do« Hof zum Feld unb von Parzelle zu Parzelle?
Die Beurteilung der uns zugehenden Bearbeitungen btt vier ersten Ausgaben erfolgt durch die Redaktion, & Gemeinschaft mit mehreren Sachverständigen, die der landwirtschaftlichen Preisfragen hat Professor 5)r. Gise- LiuS gütigst übernommen.
Die Lösungen der Arbeiten sind bis zum 10. März an unS einzusenden, wobei zu beachten ist, daß nur die eine Seite jede- Blattes beschrieben fein darf. Die besten Arbeiten werden wir genau wie im vergangenen Jahre mit ansehnlichen Geldpreisen belohnen und in unseren („Familienblättern" abdrucken, bezw. in unseren „Landwirtschaftlichen Zeitfragen". Sämtliche Arbeiten gehen in unseren Besitz über und werden bei einer etwaigen Veröffentlichung angemessen vergütet.
Wir erwarten eine recht lebhafte Beteiligung und hoffen, daß und recht viele wertvolle Arbeiten zugehen. -h
• * Tageskalender. Stadttheaker: Scnkntog nach- nttttag Kl/, Uhr: Die Tür ins Freie, abends 7*4 Uhr: Wallensteins Lager; Die Piccolomini.
Konzertverein: Sonntag vormittag 11 Uhr: ff tun - nrermusikmatinee in der Neuen Aula.
Kolosseum: Täglich Vorstellung.
Kinematographentheater: Pwgrammwechsel.
Kaiserpanorama: Pwgrammwechsel: Tas Erdbeben in /Chile.
Anlagemusik: Sonntag vormittag 11V2 Uhr in der Süd- Anlage. Spielplan: 1. Ouvertüre z. Lustspiel Franz Schubert von Suppe; 2. „Küssen ist keine Sünd"! Walzerlied von EySler; 3. Finale a. d. Oper Rienzi von Wagner; 4. Hanauer-Marsch von Kvckert.
Eisbahn: Sonntag nachmittag 3 Uhr: Konzert.
Kottzert im Cass Metro vol Sonntag abend 7 Uhr.
— Festessen zu Kaisers Gebuxtstag. Im Gefell- schastSverew, Sonnenstraße, liegt eine Liste zum Emzeichnen für das am 27. Januar zum Geburtstage Sr. 2)laj. des Kaisers staltstndende Esten offen.
— Der erste Hof ball dieses Winters, der gestern -abend im Alten Palais zu Darmstadt gegeben wurde, bot ein außerordentlich glänzendes, fesselndes Bild. Das Treppenhaus war mit Tausenden duftigen FrühlrngSbliunen ^geschmückt und in den Prunkräumen dcS ersten Stockwerks «entwickelte sich ein GeseUschastsleben von seltener Farben- -pracht. Die herrlichen Toiletten dec Damenwelt eiferten mit den goldbetreßten Uniformen, den roten Fracks der StandeS-- herren und den mannigfaltigen Hostrachten, unter denen der Frack mir ganz vereinzelt auftauchte. Der Großherzog hatte GenecalSunisorm mit dem breiten Ordensband angelegt, die Großherzogin trug ein lichtrosa Seidenkoslüm mit Pelz. Verbrämung, dazu ein kunstvoll gearbeitetes Diadem. Anter den 334 Gästen bemerkte man Prinzessin Ludwig von Battenberg mit Prinzessin Tochter Louise, die Licher Verwandten, Fürst und Fürstin Mutter zu Ijenburg-Büdlngen, zahlreiche Standesherren mit ihren Damen, ferner Staats- nimistec Dr. Ewald, Finanzminister Dr. Gnanth, den preuß. Gesandten Frhrn. v. Jenisch, den österreichischen Gesandten Exz. v. Callenberg, den russischen Mrnisierresidenten v. Don- benöki, den Divisionskommandeur v. Strang und den Gouverneur v. Goßler aus Mainz, die Kommandeure der Hess. ^Regimenter u. s. f. Das Gcoßherzogspaar beteiligte sich in Lester Stimmung am Tanze, zu dem die Kapelle des Leib- ^garde-Grenadierregiments die Musik stellte. Um 101/, Uhr land in den Rebensalen ein Tlbendessen statt.
