Ausgabe 
17.2.1909 Zweites Blatt
 
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Nr. 40

Zweites Blatt

1 FS. Jahrgang

Erscheint täglich mit Ausnahme deS Sonntags,

DieSiebener ZamilienblStter" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das Krelsblalt für den Kreis Eiehen" zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen 8eit- fragen" erscheinen monatlich zweimal.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schrck* strahe 7. Expedition und Verlag: e^5L RedakLiome^KUS. Tel.-Adr.: AnzeigerG: eben.

Mittwoch 17. Februar 1909

s Rotationsdruck und Verlag der BrÜHNch«

i Ml UniversitätS - Buch- und Steindruckerci.

| W R. Lange, Gießen.

Die Erhöhung der Lernfprechgebühren.

Ms es vor einiger Zeit bekannt wurde, daß die Regierung .eine Erhöhung der Fernsprechgebühren plane, erhob sich ein atV gemeiner Sturm der Entrüstung. Man wies der Regierung haar­scharf nach, daß eine berarrige Erhöhung der Fernspreahgebühren keine Erhöhung der Reichseinnahnren bedeute und daß sie in feder Hinsicht einen Rückschritt darstelte. Aber alle derartige Proteste sind vergeblich gewesen. Die Regierullg beharrte bei ihrem Plane Bisher hat noch jede Verteuerung des Verkehrs einen Rückschlag gebracht, start der erhofften Mehreinnahme;- cS fei nur daran erinnert, daß die Erhöhung des Ortspvrws ganz beträchtliche Mindereinnahme herbeigeführt hat, weil inan so viel -wie möglich den brieflichen Verkehr zu vermeiden suchte unb süh statt dessen des bedeutend schneller arbeitenden Fernsprechers be- ibiente. Dafür soll man nun anscheinend bestraft werden, in dem man für jedes Gespräch eine Gebühr entrichten soll. Die bis sherige Pauschale ist der Pchtvenvchtung schon seit Imtgem ein "Storni wm Auge, da man behauptet, daß der Fernsprecher über .Gebühr benutzt wurde und daß die dafür bezahlte Summe in '.keinem Verhältnisse zur Leistung der Pvstverwaltüng steht. Nun 'aber sollte gerade eine Verwaltung wie diejenige der Post in der iHauptsache von kaufmännischen Prinzwien geleitet sein, und da :ift es denn eine bekannte Tatsache, daß gerade billige Preise jstets erhöhte Einnahmen und damit auch Gewinn herbeiführen. -Welche Wirkung billige Fernsprechgebühren haben, sieht man beispielsweise in -Schweden, wo die dortigen Gesellschaften trotz sdes enorm billigen Gesprächspreises glänzende Geschäfte machen, während aus der anderen Seite in Oesterreich-Ungarn, wo die Telephonkosten noch weit höher sind, als bei uns, die Ausdehnung des Fernspreckmetzes nur sehr langsam vor sich geht. All diese Erwägungen I/ätten im Reichs Postamt nicht vorüb ergehen dürfen, zumal aus den Kreisen des Handels und der Industrie Petition auf Petition einlief, und den Regieruugsvorschlag als verkehrs­hinderlich zurückwies. Es ist aber alles vergeblich gewesen, das -einzige Zugeständnis, das man nach Abhaltung einer Enauete- 'Immission seitens der Regierung machte, war die Herabsetzung des Gespvächpreises von. 5 auf -1 Pfg., während alles übrige ab- -gelehnt und vor allem die Beseitigung der Pauschalsumme bei­behalten nmcbc.

An und für sich liegt ja zweifellos der Gesprächsgebühr 'eine gewisse Berechtigung zugrunde, anderseits aber sollte man Hann von der Erhebung einer besonderen Grundgebühr, die 50 bis 90 Mk., je nach Ausdehnung des Telephonnetzes beträgt, Abstand nehmen, da sie durch nichts gerechtfertigt wäre, und die lAnlagekosten eben durch die Gesprächszahlung amortisiert werden müßten. Ein direktes Unrecht ivire überdies, Die steigende Skala der Grundgebühr gemäß der Ausdehnung des Telephonnetzes, denn .gerade in einem dichtmaschigen Netze sind die Anlagekosten für 'die Postverivaltiing bedeutend geringer, ais wenn cs beispiels­weise gilt, eine Ferpsprechlptung nach dem platten Lande zu legen.

