Ausgabe 
19.11.1909 Zweites Blatt
 
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Freitag 19 November 1909

Zweites Blatt

Nr. 27«

159. Jahrgang

Grlcdetw tägU- mit Ausnahme des Sonntag».

Besetzt mit

Gewichtszunahme

bl

55

kg

kg

k?

kg

64

34

142

ll./V.

30./1X.

30

55

156

22./V.

132

51

l.,X

26

51

138

87

132

17./V.

2./X.

139

110

15

Id./V.

4./X.

120

Ta- ftomittt

Die hier mitaeteilten Zahlen bieten für den prattifto Weide­betrieb manches Interessante und Lehrreiche. Abweichend von dem

zur

Frankfurter Börse,

3/,% Reichsanleihe

do.

3°/,

117.10

Prince- Henri-Eisenbahn 5. 132.00

Berliner Börse, 18. November. Ajifaugskursa.

Tendenz-, ziemlich fest

in

A- Bitte daher um Aufbewahrung. 3

*

Alexander Salomon & Cie

In solchem Zustand zur Weide

schon vorher abgehärtet sein.

Mt7 Entschädig für ^nen im DiLste Ä Unfall am säwn vorher abgehärtet sem. solchem ZI U &Äi Ä des Berichterstatters I gebracht, wurden die Omer ran minimal leim

248.20

118.10

. 188.10

. 137.30

202.70

194.00

24.20

101.50

179.00

eo

St.

. 94.20

. 159.40

92,64

83,12

6,56

Fohlenweide Tiergarten Jungviehweide Zell

Jtiitgviebweide Lauterbach Jungviehweide Wernings

0,70

0,60

0,48

Canada E. B.....

Darmstädter Bank . .

Deutsche Bank . . .

Dortmunder-Union C. -.

Dresdner Bank . .

4'/, 47.

#

f I

Bezeichnung der Weide.

45 84.65 93.40 84.60 9. .50 92.90 99-05

62.20

64.00

, 99-40

95.95

94.20

179.60

47.80

88.60

66.10

- 99.00

giessen I» Tlm ^nzerte er Truppe annettL

8 Dh. st em

W*a.AmeBi

RmattonSdruck und Verlag der vrüblich« UnwersuätS - Buch- und SremhrudereL 9L Lange. Dietzen.

Vormittags von 6',, Uhr an: Gelegenheit zur Helt. Beucht Vormittags um 7 Uhr: Tie erste heil. Messe.

um 8 Uhr: Austeilung der bl. Kommunion.

Vormittags um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt.

, um 11 Uhr: Heil. Ai esse mit Predigt Militärgottesdienst

Nachmittags um 6 Uhr: Christenlehre; daraus sakramentalijche BruderschaslS-Andacht. __

Donnerstag den 25. Nooeniber, am Geburtstage Sv. Koni gl. Hoheit des Größherzogs, ist um 9l/a Uhr Mllilärgollesdrenst.

bewiesen, daß die Betriebsänderungen von Vorteil waren.

Durch den früheren Auftrieb und die dichtere Besetzung der Weiden wurde altes, überständiges Futter vermieden, die stärkere Düngung hatte reichlicheres und nährstoffreicheres Weidefutter zur Folge, und das Sparen an Kraftfutter war hierdurch gerecht­fertigt. Durch das Verbleiben auf der Weide während der Nacht­zeit wurde es den Tieren möglich gemacht, ihre Nahrung gerade dann aufzunehmen, wenn es ihnen am gelegensten war, nämlich in den späten Abend- und in den frühen Morgenstunden. Der gemischte Betrieb mit Fohlen und Rindern bedingte ferner eine bessere Ausnutzung der Weiden.

Die Erfahrungen im diesjährigen Weidebetrieb wird sich der Landwirtsckwftskammer-Ausschuß durch rationellere Bewirtschaf­tung der Weiden, Einhaltung und Einführung einer vollständig naturgemäßen Haltungsweise für die Zukunft zu Nutze machen.

Auffallend mag es erscheinen, daß die Gewichtszunahme der Rinder in Wernings nicht unerheblich hinter den beiden anderen Weiden zurückbleibt. Den Grund hierfür wird man in der sehr auffällig in den letzten Jahren zugenommenen Nässe und Ver­sumpfung einiger Weideschläge zu suchen haben: durch eine Ent­wässerungsanlage soll in diesem Winter noch der Kulturzustand dieser Weide verbessert werden.

