Ausgabe 
24.9.1909 Zweites Blatt
 
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Nr. S24

Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntag?.

Gedanke der Mutterschaf ts-

zunächst Pfarrer Graue

B.

liglen Wunsche^ wittern.

mir

3/t°/o Reichsanleihe

118,80

1

eh-

dadurch, daß ihre Alimente erhöht bercchttgung zugcstandcn wird. Der Versicherung ist durchaus berechtigt.

253.00

122.50

3°/n

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. 211.50 . 201.70

24.80 . 102.80 . 160L0

DieEietzener Familienblatter" werden dem .Anzeiger^ viermal wöchentlich beigelegt, das Kreisbiart für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Zeit­fragen" erscheinen monatlich zweimal.

do. .

Konsols do. -ft

rpener Le.'gv. Luurahütte . . Lombarden E. B. Nordd. Lloyd . Türkeulusc . ,

. 183.80 .139.30 - 248.70

. 85.20

. 162.00

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99.30

Tendenz: fest.

Berliner Börse, 24. September. Anfangskurse.

04 84.95 94.20 84.90 93-80 93.00

99-30 98.00

94.85

Rotationsdruck und Verlag der Brübl'schen Unwersiläts - Buch und Ekeindnickerei. 8t. Lange, Gießen.

hauptet, Traub stehe

nicht mehr auf der Löhe einer christlichen Welt­anschauung.

Landgerichtsrat Kuhlemann (Bremen) wendet sich gegen Lipsius. In seinem Schlußwort verteidigt sich der Referent Traub gegen die ihm in der Diskussion gemachten Vorwürfe.

auf Klatsch beruhen.

Das Zentrum und Herr von Bethmaun-Hollweg.

Harpencr Bergwerk. . . Laurahütte . z. - .

Nordd- Lloyd ,r. . . . Obcrschles. Eisen-Industrie Berliner Hondelages. . . Darmstädter Bank . . . Deutsche Rank . . . . Deutsch - Asiat. Bank .

Diskonto-Kommandit ., .

Dresdner Bank . . .

Kreditaktien.....

Baltimore- und Ohio- -

Eisenbahn ..... . Gotthardbahn-.. Lombard. Eisenbahn. ?_ .f.. Oesterr. Staatsbahn Prince - Henri - Eisenbahn -.

W Der auswärtigen Auflage der heutigen Nummer liegt eine Preisliste des Engros-Haines in Weiß-, Woll-, Schnitt, Kurz-, Ltruuwi und Luielwaren Gcbr. 5. & '-6. Lchrllbon in Müuwcn bei, welche hauvtsächlich für Wlederoerkäuscr und Handlungen ein­gerichtet ist. hvl®/9

Redaktion, Expedition und Trucker. S^iul- straße 7. Expeditton und Verlag. 51.

Redaktion: 112. TeL-Adr.: AnzergeriLreßen.

hier oder auswärts u. ». siundenweue einMbll^- auch im 6lagcwcien en*

Eingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser :)iubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantworttmg.)

,Gin berechtigter Wunsch.^

Lediglich weil die Erwiderung deS Herrn P H. so überarrs typisch für die Sache ist, um die cs sich ganz abgesehen von dein Einzelfalle, in deirr Herr P. H. das Versäumte jetzt nachgeholt hat handelt, will ich ihm nochmal ? erwidern:

Alles, was er zu seiner Rechtfertigung an'iihrt, bestätigt über alle Maßen, welch sonderbare Auffassungen er über das Verhältnis des Architekten zu feinen Bauten und umgekehrt hat. Wenn man verlangt, daß dessen Name neben vielen anderen in einem langen Einweihung--berichte nicht vergessen werde, so ist dasübertriebene Standeseitelkett" (entschuldigen Sie doch, bitte, daß wir liberhauvt geboten sind I), ja, verr P. H. fürchtet sogar, ,uoin Thema ab- zuschweiien und die 9lebeniad)e zur Hauptsache zu machen", wenn er auch den Erbauer nennt! Weiter stellt er folgende Thesen au\: .War der betreff. Architekt in dem Festprogramm, das dem Berichterstatter hinsichtlich der Namen der beteiligten Personen als Grundlage diente, namentlich aufaesührt, ivie dies bei den übrigen Festtetlnehmern der Fall war? Nein! War es mit Rücksicht auf das Thema (!) an gezeigt, die Beschleunigung der Abfassung des intrimmierten Artikels inner der Einholung des belr. Namens not- leiden zu lassen? Wein! Konnte der Verfasser deS Berichtes die Tragweite seiner Unterlassungssünde ahnen ? Öiliii !"

