Ausgabe 
2.7.1909 Zweites Blatt
 
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Vie Krönten vrrd Unfallverficherung aus -em Lande und der Deutsche AerMag.

Ter Deutsche Aerztetag, ber in der Derfloiknrn 2&xfie seine fotiurtoriinnr^fun^ abachalten uuo bei dieser Cfclrtmbett scharf geeilt den Cnüutrrf d*r TRcid)5XK.rsichcrungsorbnung Stellung nahm, nat außerhalb feiner amrttüd.cn TagriDrbmnn cm S chki' >-,ner SerhdnMu r<cn noch cm sehr interenantr? 5tcfCTirt bo bancrilchcn SflitooritfJ ..frafS thünqrn cntq-icnKnümmm imb nne R ihr atm Lrrtfätzen iu der rma/tiieu Frage orr sanken- und Unfall- «n'idrnnxa auf bem Vano-, dir- oer Redner mifgcneftt Halle, i'rrrem geschästs führend en Aus'chiis' g-r weiteren Veranlassung rotrjrn flnqtii ! : j f

behramg Ser ob(iqnt n-i'rtien na Hl «Herr kranken nnb UitaÜnft fidtcnnig auf br ländliche« Verhältnisse auSübcn bürftc, erscheint <4 dnqcbrcdrt, oic Aorbcriing ber Lanbä r»te ourd) nach­stehende BervffenNichung itxtlct-n Kreisen zugänglich »u machen, zmnol bin'e bei der bevor»ehenben Beratung der Rc.chsvernche- rnnasorbnung eine wesentliche Rolle spielen werben. Tic 2eti- sad»: besagen:

A. In brjug auf die AranKnversichernng aus dem Lande:

1 Die Aerzteschast begrüßt die Au-dehmiug ber obligatorischen staatlichen Krankenversicherung auf die landwirtschaftlichen Ar- bedrr imb Dienstboten.

2 . Tt* Äerrteschaft begrüßt gleichfalls die Zusamm-nL.gung ber einzelnen Gemcind kranken«rsicherungen ;u größeren Ber Händen ^anbkrankcnkajsen im Rahmen des höheren Verwaltung^- kärper^ Bezirksamt, bozw. LanoratSamr-.

3 Tod) i» dabei stets für eine obligatorische Sertretung ber Interes,.'» Arbeitgeber und Arbeitnetw'erauvschuß 2orgc tu kragen Ter Arbeiterausichuß muß aus der Mitte der Kassenmit- glebtr durch geheime Wahl h.rvorgehen.

l Tic lyemcindelrankenfasfenstelle muß bas Recht behalten, die B-'itrc - zu erheben und die Krankengelber auszuzahlen, baw't di-- Unlieber nicht uunüp weite Wege wachen müssen, um m den Befiv bej ilrankcngcloeS ,u gelangen

6. Ite Verwalt»iigslo'icn ber Lanokrankenkaffen find aus alkgem.n'en Mitteln des Bezirks iKreises- au bestreiten

6. Im Interesse ber gesunden Iinanz: rung der Landcskrankcn kaffen sind hie Beiträge zu erhöben und L'trngcn:

a minthiimö 3 Prozent de-? ortsüblichen Tagelohnes für '.amtliche Taglöhner und Taglöhmrmnen des landwirtschoftlichen Groß- ilnd Mlcmbeliiebe», für bic uiiftänhigeii Arbeiter, die HauS aewerbetreibenden und das Personal ber B^andergewer betreibenden, ferner für die Knechte, Mägde und Dienstboten des Großbetriebe landwirtschaftlichen und gewerblichen Charakters. Große Ber sicherung mit Krankengeld.« Beiträge ca. 20 Mark

b 1'. Prozent für alle anderen krankenkassenpstichtigeu Per sonen t* r Gemeinde, also für die Knechte und 'JJldgbc des land wirt'chastlid>e,i Kleinbetriebes, die baulichen Dienstboten de. Okvf; luib Kleinbetriebes, d>e Lehrlinge und Okidle» der land iwstichaftlichen (Yewerbctreibendi'n und Vandwirker ohne Fabrik betrieb, wenn kein Anspruch aui Krankengeld erhoben wird, sondern nur das Recht auf freien Arzt und Apotheke oder Krankenhaus bdxntblung (fogenaniite einfadw* oder enveiterte Krankenpflege im Sinne der R. B O.> beansprucht wird Kleine Versicherung ohne .Krankengeld Beiträge ca. 10 Mark Die Gruppe b) kann die große Versicherung freiwillig bcnii&eii

