Ausgabe 
20.2.1909 Zweites Blatt
 
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Nr. 43

Zweites Blatt

159.R

Erscheint tSgllch AuSnahme 6eß Sonntags.

Die Slttzenn SamtllenHatter werden dem »Anzeiger* viermal wachen lich beigelegt, das Krcisblan für den Kreis Sietzen" zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Seit» fragen" erfchelnen monatlich zweimal.

Redaktion, Exveditron und Druckerei: Behuf* straße 7. Expedition und Verlag: e^5L Redaktion.^KllS. Teü-AdruAnzeigerDieben»

Samstag 30. Februar 1909

Rotationsdruck und Vertag der SrützNch«

llniversuäts - Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gieße».

die Wissenschaft und Erfahrung an die Hand geben, bemüht sind, auch künftigen Geschlechtern reichen Gewinn und Segen aus dem Schatze wohlgepflegter Forste zu hinterlassen: wenn sie den Scharen großer und namentlich kleiner Feinde des Waldes in unablässiger Sorge und Umsicht Widerstand leisten; bann sind es die Früchte Ihres Unterrichts, die sie dazu befähigt haben, dann sind es Ihre Schriften, au5 denen sie sich immer wieder Rat und Hilfe holen. Die Jüngeren aber, denen der Beruf des Wirtschafters im Walde noch als Ziel vor Augen steht, sie verdanken Ihnen die Be­geisterung und den Mut, diesem Ziele unentwegt nachzu­streben. Möge der Ausdruck inniger Dankbarkeit und Ver­ehrung, die alle Ihre Schüler mit Ihnen verbindet, Ihnen an Ihrem Ehrentage zur Freude gereichen!

Dann stattete Geheimerat Professor Dr. Heß den An­wesenden und den Vielen, die ihre Wünsche aus der Ferne gesandt hatten, seinen Dank in bewegten Worten ab.Er­gab Gott die Ehre, der ihm in so hohem Alter so viel Gesund­heit unb Geistes frische und in seiner langen Lehrtätigkeit auch manchen Erfolg geschenkt habe. Besonders gedachte er der treuen Mitarbeit der Herren Professoren Dr. Wimmenauer unb Dr. Weber."

Dann ergriff Dr. Grieb, Direktor der Forstschule zu Eger (Böhmen), das Wort, um als Delegierter des öster­reichischen Reichsforstvereins und des schlesisch-mährischen ForstvereinS deren sowie seinen persönlichen Glückwunsch auszu sprechen.

In herzlichen Worten dankte der Jubilar unb ge­dachte mit Freuden der vielen warmen Glückwünsche auS dem Auslande, insbesondere aus Oesterreich, mit dem ihn; viele Bande knüpfen.

Damit hatte dieser Teil des Festes sein Ende erreicht, das allen Teilnehmern eine gern erfüllte und vornehme Dankespflicht war und allen eine liebe Erinnerung sein wird.

Der akademische Charakter des Festes blieb gewahrt durch einen Fackelzug der Studentenschaft und durch einen Kommers, über die wir noch berichten werden.

innrii.iiOTWBaatLJ. -vm

Stimmungsbild aus Sem preiitz. Abgeordnetenhaus.

Berlin, 19. Februar.