Ich kann es mir nicht versagen, diese Satze wörtlich zu zitieren und auf jedes .Wein!" emTraurig genug 1" zu antworten. Ter Herr Berichterstatter hat also wenn er überhaupt daran dachte geglaubt, den Namen des Erbauers von keinem der Fest­teilnehmer erfahren 311 können, ei, ei! Warum hat er ihn dann nicht selbst gefragt ?

Und all dies soll eine Erwiderung ans meine Ausführungen ein und wich veranlassen, zu Kreuz zu kriechen?

Trotz meinem .getrübten Blick" sehe ich and) aus diesem Falle wieder klar, daß es leider noch gute Wege hat, bis sich die richtige Würdigung baukünstlerischer Xieiflungen und ihrer Urheber in weiteren Kreisen burd)ringt. Solche Einzelfälle (z. B. wurde dieser Tage wieder in einem Bericht in der.Tarmst. Ztg/ über die Ein- weihung des für 160 000 Nit. erbauten Elijabethenhauses in Bad Nauheim unter allen Namen just der des Architekten vergessen) müßten öfters festgenagelt werden, dann wirds allmählich doch anders werdeii. Zum Schluß will ich dem Herrn Eegenemsender vorsichtshalber noch mitteilen, das; ich nicht Privatarchitelt bm, da­mit er oder andere nicht etwa falsche Motive hinter dembered)-

DeutWr Protestantentag.

4 Bremen, 23. Sept.

tigt sich ferner derDeutsche Bote" mu der neuen Kamarilla, die den Sturz des Fürsten Bülow herbeigefährt haben soll. Als Häupter der neuen Kamarilla sind Fürst v. Fürsten­de rg, der Freund und Reisebegleiter des Kaisers, und Abg. Gras Oppersdorf genannt.

Wir vermuten stark, daß all diese Enthüllungen

Aircyliche Nachrichten.

Evaiigellsche Gemeinde.

Sonntag den 26. September, 16. nach Trinitatis: Gottesdienst.

3n der Ztadttirche.

Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Adolph.

Zugleid) Ehristenlehre für die Neukonfirmierten aus der Matthäusgemeindc.

Vormittags 9l/a Uhr: Pfarrer Schwabe.

311 der Zohannerkirche.

Vormittags 9/» Uhr: Pfarrer A u s 1 e 1 d.

Vormittags 11 Uhr: Kmderkirche für die Zphannesgemeinde.

Pfarrer A u s f e l d.

Abends 8 Uhr im Konfirmandensaal Versammlung und Bibelbesprechung.

Heute Freitag, nachmittag 5'/, Uhr, im Konfirmandensaal: Vereinigung der fo»firmierten Mädchen aus der Johannes- gemeiube.

Telefonische Kursberichte

des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank ftlr Handel end Industrie',^Giessen.

Frankfurter Börse, 24. September, 1.15 Uhr.

Ethik zu ziehen, und die Frage taucht auf, ob nicht ein weit größerer Zwiespalt zwischen der christlichen Ethik aller christlidien Jahr­hunderte und der heftigen christlichen besteht, als zwischen dieser und der modern-philosophischen.

Das Christentum bedeutete das Aufsteigen einer bestimmten gesellschaftlichen Schicht, die bis dahin in der Geschichte des römischen Reiches nicht beachtet wurde. Arme, Kranke, Gefangene, Fremde, Witwen und Waisen, das sind die Kerntruppen der Streife, nm die sich Sorge und Leben der Gemeinde dreht. Frei­lich, in einem Punkte zeigt sich wieder der Schatten jener rasch in das Licht der Oeffentiichkeit getriebenen Gemeinden: in der Ausbildung der Lehrgrundsätze.

