Montag 23. August 1909
31 und den gröberen Rest für die Katholiken, I wiegende Mehrheit im Orte bilden. Der kath
die die über
Liberalismu; und Mittelstand.
Der katholische Geistliche
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assistenten bei der Großh. Bezirkskaffe Mainz I. Melde chluß Mittwoch, 25. August.
**DieSteuernbesGesandten. Das Finanzamt im Darmstadt hat den hessischen Bundesratsbevollmächtigten
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moiralfictl7:> -I!., üievtcl- jäl)rlich Mk. 2.20; durch Abhol«- u. Zweigstellen monatlich 65 'Bf.; durch diePost 'l'tt.2.—nievtd- sährl. ansschl. Beslellg. Zeilenprees: lokal 15Pf, auswärts 20 Pfennig.
Verantwortlich für den politischen Zeil; E. Anderson, \ Feuilleton und .Vermischtes' K. Neurath; für .Stadl u. Land' und „®eucbt-5- fnnl": E. Heb; für den Anzeigenteil: H. Beck.
der Stadt hat daraus den Friedhof geweiht, auf dem die Toten der Stadt nun gemeinsam ihre Ruhe finden werden.
x Langsdorf, 22. Ang. Einen phänomenalen Roggenertrag erzielte Abg. Köhler-Langsdorf burd) Anwendnng der Anbaumethodc der beiden russischen Gelehrten Demtschynski. Diese basiert auf der AuSpflanzungs- weise des Roggens, wie sie in China gehandhabt und schon von unserem großen Justus v. Liebig beschrieben wurde. Die chinesische Auspslanzungsmethode ist jedoch für unsere Verhältnisse zu zeitraubend unb darum zu kostspielig. St'öhlcr macht die Sache viel einfacher und gangbarer. Er stellt die Röhren der Saatmaschine so, daß zwischen je 3 Saatreihen — die 11 cm voneinander liegen — ein 28 cm freier Streifen hinzieht, purch den sehr bequem ein Sackscber Häufelpflug zwecks Hänselung der jungen Saat im Herbst geführt werden kann. Durch diese gezogenen Wamme werden die jungen Pflanzen so zur Bestockung „gereizt", das; Bestockungsbüsche von 17 Halmen keine Seltenheit sind. Das lange Eindringen der Sonnenstrahlen zwischen diese Saatkämme bewirkt eine Erstarkung der Zellen der Halmtoände und verhindert so das Lagern. — Trotz mancher widerwärtiger Zwischen- und Zufälle lieferte der Köhlcrfche Vci> uch pro Normalmorgen 21 Zentner Körner. Köhlers Roggenfelder, die nach der gegenwärtig gebräuchlichen Wcisd bestellt waren, ergaben auf den Normalmorgen nur 15 Z t r. 7 8 Pfd., welcher Ertrag auch im Durchschnitt ja als Höchst- ernte angesehen werden darf. Möge diese überaus günstige Differenz vielen Bauern ein Ansporn sein, in ähnlicher Weise, aber nicht allein mit Roggen, sondern auch mit Weizen, Versuche nach der oben beschriebenen Anbaumethoda vorzunehmen.
Schotten, 21. Ang. Unter dem Namen Pro s. Heinemann, Lberlchrer und Dozent aus Bingen trug sich am 11. Juli ein Herr in das Fremdenbuch des Klubhauses auf dem H ohe- rodskopf ein, und da cs ihm hier oben sehr gut gefiel, w verlängerte er seinen Aufenthalt um 14 Tage. Sern seines Benehmen, feine geistreiche Unterhaltung, sowie seine Beschlagenheit auf allen Gebieten des Wissens, liehen kaum einen Zweifel an der Echtheit des Herrn Profesfors auf kommen. 9hir der Klubwirt wollte an ihm ein unsicheres Wefen entdeckt haben und schenkte ihm auch nicht das Vertrauen, das ihm sonst von allen S .len entgegengevracht wurde. Dec Boden des Klubhauses schien darum dem Professor trotz der Höhenlage doch etwas heiß zu roerden, weshalb er vorzog, in einem bekannten Schot lener Gasthaus Quartier zu beziehen. Hier verstand er es, sich in die besseren Kreise der Gesellschaft einzuschmuggeln und seine Rolle als Drv- fessor weiter zu spielen. Wieder waren in Schotten etwa 14 Tage verflossen, und der Herr 'Professor machte immer noch keine riustalten, seine Rechnung, die schon eine ansehnliche Höhe erreicht hatte, zu begleichen. Unter irgend einem Vorwand verschwauo er am vorigen Montag aus Schotten und ilt bis jetzt nicht wieder zurückgekehrt. Sofortige Nachforschungen haben ergeben, daß der Schottener Prosefior gar kein Prvseifor, sondern em aus dem Zuchthaus Marienschloß entlassener Sträfling ist, der tags vor seinem Besuch auf dem Hoherodsüwf in der Strafanstalt feinen Abschied erhalten hatte. Der falsche Professor hatte vorher wegen Diebstahls eine Zuchthausilrafe von li/2 Jahren verbüßt.
