Ausgabe 
22.9.1909 Erstes Blatt
 
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I über bcn Pavnelarif ftarf im Vorteil. Leisetreterei und mutige- Zurückweickcn seien gar nidü am Blaße Ta aber mit dem Mittel

eines Zollkrieges man vorerst nid)! rechnen wolle, so gelte eS

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voraussichtliche Wltternug für Hessen am TonnerStag dem 23. September: Bleist heiter und trocken. Nachts kühl, am Tage mild.

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Die Cholera in Gstpreuhen.

Memel. 21. Sept. Ueder bic Lholerafälle in Po- k all na wird dem .Memcler Sampfboot* auS Ruß noch folgendes gemeldet: Die Ehefrau des an Cholera gestorbenen Floßmannes K ibelka liegt noch immer krank darnieder, ob­wohl ihr Befinden zeitweilig schon etwas bester scheint. Ihre verheiratete Tochter und der schulpflichtige Sohn, die die Mutter gepflegt haben, find nicht erkrankt. Diese drei Personen, so­wie noch cme Frau, die auch mit an der Pflege der Er­krankten teilgenommen hat, wurden von der Polizei ab­gesondert ' Ferner sind noch acht erwachsene Per­sonen und ebensoviel Kinder, die mit den Erkrankten in Berührung gekoininen sind, unter Beobachtung ge­stellt bezw. abgesperrt worden. Die AbspcrrungSmaßregeln werden aufs genaueste durchgeführt.

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Die diesjährigen Tanzkurse beginnen Anfang Oktober.

Zur Beteiligung höfl. einladend, erbitte Anmeldungen li meine Wohnung 5113

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Hochachtungsvoll

Wilh. Will, Universitäts-Tnrn- n. Tanzlehrer.

nach anderen Abwehrmitteln tu suchen Diese lagen Dor allem in der Selbstbild der deutschen Industrie imb zwar in der tcch- niieben Vervo11komimmng ihrer xxrHeilung, endlich auch in der Skrfuinbigung mit der deutschen Arbeiterschaft am gütlichem oder nid)tgütlidk*:n Dege über die mögliche fiiöbc der Löhne, die einen Export künftig und aus die Ttiucr ermöglichen. Tröstlich ist, daß die Lebenshaltung in Deutschland bisher immer noch wesent­lich billiger ist als in den Vereinigten Staaten. Wir sind aber nahezu an ben Rand unserer Leistungsfähigkeit gekommen. lieber- f(breiten wir diese Lime in den @eitvlningskosten, so Dcmidftat wir die wichtigsten Zweige unseres Ausfuhrhandels. Diese lieber- zcugung muß vor allem auch bei den deutschen Großindustrielleir cintretcn, damit nicht durch die Verteuerung der Kohle, des Eisens, des Stahls u. a. Roh stosse die weiter verarbeitende und ss-erlig-- d'tdustrie unter Umständen noch ichwercr belastet wird, als durch rwhnschraulxm. iofialc Vorschrriten und technisd>c Erschtverungen. (Lebhafter Beifall.)

An den Vortrag knüpfte sich eine lebhafte Debatte, worauf der Vorsitzende die Versammlung mit Dankeswvrten schloß.

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Derfammlung des Sundes der Industriellen.

4 £>ageir i. 2B 21. Sept.

Unter zahlreicher ^Beteiligung seiner Mitglieder, namentlich aus Rheinland und Westfalen, hielt der Bund der Industriellen hier eine allgemeine Bersamntlung ab, die von dem Mitglieds des Gesamtvorstandes Richard Muller (Berlin) geleitet wurde. Ter Generalsekretär des Bundes der Industriellen, Landtagsabge­ordneter Dr. Wendlandt, berichtete über den

