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Kraemer am agcn, Krauß am der Augustinerschule berg, Licbrick an h es an dem Öfter» 'em Oitergijmnai'üim uduhbach, Roller ir. Lchlottmann mid t an der Augu- • )uld zu Friedberg, >z. Lerner an dec ’ .schult! zu Friedberg, ‘ um zu Mainz, Mor ; ii M-Fienburg und Mainz den Charak.er .ner Äxt aus Mm- udlvig Georgs-Gym- , !sannmüller aus ii Realgmnasium zu als Professor, sowie um Zeichenlehrer an t. Turdi Entschließ. rtinem mürben die Brück in Lingen, rinz, Freitag in g, ü e in m e r in leiuschmidt in M, KüNer in nn Mb,Tetzner ) in Mnz,DrLüV stadt, Lcheerer vt iitzinMJMburo, • -iker in LfsenbaS Sukarest und Bett« irnannt. nz.-l-Auilchusj- ,ng d!i gemt#1' -r,Rosbach. ÄÄK
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reichung der Ehrenmitgliedschaftsurkunde erfolgen soll. Jin Interesse eines glatten Verlaufs der Festlichkeit wäre allseitiges pünktliches Erscheinen sehr erwünscht.
** .Klolosseurn G i eH e n. Der 1. April brachte ein vollständig neues Programm. Dem .Humor ist besonders Rechnung getragen. Da ist Vor allen Dingen das ganz vorzügliche S ch m i 1) - P r e ch t e l - E n s e m b l e, eine Künst- lergrnppe, die sich durch sonnigen Humor Verbunden mit burlesker Komik' auszeichnet. 3ic brachte gestern abend die Burleske „Die alte Schachtel" mit stürmischem Erfolg zur Aufführung. Die Hauptfigur des Stückes bildet.Karl Schmitz, eine getreue Kopie von .Hartstein oder Dünnes, eine echte rheinische Erscheinung in Wort und Bild. Eine wirk- fanic Stütze erwächst ihm in Hans Prechtel. Doch auch die übrigen 10 Mitwtrkenden passen sich dem Ensemble prächtig an, so das; die zweiaktige Burleske ihre Wirkung nicht Verfehlt. Ader auch das Spezialitäten-Programm ist vorzüglich gewählt, erwähnt seien nur der urkomische Sprech- Jongleur -Lums, der es vorzüglich Versteht, das Publikum im Lachen zu halten. Re n er d 2 rm e s son, genannt die Brillanten-Köuigiu, ist eine fesck>e Erscheinung und hat einen gut pointierten Vortrag. Alles in allem, es ist ein Programm, das jedem Besucher zu empfehlen ist.
** E r st e r Hessischer S a n i t ä t s k o l o n n e n t a g Am 16. Mai wird sich in Darmstadt eine Anzahl Männer zusammenfinden, deren Wirkungskreis räumlich voneinander getrennt ist, die sich aber als zusammengehörig unter dem Zeichen deS Roten Kreuzes anerkannt haben. Um neue Erfindungen und Einrichtungen rascher zum Allgemeingut zu machen, und ferner eine zweckmäßige, einheiiliche £r- gan isation des Rettungsdienstes zu sichern, haben sich die Sanitätskolonnen Hessens zu einem Verbände Hessischer Sanitätskolonnen Vereinigt. Die Hauptkolonne Darmstadt ist bei der Arbeit, diese Tagung d.er Sache entsprechend und der Stadt würdig zu gestalten.
'**. Im Ki n em a t o g raph, dem Theater lebender Bilder, gibt es für die kommende Woche, heute beginnend, ein besonders effektvoll zusammengestelltes Programm. St. Kklda, seine Menschen und Bügel, sind interessante Naturaufnahmen. Die lebende Zeitung stellt einen originellen neuen Trick dar Als humoristische Nummern sind zu nennen: „Tie Liebe macht erfinderisch" und „Ter verliebte Dichter mit der schönen Müllerin". Prachtvoll koloriert find die Episoden „Elastische Verwandlungen". Für die Freunde des Dramas wird „Ter Vergessene" vorgeführt. Ter Weihnachtsmann und der kleine Schornsteinfeger sind rührende Szenen, an denen gewiß groß und klein sich erfreuen werden.