Lallte oer Regierung^.nuvurf etwa in seiner jetzigen Fassung Gesetz werden, io würde die Postverwaltung sehr bald inerten, daß sie sich mit ihrer Verteuerung kräftig ins eigene Fleisch -geschnitten hat, während andererseits der Unwille in der Bc- jDÖlferung gegen den Fiskalismus sich noch weiter verschärfen würde, obwohl man schon letzt ohnehin nicht sonderlich erbaut !ist. Es muß dringend gewünscht werden, daß ein derartiger Ent­wurf nicht die Billigung der Mehrheit des Reichstages findet, und daß man sich dort von gesünderen Gesichtspunkten leiten läßt, <rls es bei den Herren am grünen Tische der Fall ist.

ALeene- Feuilleton.

lieber das D a r ui st ä Mer Ku n st leb e n lesen wir -ün derKöln. Stg.": Die roijohrige Tarmstäbter Ausstellung hat neben dem erfreulichen finanziellen Erfolg für Hessen die viel Wichtigem Wirkung hervorgebracht, daß denen, die wenig Ge- ilegenheit zum Besuch-.' der großen deutschen und ausländischen ^Kunstausstellungen haben, die Augen geöffnet wurden, was heute lauf dem Gebiete der freien und angewandten Kirnst geleistet ward. 'Unb in der weitgehenden Anerkennung des in Darmstadt Ge­leisteten gewannen die zielbewußten Bestrebungen der vom Groß- jherzog bentfenen Künstler mehr und mehr Verständnis und Wür- Idigung in allen Volksschichten. Waren auch manche Befürchtungen, e5 möchte mit Olbrichs Tode der Warne Darmstadt an Zugkraft verlieren, nicht ohne Begründung, so trafen doch die trüben Vor­aussagungen nicht ein. Die noch bei Lebzeiten Olbrichs vom IGwßherzog veranlaßte. Berufung Albin Müllers, des Haupt- laixfyiteftcn der Darmstädter Ausstellung, bürgt für eine unver- iemberte Weiterentwicklung der Darmstädter Knnstbestrebungcn, da fPwfessor Müller in der persönlichen Eigenart, Der Selöständig- Teit und Vielseitigleit seines Schassens vieles mit Olbrichs Groß- Izügigkeu gemein hat. Neben der Bauknust pflegt Müller wie Nllrrich mit Erfolg das Gebiet des Knnstgewerbes, in dessen Dienst er bereits als Schüler der Mainzer Knustgewerbeschule funl> nachmals als Lehrer an der Magdeburger Kunstgewerbe­schule jahrelang stand. Allerdings ist Darmstadt leider noch lange 'nickst die Kunststadt, die durch Kaufkraft und zahlreiche Aus trage ihrer Bewohner den Künstlern die Sicherheit einer ausreichenden ^EMenzmöglichkeit bieten könnte, und wer nickst von der stillen hessischen Residenz aus die Fäden seiner Beziehungen weit hin ous zu spinnen weiß, bleibt von Enttäuschungen nicht verschont. 'So verläßt jetzt leider der künstlerisch hochstehende und durch ipersöulicke Liebenswürdigkeit und vielleicht zu große Bescheiden­heit ausgezeichnete Maler Fritz Hegenbart wieder die hessische Residenz, um nad München zurückznkchren. Einen erfreulichen ^Aufschwung Hal die vom Großherzog gegründete Edelglas-Manu^ faktur int Laufe der letzten Fahre genommen, deren Erzeugnisse , an künstlerischem Wert die bctannten Tiffaich-Gl'iser entschieden Überholt haben. Die Manufaktur ist vor kurzem ganz in die geschäftliche Leitung und den Besitz ihres bisherigen Direttors Joseph Emil Schnepkendorf übergegangen, sie hat jedoch durch das Eittgegenlommen des Großherzogs ihre Arrcstsräume im Residenzschlost behalten. Auch in Schneckendors, der früher: München tätig war, hat Darmstadt einen seinsiniugeu el>i;. Erhalten, der neben seiner fast ausickuieistici der Edstgl.'.-« igewidmeren Tätigtest sich aus dem Gebiet der Kreinpiastst : zeichnet. An den großhcrzogiick-en Lehratclicrs wirken neben ' -Müller die Professoren Ernst Riegel für nie Edelmetast > R, Friedrich Klaukens für die graphischen Kunst.', Buchschmuck ujw., und der Bildhauer Heinrich Jobst, deren Arbeiten mit zu den besten Leistungen der iDarmstäoter Ausstellung gehörten, deren

Stimmungsbild aus dem preutz. AbgeordneLerchaus.