Wenn nun auch die Gesamterfolge recht günstig zu nennen sind, so schließt dies nicht aus, daß einzelne Weidetiere beim Abtrieb ihre Besitzer nicht zufrieden stellten, und daß für die mangelhafte Entwicklung dieser Tiere die Weiden verantwortlich gemacht werden. Forscht man in solchen Fällen nach den Ur» fad^m, so kann man fast ausnahmsweise feststellen, daß die betreffenden Tiere infolge verweichlichender Haltung und Er­nährung in keiner Weise für den Weidegang vorbereitet waren und bei dem schroffen Wechsel zwischen Haltung zu Hause und Aufenthalt auf der Weide Gesundheits- und Wachstumsstörungen erlitten. Die Weidebeschicker können sehr viel dazu beitragen, daß die Entwickelung der Weidetiere eine gute ist.

Der Gesundheitszustand der Weidetiere war im allgemeinen auf den Weiden in Zell, Lauterbach und Wernings gut, denn die vorgekommenen 5 Verluste haben ihre Ursachen in Knochen­bruch, Fremdkörper und Aufblähen und waren nur Notschlach- hingen infolge Unfall, im Tiergarten traten dagegen vier Wochen nach Eröffnung der Weide seuchenhaft Druse auf. Dieser an­fänglich sehr bösartig verlaufenden sog. Kinderkrankheit der Fohlen fielen drei Tiere zum Opfer, viele andere waren mehr oder weniger schwer erkrankt. Auch hier zeigte es sich, daß abgehärtete Fohlen die Krankheit viel besser überstanden als verweichlichte Stall fohlen.

Oberlandstallmeister von Willich, der sämtliche Weiden im Auftrage Großh. Ministeriums revidierte, konstatierte mit großer Genugtuung, daß in kurzer Zeit ganz außerordentlich gute und schöne Weiden entstanden seien, die durchschnittlich so gut und praktisch eingerichtet, daß auch nicht der geringste Tadel aus- zusprecheil wäre.

Ueber die Krankheitsfälle in Tiergarten äußerle sich derselbe wie folgt:

Unseres Erachtens ist aber weder die Weide, noch das Wasser, noch die Stallungen daran schuld, da alles in der denkbar besten Verfassung gehalten und geführt wird. Allerorts an welchen eine größere Anzahl Pferde oder Fohlen zusammen auf der Weide gehalten werden, tritt die Druse leichter ober schwerer auf, und die Züchter begehen ein großes Unrecht, wenn sie die Hungener Weide für die auftretende Krankheft verantwortlich machen und diese dadurch meiden wollen. In dem großen Staats­gestüt Trakehnen tritt die Druse jährlich auf und gehen horten im Durchschnitt 5 Proz. der Fohlen zu Grunde. Die Fohlen, welche zum erstenmal auf die Weide gebracht werden sollen, müssen zu Hause darauf torbereitet werden, müssen im Freien

ür die am lottn^ iattenbe SPwaliiaien^L ung findet nachmittags

abends 8 Uhr

Linematograpn

24.20

160.00

katholische Gemeinde.

Gottesdienst.

SamStag den 20. November:

Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit heil. Beicht.

Sonntag den 21. November,

2 5. und letzter Sonntag nach Pfingsten:

18. November, 1.15 Uhr.

Elektriz. Lahmeyer . . . Elcktriz. 8<*huckert .

Eschweiier Bergwerk . . Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg-Amerik. Paketf. Harpener Bergwerk. . . L'iurahütte . .

Aordd. Lloyd . .

Oberscbles. Eisen-Industrie Berliner Handelsgen. . . Darmstädter Bank . . . Deutsche Bank . . . . Deutsch-Asiat. Bank . . Diskonto-Kommandit . . Dresdner Bank . . . . Kreditaktien . . . . . Baltimore- und Ohio- v--""

Eisenbahn.......

Gotthardbahn . . .k.- . Lombard. Eisenbahn. - .

Oesterr. Staatsbahn . .

w Besondere Beachtung schenken Sie bitte unserer heutigen Beilage. Für den Einkauf von Weihnachts-Geschenken ist sie wertvoll.

Kirchliche Nachrichten.