** Die A u s stellung der Schülerarbeiten der Großh. G e w o r b e s ch u l c im Gewerbehaus ist sehenswert und für weile Kreise lehrreich. Schon die Anordnung wirkt günstig auf den Besucher, und selbst der Nichtfachrnann freut sich über das vielseitig Gebotene. Ein Besucher schreibt uns darüber: Ein Rundgang durch die Ausstellung zeigt uns zuerst die Arbeiten der 3. Klasse. Hier finden wir die ersten Arbeiten im geometr. Zeichnen, bei denen auf den praktischen Beruf der einzelnen Schüler besonders Rücksicht genommen wurde. In der Baukonstruktionslehre dieser Klasse sehen wir die Verbände in Modellsteinen ausgeführt und bann erst zum besseren Verständnis der Schüler danach gezeichnet. Die darstellende Geometrie nach der neuen Lehrmethode ist stier gleich ganz im 1. Semester erledigt, was früher 2 3 Semester in Anspruch nahm. Auch erblicken wir zum ersten Male in der Unterklasse die Bautormen int Anschluß an die heimatliche Bauweise durchgeführt, alles nach Skizzen und Vortrag der Lehrer. Tie Ausstellung der 2. Klasse beginnt mit der Baiitonstruttions- lchxe in recht großem Maßstab im Anschluß an die vorige Klasse. Hier finden wir einzelne Trevvestteile, Kandel casten und ein voll gläubig durchgearbeitetes Landhaus in Modell ausgeführt. Sehr sei allen werden dem Fachmann die Werkzeichnungen in großen Maßstäben für Werkstatt und Bauplatz, die in Blei- und Buntstift gefertigt sind. Auch die Baufornren finden wir vorteilhaft ler fetzigen Zeitströmung angepaßt. Ein einfaches Projekt einer Echlosserwerkslali sehen wir neben dem Entwurs einer Wartehalle •in allen Details gezeichnet und veranschlagt. In der 1. Kläffe ift von allen Schülern ein Projekt mit allen Einzelheiten im «ußeren und inneren Ausbau durchgearveitet und bargeftellt. Zur Beranicstanlichung des Unterrichts halten wir die zu den einzelnen ^nlw ii nitgefertigte^. Modelte vortrefflich geeignet. Weiter erblicken wir den Entwurf zu einem Dienst- und Wohngebäude für einen Straßenmeister, das int Maßstab 1:25 mit allen De Kails und Kostenanschlag durchgeführt ist. Besonders gefällt uns, Laß die Schattenlehre bloß in praktischen Beispielen angewandt ist, wie man sie int Leben braucht. Anschließend an die Bau- farmen der 2. Klasse schauen wir liier die für die Praxis not tzoendigen kleinen Projekte und zwar nicht in den sonst üblichen Lilderartigen Darstellungen, sondern in Werkstatt- n. bureaumäßige' Ausführung, denn man sieht in allen Zeichnungen sämtliche Maß Verhältnisse. Die in der Praxis vorkommenden gebirgigen Ter- »ainplanierungsarbeiten sind in anschaulicher Weise zum Ausdruck gebracht. In der Baukonstrnktionslehre ist in dieser Klasse eine praltiiche Dachschiftung in einem größeren Maßstab in Modell dargestellt. Die Fachklasse für Maler machte Entwürfe nach Blät tent und Blumen, fertigte danach Schablonen an und hat diese dann auf größeren Bogen ausschabloniert. Die einzelnen Blätter und Blüten sind in Plastelin modelliert und erregen allgemeine Bewunderung. Auch der Unterricht in der ^-chattenlehre und Perspektive wurde in dieser Abteilung besonders gepflegt. Die Schlosser, Glaser und Schreiner Und mit allen in ihrem Berus »orkommenden Arbeiten vertraut gemacht. Wie uns von dem 'Anstaltsleiter versichert wurde, sind alle Arbeiten ohne jede Vor- llage nach Vortrag und Skizzen der Lehrer angefertigt worden. In allen übrigen Unteinichtsfächern ließ ein Blick in die Die Inlette erlernten, daß in Deutsch, Rechnen, Buchführung, Statik, Mechanik, Algebra, Geometrie etc. Leiter und Lehrer der Anstalt -ihre Pflicht getan haben. Die Ausstellung dauert noch bis zum -l. April und wir wollen nicht versäumen, unser Handwerk und Lessen Freunde daraus aufmerksam zu machen. Auch Eltern, dic A;xe Söhne künftighin dem .Handwerk zuwenden wollen, mögen lich überzeugen davon, daß hier gründlich gearbeitet wird.
