ISS. Jahrgang
Erstes Blatt
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monatlich 6ö Pf.; durch die Post Mk. 2.—viertel- jährl. ausschl. Beslellg. Zeilenpreis: lokallsPf^ auswärts 20 Pfennig. Chefredakteur: A Goetz. Verantwortlich für den
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sein, wie ,m Freien, der dampf ihen ihn Wasser in lucbsfühig. t gering,
Nr. 24.y 6 2er Siehener Z/;ttger erscheint täglich, außer -LonntagS. - Beilagen: , iermal wöchentlich LietzenerZamilienblätter, jroeimal wochenkl.ltteis- olatt färben Kreis ®u6ea «Tienstag und Freitag); iweimal monatl. £anb-- otrlschaftlicheZeitstagev ^emfpred) - Anschlüffe: !ür die Redaktion 113, Verlag u. Expedition 51 Kdreffe für Depeschen: «uzetger Gieße».
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iBeziehnngei altnr.
'n» willkommen.
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noch für das sachliche Bedürfnis eriennen. Temg.inäß hat sich beim auch die Fakultät gegen Errichtung des 3mtunt5 ausgesprochen. To manches an dieser Aktron meiner (-egner fordert heraus teils zu ernsten, teils zu ironischen Betrachtungen. Einstweilen möge folgendes genügen: Meine Gegner sollen die Freiheit der Misfenschaft gegen autzere Machte verteidigen. Wie bie Erfahrung gelehrt hat, ifr das heutt zutagc nicht schnnerig. Tie Freiheit der Wlfsenfchafi wird überhaupt schwerlich noch jemals von außen bedroht werden, wohl aber von innen: durch uiiduldsame Ueverspannung der Hcrrsck-aft einer einzelnen Richtung." . ,
KZ wäre doch interessant, wenn von einem dieser Gegner der Gegensatz dieser wissenscho.tlichen Methoden etwas näher dargelegt würde!
und wenn sie wohl auch jetzt noch bei ihrer Meinung bleiben, daß der Junge nicht sonderlich begabt war, so geben-sie doch ohne weiteres zu, daß er inzwischen fürs Geschäft viel zugelernt hat.
— Der Schwachkopf Victor Hugo. Eine amu- fante kleine Anekdote von Victor Hugo wird in einer frajt- zösischen Zeitschrift erzählt. Es war in einer Abenogesell-
chast im Hause eines angesehenen Republikaners; mit einer Reihe von Kollegen aus dem Senat war auch Victor Hugo erschienen. Die Stunde, da man sich sonst gewöhnlich zu Disch zu begeben pflegte, war längst verstrichen und noch immer erschien nicht der Diener in der Flügeltür, um andächtig das heißersehnte „Es ist serviert" zu sprechen. Ein Intimus des Hauses, Vizipräsioent des Senats, nähert sich der anscheinend ein wenig nervösen Hausherrin und scherzt lachend: „Habe ich mich geirrt? Ich dachte, wir waren zu Tisch gebeten." Die Dame des Hauses klagt ihm flüsternd ihr Leid: „Pst, es ist etwas dazwischen gekommen Wir waren 14 zu Tisch, aber nun hat im letzten Moment Herr X- abgesagt. Ich habe jetzt nach einem vierzehnten aeschickt, denn sehen Sie, unter den Gästen ist jemand, der sich nie als Dreizehnter zu Tisch setzen würde.. " Einige Minuten später steht der Vizepräsident plaudernd bei Victor Hugo, mit dem ihn eine alte Freundschaft verbindet. „Wissen Sie " sagt er kopfschüttelnd zu dem .Dichter, „warum mir nicht zu Tische gehen? Weil irgend ein Schwachkops unter uns ist, der Angst hat, sich zu Tisch zu setzen, wenn nur dreizehn da sind." Victor Hugo richtete sich hoch aus; er mißt den Sprecher mit strengem Blicke und Dann sagt er in fast feierlichem Tone: „Dieser Schwachtopf, das bin ld)" — Kleine Kunstchronik. Rudolf Herzogs Schauspiel ,Der letzte Kaiser" kam gestern im Kölner Schauspielhaus, inszeniert von Direktor Martersteig, zur Uraufführung. Das Spiel hatte einen starten, äußeren Erfolg. Schon nach dem zweiten Akte mußte der Dichter wiederholt vor den Rampen erscheinen? — Der Vorsitzende der tönigl. Akademie der Künste Professor Artur Kampf, ist zum Generalkommissar der deutschen Abteilung auf der internationalen Kunstausstellung in Rom (1911; bestellt worden. — Am Montag hat in der Posener Ara- oemie der erste ärztliche Fortbildungskurs begonnen, an dem Aerzte aus allen Teilen des Reiches teilnahmen. Zu Dozenien für den Kursus sind unter anderen oie Geheimräte Waldeyer, Wassermann, Passow, Moeli aus Berlin, sowie Geheimrat Neiffer aus Breslau.
Metlwde. , _ , .
