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21.1.1909 Erstes Blatt
 
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Donnerstag, »1. Januar 1909

159« Jahrgang

Zweites Blatt

Nr. 17

Erscheint KzllÄ ntfl VuSvälmt M Vmmiay».

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und die Bestimmungen über

Junger Tackel entlaufen, c

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Der Antrag verfolgt lediglich agitatorische Gründe. (Sehr richtig I) Die Sozialdemokraten kennen die Lage^der Landarbci- ter gar nicht. Wer wie ich jahrelang Leid und Freude mit den Landarbeitern geteilt hat, urteilt darüber ganz anders. Wie steht es denn in Wirklichkeit? m,c- s:-

Wascht mit Schwan

DieSteterer ZaintttendlStlrr" werden dem älnjcifler* otennal wöchentlich beigelegl, daS *Kreliblat1 für dr» Kreis Sietzen" zweimal wöchentlich. Dee ..eandwlttschafttichco Seit* frage»" erscheinen monatlich -we.inai.

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Gießen, 21. Januar 1909. 1

OrdenSangele genheit. S. K. H. der Groß- Aerzog haben dem Dr. med. Karl Weyp recht in Alzey Lie Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen der ihm vom Äönig von Preußen verliehenen Roten Kreuz-Medaille :r. Klasse erteilt.

Ern komm en st« uer und Einkommen sie uer- flflich t ig e. Im Etatsjahr 1908 wurden in Hessen 852 638 'Linkommensteuerpflichtlge gezählt, die zusammen 10 712 695 Mk. Elntommensteuer zahlten. Drei Viertel der E.nkom-ucn- 'sleuerpflichtigen 272 836 ----- 76,3 Prozent hatten em Einkommen von 5001500 Mk. zu versteuern, sie brachten jedoch nur ein Viertel der gesamten Steuersumme 2 630137 Nt. '== 24,6 Prozent auf. Die 124 Höchstbesieuerten = 0,035 Prozent der Steuerpflichtigen überhaupt, die em Einkommen von 101 000 bis 2 153 000 Mk. zu versteuern hatten, zahlten 1 356 220 Mk. Steuer 12,66 Prozent der Lejamtsteuersumme. .

** Zwangserziehung in Hessen. Seit Inkraft- Iceten des Gesetzes über die Zwangserziebung vom 11. -0"n> 1887 bi§ zum Jahre 1908 sind un Großherzogtum Hessen $652 Kinder in Zwangserziehung gegeben worden. Die Zahl der ZwangSzüglinge ist ständig gewachsen; nn ^ahre 1892 befanden sich z. B. 480 Kinder in Zwangserziehung, 1908 dagegen 1671. 1908 waren 1019 der Zwangs jöglmge in Familien und 652 m Anstalten uirtergcbrau.)!. Die auS der Zwangserziehung erwachsenen Kosten betrugen im Jahre 1907: 237 366 Mk., wovon die Gemeinden und Sirene 116 973 Mk., der Staat 120 393 Alk. aufzubringen hatten.

Kolosseum. DaS Peter Prang'sche Kölner SurleSken-Enjcmble erfreut sich steigender Beliebtlseil. Das bewies schon der bisherige rege Besuch, und in der Tat !ohnt sich, die Vorstellungen zu besuchen, denn eure

einem Punkt aber bin ick mit Herrn Gothein einverstanden, und daS ist erfreulich, denn wir gehoben la a uf« men 3 um Block. (Heiterkeit.) Das ist die Forderung der inneren Stoio- nifatiSa3 gleiche gilt von der D-^sserung der WohnungSverhalt- nisse. Aber man darf dabei das Praktnche mcht vergessen. Dw Landarbeiter sitzen oern warm m engen Raumen Van w d s mir nicht als Respektlosigkeit gegenube ve­

il rone üuSlcai - wenn ich behaupte, datz in G ab inen bl Zäume zu groß und zu wenig wohnlich , gebaut wreden si^- (Heiterkeit und H>öri! hört!) DaS p a t r i a r ch a l i s cy e ver­halt n i s im besten Sinne, das zwischen den ^ 'chen Arbeit g-bern und Arbeitern besteht (Gelachter liws). bat m den stad schen Verhältnissen mdjt seinesgleichen. Die S°Stald-m°, traten al-3 Arbeitgeber haben sich b'sher wemMtens durchaus nicht vorbildlich benommen. (Lehr gutt)NUN tzu^Her^N Kleve Er bat erst sehr spat sein echt nationalliveraies yerz fntoeit/benn guerft' feine Bedeutung ber fflunb beiSani. Wirte entbedt. (Scitcrieii rechte. Ich will Herrn

