Ausgabe 
27.9.1909 Zweites Blatt
 
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Nr. 226

Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntag».

Lande gesucht.

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Hills bei Newyork, trat ihm eine ei

fernher unb dem Grafen Don Aehrenthal veröffentlichte Kvm- irntniqu6 desiniere dieses System mit unzweifelhafter Teut-

RotatwnSdnick und Vertag der Brühlfchen UnioevfttätS - Buch- und Steindruck««. R. Lange, Dreßen.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: ea^Sl. Redaktion: Tet,-Adr^An-erg«Greßen.

ungeres

1 Dklober, eoentl iifiL Meres .. in KSNU

Tic Teuerung in Pclzen. Die Vorliebe, die die Mode dieses Herbstes für Pelze zeigt, ist nur von einer un­angenehmen Erscheinung begleitet: die kostbaren Felle sind dies­mal teurer, als sie je zuvor waren. Chinchilla, das hauptsächlich begehrt wird, ist fast gar nicht aus dem Markte und erzielt eine ganz gewaltige Preisstergermtg.Vor ein paar Jahren nodj", so teilt ein großer Londoner Pelzhändlcr mit,konnte man ein Chinchilla' feil für sechs bis sieben Schilling kamen. Heute würden wir froh sein, werrn wir es für ebQrsoviel? Pfund bekämen. Man muß nicht bloß zmanJigmal, sondern dreißigmal so viel anlegen. Tie schönsten Chmchillapelze kommen am Arica in Südamerika, aber in dieser G^end sind die Tiere fast völlig vernichtet." Wit

DieStehener Lamillendliitter" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das Kretsblan für den Kreis Gietzen" zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Sett- fragen" erfchemen monatlich zweimal.

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Berliner Theaterbries.

Gin neues Drama fron Max Dreyer.

daß er so d« Sache seines Königs und Kaisers am besten diente. Also ein solgemchwercr polnischer Fehler wurde aller­dings dem früheren Reichskanzler zur Last fallen; darauf wollen wir jedoch in dem jetzigen Stadium der Sache nicht näher eingeben."

Ob dieKreuzztg." auf andere als die von Martin in die Welt gesetzten Insormationen sich berufen kann ? Und ob die Regierung antworten wird?

KW

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fest

I jein Wiener Aufenthalt habe zur Befestigung und neuerlichen Klarstellung der von Deutschland und Oesterreich-Ungarn seit I inet Jahrzehnten fortgeführlen Bündnispolitik beigetragen. I Äas über oen Inhalt der Unterredung zwischen dem Reichs-

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lichkeit und bezeicl)ne ihr durch Verträge festgelegles Ver- holtnis zu einander und zu dem dritten Verbündeten als unverrückbare Grundlage, auf der, wie schon bisher, auch künftighin ihre europäische Politik aufgebaut bleibt. Daß rric der Allianz entsprechenden Beziehungen zu Italien mit der alten Sicherheit und Zuverlässigkeit fortbestehen, dafür tobe es in der jüngsten Zeit auch an äußeren Zeichen nicht gefehlt. Das Blatt erinnert an den Tepeschenwechsel zwischen )tn beiden Kaisern und chrem hohen Verbündeten beim Äieuer Aufenthalte des deutschen Kaisers zum 60jährigen Riegierungsjubiläum des Kaisers Franz Josef, sowie an die große Kammerrede Titt onis, ine eine Art Rechenschafts­bericht über die Haltung der italienischen äußeren Politik i »ährend der letzten Baltankrisis bedeutete und mit zu den k Bekräftigungen der großen wohltätigen Selbstverständlich- [ feit gehörte, zu welcher der Dreibund im Leben der Staaten »geworden ist.

Der Dreibund, heißt es weiter, ist geworden, was

Anschuldigungen gegen einen ReichStagSabgeordneten.

