Ausgabe 
22.11.1909 Erstes Blatt
 
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An» Stabt und Land.

Gießen, 22. November 1909.

** TaaeSkakender für Montag, 22. New.: Vortrag von Drof. Bender von ßranfhirt über den Logel-berg, veranstaltet vom Zwetgoerein Gießen des D. H. T. abends S'/, Uhr un großen Höefaai der Unwerütät.

* Anonyme Einsendungen find uns in den Letzten Tagen sehr häufig zugegangen. Da Mitteilungen von Leuten, die eS nicht für notig halten, der Redaktion rhre Namen anzugeben, unter kernen Umständen Aufnahme finden, richten imr wiederholt das bringende Ersuchen an alle ständigen und gelegentlichen Mitarbeiter, bei Zuschriften an die Redaktion deS Greß. An;, stets ihren Namen uud ihre Adresse anzugeben.

Iustizperfonalien. Ter Grobherzog hat den Handelsrichter bei der an dem Landgericht der Provinz Starkenburg gebildeten Kammer für Handelssachen mit dem Sitz in Offenbach Kommerzienrat Herrn. Wecker in Offen­bach auf sein Nachsuchen von seinem Amt enthoben und den Aktuariat-asslstentea bei dem Amtsgericht Lorsch Christoph Hch. Friedrich zum Aktuar bei dem Amtsgericht Herbstem ernannt. Ernannt wurden ferner der AktuariatSasnstent bei dem Amtsgericht Herbstein Wi!h. Reitz zum AktuariatS- assistenten bet dem Amtsgericht Lorsch und der HrrichlS- schreibergeHilfe Karl Rumpf in Offenbach zum 2lftuanaifl- assislenten bei dem Amtsgericht Herbstein. (Letzterer ist, wie unS mitgeteilt war, mit Wahrnehmung der Diensioerricht- ungen eines AktuariatSasffstentea bei der Staatsanwaltschaft m Mainz beauftragt).

** Sven Hedin und Gießen. Mit Rücksicht auf den von uniern FamilienbläUern mitgeteüten Auszug au- Sven Hedi»'s Tranhimalaia, dürste eS von allgemeinem In­teresse fern, daß Sven Hedin auch der hiesigen Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde ein Exemplar bei ausgeieichncten Werkes mit eigenhändiger Widmung überreicht hat.

Die Eröffnung unserer elektrischen Straßenbahn für den Verkehr hat am Samstag stattgefunden, und das Stadtbild hat dadurch entschieden gewonnen. Tie Teilnahme der Bevölkerung war außerge- wöhnlrch groß, und wenn der Betrieb zeitweise ein wenig stockte, so waren eben nur diese Ausnai)metagc mit über­großen Änforderruigen schuld; an der zwecken.sprecl)enden ,Funktion des Verkehrsmittels ist einstweilen nichts auszu­fetzen. Zeder wollte einmal eine Fahrt mitmachen, und die sich zusammenrottenden Fußgänger bUdten schmunzelnd nach. T-as vermehrte Straßengecäusch nunmt man gern und freudig mit in Kauf, und vielleicht müssen für die ersten Tage oie Glockenzeichen der Wagenführer öfter und rascher aufeinanderfolgen, um das Publikum zur Vorsicht zu ge- wohnen und Unfällen vorzubeugen. Auf die beiden ersten Tage des neuen Betriebes dürfen wir mit Zufriedenheit zuruckblicken. Ter für Gießen bedeutungsvolle Tag sollte aber auch nicht ohne eine beschauliche Feier verlaufen, so dachte man in unserer städtischen Behörde mit vollem Rechte. Leider wurden bei der Aufstellung des Programms störende Mißgriffe getan. So wurde es allgemein als ein bedauerliches Versehen aufgefaßt, daß bei dem am Samstag auf der Liebigshöhe verunstalteten F'ftessen unter den etiva GO Einladungen eine solche an den Borstand der Omnibusgescllsd-aft fehlte. Cs wird an dem frohen Tag ivohl niemanden in der Stadt gegeben haben, der sich über die neue städtische ErrunAenschast nicht herzlich gefreut Hütte, um so lebhafter ist das Staunen darüber, daß die anspruchs^ .löse offizielle Feier nicht dem Volkstürnlichen Empfinden Rechnung trug. Ein Bierkonzcrt ijt ja etwas Lanz Schönes, aber die eigentliche Feier sollte doch wohl bei dem erwähnten festlichen Mahle begangen werden. Hierzu aber war neben der Vertretung dec guten alten Omnibusgesel.scl/ast auch die Vertretung der Oesfentlichteit, die Presse, nicht geladen worden. Man fragt sich, welchen Zweck ein solches Fest- mahl t-aben soll, wenn man an dem Fest wesentlich beteiligte und berufene Faktoren davon aussä ließt. W.r Horen heute, daß bei dem Bierkonzert die Festreden gehalten worden sein sollen, und es liegt nahe, anzunehmen, daß die Veranstalter der Feier nadilragud) ihrer Fehlgriffe sich bewußt geworden sind. Natürlich hat letzt dabei weder ein Vertreter der Cm- VibuSaesellfchaft zum Worte kommen, noch hat die Preise ihre 'Aufgabe der Berichterstattung erfüllen können.

