Nr. 205
Erscheint täglich mit Ausnahme deS Sonntags.
General-Anzeiger für Gberheffen
preis gesliitet hat.
des
Handel
Börse, 2. September, 1.15 Uhr.
Harpener Bergwerk
---- - LLCL4 X
100-20 । Lanrahütte
99.30
Harpener Bergwerk . . . 199.70
Spork
242.75
117.70
72-00 Mk., Ferkel das Stück: 00-00 Alk. aus der Provinz Hannover, den Streifen Obertaunus, Wiesbaden-Land und Gießen.
Lmidurg, Unlertnunns, (Gießen 16 Stück Groß»
Fruchtmarkt. Dnrch-
15,1°0.
7,7-6.
Nordd. Lloyd .». . . . Oberscbles. Eisen-Indostrie Berliner Handelsges. , . . Darmstädter Bank . . . Deutsche 6ank . . . . Deutsch-Asiat. Bank . . Diskonto-Kommandit . . Dresdner Bank . . . • Kreditaktien.....
Baltimore- und Ohio- -■
Eisenbahn . ... . .
Gotthardbahn-. ... . . Lombard. Eisenbahn. -. Oesterr. Staatsbahn . . . Prince - Henri - Eisenbahn .
114.00
126.90
200.10
196.3U
128.40
199.80
191L0
95.70
107.10
177.OU
137.10
247.60
148.50
191.30
159 70
209.30
118.70
24*60
161.75
132.00
. . 191.50
. . 24.10 . . 95.70 . . 148.20
Lanrahütte . .
Lombarden E. B. Nordd. Lloyd .. Törkeuluse , ,
95.25
85.90
95.25
85.90
93.80
93.00
nm. it
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Unwersiläts - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- skraße 7. Expedition und Verlag: es@51. Redaktion, 112. TeL-AdruAnzeigerGreßen.
Die „Gießener Zamilienblätter" werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal.
rLirehLici^e Nachrichten.
Israelitische Religionsgemeinde.
Gottesdienst in der Synagoge (Süd-Anlage).
Samstag den 4. September 1909:
Vorabend 6.45 Uhr.
Morgens 8.30 Uhr.
Nachmittags 4.00 Uhr. Schrifterklärnng.
SabbatauSgang 7.55 Uhr.
Elejitriz. Lahmcyer . . . Elcktriz. Sehuckert . . . Eschweiier Bergwerk . . Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg - Amerik. PaketL
H Stellung an der Spitze der tzeeresoerwaltung vollständig il ’,u verbrauchen. Gleichzeitig war es sicher eine Freude siir I en Kaiser, dem General gerade das 7. Korps geben zu ■ lönneii, zu dem Herr v. Einem so viele Beziehungen hat. ■ 'Der Ches des Militärkabinetts dürfte nur eine Empfindung ■ lei dem neuen Arrangement gehabt haben, nämlich die Dsroßte Genugtuung darüber, dag er für den Wunsch eines ■ jo hochverdienten Offiziers, wie der General v. Einem, ■ leim Kaiser Verständnis und freundschaftliche Lereitwillig- ■ i?it fand. Einen so „guten Rücktritt" wie den des ver- ■ icnstvollen Kriegsmintsterö v. Einent gibt es nur selten.
Verantwortlich für Feuilleton und Vermischtes: I. V.: August Goetz.
fimp A ausblühender tittnni ige legenheitgü! ahlrciche Irivatkundsch, werben und auheii« ’
Kassenarzt
• groben iuduilrickl acnS zu werden fl.Cfiertcn sub F.EC tud. Masst, dtflolr
TeSefomsche
Giessener Anzeigers,-mitgeteilt von der Bank für und Jnduslrie^’Gieesen.
Meteorologische Beob-tchtnugen
der Station Gießen.
95.45
105.—
63.25
64.75
99.40
97.00
93.80
148.80
48.80
89.10
65.60
99.80
vom deutschen Katholikentag.