Lvangeiifche toemcmdc.

Sonntag den 21. November. Totenfest, Gottesdienst.

3n der Stadtkirche.

Vormittags 91/» Uhr: Pia wer Schwabe.

Vormittags 11 Uhr: Kmderkttche für die MarlrMgerneindc.

Plärrer Schwade.

Abends 5 Uhr: Liturgischer Gottesdienst.

Pfarrer D. Schlosser.

Montag den 22. November, abends 8 Uhr: Versammlung der konfirmier len weiblichen Jugend der Mallhäusgememde, ivobei Uran Missionar Gsell von ihrer Wirksamkeit au' der Goldlnste berichien wirb. Auch die früheren Mitglieder und Gäste werden dazu ivillfommeu geheißen.

Donnerstag den 25. November, vormittag? 9/« Uhr, findet in der Stadlkirche vereinigter Zivil- und Alililargottesdienst zur Feier des (Geburtstags er. König!. Hoheit des Großherzogs statt.

Donnerstag den 25. Nov., abends 8 Uhr, im Markusfaal: Bibelst u n d e. (Bilder aus dem Leben Jesu.) _

Piarrer Schwabe.

Nächslkünstigen Sonntag, als am 1. Advent, findet im Haupt­gottesdienst Beichte und heil. Abendmahl <üv Matthäus- und Markusgemeinde statt. Aiuneldung vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.

Wettere Abeudmablsseiern werden gehalten: am 2. Advent im Abeudgorlesdlenst für die MallhäuSgememde und am 3. Advent un Abeudgottesdienst für die Markusgememde, zu denen besonders auch öie konfirmierte Jugend emgeladen wird.

Jn der Zohonnestirche.

Vormittags 9*/? Uhr: Plärrer A u s > e l d.

Vormittags 11 Uhr: Kmderkirche für die Johannesgekyeinde.

Piarrer A u & f e l b.

Abends 5 Uhr: Pwrrassistent 6 a n ft c t n.

In der alten Friedhosskapelle.

Nachmittags 2 Uhr: Piarrer Bechlotsheimer.

At euds 8 Uhr im Johanliesfaal: Versammlung und Bibel- besprechllug.

Abends 71/, Uhr: Versammlung der konfirmierten männ­lichen Jugend der itukasgemeiude.

Montag den 22. November, abends 8 Uhr, im Johannessaal: B i b e l sl u n d c. Piarrer Au 4 ield.

'Mittwoch den 24. November, abendS 8',< Uhr, im großen Hör- faa( der Universität: Vortrag von Mlssionar Simon aus Sumatra: .Wohin steuert der Islam".

A>n Sonntag den 28. November, 1. Advent, findet Beichte und heil. Abendmahl 'ür bte Lukas- und Johanuesgemeiude im Vor- tnlttagsgottesdlenst statt: weitere Abendmahle finden statt: am 2. Advent für die LukaSgememde, am 3. Advent iür die Johanrres- gemembe, jedesmal im Abendgottesdienst. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.

Am Sonuiag den 1. Advent wird in allen Gottesdiensten eine Kollekte zum Besten der Kirchentaffe erhoben werden.

Redaktton. Erveditton und Druckerei: Schul« ftraee 7. Eroedinon und Verlag 5L Redaktion:112. TeL-Adr>- AnzergerGietzcru

TeiefionEsche KursbeiröcMe

des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel und Jndustrk/'Giessen.

107.00 136.50 202.50 214 00 131.30

202.70 193.n0 101.70 109.00 181.40

137.50 249.20 148.1)0 1V8.60 159 50

209.50

a*

General-Anzeiger für Gberhesjen

i: Uluue oon ö-

K.

®teEtetzener $amiltenblärter werden dem Anzeiger^ otermal wöcheniilch beiqeleqt, das Eretsblatl ffil den Kreis Siehen'' zweimal wöchentlich. D,eLandwirtschaftlichen oeit» fragen erscheinen monatlich zweimal.

^'ber »nLaast^ ^Erchen iiattfin vergnügen

7nt fint

Borger *

bei« j

U Jömcn-?k9cnid)inil Maule liehen nebli..

«Dolen gegen geraten fr Stein, Debneinaak, tenographen-Vereh Stoize-Schrey.

»stag abend vilnktlich 9 SeremslokalSchipkari frtjl-ta lreiches Erscheinen bi ünschl.

