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Freitag ÄS. Oktober 1909
159. Jahrgang
Zweites Blatt
Nr. S48
Erscheint ISglich mit Ausnahme des Sonntags.
u nehmen, um Landwirten
Rotationsdruck und Berlag der Brühllchsn UnioersitälS - Buch- und 6tembruckrd.
R. Lange, Gießen.
..Eiehener Zamilienblätter" werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Kreis Siegen" zweimal wöchentlich. Die .Landwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul» straße 7. ExpedlNon und Verlag: 6L
Redaktion:eqA 112. Tel.-Adru AnzelgerGreßen.
Kassel wo er als Generalmusikdirektor wirkte, den „fliegenden Holländer" auf führte. Er erkannte und würdigte die Größe Wagners, wenn er ihm auch innerlich fremd gegenüberstand. Wagner bewahrte ihm zeitlebens innige Dankbarkeit für diese vorurteilslose, tätige Förderung. Als Spohr nach langem, reichgesegneten Wirken, 75 Jahre alt, starb, widmete ihm Wagner einen warm empfundenen, von herzlicher Zuneigung erfüllten Nachruf, in dem er Spohr „den letzten aus der Reihe jener edlen, ernsten Musiker" nennt, „deren Jugend noch von der strahlenden Sonne Mozarts unmittelbar beleuchtet wurde."
— Sonderbar eTheaterverhältnisse scheinen in Göttingen zu herrschen, wo man sich anscheinend am wohlsten fühlt, wenn die Leitung der Bühne möglichst geringe Anforderungen an das geistige Vermögen ihrer Abonnenten stellt. Anstatt dem Direktor für seine Leistungen Anerkennung zu zollen und chn in jeder Hinsicht zu unterstützen, muß er sich auch noch wüste Grobheiten sagen lassen. Die B. V. Z. veröffentlicht darüber dis Zuschrift eines Lesers aus Göttingen, in der es u. a. heißt:
Mit welchen Schwierigkeiten ein Theaterdirektor in der Provinzstadt häufig zu kämpfen hat, wenn er es sich angelegen sein läßt, das Publikum mit der modernen Theaterliteratur bekannt zu machen, das kann man hier in Göttingen beobachten. Ist es hier doch vorgekomnven, daß ein großer Teil der Theater- abonnentcn dem Direktor erklärte, wenn er sich noch einmal ein- s a l l e n l a s s e, an einem Abonncnrentsabend Stücke wieJ b s e n s „Gespenster" zu geben, dann würden sie nie wieder abonnieren! Nach Straften unterstützt wird diese Opposition gegen die moderne Richtung von dem Göttinger Deutschen Boten. De Theatcrdirektion hat jetzt, außerhalb des Abonnemertts, sogenannte Kammer spie labende eingerichtet, um, wie sie mit unver- ken-nbarer Ironie sagt, den Theaterbesuchern Gelegenheit zu geben, auch diejenigen Neuerscheinungen der Literatur kennen zu lernen, die „für einen gewissen Teil des Abonnements- Publikums sich nicht eignen würden". Der erste dieser Abende orachre Ludwig Thomas Komödie „Moral". Darob nun Helle Entrüstung in den Spalten des Antisemitcnbl ättchens, das schließlich des Eingreifen der hohen Obrigkeit verlangt.
, -ben wir denn jetzt leider in Göttingen eine solche Zahl Gäi iche und Gänse, daß man eine eigene Weide für
Giehener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhegen
meines Feuilleton.