Q La ubqch, 21. Slug. Südlich von der Stadt, etwa 20 Minuten entfernt, ging gestern abend ein gelbseidener Ballon mit drei Insassen, einer Dame und zwei Herren, auf einer Wiese am Eulengraben in Nähe der nach Rupperts- bürg führenden Straße nieder. Der Ballon trug die Aufschrift Jla und tarn unter Führung des Hauptmanns Thewalt hier an. Er hatte etwa die dreifache Geschwindig- feit eines Fußgängers. Die Herren, die beim Niederziehen behilflich waren, wurden zur kurzen Probefahrt eingeladen. Nach einer halben Stunde kamen zwei Autos an, die den Ballast mitnahmen.
0 Butzbach, 22. Aug. Die Ausstellung, die der Geflügel- und Kaninchenzuchtverein Butzbach-Nieder- Weistl und Umgegend heute abhielt, erfreute sich einer guten 93 c- Idndung, sowie eines zahlreichen Zuspruchs. In den Ableitung u Hühner und belgische Riesenkaninchen waren prachtvolle Exemplare vertreten, auch sonst sah man gute Tiere. Es standen außer anderen Preisen 20 Ehrenpreise zur Verfügung. Die Ausstellung wurde von L. Bühl eröffnet. Die Prämiierung hatte folgendes Ergebnis: In der Abteilung Geflügel erhielten Ehrenpreise: Wilh. Schild-Butzbach, G. Tahmer-Butzbach, Fr. Baier-Butzbach; 2. Preis: Wilh. Schild-Butzbach; 3. Prepe: W. Häufer-Niederweisel, PH. Haffer-Niederweisel; lobende Anerkennung erhielten: W. Schild- Butzbach, PH. Haffer-Niederweisel, Georg Ploß-Butzback, F. Baier- Butzbach. Abteilung Tauben: Ehrenpreis: G. Tahmer- Butzbach; 1. Preis: v. Linkmann-Butzbach; 2.Preije: H. Lmkmann- Butzbach, Will;. Schild-Butzbach; 3. Preise: F. I. Heid-Butzbach, PH. Haffer-Niederweisel; lobende Anerkennung: W. Brückel II., Lang-Göns, G. Tahmer-Butzbach. Abteilung Kaninchen: Ehrenpreise: H. Marx-Butzbach (3), Wilh. Schild-Butzbach <2 , Fr. Schmidt-Niederweisel (2), Ph. Haffer-Niederweisel; 1. Preise: H. Marr-Butzbach, B. Steinhänser-Butzbach, PH. Häuser-Nieder- roeifel, Ad. Alban Butzbach; 2. Preise: H. Marx-Bntzbach, H. Lmk- mann-Butzbad), £). Nikolay-Butzbach, Emil Renß-Rodhetm, I. ö. vaub-Niederweisel, W. Berg-Butzbach; 3. Prei'e: H. Ödbebranb- Nicderweijel. K. Scharmann-Bntzbach, Fr. Schmidt-Niederweisel, B. Stemhäuser-Butzbach, E. Bauer-Butzbach, Ehr. Langbein-Butzbach; lobende Anerkennung: E. Bauer-Butzbach, H. Wagner-Holzheim, Fr. Schnlz-Siiederweisel, F. Schmidt-Niederweisel, H. Ccip- Niederwenel, H. Marx-Bntzbach, E. Ulrich-Butzbach, Aug. Rruner- Niederweisel, Ph. Haffer-9iiederw( i 1, Hch- Marx-Bntzbach. ixiir eine Kollektion Pelzwaren erhielt E. Bauer-Butzbach e neu Ehrenpreis. Die aus Hasenfellen gearbeiteten Pelzwareit fanden allgemeinen Beifall.