S. u. H. Breslau, 1. Sept.
3*/,u|n Oberhessens
4°/0 Oe=terr. Goldrente .•■. 47s°;n Oesterr. Silberrente. 4° 0 Ungar. Goldrente ... . 4° 0 Italien. Rente . . .. 3°,0 Portugiesen Serie I . 3°;0 Portugiesen „ III . 4'/?o/o russ. Staatsanl. 1905 4' ,°,n Japan. Staatsanleihe 4% Conv.Türken von 1903 Türkenlose ...... 4% Griech. Monopol-Anl. . 4% äussere Argentinier . 3®/0 Mexikaner . . ■. ..
4 '/,% Ghinesen . . . .
Aktien:
Bochum Guss . .. . . ~.
Badems E. W. . . . .
NN bei klein ??
aiuritälS' undLn? ngen und für
Lehranstalten in . ri(6t. - Nachhilse^. | vrachensür Schülp wcl Peuuouarn. Roese, Ob*. OoethestrasM
Tendenz: abgeschwächt.
Berliner Börse, 2. September. Anfangskurse.
vieh und 46 Landkätber).
Limb urg a. d. La h n, 1. Sept. , schuiltSpreis pro Aiallcr. dtotcv Weizen (nassauischer) 18,10 'Mk., weißer Weizeil (angebaute Fremdsorten) 17,50 Mk., Korn 12,01 Mk., Gerste: Futtergersle 00,00 Mk., Braugerste, neue, 7,50 Alk., Vater, aller, 10.00—00.00 Mk., Erbsen 0,00 Mk., Kartoffeln 5,00—6,00 Akt.
In der heutigen zweiteir geschloiscnen Sitzung gelcntgten die ■ Anträge betreffend das Thema „Ehristliche Charitas^' zur Beratung - Kanonikus Tr. M ü l t e r - S i m o n is (Straßburg) begründete ‘ inen längeren Antrag, in dem für alle größeren Städte die Er- ibtung eines Ausschusses, eines örtlichen katholischen Ausschusses, M.ntpsohlen wird. Akonsignore Werthmann (Freiburg) ücr> . langte in einem weiteren Anträge eine internationale Organisation £ ier Krankenanstalten und ähnlicher Anstalten. - Beide Anträge ,F ri-urbcn einstimmig angenommen, ebenso ein zweiter Antrag Müller- i. Simonis, der ein Zusammenarbeiten der Privatmohltätigkeit und ■ ser össentliclien Armenpflege verlangt. Es wird weiter angenom- ■ nten em Antrag, der den Katholiken empfiehlt, den verschiedenen U Ucstrcbungen, wie sie gerade jetzt auf dem Gebiete der Jugend- I iür sorge sich geltend machen, lebhaftes und tätiges Interesse W atgcgenzubringcn, sowie ein Antrag, der Den östlichen Provinzen ■ Die Gründung von Fürsorgevereinen für sittlich gefährdete und W sesattene Mädchen uitd Frauen ans Herz legt, um im Etnver- ■ nehmen mit den zuständigen Behörden und miteinander der öfsent- ■ [teilen Unsittlichkctt planmäßig entgegenzuarbeiten. Generalsekretär Wh er z begrünbet dann einen Antrag gegen die ungläubige ■0 i t e r a t u r und empfiehlt die Einrichtung katholischer Daus- und W Volksbüchereien. Oberlandesgerichtsrat Marx (Düsseldorf) be- W » aci) in der Begründung eines längeren Antrages das ^hema ■ Kvnsessioitelle Volksschule". Er nahm für dte Kirche denjenigen ■ Cmtfiuy auf das Schul- und Erziehungstvesen in Anspruch, dessen ■ i c jur Erfüllung itxres göttlichen Auftrages, die Bölter zu lehren Wund zu erziehen, bedürfe. Der Religionsunterricht müsse m der W Muttersprache erteilt werden. .
