Ausgabe 
25.1.1909 Erstes Blatt
 
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damit die ungehobenen Schätze an Erlebnissen, Geschichten, Sagen, Liedern u. a. zu Tage gefördert würden.

Wer immer sich an unseren Preisaufgaben beteiligen will, soll uns willkommen sein, und wie im vergangenen Fahre werden sich wobl auch diesmal die Pfarrer und Lehrer zu Anregung und Hinweis, zu Rat und Hilfe bereit finden, löcnn es gilt, merkwürdige Begebenheiten zu er­zählen oder Vie geeigneten Leute zu ermuntern und zu beraten. Jeder, der Zeit und Lust hat, seine Kenntnisse irnd Fähigleiten in den Dienst der Allgemeinheit zu stellen, ist UNS willkommen, mit was und auf welchem Gebiete cs auch immer sei. .

Nach unseren Erfahrungen im vorigen Fabre scheint uns die jetzige stille Zeit am geeignetsten zu sein für den Landmann, um Betrachtungen und Erwägungen anzustellen und prüfenden Untersuchungen nachzugehen. Wir haben deshalb jetzt erst unsere Preisaufgaben gestellt und zwar erheblich mehr als im vergangenen Jahre, denn die da- tnaligen zahlreichen Bewerbungen haben uns mit guten, freudigen Hoffnungen erfüllt.

Wir stellen diesmal sieben Preisaufgaben; vier all­gemeiner Natur und drei für die landwirtschaft­lichen Streife, die hoffentlich alle eine reiche Ausbeute ergeben.

Wir beabsichtigen also Preisauszeichnungen zu ver­teilen:

A. PreiSanfga-ru allgemeiner Art.

1 . für die besten Schilderungen von Hochzeits­sitten und -Gebräuchen, möglichst in eine Er­zählung eingeslochten^

2 . für unterhaltsam geschriebene Berichte über die Er­eignisse im Jahre 1848 und ihre Wirkung tit den einzelnen Gemeinden;

3 für gute Darstellungen aus der O r t s g e s ch i ch t e, d. h der Entwickelung, den Wandlungen und Ereignissen, denen der Ort im Lause der Zeit unterworfen war;

4 für Schilderungen der Erlebnisse und Tätigkeit von Oberhessen in Paris.

Wir betonen, daß wir hierbei großen Wert auf selb­ständige Ausarbeitung legen, doch stellen wir es dem Ermessen eines jeden anheim, diese Ausarbeitungen in hoch- deutscher Sprache oder oberhessischer Mundart abzufassen.

Die vorstehenden Arbeiten unterbreiten wir allen unseren Abonnenten in Stadt und Land, die folgenden da­gegen sind der Natur der Sache nach vorwiegend für die ländliche Bevölkerung bcftimniL

B. Landwirtschaftliche Preisfragen.

1. Wie wirken Geiz und Bersch wen d u n g bei den: Füttern der Milchkuh?

2. Wie kann mau am besten recht viel Futter verschwenden?

Wieviel Arbeitszeit losten uns die Wege von Hof zu in Feld und von Parzelle zu Parzelle?

Die Beurteilung der uns zugeheuden Bearbeitungen der vier ersten Aufgaben erfolgt durch die Redaktion, in Gemeinschaft mit mehreren Sachverständigen, die der landwirtschaftlichen Preisfragen hat Professor Dr. Gisc- vius gütigst übernommen.

Die Lösungen der Arbeiten sind bis zum 10. Mürz an uns einzusendeu, lvvbei zu beachten ist, daß nur die eine Seite jedes Blockes beschrieben sein darf. Die besten Arbeiten werden wir genau wie im vergangenen Jahre mit ansehnlichen Geldpreisen belohnen und in unseren Familienblättern" abdrucken, bczlv. in unseren Landwirtschaftlichen Zeitsragen". Sämtliche Arbeiten gehen in unseren Besitz über und werden bei einer etwaigen 'Veröffentlichung angemcs.en vergütet.

