Ausgabe 
21.6.1909 Zweites Blatt
 
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Eintritt 30 Pfennii großen Saale.

I» nachmittag« nzert Kesselpauken

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und Wassersachmmm ;r Aavelle des MaM Mainz.

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'.cb. 2. Ouvertüre t(k M Gavotte. 4. Canntt Komaneska, Fantasia toi, Borel-Clerc.

uverture z. Op. ,Weai reu, Mazurka. 11. The a. d. Op.Die Dollar. Potpourri. 14. Jugti-

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1909

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Nr. 143

Zweites Blatt

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition unt> Verlag: e=^5L Redaktion: 112. Tel.-Adr.: AnzeigerGießen.

Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.

DieGießener Kantilienblätter" werden dem »Anzeiger- viermal wöchentlich beigelegt, das Lrelrblatt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Seit- frogen" erscheinen monatlich zweimal.

d 15S. Jahrgang Montag 31. Juni 1 SOS

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General-Anzeiger für Gberhesien

Gegen die Mühlenumsatzsteuer.

Die Handelskammer zu Münster l W. tyat unkernl onr m w 'h 111 ^arf)en der Mühlenumsatzsteuer nach der r fc 5)1 -^uhlenztg. eilte Eingabe an den Reichskanzler ge­sandt, worin es heiszt: b

Ist oine solche Steuer schon zu verwerfen, wenn sie in der sozialpoltttschen Absicht erscheint, kleinere und mittlere Muhlengewerbe vor der angeblichen Unterdrückung durch die GLojzmuhlenbetriebe zu schützen, so ist sie noch viel toe- r"ger geeignet, als Steuerquelle zur Abhilfe der Finanz­not des Reichs zu dienen, da sie weder ergiebig noch auch nur mit den fundamentalsten Grundsätzen einer gerechten Besteuerung vereinbar ist.

muß sehr zweifelhaft erscheinen, ob der Betrag von 10 Millionen Mark, welchen nach der Schätzung der Kommission die Steuer erbringen soll, für die Reichskasse tatsächlich auch nur annähernd erreicht werden kann, denn es ist doch die ausgesprochene Tendenz der Steuer, die Zahl gerade der .Höchstbesteuerten beständig zu vermindern, so daß also die Steuer immer ertragloser werden müßte. Das Reich auf solche Steuern anweisen, heißt die Finanznot des Reichs verewigen.

Den Grundsätzen steuerlicher Gerechtigkeit schlägt aber diese Steuer geradezu ins Gesicht. Die Steuersätze für die Mühlen mit großer Jahresvermahlung sind so exor- bitmit, daß in vielen Fällen der ganze Ertrag des Unter­nehmens durch die Steuer in Anspruch genoinmen würde. Die Steuer geht offensichtlich darauf aus, die auf Gcund unserer bestehenden Gewerbegesetzgebung und im Ver­trauen auf deren gesetzliche Beachtung errichteten Groß­mühlenbetriebe zum Erliegen zu bringen. Tie Möglichkeit, daß ein gewerbliches Unternehmen durch Besteuerung er­tragsunfähig gemacht und zum Erliegen gebracht werden kann, muß aber jedes Gefühl der Rechtssicherheit, welches die Vorbedingung einer gesicherten Entwicklung von Handel 'und Industrie ist, untergraben. Unsere gesamte Industrie, denn die Entwicklung zum Großbetriebe ist fast in all ihren Zweigen vorhanden, würde den sicheren Boden unter den Füßen verlieren, wenn derartige Besteuerungssätze im deut­schen Reiche Eingang finden sollten.

Gegen die Mühlenumsatzsteuer ist aber weiterhin das schwere Bedenken zu erheben, daß sie, wie wir in den anliegenden Eingaben ausgeführt haben, in allen Fällen eine Verteuerung des Mehls und damit des Brotes zur Folge haben muß. Es müßte in Ivetten Voltskreiseu geradezu Erbitterung Hervorrufen, wenn an­gesichts unserer hohen Getreidezölle die Finanznot des Reichs dazu benutzt werden sollte, dem Volte das Brot noch weiter zu verteuern. Der geringe finanzielle Ertrag des Reichs aus dieser Steuer würde zudem in gar keinem Verhältnis stehen zu den Lasten, die durch die allgemeine Verteuerung des Brotes dem Volke auferlegt werden wür­den.Wir bitten Eure Durchlaucht ehrerbietigst, dafür ein- treten zu wollen, daß die Verbündeten Regierungen einer derartigen Steuer, wenn sie vom Reichstage angenommen werden sollte, ihre Zustimmung versagen."