Von einem dieser Vereinigung nahestehenden Manne, der in den sozialen Kämpfen der Gegenwart eine vermittelnde Stellung einnmtmi, wurde mir im vorigen ahrc die Frage vorgelegt, ob ich geneigt sei, eine Berufung an die UniversitätLeiPzig anzunehmm, wenn sie erfolgen sollte. Ich erklärte Mich ba3". tto'? ernster Bedenken bereit, aber nur unter bestimmten Voraussetzungen; nisveionüerc dürfte die Berufung nicht derart erfolgen, daß ich als Eindringling und als Schützling von Interventen hmgeitetitwerden tonne; ferner müsse die Vereinigung für exakte Wirtfchastsiorschung die zur Errichtung des Instituts erforderlichen Geidmu.el der Regierung überweisen, um die volle Unabhängigreit meiner wissen- sckiaftlichen Arbeit auch äußerlich zu bekunden. Die Professur Ulte natürlich nicht aus Ptivcumitteln, sondern von der sächsischen Regierung errichtet werden. Dagegen sollte die Bereinigung das Institut dotieren, wie das auch anderweitig, z. B. bei der Göttinger Vereinigung für angewandte Phyfit und Mathematik aefchieht. Als mir bann mitgeteilt wurde, das wchs ische Kultusministerium werde die Sache der H-alullät vorlegen, wendete ich mich an meine Leipziger yaa> fo_Ilegen mit d^r Anfrage, ob sie geneigt seien, durch ihre Zustimmung mir die Möglichkeit zu geben, meine wissenfchafttichen Methoden weiter zu entwickeln. Aber die Antworten der, H-achgenvssen ließen weder Verständnis für meine Anichauungsweife
Sa H., Aolv.
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Line Vorlesung Gerhart Hauptmanns.
Berlin, 18. Okt.
Neber dem wirren Gewimmel der Aienschenköpse tauch sein kXMpl cmp°r. madUig an» IqtcbtenB, mit der y°hcn stlrn lind dem rundgeschnittenen vollen Haar von der tfarlx. des stumpfen Echl^Seino vottc weiche Stimme, die zwar nur über einen Ton gebietet, aber diesen einen rem und klar ausklingen laßt, vnbirat in iljrem heiteren Leuchten nichts von der wohUantenden Wortpracht, die er vor uns ausbreitet ^italtcnb, formenb, belebend und erregend gesellen sich die Hände ziun ^ort. dbu unerschöpflich reiche Sprach dieser Teuren kraftvollen Vand^gckt ^aanzen Vortrag die zarte Mcodulierung, die anschulich emit SÄ" ta S (Sebätben torat uti
gestaltet die Phantasie des Künstlers noch einmal, ine am- bei Dichtung emporsteigenden Bilder unb Visionen. „ ..,
Mit dem 1898 eMstaiidenen, zuerst m der Reum Rundschau veröfseiitlichM Hirtengedicht" begann Gerhart^Hauptmann jeme S&or leimig Wie sonst nirgends in deutschr ^u,ichung__ I-öchst^s an^rders und deS.lustgen Go^es Wägetet Zchärmen darf man denlen — üt hier die demuttg^heiße Sinnen- freude alttestamentarischr Hirtendick-ttuig ut der oonne Homers ^^Wrr wußten bisher von der griechsä)en Reise, die in des Dichters Entwickelung vielleicht einen Mackstem behüten wird, rote Goethes italienisch, nur durch die poetisch^childerung seiner dellaSfahrt. Die Vorlesung am ^mlag ab^tb ervsfntte uns zum erstenmal die Aussich auf noch bul.toitlichere, reuere künstt lerisch Früche, als sie das schöne ^oiaroerf ^bergeboten. Cm neuer Sinn, eüie neue Form ist in Hauptmaims sichten erstanden, eine Neubeseelung, eine Verinnerlichung antiker —dm Gocchv klassizistisch en Stil in einer sclbstäubigen Steigerung roeitermyrt.
Unter den ungedrucktcn Stücken befand sich auch eine L-zene aus dem Drama „Die Wiedertäufef, das den Tick-ttr, den mir heut besitzen, tief versenkt zeigt ur seeü. imd Vergangenheü seines Volles. BNwinQi bmlenenden Worten sagte der Dichter, baß er diese munsterifchen Marlhier, m den«i nur eine, bas ganze Volk aufwühlende leligiLse Epidemie den sanattschstcn Ausdruck getvonnen, von dem Makel befreien wolle, den ihnen die Geschichte aufdrückt.
