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16.12.1909 Erstes Blatt
 
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Erstes Blatt

Donnerstag ll». Dezember 1909

L 59. Jahrgang

Nr. 5395

tri Sied'ner rlnzel-er etidjftni täglich, miBer KouniagL. - Beringen: viermal wöchentlich OithtnerZamilicnbläller, zivrnnal wöchenll.U'eir-. blalllUr den Uret5 Hieben (TieneingunMiieiian); zweimal monnil. tand» wlrilchaflllchesettfragen stenilprech - Anschlüße: fßt dre Redaktion 112, Verlag u. Expedition öl Adresse fflt Deoelchenr Anzeiger (Sieben.

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GlchenerNnzelgerW

politilcheu leü. August

General-Anmger fur Gberheffen

Annahme von Lnzetge» V T u. ilaild' und.G-nchlS-

Jg ltorationrdniS und Verlag der vrühl'fchen Unlv.'vllch- und Zteindruckeret K. Lange. Nedattion, LryedMon und vruckerel: 5chulstratze 7. A^^enleü-b'e»'" Bech

DLe heutige Nummer umsatzt 14 Seiten.

©Dftruftion im österreichischen Abgeordnetenhaus.

Im Wiener Abgeordnetenhaus herrscht noch keine Weh' nachtsslimmung, eher bas Gegenteil! Ten Herren Tschechen jjat es gefallen, in die Obstruktion einzutveien. und »vahr- »cheinlich stehen Slandalauftrittc nach berühmten Mustern bevor. Schon ist infolge von Stiinbgebungen gestern die Gallerte geräumt worden. Ter Tscheche Krularz hat es fertig gebcadjt, 12 Stunden zu reden !

Wien, 15. Tez. In ber l-entigen Sitzung des Abgeord­netenhauses werden einige Tringlichkeits -Anträge per handelt, deren von den Rulhcnm und iXn tsckxchisckMi Agrariern neuerdings eure ganze Anzahl eingebracht wvrdcn jind Als mit 3,30 Uhr nachmittags der Präsident die Sitzung aus eine Lmnde uuicrbreditii wollte, um den Abgeordneten Gelegenheit zur Teilnahme an dem Leichenbegängnis des Grasen Harrach yu geben, erklärte der Abgeordnete Seitz, die gegemvänige- Veschäitslage dulde eine derartige Unterbrechung nid>t. Tas Haus lehnte den Antrag des Präsidenten nrit 179 gegen 96 Stimmen ab.

Wien, 15. Dez. In der Begründung seines Dringlichkeit^ Antrages spricht der tschechische Agrarier Kvtlarsch schon sei t mehr erenStunden. Es bcifct, daß die Sitzung Tag und Nackü iiiumterbTOdien fortgesetzt werden soll, um die Verantwortlichkeit jener Parteien festzustellen, die die Arbeiten des Parlaments fjinbent. Tie arbeitswilligen Parteien haben beidylofien, Schid.ttvech'el einzufnhren, um die Besdstußunsähigkeft des Hauses dauernd aufrechtzuerhalten.

Wien, 15. Tez. (11 Uhr 30 Min. abends.) Die Ob­struktion im Abgeordnetenhanse dauert fort. Der tschechische Agrarier Kvtlarsch, her seine Rede um 1 Uhr nachmittags bo gönnen hatte, spricht noch immer.

Um 121/3 Uhr sielen von der ersten Galerie des Abgeordnetew- hauses Ruse gegen die Tschechen, welche daraus hin sttlr- misch die Räumung der Galerie DcriangtciL Als der Redner t<j spricht noch immer der Abgeordnete jttrtlarsch sich gegen die Einmischung der Galerie verwahrte und erklärte, erst nad) bereu Räumung seine Rede fortsetzen zu wollen, erfolgte unter großem Lärm des Hauses die Räumung der Galerie, Ito rauf Kotlarsch seine tschechische Rede fortsetzte.

