Ausgabe 
22.1.1909 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Erstes Blatt

159. Jahrgang

Freitag ÄS. Jammr 1909

Liba« (Kot],

land),

anktmt

a. M.

General-Anzeiger für Oberhessen

Rolattonrdruck und Verlag der Vrsihl'schen Univ.-Vuch- und Steindruüerel H. Lange. RedaMon, Expedition und Druckerei: Zchulstrahe 7.

ist ohne weiteres einzusehen, daß eine solche Bevölkerung zur! punkte ein Einvernehmen erhielt. Das Protokoll, durch Leistung der körperlichen Arbeit in einem Gebiet von der Größe das die diplomatischen Beziehungen mit Venezuela wieder-

Dte heutige Nummer umfaht 10 Seiten.

des Deutschen Reiches ungewöhnlich knapp ist.

efernMen

il-Bohlen etc.

,tl

i zu machen,

ipd roirb bei her Ver. t un fyfkift Lausköpp'

Kolonien ist der Keetmanshoper Bezirk am Von 110 abgcstecklen Farmen sind nur ettoo Je weiter man nach Norden kommt, desto

Z

?idöppeL sanuar 1909. iboq tu d. Ldcu

nachstehendes:

Von unseren dünnsten besiedelt. 60 bcwirtsclwftet.

31.34 Fm. it 3,3 Hm.

cht Irack ltr

*bur^onb«eftüffee- e CoU er<e5«i. w

hergestellt werden, wird in der nächsten Woche voraus­sichtlich unterzeichnet werden.

Eine Verschwörung in Konstantinopel. Der Korrespondent derDaily Mail" in Konstantinopel berichtet seinem Blatte von der Aufdeckung einer Verschwö­rung. Es handelt sich um eine angeblich weit verzweigte Verschwörung zum Sturze des Parlaments und der Kon­situation und zur Wiedereinführung reaktionärer Verhält­nisse in dec Türkei.

Die diplomatischen Beziehungen zwischen Chile und Peru sind gegenwärtig gespannte, da der letztere Staat die von Chile nachgesuchte Niederlegung eines Kranzes an dem in Lima errichteten Denkmal für die im Kriege zwischen beiden Staaten vom Jahre 1879 Gefallenen abgelehnt hat.

Goct,

Fi. Liszt ' ' Schubert

Dernburg über seine wchasrikamsche Reise.

Vor der Berliner Abteilung der £ciit;dben Kolonialgelell- Ichast, vor Mitgliedern der deutschen Volksvertretung und in Anwesenheit des Kaisers hielt Staatssekretär Tcrnburg gestern im Neichstagsgebäude einen Vortrag über seine westafrikanisel-e Reise. Diesen hochinteressanten Ausführungen entnehmen wir

Nr. 18

Ter Etetzrner Anzeiger erscheim täglich, armer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich LiehenerZamilicnblätter; zweimal lüöcbentl.KrciS: blatt für ben Kreis (Sieben (Treirstag unt> Freitag); zweimal monntl. Land­wirtschaftliche Seitfrazen sterniprech - Anschlüsse: füi bic öiedaktron 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse tiit Depelckenr Anzeiger Dieken.

Annahme von Anzeigen für die Tagesnunnner bls vormittags 10 llhr.

AirrLarrd.

Ministerkrisis in der Donaumonarchie. Wie tschechifck)e Blätter wissen wollen, soll die Situation des Ministerpräsidenten Baron Bienerth kritisch sein. Dr? deutschen Parteien seien entschlossen, ihn zu stürzen. Auch die Lage des ungarischen Kabinetts gilt allen Ableugnungs­versuchen zum Trotz als recht schlvierig.

Verständigung zwischen Holland und Ve­nezuela. In der gestrigen Besprechung des venezola­nischen Sondergesandten Paul mit dem holländischen Mi­nister des Auswärtigen wurde über alle strittigen Haupt-

paylmncEHarifdbvs mis Hessen.