Ter Bors,an!.

^menor* 0ll5 Pb I

«nltnmnig angenommen.

Tie Punkte 7, 10 und 12 werden lns auf werteres von der Tagesordnung abgesetzt, die AuSschußanttäge zu den Punkten 8, ine Arbeiter und Hilfsangestellten in den Staatsbetrieben, 9. Er­höhung einer Pension, 11. das Ueberfahren der Station Bingen dirch einzelne Schnellzüge, 13. Gewährung eines Wohnungsgeld- »schusses an hessische Beamten der ehemaligen Maiii-Neckareisew b-fjn und 14 Erbauung einer Nebenbahn von Undenln'im nach Ärmsherm betreffend, ohne wesentliche Debatte angenommen

Zur definitiven Beratung smündl. Berichteritattung) .stehen itotf) verschiedene Punkte auf der Tagesordnung, die iedoch Lilweiie «rigesetzt werden. ,.x

Zur Frage der Jmpfgebühren hat Abg. R eh (Frey rwn Antrag eingeb rackst, diese zur Staatskasse ernzuziehrn und nne entsprechende Aenderung der einschlägigen gesetzlickzen Be- knrmungcn vorzunehmen. , ,... _

Abg. Aule r ftNatl.) beantragt, diesen Antrag bis rum ont- r^mkt einer allgenreinen Neuordnung der Besoldung der -Lstaats- L-amten zurückzustellen, womit 2(bg. Reh nicht einverstanden ist, m die Angelegenheit dringend sei. __

Ter .Präsident läßt über beide Anträge abftinrmen. Der Eintrag AiÜer wird abgelehnt, der des Abg. Reh angerwmmen.

Tie Vorstellung des Verbandes der Kre i s g e o m e te r und im .Kreisvermessungsdienst beschäftigten Geometer 1. Kräfte, Hr. Anstellungsverhältnisse, wird nach kurzen ^Ausführungen des Lerichterstatters Tr. H e i d e n r e i ch nach deft'en Anträgen pir Hebigt erklärt, desgleick^en die Vorstellung des Verems Grotzh. E-wmeter 2. Klasse, anderweitige Regelung der Gehaltsverhalt- iilie und Aenderuirg des Titels der im Staatsdienste angestellten Mometrr 2. Klasse betreffend. , _

Zur Vorstellung des Stationsvorstehers i. P. Hehder zu Lwrnn-

chend von dem herkömmlichen Betriebe in diesem Jahr: der um 23 Wochen frühere Auftrieb, die Besetzung des Tiergartens mit Rindern, eine intensivere Düngung der Koppeln, insbesondere mit stick­stoffhaltigen Düngemitteln, sparsamere Verabreichung von Krast- utter, vermehrte Pfli^e der Weide und Belassen der Weidetiere im Freien während der Nachtzeit. Auf die Frage, welckien Ein­fluß diese Neuerungen auf den Erfolg des,Weideganges ausgeübt haben, geben die obigen Zahlen die bestimmte Antwort, daß die Einwirkung eine recht günstige gewesen ist. Obwohl die Be­setzung der Weiden im Vergleiche zu dem Vorjahre um 30 Rinder und 20 Fohlen stärker war, ist die durchsck-nittliche Gewichts­zunahme von 170 Rindern, die allmonatlich gewogen wurden, mit 79 Kilogramm um 5 Kilogramm größer als der siebenjährige Durchschnitt früherer Jahre. Ueber die Entwicklung der Fohlen und der Rinder im Tiergarten liegen keine zahlenmäßigen Fest­stellungen vor, doch das vorzügliche Aussehen fast sämtlicher Tiere und die Zufriedenheit der Besitzer beim Abtriebe haben

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Mrliche Derr beß ü hauies Bonock . je HMletie ber Sonigni äritahon »"* chasökovis.Hoikn ndreas Hoier ifdiiangmü DMwil >n.neroö .er Hen L tz »

hessische Zweite Uammer.

R.B. Darmstadt, 18. Nov.

Am Regierungstisch: Staatsminister Ewald, Finanzminisler Dr. Gnauth, Minister des Innern Braun, Ministerialrat ) ü f f e r t.