Die3rrIefjrer" erschienen wie die Pest ober der Strebs, und man trennte und schied sich aus nichtigen Gründen. Fede moderne christliche Ethik ist grundverschieden von dieser Ethik des Urchristentums. Eine christliche Ethik, die im Strom der modernen Entwicklung bleiben oll, muß modern sein. Die Wissenschaft vom Sittlichen kennt keine kirchlichen Voraussetzungen. Der Schlechte verkettet, aber verbindet nicht auf die Dauer. Die christliche Ethik muß Dies-- eitsaufgaben erfüllen, allen helfen zum wirklichen Aufstieg, daß wir alle Menschen werden. Die Ehe ist keine rein individuelle Angeleg it. Ihr Zweck ist Kindercrzcugung bezw. Kinder-

erziehui' Das menschliche Geschlecht verlangt nach Zukunst.

Von dennclben Gesichtspunkt aus kommen wir zu der Forderung gruiibiü. ucher Volksvermehrung und lehnen den Neomalthusia- nismus ab. Für die unehelichen Kinder muß gesorgt werden werden und ihnen Erb-

Ein, auch aw« wntiu guten bürgerl. Privat^ und Abendtttch «W

Md. zuerst, id. Qj-L

Nack)dem wir gestern von linksiiberalen Forderungen an den Reichslanzler Kemttttts gegeben haben, meldet auch das Zentrum seine Wunsd)e an. DieKöln. Volksztg." begrüßt den Kanzler mit folgenden VorhalMngen,

Wenn v. Bethniann Hollweg die jetzige Polenpolitik unverändert weiterführen müßte, würde ihm ja auch nichts übrig bleiben, als im Reiche die Blockpolitik wieder aufzu- nehmen, zumal ex als Staatssekretär des Innern ja gerade der offizielle und wirklid)cBlockMinister" war. Wir hoffen, daß er zu viel Selbstgefühl haben wird, um als Doktor der Politik nichts weiter zu tun, als.seinen Kranken die bekannten Bnlow- schcn Pillen zu verschreiben, sondern er wird der Welt zeigen, daß er selbst denken und selbständig handeln gcleriü hat. Von einem Reichskanzler und Ministerpräsidenten, der für die Neu­orientierung der gänzlick) verfahrenen Polenpolitik keinen selb­ständigen Gedanken mitbrächte, würde man das allerdings nicht sagen können. Gerade auf diesem Gebiete wird man sehen tonnen, ivas der neue Ztänzler zu leisten vermag! Die N^>dus, hic salta! Wenn er hier auf den unglücklichen Wegen Bülows weiter wursteln sollte, dann wäre es schade um den Tausch. Damit wollen wir keftieswegs sagen, daß die polnische Frage für uns die Hauptfrage ist; sie tarnt nur als Probearbeit für das weltgeschichtliche Examen gelten, das der neue Kanzler vor der lllachwelt abzulegen haben wird, und wir haben uns hier eingebenber darüber ausgelassen, weil man auf gegnerischer Seite' bemüht war, den Kanzler gerade in dieser Beziehung festzulegen. Wir haben sonst ja noch eine ganze Zahl von Reformwünscheu, sonwhl was das Gebiet der inneren, als der auswärtigen Polftik betrifft .

Wir glauben, daß der Reichskanzler in der Polenfrage schon genug gesagt hat, um die Annahme zu rechtfertigen, daß er die hier geäußerten Erwartungen em tauf eben wird. Es wäre ja auch gar nicht zu verantworten, tuemi die bisher verfolgte Politik den Polen gegenüber wieder ins Schwanken käme. Es wäre interessant gewesen, von derKöln. Volksztg." zu hörem welche praktischen Schritte denn das Blatt demnächst erwartet. Soll das Enteignungsgesetz vielleicht wieder rückgängig gemacht werden?

Vermischtes.