Berlin, 16. I-ebr.

Reichlich spät hat sich die preußische Regierung entschlossen, an eine Revision der int Interesse unserer Bergarbeiter erlass. !ien und längst nicht mehr genügenden Sicherheits Vorschrift t c n f ü r' d e n B e r g b a u heranzutreten. Tas war der Eindruck, den jeder Unbefangene aus denr Geleitwort gewann, mit dem Herr Delbrück am Dienstag die Berggesetznovelle im Ab- gcvrdnetenhause ein brachte. Der imheliegende Gedanke, daß die moderne Arbeitsteilung auch eine Teilung der Verant­wortlichkeit für die Innehaltung der Arbeiterschutzvvrschriften be­dingt, ist der Regierung erst sehr spät aufgegangen. Oder hat sie ihn, wie auf anderen Arbeitsgebieten, so auch auf dem Gebiet des Bergbaues sckst-n längst gehabt, und ist sie nun durch den Widerstand der Bergherren, dieser vielfach mit Junkerallüren begabten Industriellen tnt seiner Verwirklichung gelindert uwrden? Im einen wie im anderen Falle ist ihre Haltung nickst vorwurfs- srci. Jndeß die Bcrgnovclle verriet das redliche Bestreben, alte Unterlassungssünden wieder gut zu machen, und das hohe Haus erkannte dies Bestreben bereitwillig an. Es konnte das unv- somehr, als die Vorlage allen bürgerlichen Parteien als ein recht beträchtlicher Iortschritt erscheinen mußte: Bringt sie doch in den Grundzügen wenigstens das Recht der Arbeiter, über ihre Sicherheit zu wachen, zur Geltung. Dr. Friedberg von den Nationalliberalen und Dr. C rüg er von dar Volktzvartei waren es, die vor den Rednern der anderen bürgerlichen Parteien, die Vorzüge der Vorlage ins rechte Licht setzten. Sie hätten nicht liberale Vöänner und wahrhafte Freunde der Arbeiter sein müssen, wenn ihnen die Vorlage völlig Genüge getan hätte. Namentlich Dr. Erüger wies auf mancherlei UnvollkommenlMten der Vorlage hin, die sich mit leichter Mühe beseitigen lassen ein Geschäft, dazu sich die Kommission hoffentlich gewachsen zeigen wird. Wie er, erwartet auch Herr Dr. Friedberg von der KmnMissiousberatting eine erhebliche Verbesserung des Entwurfes. In einzelnen Punk­ten gingen die Wege der beiden liberalen 9tedner freilich aus­einander : Dr. Crüger hielt an der Forderung der veichsgesetzlichen Regelung der Berggcsetzgebnng fest, Dr. Friedberger fand sich mit der landesgesetzlich, u Regelung ab. Das aber sind bei Licht betrachtet, nur theoretische Meinungsverschiedenheiten: Die Haupt­sache bleibt, daß einstweilen auf l a ndesge se tzl i chem Wege eine B e r g po l i z e i o r ö n u n g zustande kommt, bei der die preußischen Bergarbeiter ihpe Rechnung finden. Dann wird auch die gebotene Fürsorge für Die nichtpreußischen Bergarbeiter ob sie nun durch Landesgesetz oder durch Reichsgesetz erfolgt nicht mehr lange mir sich warten lassen. Daß die Sozialdemo­kraten dieses Gesetz, wie jedes, das dem Wohl der Arbeiter dient, also den Agitationsstoff dec Genossen verringert, mit schlechten Gründen und desto größeren Pathos bekämpften, bedarf kaum noch der Erwähnung. . Aber Herr Leinert, drr für die soi-disant Arbeiterpartei sprach, wurde von den beiden liberalen Rednern unsanft nach Hause geschickt, und mit dem Stimmenfang, den er auch tm Lager dep nichtsvzialdemokratifchen Bergarbeiter zu be­treiben gedachte, dürste es recht windig aussehen. Man kam selbstverständlich nicht zu Ende: Am Mittwoch geht die Debatte weiter.