Unser Omnibus qt, wie man unS schreibt, doch nicht ganz fang- und klanglos von der Bildfläche verschwunden. Am Mittwoch abend 10 Uhr ist der letzte Wagen unter den Klängen von .Muß t denn, muß i denn zum Städtle l)mau6* vom Bahnhof abgefahren. Die OmniduSpferde haben übrigens einen Lokalpoeten um dessen genaue Adresse wir 'bitten zu folgendem poetischen Erguß begeistert:

Tcr Lmnibusgaul.

Wie dozemol roor die Elektrisch' gemoscht, To bun eich, chr Kinn, bei mir hsiiver gedoacht;

To fnebfte en billige VmniduSgaul;

Un richtig, eich trog an ganz sch», awwer faul!

Ter Gaul Hot aegladi nut leim Klepperverstand E tdm in Oie ©ummertrijdj bei meid) usss Land.

E roor v c jo sicherlich buch schunt bei Iohrn;

Eich hunn awwer teil mirreni Backuaa ge ohrn.

Un wie mer en huppliche Weg enuff finn Schroerdacke. was sein eich crichrocke, ihr Rinn! To brummelt ufs ainol mei Gaul vir sich bei: ,Waim eich doch e Frantioner Wärschiche als rodr !

- Theater-Verein. Tie zweite Opern Vorstellung ist für Dienstag den 14. Dez. in Aussicht genommen. Gegeben wird Eugtn d'Alberts Musikdrama .Tief- lanb, daS vor zwei Jahren vom Hoftheater Darmstadt als einer der ersten Bühnen aufgeführt wurde und seitdem in tmem wahren Triumphzug über alle größeren Bühnen Europas und Nordamerikas gegangen ist. Ta die Kosten dieser Vor­stellung infolge des hohen Aufführungshonorars und durch die Verstärkung des Orchesters von 33 auf 44 Musiker sehr beträchtliche sind, werden zur wenigsten- teiliveijen Deckung die Preise der Tageskarten etwas erhöht.

Stenographie. Interessenten seien nochmals daraus 'hingewiesen, daß heute abend */,9 Uhr Lehrgänge für Stenographie und Schreibmaschine im .Hotel Einhorn* von 'der Etenographen-Gesellschaft »Gabele derger' beginnen.

Die Entgleisung bei Großenlüder. Von der .VelliebSinspektlon Lauterbach geht uns folgender Bericht iüber den Eisenbahnuusall auf der Oderhessischen Bahn zu. von den, wir am cametag un größten Teil der Auflage ichoi. .Mitteilung machen konnten. Samstag gegen 4 Uhr vor- jimtlage entgleiste auf Bahnbof Großenlüder die Güterzugs. Lokomotive Mbit drei Guterwagen von dem Zug 7324,1 wodurch das HauptglciS bis lu Ühc du Mm. vormittags!

gesperrt war. Tie Frühzüge erhellen hierdurch Verspätung. Ter Verkehr wurde durch Umsteigen aufiechterhalten.

* Gestohlen. Mittelst Einbruch- wurden tit der Tracht zum verflossenen Sonntag in Neuenrat be 15 dis 20 Jagdgewehre nebst Munition und sonstigen Fagduten- silien gestohlen. Als Täter werden drer unbekannte Italie­ner bezeichnet.

Dorsicht' Cn hiesiger Dirk stieg gestern vor­mittag am SelterStor in die Elektrische und ließ feinen Bernhardinerbund mitlaufen Der Hund wurde dabei über­fahren und an beiden Beinen schwer verletzt.