Wir erwarten eine recht lebhafte Beteiligung unb hoffen, daß uns recht viele wertvolle Arbeiten zvgehen. -h

ganz bedeutenden Handelsgeist. Die Flußschisfahrt ist auf das vollendetste ausgebildet. Wo selbst die flach gebauten Dschunken nicht mehr verkehren können, baut der Chinese Bombusflößc, die er, im Wasser watend, am Zugseile fort- bewegt. Den großen Fischreichtum des Zlanliang beuten die Bewohner aus durch genossenschaftliche Ausübung der Nctzsischerei, durch Anlage ausgedehnter Fischreusen und Fischsalleu und endlich mit Hilfe abgerichteter Kormorane. Der Ackerbau bcfdiräiift sich in der Hauptsache auf den An­bau von Reis. Wo dieser unmöglich, wird Weizen und, cm Süden, Zuckerrohr gepflanzt. Da die Reisfelder wäh­rend der Wachstumsperiode andauernd unter Wasser stehen müssen, sind sie möglichst eben angelegt und mit festen Dämmen umgeben. Luellenreiche Abhänge werden ter raffiert, cingedämmt und dann von oben bewässert. Auch sieht man überall Hebewerke uralter Konstruktion in Tä­tigkeit, um den Feldern die notwendige Feuchtigkeit zuzu^ führen. Daneben haben die Dämme auch noch eine ver­kehrstechnische Bedeutung. Da eigentliche Straßen unbe­kannt sind, so wickelt sich der qcjamtc Verkehr auf Fuß­pfaden ab, die über die mit Steinplatten belegten Dämme führen. Das einheimische Verkehrsmittel ist neben der Sänfte für den Personenverkehr der Schiebckarren, desien praktische Bauart beim Fortbewegen großer Lasten un­glaubliche Tagesleistungen ermöglicht. Die Dörfer liegen idyllisch in Hainen von Weiden, Tamarisken und Kampfer­bäumen versteckt. Tcc herrschende Religion ist die Lehre des Konfutse, dessen Tempel oft Altarräume von künst­lerischer Wirkung besitzen. Taß ein starker Sinn für ein­fache, in der Gliederung kräftig wirkende Architektur vor- hanben ist, zeigten die zahlreichen Abbildungen von ge­waltigen Brückenballten, Gildenhäusern, Mandarinen-Pa- lästen usw. Die Reise ging über den zivcitgrößten Ort der Provinz, Kantschau, wieder nach Rantschaug zurück und erreichte hier ihren Abschluß.

Kleine Tbronik auö >r unü und Wissenschaft ter Herzog der Abruzzen reift ar u r -r

IciKc nad) Kalkutta und wird ip.itcthu c<n tv a iteif 0 n »ii bcittMvn und ein.* Reife nas T: d. : w. unter - Der schweizecmi>* ' lcroktul* .. > . . ' , '

land und Italien haben b.s zctzt ic brr*. <Sailc»n^> ang. meldet.

TageSkalender für Montaq, 25. Jan.: Vertrag von Tr. Strecker au5 Bob Nauheim m bet hiesiaen CrtSqruDDe des Bundes beuticher Bodenrekormer: lieber die eibtkhen ßrunblaqcn bet yobenreform*. Abends 8'/, Ubr im .Grotzhetzog von Venen .

Verband mitkelthein. DolkSbildunaSvereine. Monlao abend 8', Ubt; Bortran von rrtift D unkt e r-^ranken- bouien: Ta? Innere der Erde und die Hebung chtet Schatze. Lokal: Turnhalle an oct Stemstraße.

Ordensangelegenheiten, ec. Kgl. Hob. der Großherzog haben demKulturinspektorBaurat v.Boehmer in Mainz die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des ihm vom König von Preußen verliehenen Roten Adlerordens 4. Klasse erteilt und dem Bahnwärter in der Hestisch-Preußi- scheu Eisenbahngemcinschast Konr. Jost zu Rieder-Lhmen auS Anlaß seiner Versetzung in den Rudcstand daS All­gemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift ,Für treue Dienste' verliehen.

Lehrerperfonalien. Uebertragen rourbe dem Schulamtvaspiranten Gg. Brunner anS Kirch-Brombach die 2. Lehrerstclle an der Gemeindeschule zu Sandbach. Erledigt sind: Eme mit einem eoang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindescbule zu Crumstadt. Mil tue Stelle ist ein Teil des Organi'tendiensleS verbunden. Die mit einem eoang. Lehrer zst besetzende Lchrerüelle an ber tSemerndeschule zu Georgcnhausen. Mit der Stelle iit Organistcndlensl verbunden. Dem Herrn Grafen von Schlitz, genannt von Görtz, stcht daS Präsentationsrecht zu.

