Nr. 117
Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntag».
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Handel
81 /,% Reichsanleihe.
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Tendenz: still und abgeschwächt
151.60
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Lahnhoiftrakc»
Elektriz. Lahmeyer .
Elektriz. Schuckert . Esch weil er Bergwerk
192.40
190.50
17.80
91.90
10060
100.20
95.90
226.70
112.00
95.65
86.60
95.60
86.55
94.70
17.70
153.70
129.50
Börse, . 178.70 . 131.90 . 242.60
126.50 190.75 182.00 118.30 192.50 190.20
91.50 95.00
172.75 131.70 242.20 151.25 187.00 151.50 200.70
ftK f
Die ..Stehener ZamttienblStter" werden dem »Anzeiger- viermal wöchentlich beigelegt, das ..Areizblatt für de» Kreis Sichen" zweimal wöchentlich. Die ..Landwirtschaftlichen Zettfragen" erscheinen monatlich zweimal.
Berliner Canada E. B. . . . Darmstädter Bank . , Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C. . Dresdner Bank . . . Tendenz: mässig«
21. Mai. Anfangskurse. Harpener Bergwerk . Laurahütte ...» Lombarden E. B. . . Nordd. Lloyd . . . Türkenlose . « • .
Freitag 21. Mai 1909
Rotationsdruck und Verlag der BrüHirsche» Universitäts - Blich- und Stemdruckeret.
R. Lange, Gießen.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Expedition und Verlag: e^5L Redaktion:^^112. Tel.-AdruAnzeigerGießen.
t eintreten W 'chanitalt (ybelict.
Der Eeneralstreikverfuch in Frankreich
ist vollständig gescheitert. Verschiedene Arbeiterver- bänbe hielten vorgestern abend in Paris Versammlungen ab, um die Frage des Generalstreiks zu prüfen. U. a. beschlossen auch 2000 Zimmerer den Ausstand, auch die Hutmacher nahmen mit großer Mehrheit einen ähnlichen Beschluß an; die übrigen Verbünde aber lehnten den Generalstreik ab. Auch in der Provinz hat der Ausruf zugunsten des Generalstreiks kein Echo gefunden. In Bordeaux dauert der Teilausstand der Erdarbeiter fort, dieser steht jedoch nicht im Zusammenhang mit der Bewegung, die vom allgemeinen Arbeiterverband ins Werk gesetzt worden ist. In Loricnt streiken nur eine gewisse Anzahl Arsenalarbeiter. In Lyon streiken Arbeiter des Baugewerbes.
Telefonische Kursberichte des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank ftir and Industrie, Giessen.
Frankfurter Börse, 21. Mai, 1.15 Uhr.
62.25
64.00
98.90
95.50
93.50
146.80
51.60
89.10
66.30
92.50
ter 16 Jahren! 1°^
Gelsenkirchen Bergwerk Hamburg - Amerik. Paketf. Harpener Bergwerk . . . Laurahütte......
Nordd. Lloyd.....
Obersehles. Eisen-Industrie Berliner Handelsges. . . Darmstädter Bank . . , Deutsche Bank . . . , Deutsch-Asiat. Bank . , Diskonto - Kommandit . . Dresdner Bank . . , Kreditaktien.....
Baltimore- und Ohio-
Eisenbahn .....
Gotthardbahn.....
Lombard. Eisenbahn . . , Oesterr. Staatsbahn . . . Prince-Henri-Eisenbahn .
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Tttgesfeharr.
Eidesleistung des türkischen Sultans.