Des gestrigen parlanrentarischeu Abend roegtit begann die heutige Litzung erst um 1/2II Uhr unter Vorsitz des Vizepräsidenten Ko- »el l. Tas Hmis verwies zunächst eine Anzahl zur vorläufigen Beratung gestellter Anträge, darunter den der Abgg. Haas^Noack «nd Tr. Cjann über die, Organisation der Staatsbehörden und die Lereinjachung der Verwaltung des Staats, ferner die Anträge Bähr, betr. Diäten und Umzugskosten der Staatsbeamten, 33er» «indening der Staatsbeamten und das ftaatlid>e ^Bauwesen, an

Harpener Bergwerk . .

Laurahritte. . . . .L.

Lombarden E. B. . .... 7.

Nordd. Lloyd ._

Türkeuivae . . . . .

Giessen.

*tw

ä!

will*,5.

4°,0 Italien. Rente . .

3°/0 Portugiesen Serie I .

3&.o Portugiesen III

russ. Staatsanl. 1905 4':;0;0 japan. Staatsanleihe 4% Conv.Türken von 1903 Tilrkenlose

4°/0 Griech. Monopol-Anl. .

4°/0 äussere Argentinier

3°,-0 Mexikaner .

44/2% Chinesen .

Aktien:

Bochum Guss . . .. -t. ßuderns E. W. . . .

Tendenz fest.

I Derben könne.

Abg. Hebet (Zentr.) bringt einen Fall in Dieburg zur Zprackie, wv ein Mann nach einer Gerickstsverhandlung auf Ver- Mckasiung eines Assessors 24 Stunden lang unschuldigerweife ein» Itfperrt gewesen war.

Staatsminister Ewald erklärt hierauf, daß solche imkon- Toflicrbaren Vorkommnisse nickst die Basis bilden könnten, nach brr man urteilen dürfe. Mast mUse in solchen Fällen Beschwerde ctitegen und den Instanzenweg einhalben.

Abg. Tr. Fulda (Soz.) führt aus, daß gegen § 178 der Bestimmungen eine Beschwerde nicht eingelegt werden kann. Im jnsckstuß an Abg. Uebei erwähnt er einen ähnlichen Fall vom lmtsgericht Darmstadt. Sodann wendet er sich gegen die Aus­führungen des Staatsminister. Tie Antragsteller wottten nicht tet Rickstern, sondern nur dem Gesetz einen Vorwurf machen. k.nne auch einem Anwalt passieren, daß er zu einer sofort W vollstreckenden Haftstrafe verurteilt und also seiner Partei lntzogen wird. Der Anwalt sei aber doch nicht zum Vergnügen leim Gerickst, sondern habe ein Amt zu versehen. Es dürfe iLerhaupt nickst dem angegriffenen Richter zustehrn, auf eine so- hrtige Freiheitsstrafe zu erkennen Gegen .Geldstrafen könne man i>ischwerde einlegen, aber gegen sofort vollstreckte Haftstrafen nütze eine nachträgliche mvralisckn Rechtfertigung Wenig. Redner plädiert fstr eine durchgreifende Aenderung der Art. 178 und 179 des Gesetzes. .

Staalsminister Ewald erwidert, daß in dem vom Abg. Hebel angeführten Fall doch nickst der Richter allein die Ver- iiigung erlassen habe, sondern doch auch die Schöffen da es ii.(h nur um einen Vorfall beim Schöffengericht handelte habet mitwirkten. Es hätte dem Betreffenden doch auch das

Beschwerderecht zugestanden.

Aba. Dr. Schmitt (Zentr.) meint, sS Werde irrt Publikum niemand verstehen, daß tn leicksteren Fällen die Berufung ein- geführt wurde, in schweren Fällen aber nicht. Der Redner tritt rtt wesentlichen für den Ausschußanttag ein.

Abg. 0. Brentano (Zentrft sprickst sich für den Antrag aus mit den Modifikationen, die Abg. Schmitt angeführt hat. Es > i Unrecht, daß der Beschwerdeweg nickst gewürdigt würde. Da­durch werde die Autorität der Richter geschwächt.

[ Justizminister Ewald betont, daß die ton Abg. Tr. Fulda 1 anaeiührten Bedenken nur akademischer Art seienr Nur toenn j fchgefiellt würde, daß vernünftige Bestimmungen von vernünf-

1 gen Menschen unvernünftig angewandt würden, könne man an eine Aenderung gehen. Aus vereinzelt vorkioMmende Fälle, wie M dir erwähnten, Föraie man sich nicht stützen.