7. Tie Reduzierung der Beiträge und ber Krankengelder in den Wintermonateu nach § 509 ber R. B. O. ist unter allen Um ständen zu verwerfen

H. Die Aerzbe sind bereit, mit den Krankenkassen Verträge ab zuschließen unter folgenden Bedingungen:

a) Die Aerzte fordern im Interesse der ausreichenden Kranken Versorgung und in ihrem eigenen Interesse die freie Arztwahl Jeder Kranke darf jid) den Arzt seines Vertrauens wählen, soweit einr Auswahl unter den vorhandenen Aerzten und imter den brtlidm Bedingungen des betreffenden Krankenkaisengebietes mög

h) Die Bezahlung der ärztlichen Tätigkeit geschieht möglichst noch der Zahl her (.einzelleistuugen und bat insbesondere auf di« Weg strecken des Arztes durch eine angemessene Kiloineterenlschädi flinu) Rucliidit zu nehmen. Jin allgemein«! muß die Kolimeter gehüllt 1 Mark pw Kilometer (*,- Mk. für den .vinmeg, Vi Mk.

firr den Rücstvea betragen Doch können auch lokale Tarifverträge auf anderer Dasi. geschlosien werden, indem neben dem Koo- vamcfwle nn SKometeroau chale abgeschto'ien nrrfr. io ;mar. daß eurer b-r Mruimalgrundgebühr von angenommenen 4 oder 5 Mk tro Koch un) Jahr ei', Kilomrtrrrauscdaie von 1 Mk hr leben Kilometer rrreinbart «xrb, baß für cm 5 ffilon»'icr vom Wohn ort dc. Arzt-.- epnmi,<3 Hoiirmunlieb nn Iadrespaufchale v.m

1 10 Mk . ntfällt Es ist auch ein kombiniertes festem möglich, tw? aur-T dem K^pipauschale cme Krlometerentschädigung für bte Ctn^. jährtm von ebk

> Tt* Verträte zwischen AerUcn und Kraiikenkassrn rden nur durch Vermnulung der VertragSkonnniiiwn cbgri'düoitnt Tie Ber t r c i. ko mm iision ist e ne aus dem lokalen ärztl'dxn Verein von den Mitgliedern gewählt- Aeruevertrewng Auch b^ieniarn Aerüe, welch: d^m lokalen zuständigen A,rrleverein nicht rnac hören, dürfen nur durch Beinnttelung der lokalen Benrage kommission Verträge mit den Laadkrankenka fen abidstießen Dir Vertrag.kommis'ion feßt in Berbinbnna mu dem i sautenkasfen- vorstand die \)obe ber ärztlichen vononeruna nach lhn$eUrinung ober Pauschale fest T Bertragskommission bat auch die Auf gäbe, oie Tiiserenzen zwischen den einzelnen Aerzten in Scrbinbung mit d'm Krankenkafsenvorstand in der sogenannten Ermgungs kommission beijuiegm.

B. In bezug auf die Unfallversicherung auf bem Lande:

Drc staatliche land uno wrsmnrtschaitlnhe ,^wan isunfall Den'idrming ist nur für die ländlichen Arbeiter zu empfehlen

Tic selbständigen Bauern sind ohne Rücklicht aur ihr Ein kommen von der ftcgilidwn UnfallpersicherungsvNicht zu entbinden ES mmK ihnen freiltchen, von der ^taatsimfalloersicherung frei, rotlliacn Gebrauch zu machen

Jur Begründung dieser beiden leßten Thesen wird ausgeführt.