Der sozialdemokratische Rcichstagsabgoordnctc Hengsbach ist bekanntlich ähnlicher Neigungen beschuldigt worden, roie sie der Abg. Schack an den Tag gelegt hot. Der schon erwähnte Bries, den ein Kaufmann Richter Köln an den Vertrauensmann dec Elberfelder Ortsgrupvc des D. H. B., Herrn Friedrich Wiegers hcms, sandte, bat folgenden Wortlaut:

Hengsbach lebte mit seiner heute von ihm in Hörath bei Wermelskirck>en getreimt lebenden Ehefrau in der denkbar un- glücklichsten Ehe. Nach Aussage der letzteren ist cs des öfteren oorgekommen, daß er nachts Frauenzimmer mit nach Hause brachte, während sie, nachdem sie noch obenbreui mit Prügeln reguliert worden war, die Nacht auf der Treppe zubringcn mußte. Was aber aller Unmoralität dieses Well Verbesserers die Krone aufsetzt, ist, daß er seinerzeit mit einem solchen Frauenzimmer eine Reise nach der Schnxiz unternahm und dazu seinen 15 jährigen Sohn als Reisebegleiter mit- nahm. Tics erfuhr ich aus dem Munde feiner eigenen Frau und war bei diesem Gespräch ihr Bruder, mein Kunde Herr Albert Hinrichs, Anstrcicl)ermeister in Hörath, zugegen. So verdammenswert ein solch, s Ehcleben für jeden rechtlich denken­den und moralisch fühlenden Menschen ist, so wenig wollen wir uns über derartig täglich vorkommendc Fälle als Sittenrichter aufwerfen. Tas, was diese Angelegenheit für uns Deulschsozialc zu einer interessanten macht, ist, daß der Parteileitung der sozialdemokratisck-en Partei das Vorleben ihres Par­teigenossen bekannt ist, ohne daß sie Veranlassung nahm, die Konsequenzen daraus zu ziehen. Beweis dafür die Aussage des sozialdemokratischen Abgeordneten (Seher ina, mit welchem ich am 28. Februar 1908 mit dem Zuge 12,30 Uhr mittags von Köln nach M.-Gladbach fuhr. Als ich mit diesem Abgeordneten unterwegs eine für beide Teile sehr interessante politische Unter­haltung pflog, drückte ich ihm kurz vor unserem gemcinsckwstlichen Ziele, M.-Gladbach, meine Verwunderung darüber aus, daß man einem solchen Mann ein Reichstagsmandat angctragen hätte, und btt3 man seitens der Parteileitung, selbst wenn man c5 später in Erfahrung gebracht hatte, ihn nicht wieder sofort eliminierte. Daraus erwiderte S., ich glaube mich wörtlich daraus befimten zu können: Tie Angelegenheit mit H. ist in der Fraktion zur Sprache gekommen: Bebel habe aber gemeinl, daß eine Mandatsniederlegung nicht in Frage komme, weil 1. das ehelich« Verhältnis einer gerichtlichen Klarstellung, wie es ein Ehescheidungsprozeß ist, entbehrt, die Frau des H. sagte mir später in Erfahrung gebracht hätte, ihn nicht wieder sofort Ehescheidungsklage einzuleiten, was sic aber mit Absicht unter ließ, und 2. daß die Sache noch zu wenig bekannt sei, so daß noch nicht einmal der Truck einer bürgerlichen Preße vorläge. Vorstehendes bekräftige ich als unbeschsttencr Mann durch meinen heiligsten Eid, und daß ich auch nicht durch Motive oon Sen­sationslust zu dieser Veröffentlichung geleitet wurde, dürfte daS Faktum erhellen, daß mir das zuerst aus dem Ehelcbcn des H. Angeführte wenigstens sechs Jahre bekannt war, ohne daß ich davon öffentlich Gebrauch machte. Heute aber, wo die sozial­demokratische Partei den Fall Schack in einer Weise ausschlachtet, daß man wirklich meint, mit Engeln zu tun zu haben, da muß jebe Rücksicht fallen, und dröhnend muß es den Sittenrichtern fn die Ohren gellen:Richtet nicht, aus daß ihr nicht gerichtet TDcrbet."

TorVorwärts" meint dazu, das sei doch keine Triole- Afsäre. Gleichzeitig veröffentlicht er eine Erklärung des oben genannten Reichstagsabgeordneten für Bielefeld, Severing, die also lautet:

Bielefeld, 24. Sept. Mit den Anwürfen gegen Ge­nossen Hengsbach bin ich auch von einem Teile der bürgerlichen Presse in Verbindung gebracht worden. Tanach soll ich am 28. Februar 1908 auf der Fahrt von Köln nach München-Glad- bad) einem Teutschfozialen Mitteilungen über Erörterungen gemacht habet!, die in der Fraktion über den Genossen Hengsbach gepflogen worden seien. Ich erkläre demgegenüber, daß alle diese Behauptungen von A bis Z erlogen sind. Am 28. Februar 1908 war ich im Reichstage, aber auch an anderen Tagen bin ich weder in München-Gladbach gewesen, noch über München-Gladbach gefahren. Ich habe noch niemandem über Hengsbachs Privatleben Mitteilungen gemacht und aud) nicht machen können, weil mir auch bis heute nichts dai -