R. B. D a r m st a d t, 21. Jan.

Tie gemeinsamen E t a t s b e r a t u u g e n dcs Finanz­ausschusses mit der Regierung (von der Staatsminister Dr. Ewald, Finanzminister 2r. Gnauth, Minister des Innern Dr. Broun und die Ministerialräte Dr. U sing er und Süs­se r t zugegen waren) wurden heute bei den Slaatszuschüssen für die Landwirtschaft fortgesetzt. Im Kap. 75 ivertett zur Verfügung der Laltdwirtjchastskammernach Maßgabe der hierüber bestehenden gesetzlichen Bestimmungen" im Ganzen 144,190 Mark zur Verfügung gestellt, wovon 77,470 Mark für Rindvichzucht, 12,080 Älark |üt Schweinezuckst, 14,040 Mark für Förderung des Löst- und Gemüsebaues, 17,800 Mack für Pferde­zucht ctc. verwendet werden sollen. Gleichzeitig werden damit auch die Anträge Köhler-Bähr und Bähr Haas-Kvrell mit be­raten. Die Antragsteller nahmen ebenfalls an der Beratung teil. Referent Abg. Dr. Weber begründet eingehend den ab­lehnenden Standpunkt, den der Ausschuß gegen die Anträge ein- zunclMen beschlossen hat und dann nahm Ausschußpräsitent Reinhart Gelegenheit, auch gegen eineweitere Begründung" des Abg. Köhler zu seinem Antrag energisch Verwahrung ein­zulegen, die eine Kritik der Kamme rver Handlung vom 5. Januar oar stelle; auch Abg. Molt Han schloß sich dieser Verwahrung an. Der Minister des Innern, Dr. Braun, führte aus, daß, der Antrag Köhler-Bähr sowohl aus staatlichen, wie aus formellen Gründen unannehmbar sei; da u. a. auch verlangt werde, daß oer Satznach Maßgabe der hierüber befte freuten gesetzlichen Be­stimmungen" gestrichen werden soll; er halte den Antrag auch naturell für ungeeignet, da die Landwirtschastskammer, wie jeder andere Zweig ter Staatsverwal tung, budgetmäßig behandelt werden müsse. Abg. Haas erklärt, daß er in ter Hauptsache die Gründe oer Negierung für ihre Haltung anerk.'nne und empfiehlt, die ein­zelnen Positionen unter Titel 7 zusammenzulegen. (££ kommt schließlich eine Verständigung zu Wege, daß im nächstjährigen Budget eine anderweitige Verteilung der Mittel inbetreff der einzelnen Positionen vorgenomnren werten soll.

Ter Ausschuß sttzt dann die Be.prechurtg über die Position Oberrechnungskammer fort, für die die Anstellung zweier weiterer Revisionsöcamten beantragt wird. Da bei dem stetig wachsenden Umfang dec Arbeit und den steigenden Ansprüchen der Kreisämicr auf Vornahme von Visitationen durch Beamte der OberrechnungSkamnrcr das jetzt vorhandene Personal nicht mehr ausreicht. Die Bewilligung dieser Position ist nach ter heutigen Aussprache gesicl)ert. Bezüglich ter Kosten wurde be­tont, daß auch die periodisch wiederkehcenten Visitationen der Städte und größeren Betriebe, wenn sie häufiger stattfinden wer­den, wie es für enrpfehlenswert gehalten wird, eine weitere Ver­mehrung der Beamten als notwendig erscheinen lassen. Um diese Kosten zu nemtüttern, sei es richtig, als Gegenleistung in Vorschlag zu bringen, daß von den visitierten Gemeinten ein entsprechender Beitrag erhoben werte. Der Ausschuß beschäf­tigte sich dann mit den Kapiteln Verwaltungsgerichlshof, ter eine Ausgabe von 6890 Mark erfordert, Haus- und Staatsarchiv, Ausgabe 17,632 Mark, Jcheinschiffahrt 4410 Mark, Sterbequartale LOGO Mark und Porto-, Telegrcwfren> und Fernsprechgebühren 3900 Mark. Morgen sollen die Kapitel ter Lokal- und Polczei- oerwaltung (Berichterstatter Abg. Brauer) mit ter Regierung be­raten werden.