Gestern erschien der neue türkische Sultan in der türkischen Kammer zur Eidesleistung. Während die Eidesleistung des Sultans vor dem Senat und der Kammer in festgesetzter Weise vor sich ging, kam es bei der Eideslcistnng der Senatoren und Mgcordneten zu einiger Verwirrung. Ter Sultan, der die Verlesung der Thronrede durch den Großwesir auf dem Platze deS Präsidenten stehend angehört hatte, wohnte der Vereidigung beider Häuser in der Sultansloge bei. Zunächst legte der Senatspräsident Said den Eid nach der Formel ab: Ich schwöre, dem Sultan treu zu bleiben, solange er die Verfassung beachtet. Von mehreren Seiten des Hauses wurde gegen diesen Wortlaut Widerspruch erhoben. Ter Großwesir und die beiden Präsidenten hielten eine kurze Beratung ab. Schließlich wurde der Eidesleistung die folgeiide Formel zugrunde gelegt: Ich schwöre, daß ich dem Sultan, dem Vatcrlandc, der Nation, der Verfassung und den mir aufcrlegten Pflichren treu bleiben werde. Tie Abgeordneten, die von dem Großwesir mit dem Namen aufgerusen wurden, schwuren darauf einzeln und unter Bezugnahme auf diese Formel. Tabei kam es aberutals zu Zwischenfällen, da einige Abgeordnete von der Schwurformel av- wichen. Tie Hodschas machten religiöse Zusätze, der Grieche Passivs weigerte sich, mehr zu sagen, als: Ich schwöre. Zeitweise herrschte im Saale lebhafte Erregung, während der Sultan interessiert in der Loge den Vorgängen folgte. Nachdem alle Senatoren und Abgeordneten den Eid geleistet hatten, beantragte der während der Eidesleistung präsidierende Senatspräsideut die Ueberreichung einer Tankadrcssc der Nationalversammlung an den Sultan. Ter Antrag wurde unter Beifall angenommen. Tie Senatoren verließen sodann den Saal. Kammerpräsident Achmed Riza übernahm jetzt das Präsidium und bat den Sultan, den Verhandlungen der Kammer beizuwohnen. Tas Haus verhandelte sodann über die Artikel des Preßgesetzes, worauf der Sultan begleitet von den Ministern und nach allen Seiten freundlich grüßend, unter erneuten Ovationen das Parlament verließ. — Vor der Eidesleistung der Abgeordneten ließ sich der Sultan in der Loge photographieren. — Ter Vereidigung wohnten auch viele Mitglieder des diplomatischen Korps bei, unter ihnen der deutsche Botschafter, Freiherr Marschall von Bieberstein.
8l/,°/0 Hessen . . . . . 3V,°/„ Oberhessen . . , 4°/0 Oesterr. Goldrente . . 4*/6% Oesterr. Silberrente. 4°/0 Ungar. Goldrente . . 4° 0 Italien. Rente . . , 3°/0 Portugiesen Serie I . 8°/o Portugiesen „ III . 4 */,% russ. Staatsan 1.1905 4‘/a°/n Japan. Staatsanleihe 4% Conv.Türken von 1903 Türkenlose . . . .
4°/0 Griech. Monopol-Anl. , 4°/0 äussere Argentinier . 3% Mexikaner . . . .
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Verins-chtcs.
* Ter Schatz im Rathause. In Mährifch-Schönberg fand man beim Abrüsten des Rathausturmes in dem Schutt einen großen ausgehöhllen Stein und in diesem eine Urkunde; diese besagte, daß zur Schwedenzeit von den Stadtvätern das Vermögen der Stadt aus Furcht vor einem Ueberfalle im Rathause dort, wohin zu einer bestimmten Stunde der Schatten der Turmspitze älle, verborgen worden sei. Tas Stadtparlament von Mährisch-
Schönberg hat nun beschlossen, den Turm aus einem alten Holzgerüst nach den alten Plänen wieder herzustellen. Man glaubt, daß man mit Hilfe der Sonne den Schatz finden wird.