Ratschläge geben, °bw°hl mir bas ges°»uber dem s ruh« r - " Mitnliede deS Bundes dec Landwirte nahe tage (Heiterkeit), aber ich mutz ihm sagen, das; ich nicht ganz verstan- den habe, was er will. (Heiterkeit reck IS.) Daß « die sozial- deinoi rat i scheu Forderungen zurzeit mcht für erfüllbar^halt, benagt den Natioi'.allibcralen für einige>jahre noch! e.u.qe Wahlkreise sie sonst schon verloren hatten. Lachen links, Beifall rechts «gj d^r Meinung meiner politischen Freunde können die- V rasen gegen den Km'traktbrnch der ländlichen Arbeiter und Arbeitgeber nnr nidit ftrena genug sein. Tie prinzipiell sympathische obli- gatori ch Krankenversicherung kann reichsaesehlich eben,jo wenig wie die anderen in diesem Anträge, berührten Fragen gerege werden. Bei dieser Gelegenheit eine B t e a n H er c l (fraberner Wenn Sie wieder einen Artikel für ein -oiau ^eS^Herri?Scherl schreiben, dann behalten Sie Ihre Demokratie für Süddeutschland, wohin sie passen mag. Unruhe links ) gilt auck für ^cc demokratischen Jdcen, Heer Muller-Meiningen.

günhtgerc Gelegenheit, gründlich zu lachen, wird nicht so leicht mehr geboten. Seit Dienstag gehen zwei neue Bur- lesken:'Ne Frau auf Pump- undDünnes im Harem" m Szene, und zwar mit durchschlagcndem Erfolge.^ lieber Die orientalische LinSstattungd-Burleske ^Tünnes im Harem" lägt sich nichts schreiben, das must man sehen. Dian kann sich ,fapoitfl lachen über den Hilfsmaschmiflen m. b. H. Anton Zufall, der die Eunuchen mit seinem unzertrennlichen Gummi- Ichlauch ,fic9 verkamesölt", die Liebesanträge derduften Vulterblume" Kleopatra zurückweist und es lieber vorzieht, nut den schönen Harems-Odalisken zu fchäckecn. Sämtliche Darsteller und Darstellerinnen machten sich um den Gesamc- erfolg der Aiifführnngen wohlverdient. Ferner ist ein sehens­wertes Spezialitäten-Programm engagiert; da ist vor allen Dingen der ganz vorzügliche Jongleur und Umversalkunsiler Jerry zu erwähnen, besonders der Trik mit den drei Zylin­dern verdient ganz besondere Anerkennung. 3n Xlene Scholz erblicken wir eine sehr gute Soubrette, Ge schwill er Vudzlnska erfreuen durch internationale Tänze. Von dem vorigen Pro- gramm sehen wir Fred Armando, Grolesque-Komiker. Alles in Allem lohnt es sich, dieses Programm sich anzu- sehen.

§ Allendorf a. d. Lumda, 18. Jan. Samstag abend waren der SUiegcröcuetn und Gesangverein sehi zahlreich im Bauer^chen Saale versammelt. Der Präsident des Slriegervereins eröffnete Die Feier mit einem Hocy auf den Kaiser und Grotzherzog. Daraus hielt Lehrer SUil ou§ Llein-Linden einen Vortrag überDeutschlands-Leeinteressen . An Der Hand emer Hatte Der Nordsee und zahlreicher Vi der von Hamburg, Stiel, Helgoland und dem Hatfet Wilhelm- nanat gab der Redner eine ausführliche Schilderung der Handels- und Seemteresien Deutschlands. Ter Vortrag wurde mit lebhaftem Beifall angenommen. BeionderS dank­bare Ausnahme fanden Die Chöre des Gesangvereins.

