Donnerstag 26. August 1909
Nr. 199
Zweites Blatt
159. Jahrgang
tzrschetnl täglich mit Ausnahme des Sonntags.
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Landwirtschaft
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- N^^ränkt baft bon einemStraf" Gute Landwirlschaitsjahre - schlechte Bienenjahre, stimmt wieder, m einer We se emgeschrankt, daß von einem onemumen^rras. bft§ Auswintern des Wintersamens ging die Frühjahrs- ?fr h??^^irfehten^ftatt fo daß leicht die Meinung ent- Haupttracht verloren. Die Sommertracht zur Zeit der Weißklee- Ln^ann^dkb°Vr"mit W-Li Vg°m°ss°/!S, ‘ttnfa °-rwr°ch B-Ii-run«. br°ch-° n- m.ch, °b°r dann war es aus
§ Aus dem Vogelsberg, 25. Aug. Für den Bienenzüchter ist der Jahrgang kein besonderer, vielmehr ein schlechter.
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts - Buch- und Steindruckerei.
R. Lange, Gießen.
Nicht aus technischerUngeübtheit, sondern weites ihm widerstrebte, eine Geschichte mit äußeren Mitteln auszustatten, von der er hoffte, daß sie ohne alles Getue wirken werde, lediglich auf Grund der menschlich großen Töne, die hier angeschlagen werden. Dann ein paar Gedichte heiteren Inhalts: Die Ballade in U-dur, Die Laterne, Das Mädchen. Die Wirkung war geradezu suggestiv, freudespendend, lebenweckend. Und das ist es doch, was uns besonders not tut: ein lebensfrohes, widerstandsfähiges Geschlecht von Jünglingen und Mädchen, Männer und Frauen.
Am nächsten Tage waren wir bann zum erstenmal zu- sammen. Auf Liliencrons Veranlassung hatte ich eine Einladung zur Villa des Herrn S. erhalten, wo der Dichter abgestiegen war. Die Begrüßung war überaus herzlich, und bald plauderten wir wie alte Bekannte. ES belustigte Liliencron, daß wir alle ihn uns größer vorgestellt hatten, und selten habe ich ein so jugendlich frisches Lachen gehört wie von diesem Sechziger. Bei aller Vornehmheit war Liliencron immer einfach und natürlich, niemals den Dichter herauskehrend, nie das individuell Menschliche verbergend. Wie er in der sieghaften Kraft seiner Dichtungen immer seine Persönlichkeit bekannte, so gab er sich auch in unserem Kreise ganz als Mensch; als Offizier, Baron und Junker; und je länger wir in seiner Nähe weilten, desto mehr wuchs er aus seiner Umgebung heraus. Nie kam eine inhaltlose Redensart über seine Lippen, und sein klares blaues Auge war der treue Spiegel seines großen Herzens. Liliencron nannte sich scherzhaft einen commis voyageur en" lyrique. Wir lachten und empfanden doch alle den tiefen Ernst, der hinter diesen Worten sich verbarg. Wir wußten, daß er nicht zum Vergnügen reifte; wußten auch, daß nicht der Ehrgeiz ihn forttrieb aus seiner stillen Welt, sondern die Liebe zu den Seinen und die Sorge des Vaters.
Vor zwei Jahren ehrte Liliencron mich in Dortmund durch seinen Besuch. Heute, wo ich naffen Auges in seinen von überschwänglicher Freude getragenen Briefen blättere, lebt die Erinnerung an jene Zeil mit hellen Lichtern in mit auf und ich empfinde so recht dankbar den Wert des herrlichen Geschenks, das dieser Mann mir mit seiner Freund-
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul» straße 7. Expedition und Verlag: 51.