Der städtische Verwattungsbericht für ,907.

IV.

Lieber das Unterrichts- und Schulwesen in Der Stadt Gießen wird u. a. berichtet. Die Uniuetfitat halte im Sommer 1907 1266 und im Winter 1907/08 1303 Besucher. Ter Lehrkörper bestaub aus 62 ordentlichen, 20 außerordentlichen und 2 ordentlichen Honorarprofessoren, außerdem 19 Prwatdozenten, 3 Lektoren, 30 Assistenten, 21 Assistenzärzten, 8 Volonlärärzten,

Einfluß sich mehr und mehr in Hessen ausbreitet und geltend macht, nicht nur zur Veredelung des Geschmackes und zur För­derung von Kunst und Industrie, sondern vornehinlfch auch zur Bildung der Heranwachsenden kunsttätigen Jugend. Tie Lehr­ateliers sind als Meisherateliers eine wertvolle Krönung des gewerblichen Unlerrichtswesens in Hessen, sie dienen den auf Kunftgewerbe- und Fachschulen vorgebildeten jungen Leuten als Stätten Der weitern Vollendung unter unmittelbarer Leitung des Meisters in feiner Werkstatt. Auch die Grvßherzogliche Kera­mische Manufaktur unter Professor Scharvogels Leitting hat durch die künstlerische Müwirtting l-crvorragenöer Bildhauer wachsende Erfolge zu verzeichnen und bildet ein nnchtiges Glied in der Kette der einzelnen Gruppen, die sich um die Namen der erwähnten Künstler gesck)ärt haben. Nnr eines fehlt iwch in Darmstadt, das harmonische Künstlerleben der einzelnen Meister untereinander, es ist zn viel Zersplitterung, es fehlt die Stätte eines Kunst­mäzens oder ein ähnlicher Brennpunkt, wo sich außerhalb der Atelierarbeit die Kollegen zu gegenseitiger befruchtender Aus­sprache, zu erholender Anregung ab uno zu treffen können. So lauge dieser Wunsch seiner Erfüllung harrt, wird Darmstadt nicht das sein, was man eine Kunststadt in des Wortes schönster Bedeutung nennt, <vv die Künstler, eine eigene Gemeinde mit den Freunden und Liebhabern der schönen Künste bildend, ans diesem Verkehr Erlfvlung vokl oer "i'lrbeit sindcn und Lust und Anregung zu neuen Plänen schöpfen, denn es ist nicht allein damit getan, Künstler zu berufen, ihnen Aufträge zu sichern, man muß ihnen auch den Aufenthalt in ihrem Wirkungskreis so angenehm wie möglich machen, ihnen die Herzen und Häuser offnen, und darin würde für die Bürgerfckmft Darmstadts, für die Geist- und Geld­aristokratie das Arbeitsgebiet bestehen, in dessen Pflege sie von ihrem Teil ans das schöne, vom Landesfürsten begonnene Werk fortsetzen und Dauernd festigen könnten.

Wie d er b egründung d e rF r e i e n Studenten schäft" in Berlin. Im Auditorium mapmum der Uni­versität tagte vorgestern eine akademische Versammlung, in der die Wiederbegründung derFreien Studentenschaft" beschlossen wurde. Die Versavimlung war überaus stark besucht. Zunächst hielt Dr. Zöllner ein Reserat überDas Wesen der Freien? Sttwentenschast". Dann erstattete Stnd. Eick er b-it Bericht der Vertrauenskommission über die mit dem Rektor der Universität geführten Verhandlungen zur Wiedergenehnngung derFreien Studentenschaft". Der Redner gab bekannt, baß sich Professor Kaul den Besttebungen dec freien Studentenschaft gegmübei wow- wellend gezeigt habe. Zur B dingung winde jedoch gtma.-in, daß sich dieFreie Studentenschafi" äußerlich ixm Paragrapbm 39 i.. Vorschriften für Studierende angliedern und oog \-.vw<;«. vViv?. Liste der für düse Organisation tätigen Börslaiio-niiiglieder < ;i;i "Rektor cmgereicht wer5 'n «küss '. In der Debatte, in der auu> Professor Dr. H a r m s düj Wort ergriff und irarnt für die Bestrebungen der freien Sludentensckurit eintrat,r.. _...:i sich die meisten Redner eben saus für die Wieverbegründiing auvL Es machte sich aber Mch eine geringe Opposition geltend.