Erstens sind die selbständigen Bauern keine landwirtschaft- lichen Arbeiter, die ,m Tagelohn schaffen, und folglich bo5 B' - durwis ber staatlichen ZwangSunfaUdersichenung für sie nur im geringen Maße vorhanden

Zweitens mHpnd'.t bc- bestehende Iorm der Ztaatsunfall- verfichening für bic selbständigen Bauern nicht deren Bedürfnis, wenn cm solches vorhanden ist, weil ber Dr.iichmvoch nzeitraum al« Karenzzeit besteht, und der Bauer, wenn er Hilfe braucht, sie gerade in dieser Zeit b*nötigt.

Drittens führt die staatliche Unfallversicherung ber selbstän­digen Bauern zu bewußter und unbewußter ^d-rombel* unb lieber tre,bungsfucht der Unfaltrerlefzten und zwar gerade roennt brr Karenzzzcct, welche dazu verführt, die folgen des Unialls über die 13. Woche hiitauSzuzichcit, um überhaupt in den Genuß einer Rente zu treten. Die private Unfallversicherung ist daher für die selbständigen Bauern viel zweckmäßiger, weil die Entschädigung sofort cim'cbt.

Daneben empfiehlt fick die Privatunfallversichcrung aui Gegenseitigkeit nach dem Unstern Dr. Jaks Thingen . welche im Rahmen ber einzelnen Ü?anbgemeinb<* für ben Zeitraum von 90 Tagen gilt und das einfachste nnb billigste Unstern darstellt

Der I-ortschntt der Untallrersicherung auf dem Lande ist von dem Rebeneinanderbestehen ber drei genannten Unfalloer sicherungsformen, der staatlidren, der privaten und der gemeind­lichen, zu erhoffen, weil die Konkurrenz der drei «hsteme ihren Ausbau und ihre Entwickelung fördert imb zur raschen Erledigung der Unfälle führen wird.

Gericbtssaal.

Ober-Ingelheim, 20. Juni. Das Schöffengericht der' handelte in der Privatbeleidigu ngSsadie des LandtagSabg. Wolf in Stadecken gegen den Redakteur des ,,Rhein. Beob", Alfred Möglich. Ersterer fühlte fick) durch einen Artikel, den das genannte Blatt über eine Zeutrum^vcrjammlung und die dort von Wolf gehaltene Rede bradste, beleidigt. Das Wend): vermochte in dem Artikel eine materielle Beteidigimg nicht zu erblicken, da die Rede immerhin geeignet gewesen fei, mißverstandcn zu werden: jebod) formell liege eine Beleidigung vor Der Ange­klagte wurde deshalb zu 100 Mark Geldstrafe verurteilt

Xpanau, 1. Juli. Nael) dreitägiger Verhandlung vor bem Schwurgericht wurde in verflossener Nacht 1 Uhr in einer geradezu haarsträubenden TI c i ii e i b ö a ff ä v e da 4 Urteil gesprochen. Ter haiwlichuldige war bei vcrheiraletc 39int)vige Vanbivirt (pg. TI o 11 e v auS Hintersteinau, der unter Trohuugen und Ver­

sprechungen die bei «hin arbeitende SV Jahre alte Ehe,ran Kawarrne Kreß, ionder*n edjrtctec unb Scl--.-ager, d e (5 rinne Adam und Eule Rnnpt au» .Erbach, vei nlaßie zu feinen WnnRcit uo< dem Scheßengericht cdilüdnei.: unb bei Kammer <i:r tbanbeb.- iachen ,u öanau lalfches Zeugnis abznlegen. Möller 'lanb feit Jahren mu cem Raia wann Sichel in Schlüchtern in Geschäns- und.Geldvezckevr.. Er lieh stch ö'ter) giefctre und feine« ®elb- t-efräqe unb gab für diele i*elber Wechie! Unter Eid harten nun die Kreß nnb die Eheleute Remid erfläit. gefehen z.i babnt. bau Mester an anen, E.omiia.xe dern Rauheann 2-.je I in Schlächter i 6$N-0 Mk. auf ben Ladentisch leg« und firtj 'twie QmtNmg ent- iernte. Tiefe Zahlung trat nicht ertvt.zl. rll* 1.oller bann wegen unbertibuattn Ageben» vor bem unndi: staub, tagte bte Rieß eidlich pi Innen wunfUn 'alsch aui, Möller zwang |ie auch.