* Acht Angeklagte und zwanzig Zeugen wegen 10 P f g. Ter Streit um ein Glas Bier im Werte von 10 Pfennigen hat einen Prozeß hervorgcrusen, in dem acht Angeklagte und zwan-l zig Zeugen vor der Strafkammer in Stuttgart zu erscheinen hatten. I
^elbunq» ; ',slrM
i. F,lc 'Ne
Die Nervosität der Engländer
zeitigt die merkwürdigsten Blüten. Bor einigen Tagen erst haben wir von dem nächtlichen geheimnisvollen Luftschiff berichtet, das ganz England tagelang in Schrecken hielt. ^Fetzt ist es wieder etwas anderes, was die Engländer aufs höchste beunruhigt. Es ist die entsetzliche Kunde von einem deutschen .Tunnelbau unter der Nordsee. Jetzt
bohren sich die Deutschen wie die Ratten durch die Erde unter der Nordsee, wenn H.err Samuel Ntayfield recht hat, der dem „Daily Chronicle" schreibt: „Während ich Samstag von Hamburg kam, wurde mein Interesse und mein Verdacht durch cm dumpfes unterirdisches Geräusch erregt, das an einer seichten Stelle der See nordwestlich der holländischen Küste zu hören war. Das Geräusch schien von mächtigen Bohrmaschinen herzurühren und war deutlich vernehmbar, da die See ruhig war. Ich glaubte diese Mit- teilung machen zu müssen, damit die Regierung die Sache untersuche. Eine solche Invasion wäre noch mehr als jede andere zu fürchten." Gegenüber solchen Albernheiten ist es wirklich nötig, ein ernstes Wort zu reden, wie es am Mittwoch der Präsident der Columbia-Universität in Lake Mohon, Butler, bei der Eröffnung der Mohon-Konserenz für internationale Schiedsgerichte getan Hal. Er führte rn längerer Ansprache aus, Englands Verdächtigungen gegen Deutschland seien ein unvernünftiger Ausbruch der Leidenschaft, hervorgerufen durch die Verschiebung in der Position der beiden wichtigen Nationen, die durch wirtschaftliche und intellektuelle Gründe bedingt werde. Deutschlands Bedeutung nehme beständig zu, während Englands Vorrang abnehme. In diesen Gründen liege aber keineswegs eine Herausforderung zum Kriege. Ein Krieg werde vielmehr die begonnene Verschiebung beschleunigen. Redner wies dann auf Deutschlands gewaltige Fortschritte auf allen Gebieten, insbesondere auf dem des Welthandels, hin. Deutschland sei jetzt der Lehrmeister der ganzen Welt auf den internationalen Gebieten der Industrie und des Handels. Schritt haltend mit der Ausdehnung seines Handels, baue es seine Flotte aus. Er frage, worauf die Annahme Eiiglands sich stützte, daß die deutsche Flotte gegen England gebaut werde. Bon allen Flotten der Welt solle die deutsche die einzige sein, die speziell für Angrissszwecke gebaut werde. Die ganze Idee sei geradezu lächerlich und die Verdächtigungen Englands gegenüber Deutschland seien völlig haltlos. Es sei Pflicht der Freunde der Engländer, diesen das Vernunft- widrige ihrer Haltung gegen Deutschland vorzuhalten. England sei der aggressive Teil und müsse seine Haltung aufgeben, ehe ein weiterer Schritt in der Sicherung des Weltfriedens erfolgen könne. England müsse in seinem eigenen Interesse Deutschland besser kennen lernen und von ihm lernen. Es müsse deutsche Schulen und deutsche Sozialpolitik studieren, anstatt die Energie und das Geld eines verarmten Volkes aufzubrauchen in dem eitlen Bemühen, sich für den Zustand internationaler Feindschaft zu rüsten, der nur in der Einbildung existiere. Englanos Zwei- Mächte-Standard fei einzig gegen Deutschland gerichtet. Es solle für ein besseres Einvernehmen zwischen den beiden Ländern gesorgt und die Torheit und Leichtfertigkeit hervor- aehoben werden, die darin liege, daß man irgend einem Elemente in beiden Ländern gestatte, Zwietracht zu säen.
MfH m* gut. Stuft. K Ltl-W-r Wilker, SMtDjjvn.'i
nie vesitzsteuem in der Zinanzkommission.
Tie Konservativen haben am Dienstag ihrem ersten Befitzsteuer- ontrag einen zweiten folgen lassen. Ter sucht eine Umsatzsteuer au x$ntmobthcn mit einer Wertzuwachssteuer auf Grundstücke und einer Besteuerung des mobilen Kapitals in Gestalt einer Kotierungssteuer zu kombinieren. Die Nationalliberalen legen Wert daraur — es scheint, daß man das immer von neuem betonen muß, so bemerkt bie Null. Korr. —, daß in dem Steuerbukett eine direkte und allgemeine Besitzsteuer enthalten ist. Eine solche Steuer sind die Kotierungssteuer, die die Hauptmasse des mobilen Kapitals sreilaßt, und die Umsatzsteuer, die die hypothekarische Belastung nicht berücksichtigt, mitnichten. An sich ist die Anregung uns nicht unsympathisch, schreibt die Natl. Korr. Unter Umständen wäre aus ihr auch etwas herauszuholen. Aber nur als Ergänzung der Erbanfallsteuer, nicht als ihr Ersatz.
Tie Finanzkommission begann mm am Freitag die zweite Lesung, und zwar bei den Besitzsteuern. Ter Beratung lag zugrunde das bekannte Besitzsteuerkompromiß aus dem ersten Abschnitt der ersten Lesung, imb in Verbindung damit der letzte Antrag der Konservativen. Im ganzen sollen nach Ansicht der Antragsteller ihre Vorschläge für das Reich 140 bis 150 Millionen Besttzsteuern erbringen.