- S. M. Schiff .Mainz'. In Gegenwart be* Vertreters deS Rcichsmarmeamts, Kontreadmiral Rollmann, oes fommniibierenbcn Generals v. Heringen und der Spitzen der Behörden fand am SamStag mittag 12 Uhr auf der Werft des Vulkans der StapeÜauf des kleinen Kreuzers Ersatz Jagd' statt. Die Taufrede hielt Oberbürgerinerster Dr. Güttelmann aus Mainz. Das Schiff erhielt den Namen .Mainz". Es ist das erste deutsche Kriegsschiff, das mit rein deutschen Turbinen nach dein Si;ucm der Atk- qcmcinen Elektrizitätsgesellschast ausgerüstet tft 9!ach der Tarife brachte Dr. Güttelmann ein dreifaches Hurra auf den Haifcr aus.

* Magna cum laude. Der wissenschaftliche Mit­arbeiter der Optischen Werke von Ernst Leitz in Wetzlar, von Jgnatowski, hat an der Landesunioersttat mit dem Prädikatsumma cum laude zum Dr phd. promoviert.

Schulkinder unb Gottesdienst. Anläßlich eines SpezialfalleS hat die oberste Schulbehörde unseres Groß- berzogtums in Erinnerung gebracht, daß nach dem hessischen Schulgesetz Schulkinder zum Besuch des Gottesdienstes nicht gezwungen werden können und daß dementsprechend eine Bestrafung wegen Nichtbesuches der Kirche durch Geistliche, Lehrer und Lehrerinnen verboten ist.

Stadt Heater. Am kommenden Donnerstag den 26. Januar findet wegen AuSsalls der Marburger Vorstellung ausnahmsweise hier eine Aufführung statt und zwar wird unter Assistenz der Regimentskapelle die PoffeDer Schwiegervater" oderDie beiden Reichenmüller" bei Volkspreiscn gegeben. Neuerdings sind bei bei* Direktion wieder verschiedene Referate über auswärtige Aufführungen der elsässischen Komödie 91. DmterSDie Schm uggler' eingcgangen, die übereinstimmend den großen Erfolg deS Stückes lonstaticren. Namentlich die Abenteuer deS Schmugglers .Sperber' die Figur hätte dem Hauptinann von Köpenick als Vorbild dienen können erregen überall stürmische Heiterleit. DaS Stück, das morgen Dienstag zum ersten Mal aufgeführt luirb, soll durch alle 9lbonnc:ncnt6vor» stellungen gehen.

DaS Innere der Erde unb die Hebung ihrer Schätze, lieber den Vortrag, der heute zum Besten der Opfer von 'Diabbob gehalten wird, lesen wir in den .Breisg. Nachr.": .Einen hochinteressanten Vortrag bot Di­plom - Ingenieur Dunckler im Kaufmännischen Verein. Referent zeichnete zunächst an der Hand prächtiger Lichtbilder den Werdegang der Erde imö verschaffte sodann den» geistigen 'Auge des Zuhörers und Zuschauers einen tiefen Blick in die Gewinnung Der Schätze des Erdmnern. Es wurden so einer Kohlengrube (aktuell btsonderS durch das neuerliche Grubenunglück in West­falen) und einem Silberbergwerk (Freiberg i. S.) Besuche abgestattet und iu einzelnen Bildern die Ausbeute be» Kupfers, deS Goldes und des Eisens, sowie zuletzt des Salzes gezeigt und durch treffliche AuSführtingen erläutert. Be­sonders die Salzgewinnung bot eine Reihe prächtiger Land- schastsbilder, die allein den Besuch des Vortrages gelohnt hätten. Anhaltender Beifall lohnte Herrn Dunckler für den gebotenen Genuß.'

Die Stenographen-Gefellfchaft .Gabels- berget* hielt am 22. d. MiS. ihre Hauptversamm­lung ab. AuS dem Bericht deS Vorsitzenden war zu ent­nehmen, daß im abgelaufenen Veremsjahr eine rege Tätig­keit geherrscht hat. Von Mitgliedern der Gesellschaft wurden in 1908 bei auswärtigen Wettschreiben im ganzen o Ehren- vreise, 26 erste, 7 ziveite und 1 dritter Preis errungen. Die Mitglicderzahl stieg von 48 auf 104. Tic Unterrichtskurse waren sehr gut besucht. Nach dem Geschäftsbericht wurden die neilBn Statuten durchberalen und genehmigt. Tie Vor- standSwahl halte folgendes Ergebnis: KreiSamtSgehilfc Lenz 1., Prokurist H. Sian 2. Vorsitzender, Max Wolf und H. Müller Schriftführer, K. Plank Rechner, W. Pcppler Bibliothekar, K. H. Kuhl, A. L'tcckel und Fr. Schneider Beisitzer.