" Unfallberm Ringkampf. Am S-mStag abend ereignete sich im Kolosseum durch die rode Ringweise bcs taubftunrmcn Rodenbusch ein Un-all. der leicht schllmme folgen haben konnte. Als Gegner trat ihm der Leicht- ^ewichtSmeisterringer Fritz Heydt gegenüber. Der sieg­gewohnte Taubstumme wollte wie gtwohnlich kurzes Feder­lesen machen, stieß aber bei Heydt auf einen unerwarteten starken Widerstand. Letzterer wehrte alle Angriffe sehr ge- ichiat ab, so daß manchmal Rodenbusch in gefährliche uagen kam. Hierüber wurde der Taubstumme sehr er6oft und geriet nach 11 Minuten Ringens in rasende Wut. faßte seinen Gegner mit Unter griff, drückte ihn erst mit furchtbarer öe- nxxlt an sich uno schmetterte ihn dann nieder, so daß Heydt ohnmächtig und blutend liegen blieb. Ein Arzt stellte später eine he.ne innere Verletzung Platzen einer kleinen Ader) fest, die jedoch nicht von großer Bedeutung ist. Dank der starken Natur snneS jugendlichen HorperS erholte sich He. dt w.cdcr rasch: ernste Folgen sind nicht yt befürchten. Man hofft, daß er heute abend den Kamps wieder aufnebmen kann. Ferner ringt heute abend Rodenbusch gegen Bemard le Boucher bis .zur Entscheidung: dieser Kamps blieb am Don­nerstag nach 20 Minuten unentschieden. Bis jetzt sind bei der Konkurrenz noch folgende Ringer unbesiegt: yercht, ®er- narb le Boucher, Rodenbusch, Jemen und Emondo.

x Klein-Linden, 21. Nov. Die Heimatvereini- gung hat in derBurg" eine drcitägigcAuöstcllung von Subern aus der Karlsruher Wanderbi.derei arran­giert Die Bilder sollen dem Wandschmuck in ländlichen Wohnungen bienen unb ben Geschmack beS Publikum- für den Wandschmuck auf dem Lande wecken Die schön angc- orbnetc Ausstellung enthält eine Sammlung von Land­schaftsbildern, biblischen Szenen, RachbiDungen von Kupfer­stichen und Holzschnitten, geschichtliche TarftcUungcn und dergleichen mehr. Der Besuch der Ausstellung war sehr rege. Die Sammlung, die seither den Odenwald unb bie Wetterau durchwaiiderte, kommt nächste Woche in bie Ra­benau. Voraus ging ihr gestern ein Vortragsabenb in betDeutschen Eiche" Hier hielt Architekt Garnon- Gießen einen Vortrag überVolkstümliche Kunst unb ihre praktische AnwendungEr schllberte die Bau­art Kiein-Linbens als ein Straßenbors, wieS auf manche Verfahren bei Straßenanlagcn unb Bauten Inn unb be­tonte, baß Klein-Linden bei einer etwaigen Eingemeindung in Gießen infolge seiner Lage an einem Abhang als Villen­kolonie vorzüglich geeignet sei. Die Ausführungen fanden dankbare Zurret. Der GesangvereinArion" und das Zitherkränzcheii sorgten für eme angenehme Unterhaltung.

Wiese«, 2L Rov. In dem 3 aale der Wirtschaft zur Germania sprach gestern im Auftrage des Verbandes der hessischen landw. Genossenschaften Herr Dr. Schöne- mann über Düngung s fragen. Davon ausgelnnb, daß der Sanbivirt heutzutage bestrebt sein müsse, beni Boden die größtmöglichsten Ernten aozugewinnen, verbrci.ete sich der Redner in dreiviertelstündigem Vortrag zunächst im allgemeinen über die Maßnahmen, die mit dec Düngung Hand in Hand gehen rnus.en, unc Entwässerung, Saatsrucht- wechsel, gründliche unb sorgfältige Bearbeitung deS Bobcns, um bann im besonberen auf bie Düngung uberzugchen. Die anregenden Ausführungen sanden ben ungeteilten Bei fall ber Versammlung. Sehr wünschenswert wäre es jeben­falls, wenn nach dem Vorschlag des Redners die Land­wirte ben genosienschastlichen Gedanken immer noch mehr ausbauten unb auch ben Anschluß an eine Zenicalleitung nicht versäumten. Mll Worten bes Dankes schloß bcr Dor- sitzenbe bie Versammlung. In bet (r'^ncralvetsamuilung des Konsumvereins Wie<eck, die in dem Saale von Adam Ziealer avgehaltcn wurde, ivähltc man Herrn Philipp Rodenhauscn zum Dorstandsmllglieb. Zu Aufsichtsrats. mitgliebern wurden bestellt die zerren: Ludwig Taupert, Wllllelm Wacker, Ludwig Kreiling I. und Georg jlörber, zu EinkaufskommisiionSmitgliedLrn bie Herren Heinrich Schäfer X., Wilhelm Dogeihöfer unb 5>einrich Baithascr )nciber. Eine längere Aussprache rief der folgende Punkt der Tagesordnung:Gründung eines eigenen Heims" hervor. Nachdem man das Für und Wider hin­reichend erörtert hatte, stimmte man scyließlich im Prinzip zu und gab dem Vorstand an die Hand, einer späteren Gene­ralversammlung geeignete Vorschläge zu machen.