Mit einer wundersamen Neuigkeit beschenkte der Abg. Hoffmann das hohe Haus bei der dritten Lesung der Besoldungsvorlage für die katholischen Geistlichen: Der niedere Klerus hat, so verkündete Herr Hoffmann triumphierend, in der Freundschaft des nur auf das Wohl der Bischöfe und anderen Kirchen fürsten bedachten Zentrums ein Haar gefunben und sucht Schutz und Hilfe unter den Fittichen der Sozialdemokratie! Del, zum Be­weise verlas Herr Hoffmann einen Schreibebrief, der an­geblich die Unterschrift von sieben katholischen Geistlichen trug. Das Haus freute sich königlich über diese offenbare Mystifizierung des leichtgläubigen Genossen durch ein paar Spaßvögel, und die Freude ward nicht geringer, als er mit tragischem Pathos sich über die leckere Zusammenstellung eines allerdings recht lukullischen Mahls kölnischer Llirchen- größen entrüstete. Um die Vorlage selbst kümmerte Herr Hoff.^una sich keinen Pfifferling, aber der Prlsident ließ ihn nachsichtig gewähren. Ohne wesentliche Debatte wurde schließlich das Gesetz in dritter Lesung erledigt, und nun ging man mit full speed an die parlamentarische Klitterung des Hauptstücks der ganzen Besoldungsreform, an die Erörterung des Deckungsgesetzes. Die Kommission hat, wie die Leser wissen, die Regierungsvorlage bis zur Unkenntlichkeit umge­staltet, aber auch mit den Kommissionsbeschlüssen sind die einzelnen Parteien noch lange nicht zufrieden. Aus jedem Lager so ziemlich wurden ein oder mehrere Aenderungs- antrüge gestellt, und die Debatte war von echt deutscher Gründlichkeit. Daß in ihr auch die Reichsfinanzreform keine zu geringe Rolle spielte, war natürlich; mit beinahe auffälligem Eifer mühten sich jedoch die Redner aller bürger­lichen Parteien, in dieser heiklen Frage sich nicht allzusehr festzulegen. Sachlich am interessantesten waren unstreitig die Darlegungen des Nationalliberalen Dr. Keil und der Freisinnigen G Y ß l i n g und P a ch n i ck e. dtamentlich Herr Gyßling besaß sehr bald für seine wohlabgewogene, hier wid da mit diplomatischer Feinheit pointierte Rede das Ohr des Hauses. Im einzelnen hatten die liberalen Redner manches wider die Kommisftonsbeschlüsfe vorzubringen, man gewann aber doch schon in der allgemeinen Besprechung, über die das Haus nicht hinauskam, den Eindruck, daß die Kom­missionsfassung des Gesetzes in allen Hauptpunkten aufrecht­erhalten bleiben wird. Mit einiger Sicherheit ist vorläufig nur auf eine von den Konservativen angestrebte und von der Linken gutgeheißene Erleichterung' der Besteuerung der Gesellschaften mit beschrankter Haftung zu rechnen, die die Kommission ebenso besteuern möchte wie die Aktien­gesellschaften. lieber die Aussichten einer Reihe anderer Aenderungsvorschläge wird erst die am Samstag beginnende Spezialdebatte näheren Aufschluß geben.

vierzigjähriges Dozentenjubüäum von Geheimerat Dr. hetz.

Gießen, 20. Februar.

Ein Jubelfest seltener Art, wie es nur wenigen Menschen vergönnt ist zu feiern, konnte gestern Geheimerat Professor Dr. Heß begehen. Ju Kürze sind es 40 volle Jahre akademi­scher Lehrtätigkeit, auf die der Jubilar an der hiesigen Universität im Dienste der Forstwissenschaft zurückblicken kann. Man kann ruhig sagen, die jetzt lebende Generation

Mieine» FerrMeton»

--Alfred Bock hat, wie der Verlag von Egon Fleische! & Co. in Berlin anzeigt, ein neues Werk vollendet, das den Titel trägt:Die Pariser, ein Roman aus Hessen". Das Buch gelangt demnächst zur Ausgabe. Die Umschlagzeich- wrng rührt von Otto Ubbelohde. Ferner zeigt der Verlag <ni: Alfred Bocks NovellenbuchHessenluft" wird unter dem TitelEn Pays Hessois" in Paris erscheinen. Die lieber» setzung hat Professor Henri. Bur tot übernommen.

Gegen den Keplerbund wenden sich die Pro­fessoren Chun und Ra bi in Leipzig. Sie übersenden der Presse eine von ihnen und 44 anderen Gelehrten (Pro­fessoren der Anatomie und Zoologie, Direktoren anatomi­scher und zoologischer Institute und naturhistorischer Museen usw.) unterzeichnete Ertlärung, worin gesagt wirb: Die Unterzeichneten heißen zwar die von Haeckel in einigen Fällen geübte Art des Schematisierens nicht gut, verurteilen aber im Interesse ber Wissenschaft und der Freiheit der Lehre den von Braß und dem Keplerbund" gegen Haeckel geführten Kampf aufs schärfste. -Sie erklären ferner, daß der Entwicklungsge­danke, wie er in der Deszendenztheorie zum Ausdruck kommt, durch einige unzutreffend toiebergegdbene Embryonenbilder keinen Abbruch erleiden kann.