Nach dem Grafen Westarp, der die Anträge begründet hatte, nahm Staatssekretär Sydow das Wort: Zwecks Aussüllung der zwischen dem Ertrag der Erbschaftssteuer und den verlangten 100 Millionen Besitzsteuern sind Erwägungen angestellt. Sachverständige werden gehört. Ich muß mich also im allgemeinen passiv verhalten und würde mich nur an der Beratung einer Wertzuwachssteuer auf Immobilien beteiligen können,
Abg. Raab (Wirtsch. Vg.): Unsere Stellung zur Erbschasts- i [teuer ist unverändert. Wir sehen aber jede Steuer als einen Gegenstand für sich an. Die Besteueruiig des Wertzuwachses und der .Wertpapiere ist uns erwünscht, darin stimmen wir dem konservativen Antrag zu.
Von ben National liberalen ist inzwischen eine Resolution eingegangen, bie in eingehenderer Ausführung sich inhaltlich mit ihrer Resolution über die Erbanfallsteuer aus der ersten Lesung deckt. Aber während jene Resolution in Aussicht nahm, daß, soweit aus der erweiterten Erbanfallsteuer der Ertrag von hundert Millionen sich nicht ergebe, der Nest durch eine Wert- .zuwachssteuer auf Immobilien erbracht werden solle, heißt es in .der jetzigen Resolution:
„Tas auf Grund der vorhandenen Statistiken zu erwartende Mehrerträgnis aus der Gesetzesnovelle ist auf jährlich hundert l Millionen Mark Steuer zu normieren; soweit die Ausdehnung 'ber Erbschaftssteuer auf Deszendenz und Ehegatten in unbeerbter Ehe bei entsprechender Gestaltung der iHteuersätze für diese jenen .Betrag nicht zu erbringen vermag, sind die in § 10 des bestehenden .Erbschaftssteuergesetzes enthaltenen Steuerbeträge entsprechenb der- . gestalt zu erhöhen, daß das bei ihnen zurzeit bestehende Verhältnis 'aufrecht erhalten wird."
Abg. Tr. Weber (Natl.) erklärte, er würde ebenso, wie die (Vertreter der verbündeten Regierungen in diesem Stadium nicht in die materielle Behandlung der konservativen Anträge eintreten, sondern, nachdem die verbündeten Regierungen entsprechende Vor- , schlüge in Aussicht gestellt hätten, würde er abwarten, bis diese > Gesetzesvorschläge vorliegen würden. Doch möchte er heute schon - hervorheben, daß der konservative Antrag in seinem ersten Teil !das mobile Kapital in vollem Umfange gar nicht treffe. Der größte jTeil des mobilen Kapitals, der in Depositen, Sparkasseneinlagen, > Hypotheken sich darstelle, bleibe ganz ungetroffen. Ebenso habe ;ber Umsatzstempel, der keine Rücksicht auf die hypothekarische Belastung des Grundstücks nehme, in keiner Weise den Charakter einer ,allgemeinen Besitzsteuer. Tas sei für feine Freunde ausschlag- !gebend. Sodann wies Tr. Weber nochmals darauf hin, daß bie ^verbündeten Regierungen die Erbanfallsteuer als conditio sine jqua non hingestellt hätten, und begründete sodann bie Resolution iber Nationalliberalen, bie von ben üerbünbeten Regierungen die 'Vorlage einer Erbanfallsteuer auf Kinder und Ehegatten fordert. ,'(6r erwarte, daß diese Vorlage bald nach Pfingsten dem Reichstage Izugehe. Es empfehle sich, daß die Kommission nicht das Gesetz in lallen seinen Einzelheiten ausarbeite, sondern in einer Resolution .'Richtlinien stecke, nach denen bie Vorlage auszuarbeiten fei. Seine IFreunde hätten sich zu einem guten Teil nicht leichten Herzens lauf ben Boben einer Erbanfallsteuer gestellt. Jetzt, nachbem sich jherausgestellt hätte, daß zurzeit keine andere allgemeine Besitzsteuer s möglich sei, und nachdem die Regierung ihre ganze Autorität (dafür eingesetzt habe, fei es notwendig, der Regierung die nötige 'Rückenstärkung zu gewähren.