Daß die Rentabilität der Mühlen sich nach ihrer Größe richtet, wie die Anhänger einer gestaffelten Mühlenumsatz­steuer behaupten und wie hier in Gießen vor einigen Tagen auch der Redner der deutschsozialen Partei, Henningseu, aus­führte, ist völlig falsch. Tatsache ist, daß mittlere Mühlen teilweise eine weit bessere Rentabilität haben als Groß­mühlen. Es zahlte z. B. die Stuttgarter Bäckermühle A.-G. Eßlingen (Aktienkapital 500000 Mk.) 1904 und 1905 je 8 Proz., 1906 10 Proz., 1907 9 Proz., 1908 4 Proz. Da­gegen hat die A.-G. Löhnberger Mühle in Mederlahnstein (Aktienkapital 2055 000 Mk.) 1906 und 1907 keine Dividende verteilt. Die Baltische Mühlengesellschaft in Neumühlen bei Kiel, eine der ältesten Großmühlen, konnte nur 1905 2 Proz. Dividende verteilen, 1904, 1906 bis 1908 war sie ertraglos. Die Tampfmühlrn-Ak.i.ngescllschaft m Stettin, früher in günstigster Lage, hat seit 1904 keine Dividende verteilt, ebenso die Wassermühlen-Aktiengesellschaft in Hameln.

Kolitrsche Tagesschau.

Gegen die geplante Besteuerung der Gasgliihstriimpfe hat die Vereinigung der Glühstrumpffabrikanten nochmals in einer Denkschrift an den Reichstag Protest erhoben. In dieser zweiten Denkschrift wird auf die schweren Gefahren hiugewiesen, die der Industrie, dem Zwischenhandel und deni Handwerk aus dieser Besteuerung erwachsen müßten. Tie Denkschrift weist ferner darauf Yin, daß die Herstel­lung der (^asglühstrümpfe überwiegend in den Händen klein- industrieller Betriebe liegt. Alle diese Betriebe werden in­folge ihrer schwachen finanziellen ,'ttion die Weiterfabri­kation einstellen müssen. Die D,....chrift erinnert daran, daß der Kleinhandel mit Glühstrümpfen vorzugsweise von Handwerkern betrieben wird, die ebenfalls, um Scherereien zu vermeiden, den Verkauf der Glühstrümpfe einstellen wer­den. Von den Schäden des vorgesehenen Steuerzeichens, der Banderole, werden in der Schrift erwähnt: Die Un­möglichkeit, die vom Erzeuger gelieferten Mengen zu prüfen, das Fehlen jeder Kontrolle über die Beschaffenheit der Glüh­strümpfe, was aber beosnüers bei den leichtbrüchPen Glüh­strümpfen für den Abnehmer unerläßlich ist. Die Denk­schrift führt weiter au, daß auch die großen Glubstrumpf- betriebe durch die Erschwerung und Verteuerung des Aus­landgeschäftes durch Exportnachweis usw., ihre Koncurrenz- ähigkeit auf dem Weltmärkte einbüßen .werden. Der in )eni Steuerentwurf eingeschätzte Ertrag der Glühstrumpf- teuer mit 10 Millionen Mart wird durch Angaben in der Denkschrift widerlegt. Auf Grund der von genannter Ver­einigung angestellten Erhebung dürste die Steuer einen Neinertrag von 2i,2 Millionen Mark erreichen. Aus den angeführten Gründen wird die Ablehnung der Glühtörper- fteuer gefordert, ebenso wird darum er)uo)t, auf alle Fälle vor einer endgültigen Beschlußfassung die beteiligten Fach- Ireife zu hören bezw. die von den Interessenten gemachten Angaben nachzuprüsen. Es ist zu Hoffen, daß die gesetz- zebenden Körperschaften noch im letzten Augeuolick die ge­rechten Wünsche der schwerbedrotzten Brauche erfüllen werden.

Sport.