Muf chenheim, 20. Roo. Heute feierte Gemeinde- einnehmer Wilyelm Weisel in oller Stille im Kreise ferner Angehörigen sein 2blährigeS Dienstjudiläum als Gemeindeeinnehmer. Er ist auch Rechnet der (Bernernbt- krankenkasse von Diuschenheun, Hosgüll unb Arnsburg, sowie Großh. Unteretheder von Biuschenheim und Hosgüll. Auch wurde ihm vor 2 Jahren die Rechnung der Feld Vereinigung übertragen und sämtliche Aemter Hal er mit der größten Gewissenhaftigkeit und Pünktlichkeit verwaltet.

fc. Büdingen, 2L Nvv. Tie Bermä hlnng der Drin, zeffin Ali (Eliiabath) zu Stolberg-Roßla-Ortenberg n Vcs Derncrben :at Bruno zu 'Sienbut.j und Büdmgen-Dudmgon, md Herzog Johann Llbrechl zu Mecklenburg, Regem von Braunächweig, fuibcl am 15 Dezember mittags 12 Uhr im Dom zu ktaxunfdjnria start, nachdem lagS- zuvor die Driniesun ibrea E rrzug at ow Reiivenz gepalten bat Auch der Kaiser wird zu den IerettichLeue» errvarie:

w. Bug dach, 20. Rov. Im hiesigen Müitärverein sprach heute adend Tr. Strecker auS Bad Rauherm über .allgemeine Wehrpflicht*. Ter Vortrag wurde von den zahlreich Erschienenen beifällig ausgenommen.

m. Bad Rauheim, 20. Roo. Im Bildungsverein wurde heute abend der ouSoerkaufiem Saale ,2eil* gegeben. Einen Kursus der Wander-HauShaltungSichule beschloß heute nachmittag eine Feier, m der Kre.Srat Fey und Schulrat Süg Ansprachen hielten. Ter Kursus war von 25 pingen Mädchen, dec böchstzulässigen Zahl, besucht.

):( Friedberg, 2L Nor AIS am Freitag abend das D i c n st m a d cki e n einet Kiesigen Ka-fmunns von dem mrchplatz nach Haufe tu cue Hanauer sua^e g.hcn wollte, bemerkte fu, daß ihr ein »reniber Mensch folgte. Als sie nn Hausflur ihrer Herrichart angelangt war, wurde sie rücklings überfallen, ^er Attentäter vcr,uchte, bas -<äbch2n vu vergewaliigen, wuroe >esoch an per Auoiah. ru.ig durcy ba: >,llfege^ :er bet U.bei «denen, uns buru. buHutjmnienbc Leute get mbert, uno entpoh Eine D ett l zrunde sparet v«,uchte et in Per oberen r^idwigstraße ein I weiletL_ Sir.IichkcttSaiieu.at an bau Töchterchen c.neS ik-'

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b. M. vorgenommenen Bürgetmeistetwadl w..r c c 5:elle des seitherigen Hürgcrmci,.ers H.intiu) D ßnet L. der sein Amt freüvtllig woyl meistenteils infolge vo, Zlviespalt in ber Qkmeuioe über ben Bau einer Qai^eihuu*

Berlin, 20. Nov. Das Urteil gegen btt wegen Mii- Handlung ihres Kindes angetlaqle tzrau Doktor tfi« Bergmann wurde in Ipäier Vlad)iitunbe ge'.illt. es tonte« wegen ge'ährücher Körperverletzung aut zwei Monate sanguiS unter Anrechmmg von drei Wochen Unierjuchungsh-. . Tie Kosten aller drei Instanzen, ebenso die ver Redentlage auiM» der Angeklagten auicrlcgt.