Der Dritte (Waylprüfungs-)Ausschuß trat heute zu­sammen. Es wurden die einzelnen Wahlakte und Berichte ter 23 Mandate vorgetragen, gegen die ein Protest aus ter Wühler- lcfraft nicht eingegangen ist. Bezüglich ter beiten Wahlen in Nieter-Llm-Ober-Jngelfreim (Abg. Dr. Frenay) und Darmstadt- Gwß-Gerau (Abg. Senßfelder) ist die Regierung um Anstellung amtlicher Ermittelungen ersucht worden, deren Ergebntsse & noch nicht vorlicgen. #

Nacktem die eingelcitcten Verhandlungen in betreff ter Auf­stellung des Lehrers Lang für die Larrdtagständidatur im Wahl­kreis Beerfelden-Hirsch Horn- Wimpfen nicht zu einer Bcrsdändigung geführt haben, ist jetzt von der nationalliberalen; Partei Bürgermeister Kredel-Airlenbach einstimnrig zum Kan- oidaten ernannt worden.

Rus und Land.

Gießen, 22. Januar 1909.

Gedenket der hungernden vögei!

Aus der Sitzung der Stadtverordneten.

Die erste Sitzung nach den Weihnachtsferien, die durch eine Pflaster-Informationsreise der Baudeputation länger wie sonst üblich dauerten. So kam es, daß die üblichen Neujahrswünsche, die das Stadtobcrhaupt alljährlich dem stadtväterlichen Kollegium und der Stadt zu wtdrnen Pflegt, diesmal etwas spät ausgesprochen nnirten. Sie wurde« frohen Herzens aufgenonunen und bildeten den Grundtorr der ganzen Sitzung, die sich trotz ter meist einfachen zuy

Vezugtzpret): monallich75Pl., viertel- jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zwemüellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Dir. 2.mert d« lährl. ausschl. Bestellg, Zeilenpreis: lokal 15131, auSivärtS 20 Pfennig. _ Verantwortlich tut den politischen Teil, für .Feuilletons und . Vermischtes * : Ernst Anderson; für .Stadt u. Land" undGerichts- faal" E. Heg; für den Anzeigenteil: H. Beck.

ihre»

itr **

t* ü-, 616

ichügt wirb, I«

EuEep.

w

erung.

im. 90, bin anfongenb nde Mendorf a, d. 2öa, Raulsföppel pp. Forst.

!'KMatinee der Agig6

m ««langt ß- * i»«n °!tgn°°h" vterrrichtea

der

' 7 Johs- Brabmj

haben. ° km

«hnt ? °°" °i

Nation von

l.ti ,

dichter wird auch im sogenannten Südbezirk die Besiedelung und testo Weiler vorgescluitlen ist auch die Entwicklung. Tie Rinder- Sucht im Süden des Schutzgebietes ist wegen der Vege­tation weniger aussichtsreich, obschwn natürlich fast jeder Hans malt sein Großvieh besitzt. Nach und nach, mehr nach Norden ijüi, tritt ter für die Sckiafzucht geeignete Boden zurück.

Tie unter Mitwirkung hervorragender deutscher Landwirte in8 Leben gerufene Deutsche Farm-Gesellschaft, die 8ber ein Kapital von 10 Millionen Mark verfügt, hat 300 001; Hektar Landes fest gekauft und bezahlt, ein Beweis dafür, daß Leute, welchen Erfahrungen ter ganzen Welt zur Verfügung gelianten haben, sür die Fortsetzung und Ausdelmung ihrer Ge- sHöste nickst erwa Argentinien und Südamerika, sondern Teutsch- :üdwestajrika gewühlt haben mit ter lleberzcugung, daß sic teil rilindestens so gut und billig produzieren und fabrizieren können r»ie in jenen Ländern, wo durch dichtere Besiedlung ter Voten Puapp und teurer wird und einer natürlick)en Ausbreitung dieses Tiehzuchtgeschäfts gewisse Schranken entgegengesetzt werden. Ein Lhnliches Fleischunternehmcn für den Norden im geringeren Umfange hat die South-West-Asrica-Co. in die Hand genommen.

