Ausgabe 
15.12.1909 Viertes Blatt
 
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Bclal WMI ffcitnll Spirmml VortdlbPficsie Firoiliea-TailencMtfe. Ma*i «arte,AeeWe* eerhlnden deren Auliprinjen. Eintelsii* W Hp r StO«94 Vom linnihriKto FabrikaaUa du LanCrn^eilc mil dem Pleil eogete/tl^i. C. Naumiuir,. OUcebw» j

Verkautulcnen dardi PI-' ne liennilida_________

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Nr. 294

Viertes Blatt

Mittwoch La.Dezember 1909

Gießener Anzeiger

Lttchetni tL-Nch mit Ausnahme deS Sonntags.

Genera!-Anzeiger für Gderhesien

159. Jahrgang

WotationSbrud and Vertag bet 8rübnd)« Uniocrfuäie - Buch- ttnb 6tcmbrudetet ÜL Lange. ®leßen.

{RebaPtion, Exvebttion and Druderet: Bdn* straye ?. (^xpebinon unb Vertag i 6L Redaktion.-112. ieL-21bu 'Jlryeiget®icßcn»

DieOtetzener Lamittendlötter" werben dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegl, baS Kretsblatl für den Kreis Siehrn" zweimal wöctienitlch. DieLandwirtfchastltchen öttt* fragen" erscheinen monatlich zweimal.

1909

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Meteorologische Beobachtungen der Station Eichen.

Wetter

wischen, roclcfc der Krieg hinterlassen hat, und die friedliche End

Höchste Temperatur am 13. bis 14. Dezember

1,7 ' 0.

13.

14.

Olfeb vi^fte

9hei>ei1d)lag: = 0,0 mm

Vergnügen muß ich teuer bcnihlen!

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En gros: Tribus &. bundlicint, Giessen.

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Fängt man mit einem r Nach^irn gleich und tx

Bad Nauheimer Briese.

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Ein rumänisches vvlkskundliches Museum, in dem eine Reihe prächtiger Erzeugnisse der Volkskunst des Landes zusammengcbraäzt ist. wurde, wie der Globus berichtet, in Bukarest eröffnet. Besonders heroorragend sind die Er- zeugnisse der Keramik, Weberei und Holzschnitzerei vertreten. Von der natürlichen Kunstbegabung der Rumänen legt auch ein reich beschnitztes Bauernhaus, das im Museum ausgestellt ist, ein glänzendes Zeugnis ab. Der Schöpfer des Museums ist der Kunilhiftoriker Alexander Tsigaza-Lamurgas.

Kleine E b r o n i k aus M u n ü und Wissenschaft. Toe Teuticde Theater zu Berlin wird unter Leitung seine? Tireftor?, Pro'esjor Mar Reindardt, auch im nächsten Sommer, und zwar inähreiib der Monaie Auguit und September, im Münchener Künstlert Heater Feslspicle peranslalten.

in ganz Nauheims jetziger

Tie wichtigste Grundlage gesunden Lebensgenusses ist wohl immer ein gesundes, im eigentlichen, roie im über­tragenen Sinne, lichtvolles Heim. Und roo es ganz und gar unser eigenes ist, da ist diese Grundlage am solidesten. Wie vielen Menschen aber ist leider das eigene Heim un­erreichbares Ideal. Zumal wo der Baugrund, wie bei uns, verhältnismäßig nicht billig zugänglich ist. Da ist er teils in der Hand von Spekulanten, die lange warten tonnen.