* Das Kuckucksgericht. In Flandern gibt es höchst sonderbare Bräuche. Verflossenen Somttag wurde z. B. in Pöl­te u r, unter großem Andrang von Leuten aus allen Dörfern und Städten der Ümgegenb, die Tagung des Kuckucksgerichts eröffnet. Tiefe Gerichtssitzungen, so schreibt man demMessaggero" aus Brüssel, finden jedes Jahr einmal statt. Auf der Brücke, die Pottcur von Sart trennt, sitzen die Volksrichter und zitteren vor ihr Tribimal alle betrogenen Ehemänner Kuckucke, ferner Prämier, diegerichtsnotorisch" Memmen sind und sich von ihren Weibern schlagen lassen, außerdem noch andere, die sich in irgend einer Weise lächerlich gemacht haben und ihren Dvrsgenossen: zum Gespötte dienen. Wenn sie nicht freiwillig erscheinen, werden sie von einer Patrouille von 20 oder 30 Bauern aus ihren KAckucksiieswiil, d. h. aus ihren Däusern, herausgeholt und auf die ominöse Brücke geschleppt. Vier werden sie einem burlesken Verhör untern»nen; diesem Verhör folgen noch wett burleskere Anklage- und Verteidigungsreden. An den Prozeßdcbatten be­teiligt sich msist in sehr lebhafter Weise auch das Publikum, und es iommt zu heftigen Wortgefechten, die gewöhnlich damit enden, daß dem unterlegenen Tell in Bier oder Geld zu ent­richtende 3traten auferlegt werden. Bei den Verhandlungen zeigt sich der Volkswitz maiichnial in seiner ganzen grausamen schärfe; bie Angeklagten werden fast immer verurteilt, und die Strafen sind von verblüffender Einfachheft; der Verurteifte muß Richter mid Publikum mit Bier regulieren oder sich in die Mistgrube werfen lassen. Weim alle,diese Prozeduren erledigt sind, beginnt der letzte Akt der Zeremonie: man ergreift den jüngsten Ehemann des Dorfes und wirft ihn ins Wasser. Es ist dies eine Präseroatio- taufe gegen Pech in der Ehe!

OSS*

Wollen Sie t sparen *»

27^eptemberge--

parseval und Zeppelin.

Aus die gestern verösfenllicksten 9Jiittcüungen des Majors v. Parseval antwortet Dr. Eckener-Friedrichshasen in der F. Z. il a. wie folgt:

,^Zch möchte nicht auf die zum Teil etwas nervösen Aus­lassungen im einzelnen näher eingehen. Ich will zunächst nur wiederholen, was ich schon in der vorigen Notiz sagte, daß die umsichtige Leitung" der Zeppelingesellschaft unseres Wissens nicht im Entfernte st en an di e Möglichkeit eines Wettkampfes in Frankfurt gedacht, geschweige denn einen solchen tatsächlich ausgefoästen hat. Es ist in der Tat schwer einzusehen, welchen Nutzen man sich von solchen Scherzen für die Anerkennung des starren Systems noch ver­sprechen sollte, das seine enorm zu Vorzüge in so vielen -stücken nachgerade genug dar getan hat und das in Frankfurt sehr viel wichtigere Dinge als einen Match mit demP. III." zu besorgen hatte. Am wenigsten würde man sich natürlich auf einen Wettlauf mit dem Vertreter eines anderen Systems ein- lassen, wenn man, um einen Vergleich aus einem verwandten biet zu entlehnen, nur sozusagen einenPostdampfer" seines eigenen Systems gegen denSchnelldampfer" eines anderen zu sctzcn ljat, und momentan Motoren im Fahrzeug hat, die bei aller sonsttgen Vortrefflichkeit leider scheinbar einen kleinen Modellsehler in den Zylindern aufweisen. Sperr Major v. Parse­val gibt dieses ja auch in der Sache selbst zu, und ich befinde mich in der Hauptsache mit ihm demgemäß in Uebereinfrimmung. lieber das Ergebnis der einseitig durchge führten imb unter höchst anfechtbaren Bedingungen vor sich gehendenWettfahrt" freilich urteile ich nickst nut der Bestimmtheit wie Major v. ParsevaL Ich gebe nicht zu, daß der ZeppelinschePostdampfer" nennenswert oder überhaupt langsamer sei als der Parsevalsche Schnelldampfer", und ich erkläre dieses bei der mir sehr wohl bekannten Wirkung der Parsevalschen Gondelaufhängung da­mit, daß lediglich das starre Fahrzeug völlig ohne Kippmomeittc fährt. Ein Wettlauf unter fairen Bedingungen wird es beweisen. Ich muß bann aber und das ist der prinzipielle Haupt­punkt der Ausführung des Herrn Ätajor v. Parseval ettt- schieden bestreiten, daß die Zeppelin-Schiffe wegen ihrer relativ geringen Tragkraft stets verhältnismäßig schwächere Motore als die Parseval-Schisse aufweisen würden. Das trifft nur für kleinere Adobe!le zu, die aber nickst die nötige absolute Tragkraft für große Leistungen besitzen. Bei ganz großen Fahrzeugen aber, die allein die den starren Luftschifsen ge­setzten Zwecke erfüllen können, wird es umsoweniger der Fall sein, als man bekanntlich noch wesentlich leichtere Materialien zum Bau des starren (Verüstes und der Gaszellen verwenden kann wenn überhaupt große Fahrzeuge des Pvrseval-Typs konstruiert werden können."