- Der Darmstädter HochzeltSturm ist in seinen beiden Haupträumen, den Zimmern des GroßherzogSpaares, .nunmehr fertiggeslellt und wird am 2. Februar, als dem Hochzeitstag des Fürstenpaares, ihm offiziell übergeben werden. , ” Lehrerpersonalien. Uebertragen wurde dem Schul- samtSaspiranten Friede. Petz aus Äliefernseim (bayerische Pfalz) eine Lehrerslelle an der evang. Schule zu Hammel» bad); ferner der Lehrerin Elisabeth Dietz m Klein-Krotzenburg und dec Schulamtsaspirantin Elisabeth Gieß auS Reustadt i. O. Lehrerinstellen an der Gemeindeschule zu Heppenheim a. d. B.
* * Für die nächste S chivurgericht Speriode, die im März stattfindet, ist LandgerichlSrat Wiener als Vorsitzender bestellt worden.
* * Stadttheater. Zur morgigen Aufführung von ^Wallensteins Lager" sei noch bemerkt, daß jetzt die Spezialdekoration von Professor Lütikemeyer in Koburg, die seinerzeit bei dec Erüffnungsoocstelluug noch nicht vollnändig 'war, erst zur vollen Geltung kommt und ein Bild bieten wirb, wie es keine Bühne charakteristischer stellen kann. — Die 14. Abonnement - Vorstellung am Dienstag. 26. Ian., bringt ein originelles Weck, A. TinterS elsässische 'Komödie ,Dre Schmuggler'. TaS Werk, das in das Genre von r93ibcrpelä‘ und .Kater Lampe' einschlägt, wird, 'seit eß auch in einer hochdeutschen Bearbeitung vorliegt, von -zahlreichen größeren Bühnen, jüngst auch vom Hoftheater in 'Koburg, aufgeiwmmen und hat überall einen stürmischen Er- (folg davongetragen.
' - In der Gemälde-AuSstellung am Brand
bat wieder ein vollständiger Wechsel der Gemälde stattgefunden, unter den 150 ausgestellten Bildern befindet sich unter andern eine hervorragende Kollektion von H. Petersen-Angeln, Düffeldorf f, deren Motive meist aus Holland und Norwegen entnommen und Hafen- und Seebilder anfivelsen. H. Grobe- Duffeldorf hat die Ausstellung ebenfalls mit einer kleinen 'Kollektion Seebilder und Landschaften beschickt. Charles »HorSsall-Berlin, dec unter den Gießener Kunstfreunden «noch sehr bekannt i|t von seiner vorjährigen Kollektiv-Aus« Pellung, ^hat wieder zwei PociraitS, wovon das eine auS einer hiesigen Familie stammt, der Ausstellung überwiesen. Pros. Rogge-Berlin und Prof. Müller-Kaempfs-AhrenShopp sind mit emec Anzahl schöner Landschaften und von unseren «inheunischen Künillern ist W. Barthel nut einer schönen .Winterlandschasf und vier Aquarellen vertreten, wogegen ^Helene Cnatn wieder mit einem GießenerPortrait bic '’lu5- Jtelluna bewirft Tic «ueiteUung ift t>on morgen «onntag an wieder täglich, mit Au.nahmc teS Samstage .geöffnet; Sonntags von 11 bis 3 und WertiagS von 11 bis •1 Uhr.
werden darauf aufmerksam gemacht, daß das Konzert (kämme; ■ mufif: Xtioenjemble Prof. Traurmann, Redner, Hegar) am
morgigen Sonntag, nicht wie sonst üblich 5 Uhr, sondern wiederum als Matinäe vormittags 11 Uhr in der neuen Aula flatt- nnbet Karten sind bei Ernst Challier und an der Kasse zu haben.