Auf dem Heimweg von der Verlobung, die ein Müller aus Breungeshain mit eimqen Kameraden in Engelrod gefeiert hotte, erhielt der Verlobte von einem 'Menschen, der aus einem Kornader gewrungen kam, mit einem Knüppel einige Schlage: auch flogen daraus eine Anzahl Steine nach dem Wagen, auf dem dieser mit seinen Begleitern sag. Ter Verlegte glaubte in dem Angreifer den Taglöhner I. H., der m der Rahe von Engelrod auf einer Mühle wohnt, zu erkennen; er war zu dieser Annahme umsomehr berechtigt, als ihm dieser an jenem Abend schon gedroht und sich über ihn mißbilligend ausgelassen hatte, weil er den Engelröder Burschen nichis zum besten gegeben Hai. Ta« Schössengerichl hielt P der Körpervettcßnng für schuldig und erkannte auf 20 Mk. Geldstrafe; von der Anklage des Weifens mit Steinen sprach es ibn jedoch mangels Beweises frei. Tas Urteil wurde von der Ltaatsanwaltscha'i und dem Angeklagten angeiochteu. Letzterer beflrut die Täterschaft und versuchte feine Unschuld nachzuweisen, indem er durch seine Familienangehörigen angeben ließ, er Habe zur fraglichen Zeit zu Veite gelegen. Troy- dem auf dieses unbeeidigte Zeugnis wenig Gewicht gelegt wurde, kam das Gericht zum Freispruch, da der Verletzte den Angeklagten nicht nut Bestimmtheit erkannt bat und wegen der miqimstigei, Stimmung der jungen Leute tu Engelrod gegen den Verletzten, der ihnen em 'Mädchen ivegholen wollte, cs nicht ausgeschlossen ist, daß auch ein anderer der Tater ist. ________

Wegen eines vorcnthaltenen Grtches

kam es zwischen dem utemcmbecumelnncr $?. A. und dem Land­wirt I. AI. in Eichelsdor», die au' gespanntem Fuß flehen, zu einer Auseinandersetzung. M. erhob Privatllage unter der Be­schuldigung, daß ihn A. einen .Schien" « io sogar den .aller- buminüeni genannt habe. A. gab am Smossengericht an, M. sei nach der Zahlung von Steiiern ohne Gruß, die Türe Himer sich heftig znfchlagend, sortgegangen; er habe ihn Hierauf zur Rede ge­hellt und bemerkt, es komme jeder dieserAnstandspflichl nach, auch wenn er der allerbummflc Criije sei. Ta« Schösteiigericht hieNden A. zu dieser Ziirechtweliung für berechtigi und gelangte zur Frei- iprechuug des 'Aiigellagten; ja, selbst wenn die Aenßerung iichtig wäre, sollte feine Verurteilung erwlgeu, da das Verhalten des Klägers auch beleidigend geivefen sei und eine Kompensation emtrcten müßte. Tas Berufungsgericht kam infolge der AiNechlung durch den Kläger zu einem gegenteiligen Erkenntnis. In dem Vor- enthaUen deS Grußes ist keine Beleidigung zu crblicfen; auch stand nicht 'eit, daß der Kläger die Türe absichtlich zugeschlagen hat. Tagegen hatte der Angeklagte zwischen dem Kläger und einem Schien einen Vergleich gezogen, worin eine Geringschätzung zu er- bhdcn ist. Tas Urteil würde aufgehoben und aus 3 M k. (Selb- ft r n f e erfnrint.

bera hervor. Schade, daß er nicht mehr in der volleren! Viel besser ist das auch nicht.

Saison kam! zu unterhandeln, so kommen die

entspvochen bat, ließ das Sd)biiciigcrid;t Freisprechung wegen Beweisaufnahme eintreten, bemerkte aber in der Urteilsbegründung, daß das Ergebnis der Verhandlung nicht befriedigend sei. In der Verhandlung über die Berufung der Staatsanwaltschaft roiirix- von den A.iigellaglen u. a noch vorgebraclü, die Kommandos könnten infolge der Unter baltimg der M.rnnsckuiften unter sich felbit und durch Zurufe der Vaiiunten überhört worden sein. Tas Lachen sei auch nidd höhnisch g eures en, viclmeln lachte das Publü kum über die Zumutung, daß man Geschäftsleute an die Spritze stellt und dieses Sadxni wurde dann von den Feuerwehrleuten erwidert. Rach den Angaben deS betreffenden Führers und des Feuerwehrkommaudanten ist das Kommando des ersteren^ während der langen Ticnstzeit noch nie überhört worden; die Spritze ilt für adn Mann auch nicht zu fdirocr, zumal sie aus ebener Erde sortbcwegt wurde, in Brandfällen ist sie schon mehrfach von zivei Mann an die Brandstelle gebracht morden. Es wollte den An- fdrein erwecken, als hätten sich die Angeklagten int voraus herab-