Ergebnis der Prinz Heinrich -Fahrt. Ge-. s a m t b e w e r t u n g: Wanderpreis des Prinzen Heinrich von I

$reH&£n: Wilhelm Opel, Preis des bayrischen Auto- niobrlklub Willy Pöge (Fahrer Fischer), Preis des österr. Automobilklub Kittsteiner-Frankfurt a M., Preis des unqor. Automobilklub Forchheimer-Nürnberg, Preis von Wien ^>achs-Schweinfurt, Preis von Budapest Ludwig Opel, Preis von Berlin Graf Kolowrat-Wien, achter Preis Wandersleben, neunter Preis Paul-Frankfurt a. M. (Fahrer Gruningi, zehnter Preis Jesserum-.Hamburg, elfter Preis Herne-Hannover und zwölfter Preis Remy-Frankfurt a. M. In der SchnelligkeitsPrüfung Guben-Krossen er­hielten den ersten Preis Wilhelm Opel, den zweiten Preis Graf Kolowrat-Wien und den dritten Preis Pöge. Bei der Schnelligkeitsprüfung im Forstenrieder Park: den ersten Preis Wilhelm Opel, den ziveiten Preis Kittsteiner- Frankfurt cl M. und den dritten Preis Pöge. Dann wurden noch eine Anzahl Klubpreise für den besten eines jeden Klub, der tu der allgemeinen Bewertung und den Schnellig­keitsprüfungen keinen Preis erhalten hat, zugeteilt und zwar erhielten: den ersten Preis Horch, den zweiten Fischer- Wiener-Neustadt, den dritten Dr. Groß und den vierten Lmdpaitner.

vörsen-Wochenbericht.

---Fran kfurt a. M., 18.Juni.

Noch immer steht die Börse unter dem hemmenden Einstuß der Ungewißheit über die Rei chsf i n a n zr e f or m , dem schwierigen Werke, das jetzt im Plenum des Reichstages zur Be­ratung steht. Die neuen Belastungen, welche die von der Re­gierung für den durch die Ablehnung der Nachlaßsteuer ent- Nehenden Ausfall in Vorschlag gebrachten Ersatzsteuern dem ge­schäftlichen Verkehr in der geplanten Erhöhung des Effekten- stempcls, des Wechselstempels und Einfiihrnng eines Scheckstempels in Aussicht itellen, wurden lebhaft erörtert, und kamen die neuen Vorschläge auch nicht überrasäzend, so haben sie doch die Unter­nehmungslust stark reduziert. Wenn die Kurse trotzdem eine be­merkenswerte Widerstandskraft zeigten, so war dies in der Haupt­sache wohl darauf zurückznführen, daß die zuerst geplant gewesene fcharfe Londcrbeiteuerung von Handel und Gewerbe durch die nunmehr vorgeschlagenen gerechteren Steuerarten eine gewisse Mil­derung erfahren dürfte. Bestärkt wurde man in dieser Hoffnung auch durch die imposante Kundgebung des neu gegründeten Hansa- Bnndes, sowie durch die Erklärungen des Reichskanzlers Fürsten Bülow, wonach dieser mit den verbündeten Regierungen den Steuerplänen des konservativ-llerikalen Blocks entschieden Wider­stand leisten werden. Nach bem Verlauf der bisherigen Ver­handlungen erscheint allerdings eine befriedigende Lösung der schwierigen Frage noch recht zweifelhaft und man wird mit der Eventualität einer Kanzler-Demission oder einer Reichstagsauf­lösung immer noch rechnen müssen, was mit einer Verschleppung der Reichsfinanzreform gleichbedeutend wäre. Eine günstigere Beurteilung als die innerpolitische Lage sand die auswärtige Politik, da man in der Reise des Zaren an die verschiedenen europäischen Höfe eine neue Kundgebung zu Gunsten einer Ver­ständigung der verschiedenen Nationen erblicken wollte. Ein nennenswerter Impuls wurde der Börse dadurch aber nicht ver­liehen, ebensowenig wie die Auslandsmärkte irgendwelche Anregung zu geben vermochten. In Newyork scheint die Auf­wärtsbewegung vorerst zum Stillstand gekommen zu sein und in London machte die Ermattung der Goldminenwerte weitere Fort­schritte, da in der Medioliguiüation Schwierigkeiten entstanden, die größere^ Eutlastungskäufe zur Folge hatten. Im Hinblick auf die sonst nicht ungünstig liegenden Verhältnisse der Goldminen- industrie dürfte aber wohl bald nach Erfolgter Reinigung des Marktes eine neue Aufwärtsbewegung einsetzcn. Einigermaßen hemmend wirken vorerst allerdings die Geldverhältnisse, die sowohl in Newyork als in London und Paris, wie auch bei uns neuerdings eine Versteifung erfahren haben. Die Bereit­stellung von Mitteln zu dem bevorstehenden Halbjahresschluß haben bei dieser Erscheinung zwar mitgewirkt, zu beachten bleibt aber auch, daß die ausgedehnte Spekulation an den Auslands­märkten bedeutende Mittel in Anspruch genommen und zur Ver­teuerung der Raten viel beigetragen hat. Nach Erledigung der Halbjahrs-Ansprüche darf man wohl wieder mit einer Erleich­terung am Geldmärkte rechnen, so billige Sätze wie zu Beginn des Jahres dürften aber kaum mehr in Kraft treten. Wenn die Börse allen ungünstigen Einflüssen Trotz geboten und ungeachtet der immer noch unbefriedigenden Lage des heimischen Wirt- chaftslebens ihr Kursniveau behauptet hat, so klammerte