-- Allertshausen, 20. Jan. Nachdem verschiedene

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irsatz an guten Arbeitern wird imm nicht so der Grotzgrundbcsih als hi Heinere Bauer (Sehr richtigI); ul, schweig mit der intensiven Bewirtschaftung. Wir muffen uns stets mit minderwertigen Leuten herumschlagen. Der Grotzgrund- besitzer kann sich Schweizer anschaffen oder sich sonst helfen mit Scchsengängcrn oder Nüssen, der kleine nicht. Die kleinen Wirt­schaften vermindern sich bei uns in einer schrecklichen Weife. Tie Landwirte lassen ihre Söhne Lehrer und kleine Beamte werden, damit sie nickt auf diesen Q u ä I h o f e n bleiben. Im Lsten soll der kleine Grundbesitz wieder ins Leben gerufen werden; den Dauer bei uns, dessen Familie mit dem Boden verwackycn ist, den schaffen' Sie niemals wieder. (Lebhafte Zustimmung rechts, m der Mitte und links.) Die Frage des K o a l i l i o n s r e ch t s sehe ich nicht so schlimm an. Es hat gar nicht die Bedeutung, oie man ihm zuspricht. Tie ländlichen Arbeiter, die zusammen­treten wollen, um eine Verl>esserung ihrer Arbeitsbedingungen zu besprechen, können daS tun. DaS Streikrecht wäre ein zweischneidiges Schwert. Wenn die Landarbeiter in einem Betriebe während der Erntezeit erklären: morgen streiken wir, so versetzen sie den Besitzer in eine Zwangslage und werden ihre Forderung vielleicht durchsetzen. Aber dann ist die Reaktion um so schlimmer. Im Winter werden die Leute infolge, des immerhin noch, wenn auch gering vorhandenen patriarchalischen DerhältnisseS vuräigehalten; das wird dann aufhören, denn das Entgegenkommen haben die Arbeiter dann gekündigt. Ein Streik würde aber, und das ist das Wahrscheinlichere, die schlimmsten Folgen für die Arbeiter selbst haben, denn die alten Leute, die in der Landwirtschaft grast geworden sind, würden niemals mit-

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Deutscher Reichstag.

189. Sitzung, Mittwoch, den 20. Januar 1009. mittags 1 Uhr.

Am Tische deS VundeSratS: Kommissare.

Präsident Graf Stolberg eröffnet die Sitzung um 1 Uhr 16 Min.

Die Rechtsverhältnisse des Gesindes und der landwirtschaftlichen Arbeiter.

Auf der Tagesordnung steht der Antrag der Sozial­demokraten auf reichsgefctzliche Regelung des ÄertragSverhaltnisseS zwischen dem Gelinde und den landwirtschaftlichen Arbeitern mit ihren Arbeitgebern. Der Antrag verlangt freies Koalitionsrecht, reichsgesetzliche Kranlcn-- versickerung, Negelung der Arbeitszeit, sowie Aufhebung der landeSgesetzlicken Gesindeordnungen, zumal insoweit lie den Kon- trattbruch unter Strafe stellen.

vbg. Stadthagen (Soz.)

begründet den Antrag bei fast leerem Hause. Der fetzige Zustand bedeute völlige Gesetz- und Rechtlosigkeit. Was ist Gesinde i Stadlhagen setzt sich hierüber mit den Zwischcnnifen des Abg. Kteth auseinander. Herr Kreth, geben Sie die Domänen den ländlichen Arbeitern. Das wäre der erste verständige gesetzgebe­rische Akt, den Sie von der Rechten begingen, u. s. f. (Sine Schmach ist das Züchtigungsrecht für das Gesinde. Wie mür­ben die Arbeitgeber aufschreien, wenn das Gesinde die Herrschaft prügeln wollte! (Gelächter.) Wer nicht für unseren Antrag stimmt, der will dieses S k l a v e n r e ch t. Peitschenhiebe, eine solche feige niederträchtige, gemeine Handlung erklärt daS Gericht in Preusten für nichts Ungewöhnliches. Selbst die lungste Ge­sindeordnung ist ein halbes Jahrhundert alt. Die Gebots der Sittlichkeit werden durch die Rechtlosigkeit des Geyndes mit Fühen getreten und in wirtschaftlicher Beziehung ins Gesicht ge­schlagen. Nehmen Sie unseren Antrag an tm Interesse der armen geplagten Landarbeiter. (Laute Ohol-Nufe rechts.) Widerlegen Sie doch, loaS ich gesagt habe. (Zuruf rechts: Wird geschehenI) Mache» Sie endlich dieser Äulturschmach ein Endel