'* Polize.lkommissärPrüfung. Tie im Februm L 3 zu Darmstadt abgehaltene Prüfung der Polizei- Loinmissariatsaspiranten hat Polizeigehllfe Alex Karnbach «an erster Stelle bestanden.
#w Pferde markt-Lotterie. Die Hauptgewinne der ßiefjenet Pferdemarkt-Lotterie fielen wie folgt: Der erste nach Stumpertenrod, der 2. nach Nieder-Weisel, 3. nach Bellersheim, 4. und 5. nach Gießen, 6. nach Schotten. 1. nach Gießen, 8. nach Fauerbach v. d. H., 9. nach Friedberg, 10 nach Gießen, 11. nach Maar, 13. noch Gießen und der 14. nach Friedberg. — Zu dem gestrigen Pferbemarkt- Bencht sei noch nachgetragen, daß auch ein von Bäckermeister Teibel vorgeführtes Pferd einen Ehrenpreis erhielt.
— Queckborn, 1. April. Am 30. März d.I.leierten der BelriebSteuer des Gießener Wasterwerks Maschinenineister Walte» und seine Ehefrau das Fest der silbernen Hochzeit. Hierzu brachte die Gesangs-Abteilung des Nadiahrer-VereinS dem Jubelpaar ein Ständchen.
Grün berg, 31. März. Gestern abend hielt Marine- pfarcer a. D. VZangemann ans Leipzig in der hiesigen Ortsgruppe des Deutschen Flottenoereins einen sehr gut, auch von Damen besuchten interess. Vortrag über die Entwicklung Japans, insbesondere über seine Entwicklung zur See im Vergleich zu Deutschland. Der Vortragende gab meistens I
selbst empfangene Eindrücke wieder. Er stellte auch Vergleiche an zwischen den Japanern und Chinesen und erklärte die Ursachen, den Verlauf und die Folgen des japanisch- chinesischen und des russisch-japanischen Krieges. Die Ausführungen wurden zum Schluffe durch sehr gut gelungene Lichtbilder unterstützt.
X Nieder-Bessingen, 1. April. Nunmehr hat sich die Gemeinde entschlossen, ein neues Sch ul Haus zu erbauen, es ist zu rund 25 000 veranschlagt und soll Herbst 1910 vollendet sein. — Unsere Bahnstation an der neuen Bahnlinie Lich-Grünberg ist im Bau begriffen, in zwei Monaten soll die Eröffnung erfolgen.
'? Echzell, 1. April. Hier wurden vergangene Woche etwa 15 Gänse und Enten, hiesigen Einwohnern gehörend, tot aus der .Horloff gefischt. Wie durch eine Untersuchung nunmehr nnzweiselhaft festgestellt wurde, handelt es sich uni Vergiftung. Da es wertvolle Zuchttiere sind, die auf diese Art verendeten, ist eine strenge Untersuchung eingeleitet, und es wird festgestellt werden, ob die Vergiftung auf Böswilligkeit oder eine andere Ursache zurückzuführen ist.