Wien, 15. Tez. Heute nachmittag erschienen die Ob­männer derimDeutsch -nationalen Verbände ver­tretenen Parteien, ferner die Obmänner des sozial- demokratischen Verbandes, des Polenklubs, der Christlich-Sozialen und der Union Latina bei dem Ministerpräiidenten und erklärten sich übereinstimmend mit dem Plane emberftaubui, daß zur Abwehr der slawischen Ob­struktion vorläufig eine Dauersitzung in Aussicht zu neh­men sei, die bis zur Beendigung der Obstruktion, gegeben en-- falls bis zum 31. Dezember währen soll. Alle arbeits­willigen Parteien stimmten dem Beschluß der Obmänner zu und fetzten Ordnertoinitees ein, die darüber wachen sollen, daß die Schichtwedstel der Parteiuritglieder eingehalten werben.

(Eine LanöwirLschasifreundliche Ministerrede in Sachsen.

In der sächsischen Zweiten frommer hielt bei einer frei­sinnigen Anfrage über die Fleischteuerung der Staatsminister Graf Vitzthum zu Eckstaebt eine sehr bemertenswerle Rede, in der er u. a. zum Ausdruck brack)te, daß die deutsche Fleischerzeugung rod) einer starken Airsdehnung fähig sei, wenn die deutsche L-and- stnrtschast ihre Futlererzeugung steigerte:

Dresden, 15. Dez. Die Zweite Kammer »erbaiwelte in ihrer heutigen Sitzimg über die Freisinnige Anfrage, betreffend die Fl ei s chtcne r u n g. In seiner Begründung der Anfrage tewnte Abg. Koch (Frs. Vor ), daß zu der Fleifchteuerung auch die Brotteuerung hinzutomme. Tie Folge fei eine Unter ernährnng der Bevoliernng. Tie Landwirtschaft sei trotz alles Schutzes, den sie aus Kosten der übrigen Bevölkerung genieße, nicht in der Lage, so viel Vieh auf den Markt zu bringen, als für die Ernährung des Volkes notwendig sei. Tas wichtigste Mittel zur Abwendung der Fleisckttiierung sei die O e s f n u n g der Grenzen: vor allem gegenüber Tänemark und Amerika, natur lich unter Beobachtung aller gebotenen veterinären polizeilid'cn Maßregeln. Taneben bedürfte es einer Ermäßigung der Ge- treidejöl!: und einer Herabsetzung der Futtermittelzölle. Würde die sächsische Regierung in dieser Beziehung vorgehen, so würde lic das ganze Volk ebenso hinter sich haben, wie neulich gelegenp- lid) der Denkschrift über die Schiffahrtsabgaben.

Staatsminister Gras Vitzthum zu Eckst aedt wies in Erwiderung an der Hand von statistischem Material nach, daß eine Biehteuerung, soweit Rinder und Schafe in Frage Cämen, mdyt bestech'. Rur die Schwei nepreife hätten sich aus der Hölie von 1906 erhallen, dagegen seien die Fleisdzpreise der Bewegung der Viehpreise nicht überall gefolgt. Tas liege zumteil an dem zähen Festhalten der Fleischer an den einmal er­rungenen hohen Fleischpreisen und an der Ausbil­dung des Zwischenhandels. Dre Erzeugungskosten des Fleisches seien in -freiem Wachsen begriffen, bei den Landwirten infolge des Umstandes, daß sie teuere Kraft- tuttermittel veriornden mässen, um der Nad>frage nach besserem Fleisch zu genügen, bei den Fleischern infolge höheren Aufwendungen für die Ausstattung der- Läden usw. Vor allem aber werde das Fleisch verteuert durck) den Zwisdwnliandel. Diesen zu beseitigen wäre allerdings verfehlt, nur müsse der Zwischen­handel aut ein vernünftiges Maß rnrückgesührt werden. Tas Fleisch werde; ferner verteuert in den Städten durch die Schlachthch gebühr, ob die Städte zu diesen Abgaben ein Recht hätten, wolle er nicht untersudien, nur dürfe man die teueren Fleischpreise dann nicht den Landwirten in die Schuhe schieben. Als Maßnahme gegen die Fleifdsteuerung empfehle er in erster Linie den Weg der Selbsthilie und zwar durch den g-enossenschast- lichen Vieheinkauf und Viehverkauf. Es sei möglich, daß Teutsch- land sich vom Auslande unabhängig madje, nur müsse unsere Landwirtschaft in die Lage versetzt werden, die nötige Futter- mengv selbst au erzeugen. Ter Minister betonte hierbei im Hinblick auf das Verhältnis zu Amerika, daß wir diesem Lande gegenüber nicht den letzten £rümpf aus der Hand geben sollten. Tie ge­forderte Aushebung der Grenzsperre würde nur bedeuten, daß die Viehbestände der Seud-engefahr schutzlos preisgegeben würden, und cs würde eine noch größere Steigerung der Fleischvreise eintreten. Unsere Fl e i s ch e r z e u g u n g sei einer ftarkenAu s- dehnustg fähig und es icerbe auch in Zukunft möglich sein, dem gesteigerten Bedarf zu entspred-cn, nur müsse die Viehzucht in die rechten Bahnen geleitet luecbcrt Tie deutsche Landwirtschaft müsse ihre Futterer^eugung steigern. Ter Minifter sdchoß: Nach alledem erblickt die sächsische Regierung m einer verständnisvollen stetigen Förderung der landwirtschaftlichen Viehzucht das natür­lichste und sicherste Mittel, die Fleisd/preise so zu gestalten, daß dem Gewerbe ein angemessener Verdienst wird, ohne daß der Verbrauch übermäßig belastet wird.