Die dritte öffentliche Versammlung am Nachts? nittag wurde wieder im Beisein der Kirchensürsten erössnet. Der 'itmsident teilte folgendes Antwo r tte leg r amm des Kar
le. Wiesbaden, 1. Sept. Viehmarkt. Zum Verkauf standeii: 31 Ochsen, 103 Kühe, 448 Schweine, 501 Halber (darunter 291 Mastkälber, 210 Landkälber), 70 Hammel und Schafe. Bezahlt wurden für 50 Kilogramm Schlachtgewicht: Ochsen l.Qual. 78,00-80,00 Akk., 2. Qual. 72,00—74,00 Akk., Stiilje 1. Qualität 62,00-64,00 Mk., 2. Qual. 48,00—50,00 Mk. Bezahlt wurde hie 1 Hilogv. Schlachtgewicht: Schweine, vollfleischige, 1,48—1,54 Akk., Sauen 0,00—0,00 'Mk., Eber 0,00-0,00 'Mk.; Kälber: 'Mastkälber 1,84—1,94 M„ Landkälber 1.48 —1.64 Akk.; Hammel und Schaie 1,48 bis 1,60 Mk. — Rinder notierten: 1. Qual. 72—74 'Mk., 2. Qual.
Die Zufuhren stammten
37,% Konsols 3".. . do. • .$ 3',,% Hessen .
Israelitische Aeligionsgesellschast.
Eotterdienst.
Sabbatfeier a >n 4. September 1909:
Freitag abend 6.40 Uhr.
Samstag vormittag 8.00 Uhr.
Nachmittags 4.00 Uhr.
Sabbat-Ausgaiig 7.55 Uhr.
'Wochengottesdienst: Dkoegens 6.30 Uhr, abends 7.00 Uhr.
Vermischtes.
- Drahtlose Telegraphie voin Eiffelturm nach Amerika. Aus Paris ivirb berichtet: Unter deut Eiffelturm wird jetzt ein grotzes ucuc§ Oebäubc aus Eisen und Zement errichtet, das die neue Station für drahtlose Telegraphie aufnehmen wird. Schon ani 1. Oktober soll die neue Einrichtung vollendet fein, mit bereit Hilfe man hofft, vom Eiffelturm aus drahtlose Depeicheit über eine Entfernung von 7000—8000 Slilometevn ienben zu können. Bis zur Hüfte von Kanada hat man bereits früher von hier aus drahtlose Akeldimgen sendeit können; in Ziikintst aber hofft man, diese Berbiirdung bis Saii Francisco zu erzielen.
'Ein neues Rekord sch iss, das an Schnelligkeit die „Tlaurctania* bei rociient übertreffen soll, ist von der (iunärb- Gesellschaft für den Dienst über den Atlantischen Ozeaii in Auftrag gegeben worden. Das Schiff ivirb bei einer Länge von 600 Fuß, einer Breite voit 70 Fuß uni) einent Deplacement von 20 00 J Totts nur etwa zwei Drittel der Größe ber Akatiretania haben; dagegeit soll es diesem Schiff on 'Maichineitstärle nicht nach stehe,i, sodotz es eine Schnelligkeit von 3 0 Knoten oder 5 Knoten mehr als die Mauretania erreichen wird.
Märtte.
Höchste Tentperalitr am 31. Atigitst
Niedrigste , , 31. „
Kleine kiüsä
Türk.Tabak-& Ggaretten-Fabrik„Kios" o E, Robert Böhme, Dresden.