»Elektra" -Glossen. In der ,91. Fr. Presse* widmet Oskar Blumenthal, dec weilandblutige C^fau", Straußens ,Elektra" eine Reihe stacheliger Epigramme. Wir geben die folgenden wieder:

Beneidet und gepriejen fei,

Wer diesen Tonsiurm kann vertragen!

Das musikalische Straußen-Ei

Verlangt auch einen Straußen-Magen.

Ein Vorzug walket in dem Soneebraitß, Den wir mit liefern Dankgeüihl emp'anden; Cs ist so überlaut der Richard Straus;. Daß wir kein Wort von Hsffmaimsthal verstanden.

Dar Trauerspiel der blutigen Saat

Ergibt em seltsam Reiuliat:

Ter Muller,nörder wird entschuldigt. Dem Slmunenmörder wird gehuldigt.

der im Berufe noch tätigen Forstleute namentlich so weit es sich um hessische Verhältnisse handelt hat zu seinen Füßen gesessen unb seine Lehren gehört. Ihren Dank unb ihre Glückwünsche abzustatten hatten sie sich gestern in großer Anzahl eingefunben, um durch Ueberreichung einer Adresse diesen Gefühlen Ausdruck zu geben. Außer zahlreichen hessi­schen Forstbeamten waren Vertreter anderer Bundesstaaten, standesherrlicher Forstverwaltungen und auch aus dem be­freundeten Oesterreich in der Wohnung des Jubilars zu­sammengekommen. Als Vertreter der Anwesenden und zu­gleich im Auftrage der Großh. Staatsforstverwaltung ergriff zunächst Geh. Oberfoxstrat Dr. Walther von Darmstadt das Wort zu folgender Rede:

Hochverehrter Herr Geheimerat und Jubilar!

Mit freudigem Herzen und mit Stolz vollziehe ich den mir einerseits von Großh. Ministerium der Finanzen, Ab­teilung für Forst- und Kameralverwaltung, anderseits von Ihren zahlreichen Schülern und Verehrern erteilten ehren­vollen Auftrag, Ihnen am heutigen Tage die aufrichtigsten und herzlichsten Glückwünsche darzubringen; ich vollziehe diesen Austrag um so lieber, als ich selbst vor rund 30 Jahren -owohk als Schüler zu Ihren Füßen gesessen als auch später als Assistent unter Ihrer Leitung gearbeitet habe.

Wenn die Großh. Regierung in Ihnen eine Zierde der Wissenschaft unb eine hervorragende Autorität auf forst­lichem Gebiete sieht, so verehren wir Schüler in Ihnen noch weiterhin unseren unermüdlichen, aufopfernden, und ich bars wohl sagen väterlichen Lehrer, dem wir in erster Linie unser forstliches Wissen und Können verdanken. 9tad) vielen Hunderten zählen diese, Ihre dankerfüllten Schüler. Nach allen Himmelsrichtungen unb weithin über die Meere muß man aus schauen, um feinen ber Ihrigen zu übersehen. Unter den zurzeit im Amte tätigen hessischen Staatssorst- dienern sind es m. W. nur 7, die nicht zu Ihren Schülern, wohl aber zu Ihren Verehrern zählen. So können Sie heute mit hoher Befriedigung auf Ihre berufliche Tätigkeit in den verflossenen vier Jahrzehnten zurückblicken. Ihr reger, nie ermübenber Geist läßt Sie aber auch jetzt noch nicht ausspannen. Möge Ihnen ber Allmächtige biese Geistesfrische verbunben mit körperlicher Gesundheit zum besten ber Wissenschaft unb bes beutschen Walbes noch lange erhalten. Dies wünschen von ganzem Herzen Ihre bankbaren Schüler, die Ihnen, verehrter Jubilar, zum Andenken an den heutigen Tag hiermit diese Adresse überreichen.

Der Redner übergab danrz.dem Jubilar die künstlerisch ausgestattete Adresse, die folgenden Inhalt hat:

Hochverehrter Herr Geheimerat!