♦* Alices rauenverein für ffr an fen pflege. Die in früheren Jahren, so wird auch dieses Jahr der Allcefrauen- verein einen Bvrtragskursus für Frauen und Mädchen über b:e Pftege Verwundeter und Kranker unentgeltlich per*
-n T'kse Kurse werden für affe Teilnehmerinnen von großem Nutzen sein; sie vermitteln Kenntnisse und praktti'che u-e^rthteiten, lmcch die sich die Teilnehmerinnen, auch abgrs.chen von jedem Kriege und seiner Not, im alltäglichen bürgerlichen Leben, in der Fami'ie oder sonstwie sich und ihren Nebenmenichcn durch Rat und Beistand nütz-ich erweisen können. Für diejenigen Tarnen, die besonderes Interesse bekunden und geeignet erscheinen, wird sich eine besorwers eingehende praktische Ausbildung an^ schließen. Tas Nähere wird demnächst im Inseratenteil bekamit gegeben.
•• Der Tiersch lltzvecband für Hessen läßt den Polizeibeamten, die sich um den Tierschutz besondere Verdienste erworben haben, auch in diesem Jahre Geldprämien auSzahlen.
— Silberne Hochzeit feiern heute dec im städtischen Gaswerk beschäftigte Heinrich Stein und seine Ehefrau, geb. Kloß.
— Abgefaßter BrLdchendieb. Vorgestern wurde der Biödchenbeutel an einem Hause im Tiefenweg entwendet, deute schon faßte man den .Marder* in Gestalt eines hiesigen Fabrikmädchens auf frischer Tat ab. nachdem dec Hund dcS Eigentümers die Person, die entwischen wollte, gestellt hatte. Anzeige wurde erhoben. So prompt müßten alle diese Brödchenmarder erwischt werden.
----Lollar, 22. Jan. Der Ortsgewerbeverein veranstaltet seit einer Reihe von Jahren intereffante wiffen- schaftliche Vorträge, wozu auch Nichtmitglieder gerne willkommen geheißen werden. Ein solcher Vortrag findet wieder Sonntag den 24. d. M. im Gasthaus zur Traube durch Herrn Kaiser au5 Groß-Zimmern über: Drahtlose Telegraphie und Röntgenstrahlen statt.
— Watzenborn, 22. Jan. Morgen abend hält der Turnverein „G u t 5) e i l" sein diesjähriges Wintervergnügen ab. Es wird, wie auch die früheren Veranstaltungen, den Teilnehmern recht vergnügte Stunden bereiten, da neben Konzert, Theater und humoristischen Vorträgen, auch eine Lichtbilderauf- iührung stattsrndet. — Ter Kriegerverein Watzenborn- Steinberg wird den 50. Geburtstag S. M. des Kaisers am Dienstag in festlicher Weise begehen. TaS reichhaltige Programm, das aus musikalischen unb theatralischen Ausführungen besteht, verspricht den Mitgliedern einen reckst genußreichen Abend.
x Willingen, 22. Jan. Bei der hier umhergehenden Sagemaschine platzte, während sie in Tätigkeit war, das Sägeblatt. Stücke davon verletzten die da§ Holz ab nehmende Frau im Gesicht mit mehreren Schrammen. Letztere mußte sich in ärztliche Behandlung begeben.
O Laubach, 22. Jan. Am Mittwoch abend kam das Fuhrwerk des Solm'er Hof spät von Schotten leer zurück. Ein Stück oberhalb der Stadt fingen die Pferde an zu scheuen, so daß der Kutscher die Herrschaft über diese verlor und zum Wagen herausgeschleudert wurde. Tie Pferde rannten führerlos weiter und ein großes Stück an ihrem Ziele vorbei. Unweit des Kriegerdenkmals kam das Gefährt zum Stehen. Später kam der Kutscher schwer verletzt nach Hause, blutüberströmt im Gesicht, so daß er sich in ärztliche Behandlung begeben mußte. Auch dec Wagen trug Beschädigungen davon.