«bg. Kleye (Natl.):

eyernalige Soldaten vergebens versucht hatten, einen Grieger- oerem zu bilden, ist cd jetzt gelungen, wenigstens die große Mehrzahl zusammenzuschliesten in einem am Sonntag den 17. d. Mts. gebildeten Kriegerv ere in .Ernst Ludwig zur Treue', der bereits 28 Mitglieder zählt. DerVezirks- öorsteher, Lehrer Da ab-Lollar, der aufEmladung erichlenea war, hielt zuerst einen Vortrag über: Zweck, Ziel, Be­strebungen und Wohlfahrtseinrichtungen der .Hasiia', der veifällig aufgenommen wurde und die anwesenden Lameraden vollständig orientierte. Bei der vorgenommenen VorsiandL- wahl wurden einstimmig gewählt: Ludwig Witzner als 1. Vorsitzender, Heinrich Hormann als 2. Vorsitzender, Ludwig Hvrmann als 1. uni) Friedrich Hörbücher als 2. Schrift- fülltet und ftonftoleur, Hart Lich als Rechner und Heinrich Dallwein und Wilhelm Wagner als Beisitzer. Der Verem beschloß einstimmig, der KriegerkameradfchaftHassia' beigu* treten. An dem Tage der (Gründung hatte der Verein schon die Ehrenpflicht zu erfüllen, dem Veteranen Heinrich Lich das Geleit zum Grabe und das Ehrenseuer zu geben. Die drei Salven klappten vorzüglich.

A Aus d e m Vogelsberg, 20. Jan. Noch vor wenigen Jahren stmrd der Vogelsberg in dem Ansehen billiger Lebensverhältnijfe; es mag auch früher seine Berechtigung gehabt haben. Seit letzterer Zeit aber ist das nicht mehr der Fall. Gerade die nötigsten Lebens­mittel: Brot uuo Fleisch find bei uns vieljach teurer als in anderen Gegenden. Während der vrerpjünoige Laib Brot ia|t überall .auf 50 Pf. herabgegangen ist, tostet er hier noch 53 Pf. Ebenso hurt und Ue|t man allseits von eurem Abjchlagen des Rindfleisches; nur im Vogelsberg tostet das Psnird biindfleisch nach wie vor 75 Pf. Wer demnach glaubt, im Vogelsberg lebe man billiger als in anderen Gegenden« der tauscht sich. .

§ We11, aasen, 20. Jan. Datz die B a t e n der Bar­treibergesellschaften, wie sie öfters unsere Ortschaften durchs Liehen, gar nicht so harmlos sind, wie sie den An,chem, : haben, zeigte sich jüngst hier. Eine bosnische Bärentreibe^

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Ti- KoakitkonSsreiheit der Lcm-crrbcsier lehnrn «ve Land­wirte rundweg ab. W-.r haben einen Schwurzeugen m einem Freund Gocheins, dem Abg. N a u m a n n Ter fchreibt in winer Neudeutschen Wirtschaftspolllik": Die Drbe.ternot der Landwirt­schaft ist die Folge eines schlecht verstandenen Liberalismus Hört, hört! rechts.) Die Nückkehr zu den allen Zusiandenist^ gegen die einzige Hilfe. ($ört, hort! rechts.) Wenn der ^idg. Naumann als ehemaliger Pfarrer ein besonderes VerstaiwniS für unsere christliche und deutsche Auffassung des ^^/^crhaltnisseS bat so freue ich mich über diesen alten Kollegen vom Verein deutscher Studenten (Heiterkeit rechtSf und kann den Abg. Gothein nur aufforberrt, seinen bu-yer-gen -ibera- liSmuö und seine südischen Freunde! zu verkaufen und auw neu. liberal zu werden wie Naumann. (Große Heiterkeit und lebhafter Beifall rechts.)

Abg. Dr. HSsfel (Np.) -

Wir wollen den ländlichen Arbeiter gewiß n^ht schlechter stellen als den industriellen, aber die Elends sch il der ung Stadthagens war magloS übertrieben Die ländlichen Ar. beiter machen von dem Koalüionsrecht doch keinen Gebrauch. Wir wünschen aber nicht, daß Koalitionsfreiheit in K o al'tions- u n f r e i h e i t u n d T e r r o r i L m u § ausarte, und g auben des­halb, daß wir mit einem reichsgesetzlichen Koalitionsrecht den Land­arbeitern ein Danaergeschenl machen würden.