Vierzig Jahre erfolgreicher akademischer Lehrtätigkeit liegen hinter Ihnen. Wenn es Ihren berühmten Vor­gängern, Hundeshagen, Karl und Gustav Heyer, beschieden war, den stolzen Bau einer neuen Wissenschaft errichten zu helfen, so fiel Ihnen die nicht minder verdienstvolle und dankenswerte Aufgabe zu, diesen Bau im Innern zweckmäßig und wohnlich auszustatten, Hausrat und Schmuck zu schaffen, Kisten und Kasten zu füllen. Dieser Aufgabe haben Sie durch vier Jahrzehnte Ihre nimmer ermüdende Tatkraft gewidmet. Hunderte von Schülern haben Sie in Wissen unb Können heimisch gemacht; sie alle blicken voll Dank­barkeit zu Ihnen auf. llnb wenn bie Aelteren unter ihnen, bie im Dienste bes beutschen Walbes zum Teil schon ergraut sinb, bessen Ernte einbringen; wenn sie mit allen Dritteln,

Wer um sich blickte kühl und undestochen.

Dem fiel es aus bei diesem Kunstexzeß: Mag hat von Hoffmannsthat, von Strauß gesprochen, Jedoch kein Sterbenswort von Sophokles.

Die Instrumente schluchzen, stöhnen, heulen Um tote Verse und erjchlag'ne Zeilen.

Vom Lärm verschlungen sinkt das Wort hinab Und das Orchester wird zum Massengrab.

Tas Werk ist aus.Nun, wie erscheint Ihnen?* So frag tch einen Freund von der Kritik.

Und er erwidert nur mit Sehusuchtsnnenen: .Jetzt hört, ich gern etwas Musik

Der unsittliche Schiller. Aus Augsburg wird berichtet: Bei den beiden letztmaligen Aufführungen derBraut von Messina" im hiesigen Stadttheater wurden am Eingang des Dramas in ber Ansprache ber Isabella zwei Zeilen nicht gesprochen, nämlich fülgenbe:

An diesen Brüsten nährt' ich beide gleich. Gleich unter sie verteilt ich Lieb' und Sorge." DieAugsburger Abendzeitung" stellt nun fest, daß die mit der Ueberwachung der Bühne zunächst betraute Behörde von dieser Sittlichkeitsoperation nichts gewußt, sie also auch nicht angeordnet hat. Es soll aber wohl bei der Di­rektion die Absicht bestehen, auch noch andere Stücke so zu säubern,daß junge Mädchen sie ohne Erröten sehen und hören können". O über diesen sittenlosen Schüler, der solchergestalt die Sittlichkeit der jungen Augsburgerinnen verwüstet! Es wäre auch sehr schlimm, wenn diese jungen Damen auf dem Theater erführen, daß es die schönste und heiligste Pflicht einer Mutter ist, ihrem Kinde aus ihrer Brust die erste Nahrung zu spenden! Und wenn der ganze Schiller sogereinigt werden soll, kann die Sache hübsch werden!

Ein Museum der Geschmacksverirrun­gen. Das Landesgewerbemuseum in Stuttgart hat dem Sammeleifer seines Vorstandes, des Prof. Dr. Pazaurek, eine neue Abteilung zu verdanken: ein Museum von Geschmacks­verirrungen auf dem Gebiete des Kunstgewerbes. Während sonst bie kunstgewerblichen Museen es sich angelegen sein lassen, ausschließlich burchBeispiele bes Guten" zu wirken, find hier Beispiele bes Gegentells zusammengestellt. Sie

Lurivse 5Leuervotzchlägr vor hundert Zähren.