Das pluralwahlrecht und die Stadt Giegen.

Wir erhalten folgende interessante Zuschrift aus Gießen:

Nach dem Pluralwahlrecht sollen wahlberechtigte Per­sonen, die daS fünfzigste Lebensjahr vollendet haben, zwei Stimmen abgeben dürfen. Es dürfte nicht ohne Interesse fein, zu wissen, um wieviel Personen es sich hierbei handelt. Bei der letzten Landtagswahl (28. Oktober 1908) waren

wahlberechtigt. 2 v 8 0 Per fonen- Davon waren 1017 fünfzig und mehr Jahre alt: also mehr als ein Triltel der Wahlberechtigten. 31 Proz., wird in Zukunft das Toppelwahlrecht haben. Tiefer Prozentsatz ist jeden­falls größer, als man allgemein angenommen hat. Tas Pluralwahlrecht kann also das Wahlresultat ganz e.h blich verschieben, zumal in der lohnarbcitenden Klasse nnzwetsil- haft ein viel getingerer Prozentsatz von Fünfzigern i|t, als bei andern Klaffen. ________________ M &

Die Einigung der £in!slibcrakiL

Berlin, 15. Tez. Ter Viere rausschuß der links­liberalen Fraktionsgemeinschast stellte den Entwurf des Einigungsprogramms und desOrganisal onsst0t>.ts mil den be,onderen Uebergangsbestimmuiig. n jerüg Der Entwurs, von dem der Fraüwnsgemeinsd)ast Stviuunte ge­geben worden ist, gehl ttunrnehr an die ein^-lncn "Partet- instanzen, wird aber alsbald veröfsentlicht nxrixm. Als Name der geeinigteip Partei schlägt der Vtererausichuß vor: Deutsche freisinnige V o l l S p a r t e i".

Die Parteiversd-melzung dürste damit in greifbare Nähe gerückt sein. __

Englische Räubergeschichten.

Welche plMn taktisch en Lügengeivebe im englischen Wahl­kampfe von den K'oitserva.iven über die du scheu Absicht en gertährl werden, bemeijen wieder einmal die joigenben Mit­teilungen:

London, 15. Dez. In einer Rede in Boston erklärte Dr. Lunn, daß er wünsche, die Haltlosigkeit der kürzlich ver­öffentlichten Angaben darzutun, daß man aus jedem Sch re der deutschen Marine allnächtlich ben TrinlsPrttch ausbringe: Auf den Tag, an dem die deutsche Flotte die englische in der Nordsee besiegen wird!" Im ver­gangenen August, sagt Tr. Lunn, habe er die Ehre gehabt, an Bord derDeutschland "mit dem Prinzen Heinrich zu trübltüden. Bei dieser Gelegenheit habe er die Geschichte von dem Toasts als in England allgemein verbreitet, erwähnt. Hierauf habe Prinz, Heinrich auf das Energischste erklärt, die Gefckstchre sei nicht nur unwahr, sondern solch ein Vorgang sei in der deutsche Marino einfad) undenkbar, und jeber Offizier, der einen der­artigen Toast Vorschlägen sollte, würde sofort auf das strengste bestraft werden. Dr. Lunn führte sodann aus, es wäre auch un­faßbar, daß eine berartige tägliche Gepflogenheit in der deutschen Flotte bestehen sollte, ober, wenn der angeführte Toast wiillcch häufiger gehalten würbe, baß er bann dem Prinzen Heinrich nickst: bekannt wäre. Eine solche unerhörte Unwahrheit zur Verhetzuisti zweier Völker sei ein Verbrechen gegen die Zivilisatton.