s. Rockenberg, 22. Ang. Unsere neue evang. Kirche wird am Sonntag, 29. Äug., itatfim. i/22 Uhr ein- geweiht werken. Ihr Bau wurde seinerzeit von dem früheren Anstaltsgerftlichen Pfarrer Fischer, jetzt tn Nierstein, angeregt und fand die lebhafteste Unterstützung des Guslav- Adolf-Bereins für Hessen wie der Eoangeliichen Rockeit- bergs und Umgegend. Es bildete sich eine selbständige : (Gemeinde int tirä^enrechtlichen Sinne, und das Baukapi I stoß bald ziemlich reichlich, zudem das O.bertonststormm
acb,un^rricetii“b |bi< folgende Resolution angenommen .
Der Vcrtretertag der nationaUiberalen Partei betont ms- U bröndere die Notwendigkeit einer Revision des Gesetzes über den i unlauteren Wettbewerb, namentlich auch tn bezug auf das Aus- ' Iveckaufsroesen. Er erhofft von der Mitarbeit seiner Vertrete: .rtlninO 8w Reichstage einen wirksamen Schutz gegen die daS Handwerk, SIH U A I tu Industrie und das Handelsgewerbe lelbst gletchermatzen scha- jbigenben Auswüchse. Dazu ist eine Kontrolle durch bte Ge- derbebehörden allerdings geboten.
Er erwartet die baldige Verabschiedung der Gesetze über den Schutz bei- Bauhandwerker und dieSicherheit l^r Baufor^rungen, ' =-— „sowie insbesondere über die Beschränkung be» Rechte^, ^.ehr-
(Ä lltege anzuleiten, auf biejenigen Hanbwerker, bte den Meyter-
und Gesandten am preußischen Hofe v. Gagern zur Staats-^ teuer und Gemeindesteuer hier zugczogen. Herr v. Gagern ist in beiden Eigenschaften Exterritorialer im Sinne des ■ ; 18 des Gerichtsverfassungsgesetzes, d. h. er unterliegt nicht )er Gerichtsbarkeit des Bundesstaates Preußen und behält in Ansehung des Gerichtsstands seinen heimatlichen Gcrichts- tcnrd, und als sein Wohnsitz gilt die Hauptstadt des Heimatstaats. Die Steuerbehörde scheint nun der Ansicht zu sein, dieser fingierte Wohnsitz habe and) als Wohnsitz in steuer- technischem Sinne zu gelten. Diese Ansck)auung dürfte jedoch chon deshalb unrichtig sein, weil § 15 der Zivilprozeßordnung die Fiktion des Wohnsitzes im Heimatsstaat mir in Ansehung des (^Gerichtsstands in bürgerlichen Rechtsslreitig-- keilen als Sondervorschrift ausstellt. Für alle Verhältnisse des bürgerlick)en Rechts, zu denen auch die Pflicht Steuern zu zahlen gehört, ist der Wohnsitz an dem Orte begründet, wo fick) die Person ständig niedergelassen hat, also im Fragealle in Berlin. Da Herr von Gagern gegen die Heranziehung zur Steuer Beschwerde erhoben hat, so wird der Kreisausschuß demnächst zur Entscheidung der Frage berufen sein.
"Die Synode des evangel. Dekanats Gießen findet Mittwoch, 25. b. Mts., vormittags 9 Uhr, im Konfirmandensaal der Johanneskirche hier statt. Die Predigt hält Pfarrer Schmaltz von Beuern, das Hauptreferat Pfarrer Gußmann-Kirchberg über die Frage: Was geschieht und kann geschehen zur Belebung des MisfionsinteresfeS in unseren Gemeinden? Außerdem wird die Synode Stellung nehmen zu der gegenwärtig vielfach angeregten Reform der Sonntagszeichenschule. Sämtliche Verhandlungen sind öffentlich.