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wch Derr die Stätte" durch den Rockenberger Äircbcndyn, der unter der bewährten Leitung des Aufsehers Wenzel in mehreren Vorträgen durchweg vorzügliches leitete, fand die Wcihehandlung durch SuverintendOtt Zetersen statt, der seiner herrlichen, rief ergreifenden Weihercde als Text Pscckm 5, Vers 8, zugrunde legte. Als die letzten Worte Derflungen roaren, setzte feierliches Geläute der gut abgestimmtcn Kirchenglocken ein, deren eine vorn Gustav-Adolf-Verein gestiftet ist. Der nun folgenden Dauptpredtgt hatte Pfarrer Egel h o f f-Griedel als Text Ofsenb. Joh. 21, Vers 1—5 zugrunde gelegt. Zn anregenden und gleichzeitig zu Dcrzen gehenden Worten führte der Geunnnle das ILHema jeiner Rede, das sich auf einer vorzüglichen Disposition aufbaute, durch. Zu Vers 4 führte Redner u. a. aus: „Freilich, so lange diese Erde stebt, wird diese Vollkommenheit nicht erreicht werden, der Seher eilt aber seiner Zeit voraus und sieht im Geiste das alles bereits erfüllt..... Wenn wir dieses herrliche Ziel auch auf
dieser Erde nicht erreichen, einen Vorgeschmack davon können wir uns aber doch versclwffen, und um uns einen Vorgeschmack dieser Derrlichkeit und Seligkeit zu vermitteln, dazu soll dies Gotte^- l)aus dienen. Wohl ist es ja, rein äußerlich betrachtet, nichts als ein irdisch-menschliches Gebäude . . . Trotz dieser irdisch-menschlichen Außenseite aber kann es doch ein Gefätz sein für etwas unendlich hohes und heiliges. Wie die menschlicl)e öülle ein Gefäß ist für etwas unendlich viel höheres, freilich unsichtbares: .für die Seele, für das innerliche göttliche Leben, so ist auck) dies Gotteshaus einer höheren Bestimmung geweiht: als Pflegstütte des Gebets tinb alles dessen, was mit ihm zusammenhängt, des Gotteswortes unb der Sakramente. Im Gotteshaus finden wir Trost, Vergebung der Sünden, hier fassen wir gute Vorsätze, un- ichtbar betet hier die Seele zu Gott, unsichtbar tvachsen hier die
bis 1. Sept. — 4- „ 1. » = +
ter * M
t gute Petition ti! 4 r. 9?nf>eitß intaHi des Gieß, SlMM M w*
>derLladlgclegeiU!M er an tüditigen yteKs» L't zu verpachten. : t r M. J. 468 an » ffc, AichassenlW^r
Größerer
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Vie kiücktrittrgründe des hemi von Einem.
. Man schreibt uns: Wenn ein Minister sein PorTtescuille rnederlegt, so wird mit Vorliebe über seine „Gesundheits-- cücksichten" schnell zur Tagesordnung übergegangen und 23 werden mit Eifer die ,,wahren Gründe" des Rücktritts erforscht. Seit dem Rücktritt unseres ausgezeichneten üriegsministers, des Generals P. Einem, plagt einzelne Lißbegierige immer noch die Neugier, zu wissen, weshalb ’c wohl ttorpskommandeur wurde. Wenn jemand sechs ^ahre Kriegsminister war und ivährend dieser Zeit eine tngeheuere Arbeitslast zu tragen hatte, so ist das eigentlich -in genügender Grund für ihn, sich in den frischeren Frontdienst zurückzusehnen. Aber nein, man sagt ganz pfiffig: :3 waren Tifferenzen mit dem Grafen Zeppelin und mit dem l.kilitärkabinett vorhanden, ihnen hat v. Einem weichen Hülfen. Tas Märchen von Disierenzen mit dem Grasen । Zeppelin ist für jeden, der Bescheid weiß, durch die Erklä- ’ jungen hinfällig, die Gras Zeppelin selbst abgegeben hat mü in Zienen er dem Krtegsmmister v. Einem öffentlich ,afür baiute, daß er ihm in der schwersten Zeit, als er »hne Erfolge und ohne Mittel war, weiter half. Diffe- cnzen zwischen dem Militärtabinett und Herrn v. Einem i)aben ebenfalls nie bestanden. Es mag dem Chef des cabinetts Freiherrn v. Lyncker zunächst schwer erschienen i :ein, den Wunsch des Kriegsministers, das Kommando des . Korps zu erhalten, beim Kaiser zur Erfüllung M Dringen, denn er wußte zu genau, wie viel der Kaiser von jerm v. Einem gerade als rvriegsminister hielt. Es kann i.uch als Tatsache angesehen werden, daß der Kaiser Exzellenz v. Einem sehr ungern von seinem Posten enthob, die Per- | jönlichkeit des Generals schien ihm aber wohl zu wertvoll unb war ihm selbst zu lieb, um sie in der aufreibenden
Zweites Blatt 159. Jahrgang Donnerstag 2. September 1909
Gießener Anzeiger
Canada E. B......183.60
Darmstädter Bank ' . . .137.00
Deutsche Bank..... 247.60
Dortmunder-Union 6. . • 87.20
Dresdner Bank . . • . 159.70
Tendenz: ziemlich fest.