Abg. Freiherr v. Gamp (Rp.): Für die Resolution der- Natio- /nalliberalen würden meine Freunde stimmen können, vorausgesetzt, daß die Bestimmung fällt, wonach bie 100 Millionen allein aus /ber Erbschaftssteuer erbracht werben sollen. Tie Anregung des lAntrages v. Richthofen ist zu erwägen. Im einzelnen find Aende- -rungen notwendig.
Schatzsekretär Sydow: Das Besitzsteuerkompromiß war eine Motbrücke, um über den toten Punkt hinweg zu kommen, auf den (bie Verhanblungen zurzeit gekommen waren. Mit ben Richtlinien ber Resolution der Mtionalliberalen, mit Ausnahme bet von Herrn w. Gamp erwähnten Bestimmung, bin ich einverstanden. Einen bestimmten Betrag darf man nicht fixieren. Ter Idee der Wertzuwachssteuer stehe ich sympathisch gegenüber und habe sogleich Sachverständige zugezogen. Ein Vorwurs trifft mich in dieser Beziehung nicht. Ter Staatssekretär erläutert kurz noch einmal 'bie bereits in der neulichen Tebatte besprochenen Bebenken. Der 'vorliegende Entwurf über bie Wertzuwachssteuer ist im ganzen 'eine Abschrift ber Kölner Orbnung. Im gegenwärtigen Stadium lein solches Gesetz zu schaffen, ist zu gewagt. Es ist Zeit erforderlich, bevor man an eine gesetzliche Regelung für das Reich heran- (treten kann. tm .
Abg. Tr. Wiemer (Fr. Vp.): Wir unterstützen die Re,olution Iber Nationalliberalen. Voraussetzung für unsere Zustimmung Izu einer Erbanfallsteuer ist, daß ein ausreichender Ertrag gesichert .wird. Der Antrag ber Rechten bringt neue große Schwierigkeiten. 'Wir haben keine Veranlassung, uns auf solche Experimente einzulassen. Einer Reichswertzuwachssteuer stehen wir fympathuch gegenüber, aber es sind große Schwierigkeiten in ber Ausführung.
In ber Nachmittagsfitzung ist bie allgemeine Aussprache über /ben Antrag v. Richthofen beendet worben. Abg. Weber (Natl.) sprach ausführlich gegen ben Entwurf.
Für bie zweite Lesung ber Finanzkommission hat Abg. Fuhrmann Natl.) mit Unterstützung aller Parteien des Reichstages einen Antrag eingebracht, ber den übereilten Beschluß der ersten Lesung bezüglich ber Schaumweinsteuer aufhebt. Danach wirb u. a. bie rückwirkenbe Kraft ber Steuer wieder aufgehoben.
Auf ber Tagesordnung ber Freitagfitzung steht die Emzel- beratung des Antrages v. Nichthofen unter Hinzufügung ber Vorlage über bas Erbrecht bes Staates.
wegen (Mmta; des Mädchens jt.
Vaurat Beck: Wildclwitrai-kUl ufetitt und mtitc: hen geg. sofortige ",
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Steirs 'Angebote unter M fjCiter Anzeiger eti^ yKl Sdian;enjtr.»
Zweites Blatt 139. Jahrgang
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Gberhchen
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In dem Streite um die Bezahlung eines Glases Bier für 10 Psg. sollten ein Gast mit dem Kellner ans bie Polizeiwache geführt werden. Als dies nach mancher Schwierigkeit gelungen war, fingen sie derart an zu toben, daß die Nachbarschaft sich bitter über ben Lärm beschwerte. Es waren fünf Schutzleute nötig, um sie in Ruhe zu bringen. Noch ein zweiter Gast würbe ar> ber fraglichen Wirtschaft auf bie Wache beforbert. Alle bret hatten sich wegen Ruhestörung unb Wiberslands unb die fünf Polizeibeamten wegen Mißhandlung im Amte zu verantworten und 20 Zeugen waren geladen. Tie Schutzleute wurden freigesprochen, weil bie Beweisaufnahme zu ihren Gunsten ausfiel. Von den Zivilisten erhielt ber Hauptschulbige fünf Wochen, der zweite Angeklagte 24 Tage Gefängnis, während ber dritte, der Kellner, freigesprochen wurde.
ßaisOel.