Wenn man die baren Auslagen, welche eine Fa­milie im Schutzgebiet braucht, auf etwa 4000 Mar! pro Jahr annimmt, so wird man bei ten hohen Preisen, die dort herrschen, ersehen können, welch bedeutenden Zuschuß ein Eigenbau ter Wirtschaft zu leisten imstande ist.

Dies leitet über aus die Frage ter möglichen Gesamt- k»-esiedlung des Schutzgebietes. Vorläufig ist anzunchmen, teß etwa 100 000 Weiße in dem für besiedlungsfähig gehaltenen Teil des Schutzgebietes ihr gutes Fortlommcn finden können. 3d) komme nun zur Frage ter Kleinsiedlung. Auch hier Ifl das Kapital meistens unzureichend. Für ten Absatz von Äartenproduktcn sind weder hinreick>ente Verkehrswege, noch eine »«hlreiche weiße konsumkräftige Bevölkerung vorhanden. Tie Be- tiiete sind tesl-alb zum großen Teil kümmerlich Sic würden vielleicht aussichtslos sein, wenn es nicht gelungen wäre, in dem Tabakbau eine gute Kultur zu finden. Tas Ovamboland temmt sür europäisch Besiedlung aus politischn Gründen zu- reädzft nicht in Frage, lieber das Kaoloseid und die Namib- Uänber ist gleichfalls genaues noch nicht bekannt.

Von Anfang an hat man erheblich Erwartungen auf die b-ergbauliche Entwicklung des Schutzgebietes gesetzt. Es iS aber zu bemerken, daß entgegen ter allgemeinen Annahme s ihr große Teile des Schutzgebiets überhaupt uit- e rforscht und von Weißen nicht betreten sind. Qur bergmämrischen Ausbeutung gelangen in Südwest augen­blicklich Küpser, verbunden mit Blei, Eisen im wesent­lichen als Zuschlag zu dem Küpser und Diamanten. Die iWahrschinlicheit, int Schtzgebiet Kohlen zu finden, ist in ter letzten Zeit gewachsen. Tie Elttteckung braudyoarer Kohle tourte einen außerordentlichen Fortschritt für das Schutzgebiet tedeuten.

Großes Aussehen fraten die bei Lüteritzbucht gefundenen D i a- ici a n t e n verursacht, weshalb ich hierbei etiva ausführlicher ver­teilen will. Nachforschungen haben ergeben, daß auf der Oter- Mche in einem grobkörnigen Sande, vermischr mit kleinen Achaten ob anderen Halbedelsteinen, Diamanten vorkamen, welck>e zwischen ^5 und % Karat schwanken und im Durchschnitt nicht über Vs Karat schwer sind. Tie Steine sind ziemlich vollkommene Oktaeder Mn gutem Wasser. Uebpi den Umfang teS Gesamtvorkominens toird man erst dann ein Bild haben, wenn eine genaue Ver­weisung stattgefunten hat. Tie Ausbeute hat erst mit einiger jsiegelmäßigkeit mit dem Vronat September eingesetzt; vorher sind ist ganzen nur 2720 Karat gefördert Worten. Seit 1. September die Ausbeute wie folgt gestiegen: September 6644 Karat; Cttober 8621 Karat; November 10 228 Karat; Dezember 11549 Sarai; zusammen 39 762 Karat, rund also 40000 Karat rinem Verkaufsivert von etwa 1100 000 Mark. Die von der Verwaltung eingeleiteten Maßregeln gellen dahin: 1. Dem Fiskus ten Südwestafrika eine Beteiligung von etwa ter Hülste des Meingewinnes, welcher bei der Diamantsörterung entsteht, zu sichern. 2. Den südwestafrikanischen Steinen eine angemessene Lerwertungsnwglichkeit im Weltmarkt zu sichern, und die Ent- toertung ter im Verkehr befindlichen Diamanten zu verhindern. 3. Den Abbau in geordnete, regelmäßige Bahnen zu leiten und Oorsorge dagegen zu Irenen, daß etwa aus Rücksicht auf andere Interessen dieser Abbau unterbleibt ober unnötig eingeschränkt toird. 4. Dem deutschen Kapital die Ausbeutung dieser Sterne im wesentlick>en zu reservieren und ten in ter heimischen Schleif- imdustrie beschäftigten Personen eine erhöhte Verdiertstmöglichketl M geben. Nimmt man an, daß auf ten Karat roter Tiainaitten mindestens 15 Mark Schleiftohn kommt, so würde die Produktion and) nur eines AdonatS schon etwa 180 000 Mark Schleislohn sät die deutsche Industrie bedeuten, so daß, eine Fortsetzung m der gegenwärtigen Höhe vorausgesetzt, hieraus eine Berdienst- m.v5Üchkeit für deutsche Arbeiter von über 2 Millroneu Marl im Jahre entstehen könnte.