Kirckenchor, der I ein nationales We11gehen über 50 km, zu dein ber Fuß- —--------1 badflub Alemannia in Bab Hoinburg einen Polal als Wander-
Frankfurter
3’/»°/o Reichsanleihe....
36/„ do. •
Kräfte ber Seele, unsichtbar kommt hier auch Gott zur Seele ■ herab, sucht sie und geht ihr nach... Zu dem allem soll uns, , so Gott will, dieses Haits verhelfen, cs soll ein Gefäß sein, das unserer Seele diesen heiligen Inhalt vermittelt. Und um des heiligen Inhaltes willen halten wir auch das Gesäß heilig, sehen es an als ein HauB, in .bem Giott 'bei uuS wo IM und zu uns kommt, unb in bem wir ihn anbeten im Geist unb in ber Wahrheit. ■ Da können wir benn auch sagen: „Dieses Haus ist eine Hütte Gottes bei uns, er wohnt hier bei uns und wir bet ihm" .... unb können, rote Jakob zu Bethel, als er die Nahe Gottes empfand, ausrufen: „Wie heilig ist biese Stätte, hier ist nichts anberes als Gottes Haus, hier ist bte Pforte bes Himmels!" Daß wir ein solches Haus, ein Gotteshaus dekontmcn haben, bas soll heute und sürderhin unsere größte Freude sein. .
Dekan Hainer- Hungen hielt sodann eine wohldurchdachte, von Herzen kommende unb zu Herzen gehende Ansprache, und zwar als Vertreter des Gustav-Abolf-Vereiits und des Dekanats (Pro). Trümpert-Tarmstabt, Borsitzenber bes genannten Vereins für Hessen, war am Erscheinen verhindert und übermittelte dem kirchenvorstanb seine Glückwünsche schriftlich). Dekan Hainer gedachte u. a. auch ber Geschichte ber hiesigen ev. Kirchengemeiitde, wonach letztere in ben 20 er Jahren bes vorigen Jahrhunderts ber Münzenberger Gemcinbe angegliedert war, späterhin am Gottesdienst der hiesigen Strafanstalt teitnehmen durfte und jetzt als Filialgemeinde zur Griedeler Pfarrei gehört.
i)Nachdem noch ein Gebet und das Vater Unser gesprochen! waren, folgte die laufe eines Kmdes. Ungezählte Augen füllten r sich mit Tränen, als Superint. Petersen diese ergreifende! und bem Fest bie echte, rechte Weihe gebende Handlung vomahm. Es war ein feierlicher und ein heiliger Atoment, als das Kindlern, als erstes im neugeweihten Gotteshaufe, die heilige Taufe empfing. Und als das Kind zu meinen anhub, da konnte ein Menschenkenner den Schmerz bes unbeholfenen Kindes sich wieder- l'piegtin sehen in ben Zügen von jung unb alt: Tränen der Teilnahme, Ri'chrung unb Ergriffenheit, gepaart mit Tränen christlicher Freude und echt christlichen Glücls, legten ein Zeugnis ab von bem Empfinden, das in diesem Augenblick die menschliche Seele durchzog, die Menschenseele, die Gottes Nähe empfand. „Gnade sei mit Euch und Friede von Gott, unserm Vater, uno dem Herrn Jesu Christo!" war bet Text, ben D. Petersen seiner Tausrede zu Grunde gelegt hatte (1. Korinth. 1, Vers 3). Segen unb Amengesang beschlossen um 3/<4 Uhr den Festgottesdienst in ber Kirche. Es folgte eine 3A ftünibige Pause.