Kleine Finanzchrvuik Die Bank für Elsaß- Lothringen und Straßburg beruft für den 1 Juli eine außer­ordentliche Generalversammlung ein, in welcher über Erhöhung beö Grundkapitals um 3 600 000 Mark Beschluß gefaßt werden soll. Ter Abschluß der Aktien-Gesellschaft Rickmers Reismühlen, Reederei und Schiffsbau in Bremen ergiebt einen Reingewinn von 660108 Mark (i. V. 1451352 MarD, woraus 4 Prozent gegen 10 Prozent im Vorjahre Dividende verteilt werden sollen. Die Aktten-Maschinenbau-Anstalt vorm. Venuleth und Ellen­berger (Darmstadt) hat im vergangenen Jahre infolge der un­günstigen Konjunktur wieder schlecht abgelchnittcn. Bei 18 824 Mark (i. V. 18 497 MarÖ Abschreibung erhöhte sich der Verlust - bortrag von 92123 Mark um 66 679 Mark auf 158 892 Mark. Eine Dividende kommt also wieder nicht zur Verteilung. Die Deutsche Gußstahlkugel- und Maschinenfabrik Akt.-Ges. Schwein - furt erzielte im ab gelaufenen Jahre einen Reingewinn von nur 1699 Mark (262 442 Mar0, eine Dividende, im Vorjahre 7i/3 Prozent, wird nicht verteilt. Für das laufende Jahr hofft die Verwaltung ein günstiges Ergebnis.

Wien, 18. Juni. Der Saatenstandsbericht des Ackerbau­ministeriums für die erste Hälfte des Monats Juni gibt eine Besserung nach den letzten Niederschlägen an, namentlich für Wintersaaten, die kräftig stehen. Später Winterroggen steht schlechter, frühe Sorten dagegen gut. Man erwartet eine mittlere Kornernte. Winterweizen läßt kaum eine Mittelernte erhoffen. Raps steht schlecht und ist zurück. Für Sommerweizen und Sommerroggen ist der Stand recht gut, ebenso die Ansichten hier­für. Mais und Frühkartoffeln stehen gut. Zuckerrüben sind vollkommen aufgegangen. Haier ist normal entwickelt. Klee ist quantitativ gut, qualitativ schlechter. Wiesen mittel bis ziemlich gut. Weinstock sehr gut.

Eingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Au§ Inheiden schreibt man uns: In der Zweiten Kammer ist in diesem Winter vom Ministerium erklärt worden, daß bei Staats- und Kommunalarbeiten nach Möglichkeit deutsche Arbeiter verwandt werden {ollen. Bei der Wasserleitung sür Inheiden, welche die Provinz ausfuhren laßt, beschäftigt der Unternehmer 8 deutsche und 18 italienische Arbeiter. Erstere bekommen 37 bis 38 Psg., letztere 40 Pig. Stundenlohn. Arbeiter ans der Umgegend sind nicht mehr angenommen worden, weil die Finna schon Arbeiter genug habe. Wie verträgt sich diese Tatsache mit der Erklärung des sDlinifterium§ ?