rauf im Laufschritt aufgerüdt worden sei. Wahrend zwei sich angeblich wegen andernfalls eintretenben Gerichislaufereien bei den Strafbefehlen beruhigten, erlwben die Lackiieber G. der Kaufmann I. E., der Schriftsetzer G. M., der Schreiner Th. M., der Friseur W. K. M. und der Metzger ö Ö. Widerspruch, da sie nach ihrer Meinung ihre Schuldigkeit getan hätten. Der eine behauptete, er habe an der Spritze gezogen und habe die Kom­mandos durch das Gerassel nicht hören können, und bet andere wollte trotz seiner verstauchten Hand seine Schuldigkttt getan haben, während ein weiterer aus die Kommando alle Kraft ar.» gewendet haben will und die andern den immer größer werdenden Abstand durch kräftiges Einsetzen zu vermeiden haben such n wollen: cs sei ihnen dieses aber nicht gelungen, da die Spritze zu schwer sei. Trotzdem das Verhalten der Mannschaften den Anforderungen nicht

Sonnenschein Beb. pimmel Klarer ,

verzichtet man lieber ganz.

Eine Eigenheim-Gesellschaft wollte sich hier auftun zum Bau kleiner Häuser. Aber das in Aussicht genommene Gelände, dem Frauenwald gegenüber, war dort zu ent­legen. Ob sich besseres Gelände in brauchbarer Nähe zu annehmbarem Preise noch finden wird? Wie wer voll könnte das Unternehmen für Nauheim sein! Aber die Spekulanten und Parzellenbesitzer!

Worüber man sich freuen kann, das ist die Vergrößerung des Elisabethenstiftes, das zur Aufnahme von Ferien­kolonien dient. Wie gönnt man der kleinen, armen Gesell­schaft die "schöne Erholung hier, tvenn sie in wohlgeordneten Reihen von freundlichen Schwestern geführt in den Wald hinaus nraschieren oder mit Blumen und grünen Zweigen geschmückt fröhlich singend heimkehren. Nach dem Muster des Militärkurhauses soll ferner auch für Postbeamte eine ähnliche Anstalt geschaffen werden. In der Parkstraße wird abends bei elektrischem Lampenschein an unseren neuen Kolonnaden gebaut. Wie w:rd sich Nauheim erst nad) Durch­führung aller noch schwebenden Verschönerungsprojekten präsentieren? Und wie wird es schließlich mit der viel- umirriitenen, künstlerischen Einfassung unseres köstlichsten Blitzes, unsres einzigarttgen Naturlleinods, unsrer Sprudel werden? Man darf gespannt sein.

Dr. Strecker.

Gießener Strafkammer.

)( Gießen, 14. Dezember.

Eine Pflichtfeuerwehrübung,

die nicht auf Wunsch deS Leiters ausgefallen ist, gab Veranlassung zu einer sehr umfangreichen Verhandlung. Acht Pflichtfeuerwehr, lenke von Friedberg hatten Strafbefehle über je 3 Mark Geldstrafe am Grund des § 368 Ziffer 8 bezw. § 13 der Landes­feuerlöschordnung erhalten, unter der Beschuldigung, sich geweigert zu haben, den dienstlichen Anordnungen Folge zu leisten. Nachher Anzeige des Führers des vierten Zuges hatten die Angeklagten die Spritze fortzubewegen. Schon beim Abmarsch am Geräthaus habe er bemerkt, daß sich die Spritze sehr langsani fortbewegte, so daß er alsbald Kommando zum Aufrücken geben mußte, da ein ver­hältnismäßig großer Abstand entstand. Auf wiederholtes und jedesmal lauteres Kommando zum Ausrücken hätten die Leute nicht reagiert; er will an allen acht Mann nur ein höhnuches Lachen beobachtet haben, bis auf sein Schreien hm der mzwiimen hinzugettetene jtoninmnbant das Kommando wiederholt habe, wo-