Hieraus verlas Dr. Lunn folgendes Telegramm des Prinzen Heinrich:Einverftanben in jeder Beziehung, ab­gesehen davon, daß dieDaily Mail" die deutsche Marine, bet ich bie Ehre habe, aneugeboren, aufs schwerste beleidigt hat, kann ich nur feststellen, daß der Geist in unserer Marine einen solchen Gedanken oder solche Handlung verbietet, die, wie Sie sagen, eine unsinnige Lüge von Anfang bis zu Ende ist. Wir achten mib schätzen untere Kameraden der englischen Marm. und wir sind stolz daraus, mit ihnen in freundschaftlichen Beziehungen zu stehen."

Aus London wird weiter gemeldet: In einer Ver­sammlung des Exekutiv-Ausschusses des englisch-deut­schen Freundschaftskomitees tourt-e am Mi twoch eine Entschließung angenommen, in welcher die Versamm­lung erklärt, sie fei über die von dem Journalisten Blatch- sord vor einigen Tagen in London veröffentlichten bösarti­gen Artikel peinlichst berührt. Tie Versammlung erhebe gegen einen durch nichts veranlaßten Angriff auf einen

lUcencs HerrMeton

der Welt mich ein uminnqreifbe5 fxresfoqemälbe von ferner Hand

Ter üanchsiscbe Unterftnntsfehetnr der ictwnen Riinfte

nrr h fw li ---- mir llick Deluna ene^Sch^.^ j (Renten. Ter ftanzöstsche Nnterstaatsfekretär der idionen Äfinfte

rur bie Enahrung gesronnen daß auch gani über-' hat Rodin den Auftrag erteilt, einen de> großen Säle des tunf-

toHEommen ihre Wirkung verletzten, wenn |ie ui uvt- '

mäßiger Anhäufung dasselbe Thema behandeln. Eine ähnliche Erscheinung macht ftch auch neuerdings in unserem Zeitschriften­wesen bemerkbar. Es gewinnt fast den Eindruck, als wenn poli­tische und auch künsllerische Zeitt'chriften sich gegenseitig den Rang ablaufen wollen, wer die originellste und manchmal sonderbarst.- Spezialnummer" hervvrbringen kann, frunstzeitschriften wird man es gewiß nicht Serargen, wenn sie Sondernummern vom Früh­ling ober über besondere Gegenden ober Kunstrichtungen bringen, wenn sich auch hierbei gelegenttich Einseittgteit -eitzt. Um vieles stärker tritt biese jedoch in den politisch-humoristiichen Wochen­schriften hervor. Statt der sonst ganz vergnüglichen Mannig- faltigfeit versucht man irgendein besonderes Gebiet humoristtsch auszuickstachten, indem mit mehr oder minder Glück und Ge­schicklichkeit in einer Nummer fast ohne Ausnahme alle Scherze, alle billigen Ausfälle auf dies eine Thema beschränkt werden, das man sich nun einmal vorgenommen Hot. Es ist geradezu ttankhaft, wie sich diese Blätter abauälen, um etwas ganzSpe­ziales" zu finden. Auw-, Bade-, Faschings- und HundstagS- Numrnern läßt man sich noch gesallen, aber es ist eine auifallrnbe Geschmacklosigkeit, wenn die Witzblätter auf ihrer Suche nach ge­eigneten Objekten sogar darauf verfallen, die einzelnen Enverbs- stände unter ihre Lupe zu nehmen. Das neueste ist eine Spezial- rtummerUnsere Aerzte", die ein Muster für den falschen Weg ist, auf den diese Blätter geraten sind. Außerdem ist kaum an- zunehmen, daß diese Art der Rcdiaierung zum Erfolg und zur größeren Verbreitung führt. Im Gegenteft, wer einmal versucht hat, eine solche Spezialmrmmer von vorne bis hinten zu lesen, auf den hat sicher die Gleickmrttgkeit der Scherze ermüdend ge­wirkt, so daß er das Blatt unbefriedigt und gelangweill beifeite legt.