junger 'eU'itQ'Sfanni DawenbekanM .uqeÄ

MxO

An den Vortrag, den Reichstagsabgevrdneter Pfarrer a. T. Naumann im großen Saale des Künsller-Vereins iwcr kirck> lichen und politischen Liberalismus hielt, knüpfte sich eine längere Diskussion, in der Graf Hoensbroech betonte, daß der Liberalismus große glänzende Gedanken habe; er dürfe aber nicht in der Theorie stehen bleiben: die Trennung von Kirche und Staat müsse das Ziel sein, auf das er hinarbeiten tolle. 'Weiter habe der Protestantismus den ernsten Kamps gegen Ultra numtamsmus }u fuhren. Pfarrer LicT rau b Cxurtrmmb) teilt den Standpuntt des Vorredners bezüglichLiberalu'mus. -Lcr Gedanke einer Treirnung von Kirche und Staat sei im Anmärsche. Aber wohl nicht alle Liberalen wurden dafür cintreten. Pastor Klapp (Hamburg) befürwortet eme Bundesgeiw>icn,chaft des religiösen und politts'chen Liberalismus. Pastor Vollmann (Bremen) meint, daß der politische Liberalismus 0hm den reli­giösen nicht weiterkommen werde. In seinem Schlußworte hält Pfarrer a. D. Naumann es für imtwenbtg,^bas die Kirche volle Fühlung mit der Volksseele behalte, x-er jjoröerung des Grafen Hoensbroech gegenüber aus -Lremnmg von Kirche ^unb Staat fei zu betonen, daß sich der Per>mrt1ichung dieser For­derung große Schwierigteilen in den Weg stellten. Ebenso werde das Verlangen auf Einführung eines staatlichen Rcttgwnsunter- richtes in den Schulen sich nur schwer erfüllen lassen.

Heute vormittag 10 Uhr begann an Kültjllerhauie die Ivette Hauptversammlung. Pfarrer Lic. Traub i Dortmund) sprach über mo derne und christliche Ethik.

Dckr Redner führte aus: Hat die theologisch-' Ekhik wirllich das Recht, sich christlich zu nennen ? Wemi man die.M^lsystem chrisllicher Theologie der verschiedenen Zeiten ^rgleicht, so kommt man zu der Erkenntnis, daß sie ;7rundiatzlich verschieden sino. Wo läuft denn heute der Schnftt zwischen chriIdieher mto 01000x11« Ethik? Am Anfang des letzten Jahrhunderts steht ein Ath.ist und richtet mit anderen zusammen das prQisttsche Volk au» dein Staube auf: Fichte, und am Ende des ^ahrhundert» gwt em überzeugter Christ der Christenheit das Rätsel aus, die Mrgpredigt mit seiner Politik der Macht mtd des Krieges, ja krieges zu vereinigen: Bismarck. Es .'.ndell dem Ernst- überlegenden vor der Verantwortung, di rei.

.GSe,1

politische Tagesschau.

Nachwehen zu demNovemberstnrm".

lieber den Sturz des Fürsten Bülow wird noch immer viel geredet und geschrieben. In derKreuzztg." veröffent­licht der geschäftsführende Ausschuß der konservativen Partei folgende Erklärung:

In Nr. 220 desTags" erschien aus der Feder des Freiherrn vonZedlitzundNeutirch, Mitgliedes des Dauses der Abgeordneten, einHinter den Ku- dlisseift" betitelter Aufsatz, der mit dem folgenden Satze beginnt:Auf die Verständigung zwischen Konservativen und Zentrum über die Reichsfinanzreform ist hingewirkk worden, indem man führenden Mitgliedern beioer Par­teien die Ueberzeugung beizubringen gesucht hat, daß Fürst Bülow infolge der Novemberereignisje das Ver­trauen des Kaisers unwiderbringlich verloren habe, und es dessen Wünschen entsprechen würde, wenn der Reichs­kanzler über die ReichSsinanzreform stürze." Diese Nach- rid)t ist, soweit unsere Parteileitung in Betracht kommt, von Anfang bis Ende erfunden.