Redaktion: ^-^112. TeU-Adr.: AnzeigerGießen.
mit der vonigtrachk. Tie Linden biüblen sehr schwach und homgien nicht; ebenso nicht bie zweite Weißkleeblüte. Ueberhaupl hatten alle Blüten des Sommers Homaarmut. Troß bieicm geringen Honigergebnis hat etz aber sehr viele Schwärme gegeben, dabei außergewöhnlich späte, noch zu Ende Juli. An Völkern fehlt c3 auf den alten Ständen nicht. Dazu sind neue Stände errichtet worden. Ein reiches Schivarmjahr führt Nets der Imkerei neue Freunde zu. Run gilt es, die Völker, die fast ausnahmslos nicht genügend Winteroorrat eintragen konnten, für die Turchivintcruug gehörig oorzubereuen. Es muß also unbedingt Nollutter gereicht werden. Dazu ist jetzt die beste Zeit. Je früher, desto besser. Dazu gebe man feinen Völkern aber auch das sich als bellen Ersatz für Bienenhonig bewährte Futier, den Fruchtzucker (Frankfurt a. Dl.). Wer diesen Fruchtzucker seinen Völkern letzt reicht, wird sie stcher durch den Winter bringen.
Die „Wefreiitr Zamilienblätter" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das „XreUblatt fflr den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seil» liegen“ erscheinen monatlich zweimal.
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ganzes Volk hat aber ein berechtigtes Interesse zu erfahren, wie die Militärrechtspflege gehandhabt wird.
Das gesamte Ehrengerichtsverfahren bedarf einer grundlegenden Aenderung. In seiner jetzigen Form entspricht es nicht mehr den modernen Anschauungen. Seine Ausdehnung aus die verabschiedeten Offiziere ist ein Unfug, der so schnell wie möglich be- eitigt werden müßte. Dringend wünschenswert wäre es, wenn der mittelalterliche Ehrenkodex, wie er zur Zeit noch besteht und zu den Duellen führt, die so oft einen tödlichen Ausgang haben, beseitigt würde. Es ist auch nicht einzusehen, weshalb unser Osfizierkorps nicht auch ohne die Duelle bestehen und seine Ehre wahren könnte!
Ties sind nur einige wenige Punkte, auf welche der neue Kriegsminister seine Tätigkeit zu richten hätte, und bei denen das gesamte Volk dringend eine Abänderung und Beseitigung alter Mißstände erwartet und erhofft. v. S.
Var man von Herrn von heeringen erwartet.
Zahlreich sind die Wünsche und Hoffnungen, die sich mit dem Wechsel in der Person des Kriegsministers verbinden. Er findet ein reiches Feld der Tätigkeit vor. Weite Kreise unseres Volkes hoffen und wünschen, daß endlich einmal eine Persönlichkeit an die Spitze der Militärverwaltung gelangt, die bestrebt und bemüht ist, die modernen Forderungen zu erfüllen und die Konsequenzen aus dem Charakter und Wesen eines Volksheeres zu ziehen.
Die erste Forderung ist die nach Sparsamkeit. Ein großer Teil unserer Finanzmisere ist durch die Nichtachtung dieser Forderung entstanden. Keine Vermehrung des Heeres, keine neue Organisation, feine neuen Einrichtunaen, wenn nicht Deckung für Oie dadurch entstehenden Kosten nachgewiesen und gesunden ist! Dies ist um so wichtiger, als unser jetziges Quinguenat in Kürze abgelaufen ist und schon jetzt allerlei Nachrichten über Neuforderungen durchsickern, als da ist: Neubildung eines Armeekorps, Vermehrung des Trains und der Fußartillerie, vermehrte Ausstellung technischer Truppen, anderweitige Organisation der Feldartillerie u. a. m. „Landgraf werdet hart!" möchte man dem neuen Kriegsminister zurufen, wenn die verschiedenen Waffen- Hefs mit ihren Forderungen an ihn herantreten.
Es gilt aber nicht nur neuen Forderungen rechtzeitig ent- gegeniutreten, sondern auch in den bestehenden Verhältnissen die notwendige Sparsamkeit einzuführen, die noch vielfach mangelt Dazu gehört die Abschaffung überflüffiger und zum Teil sehr hochbezahlter Stellen, wie z. B. der des Gouverneurs von Berlin mit seinem Stabe, der Kommandanten offener Plätze, des Inspekteurs der Jäger und Schützen, des gesamten Feldjägerkorps usw. Wie ost ist schon auf diese Punkte hingewiesen worden, leider bisher immer vergebens! Auch die Rationsfrage bedarf noch der Regelung. Bei den höheren Stellen kann die Zahl der Rationen unbedenklich verringert werden. Jedenfalls sollen Ra- tionen nur für die wirklich gehaltenen Pferde geliefert werden und nur in natura, eine Auszahlung in Geld sollte unter allen
Ausland.