*• Für die Stellung eines juristischen Beigeordneten der Residenzstadt Darmstadt, für die die Bewerbungsfrist gestern abgelaufen war, liegen etwa 30 Bewerbungen vor, darunter solche aus Hessen und aus anderen deutschen Bundesstaaten.
** Große turnerische Erfolge erzielte gestern unser Turnverein auf dem 1. Wilhelmshöhe- Bergturnfest bei Kassel. Der Vorstand hatte beschlossen, drei Turner zu dem für ga7cz Deutschland zugänglichen Wetturnen, daS zum erstenmal an geschichtlich gewechter Stelle gefeiert wurde, zu entsenden. _ Weitere Turner schlossen sich freiwillig an, so baß schließlich acht Turner des Turnvereins zum Wettkampf antraten. Die Wettübungen waren Stabhochsprung, Freiweitsprung, Laufen über 100 Meter, Steinstoßen und Gewichtheben beidarmig. 100 Punkte tarnen zur Anrechnung, 60 Punkte berechtigten zum Eichenkranz und 70 zu Kranz und Ehrenurkunde. Hervorragende Leistungen wurden von den 420 Turnern aus Hessen-Nassau, Hessen u. den angrenzenden thüringischen und hannoverschen Gebieten geboten, so daß die vorgesehene Höchstpunktzahl von fünf Turnern nicht nur erreicht, sondern vielfach übertroffen wurde. Unter diesen fünf waren rwei Mitglieder des Gießener Turnvereins: Heinrich Noll und Ludwig Bepler. Ersterer hatte mit 119 Punkten die beste Leistung überhaupt aiimiroeifen und Bepler übertraf die 100 Punkte ebenfalls um 9 Punkte. Auch die anderen Gießener Turner hielten sich wacker. Es errangen weiter vom Turnverein Karl L o o s den 2. Preis mit 98 Punkten, den 4. Preis Karl Müller mit 96 Punkten, 26. Adolf Geisse mit 74 Punkten, 28. Wilhelm Heß mit 72 Punkten, 29. Hch. Hammel mit 71 und 39. Theo Witten becher mit 60 Punkten. Auch der vom *Männerturnverein entsandte Turner Kl Möller machte den Gießener Farben Ehre, er erhielt mit 93 Punkten den 7. Preis. — Der Turnverein wird seine Sieger heute abend festlich empfangen und mit Musik durch die Stadt geleiten zu einem Feslkommers, der im Einhorn- faal statt findet. . .
** Gießener Industrie auswärts. Es wird in weiteren Kreisen interessieren, daß der weitaus größte Teil der sanitären Einrichtungen deS Falkensteiner Offiziers-Genesungsheims, daS am letzten Freitag in Gegenwatt des Kaisers eingeweiht wurde, von der Firma Schaffst aedt ausgefühtt wurde.
•• lieber die Vorführung deS Bindemähers, die morgen hier vorgenommen wird, brachten wir am Samstag eine kurze Notiz. Auf Wunsch des Landw. Instituts hier teilen wir mit, daß die Zusammenkunft zu der Vorführung um 10 Uhr vormittags auf der Lahnbrücke ist. Gleichzeitig bemerken wir, daß Zeitangaben über Veranstaltungen in den Inseratenteil gehören und aus unS zugehenden Nachrichten für den Textteil des Gieß. Anz. stets gestrichen werden. Wenn wir diesmal ausnahmsweise eine derartige Mitteilung an dieser Stelle bringen, so geschieht dies nur, weil wegen der Kürze der Zeit eine Benachrichtigung der Landwittfchaftskammer, von der die Mitteilung ausging, nicht mehr möglich ist.