Ein weiterer Mißstand und nach Ansicht des Einsenders der .größte" ist der, daß als Aussichtspersonal Ausländer ver­wandt werden. Der Schachtmeister ist ein Italiener und der Auf­seher bei der Nohrlegerkolonne gleichfalls ein solcher. Sind wir denn in Deutschland schon so weit gekommen, daß bei Staats­bauten die Unternehmer Ausländer als Aufsichtspersonal für deutsche Arbeiter verwenden dürfen? In Worten ausgedrückc heißt dies den deutschen Arbeitern die Arbeit verekeln. Noch ein Mißstand ist zu ertvähnen. Die Unternehmersirma bemüht sich nach Möglichkeit, auch die Ausführung der Hausleitungen zu er­halten. Der Haupttrnmpf, den die Firma dabei auSspielt, ist der, daß diejenigen Hansleitungen, welche die Firma ausführt, sofort an die Hauptleitung angeschlossen werden, der Hausbesitzer also sofort Wasser erhält. Dagegen müssen die Hausbesitzer, welche ihre Hausleitungen von einheimischen Meistern ausführen lassen, warten, bis die Unternehmersirma mit allen Arbeiten vollständig fertig ist. Die auswärtige Unternehmersirma ist dadurch im Vor­teil gegen die einheunischen Handwerksmeister. Dem Hebel könnte abgeholien werden, indem der Staat beftimmt, daß Hausleitnngen nur dann angeschlossen werden dürfen, wenn die Hauptleitung völl- ständig fertig ist.

Meteorologische Beobachtungen

der Station Gießen.

Jtmi

1909

Barometer auf 0° reduziert

Temperatur der LuK

Absolute Feuchtigkeit

Relative Feuchtigkeit

Windrichtung

Windstärke

Wetter

20. 2"

750,0

21,9

10,2

52

W

4

Sonnenschein

20. 9

748,9

1 16,1

11,2

82

W

2

KlarerHimmel

21. 7

746,9

15,1

10,2

80

NE

2

Sonnenschein

sie sich immer wieder an die zu beobachtende Besserung der wirt- chastlicheu Verhältnisse in Amerika, sowie an die Hoffnung, daß sich der Umschwung der Verhältnisse, namentlich än dortigen Eisenmarkte, sich schließlich auch dei uns bemerkbar machen werde. Wann diese Besserung eintritt, läßt sich allerdings zurzeit mit Bestimmtheit nicht 'sagen, man hofft aber, daß nach Erledigung der Finanzreform der Jnlandskonsum sich heben werde, voraus­gesetzt, daß die Ernte einer Gesundung der industriellen Lage nicht hinderlich im Wege steht. Von Einzelheiten des Geschäfts­verkehrs ist wenig bemerkenswertes zu berichten, ausgenommen für Montanpapiere, die teilweise aus Deckungskäufe größere Avanzen erzielten. Privat-Diskontv 3 Prozent.

HairSel nnd Verkehr, Volkswirtschaft.

Börsenjopperei in Diamanten-Aktien. lieber das am Donnerstag an der Berliner Börse praktizierte Hinaus- treiben der Aktien der Deutschen Kolonialgesellschaft für Süd­westafrika, schreibt die K. Ztg., daß ein Kurssprung um 600 Proz. an einem Tag noch nicht zu verzeichnen war. Dabei gestaltete ich der Verkehr falt fieberhaft, ohne daß jedoch größere Beträge umgingen; ja meist handelte es sich nur um wenige Stück, die zu fabelhaft erhöhten Preisen verlangt und vertäust wurden, als ob es einem Wettrennen um den Kursrekord gelte. Zeit­weise machte es aus diesem Gebiete den Eindruck, als veranstalte man eine geräuschvolle Versteigerung, bei der der Meistbietende den Zuschlag erhält, und so konnte es nicht ausbleiben, daß dieser Marit die Aufmerksamkeit der gesamten Börse auf sich zog, die ja in der Regel über starke Nerven verfügt, jetzt aber zum Teil krankhaft erregt ist, weil ein derartiger Rummel einfach Koch nicht dagewesen ist. Hierbei wird auch daraus verwiesen, daß die Anteile an der Börse eigentlich gar nicht umgesetzt werden dürfen und daß noch vor Jahresfrist das Papier dem Veilchen glich, das still am Wege blüht. Die Frankfurter Zeitung meint, es ist bei den eigenartigen Verhältnissen des Marktes gerade dieser Papiere natürlich nicht abzusehen, wohin der Kurs treiben wird. Neue vielhundertprozentige Steigerungen sind ebenso möglich, wie ein Kurszusammenbruch. Auch an der gestrigen Freitagsbörse herrschte im freien Markte sür Kolonialwerte wieder ein aufgeregter Verkehr, wenngleich die Beteiligung diesmal minder zügellos war als gestern. itolonialantefte für Südwestafrika setzten, obwohl die neuen Funde nur 10 tel farätig sein sollen, mit 1970 ein und wurden in mehreren Stücken zu 2000 und 2020 Prozent von einer Firma, die man früher ate die Käuferin für die Debeers Company angesprochen hat aus dem Markt genommen, worauf die Preisnennungen sich allmählich 'bis 1950 ermäßigten. Kolmanswp wurden zu etwa 74 Prozent, Verkehrswesen bis etwa 340 Prozent und schließlich schwächer aus dem Verkehr genommen.