O Laubach, 1. April. Zu Ehren des an das Realgymnasium nach Gießen versetzten Oberlehrers Pros. Oßwa l d fand gestern abend eine Abschiedsfeier im „Schützenhof" statt. Prof. Oßwald war seit 16 Jahren al5 Lehrer für Prima am hiesigen Gymnasium tätig. Die besten Wünsche begleiten ihn und seine Familie nach der benachbarten Heimatstadt. — Schäfer Spuck tritt nach mehr als 40jähriger Dienstzeit in den wohlverdienten Nuhestand, für den ihm die Gräfliche, sowie die städtische Kaffe je eine kleine Pension ausgesetzt haben. Schäfer Kripp, seither auf dem Gute Obersemener Hof, übernimmt dessen Dienst.— Der Fußqendarrn Volpert wurde heute als Postassistent an das Postamt in Mainz versetzt.
" Neu-Ulrichstein, 1. April. In der Arbeiter- kolonie Nen-Ulrichstein befanden sich am Ende des Monats März 100 Stellen- bezw. Arbeitslose. Den 32 Zugängen im Laufe des März standen 46 Entlassungen gegenüber, so daß sich die Zahl gegen den Vormonat um 14 vermindert hat, was als eine Folge des Frühlingseintritts zu betrachten ist. Von den Entlassenen gingen in Stellung durch eigenes Bemühen 1 und durch die Kolonie 2, auf eigenen Wunsch wurden 31, als arbeitsunfähig 1, wegen Kontraktbruches 8 und wegen Krankheit 2 entlassen, iöährenb ein Insasse in feine Familie zurückkehrte. Von den 100 in der Anstalt Verbleibenden waren 53 ungelernte dlrbeiter; 23 stammten aus Hessen und 22 aus Hessen-Nassau.
L Friedberg, 1. April. Ans dem Jahresbericht der Großh. Augustinerschule (Gymnasium und Nealschule) für 1908/09 ist zu entnehmen, daß 32 Lehrer und 6 außerordentliche Lehrer tätig waren. Die Schülerzahl betrug 549 (darunter 6 Schülerinnen) gegen 560 des vergangenen Jahres; davon waren 441 Evangel., 63 Kathol. und 45 Israel. Aus Friedberg selbst waren 269, aus anderen hessischen Orten 262, aus nichthessischen Orten 12, aus außerdeutschen Staaten 6. Das Gymnasium besuchten 278 Schüler, die Nealschule 271. Das neue Schuljahr beginnt Dienstag, 20. April. — Ein kleiner Eisenbahnunfall fand in der Nacht auf Dienstag statt, indem ein Zusammenstoß zwischen einer Lokomotioe und einem abgestoßenen Güterwagen stattfand. Die Lokomotive wurde fo beschädigt, daß sie außer Dienst gesetzt wurde.
Vilbel, 1. April. Der Gemeinderat iinterzeichnete gestern abend die Verträge mit der Stadt Frankflirt über Anlage der elektrischen Straßenbahn Frantfurt- Vilbel und Einführung der Gasbeleuchtung vorn städtischen Gaswerk in Heddernheim. Von den an» wesenden sozialdemokratischen Vertretern venvergerte nur einer ne Unterschrift. Die Verträge bedürfen jetzt noch der Genehmigung der Frankfurter Stadtverordneten und der hessischen Behörden.
RB. D a r m st a d t, 1. April. In dem L u rn v e n m a g a z r n von Wolf Strauß, ein großes dreistöckiges Gebäude, auf dem Ballonplatz, brach heute äbeud gegen 8 Uhr Großfeuer aus, durch das die unmittelbar angrenzende Kaserne des Leib-Garde- Rgts. 115 und die Stadtschule schwer geiährdet wurden. Das Militär war alarmiert und sämtliche Mannschaften blieben zum Ausrücken bereit. Die gesamte Freiwillige Feuerwehr nahm das Feuer in Angriff, doch mußte sie sich auf die Rettung der anliegeichen Gebäude beschränken, was auch nach ea 2'Stunden gelang. 'Außerordentliche Rauchentivicklung erschwerten die Lösch- und Rettungsarbeiten, die die ganze Nacht fortbauerten. Leider ging es nicht ohne Unfall aus, 3 Feuerwehrleute wurden durch Einstürzen des Daches verletzt, darunter einer sehr schwer; er erlitt Arm-, Bein- und Schädelbruch und wurde durch die Sanitäls- kolonne ins städtische Krankenhaus gebracht. Eine Frau erlitt Rauchvergiftung, sie wurde ebenfalls nach dem Krankenhaus verbracht.