s- AuS dem Vogelsberg, 22. Jan. In einem Torfe W, unweit 11., sollte Sonntag eine große Hochzeit sein. Zu dem Feste ruaren die Einwohner dcS Dorfes mit nur wenigen Aiisuahmen geladen, so daß sich die Hochzeit auf zirka 200 Personen belief. Bereits wurden zu diesem Zwecke 1 Rind, 2 Schweine und 1 Kalb geschlachtet; zirka 2 Zentner Biehl wurden für Kuchen hergenchlet; jedenfalls war für den Durst auch in reichlichem Maße gesorgt. Der Kriegerverein, dessen Mitglied dec Bräutigam war, wollte abends deni Brautpaar einen Fackelzug bringen. Tas Brautpaar, sowie die geladenen Gaste hatten sich schon lange aus diesen Tag gefreut, jedoch stellte sich zu allgemeiner Lieber» raschung vorige Rächt bet der Braut der Storch in Gestalt cuuS Zwillingspaares ein. Die Hochzeit muß nun verschoben werden, aber die vorgerichteten Sachen zu vertilgen, wird feine leichte Arbeit fein.
= 2J a b - 92 a u heim, 22. Jan. Tic Gesamtfrequenz des Bades im Jahre LUUS betrug 30 238 Hurg..fu, wovon 22 48a Deutsche und 7753 Ausländer waren. Von den letzteren entfallen aus Afrika 77, Amerika UUu, Asien 23, Australien 8, Belg.en 153, Tänemark 60, Finwnd 95, Frankreich 193, Großbritannien 836, Holland 3(56, Italien 73, Luxemburg 11, Ror- lüCöen 40, Oesterreich 619, Ungarn 163, Portugal 12, ^Rumänien bb, Ruß.and 3429, Schweden 104, Schweiz 168, Serbien 6, Spanien 32, Türkei 3. Bader wurden insgesamt 429 841 abgegeben unb zwar wurden gefertigt: 393578 m den staatlichen Babehausern, 18 941 im Babchause des Kvnitzkystisls unb 14 322 im Eiisabethaus. Nach Mitteilung der Großh. Kurverwaltung beginnt bic offizielle Kürzest am 16. 2lpril unb endigt mit dem 15. Oktober, nährend dieser Zeit sinben auch Konzerte bei Kur- Eapetlc (Winderstern-Orchester statt. Staatliche Babchäuser find aber bereits ab 15. März geöffnet und bleuen im Herbst nach Bedürfnis bis etwa Ende 'Jioovniber im Betrieb.
L. Friedberg, 22. Jan. In der gestrigen Sitzung der etabtoecoebneten tarnen bei einer umfangreichen Tagesordnung einige wichtigen Anträge vor. Von Lißberg wurde an die Stadt die Anfrage gestellt, ob sie gciciUt sei, sich dem dortigen Elektrizitätswerk anzuschlietz^n. Ta vor einiger Zeit von der Handelskammer Friedberg an bas Großh. Ministerium der Antrag gestellt ivorden ist, daß das staatliche Werk in Bab-Rauheim elektrische Kraft an Friedberg abgeben möchte, so soll vorerst eine Antwort Großh. Mmisteriums abgewartet werben. Verschiedene Unterflütiungen, darunter auch eine solche für die durch das Erdbeben in Sud-Italien, wurden aogetehat, da von der Haitdels- kammer hier fdyn 1103 M. gesammelt worden sind. — ¥luf dem Standesanue wurden 1908 203 Geburten, 49 Ehen, 133 Sterbe- jällc any.'meldet, am Gewerbcgeri^t kamen 24 Falle vor, bei b<n 20 Antruge von Arbei.nehmern, 4 von Arbeitgebern gestellt wurden. Bei 11 Füllen wurde ein Vergleich erzielt. In letzter Zcü kaufte die Stadt für ungefähr 5000 M. Gelände an. — Geh. Lberschulrat Nodnagel besuchte am Mittwoch die Au- (i u ft i n a i d) u l e unb mahnte dem Unterrichte m einigen iüassen bet
- r o f D o t f , 22. Jan. Die in nächster Rahe unserer Halte- »teile dec Lollar-Wetztacer Bahn zu errra-tende Brücke für den (v u b r io c r f d e r l c b r nam La unsvach, gebt ihrer Lol- leiwuug entgegen unb toll bis zum Frnhiahr ferrig gtihüit werdet.