Gin Besuch bei Mrs. Harriman. Eine Unter - haltung mit Mrs. Harriman, der Gemahlin des orrstorbencn " Eisenbahn königs, die mm uw hl die reichste Frau der Welt ist, schildert der Newyorker Korrespondent eines englischen Blattes. In der herrlichen, mit entern Aufwand von fünf Millionen Dollar erbauten, rod) nicht vollendeten Residenz in den Ramapoe ehrwürdige Tarne von einigen chen Trauergewand, das nur

ledern Jahr wird die Pelzzufuhr geringer und geringer. Seit­dem durch die transsibirische Eisenbahn den Pelzhändlern eine bequeme Verbindung geschaffen ist, sind die russischen Zobeltiere fast völlig ausgerottet worden. Daher ist Zobelpelz, besonders die berühmte blaue Färbung, die nicht nachzuahmen ist, ganz außerordentlich wertvoll. Auch die Zahl der weniger wertvollen kanadischen Zobel ist sehr verringert. Tie Ausbeute im Jahre 1907 betrug 46000 Felle, die im Vorjahre nur noch 34 734 und dies Jahr werden kaum über 24 000 Felle auf den Markt kommen. Nicht ganz so groß wie bei Chinchilla und Zobel wird die Teurung bei Hermelin werden, aber die Ntode vernachlässigt gerade diese Pelzart in der neuen Saison. Großer Manacl herrscht auch an Sealskin, denn die pelzspendcnden Robben haben schweren Schaden gelitten, weil in den letzten Jahren die Pelzjäger viele weibliche Tiere und die junge Nachkommenschaft vernichtet haben.

SnabemitgvterZA,^

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sechzig Jahren entgegen im einfau,- _______________ ,1M

mit einem Musselinband an Hals und Taille garniert war, außer dem Trauring keinen Schmuck an den Händen. Sie erklärte es für ihre Ausgabe, die Pläne ihres Mannes so weiter zu führen, wie er sie zu vollenden gedacht hat.Seine Wohltätigkeit war groß, aber er vermied jedes Aufsehen: ebenso will ich es halten. Meine Tochter Mary, die schon ihrem Vater bei der Ausführung- feiner sozialen und philanthropischen Ideen zur Hand ging, wird auch mich unterstützen . . In erster Linie bin ich Mutter- ich habe vier unverheiratete Kinder, deren Wohl den meisten Frauen genug ju tun gäbe, so daß sie an nichts anderes denken könnten. Ich werde nie vergessen, daß meine Kinder den ersten Anspruch an mich haben, aber ich will auch, soweü es nur irgend in meinen Kräften steht, die Verpflichtungen erfüllen, die das große Vermögen in meinen Händen mir auferlegt. Vor allem will ich meine Aufmerksamkeit der Dienerschaft und Bevölkerung mrincs Landsitzes zuwenden, wie ich das an den englischen Damen stets bewundert habe, die auftrpscrnd für ihre Bediensteten und Dauern sorgen."

der niedrigen Art, in der er die Folgen der Nacht vor der Oeffcntlichkeit vertuschen will. So sagt sie sich von ihm los und nimmt ihre Schande auf sich. Ihr Vater, ihr Bruder und dessen Braut stehen auf ihrer Seite: sie haben sich zu der gleichen Freiheit und Stärke der Weltanschauung durchgerungen. Es ist das alte Schema desProbekandidaten", unter dem sich nun einmal Dreyer Leben und Menschen vorstellt. In ausdringlicher Parallele wird dem kriecherischen und gesinnungslosen Erwin der ebenso auftechte und gesinnungstüchtige Jürgen gegenüber gestellt, der den Verlockungen des bösen Geheimrats, ihn von den idealen Bahnen seines Kunstgeschmacks abzulenken, nicht nur trotzt, sondern sogar noch einen wenig geistreichen Spott ent­gegensetzt. Aus der einen Seite stehen bei ihm die kräftigen gradgewachsenen Gestatten, deren innere Tüchtigkeit sich in kräf­tigen Püffen, in Zerbrechen von Möbeln und Aufdonnern auf die Tische äußert; auf der andern Seite steht Dahse, die Jammer­gestalt, die gute Manieren bat, tiefe Verbeugungen macht und schon darin ihre schwarze Seele erkennen läßt, lieber die tiefere Bedeutung eines solchen Wettbildes läßt sich nicht diskutieren Wohl aber wird man dem frischen Theatertechniker zugcstehen, daß neben dem gequälten Pathos und der groben Unwahrheit der Grundidee manch hübsche und sein beobachtete Züge, gemüt­volle Bemerkungen und luftige Jmpromtus stellen. Sie verhalfen dem Drama zu einer gewissen Aucrkennung, ohne daß das Publi kum sich hätte stärker envärmen können. Die Aufführung über ragte nirgends das Turchschnittsmaß: eine neue Kraft Brahms Hilda Hcrterich, die die Hauptrolle spielte, hatte wenig Gc- lcgenheü, ihr Können zu entfalten. Gut war Haus Marr als alter Pastor. Dr. P. L.

