgart hat der Gcliciine Konnnerzienrat S p e e in a n n eine Riefenstgur Schillers geichenkl, die Prosefsor Tonndorf tu Marmor ausge'uhrt hat, Tie Statue wird ihren Platz vor dem Theater erhalten. Konrad Dreher eröffnete lern Gastfpiel un Müncbener ^Gärinerplatz- Lyealer" mit Felix Alvmis neuer Operette .Madame Trou­badour". Tie ersten beiden 'litte landen uiiolge der guten Dar­stellung und einiger flotter Melodien viel Befall, der aber wäbrend des Dritten sehr uachlteß. Ein Sohn Hans Richters, des berühmten Tlrigenlen, wird am 8. Tezember in Wien bei einem großen Wohllangkeiisiesle als Tenor zum ersten Male öffentlich auureien. Gustav Mu hier, der zurzeit die großen Sin'aniekonzerle ui Neiv-Pork leuel, fetzt eine Oper2 h e 1 e u 5* in Musik, deren Textbuch eoenialls pon chm stammt. Es ist dies die erste Opernkomposilwli Alahlers. »Der Dritte", em Schauspiel pon Arpad Paszt or, wurde im Budapester Nationaliheater sehr ireimdlich ausgenommen. Ter Ver- 'assec fchildert eine kinderlose Vernunflehe, öie zum Schluß gc- treunt wird.

die Post 'D1L2.oicrtel- jährb au sicht. Beitellg. Zeilenprei-: lokal IbPs^ auswärts 20 Pienntq. Cheiredakieur: A Doetz. Verantwortlich für den

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t laaerniumii« nof-rffott«örn# UN» Verlag der vrrhl'schen Unlv.-Vuch- und Lle'idrnckerei R. lange. Redattion, Lxpedillon und vrnckerel: schuistratze 7. B--r.

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