CK. Unter ben Rewrmideen des CtaatskanzlerS Hardenberg nahm die Finanzresorm eine wichtige Stelle ein und beschäftigte die Gemüter IcblKiÜ, da gerade wie in unteren Tagen die Frage nach neuen Steuern brennend geworden war und bie verschieden- aruguen Projekte zeitigte. Unzählige Perjonen reichten Anträge cyi und wollten Mittel angrben, durch die den Finanzen des Staates wieder aiügehollen werden könne. Der Stacuskanzler übertrug die Durchsicht dieser Eingaben dem um die Ausarbeitung der Finanz» eiorm hochverdieiiten Friedrich von Raumer, und Raunier erstattete ihm darauf am 26. August 1810 einen Bericht, der sich in dem bei R. Voigtlander in Leipzig erschienenen Wert Die Franzosenzeit in denlschen Landen" roieoev abgedruckt findet. Der Reierent muß nach Turmlesung der Aklenbande, bie die von Privatpersonen eingereichten Finanzpläne enthalten, konstatieren, daß das Wahre nicht neu und das Neue nicht wahr oder brauch­bar Jet*. Trotzdem will er einige der gar zu kuriosen Einfälle aufzählen, deren jeder einzelne von den Eisender« als allein und radikal hellend angepriefen wird. »Unter den Einsendern befinden sich übrigens Grafen, Barone, Edelleute, Bankiers, Juden. Militär- pertonen verschiedener Art, selbst invalide Soldaten, Kaufleute^ Bäcker, Riemer, Glaser, Stellmacher, Studenten usw., ja felb|t eilte Mademasel, wie sie sich unterjchreibt. Nichts wäre erwünschter, spricht der eine, als wenn dem Staate durch freiwillige Einzahlung der Bürger geholfen würde; deshalb habe ich einen Via« zu einer die gesamte Menschheit beglückenden Jmniobiliarlotterie, entert zweiten zur Verlosung und Ausspielung sämtlicher Domänen eiitivorien.

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sind in drei Gruppen geordnet: Vergehen in Beziehung auf das Material, Vergehen in der Konstruktion unb Vergehen in ber Dekoration. Aus ber bunten Mannigfaltigkeit von Gegen stäuben, bie hier zusammengetragen sinb, seien er­wähnt: Sitzmöbel mit Kanten unb Vorsprüngen, bie baS Sitzen zu einer Qual machen; Gefäße, bie schlecht stehen! ober sich nicht reinigen lassen; Buchtitel, bie nicht zu ent* Kiffern sind; eine Serie von Tintenzeugen in allen erdenk- Uchen Stilarten; Gegenstänbe aus Gips, bie Metall ober Holz vortäuschen usw. Auch vor ber häuslichen Kunstübung macht bie Kritik nicht Halt; mancher Backfisch, ber bem Gegen- [tanb seiner Verehrung eine mit Zigarrenbauchbinben ge­schmückte Aschenschale gespenbet hat, wirb peinlich überrascht sein, dieses Zeichen ber Verehrung unter ben Verirrungen des Geschmacks zu entdecken. Die Ausstellung, kaum er­öffnet, findet regen Zuspruch; manch einer wird jetzt feinen Hausrat unb bieKunstgegenstände" auf feinem Umbau kritisch mustern unb int stillen gute Lehren für bas nächste Hochzeits- ober Weihnachtsgeschenk sammeln. Weniger er­baut werben allerdings die Fabrikanten sein, die ihre Er­zeugnisse plötzlich in dieser schlechten Gesellschaft entdecken.

Wenn man nicht übersetzen kann. Von der Vogelwarte Rossittcn, die bie deutsch Ornithologische Gesellschaft mis ber Hu rischen Nehrung eingerichtet hat, wird A. Hugos Jagd- zeitnng (Verlag Wilhelm Braumüller, Wien unb Leipzig) ge­schrieben : Die vvn der Vogelwarte Rossitten unternommenen Ver- iud>c zur Feststellung ber Vogelwanderungen haben ein interes- lantes Reiultat gezeitigt. Eine junge Lachmöwe würbe in ber .Wittener Rtöwenbruch heimischen Brutkolonie am 20. Juli 190o zugleich mit 27 Actgenossen burch einen Fußring markiert und ftcigelassen. Der Vogel wurde nach 2y$ Jahren, am 6. Januar 1908, in Frankreich bei Le Havre eingesangen, als er mit Hunderten von Genossen Nahrung suchend umherflog. In F-rankreich |mb jefon früher zwei in Rvssitten ausgelassene o a^getrvffen worden, die eine bei Paris, bie andere bet Omstreham am Kanal. An den Fang unserer Lachmöwe knüpft nun die scanzoiische ZeitungLe Petit Havre" eine Betrachtung, bie in der Ueberjctzung folgendermaßen lautet: Seltsame Ent­deck ng. Einem unserer Mitbürger ist es gelungen, in unet* roarteter Weise eine höchst merkwürdige Beobachtung zu machen.

. neuen Teiche zur Jagd gegangen und schoß

eine Möwe der gewöhnlichen Art. .Aoer wie groß wax feujg