" Ltv- - tttcu.^rg, auf bet anderen Seite mm,en, um »ia#t den Busachtuoeg zu lUU asfallen ju lassen, gewaltige Grch-
memrn mittels Rollwagen angefahrcn werden, bi: dem nahe gelegenen Ltembruch innronnn?!! werden. So mancher Arbcster bat dabei volle Wintcrbeschästigung gesunden. Mit dieser Bahn- Überführung ist auch hier die Betriebssicherheit bedeutend erhöbt. — Tic Öolzarbciten im hiesigen Wald: haben vorige Woche ihr Ende erreicht. Wer gegenwärtig die Wälder durchstreift, der kann sich einen Begriff macken, welche große Menge an Holz b.ei gefällt worden ist. Die rum Teil reckt twckene Witterung kam den volzhauern sehr tu statten und so konnten denn die Arbeiten früh fertig gestellt werden. Trotzdem, daß jedes Jahr so vieles Lol; gefällt wird, ist an rin lurüdgefrm der Prelle nicht zu denken: c3 werben im Turchsckpitt 10—12 Mark für den Meter Scheitholz gezahlt. — Beim Eisläufen verunglückte ein hie- siger Schul knabe so, daß er den Arm brach und sich in ärztliche Behandlung begeben mußte.
L. Hanau, 22. Jan. Tw Stadtverordneten - Versammlung bewilligte 1000 Mk. für Bearbeitung eines generellen Projekts für die Erbauung eines MainhafenS oder einer Kaianlage oberhalb dec Steinheimer Eisenbahnbrücke. Bisher war em Gebäude unterhalb der Eisenbahnbrücke für den Mainhafen in Aussicht genommen, das jedoch wegen der engen Begrenzung jetzt als nicht mehr geeignet betrachtet wird. — Em Antrag der sozialdemokratischen Stadtverordneten, gegen die Einführung der Tabaksteuer Stellung zu nehmen, wurde abgelehnt.
parlamcntarifcbes aus Liessen.
R. B. Tarmstadt, 22. Jan. Die heutige gemeinsame Beratung des Finanzausschusses mit den Re- gierungsvertretern, Staatsminister Dr. Ewald, Finanz- Minister Dr. Gnauth, Minister Dr. Braun, den Ge- heimeräten Dr. Eisenhuth, Weber, Best und Ministerialräten Tr. U s i n g e r und 2 ü f f e r t, dehnte sich wieder bis gegen 2 Uhr aus. Die Beratung begann bei Kap. 30, ProvinzialdErektionen und K.eisämter, worüber ebenso, wie über bic folgenden Kapitel Gendarmerie, Polizei, Polizeikassen, Arbeitshaus Dieburg, Kirchen und Landesuni- versität Abg. Brauer das Referat erstattete. Während bei den ersterwähitten Kapiteln nur verschiedene unwesentliche Fragen aufgeworfen und von Minister Tr. Braun und Geheimerat Best beantwortet wurden, nahm die Debatte über den Etat der Landesuniversität einen größeren Umfang an. Den Kernpunkt bildete die Erörterung dec Frage, in welcher Weise angesichts des auf über eine Million gestiegenen Staatszuschusses auch die Einnahmen in angemessener Weife erhöht werden könnten. Dabei wurde betont, daß man mit finanziellen Ab^nderungsmaßnahmen nur mit äußerster Vorsicht Vorgehen dürfe. Trotzdem aber sei es Pflicht des Finanzausschusses, zu untersuchen, ob nicht wenigstens eine kleine Erhöhung der Einnahmen zu erreichen sei. Tie Stadt Gießen habe ja schon in dankenswerter Weise wesentliche Opfer für die Landes- universität gebracht, man dürfe aber auch darauf Hinweisen, daß Stadt und Kreis Gießen im Gegensatz zu anderen Landesteilen durch die Universität und ihre muster- last e ng rich.clen grcßen Klinilen und Krankenhäuser sehr wescntlime Vorteile hätten, sich somit auch eine angemessene Heranziehung zur Beftreittulg der Kosten rcchtferiige. Ta> rüber