Abg. Uebet (Zentr.- geht nochmals auf bat Fall in Die- ftng ein und erklärt, daß seine Darstellungen vollständig richtig seien. Er wolle die Akten mitbringen. Daraus erklärt Justiz- sLinister Ewald, die Sache versvlgen zu wollar. Abg. v. Brentano (Zentt.) hebt nochmals hervor, daß Gesetze nur auf (kunb von Erfahrungen gemacht werden. Abg. Reh macht noch iinige Bemerkungen und bittet, den Antrag anzunehmen.

In der nun folgenden Abstimmung wird der Ausschußantrag cütftimmig angenommen. Tiefer Antrag lautet: Die Kammer ttolle beschließen, die Regierung zu ersuchen, im Bundesrat ge- lezentlich der Revision der Strafprozeßordnung auf eine Neu­reglung hinsichtlich der §§178, 179 und 183 II des Gerickstsver- schsungsgesetzes im Sinne das Ausschußberichts hin^uwirken Ter 'Lisfchuß stimmt darin der Ansicht bei, daß ein Beschwerderecht mit aufschiebender Wirfirng verlieben werden möge.

Zum Antrag der Wgg. Ulrich und Genossen, Enchchadtguiu; für unsckmldig erlittene ottap und Untersuchungshaft betreffend, erklärt der Justizminister Ewald, daß das Reickstssultizamt schon 'N eine Revision dieses Gesetzes eingetreten fei. Was die Ent­schädigung aus Staatsmitteln für die Personen bettifft, die nicht inirch eine Entscheidung des Gerichts, sondern durch eine Verfügung i-ti Staatsanwalftchast aus dem Sttafverfahren entlassen werden, so sei das Reichsjustizamt der Meinung, daß diese Angelegenheit lau: peichsgesetzlich geregelt werden könne.

Nack/dem Abg. Reh als Berichterstatter nochmals für btc Anträge gesprochen hat, werden diese in der folgenden Abfttmtnung

73

213

3V,olo Oberhessen .

4°/0 Oesterr. Goldrente. - .

" 'n Oesterr. Silberrentc. d8^o

Ungar. Goldrente 34.70

Kirchen plati 9. .80 Die Mosel on Bernkastel bis Kobltti ?n Ta» d. MOUbr ttte kolossenm

| Auler, die Vorstellung nochmals der Großh. Regierung zur Wohl- | wollenden Berücksichtigung zu unterbreiten und zu prüfen, ob es nicht angängig sei, aus speziell hessischem Fonds ihm d>e Tiffcrenz zwischen seiner Forderuttg und der ihm gewährten Entschädigung zu bewilligen, einstimmig angenommen

Tamit ist die Tagesordnung erschöpft. Näckstte Sitzung Frei, tag vormittag 9 Uhr mit der Tagesordnung: Wahlrechtsvorlage.

Betriebsergebnifie der oberhessischen Zungvrchwerden im Sommer |909.

Die Jungvieh- und Fohlenweidcn des Landwirtschastskammer- Ausschusses für Lberhessen waren im verflossenen Sommer mit 120 Fohlen und 213 Rindern besetzt, deren Bertettung aus die einzelnen Weiden aus nachstehender Zusammenstellung ersichtlich ist:

3V,0/o Konsols .....

3°/fi do.

3*/,?/» Hessen . " Tr.

Vie zuständigen Ausschüsse.

Bei Beratung des Anttags der Abgg. Ulrich und Gnwften, Aevision der Bestimmungen über die Aufrechterhaltung ; der Ordnung in den Gerichtssälen, führt Staats-

ntinister Ewald aus, der Anttag bilde einen schweren, aber

daltlosen Vorwurf gegenüber den Gerichten. Nach seiner Bevback>-

cung und 30 jährigen Erfahrung im GLrichtsWesen habe er nie rinen Mißbrauch der Bestinrmutrgen feststellen können, sondern tut Gegenteil sehr oft die Langmut, der Richter bewundert. Auch wirten die Gerichte einmütig erklärt, daß ein Bedürfnis zur fotberung der bestehenden Bestimmungen über die Aufrecht- S Haltung der Ordnung in den Gerichtssitzungen nicht anerkanM