»• Unser Gemeindefriedhof, der für die Burger aller Konfessionen als Begräbnisstätte dient, hat in dem Städtchen Hallenberg an der Strecke Frankenberg—Winterberg Nachahmung gefunben. Der dortige konfessionelle chrill- liche Friedhof war belegt. Die Israeliten in der Gemeinde hatten überhaupt keinen Friedhof, sondern bestatteten ihre Toten ganz regellos auf einer Wiese. Die politische Gemeinde hat bei der Separation (Feldbereinigung), die in Preußen von der Generaltommission ausgeführt wird, einen gemeinsamen Friedhof für alle Bürger, gleichviel welchen Glaubens, anlegen lasten und dabei einen Teil für b t . | Israeiilen bestimmt, einen anberen^Te»' bw Evangelischen
Nr. 186 Erstes Blatt 158. Jahrgang
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General-Anzeiger für Oderheffen
Annahme oon Anzeigen V 1 3 f l
-r bie Tagesnummer Rotation;druck und Verlag der Vrühl'sche« Univ.-Vuch- und Stemdruckerei B. Lauge. Rebaftion, Expedition und Druckerei: zchvlstrahe 7.
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Das Erne können mir ohn« weiteres zugeben: Bor mehr als 25 Jahren gab es eine Zeit, wo der Liberalismus den Hand- ii erksfragen nicht genügendes Interesse entgegenbrachte. Man httte sich damals in die von der Wissenschaft gestützte Theorie ngelebt, baß man biefer „absterbenden Wirtfehastsform" mit . tuen lünstlichen Mitteln mehr Leben cinhauchen könnte. All- nchhlich ab ex- hat man überall eingesehen, baß tymrit bas Kind mit bem Babe ausgcschüttet würbe. Daß zwar in manchen : tikfcm bas Handwett und Kleingewerbe ben Wettbewerb des i'-rofbetriebet nicht mehr aushalten kann, daß aber gerade eine hZhere und verfeinerte Kultur sich mit der Mafsenfabttkation nicht begnügt. Die Nationalliberalen dürfen ehttich von sich innen, das; sie zur Verbreittlng ber richtigen Erkenntnis Erheb- l! cheS beigetragen haben. Llllerdings konnte es sich nicht für sie | darum handeln, bie alten, halb mittelalterlichen Formen un- . mindert in unsere von Grund aus Deränberte Zeit einzusetzen. | 'Iber dem hat ja bekanntlich auch ein sehr beträchtlicher Teil Iber Handwerker selbst widerstrebt. Wenn z. B. Herr Jaeobs- Ikrtter, der in der wnservattven Partei die Rolle eines ber wenigen I.'ionzessionsschulzen spielen bars, sich ganz entschieden gegen den Icltgcmcinen Befähigungsnachweis wendet, bann sollten leine zwar I tiubnferen unb ftornnbegabteren, aber doch weniger sachverständigen I irakttonslollegen sich hüten, ben Liberalen denselben Standpunkt Imriutoenen. m . • „
In Wirklichkeit haben denn auch bie Nattonallrberalen Sucht I mir bie Auswüchse der Zwangsinnungsbewegung bekämpft, sondern Mrhr positiv an ber Durchfühi-ung des für den gewerblichen Mittel- iltanb heute Erreichbaren unb Möglichen mitgearbeitet. Tie Reichs- Dgefttze über ben .leinen Befähigungsnachweis, gegen bett un- rren Wettbewerb, zur Sicherung ber Bauforberungen sind ihrer Hilfe zustande gekommen. Damit man nun nicht etwa ■Wucht, dies erst als eine Stimmung ber allerneuesten Zett, «relleicht als eine Wirkung ber Blockpolitik hinzustellen, erinnern ■ utr daran, wie bie Programmtundgebungen und bie Delegierten- |te.«e ber nationallileralen Partei sich schon seit vielen Jahren »NM ben Niittelstanbsfragen beschäftigt haben. Diese standen % B. ■atf ber Tagesordnung des Eisenacher DelLgiettentages von 1902, I du Stuttgarter Vertret er Versammlung ber natwnalliberalen Jugend Ihm 1905 und bes Goslarer Tages von 1906. Hier wurde — Kunt wenigstens einen botumentarischen Beweis anzuführen —
inci unicii uui tu. , ... v m ■
I Er erwartet ferner, baß bie rechtlichen Berhalttnsie ber Pn- Pbatangeftentcn in förderlicher Weise gKtzlich,geregelt werden, ! inb daß ihr berechtigter Anspruch auf rerchsgesetzlrche obligatorttche s 2 msionsversicherung mit Hinterbliebenenfüriorge balbigit erfüllt ; Nach diesem Beschluß haben bie nationalliberalen Fraktionen cehanbelt, unb in biesem einne werben sie auch roeiter tattg f' l3are dem nicht so, wie täme dann der Borsttzenbe lxr Mtttel- IlLndsvereipigung, Herr Raharbt, dazu, uch von ^^0tt|ervativen II efyurocnbcn unb seine Standesgenosien vor.de m^Ber trauen inbW II ihre falschen Freunbe zu warnen? Er mutz doch ^"hl empn , jj heute bereits so viele Hanbroetter Mblen, baß ,ie von li ben Konservativen nur eine Zeitlang.protegier würben bart nnt sie deren reaftionäre Herrschaft itußen bülien ? pinJm H aber innerlich zu ben großen Massen des nationalen und einem | geiunben Fortschritt buldigenben Bürgertums gchoiin.