C. K. I e in e n c e a u au* der Vortragsreile. Wie ans Varis belichtet wird, wird (S lemeiiceau, der Eroremiermmister, int nächsten Sommer eine große Vortragsreise unternehmen, die ihn nach Südamerika enthlhien wird. Er io(l in Brasilien, Argentinien und Ihiiquat) Vorträge halten und dast'ir bie stattliche Sunnne von nahezu 100 000 Mk. als Honorar beziehen.

Tas tätowierte Auge. In der Klinik der medi- ziirischen Fakultät von Philadelphia hat Dr. Webster Fox, der Professor für Augenheilkunde, eine eigenartige Operation zum erstenmal vollzogen: mit seck>s Nadeln, Tinte und Pflanzensaft tätowierte er aus dem blinden Augapfel eines jungen Mädckrens, der von einer einfarbig weißen Substanz bedeckt war, ein ^regel­rechtes Auge. Tr. Fvx erklärte nach bet Peration, daß eine solche Tätowierung nur sehr selten möglich sei, da es kaum vor- käme, daß der Augapsel einer Blinden sich in einem Zustand be­finde, der die Operation zulasse.

C. K Ein Fresko von Rodin. Aus Paris wird be richtet: Kobin, der große Meister des Meißels, wird binnen kurzem

Wiesbadener Museums neu bau. Zu der Frage des so notwendigen Museumsneubaues in Wiesbaden werden jetzt von der Stadt folgende Vorschläge gemacht: 1. Zur Ausnahme bei nassauischen Landesbibliolhct einen Neubau auf den beiden an der Rheinstraße gelegenen Piittelplätzen des Gelanbes der früheren Lrtilleriekaserne zu errichten. Die Baukosten finb aus 4o0 000 Mk veranschlagt. 2. Zur Aufnahme ber Gemäldesammlung enten Anbau an die alte Kolonnade zu errichten in Form eines Erb- aeschoßgebäudes ^Baukosten runb 370 000 Mk.) Für die ^amnt- (ungen des Museums für nassauische Altertumskunde unb Ge­schichtsforschung und des naturhistorischen Museums soll aus dem (Mänbe bes ehemaligen Lubtrigbahnhofs ein ent,preckiender Neu­bau errichtet werben. Bei Genehmigung der Projekte durch bie Stadtverordneten soll mit dem Neubau ber Gemäldegalerie und ter Larckesbibliothek unverzüglich begonnen werden.

Ter Streit um die Lrchutzsrist. Noch immer fcügt in literarischen, s.ünstlerischcn unb buchchändler-ischen Krersen der Streit um bie Frag' hn unb her, ob bie bestehende drertzis^ ichrigo Schutzfrist tür Werke ber Literatur und Kunst auf^oO Jahre verlängert werden solle ober "icht. Zm neuesten lariidjen Echo" werden eine Reih: gutachtlicher »u

Liefern Gegenstände initgeteüt, aus denen hervorMt, MB ow tienuäTtigenbe Mehrheit der schauenden frunstler ft ibn lur bie Lrcißigjätzrigv und gegen die füuRiglahnge ^cputzsrist stimmt, -für bie Verlängerung treten u a. nur Richard Deimel. » 5). Ewers, Ludwig Fulda, Paul Vevsc, Gerhart -^uptmann, -Ermann Sudermann ein. Aus Der ö^lfr ber Anttoorten die ler Musikschriftsteller Albert Friedenthal geiammcü hat und am eingangs ermähnten Orte teilroeiie im WortlMil mitteut, im rur der waiiienb: Satz WMelm R a.a b e ^> wiedergegebcn.Wer in ber Gesellschaft, in der Presse, in o.uentlVerhandlung mer tar im Reichstag Dafür stimmt, daß die ^uKnst st» ÄerL ter Literattir, ber bildenden -stünste ober der Musik nach dem Tode ber Urheber von dreißig Fahren aus mnizig dahre ländert werde, macht sich einer schweren Versündigung rn seinem Volke schuldig!" <m. -. , . ,-x -t»