neuen amerikanischen Zolltarif

und die deutsche Fertigindustrie, insbesondere die 5lleineisen°In dustrie. Der Ziedncr bespricht die Zollsätze des neuen Tarifs, bezweifelt aber, ob seine Herabsetzungen dem deutschen Import erheblich zu gute kommen werden. Auch der Verein bcutjd)cr Maschinenbauanstalten erkläre, das; abzuwarten sei, ob nicht die Erleichterungen durch die Bestinmrungen über die Feststellung des Wertes wieder zu Nichte gemacht werden. In vielen Fällen könne überhaupt erst die Praxis Licht in die Zvllvcränderungcn bringen, weil anscheinend absichtlich Wertzölle in spezifische Zölle lange» waichclt seien. Die Herabsetzungen zeigten im ganzen, daß große Vorteile der Eisen- und Stahlindustrie, soweit sie Roh> stoffe und halbfertige Ware herstellt, geboten worden sind, nicht mstrdcr der großen chemischen Industrie Deutschlands, weniger der Mcincisenindustrie, die zum Teil mit sehr erheblichen Erschwerungen zu rechnen ljabc. Im ganzen sei bei Fertigwaren nach dem Grund- satzc verfahren worden, Herabsetzungen eintreten zu lassen, wo teilte Gefahr ausländischer Einfuhr vorzulicgcn schien, Erhöhimgen dagegen mit der Wirkung eines Einfuhrverbotes für solche Waren, die bisl)er in großen Mengen nach der Union gingen. Taft mag sich also noch jo schön herausreden, der amerikanische Konsument werde unter allen Umständen der (fk prellte sein. Tie für Ver­letzungen der Markierungsvorschriften angesctzten Strafen seien direkt drakonisch. Der amerikanische Bund dec Industriellen hat einen Einfluß aus die Zollgeselvgebimg gewonnen, ben wir in Deutschland infolge der Vornehmheit, der Gleichgültigkeit und Uncrsahrenheit der deutschen Industriellen immer noch nicht er- reictwn .kcnrnten. Was die Mittel der Abwehr anlange, so werde zunächst die beutidje Industrie gegenüber dem Paynctarif einig und geschlossen aufzutreten haben. Daun aber werde es Saclie der Regierung sein, durch ein Handelsabkommen die an Unaus- ührbarkeit grenzenden Härten der Tarifbesttmmungen zu be eiligen, zum mindesten aber hie erforderlichen Uebergangs-Be- timmungen zu vereinbaren. Bei einem Zollkriege wären wir gesetzmäßig schon durch unsere tarifarischen Besttmnmngen gegen-

Kaufmännischer Verein

Samstag, 2. Oktober, abends 8 Ehr

Stiftungsfest in Steins Barten.

Wünsche für Einladungen sind bis spätestens den 25. d. Mts. schriftlich einzureichen. »

Der Vorstand.

Meine Tagcschronik.

Aus München wird gemeldet: Der Dichter und Schrift­steller Professor Georg Scherer, der bis 1881 Professor an der Kunstschule in Stuttgart war und seitdem in München lebte, ist am 21. September gestorben.

In der österreichischen Station Mellbrunn der elektrischen Lokalbahn Salzburg-Berchtesgaden sind am Montag zwei Züge zusam menge st oben, wobei zwei Zugbeamte und eine Lln- zM Reisende leichte Verletzungen erlitten.

Griginal-Drahtmeldurigeti.

London, 22. Sept. Im Unterhaus richtete Sunt* m er bell (Arbeiterpartei) an den ParlamentSuuterselretär Seeth die Anfrage, ob er wisse, daß die dLgic ang von Transvaal einen kleinen Ausschuß ernannte, welche Westfalen besuchen soll, um festzustellen, ob unter den in den Kohlenbergwerken bcsck^tigten. A r b e 11 e r n sich Leute befinden, die für die T r a n s v a a l b e r g - werke sich eignen. Summerbcll fragte ferner an, ob gegen­wärtig md)t ut Transvaal Hunderte von tüchtigen Bergarbeitern ohne Stellung seien und wenn dem so sei, ob Seely bei der Transvaalregierung in dieser Ange­legenheit entsprechende Vorstellungen erheben werde. S e c 11) erwiderte, er habe keine Mitteilung von der Ernennung irgend einer tilommission für den genannten Zweck, er werde je-« doch die Sache untersuchen.