.i, mnam} 1 Repetent und 8 sonstige Lehrer, lieber die 300-Jahricier der LandeSnniversitäl, die in das Berichisjahr fiel, enthält der Berichr eine größere Beschreibung.

Das Gymnasium hatte 284 Schüler in 9 Klassen; es unter-' richteten an ihm außer Dem Direktor 13 Lehrer unD 5 HtUslehcer. Tie 96 Schüler der Vorschule wurden von 3 Lehrern semmaristifchcr> Bildung unterrichtet. "Auch bas Gymnasium feierte tm Bc- nchtsfahr sein 300jähriges Jubilaiim und es erhielt bei dieser Ge­legenheit den Via menLandgraf Ludwigs-Gymnasium".

Tas Realgymnasium Halle 269 Schüler, die Ober-Realschule 540 und die beiden Anstalten gememsanie Vorschltle 157. Es. unterrichteten an ihnen Der Direktor, 37 Mehrer uuö 3 Hilfslehrer. Tie SchlUgeldeinnahme betrug 86 783,90 Pik., der Kosieiianteil Dcc Stadt 49 875,85 '.Ak.

Tie höhere Pkäbcheuschiilc war von 415 Schülerinnen besucht, die erweiterte Akädchenschitle von 324. Tas Lehrerkollegium be­staub aiis Dem Direktor, 12 Lehrern, 10 Lehrerinnen, 3 Hand­arbeitslehrerinnen und 3 Hilfslehrern. Tie 85 259,30 Mk. Aus­gaben^ wurden durch 43 193,82 Mk. Schiilgeld und im übrigen aus Der Stadlkasse gedeckt. TaS neue Schlilgebäude, das in dem Berichtsjahr sertiggesteltt iviirde, ist in Dem Verwallungtzbericht eiiigehenD und unter Reinigung mehrerer Ansichten beschrieben.

Tie Stadlkuabenschule zählte 24 Klassen, Die von 1172 Schülern, besucht waren. Entlassen wurden nach achtsährtgem Schulbesucl) 123 Knaben, von Denen 87 Proz. Das Ziel her Volksschule er­reichten. Tie Zahl der Lehrkräfte betrug 24. Für 20 Stotterer und 12 Stammler wurde ein besonderer Hetlkursus eingerichtet, der 138 Mk, erforderte. 22 Schüler wurden völlig geheilt und öic1. übrigen konnten a(5 gebessert entlassen werden. Der Knabenhorr ivurDe von 7 Lehrern geleitet und von durchschnittlich 118 Knaben besucht. Bon öcr Stadt wurden Dafür 2032,50 Alk. aufgetoenbet^ Im Winter 1907/08 wurde an 260 bedürftige Knaben warmes' Frühstück abgegeben. Tie 1289,27 Mk. betragenben Unkosten dieser Einrichtung konnten aus dafür bestimmten Stiüuiigszinsen, einem Zuschuß der Bezirkssparkasse Gießen und den von dem Mronbauer- jchen Quartettvcreln gelieferten Mitteln gedeckt werben. DaS- Schülcrlahndad wurde von 572 Knaben aus den 5 oberen Klassen benutzt, das Brausebad im Wrnler von 732 Schülern. Am Hatld- fertigkeilsunterricht beteiligten sich 64 Schüler (32 Papp- und 32 KerbschnitzarbeitenL darunter 59 Bolksschüler. Die Kosten beliefen sich auf 1151,82 Akt.

Die Fortbildungsschule, die in 4 Beruisgrupven rmd 14 Klassen eingeteilt ist, wurde von 401 Knaben besucht. Sie ver­ursachte einen Sioftennuimanb von 3473,52 Akk.