Die Märkische Volkszeitung, ein ochterunternehmen des Zentrumsorgans, der Germania, bringt gleichfalls sensationelle Mitteilungen über die Novemberstürme und über die neue Kamarilla. Darnach soll die Geschichte mit dem unleserlichen Manuskript des Kaiser­interviews, das im Daily Telegraph erschien, eine Fabel sein. Das Manuflript soll nul)t bloß im Auswär­tigen Amt gelesen und geprüft, sondern auch sorgfältig ab» geschrieben worden sein. Fürst Bülow soll nicht von den Enthüllungen im Daily Telcgraph-Fnierview peinlich über­rascht gewesen sein, wie er es dargestelL hat, sondern er soll es gelesen und gebilligt haben. Er solle dann gewissermaßen beiseite gesprungen sein, um die Pfelle auf den Kaiser haben prasseln zu lassen.

Unter der lleberschristEulenburgs Nachfolger" bcschäf-

Canada E. B. . . . Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . .

Tendenz: fest.

3l,,°/0 Hessen

3'/,0|n Oberhessen .--rr 4°/0 Oesterr. Goldrente . 47S°/O Oesterr. Silberrente. 4" n Ungar. Goldrente . ,. 4° 0 Italien. Rente . . .. 3° 0 Portugiesen Serie I . 3% Portugiesen III . 4/,% russ. Staatsaal. 1905 4V/ojaPan- Staatsanleihe 4°/0 Couv.Türken von 1903 Tiirkenlose......

4°/0 Griech. Monopol-Anl. . 4°/0 äussere Argentinier . 3° 0 Mexikaner.....

4*/,% Chinesen ... .

Aktien:

Bochum Guss . .. . Buderus E. W. - -. . . .

eftag Bahnh«t» lzcr-Ach ,em ÄL

--Anfnn,. v.

Zweites Blatt 159. Jahrgang Freitag 24. September 1909

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Gberheffen

Elektriz. Lahmeyer . . . 112^5 Elektriz. Schuckert ... 126.25 Esch weil er Bergwerk . . 209.50

Gelsenkirchen Bergwerk . 213.00

Hamburg-Amerik. Paketf. 132.40

211.30

Bildungs drang.Maxr, wie heißt doch man jleich der fleenfte Krafttril, wo man in de Elektrizität mit rechnet ?" W a11, Baier!"Teekessel, z.oecrnal sage ick s nicht!"

* §>öchste Resignation. ' re Tochter be ucht keine dell Dem irruio- Bälle mehr ?"^ciiu die hat jsgar )ä;an au, Badereisen mzen chrisllicher | verzichtet."

brudern

verbunden darauf Familien^ n Bootshaus, gebeten.

__Ter Vorsi.1

i-Unde n der Turnballc itatMl I an mitlanzmii j mit ein

Menges. .Zur Itni j

Bess. Mädchen, dac 1 bügeln kann, fudit iltto g besserem Hause. M bnr.i r

Frau Wmlcr, ölortp Lleäenvermililunq, Sux.- .

Tücht. Mädchen, mit oir..s in besserem Haus gebier: z a jung., zuverlässig. Mädäa Lande suchen Siede.

Frau Schmidt, Neuert: jröpt ul ita Ji suchen Stellung1. £t ?ttau Herr, Zonnewir

katholische Gemeinde. Sotterdienst.

Samstag den 25. September:

Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beicht.

Sonntag den 2 6. September,

17. Sonntag nach Pfingsten:

Vormittags von 6*/, Uhr an: Gelegenheit zur heiL Beicht.

Vorniiltags um 7 Uhr: Tie erste HeiL Liesse.

um 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion.

Vormittags um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt.

, um 11 Uhr: Heil. Atesse mit PredigL

Nachmittags um 2 Uhr: Ehristenlehre; daraus Andacht für die Abgestorbenen.

Freitag um 7*/, Uhr ist L>egenömesse, Freitag und Samstag abend um 6*/, Uhr ist Rosenkranz-Andacht nut Segen.

Verantwortlich für Feuilleton und Vermischtes: I. V.: August Goetz.

Zn der Diskussion stimmt z.- _______.

(Brandenburg) im allgemeinen den Ausführungen Traubs zu. Baarz (Vegesack): Der Neomalthusianismus sei nicht ohne weiteres zu bekämpfen. ^Notwendig für die christliche Ethik sei die Bekämpfung des Alkohols. Dr. Lipsius (Bremen) bc-

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