Melbourne, 22. Sept. Im Bundesparlament brachte ljeitte der Verteidigungsminister die Verteidigungs­vorlage ein, welche die Aufstellung eines Geschwaders, das im Stillen Ozean Dienst machen soll, Vorsicht. Dieses Geschwader wird aus einem Panzerkreuzer vom Indomitablctup bestehen, aus drei ungesckstitzten streuzern. G TorPedobootszerstörern und drei Unterseebooten unb eine Bedienung von 2300 Mann austveisen. Die Vorlage stellt weiter den Plan einer obligatorischen! Dienstpflicht auf, welche, wie der Minister sagt, eventuell 260000 gut ausgebildete Soldaten als eine kriegsbereite Streit' macht scljassen soll, während für die Reserve 115 000 Mann zur Verfügung sein sollen. Die veranschlagten .stuften für das ge­samte Militär- und Marineprogramm werden auf jährlich 2^s Millionen Pfund Sterling gcscluitzt.

Tausendfach bewährte Nahrung bei:

Brechdurchfall,

-Kindermehl Diarrhöe,

Krankenkoii Darmkatarrh, etc.

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entgegen. Aus 7" Kn^>^^"teriesaivn,^ I U'nengeivehi^;! uufiartilicrie rLM

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Hebung.

enter 87 81 hj^l abgespeist zu ul der Seltershö^ iiahlreiche Zulck»! : unteren militätr-r n,9 übten die po'k-l nnt allen seinen gflJ erließen unsere M ».« Jnfaiitenc-Ao-I trllerie-Bfigade, beet] das Jnsanterit4 l *; 6.40 u^r berStdiJ und das 1. MxJ n 87er; 8.25 Uhr i I tärzüge von Wchl<n»I Nr. 3 Mainz und <?| of. Sie verließen nb 8.43 Uhr. Zn L-I ab: 4.10 Uhr der I 88er; 6.25 Uhr der J on 88er.

anderen Vergünstig^! llen, dürsten noch Mir! it zu melden. Wik >: I on bei Gastspielen, i:: ;en ist, für die Slbonnr?

lassen. Zu diesem A ,tsblocks besondere Üi. >er Ennästigung berkch: ^sehen ein Gnfeinble<; nise Willig, dnS Ih- ringt, Gastspiele von j> d Emanuel Ww gemeuts sch!vcbcn r.:i ndneter Winn wrf» Ar. 11 für 38 Mi Herrn MH. Neuich i >ald wie nur irgend r; | errichtet werden. J ier obere SelterSiveg i ige) bis aus drei anzusehen. irlspreistchießei mich nachgetragen l<i, ießen den 5. >

Kroßhor-og schloß^ Werter iprach Schulrat Kleinschmidt über bcn Iubllar als Schulmann Lehrer Dörr von der Hennat des Jubilars, des schönen Lumdatales. Lehrer Eisfelder von Reis- kirckcu sprach über die Gemeinde und die außerdienstliche Tätigkeit dcs Jubilars in humorvoller Weise. Lehrer Zug ler toastete aus bic rlreisschutkommission, Lehrer Wolf von Bersrod ritt den Pegasus. Herr Luley von Gießen feierte Herrn Schweitzer im Namen der nationalliberalen Partei, als Partei- und Vaterlands freund. Frau Ferretty von Frankfurt gedachte der Lebens­gefährtin des Jubilars und brachte ein Host) auf sie aus. Während und nad) dem Esfen^konzertierte eine kleine Kapelle aus Frankfurt unter Leitung des Schweitzer jr. Am Abend wurde dem Jubilar uon dem Gesangverein, dessen Ehrenmitglied er ist, vom Krieger verein, sowie der ganzen Gemeinde ein schöner Fackelzug gebracht. Dec Gesangverein sang unter Leitung des Lehrers Zügler das trieb:Gott grüße dich!" Hierauf hielt der Vorsitzende der beiden Vereine eine kurze Auspraä)e an den Jubilar und seine Gattin, -jizidjbem Herr Schweitzer seinen Dank ausgesprochen und der Perem noch ein Lied gelungen hatte, wurde die Feier in den beiden Wirtschaften bei einem kleinen Tänzchen gesäflossen.