£ Dutenhofen, 1. April. Hauptlehrer i. P. Schiefe r st e i n wurde heute unter zahlreicher Beteiligung beerdigt. Die Gemeinde, die Schulen, der Kriegerverein, Turn oerein und Gesangverein, die Lehrer des Kreises Wetzlar and der angrenzenden hessischen Orte gaben dem bewährten Schulmcmne das letzte Geleite. Hauptlehrer Schieserstein lvar 1840 zu Hochelheim geboren, erhielt seine Lehrerausbildung ^u Düsseltal und "trat 1860 in Dutenhofen in den Schuldienst, wo er bis zu seiner Pensionierung am 1. Oktober 1906 — also 46 Jahre — wirkte. K'reisschulinspeltor Pfarrer Geibel hielt die Grabrede über 1. Korinther 13, 1$. Der Gesangverein und der Lehrerchor sangen am Grabe mehrere Chöre.
Warburg, 1. April. Heute sind es 25 Jahre, daß das Schlachthaus der Metzgerinnung in Besitz genommen wurde. Aus diesem Anlasse haben die Angehörigen des Metzgergewerbes eine Erinneruugsfeier arrangiert, die gestern abend mit einem Fackehug der Gesellen und Kommers eröffnet wurde. Heute nachmittag um 3 Uhr fand in dem geschmückten Schlackuhos eine Feier statt. Außer sämtlichen Metzgermeistern der Stadt hatten sich die Vertreter der Behörden uni) eine Anzahl Berufsgeuossen aus den Nachbarstädten eingefunden. Während die Iägerkapelle konzertierte, wurden die Einrichtungen des Schlachthoss besichtigt und auch zugleich das Schlachten zweier Ockisen Dorgefübrt. Es schloß sich dann ein Festmahl mit nachfolgendem Ball ui den Stadtsälen an. — Rektor Schenk, der heute fein 50jähngeS Berufsjubiläurn begeht, steht nicht int hiesigen, sondern im Schuldienst der Nachbarstadt Frankenberg.
X. Hanau, 1 April. Wie in der heutigen Sitzung der Stadtverordnetenversammlung mitgeteilt wurde, ist vom Magistrat beschlossen wordeii, den mit Direktor Albert Steiftet- aogeschlossenen Theaterpachtvertrag nach seinem Ablauf auf weitere drei Jahre nut verlängerter Spielzeit zu erneuern. — Die vorliegenden, von den sozial- demokraAschen Stadtverordneten eingebrachten Anträge, dir sich gegen Direktor Steffter wendeten, wurden in nicht- öffentl. Sitzung Verölen. Der Zuschauerrüum war gut besetzt.
Gericbtssaal.
Mainz, 31. Mär;. Der Svarkassenbuchhalter Scheuer, der der städtischeu Sparkasse 21000 Mart unterschlagen hatte, nurde heute von der Strafkammer zu drei Jahren G c sä.u g - Nis unb drei Jahren Ehrverlust verurteilt. Sechs Wochen der Untersuchiiugshast' wurden angeredynct.
Hamburg, 1. April. In der Berusungs-Verhaudlung wurde Kavitäuleutnaut Lier se ina nit aus Schöneberg, der wegen Beleidigung d:s N e g e r p r i n z e n A qua zu 30 Mark (Mbu strafe verurteilt worden war, f r c i g e f p r o ch c n.
Zeppelins Fernfahrt nach München.
Zeppestu landete, wie wir gestern abend durch Aushang bekannt gaben, gestern nachmittag um 3 15 Uhr bei Lioching in der Nähe von Dingolfing in Nicderbaiern sehr glatt.