— Ludwig Spohrs 50. Todestag. Einer der bedeutendsten s>Nusiker des vorigen Jahrhunderts, Ludwig Spohr, schloß vor 50 Jahren, am 22. Oktober 1859, die Äugen. Er war eine der umfassendsten, reichstbegabten Künstlernaturen seiner Zeit, hochgefeiert von den Mitlebenden, unverdienter Vergessenheit seitens der Nachwelt verfallen. Am 5. Aprll 1784 zu Braunschweig als Sohn eines Arztes geboren, fand er früh Gelegenheit, seine hervorragenden Anlagen zu entwickeln. Der Violine wandte stch sein Interesse hauptsächlich zu. Ihr verdankt er feine ersten Triumphe, die ihm bald einen Weltruf verschafften. Doch Spohr begnügte sich nicht mit dem früh erworbenen Ruhm des vornehmsten, genialsten deutschen Geigers. Auch als schaffender Künstler wollte er Lorbeeren erringen. Anfangs betätigte er sich vorwiegend auf dem ihm am besten vertrauten Gebiete der Biolinliteratur, der er in seinen Fort noch vielgespielten Konzerten wahrhaft klassische Werke schenkte. Allmählich erweiterte sich sein Jnteressenkreis. Es entstanden viele Lieder, Kammermusikwerke (unter chnen das berühmte Nonett), Sinfonien, Oratorien (darunter sein populärstes „Die letzten Dinge") und Opern. In all diesen Werken offenbart Spohr eine schöpferische Kraft von blendendem Reichtum, eine melodische Erfindung von oft bestrickender Schönheit und Anmut, vornehmes, zartes Empfinden, vollendete Meisterschaft im Gestalten. Seine Opern find die ersten, reifsten Erzeugnisse der sogenannten älteren romantischen Schule, als deren Führer neben Spohr noch £3eber und Marschner gelten. Doch fehlt Spohr die Fähigkeit seiner beiden Nebenmänner, breite Massenwirkungen ZU erzielen. Er bleibt auch in seinen dramatischen Werken, unter denen ,,Jessonda", „Faust" und „Die Kreuzfahrer" obenan stehen, stets eine etwas zurückhaltende Natur. — Es war Spohr beschieden, eine lange inhaltsreiche Ich «he der Musikentwicklung mitzuerleben. Lebendig, und fesselnd hat er seine Schicksale, seine Gedanken über Menschen Rind Kunst in einer ausführlichen Selbstbiographie nieder- xelegt. Es ist eines der schönsten Zeugnisse für sein allem Achten, Wahrhaften zugetanes Künstlergemüt, daß er, dessen Schaffen Mozartschen Idealen nachstrebte, einer ^Neu- trscheinung wie Wagner den Boden bereiten half. Lvohr t>ar der erste deutsche Kapellmeister, d in
verspricht. .
Welche sittliche Verwilderung liegt darin, einem Manne, der, ! eit langen Jahren gegen die mächtigste Strömung der Gegenwart > hwimrnend, seine Existenz, ja seine Ehre bewußt aufs Spiel gesetzt , al (denn er kannte seine Gegner genau und wußte, wessen er sich von ihnen zu versehen hatte), einem Manne dieser Art einen solchen schimpf anzutun I Und das unter dem Banner der Sittlichkeit!
Gewiß habe auch ich meine Gegner schweran gegriffen; l i) habe gesagt, daß sie Politik und Wissenschaft miteinander vermischten, daß sie ihre aus oberflächlichen Beobachtungen und politischen Impulsen entstandenen Lehren benutzten, um Leben und Wissenschaft zu tyrannisieren. Doch diese ..'jiigriffe sind hervorgegangen aus streng wissenschaftlichen Unter- Eichungen und waren nie mit Ehr»,Kränkungen verbunden. Was um aber meine Gegner? Statt Methode und Ergebnisse meiner Untersuchungen mit wissenschaftlichen Mitteln zu bekämpfen, suchen Ire zunächst fünf Jahre lang meine ganze Arbeit totzuschweigen, nab als das schließlich nicht mehr geht, suchen sie mich in den 1 lugen der Laien, welche diese Dinge nicht so genau beurteilen können, moralisch zu vernichten.
Freude macht mir dieser Kamps wahrlich nicht. Schon seit langen Jahren habe ich jedem Lebensgenüsse entsagen inussen um meiner Aufgaben willen. Und könnte ich mich nut bsr wissenschaftlichen Arbeit ungestört widmen! Aber in einem '•Hier, in dem andere Gelehrte schon längst ihr Ziel erreicht haben, muß ich noch unaufhörlich um meine wissenschaftliche Existenz r impfen, muß mir jebe Beschimpfung gefallen lassen, nur um der Eache willen." .