Abhängig ist die Entwicklung sowohl des Bergbaues al5 auch bei Farmroirtschaft im wesentlichen von ter Arbeiterversor- ßLngsfrage. Ties bringt mich auf die auch im südwest- ßiiitanijdjcn Sck>utzgebiet überaus schwierige und große Vorsicht unb Umjickst erfordernde Eingeboren e n f rage. Mit Aus- kahme des Ovambolantes und teS Eaprivi-Zipfels gab es im ßohre 1207 im Sck-utzgebiet noch nicht 60 000 Eingeborene. Tas ist ein sehr geringer Bestand, eine böse Folge einer ter Eigenart

Landes vielfach nicht angepaßt gewesenen Kriegführung. Es

"5.4 -Ln(P 7 ; iii»1.""0 u ik

Ich gehe letzt auf bic weiße Bevölkerung und ihre Wunsche über. Der Zuzug weißerFrouen ist im äußer- st e n Maße erwünscht, aber doch nur da möglich, wo eine entsprechende Eristenzbasis oorfraitten ist. Gesinnungsgenossen unb Freunde sind selten. Tie Anfänge einer Selbstverwal­tung, welche aus Wahlen hervorgeht, sind durch Verordnungen eingesührt. 5Lvmmunale Verbände sind überall vorgesehen und städtische Verwaltungen werden demnächst an vielen Plätzen ein­setzen. Bei ter Gestaltung ter Sckxtle ist den 2lnsieblern ein gewickstig''S Wort gesichert. Hantelskammern für die größeren Plätze, ebenso wie Landwirtsckws-skammern werden eingeführt. Tas genossensck>aftlick>e Leben ist im erfreulichen Aufblühen. Vereine ejiftieren in jeder Form und wertet gefördert. Je stärker Selb st Verwaltungsorgane geschaj.en werten, desto wohi- iciler wird die Verwaltung, desto geringer die finanzielle Be­lastung des Reick>s. »

Ich komme jetzt auf die Verkehrswege und mache gern Da8 Geständnis, daß ich mich hinsichtlich der für Swakopmuitd noirocnuißen Anlage int Vorjahre getüitschl habe. Ter Verkehr ist keineswegs derartig, daß ein so kostspieliger Bau, wie ihn eine ich zum Hasen ausioachsente Mole gebildet hätte, erforderlich iväre. Wegen ter Noro-Südbahn habe ich auosührlick)e Konfe­renzen gehabt. Tie Kosten stehen außer Berhällitis mit ter int militärischen Interesse erwünschten Bewegungsfreiheit. Ich habe Demnad) die Idee dieses Bahnbaues vorluujig fallen gelassen. Tagegen scheint ter Nörten nach und nack) für verschiedene Stich­bahnen reif zu werten, für welche die Initiative allerdings aus oer Bevölkerung zu kommen haben wird.