-- Nidda, 21. Sept. Nur noch wenige Tage trennen uns ron unserer Bezirks-Ackerbau- und O b st a u s st e l l » n g. Zahlreich sind schon die Anmeldungen dazu eingelaufen. Die verschiedenen Ausschüsse treffen die notwendigen Vorbereitungen, Damit die Ausstellung wohlgelungen und interessant wird. So ist die schönste Aussicht vorhanden, daß jeder Besucher die Ans­tellung befriedigt verlassen wird. Der Landwirtschaftskammer^ .'lusschuß und Oberhessische Obstbauverein werden unterstützt durch eine örtliche Äusstellungsleitung, an deren Spitze Kreisrat Böcl- nann in Büdingen steht. Der Samstag-Vormittag ist für die Zreisverteilung Vorbehalten. Nach einem gemeinsamen Mittag- !,'sen findet die Eröffnung der Ausstellung in Krafts Saalbau tatt. Darnach ist die Ausstellung am Samstag und Sonntag ür jedermann zugänglich. Ein Saatgutmarkt ist mit der Aus­teilung verbunden, auf dem Proben von Saatgut aus den Saat­mustellen der Landwirtschaftskammer ausgestellt sind. Sonntag rachmittag findet ein Vortrag des Privatdozenten Dr. Slecberger ms Gießen statt. Für den Obstbauzüchter wird die Ausstellung besonders belehrend sein. Weiter sind Verkaufsmuster für die um den Obstzüchtem als lieferbar bezeichneten Mengen ausgestellt.. Die Damen wird die Ausstellung der Obst- und Gemüse-Kow- crven besonders freuen.

, Bad Nauheim, 21. Sept. Der 30000. Kur­gast wurde gestern angemeldet. ES ist Frau Ingenieur Martha Pohl auS Hamburg. Im vergangenen Jahre tonnte erst am 23. Oktober der 30 000. Kurgast registriert werden. Die Frequenz weist bis gestern ein Mehr von 962 Personen auf.

w. Fran kfurt a. M., 21. Sept. Die Stahtber» »rdnetenversammlung stimmte heute dem Vor^ ßchlage des Magistrats zu, die Talon ft euer auf die Stabt =u übernehmen, beschloß aber zugleiü), sich mit den anberen Städten in Verbindung zu setzeir, um durch gemeinsmne Schritte dal)in zu wirken, das; durch Abänderung des Ge- Ketzes die Städte von der Talonsteuer befreit würden. Der LenkballonClouth" unternahm heute nachmittag Line Fahrt nad) Kronberg, um sich um den von der Stadt Kronberg ausgesetzten Preis zu bewerben. Nach halb- siündiger glatter F<rhrt landete der Ballon im Pari von vronberg vor dem Sckfloß. Nach dem Wiederaufstieg kehrte der Ballon nad) halbstündiger Fahrt nadi Frankfurt zurück, ido er auf dem Flugplatz landete. Der preuß. Minister der öffentlichen Arbeiten b. Breitenbach und Handelsminister Lydow besuck)ten heute in Begleitung des Unterstaatssckre- Lira vom Eisendal-n-Ministerium, des Regierungspräsi­denten Schereitberg und des Eisenbahnpräsidenlen Reulaux die Ausstellung.

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