Uns scheint, daß es sehr schwer ist, in einem Zettungs- t irtifef die Ehrenbcrg'sche Methode als ganz neu und unparteiisch darzustellen. Professor Ehrenberg, der sich über den Vorwurf, ein Tendenz-Piwfessor zu sein, so bitter be- silagt, macht seinen Gegnern aber ganz offen den gleichen schweren Vorwurf. __________________________
sie einrichten muß? Merken denn diese Gehirnchen nicht, daß düse Sorte von Literatur ihnen nur Zerrbilder aller Moral gibt, um ihren hypnotisierten Ganglienzellen die Idee (ju suggerieren, es sei nichts mit allen Gesetzen der Moral, nur das Gesetz der eigenen Lust gelte ? Beklagenswerte Leute! Freilich, die Spekulation auf gewisse Instinkte des Publikums wird nie vergebli'jch fein, und es wäre Pflicht der Obrigkeit, solche Spekulationen zu hindern."
Leider scheint das Blättchen mit seinem Mahnruf an die hohe Obrigkeit wenig Gegenliebe zu finden, denn diese selbst war an dem Thoma-Abend vertreten. Tas übrige Publikum setzte sich zum großen Teile aus der Göttinger Professorenschaft und ihren Tomen zusammen. Die „Gänse" und „Gänseriche" scheinen also, ebenso wie die Redaktion des „Boten", zu Hause geblieben zu sein.
Der Ton des Blättchens scheint dem allgemetnen Geschmack des „gewissen Teiles des Abonnementspubli- kums" zu entsprechen.
— Kleine Chronik aus Kunst und Wissenschaft. Die Deutsche Vereinigung für Krüppelfürsorge beabsichtigt zu Ostern 1910 in Berlin den ersten deutschen Kongreß für Krüppelfürsorge abzuhalten. — Hedwig Wangel wird in kurzer Zeit wieder auftreten. — Hofkapellmeister August Richard vom! Altenburger Hoftheater hat infolge einer Meinungsverschiedenheit um' Lösung seines Berttages ersucht, die ihm von der Intendanz auch bewilligt wurde. — „Die Tragödie", ein dreiaktiges Drama von Robert von Erdberg, wird im Leipziger Stadttheater nach Beendigung des Schüler- Zyklus zur Uraufführung kommen. — Der Oberregisseur der Hamburger Oper, Felix Ehrt, ist in gleicher Eigenschaft für das Königliche Theater in Kassel verpflichtet worden. — Mas- cagnt ist vom König Bikwr Emanuel aufgefordert worden, währerrd der Anwesenheit des Kaisers von Rußland ein Konzett und eine Opernaufiühruna zu dirigieren. — Lombrosos Testament verfügt, daß leine Bestattung ohne geistliche Begleitung stattfinde. Der Leichnam wird in dem Laboratorium, in dem Lombroso jahrzehMelang unermüdlich gewirkt hat, von dem Schwiegersohn des Gelehrten, Professor Carrara, seziert und dann den Flammen übergeben werden. — Im Bremer Stadt- f^eater hatte Wilhelm Schmidtbonns Schauspiel „Der Graf von Gleichen" einen lebhaften Erfolg. — Eine „Aka- demische Gesellschaft für Dramatik" wurde an den Heidelberger Universität gegründet. Die Gesellschaft stellt sich die Aufgabe, in ihren Veranstaltungen eine leberidige Vereinigung herzustellen zwischen der wissenschaftlich-historischen Forschung und der auskeimenden künsllerischen Renaissance der deutschen Schaubühne.