Konkurse in Hessen, lieber bas Vermögen bei Landwirts Karl Matthäus IV. zu G a u - D b c rn hcin wurde am 6. Mai bas Konkursverfahren eröffnet. Notariatsgehilic Niederauer zu Alzey wurde zum Konkursverwaller ernannt. Konkursforberungen sind bis zum 29. Mm bei dem 'Amtsgericht Alzey anzumelden. — lieber das Vermögen bes Kanstnanns Mm Al a n n h e i m er, Kurzwarengeschäst in Mainz, wurde amll. Mat das Konkursverfahren eröffnet. Rechtsanwalt Dr. Kramer in Mainz wurde zum Konkursverwalter ernannt. Konkursfordernngen sind bis zum 20. Juni bei dem Amtsgericht Mainz anzumelden. — lieber das Vermögen ber Firma Dampfziegelei Eber ft a b t, G. in. b. H. auf ber Morbach bei Ebers:abt, Gemarkung Nieder-Ramstadt, wurde am 12. A!ai das Konkursveriahren eröffnet. Großh. Gerichtsvollzieher i. P. R e t b ft e i n in Darmstadt wurde zum Konkursverwalter ernannt. Konkursiorderungen sind bis zum 2. Juni bei dem Amtsgericht II Darmstadt anzumelden. — lieber das Vermögen des Bäckermeisters Friedrich Aiathes in Woll- st e i n wurde am 13. Mai das Konkursverfahren eröffnet, da ber Gemeinschuldner wegen lleberschulbung und Zahlungseinstellung die Eröffnung beantragt hat. Rechtspraktikant 2ahr in Wöllstein würbe zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zum 3. Juni bei dem Amtsgericht Wöllstein anzumelden.
tcml. TicniltM ft Haushalt sofvttt udtt.
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W SM t. Eintritt gef = übiiiinali Mstehenö. Heirat ttn | :öchin Sinn 1. iiuli,. WM weift, Äoltlettr s. li
Airehliche Nachrichten.
Evangelische Geziieinde.
Sonntag ben 23. Mai, Exaudi: Gottesdienst.
3n der Stadtkirche.
Vormittags 8 Uhr: P'arrer D. Schlosser.
Zugleich Ehristenlehre für die Neukonsirmierten aus ber Tlatthäuegemeinbe.
Vormittags 9J/2 Uhr: Pfarrer Schwabe.
Vormittags 11 Uhr: Kinberkirche für die Ätarkusgemeinde.
Pfarrer Schwabe.
Am 2. Psingstseiertag findet im Hauptgottesdienst Beichte und heil. Abendmahl für Matthäus- und Alarkusgemeinde statt. Anmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.
3n der Iohanneskirche.
Vormittags 8 Uhr: Pfarrer B e ch t o 1 s h e i m e r.
Zugleich Christenlehre für die Neukonsirmlerlen aus der Lukas getneuibe.
Vormittags 91/, Uhr: Professor D. Schlau.
Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für bie Johannesgemeinde.
Pfarrer Ausfeld.
Abends 8 Uhr im Kouftrnlanb^iisaal: Versammlung unb . Bibelbesprechung.
Am 1. Pfingstselertag findet Beichte und heil. Abendnrahl für Llllas- und Johannesgemeinde im Hauptgottesdienst statt. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gememde erbeten.
Am 1. Psingstseiertag wird in allen Gottesdiensten eine Kollekte für die Hessische Lutherstiftung erhoben iverden.
Aathslische Genieinde.
Gottesdienst.
Samstag ben 22. Mai:
Nachmittags uni 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beicht.
Sonntag den 23. Mai, 6. Sonntag nach Ostern: Vorinttiags von 6*/$ Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht.
» um 7 Uhr: Die erste heil. Alesse.
„ um 8 Uhr: Austeilung ber hl. Kommunion.
• um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt.
n um 11 Uhr: Heil. Messe mit Predigt.
Nachmittags um 2 Uhr: Ehristenlehre; daraus Andacht.
Dienstag und Freitag abend um 61/, Uhr ist Mat-Andacht.
Israelltische tte!iglon§gefellschast.
Gottesdienst.
Sabbatieier am 22. M ai 1909:
Freitag abend 7.55 Uhr.
Samstag vormittag 8.00 Uhr.
Nachmittags 4.00 Uhr.
Sabbat-Ausgang 9.10 Uhr.
Wochcngottesdien't: Morgens 6.00 Uhr. Abends 9.10 Uhr,
Verantwortlich für Feuilleton und Vermischtes?
I. V.: Ernst Anderson.