Einen halben Monat später als in den bisherrgen Jahren ließ die Saisonverlängerung die HerbMlle bei uns einziehen. Ein paar schöne Konzerte an sonnigen Oktober­tagen und ein paar Kurgäste mehr hat es dadurch gegeben. Sonst war es keine besonders glückliche Saison dieses^aljr. Es wollte kein rechtes Sommerwetter hoch kommen. Kaum, daß es *mev oder dreimal für einen hitzfreien Nachmittag in unfern Schulen langte. Feuerwerke und Parkbeleuch- tunqen fanden keine rechte Stimmung bei Wetter und Pu­blikum und machten sich deshalb viel seltener als sonst. So mußte die Kurdirektion anderweitig für Unterhaltung und Aufbesserung der Laune sorgen. Das eine Mal sollte eine Schönheitskonkurrenz die Herzen erwärmen und so von innen her leisten, ivas die Sonne von außen her leider nur zu oft versäumte. Ein andermal war y em Rost­fest. Das batte gleichzeitig noch eine zweite 8^ Absicht Es sollte Mittel einbringen für ein xenfmal. Aicher tE einmal angeregt worden, der Kaiserin Elisabeth von -ester- reich ein Denkmal zu setzen. Es hätte herrlich in unsere Parkstimmung gepaßt, besonders in die sckjone, farbenreiche Stille des Herbstes. Der Gedanke wurde aber leider für eine Aufdringlichkeit Oesterreich gegenüber erklärt und bleibt also unverwirtlicht. Ein andrer Gedanke Ware gewesen, Goethes Bild an unsemi Teiche festzuhalten. Wissen wir doch daß sein Dichterauge mehr wie einmal aus den trau merischen grünen Wellen unseres Teiches geruht hat, und ^ne Beziehung dieses Natureindrucks auf Schilderungen den ^Wahlverwandtschaften" liesstt nrtc 8enu? Viel­leicht daß man später einmal die ästhetischen Rei§e dieser Projekte doch noch würdigen lernt! ^qent^e, dem man jetzt ein Denkmal zugedacht hat, ha. esgewiß um Nau­heim redlich verdient. Und nicht nur um Es

ist der Ätarburger Professor Benecke, der als ^egiunder der Kindererholungsstätten an der See in land bekannt wurde, und der zu Bad Nauheims ictzg Bedeutung dadurch den Grund legte, dag er gierstdurch sorgsame Experimente die günstige Wirkung ) !ruf Herzleiden feststellte. Seinem Den^ul hatte auch eine Veranstaltung im Kurhaus, gegolten, die w ^m Rosen- sest zusammen denn auch em finanzielles Fundament von einiger Tragkraft bereits ergab.

Mehrfach ivirfte die Jia zu uns Grüber. Wiede^olt erschienen Kugelballons auf ^hren Wett- od n fahrten, dreimal manövrierte der Parseval 9 unsre Stadt hinweg, und als letzter erschie^ { '

der am neugierigsten erwartete Zeppelin, a f s^ . . kehr aus dem westfälischen Kohlenrevier. '

kicher Drachen tauchte er überraschend hinter dem h

Wickelung der polittschen und wirtschaftlichen Beziehungen der redet, den Fül/rcr zu ärgern; die Tiiziplin^dürfte im großen und beiden Staaten zu erleichtern. Von diesem Standpunlt aus hat s ganzen besser sein. Ter Vertteter der Ltaatsanwaltsdmft b<> neben dem Handelsvertrag und der Fischereilonveniion eine be-' antragte c:ne höhere als die im Strafbefehl angedrvhte Strafe, sondere Bedeutung das volitisd)? Abkommen von 1 9 0 7, | ba sich die Angeklagten den Anurdnimgen des Führers widersetzt welches die gegenseitige Sicherung der Unantastbarkeit der territo-j hätten, Tas Gerickst ging jedoch nicht s<o weit, cs hielt zwar die rialen Besitzungen und der Vertragsrechte beiber Mächte im fernen: Angeklagten für schuldig, doch sei nur ein fahrlässiges Verhalten Osten bezweckt. Diese Alte tragen zweifellos zur Stabilität der nachgewiesen und ein solches Verhalten genüge |dyn zur Be­ll llgcmeincn politischen Lage an den Küsten des Stillen Ozeans strafung wegen Ueberttetung. In der- insttuktionsividrigen Unier- bei. Speziell den russisch-japanischen Beziehungen fehlt gänzlich * Haltung untet sich und mit den Passanten und in dein gegenseitigen der Charakter, welchen ihnen einige Zeitungen zu geben bemüht' ' *'**s"**