In Wien, an unterrichteter Stelle, werden alle Gerüchte über eine angeblich für dieses Jahr in Aussicht genommene Begegnung des Kaisers Franz Josef mit dem Zaren als gegenstandslos bezeichnet.
Das tschechischeBürgermeisteramtinTreb- nitz untersagte die Wiederanbringung des preußischen Adlers an dem neu hergestellten Denkmal der 1866 in Trebnitz verstorbenen preußischen Soldaten. Das alte Denkmal war im Vorjahre durch fanatisierte Tschechen zerstört worden.
In Innsbruck wurden zwei Anarchisten verhaftet.
In Barcelona wurden 16 Urteile gegen Revolutionäre gefällt, die auf lebenslängliche Zwangsarbeit lauteten.
Der dänische Folketing hat die Beratung über die Landesverteidiaungsvorlagen wieder ausgenommen. Ministerpräsident Gras Holstein führte in seiner einleitenden Rede aus, daß es notwendig gewesen sei, zwischen den verteidigungsfreundlichen Gruppen des Hauses eine Uebereinstimmung zu erzielen. Aufgabe des Ministeriums sei es, diese Vereinbarung durchzuführen. Die Vorlagen könnten mit zwei Worten d>arafterifiert werden: Niederlegung der Kvpenhagener Landbefestigung und Schaffung einer wirksamen Verteidigung der Neutralität Dänemarks, die es dem Staate ermöglichen würde, dem Auslande gegenüber loyal seine Pflichten zu erfüllen, falls es zrvischen zwei anderen Mächten im dänischen Fahrwasser oder an der dänischen Grenze zu einem Kampfe kommen sollte.
Erinnerungen an Detlev von Liliencron.
Von Fritz D r o o p.
Es war im Jahre 1904. lieber Deutschland ging eine Welle der Begeisterung; man feierte Detlev von Liliencron, den Sechzigjährigen, der alle seine Freunde in Apoll durch bie Sonnenstärke seines goldenen Herzens und die unermetz- liche Fülle feiner Lebenskraft überstrahlte. Ich war damals Lehrer in einem kleinen Orte Westfalens, dessen idyllische Stille mich lockte, mancher verborgenen Quelle nachzuspuren; hier lernte ich auch den Jungbrunnen der Liliencronschen Gedichte und Novellen kennen. Als nun der Tag heran - nahte, an dem der Dichter seinen 60. Geburtstag feierte, da glaubte ich meiner Dankbarkeit und Verehrung m einem von heißer Liebe diktierten Zeitungsartikel über ben Dichter des .Poggsred" Ausdruck geben zu muffen. Eine allzu liebenswürdige Antwort Liliencrons war dann das erste Siegel eines Freundschaftsbandes, das nun für immer zwischen uns bestand.
Mehr als je lebt heute in mir die Erinnerung an die unvergeßlichen Tage auf, die ich mit Liliencron zusammen verleben durste. In Barmen hatte man eme .Literarische Gesellschaft- gegründet, und Detlev von Liliencron war der erste, um den sich die neue Gemeinde versammelte. Man schrieb den 17. Dezember 1904. Schon "ne Stunde vor der festgesetzten Zeit zog man in großen Scharen nach dem neuen Realgymnasium in der Sedan,trotze, und je naher der Zeiger der angesetzten Stunde rückte, desto größer wurde das Gedränge in den Korridoren des Gebäudes. Die Aula bot ein buntes, volles Bild; selbst an den Wanden entlang standen die Zuhörer. Hier und da blätterte em Jüngling oder ein kleiner Backfisch in der .Bunten Beute o er en „Kriegsnovellen", die sie mitgebracht hatten, um auch a- durch ihre Begeisterung für den geliebten Dichter zum 11 9 druck zu bringen. Endlich trat der Gefeierte in ben Saa, von dem vielhundertköpfigen Publikum sudelnd egrutz . Dann las er. Erst die Skizze „In der Mittagsstunde, . Schlicht und einfach stoffen seine Worte dahm, ohne allepo,e, und alle Mittel einer raffinierten Rezitationskunst verschmähen .