Die Stäriung der Dreibundes.

In Berlin wie in Wien werden halbamtliche Ver­öffentlichungen erlassen, die eine Stärkung des Dreibundes im Zusammenhang mit dem Kanzlerbesuch in Wien fest­sten :

Berlin, 26. Sept. DieNortK>eutsche Allg. Ztg." Schreibt in ihrer Wochenrundschau: Wenige Monate nach ter Hebern ahme der Amtsgeschäfte folgte der Reichskanzler jjrinem Wunsche, sich dem ehrwürdigen Herrscher der dem deutschen Reiche verbündeten habsburgischen Monarchie vor- ^uftellcn. Die Wiener Tage hinterließen persönlich wie politisch die besten Eindrücke Dankbar äußerte sich von Zethmann-Hollweg wiederholt über den sehr huldvollen Empfang, der ichn vom Kaiser und König Franz Josef zuteil geworden sei. Jrt vollem Einklang mit dieser Auf­ahme stehen die Ergebnisse der eingehenden Unterredungen, die der Reichskanzler mit dem österreuchisch-ungarischen Mi­nister des Aenßern v. Aehrenthal gepflogen hat. Es wurde Darin die unverminderte Fortdauer des Vertrauensverhält­nisses zwischen den verbündeten Kaiserreichen und ihrer dun desfreundlichen Gesinnung für Italien von neuem fest- gestellt. Dem Reichskanzler war es überaus willkommen, i daß sich in Wien Gelegenheit bot, mit dem Leiter der aus- | »artigen Geschäfte Oesterreich-Ungarns die Haupt- i puTitte der europäischen Politik zu erörtern. Verfolgte die Reise von Wien aus keine besonderen Zwecke, j® werden dort die ausgetaüschten Eindrücke doch zur friedlichen Weiterentwicklung der schwebenden I Fragen das ihrige beitragen. In der europäischen Presse wird die Bedeutung der Wiener Besprechungen vollauf ge­würdigt.

Wien, 25. Sept. DasFremden blatt" hebt die herzliche Aufnahme chervor, die der Reichskanzler v. Bet h- mann-Hollweg in Wien gefunden hat, und erklärt.

indenTge^ -

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Zweites Blatt 158. Jahrgang Montag 27. September 1909

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Gberheffen

Ms Berlin wird uns geschrieben:Des Pfarrers Tochter von Streladorf" bat Max Dreyer fern neues btäaftigcd Schauspiel genannt, das am Donnerstag abend un Lessing-Theater seine Uraufführung erlebte. Bieter Titel enthält eine gewiß nicht unbeabsichtigte lttcrarhiswrnchc An- fMimg, indem er nämlich an Bürgers berühmte Balladeü,cs Mrrers Tochter von Tauben Hain ' erinnert Dieses unfcunbd) jiiu gewaltige Meisterwerk, das die ^Nu^ung d^ lungen Madd^ W Wd den Kindcsnwrd in der glühenden Leidenschaft des Sturms

W iCTj) Drangs matt, hat in der Li^raturgesduchte schon viel.