sind, und im Gebiete dieser Beziehungen sind seit dem ^Abkommen von 1907 keinerlei ernste Reibungen und Mißverständnisse vor- gekommen. Sowohl die dem Minister des Aeußern unmittelbar zugehenden Mitteilungen, als auch! die Eindrücke, welche der Finanzminister aus seiner jüngsten Reise int fernen Osten ge­wonnen hat, enthalten nicht nur nichts Beunruhigendes, sondern gestatten auch, ganz bestimmt zu bestätigen, daß in unseren Be­ziehungen zu Japan vollständige gegenseittge Zuvorkommenheit und die Bereitwilligkeit wahrnelsnibar ilt, alle auftauchenden Fragen auf dem Wege freundschaftlicher Abkommen zu lösen.

Jetzt gehen die Bad Nauheimer wieder selbst ans Ge­nießen deS Ledens, wozu die Arbeit des Sommers sie sonst wenig kommen läßt. Schade, daß dieser gesunde Drang des Menschen nach Freude nicht immer die besten Wege finbet.

Gegen die Schundliteratur führen Bildungsverein und Schule einen nicht erfolglosen Kampf. Auch unser Kine- matographentheater sah sich veranlaßt, einige dramatisierte Nick-Karter-Geschichten aus seinem Repertoire zu streichen, lleberhaupt diese Kinematographen! Wie segensreich und belehrend könnten sie wirken! WaZ ist es aber meistens für wertloses, ja oft sogar schädliches und gemeines^Zeug, was sie bieten. Auch der regelmäßige Abschluß jeder Saison, die Kerb, ist nicht eben die gehaltvollste Art, sich über die anbrechenden ruhigeren Wintcrlage zu freuen. Ta werden Tausende ausgegeben für Nichtigkeiten, und bei manchem ist der Katzenjammer des nächsten Tages noch das, was am längsten von dem ganzen Trubel bleibt. Ob nicht ein großer Teil der Schuld an dieser Art von Vergnügungssucht in unferm Volk auch bei unjerm Kurpublikum liegt? Tenn das gibt wahrlich auch nicht immer das beste Beispiel in der Qualität seines Lebensgenußes. Man braucht bloß den Theaterdirel'tor nach den Stücken zu fragen, die ihm das meiste einbringen. Erfreulich ist es, daß es dem Wander­theater des Rhcin-Mainischen Volksbildungsverbandes ge­lungen ist, für den Winter wenigstens die früher hier er­scheinenden Thealerschmieren zu verdrängen. Vielleicht er­reicht geduldige Erziehungsarbeit doch noch einmal das Ziel, das Volk zur rechten Freude anzuleiten. Btt der Jugend müßte man freilich schon energisch mit dieser Arbeit an­fangen.

Die Blumen au den Fenstern und auf den Balkons sind nun verwelkt. Auch sie haben vielleicht manches Herz auf den Weg reinerer Freude gebracht, zumal bei unseren Sck,nllindern, die wieder für die bestgezogenen, duftigen Pfleglinge prämiiert wurden. Freude an schöner Natur! Sie ist die beste Vorbereiterin auf ein feineres Gemüts­und Geistesleben überhttupt. Das zeigt auch das anspruchs­lose Vergnugisein unsrer Wandervögel.