war man sich im Ausschuß völlig einig, daß die Hini- schen Anlagen der Landesuniversität und der ganze Lehr- körper auf ihrer jetzigen Höhe vollständig erhalten bleibe müsse und sic keinesfalls zu Instituten zweiten RangeZ heruntergehcn durften. An der Debatte über diesen Pitnkt beteiligten sich neben dem Referenten Abg. Brauer namentlich noch die 2lbgg. Dr. Weber und Dr. Gutfleisch und die Herren Minister Braun und Geheimerat Weber. — lieber Kap. 38 Gymnasien, Realgymnasien, Realschule n usw. referierte Abg. Molt Han, cbci » über Kap. 39, Höhere Bürgerschulen. Auch hier wurde die Notwendigkeit betont, angesichts der gegen das Vorjahr um 187 000 Mark gewachsenen Ausgaben eine entsprechende Vermehrung der Einnahmen zu suchen. Eine vorläufige Berechnung der Regierung ergibt, daß eine Erhöhung des Schulgeldes in höheren Schulen um 25 Prozent eine Mehreinnahme von 188 000 Mark erzielen würde und die Regierung erHärtc sich bereit, ein Ersuchen deS Finanzausschusses um entsprechende Erhöhung des Schulgeldes in Erwägung zu ziehen. Man wird also ün Jahre 1910 mit einer eß. Erhöhung des Schulgeldes bis zu ein Viertel des jetzigen Betrages rechnen müssen. Hinsichtlich der gesetzlichen Regelung über die Verpflichtungen von Staat und Gemeinden den Schulen gegenüber ist eine ersreuliche Uebereinstimmung zwischen Finanzausschuß und Regierung erzielt worden, und zwar auf der Basis der finanziellen Gleichstellung aller höheren Schulen in Hessen. Das Kapitel: Höhere Lürgerschnlen, daS einen Aufwand von 123 356 Marl, d. i. 7330 Mark mehr, als im. Vorjahr erfordert, gab zu besonderen Bemerlungen keinen Anlaß, doch wurde in Aussicht genommen, einige kleinere Bürgerschulen, die sich als nicht Lebensfähig erweisen, in Kürze eingehen zu lassen. Der Finanrausjchuß wird seine Etatsbcramng schon nächsten Montag wieder aufnehmen und möglichst Vor^ und Rachmittagssitzungen abhalten.
Kohler nab Karell.
Der Reichstags- unb Landtags-Abgeordnete ff3hier* LangSdorf hat unlängst ein Schreiben an Pfarrer Korell gerichtet, in dem Köhler sagt: AuS der LandiagSfrakuon de» oefsifchen Bauernbundes fei er ausgetreten, weil dort die konservativ-reaktionären Gesellen deS Bundes der Landwirte den Sieg über b:e freien Elemente davongetragen. Richt» habe er mit dieser Gesillichaft mehr gemein. Auf der anderen Seite jedoch könnte er auch nicht zu A. Korell hinüber, da dieser von ihm durch die Verschicbenheit in winichaftkichea Anschauungen getrennt werde. Ec siehe m wirtschaftlichen Fragen nach wie vor auf dem Programm des Bundes dec Xianoroide. Deswegen heiße es fürder von Korell und ihm: ,Es waren zwei Königstindkr, die hatten einander so lieb... sie tonnten zusammen nicht kommen, daü Waffer war Dielet t» lief*. Von der Gründung eines füddeutichen Bauernbundes, wie eine Tageszeitung meldete, war in dein Schreibei nicht die Rede.
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Dingen, 23. Jan. Tie gestern in Gau Bickelheim abgchadcnc Vcrtraucusmü nnervcrsammlung der Zentrums- sarte. bat cimr.ntmig beschloßen, an der Au>)tellung einer eigenen Kandidatur liir eie Rcick/Stagsmalck i.'sNuhalt^n, nnb beauftragte . akale iartcilcitung von *3Ingen das Weitere ju Deauuoifcn. Dic Aminierung des Mmbtoatiii soll nächste» Ticnsiag crpolgen.