** Selbstmord. Rentner L. hier schnitt sich am 23. L Mts. morgens in seiner Wohnung die Kehle durch unb brachte sich auch einen Stich in den Unterleib bei. Er mürbe in die Klinik gebracht, starb aber bald an den Ver­letzungen. L. war geistig nicht ganz normal und stand fchon lange unter Vormundschaft und dürfte er die Dar im Zustande geistiger Umnachtung ausgeführt haben, da an­dere Motive nicht vorzuliegen scheinen.

** Geheimnisvoller Schuß. Als am 23. l. Mts. der Realschüler Berlin aus Großcn-Buseck mit noch zwei Kameraden morgens zur Schule ging, verspürte er unweit der Schule auf einmal Schmerzen im Bein. Tie Unter­suchung ergab, daß im Bein die Kugel eines Tcschürs sich befand. Die Schüler wollen unterwegs in der Anlage mal einen rbmadwi Bnall gehört haben und vermuten, daß | die> her Schuß gewesen ist, der den Berlin traf. Die eitern sollten u. i g daran» sehen, daß Kinder derartiges l gefährliches Spielzeug nicht führen, leider kommt es nur

zu häufig vor, daß Knaben solche TeschinS in ben Tasche^ mit sich tragen.

Erdbeben-Erinnerungen au5 Heilen. Am 22. Februar 1796 entstand zwischen L:ch und Steinbach ci* Erdbeben von solcher Heftigkeit, daß sich m der Nähe dc« SceS in der Lichtung nach Alvach zu daS Ackerland hob und senkte unb ein heute noch deutlich erkennbares wellensürmiges Aussehen bekam. Eiwähnung verdient auch daS Erdbeben vom 4. November 1787, daS Angst und Schrecken von Mannheim biS Gießen verbreitete. Im cinzeluen lesen wir in einer alten Chronik darüber folgendes: In Kürnbach erbebte die Erde um 3 Uhr morgen» und in einem Keller singen die erschütterten Fäsier so an zu rinnen, daß Gefäße unleigestellt werden mußten. In Lliederbeerbach schivankte um 3 Uhr alles in den Häusern. Um 1 Ubr erzitterte die Erde; in Darmstadt war die Erschütterung so heftig, baß daS donneräbnliche Getöse alles in Furcht und Schrecken setzte. Am 7. November erzitterte die Erde abermals. In Escholl­brücken hörte man ein starkes Getöse, gleich dem eine« schweren Wagens, der über ein Pflaster rollt, und gleich darnach er­folgte em starker Erdstoß, der die Hauser in Bewegung setzte. Düster war der Dunstkreis um Groß-Umstadt und kein Lüftchen regte sich, als plötzlich um 3 Uhr morgens ein starkes Beben, begleitet von einem heftigen, plötzlich aufbrausenden Erdwmd, entstand unb die festen Hauser so erfchülterte, daß die Fenster klirrten und die Türen, krachten und von dem Geräusch die Leute auS dem tiefsten Schlaf erwachten.

0 Klein-Linden, 24. Januar. Ter kleine Daniel Klein war im Eise eingebrochen und in dem tiefen Weiher schon zweimal untcrgelaucht. Mit größter Mühe gelang cs dem 13 Jahre alten Wilhelm Neith, ben bereits Verschwundenen an der Hand zu fassen und wieder über Wasser zu bringen. Andere halfen bann das Rettungs­werk vollenden.

Leihgestern, 22. Jan. Die Vorbereitungen deS hiesigen Gesangvereins Liederkranz zu seinem am 3., 4. und 5. Jiili d. I. slattftndcnden 46jäbngen Jubelfeste ver­bunden mit nationalem Gesangs wett st reit sind tn vo'Icm Gange. Da gerade in unserer Gegend die Kunst deS Ge­sanges sehr gepflegt wird und in weitem Umkreise ein weiterer Wettstreit nicht veianstaltet wird, schciut die Beteiligung sehr groß zu werden. Der sestgebende Verein scheut keine Mühe, daS Fest einheitlich und würdig zu gestalten. Die Gemeinde begrüßt dieses mit Genugtuung und dem Verein find heule schon kostbare Preise in Aussicht gestellt.