Urteil lautete gegen Tlöllcr nn< 4 Jahre> Monate Zuchthau», gegen b:e Frau Rrcß auf 1 Jahr 1 Monat Zucht da w-, gtuen die Eheleute Äempl auf >e 1 Iayr Zucht Hau» nut den üblichen Neben- firafeiu

Oaubd und Vcrfebr, Dolbwirtlc^aft.

Berlin, 1 Juli Tie restrigen Sert mbluuaen weg-n Erneuerung des Kali Svnbikates biber ir-> 1 UhrAcdn» zu einer aUaemrutat Beistandlguna nicht gefub t Jnfolgröriat imb auf^nnnbitatiuhe Bertau-c <xwi,ni m.rr-r Es murt.-n in den ^.'Lorgenrtunbai noch Versuche gemach«, vme Bermmdigun; brrjcuunihrai

T^rdiltdic Nacbricbtcn.

Evangelische Gemeinde.

Sonntag ben 4. Jul«. 4. nach Trinitatis: isottttdUllft.

3r ber StabtfirdK.

Vormittags A Uhr : P'arier l> d) ( o f | e r.

VonnitlagS 9* , Uhr: Planer Schwabe.

Vormittags 11 Uhr: Kniderkirche für die Ttaifnigcmeinbc.

3n der Johanaeskirche.

Vormittag- R Ubr: Tfoner Bechtoisheimer.

Zugleich Ehrrftenlehre für die NeukonfMmerten au» ber Lukos- gemenidc.

Vormittags 9*/i Uhr : Piarrci Au »Ield

Beichte unb heil. Adendn,ahl für b,e Vu(a4 unb Iohaui'n- gemeinbe. Anmelbimgen vorher bei bem Pfarrer jeder Gemeind» erbeten.

Vormittags 11','. Uhr: Rmderk,rche kur die Iol-annesgeme »de,

Pfacr-c A u S f e l b.

Abend» 8 Uhr im flonfirmanbeiüaat: . erfauunlung unb Bibeldefprechlmg.

TienStag, den 6. Juli.

3n brr 5tabUirchc.

Abends 6 Uhr: Zestgoltr-dirntt c 'lnlaü 'er hS. IaurcS- ocrfaminlung des 'defj. vauotottem* der Gustav.'ib -h ctmung.

Pfarrer Berck aus Mainz- Mombach.

Die Kollekte ist füi die Gilftav AdolkSgeuieinbeu Rockenberg unb Mainz-Mombach beslinrink.

Auch zui Teilnahme an beit beiden öffentlichen Versamm­lungen in clein* (Barten am Dienstag, abends « , Ubi, unb Mittwoch um 4 Uhr wird die Gemeinde unter Vimuctv auf bal mitgetcillc Programui herzlich cmgelaöen.

katholische Gemeind«. Gotteibienft.

6a niS I a g den 3. Juli:

Nachmittags um 6 Uhr unb abend» um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beicht.

Sonntag ben 4. Juli, 5. Sonntag nachb 11 ng ft en: «freier de» sfrestc» ber Upostclfnrftcn Petrn» uub liaulu».

Vormittage von 6'/. Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht.

r um 7 Uhr: Tic erste hol. Messe.

um K Uhr: Austeilung do I'. .'lommmiion.

, um !) Uhr: Hochamt mit Pn-bigt.

r um 11 Uhr: Hol. "<c). mit bredigt.

Nachwillag» um 2 Uhr: Ehristenlehre; daran, geftandacht mit Segen.

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