,£j:< : %Kf)abmimgen gcsiinden; t>iel_ gelesene icntrmentale Stemmte rrtzten den Stoff in breiten Schilderungen aus. S t lo -u d- n>i g knüpfte a-n ihn in seinem Entt^uN

Tufc" an. Für Dreyer tir Burgers Motw mrtteeax^ere Tttvegnng gewesen, indem auch er Verfühncng

teHtd) Mutter fiihlenden Mädchens m den R^men des ^am hiuses gestellt hat. Aber mit den ichweren Z^chdodrmtakzenten d« Beriwßung durch den Vater und des Krndesmordes. vermag der Theaterdichter, der fein Publikum nicht

Ächetzen hineinziehen will, nichts anzumngen. E^ Nt vielmehr

Problem des jungen SRädd»ens, das lieber die schände einer oehdidjen Mutterschaft auf fid) nitmnt, alv eurrni Kann in bfc Ehe zu folgen, dessen verächtliche Charakterwligiert ne»u )pa artomt hat. Tie Tochter des Pfarrers von sttelatwN kehrt ftch vrn der tüchtig-gefunden Lcbensauftassung^ ihr>.v 3ater->, oe nrbr Bauer ist und Geschäftsmann als "nrncr mehr

al in ihrer Liebe zu dem Privatdozenten ^r. Erwin ^ah's. bet auf einem Grundstück des Pastors Graormgen nmh ^n^ utitem ber Urzeit vornftumt. Während sich Vater ww Bruder in ihrer knorrigen Urwüchsigkeit von dem korrekten leu - trfterrfcheu Archäologen abwenden, wächst Stcbe zu ib inaner mehr, und in der Johannisnacht gibt |ie lidf i&m bin. . fo{geiti>cn Tage aber muß sie die ganze Eharatterloiigkeit ihr - Jchutigams erkennen, der dem hochoemrögenden Geheimrat geg^i-- üler feine wichtige wissensd)aftliche Entdeckung verleugnet, mn suh baimrd) zum Prinzenerzieher und Professor emporzuicchmngei^ Trd nun fallen ihr in einer einzigen Szene d^^ochuppQi von bet Augen; sie erkennt die Erbärmlichkeit ftmes Wesens auch ui

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Meldungen

-Lchifsenberger üi Suche zum 1. LkuT ootgut einen zuveü^ Ijtll Pferdekiii. iei alle lanbroirtfdx nen versteht Shnioiti ndtge Leute, die iästigung suchen, rootti en. Zu erfragen m ir sstclledesGieijeneiÄLg -beiter^"" ___________Friedrich j: J Ein Hausburiäu gesucht Bäckerei $ti ____________Seitersllqt

Ein Hausbursch« gesucht.

Neustadt 19, BeL- i unserem Lctzcrei d i Maichiurm'aal tami Ü

genommen werden, mdliche AusbiidMg dl Heft BrüMcheDnck, !tzausmäöchen,we/iM \ ges, Lismarckm .

Mges Mäd^

gebahnten neuen Ordnung im okto manischen Reiche, das auf einer Linie mit den. Friedensinteressen Europas Nutz­nießer dieser aussichtsfrollen Reformbewegung ist. Die ent­schieden günstige Meinung, womit man in Wien und Berlin ihren Fortgang verfolgt, steht im engsten Zusammenhänge mit den beiderseitigen Wünschen, daß eine gründliche Kon­solidierung im Orient auch auf das Verhältnis der euro­päischen Mächte segensvoll zurückwirken möge.

politische Tagesschatt.

Die Konservativen unb der Sturz Bulow».

Eine konservative Zeitung und ein Zenttumsblolt hatten be­hauptet, die Unterredungen, die der Kaiser während feines letzten Aufenthalts in Highcliffe gehabt hatte, seien ganz im Sinne einer vorher mit dem Reichskanzler gehabten Rücksprache gehalten gewesen, der Kaiser habe den Reichs­kanzler durch Briefe über die Unterredungen verständigt und Fürst Büloiv habe sich brieflich dankbar und einverstanden ausgesprochen. Der gute Erfolg der Aussprache des Kaisers in England selbst habe die Regierung ermutigt, die Mitteilungen des Kaisers einer größeren Oeffentlichkeft zugänglich zu mack-cn, zuerst in derDeutschen Revu e", und da der beabsichttgte Zweck nicht voll erreicht wurde, durch eine für die englische Presse bestimmte Publikation. Diese später imDaily Telegraph" erschienene Publikation sei also vom Reichskanzler veranlaßt, das in mehreren Abzügen übersandte, mit Schreibmaschine deutlich gedruckte Manuskript sei im Auswärtigen Amt vom Unterstaats­sekretär Stemrich und dem Geheimrat Klehmet ^gelesen und da­raufhin habe der Reichskanzler in Norderney die Veröffent­lichung genehmigt.