Die lange erwartete Fornscrhrt ist also^ausgefüi/rr itrorbcit. Es ist Zeppelin aber nicht gelungen, aus der Theresienhöhe, wo der greife Prinzrcgcnt Luitpold, Prinz Ludwig von Bayern und eine ungeheure Menschenmenge den Lenkballon erwarteten, zu landen, weil ein heftiger Südwestwind den „Z I" nach Oberföhring trieb, wie wir sckwn Hestern Mitteilen konnten, lieber die nur kurz gemeldete Ankunst in München liegen noch folgende Drahtnachrichten vor:
M ü n ch e n, 1. April. S. iVc „Z. I" war von den Münchener Kirchtürmen seit 8 Uhr 10 Minuten sichtbar, wie er in der Mhe von Augsburg kreuzte, und traf kurz nach 9L'i Uhr in -München ein. Auf der Theresienwiese hatte sich eine ungeheure Menschen mässe angesammett. Der PrinzreHent, der Hof, und der Genecalstab waren anwesend. Das Lustschifi harte den Weg Ravensburg-Biberach längs der Bahnlinie eingeschlagen. Als die ersten Böllerschüsse ertönten, brach das Publikum in einen unbeschreiblichen Jubel aus. Tausende von Taschentüchern winkten ben Luftschissern ein herzliches Willkommen zu. Das Surren der Propeller war deutlich vernelynbar. Der „Zeppelin" machte zuerst eine Wendung gegen das Stadtinnere zu. Tas Publikum stürmte hinter dem Lnstlchiff drein, das die FralientürmL in einer Höhe pon 150 Meter umkreiste und dann nacks Oberwiesen- seid flog, um zu landen. Da aber der Wind immer stärker wurde, war dort eine Landung unmöglich. Das Luftschisf wurde immer weiter nach Osten getrieben. Ein Exttazug der Lustschifferabteilung ist ihm' Kachgesahren. Pioniere sind ebensalls abgegangen. Nach Ansicht verschiedener Sachverstäiidiger wäre, eine Laiidung aui der Theresienwiese möglich gewesen: sie scheint wegen der Gefahr des Aufenthaltes auf ungeschütztem Platz unterlassen worden zu sein.
Erdingen, 1. April. Zeppelin I versuchte nach Umkreisung des Erdinger Moos eine Landung herbeizufuhren, was er in einer ausgeworfenen Depesche cmküiidigte. Ilm V-4 Uhv befand sich das Luftschiff bei Kronwinkel, 1,75 Kilometer nordöstlich von München, in der Nähe von Landshut. Bon Landshut ist iOlüitär abgegangen, da dort eine Landung versucht werden soll. Nach mancherlei Versuchen gelang die Landmrg her Loiching.
Kleine TageSebrontk.
Botschaftssekretär Graf De y m wurde bei einem Spazierritt in einer Vorstadt Konstantinopels von einem Wegelagerer mit einem Revolver bedroht. Da der Graf keine Waffe bei sich hatte, gab er seinem Pferde die Sporen, fo daß die Schüsse fehl gingen. Elite herbeigerufene Kavallerie-PatroniIle ftreistc die Gegend ohne Erfolg ab.
Gebeimerat Hergesell und Pwfessor Pannwitz weilten gestern in M adrad und hatten Besprechungen mit den Behörden über daS am P i c von Teneriffa zu errickteiides Observatorium. Abend reiften sie auf eine Einladung des Fürsten von Monako nach Monte Earlo zum internationalen Kongreß für* wisienfchafiliche Luftschiffahrt, den Geheimerat Hergesell leiten, wird.
Märkte.
Gießen, 1. April. Viehmarkt. Bei dem am 30. und 31. März abgehaltenen Markte waren aufgctriebcit 1816 Stück Rindvieh und 503 Schweine. Bei dein am 31. d. MlS. statt- qcfunbeueit Pierbemarkt waren alpgetrieben 309 Werde und 8 Fohlen. — Ter nächste Viehmarkt findet am 20. und 21. April d. IS. statt; am letzteren Tage auch Krämermarkt.