München, 20. ^iovember. Tas Schöfiengericht tu Cha» sprach den Wagcnwäriergehilfen Mulzer aui Schn.ankor', 6er deschuldigt war, am 10. eepL daS .Anenial' aut den Ho'zvz des deutschen Kaiser» bei Cham verübt zu Haven, rreß» Mangel an Beweisen freu

zum Bebauern bcr Gemeinde niebergelcg: ha.te ^ünbroin Heinrich Bißner III. als Bürgermeister gewählt.

F. E. V o m W e st e r w a l b, 21. Nvv. Mehrere ButscholE von GedharbShain gerieten wädtenb bei Herdstmürtttss^ baselbst mit bem Burschen Schupp aus K.tuien, Kteu Alle» I kirchen, in Streit Eifersucht wat die Triebfeder, dieser rochrtc sich energisch unb griff schließlich zum Rev o lvet und schoß in der Dunkelheit blinolingv um sich. I<r |» beteiligte Bergmann Tormann würbe hierbei dar mehrere Neooivetschüsse, bie ihm in Lebet unb Ruck« drangen, verletzt Er kam in die JUini! nach Gieße», wo er schwer erkrankt darniedetliegt

Hk. Wiesbaden, 21. Nvv Dem Verein sür LrLM pelfüt sorge hier und von Frau Irtiiabet König ein gcoM Terrain unb 2 0 0 00 0 Mark zur Errichtung einer KruppE heil- und Eijiehungsanstalt geschentt wvrvcn. Tt- Änualt Mi sür 10U Betten in Wiesbaden erbaut werden. Bis zu ihrer FerdM Heilung wird dereüs un Icumar 1910 in euiem geimctctm ein provisorischer Betrieb eröffnet werben. Leüenve Aeczte fu> bie Herren Tr. Stein unb Dr. Gur abze.

beerdigt

fc. Darmstadt, 21. Nov. Im vergangenen Jahre wurde! RechtSamvatt F u t d a hier von ver oitatlainmer wegen U - geduhr vor Gericht in eine CrOnungeflrale von 100 Mart y- nommciL Ter Fall machte damals großes Äuifehen und wu:.« un Landtage erörtert. Bor einigen lagen erhielt Fulda wiederurt in offenilicher Ziviliitzung am Amisgerich,

Amisrichiec Dörr tvegeu Ungebühr eine Oidnungsstrote >1 20 Mark.

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amten. Hierauf verfolgt, wurde et in ber Hanauer 3<T5t» ergritten. unb bet Dolner übergeben, worauf er cl.e» eb. flOtanb. Es bcr oerpeirötete 1879 biet gebotene 3* etzet Adolf Ruppel.

o. Dotlat, 2L Nov. Ter hiesige Tutnvet?-- aegtünbtt im Iahte 1903, bar sich günstig entwickelt. & tonnten alle notwendigen Turngeräte btscha^ft werke» u- det Verein denkt auch schon an die Beschaffung nnr Fahne. Mit nach:em Ftühgahr, wadrschnnlrch .mK":- Mai, ift dieser hall) eine größere Festlichkeit gcp.anL in unnrittdbarer Nähe unserer Haltestelle seither vor: nommenen Bohrungen sind als ergebnisloi einer, stellt worden.

Q Quo t shaufen, 20. Nov. Einem beim Vadnda, beschäftigten Schach'.meister wurden kürzlich eine Ta chennhf nebst ISO Mk. in dar gestohlen. Dem Biedenkopfer Belize Hund gelang es zwar, den D>ed ausfindig zu machen, ebc von der TiebeSdeute hatte er keine Witterung. Heute gca» cS den Bemühungen der hiesigen Polizei, die g<!iohltn2 Sachen in bet Dachrinne aufzufinden unb ihrem (hgej (ümer wieder znzustellen.