ImBerl. Tgbl." gibt der frühere Regierungsrat Rudolf Martin zu, diesen Veröffentlichungen nahe zu stehen. Marttn hat übrigens dieselben Behauptungen schon ftüher in einem gegen Bülow gerichteten Buche ausgesprochen. DieKreuzztg." greift diese Presseäußcrungen auf und schreibt dazu:

Diese Darstellung deckt sich im wesentlichen mit den uns seit einigen Monaten gewordenen Informationen. Wir halten es für unerläßlich, daß die Regierung dazu Stellung nimmt, schon mit Rücksicht auf die noch amtierenden beiden Beamten, die bei dem obigen Sadwerhalte oon dem schweren Vorwurfe, die ihnen obliegende Prüfung des Manufkripts unterlassen zu haben, entlastet werden würden Ist aber diese Darstellung jüdjtig, so bleibt für die vollkommen abweichende Darstellung der Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" nur die Erklärung übrig, daß der Reichskanzler sich in der Voraussicht über die politische Wirkung derDaily Tclcgraph"-Verösfcnllichung völlig geirrt hat oder, vielleicht richtiger gesagt, daß er durch das unmittel­bar einsctzende Geschrei der liberalen, mittelparteilichen und alldeutschen Presse sich hat kopfscheu machen lassen, und da der Kaiser ihm die Entlassung nid)t erteilen wollte, feinen andern Ausweg zu haben glaubte, als sich selbst und feine Behörde zu Unrecht einer Pllidftverletznng, nämlich des Nidft- lefens des vom Kaiser zur Prüfung übersandten Manuskripts, zu beschuldigen, lieber dies Verfahren vom Standpunkte der politischen Moral den Stab zu brechen, dazu wird der­jenige, der die politische, Geschichte kennt, sich nicht leicht ent» schließen. Aber seine sonst fo kluge politische Voraussicht würde, wenn der obige Sachverhalt richtig ist, diesmal den Reichs­kanzler und seine Berater gänzlich im Stiche gelassen haben. In jenem Proton pseudos würde der Keim zu der ganzen un­glücklichen Entwicklung gelegen haben, die bei einer anderen Behandlung wir haben den Weg einer leicht herbeizu- ftihrenden offenen Aussprache im Reichstage un Auge un­schwer zu vermeiden war. Darauf wollen wir für jetzt nicht näher eingehen. Aber zu dem Vorwurf einer Illoyalität gegen den Kaiser liegt nad) unserer Ueberzeugung nicht der geringste Anlaß vor. An dem Sonnabendabend, wo die Aufsehen er­regende Nlltteilung derNorddeutsd)en Allgemeinen Zeitung" erschien, überbrachte sie uns ein Vertreter des Auswärtigen Amts in sorgenvoller Stimmung, indem er als einzige Bitte des Für st en Bülow zum Aus­druck brachte, die Person des Kaisers, wenn irgend möglich, ganz aus der Debatte zu lassen und die Kritik allein gegen die verantwortlichen Schuldigen, den Reichskanzler und das Aus­wärtige Amt zu richten. Wir haben also einen besonderen Grund, nach wie vor der Aufsassung dcs Abgeordneten v. Heyde- branb in seiner großen Rede beizupflichten, dcr als einmütige Auffassung seiner Fraktion bekundete, daß, wenn der Reichs­kanzler so gehandelt hat, wie er es getan hat, es aus keinem anderen Grunde geschehen ist, als weil er die feste, ehrliche und beste Ueberzeugung von seinem Standpunkte aus hatte,

tc ift, weil er in den 30 Jahren seines Bestehens nicht einem beunruhigenden Ehrgeiz seiner Teilnehmer, sondern den höchsten tulturellen Interessen, sowie der gesicherten und stetigen Entwicklung ihrer Volkswirtschaft freu gedient hat. Wit der größten Genugtunng wurde auch bei dcr Anwesen- hett des deutschen Reicliskan-lers in Wien neuerdings fest- bestellt, daß die Beziehungen der beiden Mächte nach allen Seiten hin normal und freundschaftlich seien. Die torau» entspringende gute Stimmung kommt der Bcurtei- !«ng der allgemeinen Situation zustatten. Die beiden Ver­bündeten 'falten nach wie vor an der Bewahrung des Status- iOUD im nahen Orient als Leitmotiv ihrer Politik fest, t«rs als wichtige Bürgschaft dafür betrachtet werden darf, tot auf einem alten Soraengebiete der internationalen M., Rofttü ferne neuen Verwiälungen die ruhige Ge,taltung

»2»« Ibec Tinge unterbrechen werden. Diese Hoffnung findet Wihre stärkste Unterstützung in der von den Jungtürken an-