A Gründe r g , 1. April. Obwohl unseren heutigen Oster« ui a r 11 weniger günstiges Welter begleitete — Sturmwind mit Aprilsfchloßen herrschte — halte ber Biehmarkt eine starke Ankahrt in Juugschweiuen. Trotz des guten Angebots ging der Handel flott bet recht hohen Preisen. Bezahlt wurde für bas Paar Ferkel geringster Sorte im Durchschnitt 55—65 Mk., bessere 68—75 Mk. iind beste 80—35 Mk. In Hinsicht der vorjährigen weniger ergiebigen Kariofielernte nimmt diese hohe Preisstufe Wunder. Ter Rindviehmartl war schwach befahren. Der Handel ging gedrückt.
fc. Frajnkfurl a. 'M., 2. Avril. Heu- und Strohmarkt. ^Ungefähren waren 10 Wagen Heu und 1 Wagen Stroh. Bezahlt wurde für Heu Mk. 3.50—3.70, Stroh Mk. 2.50—0.00. Die Zufuhr stammte ans Oberhesseu und den Kreisen Tieburg und Gelnhausen. Ter Markt war schnell geräumt.
Hjehener Wetterdienst.
Voraussichtliche Witterung für Heven am Samstag dem 3. April: Meist heiter. Nachts Frost. Am Tage geringe Trübung. Nördliche Winde.
OrrginaL-DrahtsneLdrrnnen.
Landshut, 2. April. Das Reichsluft'schiff mit dem Grafen Zeppelin an Bord ist von seiner Landungsstelle bei Landshut wieder aufgestiegen (nm 111/1 Uhr) und nach München gefahren, wo es zwischen 1 und 2 Uhr emtreffen dürfte.
Leipzig, 2. April. Ter frühere sozialdemol'rcttische Reichstagsabgeordnete Julins Seifen ist gestorben.
Paris, 2. April. Nack einer Meldung des Mattu beitätigt es sich, daß König V i k t o r E rn a n u e l die Einladung des dürften von Monakko annehmen wird und nach Moualko reist, wo zu gleicher Zeit voraussichtlich auch Sinnig Eduard von England eintreffen wird.
Paris, 2. April. Der Syndikats-Verband des Seine-Departements hat einen Aufruf an alle Arbeiter, Arbeiterinnen und Angestellte erlassen, am 1. Mai einen 24ftünbigen Generalstreik ins Werk zu setzen, da die Teilausstände sich als zwecklos erwiesen hätten.
London, 2. April. Daily Telegraph meldet aus Belgrad: Der Minister des Aeußern, Mllowanowttsch,, erklärte in einem Interview, die Lösung Der Salfanirage sei für Serbien nicht ganz befriedigend. Es wäre vielmehr der Wunsch Serbiens gewesen, die Angelegenheit vor eine Konferenz zu bringen, obgleich eine solche dasselbe Resultat gehabt haben würde.
Paris, 2. April. „Echo de Paris" erklärt, ermächtigt zu sein, die Meldung von einer geplanten Zusammenkunft zwischen dem deutschen Kaiser und dem Präsidenten Fallieres in Monaco zu Dementieren. Die Ankündigung sei ein tendenziöses Manöver, Denn wenn selbst Die historischen Grün De nicht mehr bestanden, nm Bedenken gegen eine solche Zusammenkunft zu rechtfertigen, so würde der Truck, welchen TeutschlanH gelegentlich Der Orientkrise auf Rußland ausgeübt hat, allein genügen, um Die Regierung Der Republik zu hinoern, einen Schritt für möglich halten zu können. Der in Petersburg als tatsächlicher Verrat ausgesaßt werden könnte. Auch die anderen Pariser Morgenblätter, lvelche Beziehungen zur Regierung unterhalten, erklären dic Gerüchte sür unbegründet.
Paris, 2. April. „Petit Parisien" meldet au5 London: Tas englische Künigspaar iverde auf seiner Mittelmeerfahrt eine Zusammenkunft mit Dem i tal. Königspaar in Neapel haben, wo es als Gast des Herzogs und Der Herzogin von Aosta weilen wird.