Airche uttö Schule.
B. Tckanatssynodc. Die Synode des Dekanats Gießen wurde gestern morgen um 9 Uhr in dem Konfirmandensaale der Jol)aniieskirche hier eröffnet mit einer von Pfarrer! Schmaltz Beuern im Anschluß an 2. Kor. 3, 18—1, 1 gehaltenen Aufpralls, die den eigentlichen Wert und die eigentliche Ausgabe der Landeskirche und ihrer Aemter zum Inhalte hatte. Nach kurzen Begrüßungsworten durch den Vorsitzenden Dekan Strack wurden Pfarrer Weber-Langgöns und Rentner Kitz-Gießen zu Schriftführern gewählt. Der Bescheid des Großh. Obeikonsi- storiums auf die Beschlüsse der vorjährigen Synode lmitct zustimmend. Zu dem gedruckt vorliegenden Bericht des DeinnatS- ausscknisses über das Jahr 1908, der ein ausführliches Bild der Tätigkeft dieses Ausschusses gibt, werden Bemerkungen nicht gemacht. Wir entnehmen ihm folgende kurze, allgemein wisset tswerte Angaben: Die Seelenzahl der 20 Pfarreien betrug 59 477 Seelen. Von der Landeskirche getrennt leben 274 Personen. Der Kirchen- bcsuch beträgt 22,75 Prozent bei Erwachseiren, 16,77 Prozent bet Kindern, die Gesamtzahl der Abendmahlsgäste 65 Prozent der Vevölkermrg, bei beiden ist eine geringe Zunahme zu konstatieren. An milden Gaben gingen durch die Pfarrämter 100 657 Mark ein, hauptsächlich durch Wohltätigkeitseinrichtungen in Gießen verursacht. Den Bericht über die Tätigkeft des Dekanats-Erziehungsvereins erstattete Pfarrer Weber-Lairggons-, über den Fortschritt der Arbeit für die äußere Mission berichtet Pfarrer G u ß m a n n - Kirchberg, über den Gustav Adolf-Verein Pfarrer Gomb el-Reiskirchen, über den Evangelisck>en Bund Pfarrer H epd sing--Hausen. Darauf erstattete Pfarrer Schwabe-Gießen ein ausführliches Referat über den Stand der Dekanatskrankenpflege, die sich nach wie vor gut entwickelt hat. Ten Hauptvorttag hielt Pfarrer Gußmann-Kirchberg über die Frage: Was geschieht inib kann geschehen zur Belebung des Mission sintere sses in unseren Gemeinden? Seit Gründung der Hessischen Missionskon- feren-, im Jahre 1902 ist eine vrerkliche, allgemeine Steigerung! der Leistungen für die äußere Mission zu beobachten. Trotzdem muß das Gefühl für die Missionspflicht mehr Allgemeingut der Genieinden werden. Dies muß versucht werden durch Einwirkungen sowohl auf die Jugend in Religions- und Konsirmanden- unterricyt und in der Kälechismuslehre, wie auf die Erwachsenen in Predigt, Missions- und Bibelsttinden, durch Gründung von Missionssammelvereinen u. a. m. Der eingehende, eine reiche Fülle von Anregungen bietende Vortrag fand den lebhaften Beifall der Synode. Der hierauf von demselben Redner eingebrachte Antrag betr. Reform der Svnntagszeichenschule wird einftinrmig angenommen. Der Antrag lautet: „Die Synode begrüßt dankbar die Absicht Großh. Regierung, einer Reform der Sonutagszeichenschule, sowie einer damit verbundenen schrittweisen Verlegung dieses Unterrichtes auf einen Wochentag näher zu treten. Sie ist überzeugt, daß eine zeftgemäße Aenderung nicht nur zum Wohle von Schülern und Lehrern, die Anspruch auf einen Sonntag naben, crusschlagen wird, sondern auch letztlich zum Wohle des Hand- werkerstandes selbst. Sie bittet, durch 'keinerlei Agitation sich ron dieser notwendigen Turchfühnmg abhaften zu lassen." Zum geistlichen Abgeordneten des Dekanats zur Landessynode wurde der seftherige Abgeordnete Kirchenrat D. Schlosser Gießen, zum wcftlic^n Geh. Forstrat Prof. Dr. Wimmenauer - Wiegen gewählt. Als Ersatzmänner Pfarrer Schwabe-Gießen und Alt- bürgermeister Kreiling-Heuchelheim. Nacktem der Vorsitzende allen beteiligten für ihre Mftwirftmg gebanft und das Protokoll verlesen worden ist, wird die Synode mit einem von Pfarrer Groth- Nödgen gesprochenen Gebet geschlossen.