Für all bie vielen Hunderte von Menschen, denen bes Raumes wegen die Teilnahme an der Festfeier in der Kirche versagt war, wurde gleichzeitig ein Gottesdienst auf dem ^iirchplatze adgehatten. Vorträge der Kirchencköre Gambach und Holzheim unb Gemeindegesang leiteten hier bie Feier ein. Es folgte die Predigt des Pfarrer Fischer-Nierstein, ber bis 1902 Geistlicher an ber hiesigen Strafanstalt war und sich um das Zustandekommen des ^irchenbaus große Verdienste erworben hat. Gebet, Gesang unb der Segen bildeten ben Abschluß dieses Teils ber Feier.
Um halb 5 Uhr begann bie Nachfeier auf bem Kirch- platze, die durch ein schönes Vorspiel seitens der Posaunenchöre unb demnächst durch einen Vortrag des Rockenberger Kirchen- chors eingeleitet wurde. Psarrcr Roth- Butzbach, der gleichfalls früher Geistlicher an der hiesigen Strafanstalt war, knüpfte in feiner aufmerksam vernommenen Art spräche an seine frühere hiesige Wirksamleit an, erzählte u. a. von seinem Verkehr mit den hiesigen Gemeinbegliedern, ging bann über auf den Dichter des Liedes, das man vorher gelungen: „Dir, Dir Jehova will ich fingen" (Bartholomäus Erasselius und erläuterte anhand einzelner Vers'zeilen dieses schönen Liedes die sich in seinem Liede WiedersRegelnden Ledensschicksale des Dichters. Pfarrer Rückert- Tarmstadt (bis 1900 an ber hiesigen Anstatt tätig) sprach sobann in an ihm gewöhnter formvollendeter Rede über ben Zweck, den wir beim Krrchenbanen unb mit ber Kirche selbst verfolgen. „Warum wir Kirchen bauen? Nicht um der Schöitheit der Gebäude willen unb nicht der Baukunst willen, sondern auf dast Jesus Christus und das Göttliche in ihnen in die Ncenschenherzen übergehe unb in letzteren Gestatt gewinne burch das in der Kirche verkündete Wort. Diesem Hauptzweck soll alles andere dienen, auch die das leibliche Auge berührende Schönhett der Gebäude, ber Ausstattung usw." In einem Schlußwort gab ber derzeitige hiesige Anstaltsgeistliche All wohn, der hier seit nunmehr sieben Jahren eine überaus segensreiche Tätigkeit entfaltet und dem es vergönnt war, das von seinem Vorgänger eiw- gelcitete Werk des Kirchenbaues unter vielen Mühen ausopsemngs- jreubig zu einem erfolgreichen Ende zu führen, dem Gefühl des Tankes ber Gemeinde nach allen Seiten hin Ausdruck, antnüpfenb an Psalm 103: „Lobe den Herrn meine Seele." Gemeinsames Lied „So nimm denn meine Hände" und ber Segen bildeten ben Schluß der überaus erhebenden Feier. Ende gegen 6 Uhr.
Vlöge Gottes reichster Segen mit bem neuen Kirchlein unb mit denen sein, die in ihm ein- und ausgehen!
Und wenn bie Glöcklein klingen vom neuen Gotteshaus, Dann laß' dein Herze jingen, schalt' alle Sorgen aus. Schmück' gläubig deine Lee le und eil' zum trauten Ort, Vernimm in stiller Andacht das schöne Gotteswort.
Ter Glaube wird dich stärken, dir frcub'ge Kraft oerleihn Und dir bei allen Werken ein treuer Helfer fein.