== Beuern, 22. Ian. Der GesangvereinP o l i- hymmia' hier beabsichtigt am 13. und 14. Juni, sein 40 jähriges Stiftungsfest zu feiern. In 2lnbelracht deS langjährigen Bestehens des Vereins und BckanntsemS im Umkreis, verspricht öaS Fest eine regen Beteiligung.

s. Lollar, 24. Ian. Gestern fand auf Veranlaffung deL OrtsgewcrbevcceinS Lollar und Umgebung ein gut be­suchter Vortrag über drahtlose Telegraph ie unb Röntgenstrahlen im Saale ,zur Traube' statt. Der Vortragende, Herr Kaiser auS Groß-Zimmern,' stellte m seiner Einleitung einen Vergleich zwischen der Zeit von heute und vor hundert Jahren auf und beleuchtete dabei namentlich oie gewaltigen Errungenschaften in der Physik. Im welterci Verlauf seiner AuSsührungen machte Herr Kaiser die ZuhocL mit den beiden genannten Ersindungen bekannt. Reicher Bei­fall lohnte ihn für seine Ausführungen.

r. Londorf, 24. Januar. Ein Leiche nzug, wie ihn Londorf wohl in langen Jahren nicht gesehen hat, bewegte sich heute durch unfern £rt Wachtmeister Scholl, welcher in der Nacht von Donnerstag auf Freitag nach elfwöchigcm schwerem Leiden im 'Jitter von 39 Jahren gestorben ist, wurde zur letzten Ruhe bestattet. Sein Ge­rechtigkeitssinn, fein humanes und besonnenes Wesen in und außer dem Dienst sichern ihm ein dauerndes, ehrendes Andenken. Scholl war neun Jahre als Gendarm hier.

O Laubach, 24. Jan. Dem Vorstand der Konzert- unb VortragSvereinigung schuldet daS Publikum für bat Zustandekommen bcS gestrigen Konzerts der Tno- vereinigung Trautmann, Hcgar und Redner größten Dank. Der künstlerischen Leistung lauschte cm großes Publi­kum, darunter die gräflichen Herrschaften von hier und auS Arnsburg, die recht zahlreich erschienen waren, DaS wunder­bare Adagio, sowie die Finale, baS Trio, elegant und tadel­los durchgcführt, erhebt sich über jede Kritik. Ebenso waren die drei Solis, vom Konzertmeister Rcbner auf der Violine ausgcführt, bewundernswert. Die Gavotte in E-dur von Bach mit ihren schwierigen Doppelgriffen, sowie der Brahm- sche Tanz m B-dar waren in größter Schönheit wieder- gegeben. DaS Publikum sparte nicht mit seinem Beifall und wiederholte Bravorufe dankten den Künstlern. Auch die gräflichen Herrschaften sprachen am Schluffe ihren Dank ben Vortragenden aus.

FC. Vilbel, 22. Jan. Gestern abend sand im .Kühlen Grund' eine von hiesigen Landwirten und Gcweibe- treibenben gut besuchte Versammlung unter dem Vorsitz öcS Gemcinderats Fink - Vilbel statt, die Stellung nahm gegen die von der Gemcindeoertretung eingesührte Wert­zuwach S steuer, die sich zwischen 4 biS 30 Prozent be­wegt. Sämtliche Redner, Pcioaticr Karl Hinkel, Poilsekreräk Lotz, Baunnternchmcr F. 21. Schmidt, Gcmeinderat Ebert, sprachen sich entschieden gegen diese unpopuläre Steuer au8, die die Bautätigkeit und den Jmniobilienhandel hier völlig lahm gelegt habe. Eine Resolution wurde einstimmig on- genommen, die besagt, daß eine Eingabe an die hiesige Gc- meindeoertretimg gelichtet wird, welche die Anshcbnng der seit dem 16. November 1908 m Vilbel eingeführten Wert- zuwachsstcuer energisch fordert.

r. EinartSHausen, 23. Ian. Der hiesige Gräflich Affenheim'sche Forster Gg. H. Karpf wurde pensioniert, nachdem er 55 Jahre im Dienste dieser SLandesherren gc- standen hat. Im Jahre 1844, als die Grafen noch exekutive Gewalt halten, wurde Karpf als Rcntcidicncr nut eurem FadreSgchalt von 60 Gulden, 2 Stecken Brennholz unb alle orci Jahren eine Uniform angcftdlt. Wohl feiten hat eia Mann mit solcher Rüstigkeit schlechte und gute Zeiten über­ed! und nie den Humor verloren. Roch heute nimmt Korps als Neunzigjähriger an den Wcltbegebenheitcn mit Jnlerejfe ieil, er Cann seine Zcllung nicht entbehren und liest sie noch ohne Brille. In der Gegend ist er als obcrhcs'ischc Type gern gesehen, er weiß auch immer etwas zu erzählen. L«

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