von der Zimstensprache.
Auf die Frage: wer ist Jurist? schreibt Alexander Mosz- kowski in seiner neuesten, von uns bereits beiprochenen, nicht gerade geschmackvoll betitelten Sammlung „Stuß im Jus", die im Verlag der Lustigen Blätter erschienen ist, folgende launische Antwort: Juristen sind wir alle, du und ich, deine Verwandten und meine Freunde, die Menschen als solche, die, mögen sie sein und treiben, was sie wollen, von der Wiege bis zur Bahre nicht aus den juridischen Fängen heraus können. Selten ist die persönliche Berührung mit dem Jus angenehm. Test» erfreulicher und amüsanter wird es, wenn wir einen Standpunkt gewinnen, der uns die Beobachtung der juridischen Mitmenschen ermöglicht: all bet anderen, die im Nebel des Rechts- und Unrechtslebens mit so groteskem Gebaren umhertaumeln.
Wir geben im folgenden einige sprachliche Ungeheuer und Entgleisungen aus dem vergnüglichen Buche wieder:
Was i st e i n e Eisenbahn? Definition des Reichsgerichts (Entscheidungen Band I Seite 252;: „Eine Eisenbahn ist ein Unternehmen, gerichtet auf wiederholte Fortbewegung von Personen oder Sachen über nicht ganz unbedeutende Raumstrecken auf metallener Grundlage, welche durch ihre Konsistenz, K'on- struktton und Glätte den Transport großer Gewichtsmassen, beziehungsweise die Erzielung einer verhältnismäßig beoeutenbert Schnelligkeit der Transportbewegung zu ermöglichen beitimmt ist und durch diese Eigenart in Verbindung mit den außerdem! zur Erzeugung der Trans Port bewegung benutzten Naturtrüsten (Dampf, Elektrizität, tierischer, menschlicher Äduskeltätigkeit, bei geneigter Bahn auch schon der eigenen Schwere der Transportgefäße und deren Ladung usw.) bei dem Betriebe des Unternehmend
Eichener Anzeiger
General-Anzeiger für Gberheffen
Umständen verboten sein. r t w
Die Verabschiedung der Offiziere bedarf der sachgemäßen Regelung. Eng damit verbunden ist die Frage der geheimen Qualifikationsberichte und der Einfluß des Militärkabinetts, der trotz aller offiziellen Ableugnungen besteht, aber jeder gesetzlichen Grundlage entbehrt. Es ist eine mißliche Sache, daß ein großer Teck unserer Offiziere im kräftigsten und besten Mannesalter verabschiedet wird, weil . ... ja, weshalb eigentlich? Im Grunde nur, um anderen Platz zu machen und das Avancement zu verbessern. Als Grund wird angeführt, daß der Betteffende nicht geeignet sei, die nächst höhere Stelle auszufüllen. Dies belastet den Pensionsfonds sehr stark und schafft eine Menge unzufriedener, beschäftigungsloser Leute, garnz» abgesehen davon, daß dadurch auch in den Reihen des Offizierlorps eine unerwünschte Unsicherheit für die Zukunst entsteht, welche nicht ohne Einfluß auf die Festigung und Stärkung des Charakters sein kann.