** Kolosseum. Seit einigen Tagen hat die rührige Leitung des Kolosseums em neues Programm aufgestellt, das sich mit Recht des lebhaftesten Beifalls zu erfreuen hat. Direktor Rappmann hat es verstanden, jede einzelne Nummer zu einem „Schlager "zu machen und eine angenehme Abwechselung in das Programm zu bringen. Fr. Navarra ist eine gute, gefällige Soubrette und erntete ebenso starken üs all wie die en gl. Exeentr. Miß Amatta Graham. Willi Robert erheiterte das Publikum durch seine witzigen Vorträge und Couplets und mußte mehrere Zugaben machen. Die hier schon sehr vorteilhaft bekannte Jrri Dixi erregte mit ihren hübschen eigenartigen Ber- wandlungstänzen ebenfalls lebhaften Beifall. Eine besondere Zugnummer ist M i st e r S u m s, der mit seinen äußerst komischen Spässen und seinen außerordentllch geschickten Kunststücken schon im vorigen Jahre das Publikum zu stürmischer Heiterkeit hinriß und auch diesmal riesig gefiel. Nach der Pause kamen zuerst sehr hübsche farbige Kinematographien und bann die schelmische Vortragskunstlerin am Flügel, Gerty Gotschany, die nicht nur sehr hübsch zu spielen, sondern auch mit feiner Sprachtechnik zu fingen weiß und sich zu einer Zugabe verstehen mußte. Die zwei Verrison fanden mit ihren humoristischen musikalischen Vorträgen, besonders als Fanfarenbläser, starken Verfall, der wohlverdient war. Ausgezeichnet ist Josephine Del- cliseur, ein weiblicher Humorist, der im Gewandt einer Küchenfee seiner außerordentlich lebhaft bellatschten Vorträge zur denkbar besten Geltung brachte. Fritzi Renns fand als schneidige Offiziers-Copistin ebenfalls volle Anerkennung. Den Schluß machte das Pauli-Trio, eine geschmackvolle und unglaublich sichere Turnertruppe, deren hochachtenswerte Leistungen in keiner Beziehung zu wünschen ließen uni) sehr starten Beifall fanden. Alles tn allem ein Programm, wie es auch in bedeutend größeren Städten kaum abwechslungsreicher und erfreulicher ist.
4- Freiensteinau, 21. Okt. Die hiesige Schafherde, unter welcher die Räude ausgebrochen war, wurde gänzlich an einen Händler aus Elberfeld verkauft. Die Verladung der Tiere erfolgte dieser Tage am Bahnhof Grebenharn nach dem IViehhofe in Elberfeld.
xReuters, 21. Okt. Die Leiche des verunglückten 19jähr. Knechtes Lerch von hier wurde heute auf Veranlassung der Eltern nach Maar, dem Heimatsorte des Verstorbenen, überführt.
m. F r i e b b e r g, 21. Okt. Ein junger Mann, angeblich Rumäne, tarn am Anfang des Jahres 1908 zwecks Studiums auf die Gewerbe-Akabemie. Seit biefer Zeit verkehrte er in der Familie einer hiesigen Witwe. Das jüngste Kind, ein bildhübsches Mädchen von 17 Jahren, hatte das Herz des Niko in Flammen gesetzt, aber amt) das 17jährige Fräulein hatte Feuer gefangen, und das Ende war, ttotz energischen Protests der Mutter, eine regelrechte Verlobung. Endlich setzte es Niko durch, daß er mit seiner Verlobten im Februar ds. Js. nach dem fernen Braila reifen durfte, um die Hochzeit im Streife seiner Angehörigen zu feiern. Am Anfang ds. Mts. wurde bann der Witwe mitgeteilt, daß ihr Schwiegersohn sich in Friedrichsdorf i. T. neuerdings mit einem achtbaren Mädchen aus ehrbarer Farnllie verlobt hätte. Trotzdem die Witwe anfangs dem Gerücht feinen Glauben beirnaß, entschloß sie sich doch, der Sache auf den (grunb zu gehen. Sie reift in Begleitung einer Freundin hin und fand das Gerücht bestätigt; der Name auf der Verlobungstarte und die Photographie des Bräutigams sagten alles. Leider hatte der Gauner Mud davon bekommen, indem ihm seine Braut Vorhalt darüber machte, ob es war fei, daß er in Friedberg eine Braut besessen habe. Er leugnete hartnäckig, reiste jedoch am selben Tag nach Frankfurt ab. Von hier aus verständigte er seine zweite Braut in Friedrichsdorf, daß er telegraphisch abberufen worden sei unb bat sie, nach Frankfurt zu kommen, um sich von ihr zu verabschieden, was auch geschah. Von
politische Tagesschau.