DieSpezialuummer" Mir nel, so schreibt em Mitarbeiter derWluischati Zeitung", kürzlich cm Buch in b Lände: die 500 besten Witze aus alter unb neuer Anfang stand ein Inhaltsverzeichnis, wonach die Witze m Gruppen k-ordnet waren: Kinderwitze, Leiitnantswitzc, die^Schutt, der Lehrer, bas Auto usw. Ta durch das Buch m der Ölleitung ßröhliche Stunden in sichere Aussicht gestellt ^orerttmachtt i 1 riich daran und begann hei Kinberwitzen, von denen etwa -sm vorhanden waren. Daim kamen etwa 70 - h

ech aber im nächsten Kapitel einige 80 Automobilwitze vor m ^^Y, terfagte mein Mut. Don Erhettl

ttflen 9uxeniburg-Aiuseiims, das in den Räumen des alten Semi­nars von Saim-Sulpioe feinen Platz finden wird, mit Fresko­malerei zu schmücken. Die kürzlich in Paris ausgestellten Zeich­nungen und ÄquareUe Rodins, die eine überraschende Verwandt- schalt nut altertümlichen Wandmalereien zeigten, haben den Unter» staatssekretär ber schönen Künste veranlaßt, dem berühmten Bild» bauer biefen Anstrag zu erteilen, der 9tobin zivingen ivirb, seine Ruiift einmal mit dem Pinsel und aus bet Flache zu bewähren.

C. BL Der Ring b e 5 Ramses. Aus Paris wird be­richtet: Für das Mnseiun touinet hat fein (Ärünber unb Veiler weben em kostbares ägyvtisches Schiiuickstück enuorben, ben Ring Kami es II., bes groben Herrschers ber 19. Tqnaüie. Ter Ring wurde in seinem Grabe aidgefunben und bisher in Grenoble auf- beioahrt, wo ibn M. Guinet in ben letzten Tagen gekaust hat ES ist em bider Sarneelnng mit einem rechteckigen Ringkasten, ber von einem Golbblatt etnqefaüt wirb. Zivei Romen finb in Viero- lneben eingesch,ulten, ber Vorname des Herrschers selbst und dar Name einer leinet Frauen.

Der geplagte Seebär. ES ist ein harter Beruf, als Kapitän einen der großen ttaiisatlantischen Pasfagierdampser zu leiten: das Amt fordert einen ganzen Mann, denn der Kapitän muß nicht nur ein erfahrener, entschlossener unb tat­kräftiger Seemann fein, er muß auch bie Gebulb eines Lammes haben und die Liebenswürdigkeit eines galanten Salonlöwen. Tenn es scheint, daß es keine anspruchsvolleren Menschen gibt als die ttansatlantischen Tampftrpassagiere. Ein alter Kapitän hat sein Herz einem Mitarbeiter der Westminster Gazette aus- geschüttet und dabei gesckÜdcrl, wie er manchmal ost Tage laug seine frabine nicht verlassen habe, nur um dem ewig sich gleichbleibenden Kreuzseuer von Fragen zu entgehen, die die Passagiere unsehlbar an ben Kapitän stellen. Es sinb immer bieselbon Fragen, bie ewig wieberkehren, nur acht ober neun, aber man hört sie so oft daß selbst bie Wiberstanbskraft bes ältesten Secbärs schließlich erlahmt. Zu ben ewigen Fragen gehören:Haben Sie ein­mal Schiffbruch erlitten?"Gibt es in biefen Breiten Wal­fische ?"Wieviel Trinkgelb gibt man dem Steward?" Wie oft haben Sie ben Ozean überquert ?"Was ist bas beste Mittel gegen Secttankheit?"Entsinnen Sie sich meines Vetters, ber vor so und so viel Jahren aus Ihrem Schiss die Uebersahrt machte?"Ist es wahr, daß Sie so viel von Pafsagieren mil dummen Fragen belästigt werden?" Aber bie gebräuchlichste Frage, bie immer wiebcrkehrt, bas ist bvch bie: Welches ist von bieser Stelle aus das irächste Land?" Als bei Kapitän diese interessante Frage am selben Tage glücklich fünfzigmal beantwortet hatte, riß ihm bei einer Dame bie Gebulb unb er antwortete zwar höflich, aber t>od> voller Bebeu- tiuig:Gnäbige Frau, bas nächste Lanb von hier ist der Grunb beS Meeres." Die betreffende Dame stellte fortan keine Fragen mehr.