O Hohensolms, 19. Roo. Unset Bürgermeisterei^ hat sich m den letzten Jahren sehr zu fernem Vorteil osr» tri unb verschönert. 9lad) dem sogen. ,Ba!rnhoi« ist eine neue Straße mit emer stattlichen Häufecterhe na. 'landen. Ten Reigen der Neubauten eröffnete dre Ma Schule, während da» imposante Bürgermeistereigebäude ;.-3 zum Abschluß bringt Jetzt fehlt nur noch eme Bahn. '

i Marburg, 21. Nov. Tw Äo bei b a b n cuf brr Frauenberg tmrtbe baue eröffnet Die Kttiscahn har e:z_- ssonberjug eingelegt

A. Winnen ^Är. Marburgs 20. Nov. Bei ber am I<

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LuMchiffahtt.

Aus der Fahrt uacy Metz.

Köln, 20. Nov.Z. II." ist nach mehciiunbiger Fahrt Vf3 Uhr hier wieder glatt gelandet. Damit sind Die schifs-Manöver hwr a va e s chlo s s en. ,L. II." verbleibt Köln,3R.IL" unbP I " werden in Metz

Metz, 20. Nvv Um 3 Uhr 15 Min. landeten Luftichisse, zuerstM. U." unb dannP. I ",M. 11 uu> Führung ovn Hauptmann von Jena, ,,P I." mi.tr FühoM von Ma^or Sperling. In jtbem Lufrfchisie befanden fu fünf Personen. Die Landimg vonM. II." wurde von einer 21> idp ff trabte düng bewerlstelligt, bie vonP. I." von einer t> .>nfaruerie-Regiments Aus dem Platze ftcsba zwei Sätinwerfer, weil die An tun ft ver bcibai Luftschi'se «r. Ipater erwartet wurde.

6in schöner Flug.

Frankfurta. M., 20. Nov Xxx outn Kaiser ber ,Ilc zur Verfügung gestellte Ehrenpreis für btt bcrDuiragen*, Leistung aui dem ukvictc ver gesamten Flug- und Luinchwafi' ist mit Geuehw.iguug des Kaisers dem Mnior 'Bar ie Dal äc1, DU) eben tnoebeu. e

Mourme lon le Gtanb. 20 Nov Paulhan täte nahm heute oum hiesigen Flugs ei dc aus einen Flug naä 4 d - lo n j , wo er bie Kathevrau: umkreiste um> mehrere Udmagc aussuhrte. Daraus tegete er nach IMounndon zurück. Er Ur­in einer Höhe von 2ÜU Metern bie Zunvung ab unb InnJclL < durchflog bie 60 Kilometer lange Strecke m etwa 55 MinnieR.^

Vermachtes.

Der Aberglaube ber Eisenbahner. Ber W- ber Verbreitung bei Aberglaubens in allen Goetücha tSf.- c auch nur eine fchwoche 8orHeilung hat. roeiß, Vatz idbn ni b modernes Berkehr-mirrel wie die Eijcnb^bn von denjenigen, ti nie alle werden, m das Bereich ge-penstncher Metaphyfik gezogo wirv. Bekannt ist, baß namentlid» im Sittichen Europa bündel: tauienbe am Freitag ober am vreizehmen beS Monats wc» irgend möglich eine Reife vermeiben Weniger bekannt >K b'- tktbrciiung ve» Aberglaubens unter dem Fahr personal der Üi'ö bahnen, worüber bcr Rmlwap and Locomotioe Enrnncerrng ein meliagenbe Schilderung bringl. Tie meisten amcrikanifcken 5$s schiurnjührer schworen darauf, daß ihnen auf dec Fahrt em llnla. zuuoßt, wenn >ie beim Aussteigcn auf die Maschine zuerst bc rt»irn Fuß benuyen uoer, »^.aiu ne einen l^oKpuiauCil wollen, die Lokomotive in der Richtung nach rechts DaU;ia Auch wenn dre Maichrne aui ver Drehfche»bc gewendet roetbrt soll, hat fast jeder seine eigene Maron: darüber, ob dies rechts oder links geichehcn soll unb besteht häufig au ihre Ruckwärisdrehnng. Besonöecs groß aber ist da» a.'erg.aubU# Mißtrauen gegen solche Maschinen von labclloicr, neun;« Ko» trullrou. die in ihrer noch kurzen Gcbrauchszcit irgendwo tuusa an einem Un'all beteiligt gewesen nnbe Auch m Fraukre-s ziehen dre Führer bu denbeue eigentlich schon zum aliai 3 arrgedorenbe 2 ^fchuie vor, unb so icheuu J.<:. als er anlse Linie Parrs-^aore die Vorstudien zurBcpre non ^emchcn machte, auch etwas vcn detg Lüen^ahnäbcrglauben gewutzt M

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