Klage» de« Professors Ehrenberg.
Das Nachspiel zum Hochschullehrertag, das sich auf ♦nne geplant gewesene „Tendenz-Professur" m Leipzig be- oq, scheint noch lebhafte Erörterungen hervorzurufen. Bis- er haben freilich, soweit wir sehen, die äuge,ehenen, von -oerrn Ehrenberg vorwurfsvoll als „Katheder,wzrallsten" an- ^esvrochenen Nationalökonom en über den leipziger tfa([ Ltoroiegen. Dafiir ergreift Prof. Ehrenberg im „Tag' nochnvÄ das Wort, unb die beweglichen Singen, die er norbrinqt, werden vielleicht im Schoße der oolrswlrtschaft- Hieben Fakultäten nun doch zu Erörterungen fuhren, die Urenberg herbeizuwünschen scheint. Denn er beklaat sich lbesonders über das Totschweigen, das chm widerfahren fiel Vielleicht sieht indessen der aufgeregte Professor zu fichwarz, wenn er sich überall von Feinden umgeben sieht.
der^schwerste Vorwurf, der gegen einen Mann der Wissenschaft erhoben werben kann, wenn man von 'hm sagt, er labe durch irgendwelche außerhalb der Wmemchaft stehende Machte «ine .Tendenz-Professur" zu erlangen versucht, er sei ein..^.endenz- -3rofefiorfl. Es gäbe kein Wasser, das solche Schuld abwaschen tonnte Dieser Schimpf wird nur jetzt angetan von Fachgenossen enb anderen Hochschullehrern, und die Presse verbreitet ihn und Gilbet ihn weiter aus, obwohl bereits der „Tag- eine Erklärung tOn mir enthielt, wonach ein loyaler Gegner, selbst wenn er von neiner wissenschaftlichen Arbeit nichts kennt, jenen Vorwurf unmöglich aufrechterhalten kann. Ich kann und werde die Entstehung •einer wissenschaftlichen Ueberzeugungen und meiner wissenschall. Liefen Methoden Schritt für Schritt belegen. Dann wird man die mere Notwendigkeit, aus der sie hervorgegangen sind, noch beut« i cher als jetzt erkennen. Aber man brauchte nur meine letzten Broschüren (.Sozialreformer und Unternehmer', .Heimatpolitik', .«Kegen den Katheder-Sozialismus I") zur Hand zi 'u bemerken, daß ich Industriellen wie L
necht kräftige Wahrheiten gesagt habe (früher, als ich 'ach in Hamburg war, auch den Kaufleuten), nur freilich nicht j nie meine Gegner aui Grund oberflächlicher Beobachtungen unter Terkennung der Existenzbedingungen wirtschaftlicher Unternehm- ,ngen, sondern umgekehrt, mich stets bemühend, diese so gründlich ; nie nur irgend möglich zu ermitteln; denn nur auf solcher Grundige kann ich mir überhaupt eine Sozialpolitik vorstellen, die Tauer
Aus Stadt und (and.
Gießen, 22. Oktober 1909.
Tageskalen der für Freitag, 22. Okt.: Stadttheater: .Die fremde Frau." Anfang 8 Uhr.