Die Stabtmäbcheuschule hatte in 25 Klassen 1272 Schülerinnen,s die von 14 Lehrern und 10 Lehrerinnen unterrichtet wurden^ 148 Kmder ivurden nach erfüllter Schulpflicht entlassen;, von ihnenj hatten 84 Proz. das Ziel ber Volksschule erreicht. Die Bilssklasse? für Kinder, die infolge geistiger Schwäche an dem vollen Unterricht, nicht mit Erfolg teilnelnnen tonnen, war von 41 Kindern (16 Knaben, und 25 Mäbchen) besucht. j

Der Handarbeitsunterricht wird von 7 Lehrerinnen erteilt; in der, 1. Klasse wird außerdem hauswirtschastlicher Unrerricht erteilrtt Auch Die Mädchen des letzten Schnljahres, die nicht in Der ersteick Klasse sind, erhalten nunmehr in zwei Abteilungen hausioirtschast- lichcn Uriterricht. Warmes Frühstück, denen Kosten wie bei dew Knaben gedeckt werden, erhielten 275 Akadcheu. Der Akabchcnhori,! Der zwei 2ehrermnen untersteht, war von 48 Aladchen besucht. Diei Blumenpflege diirch Schulkinder wurde fortgesetzt, 240 Madchenj ivurben tnt Berichlsfahre Blumen in Pflege gegeben. Die Ge-, ivahrung freier Lehrmittel an Schuikinder, deren Ettern mit loeniger' als 900 Akk. Einkommen zur Steuer veranlagt sind, erfordert^ 3600,49 Alk. Ausgaben. 487 Knaben und 506 Mädchen waren' dabei beteiligt.

Ter Zuschuß der Stadtkasse zu den gejammten Kosten der! Volksschule (ohne Fortbildungsschule, Knaben- mib Akabchenhorr/ Stotterer-Unterricht, Hartshaitutigsschulc, HandiertigkeitSunierrtchd und freie Lehrmittel, betrug 192 490,41 (1906: 147 148,48) Akk. ohne die Verzinsung imb Abschreibung ber Laukapitalien.

TeEeföBi5sc^s irlursber-dciste I des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Hande) und Industrie, Giessen.

FrunkSnrter Börse 3ä% Beichsanleihe . . 96.60 3% do. . . 87.25 3>4% Konsols .... 96.60 u% do 87.25 014% Hessen 96.20 44% Überliessen . . .. 4>0 üesterr Goldrente. . 9850 41/1$o Üesterr. Silberrente 98.75 4% Ungar Goldrente . . 94.65 4-a Italien. Rente . . .. 3 Jo Portugiesen Serie I 58.45 82» Portugiesen 111 60.00 4 Ja % russ.Staatsanl. 1905 98.60 4)4% j&pan. Staatsanleihe 95.60 4 % Couv. Türk en von 1903 94.10 Ttirkenlose 147.30 4% Griech. Monopol-Anl. . 50.20 4% äussere Argentinier . 88.60 3% Mexikaner . . . 65.50 4>5% Chinesen .... 98.90

Aktien:

Bochum Guss 223.00 Buderus E. W 112.40

Tendenz: abgeschwächt.

lierBiuer Börse, 17

Cauada E. B 173.60 Darmstädter Bank . . . 130.80 Deutsche Bank .... 245.70 Dortmunder-Union C. . . Dresdner Bank . . . 152.10

Tendenz: schwächer.

, 17. Februar, 1.15 Uhr.

I Elektbz. Lahmeyer . . . 119. k» Uektriz» Schuckerc . . . 120.80 Eschweiler Bergwerk . . 187.00 Gelsenkirchen Bergwerk . 188,20 Hamburg-Am,erik. takel!. 113.00 llarpener Bergwerk. . 190.90

Lanralditte 202.50 iSordd. Lloyd .... 93.00 Übei sch les. Eisen-IuGistrie 97.25 Berliner llandelsges, . . 173.50* Darmstädter Ban x . . . 131.20s Deutsche Darf 245.90", Deutseh-Asiat. Bank . . 136.00s Diskonto-Kommandit. . . 188.75^ Dresdner Bank .... 152.10) Kreditaktien 199.60' Baltimore- und Ohio- {

Eisenbahn 113.20i

Gotthard bahn.f Lombard. Eisenbahn . . 17.80 üesterr. Staatsbahn . . . 144 80 Lrince-h'enri-Eiseubahu . 120.30)

. Febrnar. Anfangskurse.

Harpener Bergwerk. . , 191.L> Lanrahiltte 201.50 Lombarden E. B. . . . 17.80 Nordd. Lloyd. Türkenlose 147,001

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