M>g. Herold (Zentr.): . .

Die ganze Frage ist außerordentlich schlvieng. DAalb mutz man mit einem Eingreifen sehr vorsichtig fein. Die reichsgesehliche Negelung der Gesindeordnung ist eine aLß Forderung deS Zen- trum-S. Wir wollen den ländlichen Arbeitern die v o l l c Ä o a 11 * lionsfreiheit geben und für den Kontraktbruch nur die zivilrechtliche Haftung einführen. DaS ist in der Provinz, in der Herr Hahn gewählt ist, seit jeher Gesetz.

Auch eine reichsgesetzliche Regelung der Krankenver>icherung ist erwüiischt, dagegen die gesetzliche Regelung der Arbeitszeit m der Landivirtschast undurchführbar. J

Die Beratung wird vertagt. Es folgt eine lange Reihe persönlicher Vemerkungeir.

Abg. Kleve (itafL)]

wendet sich scharf gegen Dr. Hahn.

Abg. Gothein (freis. Dgg.) f ,

SUir ist ein anständiger Jude lieber, als ein Luiup mit dem besten Namen.

SonnerStag 1 Mr: Voten in i e t p e Hat 10 « 3 6 e r di« Handhabung bei Vere:nsgesetze^, Snktp.eau* tiou über die schwarzen Listen.

Schlutz nach 6 Uhr.

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' Gewiß haben wir die Gesindeordnung über den äontraktbruch. Aber sie stehen bei uns l e d i g l i ch a u f d e m P a p i e r. Die Verhältnisse sind stärker geworden, fic werden nicht mehr zur Anwendung gebracht. Ich habe LS Jahre lang als Amtsvorstel)er diese Vestimmungen auSzuführen gehabt und mutz wissen, ob die Sache so schlimm ist. Die Gesindeordnung gebe ich gerne preis, die halte auch ich für reformbedürftig, denn sie ist veraltet. Sie kann durch reichsgesetzliche Bestimmuilgen ersetzt werden; dagegen habe ich gar nichts. Aber sie hat meines Wissens noch keinen Arbeiter geschädigt. Ebenso ist es mit dem K o n t r a k t b r u ch. Ter Ersatz an guten Arbeitern wird immer geringer. Darunter leidet hauptsächlich der mittlere und

^sonders bei uns in Braun­

machen. Auf alle Fälle aber müssen Kauteken geschaffen werden, datz der Streik nicht zu einer Ungerechtigkeit gegen die Arbeit' geber wird. Man mutz auch bedenken, dag das Los der Land­arbeiter immer besser wird. Vor allem werden die Aohnungen besser- iebt hat schon jebe Landarbeilerwohnung eine Küche. Die Zuständigkeit deS Reiches wird von meiner Partei nicht bezweifelt. Wir halten die G e f i n d e o r d n u n a für re­formbedürftig. Wir sind auch für die Einbeziehung der Landarbeiter in die Krankenversicherung, aber wi>- hallen es nicht für möglich, daS Koal'.tionsrecht ohne iede Beschränkung den Landarbeitern zu geben. (Lebhafter Beifall der Natl.),

Abg. Graf MielczynSki (Pole) erklärt die bolle Zustimmung seiner Fraktion 511m Antrag dec Sozialdemokraten.

Abg. Stauffer (Wirtsch. Vg.) :

Bisher waren die Landarbeiter für die Sozialdemokraten imemid)bar. Dieser Antrag soll ihnen offenbar den Weg be­reiten. (Sehr gui! rechts.) Ter Antrag bedeutet eine direkte Aufreizung zum Kontraktbruch. (Lebhafte Zustim­mung rechts.) Der Weg zum sozialen Aufstieg ist unseren land- lichen Arbeitern keineLwcgs verwehrt. Jeder Landarbeiter kann sich ein wenig Grund und Boden verschaffen. (Sehr richtig 1 rechts. Lacken links.) Vielfach sind sie auch schon am Gewinn beteiligt. Aber über den Kontraktbruch darf der soziale Aufstieg nicht erfolgen. Wir sind nicht der Meinung. datz d:ese Materie reichsgesetzlich geregelt werden kann. Drizu sind die Verhältnisse zu verschieden. (Zustimmung rechts.) Aber iwerall kann man den Landarbeiter sesshaft machen. Wo der Besitz ansangt, da dort die Sozialdemokratie auf. (Sehr gut! rechts.) ^,n Siii.deutsid- land steht der Koalierung der Landarbeiter nichts en.gegen uns doch bat diese Frage auch für den Süden nur einen akademychen Wert; die Arbeiter denken gar nicht daran, zu streiken. xa3 Streifte d; t aus dem Lande hätte grosse Gefahren; den­ken Sie nur einmal, in der Umgegend Berlins würden plötzlich alle Melker streiken! Tausende von Säuglingen würden weg. sterben. (Sehr richtig!) Regeln Sie zunächst einmal erst das Wetter reichsgesehlid), dann werden mir für Fhren Antrag st im, men, datz jeder Tag ein Sonntag ist. (Heiterkeit und Lachen rechts-i