*
** Aus bem Militärwochenblatt. Der Eha- rakter als Oberstleutnant wurde verliehen bem Major M o o tz, Kommanbeur des Landwehr-Bezirks I Darmstadt. — Zum Major würbe befördert: Kortegarn, Komp.-Chef im Jnf.-Leib-Regt. Großherzogin (3. Großh.) Nr. 117. — Als Eskabronschef versetzt würbe der Rittmeister von Schmelzing u. Wernstein, Abjutant ber 16. Kav- Brig., in bas Garbe-Drag.--Regt. (1. Großh.) Nr. 23. .— Ernannt würbe ber Oberleutnant v. Harnier im Leib- Drag.-Regt. (2. Großh.) Nr. 24 zum Adjutanten ber 17. Kav.- Brig. (Großh. Mecklenburg). — Zum Kompagniechef ernannt würbe ber Hauptmann Siebringhaus im Jnf.- Leib-Regt. Großherzogin (3. Großd) Nr. 117. — Zu Oberleutnants beförbert würben bie Leutnants v. Lichtenberg, Scheu ner im Jnf.-Leib-Regt. Großherzogin (3. Großh.) Nr. 117. — Versetzt würbe v. Teichmann u. Logisch, Rittmeister unb Eskabronschef im Drag.-Regt. König Friebrich III. (2. Schl es.) Nr. 8, unter Beförderung zum überzähligen Major in bas Leib-Drag.-Regt (2. Großh.) Nr. 24. - Zu Oberleutnants beförbert wurden die Leut- kiants Frhr. v. Bis sing. Fahr. v. Preuschen im l^arde-Drag.-Regt. (1. Groph.) Nr. 23, Graf v. Limburg- Stirum im Leib-Drag.-Regt. (2. Großh.) Nr. 24, Frhr. v. Fritsch ,m Großh. Art.-Korps, 1. Großh. Feld-Art.- Siegt. 9?r. 25, Geppert (Karl) im 2. Großh. Feld-Art.- Regt. Nr. 61. — Rempe, Oberleutnant z. D. im Landwehrbezirk I Darmstadt, zuletzt im Großh. Train-Bat. Nr. 18, wurde zum Bezirksofsizier beim Landwehrbezirk Allenstein ernannt. — Schauenburg (I Darmstadt), Leutnant der Landw-Jnf. 1. Aufgebots, kommandiert zur Dienstleistung beim Großh. Train-Bat. Nr. 18, wurde als Leutnant mit Patent vom 26. Februar 1902 im genannten Bataillon ängestellt. — Zaepernick, Leutnant der Reserve des 2. Großh. Feld-Art.-Regts. Nr. 61 (I Darmstadt), wurde, vom 1. November 1909 ab auf ein Jahr zur Dienstleistung beim genannten Regiment kommandiert; während dieser Dienstleistung ist sein Patent als vom 21. April 1903 datiert anzusehen. — Befördert wurde der Zeug-Oberlt. Sem g en beim Art.-Depot in Mainz. — Zu Fähnrichen befördert wurden bie Unteroffiziere v. Wachter im Leibgarde-Jnf.- Regt. (1. Großh.) Nr. 115, Scho eller im Jnf.-Leibregt. Großherzogin (3. Großh.) Nr. 117, v. Lyncker im Großh. Art.-Korps, 1. Großh. Feldart.-Regt. Nr. 25. Der Abschied wurde bewilligt dem Rittm. unb Eskadr.-Chef Lun- gershaus en im Leib-Drag.-Regt. (2. Großh.) Nr. 24, — den Oberlts. v. Na t Huf ins int Garde-Drag.-Regt. (1. Großh.) Nr. 23, iluter Verleihung des Charakters als Stittm., Stamm im Jnf.-Leibregt. Großherzogin (3. Großh.) Nr. 117, mit gefetzl. Pension, — den Leutnants: Prinz zu Erbach-Schönberg im 1. Garde-Regt. zu Fuß, unter Enthebung von dem Kommando zur Botschaft in Men; gleichzeitig ist derselbe unter Belassung feiner bisherigen Uniform zu ben Offizieren ä 1. s. ber Armee über getreten, v. Neufville, Rittm. z. D. und Pferde- vormusterungs-Kommifsar in Darmstadt, unter Verleihung des Charakters als Major und mit ber Erlaubnis zum ferneren Tragen ber Uniform des Garde-Drag.-Regts. (1. Großh.) Nr. 23.
** Der Verband d er Detaillisten-Ver eine im Großherzogtum Hessen hält am Freitag den 29. d. Mts im Kaufmännischen Vereinshaus zu Frankfurt a. M. eine Ausschußsitzung mit nachstehender Tagesordnung ab: 1. Bericht des Vorsitzenden. 2. Der neue Hess. Gemeinbesteuergesetzentwurf. 3. Derbanbsorgan. 4. Das Unlauterewettbewerbgesetz.