Zurufen, wvdurck) bie K^ mm.au bos überhört werben können, er­blickte sckwn das Geridst die Strafbarkeit der Angellagtcn, wcshalb es zur Verurteilung sämtlicher Angeklagten zu der in den Straf­befehlen angesetzten Strafen tarn. Es konnte sich der Bemerkung nid-,t erwehren, daß man in gewissen Kreisen die Pjlichtseuer- weyr als eine drückende Last empfindet unb ihr nur widerwillig folgt, statt sie als eine Ehrenpflicht zu betrachten.

(Eine amtliche russische Beruhigung.

Petersburg, 14. Tez. Tic Petersburger Telegraphen- Agentur erlaßt folgende Verössentlichung: In letzter Zeit tritt in der Presse eine besonders nervöse Stimmung hervor, die hervor- gerufen worben ist durch Gerüchte von einem angeblick» sich vor­bereitenden Konflikt zwischen Rußland und Japan. Beunruhigende Meldungen vom fernen Osten füllen die Blätter und diese Stimmung dringt btbaucrlidjcmxife in weitere Gcsell- schaitskreiie. 9tad) den vorliegenden Meldungen tritt die Wirtung dieser Gerüchte besonders, stark in unserer Grenzmark im jerneu Osten henwr, wo unter der Wirkung der in die Gesellschaft auch die Vertreter der Verwaltung nicht ausgenommen tief einbringcnden^Ueberzengnng von der Unvermeidlichkeit eines nahen Krieges mit Japan die beunruhigende Stimmmig einen derartig gespannten Charakter anniimnt, daß dies unmittelbar auf den privaten Unternehmungsgeist z u r ü ck w i r k t unb bie Unternehmer veranlaßt, sich an bie Rcgicrungsorgane um Aus- kunst zu wenden, inwieweit die umlausendcn Gerüchte richtig seien und ob die Handels- und Judumieuntecnehmungen im fernen Osten aus eine Wahrung des Friedens redeten dürfen. Tie Interessen der Bevölkerung verbieten der kaiserlichen Regierung einer so bedeutenden Erfck>cinung gegenüber teilnalMslos zu bleiben und verpflichten fie zu der kategorischen Erklärung, daß die Ge­rüchte von irgendwelchen Verwickelungen zwischen Rußland und Japan gegenwärtig gänzlich unbe­gründet sind. Tie mit der Beendigung des letzten Krieges verflossenen vier Jahre wurden von der kaiserlichen Regierung zum Abschluß einer ganzen Reihe von internationalen Abkommen benutzt, welche bezwecken, die Svuren der Feindschaft zu ver-

Ter Ball war ja schön und ich hab viel getanzt aber dann die Erkaltung auf dem Heimweg! Run lieg ich < drei Tagen herum unb kann kaum atmen! Jetzt ent hab ich mir Fans echte Sodener holen lassen und die < Bastille genommen und sie hat mir gut getan. M Freundin sagt, die lieben ihr immer, wenn sie erfälu und sie bat immer Fays echte Sodener im HauS. Un. weiß schon, was gut ui. Fays echte Sodener Alineralva! sind in icbev Apotheke, Drogerie und Abneralwasserhan zum Preise von 85 Pfg. pro Schachtel erhältlich. U

den Preis in die Höhe. Jeder möchte gern reich hx < n an seinem Lappen Land. Taß es ihnen allen und de > meinde heilsamer wäre, wenn das Bauen leichter daran denkt keiner von ihnen. Es fehlt das soziale Gcuchi Tiefe egoistische Kurzsichtigkeit begegnet einem leider in vielen Fragen. Nauheim löjintc sehr wohl eine elekt Bahn brauchen. Rentieren lönnte die aber nur, mcnn s c and) Friedberg mit uns verbände. Aber Friedberg! möglich könnte einmal ein Kurgast auf Den Ged.mke,- lomnten, die Kur von dort aus zu gebrauchen. Und de

gnJ ein unbetm- ehe sie verkaufen; zum Teü aber ist er in Gestalt winziger

- Parzellen in den Händen der alten eingeumjchen Blitzer.

Temperatur i der Luft

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