Noch immer werden die jüdischen Einjährig-Freiwilligen zu- rückgesetzt und können nicht Reserve-Offizier werden, sie mögen iwch so gut dazu qualifiziert sein, lediglich ihrer Relegion wegen. Diese verschiedene Behandlung muß beseitigt werden.
Es sind in letzter Zeit zwar einzelne bürgert. Offiziere tnote Garde-Regimenter versetzt worden. Dies kann aber nur als der Anfang einer Reform bezeichnet werden, die mit ganz anderen, viel mehr durchgreifenden Maßnahmen durchgeführt werden müßte. Allen Ableugnungen zum Trotze bestehen aber doch bürgerliche und adelige Osfizierkorps in ganz getrennter Form. Es gibt eben doch Offiziere erfter und zweiter Klasse. Um hier endlich Wandel zu schaffen, ist eine starke Faust erforderlich. Hier kann der neue Minister unendlich viel Gutes schassen und endlich einmal alte, tief eingewurzelte Mißstände abschasf»n.
Das Militärstrafgesetzbuch bedarf einer Revision. Tas Verhältnis der Sttafen, welche auf die einzelnen Straftaten gesetzt sind, ist in vielen Fällen falsch und entspricht nicht mehr unserem modernen Empsiuden. Dieses Mißverhältnis kommt namentlich bei den Mißhandlungen Untergebener durch Vorgesetzte und bei den Jnsubordinationsvergehen in Betracht. Bei letzteren werden oft Urteile von einer Härte gefällt, die in keinem Verhältnis zur begangenen Tat stehen.
Im Strafverfahren selbst wird neuerdings die Oeffentlichkett
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z. 1. Seot. Sielt f ß n b. Geschästöst. d> I- rfreier Mann int!, ir, im Lchretbweim lebt Stelle al« 3dm mliebft.b.emerSetr . Angebote unter M iestener AnWa en n, das in-Mm obren ist, W 11 Familie nachM-n ober Wer.
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Deutsches Reich.
Wie das „Militärwochenblatt" meldet, ist Prinz Waldemar von Preußen, Leutnant im 1. Garde- Regiment zu Fuß, zum Oberleutnant, und in seinem Verhältnis ä la suite der Marine -um Oberleutnant zur See befördert morden.
Die im 71. Lebensjahre stehende Gemahlin des Herzogs Georg von Sachsen-Meiningen, Freifrau von Heldberg, ist auf Schloß Altenstein bei Meiningen plötzlich erkrankt. Aus diesem Grunde ist die Reise des Herzogs nach seinem Sommersitz am Känigssee in letzter Stunde aufgeschoben worden.
Die von der Ortsgruppe Berlin für Frauenstimmrecht beschlossene Wagenfahrt durch die Straßen Berlins wird zwischen dem 18. und 22. September stattfinden.
Die Nachricht von dem Ausbruch eines Streiks in der Biälaer Kohlengrube hat sich bis jetzt nicht bestätigt.
schäft gab. „Wissen Sie, was ich wollte?" so heißt es in einem seiner Briefe, „wir säßen, Sie, der feine, liebenswürdige Büring — unter dessen Gedichten ich einzelne wunder- volle fand — und ich, in dem Lokal, wo Sie und ich zuletzt saßen. Aber keine anderen Menschen mehr . . .*
Einer war, wie so - oft, auch damals unser Thema: Richard Dehmel, der Verkannte, Unverstandene, den die Welt zum kalten, finsteren Grübler stempeln wollte, ob er gleich mit unendlicher Jubelkraft und heißem Entzücken ewiges Weltglück und unbegrenzte Liebe predigte. „Man meint immer, Dehmel könne nicht lachen! DaS ist verkehrt. Sie sollten einmal sehen, wie wir beide lachen können!" sagte Liliencron.
Nun ist der liederfrohe Mund verstummt, ein reiches, edles Herz tat feinen letzten Schlag.
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