Ich wende mich nunmefrr ter militärischen Lage des Schutzgebietes zu. Wenn man von der durch den Krieg dem Schutzgebiet auferleglen Verfvrgungslaft absieht, betragen die Militär ausgaben des Reiches immerlstn noch nach dem Etat für 1009 121/2 Millionen Mark. Die intelligenten Hottentotten ge­wöhnen sich an regelmäßige Arbeit. Das wirtschastlick)e Leben ves Südens unb damit die Kontrolle ter Eingeborenen erstarkt. Aber immerhin ist große Vorsicht geboten, uitd die jetzt im Schutz­gebiet aiuteenten 2500 Mairn, von denen die Akehrzahl auf oen Süden kommt, sind für ten Schutz eines Gebietes von ter Grvße von Deutschland gewiß keine große Anzahl.

Werfen wir nun noch zuletzt einen Blick aus ten Etat. In ter letzten GouvernementsraLs'iitzung hat zur Entlastung des Reichs die Einwohnerschaft sich zur UebernülMe neuer erhöhter Lasten bereit erklärt. Ter Etat ter Zivilverwaltung verlangt noch einen Zuschuß von 2 050 000 Mark. Tas ist an und für sich nicht viel. Ich nehme an, daß eine Verbesserung infolge der Tiamant- sörterung für das Jahr 1909 in Höhe von etwa 1 Million Mark unbedenklich vorgenommen werte» kann. Aus anderen Kapiteln der Etat ist bekanntlich sck-on im Frühjahr 1908 aufgcstellt wird man zu weiteren Reduktionen kommen. Und jo wenig das nod) vor kurzem erhofft werten tonntie, sehen wir freute schon mit ©idjerfreit ten Aäoment, in dem wir den Etat von Südlvestajrika in dieselbe Form bringen können, wie ten ter anderen Schutzgebiete, mit Ausnahme von Neuguinea, d. fr., daß das Land sich selbst trägt mrd rtut ter notnxmbigc Schutz und die Kosten dafür vorläufig als ReickMast verbleibt.

Bei weiterer geduldiger Arbeit, gerechter Berücksichtigung aller lvirtschastlichen Faktoren des Sckjutzgebietes, stzrnpatfrckchem Mtt° gesülst für unsere Landsleute in Südwestafrika, wird auch dieses Sckmtzgebiet einen sck-ünen Berveis fleißiger deutscher Arbeit bilden. Mit Blut ist es erworben, mit Sckxveiß wird eS erschlossen, auch oer Heimat wird es eine Freute werden.

Nach der Beendigung tes Vortrages des Staatssekretärs Dern­burg dankte ter Herzog von Meckleiüntrg dem Kaiser für seinen Besuch und dem Staatssekretär für feine intereiiantcn Aus­führungen. Darauf schloß er die Sitzung. Als die Majestäten oie Hof löge verließen, erhoben sich die Anwesenden von ten Sitzen.

TieTageszeitung" hebt freroor, als ter Kaiser gestern abend zum Ternburg-Vortrage im Reick)stag erschien, haben sich auch ixtei von den anwesenden Sozialdemokraten von ihren Plätzen erhoben, die Llbgeocdneten Frank, Südekum und Hiltenbrand.

DcnS?ches Ucid?«

Zum Empfang des englischen Königs­paares. Die Berliner Stadtverordnetenversammlung hat eine Magistratsvorlage angenommen, wonach 60 000 Mk. für die beim Empfange des englischen Königspaares ent­stehenden Kosten bewilligt werden.

Ein deutscher KreuzerMainz". Wie das Mainzer Tagblatt" erfährt, wird der Kreuzer-Ersatz Jagd", der am kommenden Samstag auf der Vulkanwerft in Stettin vom Stapel gelassen wird, den NamenMainz" erhalten. Tie Taufrede wird der Oberbürgermeister von Mainz halten.

Demonstrationen von Arbeitslosen in Dresden. Anläßlich der gestern vormittag abgehaltcnen Versammlung von Arbeitslosen in Dresden versuchte wie­derum eine große Menschenmenge nach dem Residenzschloß zu gelangen, wurde aber durch die Polizei, welche das Schloß und das Landtagsgebäude abgcsperrt hielt, ver­hindert. ____________ ____