In Liebe mögst du glüljen, wie einst Herr Jesu Christ, Ter liebend dem verziehen, bei dem er Lieb' vermißt. Zieht Hoffnung beim Gebete noch in dein Herz hinein. Dann wird das hier Gefäte zur golb'nen Frucht geb: .m!
fer3 m.tt.ch Mcr t>ie Begrüßung ber dort versammelten
Katlwliken sehr gefreut, ich banke für ben Ausbruck treuer patriotischer Gesinnung."
Es fprad>en in ber Versammlung Rechtsanwalt Ehrenkammerer ftumpf (9Hünd)tn) über die „deutschen Karhottken und bte Ptlege ber Kunst", Pfarrer Kapitza (Tichau) über „bie ichabttchen sfvlgen des Alkoholmißbrauchs", Schristileller M u m b a u e r (Rom) liier „bie Beziehungen der deutschen Kathottken zur Literatur , rub endlich Amtsgerickstsrat deWitt über „diePrenc , dte wenn iic von hoher Auffassung getragen werde, etn Macht- und Kultur- 'üftor ersten Ranges fei. Gott sei Aank habe der Katholrztsmus eine faeit verbreitete, einflußreiche Presse.
Damit schloß die heutige Versammlung.
Vie Einweihung der neuen liirche zu Rockenberg.
P. H. Rockenberg, 1. Sept.
Vergangenen Sonntag, den 29. August, sand, wie schon kurz berichtet wurde, die feierliche Einweihung der hiestgen neuen evangelischen Kirche statt. Das herrttche LSetter hatte Tausende von Vienschen von nah und fern berbetgelodt Kurz ,tcch i/s2 Uhr setzte sich der Festzug, der an der Äetterbrücke Aus> ityllung genommen hatte, in Bewegung. Voran marschterten der Ämbacher Pvsaunenchor, die evang. Ktrchenchore von lner, Gam- S bütb und Holzheim, die Geistttchen und die Ehrengäste; dreien tigten die hiesige Gemeindevertretung, der Ktrchenoorstartd, dte Saulcute, foioie der Posaunenchor Holzhetm. ^^en Schluß des Mposanten Zuges bildeten Gemcindemitglieder und zahlreiche aus
wärtige Gäste- , . x -y • 4.
Als Vertreter der Staatsbehörde war Geheimrat rz-cy-rz-rted- b<rg erschienen; unter den Geistlick)en bemerkten wir ^upermtenbent jjj D. Petersen -Darmstadt, Dekan Hainer-Hungen, dte Piarrer Roth- . ■ Butzbach, Rückert-Darmstadt, Fischer-Nierstein Usw. Unter Po- iaunentlängen bewegte sich ber schier endlose Zug durch die im ? I K:stgewand prangenden Straßen des Orts und langte gegen
-A2 Uhr an dem symboltsch geschmückten Ktrchletn an, das aus einer kleinert Anhöhe, hu der Nähe deS Landeszuchthauses Alarten- srilvß, ein ttaulick)-stilles Plätzchen gefunden hat. Um Portal t«r Kirche fand unter Absingen des Liedes-Litt mir aus die schöne Pforte" die feierliche lieber gäbe des Schlussel» durch den Architekten an den Gemeutdepfarrer Eg e l h o l s - Gnedet, oon büfem an ben Vertreter der Staatsbehörde, schlteßltch an ’^nper» irtenbent Pete r s e n statt, welch letzterer die Türe onnete. Unter , lE^Nchem Orgelspiel erfolgte der Einzug in.dte _ Nieber-Erlenbach, 1. Seo t. Ter Sportverein
. i Me "ich ifthieber-erienbad) »«anftaltet am 26. September, vormittag 9 U6r,
September
Barometer aui 0° rebugievt
Temperatur der Lust
Slbfohite Fetick ligkeit
Relative Feuchtigkeit
Windrichtung
Windstärke
Wetter
1909
1.
2»
742,8
12,3
8,4
79
S
4
Sonnenschein
9"
744,0
10,1
8,4
91
WSW
2
Bcw. Himmel
2.
7«
746,2
7,7
91
still
still
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