Höchste Temperatur am 19. bis 20. Juni -s- 22,40 0.

Niedngste , 19.20. , 10,0 UC.

Verantwortlich i. V.: für Gerichtssaal E. Anderson, für Stadt und Land: Karl Neurath.

Telefonische Kursberichte

des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Giessen.

Frankfurter Börse, 21. Juni, 1.15 Uhr.

3x/,*/o Reichsanleihe. . . 95-25 3°/ do. ... 85.55 3/,% Konsols .... 95.25 3% do. . . . . 85.50 37,70 Hessen .... 93.90 31 L°l0 Oberhessen . . , 4°/0 Oesterr. Goldrente . . 99 80

Oesterr. Silberrente. 99-40 4% Ungar. Goldrente . . 95.55 4°/0 Italien. Rente . . , 36/0 Portugiesen Serie I . 62.30 3°/0 Portugiesen HI . 63.80 47t% russ. Staatsanl. 1905 99.00, 47,7. Japan. Staatsanleihe 95.70 4®/e Conv.Türken von 1903 93.50 Türkenlose 146.60 4°/0 Griech. Monopol-Anl. . 50.00 4°/0 äussere Argentinier . 98.50 3% Mexikaner .... 66.50 47,% Chinesen ...» 98.90

Aktien*

Bochum Guss .... 226.50

Buderus E. W 110.90

Tendenz: abgeschwächt.

Berliner Börse.

Canada E. B. 179.7'.

Darmstädter Bank . . . 131.60

Deutsche Bank .... 241.70 Dortmunder-Union C. .

Dresdner Bank .... 153,20

Tendenz: träge.

Elektriz. Lahmeyer . . . 117.75 Elektriz. Schuekert . . . 124.09 Eschweiler Bergwerk , . 190.10 Gelsenkirchen Bergwerk . 178.70 Hamburg - Amerik. Paketf. 116.80 Harpener Bergwerk . . . 189.50 Laurahütte......181.70

Nordd. Lloyd 90.20 Oberschles. Eisen-Industrie 97.50 Berliner Handelsges. . . 172.00 Darmstädter Bank . . , 131.90 Deutsche Bank .... 241.90 Deutsch-Asiat. Bank . . 152.00 Diskonto-Kommandit . . 186.50 Dresdner Bank . . . 152.80 Kreditaktien 200.50 Baltimore- und Ohio-

Eisenbahn .... 115,80 Gottbardbahn .... Lombard. Eisenbahn. . . 21.50 Oesterr. Staatsbahn . . . 155.30 Prince - Henri -Eisenbahn . 130.50

21. Juni. Anfangskarse.

Harpener Bergwerk , . ,

Laurahütte . .... 181.00

Lombarden E. B. . . , ,.

Nordd. Lloyd .... 90.00

Türkenlose 146.20

Weich und zart das Antlitz und die Hände o-n , durai den löglidjeu Gebrauch von

T rA° n f ?1 fc ' hu: durch den kosmeiischen Zusatz des ,,Myrrholm eine unübertroffene Schönheitsmirkung auf die <X>aut benU* rv*i