M'g. Gothein (Fr. Vg.):

Wollen Sie bestreiten, datz der Landarbeiter schlechter ge­stellt ist als der Industrielle? In Preussen allain gibt es 97 Ge. sindeordnungcir. (Hört! Hört!) So kann es nicht weiter gehen. Daher begrüssen wir den sozialdemokrallschon Antrag mit ö^eu» den und stimmen ihm zu. Solange Sie den Laudalbeitern nicht dieselben Freiheiten geben wie den industriellen, wird der Zug in die Grossstädte bestehen bleiben. sSehr richtig! links.) Was hat denn seinerzeit die Besiedelung des dcutsd)en CftenS ermög­licht? Das bessere Recht, das der deutsd>e Ansiedler dorthin brachte. Ist es nicht ein Skandal, daß in Schlesien eine Land, arbeiterin nur deswegen zu vielen Monaten Gefängnis verurteilt Ivird, weil sie nicht mehr für 35 Psg. am Tage arbeiten wollte t (Hört! Hört! links. Abg. v. Nichthofen (kons.): Olle Ka­mellen! Unruhe links.) Besteht denn die Gesindeordnung etwa in Schlesien nicht mehr? (Abg. v. Richthofcn: Gott sei Dank! Hört! Hört! links.) Auf die anständigen Arbeitgeber kann mau die Gesetze nickst zuschneiden, sondern auf die P 0 - muchelS köpfe! Wir stimmen für den sozialdcmokratychen Antrag auch deshalb, um im Osten endlich gesunde politische Ver- hällnisse zu fdfrUfen. (Beifall links. Unruhe rechts.) Wir wollen dem politischen A u S sr a n d i m O st e n Eingang verschaffen (Grotzes Gelächter rechts), der darin besteht, datz ;eber wählen kann, wie er will. (Beifall bei den Freisinnigen.) Hiess es doch noch bei der letzten Wahl in meinem Wahlkreis: wer liberal wählt, mag sich von Herrn Gothein Arbeit besorgen lassen! Cuius regio, eins religio! Geben Sie Freiheiten, dann haben Sie auck Arbeitskräfte. Redner beantragt Kommissionsberatung. (Beifall links.).

Allg. Dr. Hahn (kons.):

Erst meine politischen Freunde machten mich soeben darauf ausmcrlsam, datz ich mich nicht im Wahlkreise des Abg. G 0 t b e i n, sondern im deutschen Reichstage befinde. (Heiterkeit.) Dort muh er solche Reden halten, die mich stark an das gried'ddje Wort Demos erinnern (Unruhe links), eine Rede, aus der die Wähler entnehmen sollen, datz wir die schärfsten Gegner der Bauern wären. Diese Materie lässi sich nicht reickisgeietzlich regeln, denn der Boden ist in Deutschland nickst überall derselbe, (^ebr richtig! rechts.) Wer für den Antrag der Sozialdemokraten ist, muß auch den Seeleuten das uiicingc|d)r5nfte LioalitionSrecksi ge- währen; das haben aber die Freisinnigen seinerzeit abgelehnt. In

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# UnwerfilätS * Buch- und Sieuidrucler«.

ÖL Lang». Gießen.

7 Nedaktlon, Schveditton und Druckerei: bckul- stratze 7. Expedition und Berlage 5L Redaktiom^SSllL. reL-Lldr^AnzetgerGteßen.

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112. Januar, aus bem Sone r. dem N>eater verloren Worb: Abiuaeben gegen delodnr . van M10.-. ite Ost-Anlage 18,!