Ans Stavt und L-ind.
Gießen, 23. August 1909.
Vom Großherzoglichen Hofe. Prinz Rein- W^rb zu SolmS-Lich ist am Freitag abend 9.32 Uhr in M Jagdschloß Wolfsgarten eingetroffen unb hat daselbst B>ohnung genommen. — Der Großherzog und die Groß Herzogin j J wshnten Samstag vormittag mit Gefolge ber Besichtigung ( de: 25. Kavallerie-Brigabc auf dem Truppenübungsplätze j Darmstadt zu Pferde bei.
** Uebertragen wurde dem Lehrer Gg. Korn- jp orf e r zu AngerSbach eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule Bischofsheim.
** Erledigt ist die Stelle des Bezlrkskaise-
Mit Hochdruck arbeiten die Konservativen in dieser Nur schein- I <x sttllen Zeit daran, bie ihnen vom Hansar- und vom Bauernbund -whendcn Gefahren abzuwenden. In beiden Füllen fürchten fix? . x Abwanderung des Mittelstandes aus bem konservativen Ge | <qe Besonders liegt ihnen jetzt die Singe am Herzen, daß ■ M bald ber letzte städtische Konservative reif fürs Panoptikum ' »Tbe, und sie oerfudjen drum mit allen Mitteln, bem Hansa j imbe bett Zuzug aus den Handwerkskreisen fernzuhalten. Mil 'rlichen und — mehr noch — mit unehrlichen Mitteln. Zu i < ii gehört ein Arttkel über das Thema „Liberalismus unb »ittklstand", ber jüngst in ber konservattven Patteikorrespondenz . schien. Vorweg sei bemerkt: unter Mittelstand ist ba mir bas Cmbroerf unb Kleingewerbe verstanden. Vom Bauernstand, von -ii liberalen Berufen, von den Privatangestellten und den ge ebenen Arbeitern ist nicht die Rede. Wir nelymert das als 3cftätigimg unserer Ueberzeugung, daß die Konservattven die 'uirsorge ix'S Liberalismus für diesen größten Test des Mittelondes nicht im geringem zu beanstanden vermögen. Was aber ! irb „den Liberalen" nrit b^ug auf das .Handwerk vorgeworfen? 's ist äußerst bezeichnend, daß die aufgezählten Sünden alle über r Vierteljahrhundert zurückliegen. Dann kommt ein großer ,pmng, unb aus der letzten Zeit wird nur angeführt, daß die '.reisinnigen einmal namentliche 9(bftinrmungcn über rlyre Anlage zu einer Baugewerbe-Resolution beantragt und daß bie .«üioim(liberalen im Landtag über einen Conferoatjzm Waren- ^.iSsleuer-Anttag — schttflli'ck)en Bettcht verlangt ljaben. lieber diese schlimmen Vorwürfe können wir wohl mit Schweigen hinweg geben, zumal gerade die Warenhaussteuerfrage sehr umstritten und bK köstliche Einfall, bie Abwälzung ber Warmbaussteuer auf mittelstänblettschen Lieferanten gesetzlich zu verbieten, bisher er noch nicht in den Bereich der konkreten Möglichkeiten!