Lius dieser poettschen, glutdurchzuckten Nacht- und Nebelnwlt führte uns ein Hymnus mit dem Hellasioanderer ins südlich Land. In dem herrlichn Dithyrambus „Weihe schwingt er sich über die dumpf rauschenden Fittiche des großen tt>ottenbogels empor zum Himmel, des Prometheus geweihte tzeuerorandc als blanke Waffe in den Händen. Zu den Olympieiu entrückt, als Gott begrabet fühlt sich bei Dichter. Unb bie.e gütlich Ruhe und Heiterkeit leiht ihm Kraft zum großen reinen X~c-i.
wir utzch 'aer einen großen Szene schließen dürfen, miro vaupt- mnnns „Tel emach seine schönste Dichtung werden, ein au- antikem Geist geborenes Meisterwerk deutscher Form. Cr ya:
Herzog )ohann Albrecht und die Welsen.
o' teton sind die wclfischen Hvsfnnngm immer . Mir Svrack« gebracht worden. Als
üif d-UMs^e Heer ei^erriet )cr luj19e «ruu‘r^* *' rrniscsten Berlin und dem Welfen- ^i'e nD»rte man, U
>et SScljenfuts in Braunschwei« A-
SZtientol» gcf<Wicf>ett, halle an fernem ^fe allen wel. diS Uniformen wieder Eingang ver)ä>aflt nnd Ichien lia> ioaai mit feinem leitenden Minister rn der Behandlung ... ').svqfeniad>c in Wrdersprüch zu befinden. Der Herzog ccaent ivuioe damals inner- mW anherhalb des Handes nS) «gegriffen, nrnfornehr, als luf> Simsen ihm unb ^eu Äl^LnUihlich fremidsd>afttiche Kundgebungen an- Halmen idSenraTauf ®runt> derer ost die Aniicht ber. 'rctcii wurde, Johann Mbrechi betrachte sich nur als zeit- oiitigei SBertreter oes welfijchen Füriwnha.mes. Dazu tarn xmn^oor eurigen Wochen die freundliche Unterredung des Sro mit bem jungen Welf«tgrin»en w SSundjen, wo- iS* bie Spannung gesteigert wuroe. Bielleicht waren mterbeffeu üT Berlut wirttich Lerhanblungen gepstogen narben beim heute wird die Welt durch eine Lunbge- "nngd^Herlogs Johann Albrecht überrafcht, in ba den Welfen deutlich adgemmkt wird. Wir er-
Die „Amtlichen Bramifchweigi-
ÄD jich geglK bie Stellungnahme d-s ^gregenten gegenüber ivelfifchen Be ftrebun g - n uno Vereinen richten. M “(Aämgm. auf welche len- Angrine gestützt, und, ste^n Mm LeL mit den Tatsachen im Widerspruche und sind »um Teil zu uii-,utrefseiiden Schlußfolgerungen benutzt ivoröen. ^Aach Anvri> fimig des Üicgcnten sind wir von dem herzogilichen Staalsmmiste- lium zu folgender Kundgebung beauftragt: An höchster stelle jCft£ljt, wie wiederhol erklärt worben ist, die für sie allgemein inaßgebende Auffassung, daß nur auf dem Boden des einstimmig gefaßten Bundesratsbeschlnsses vom 18. Februar 1907 und auf Lus diesem sich ergebenden Grundlagen, auf welche zugleich die Rechtmäßigkeit der gegenwärtigen Regentschaft stützt, die küliftige öeftattmig der Regierungsverhältnisse im Herzogtum möglich unb Mtssig sei. Dem entspricht die fernere Auffassung an der höchsten Stelle, daß gegenüber allen Versuchen, außerhalb des Rahmens jenes Beschlusses, oder gar im Gegensatz zu ihm auf die Gestaltung -er Regierungsverhalttrisse im Herzogtume einzuwirken, em abweisendes Verhalten geboten sei. Damit werden die ernsten Verpflichtungen gegenüber dem Reiche erfüllt, deren sich die höchste Stelle int Her zog turne bei der Behandlung der brcrunschüveigisck>en
Dienstag 18. Oktober 1908
«ezugspret»:
monatlich 75 Ps., vierteljährlich Mk. 2.20; durch Abhvle- il Zweigstellen
5-rage stets bewußt bleibt."
Ist es eine Verteidigung unb Rechtfertigung de- Herzogs Johann Albrecht gegen bie Angriffe, dre gegen ihn laut geworden sind? Der Alldeutsche Verband ist bekanntlich vor wenigen Tagen so weit gegangen, die Cnläxung ves Herzogtums als Reichslanb zu verlangen. Möglich ist es aper auch, baß bie geheimen -Verhandlungen, die Dielleidü in Berlin gepflogen worden sind, von neuem auf i Die Hartnäckigkeit unb ben Wkderstanb des Welfenhaufes gestoßen sinb unb baß eine neue Kunbgebung ben Welsen I
Die Gemeinschaft der Linken.
Der Briefwechsel Haußmann-Bebel hat kein Wunder gewirkt. Die Sozialbernokratie bekämpft schärfer, als je gerade den Freisinn. Er, so führt der ^VorwäclS^ aus, hat die Hauptschuld an dem .Steuerraubzug", und das Blatt sucht dem Freisinn aus seiner Schwankung und der Flucht vom Block solgenben Strick zu brehen:
„Es war ein schwerer politischer Fehler, um nicht zu lagen, dn Verbrechen, baß bie Freisinnigen sich nur dieser GeieUiwaft zur Verabschiebung einer Finanzresorm zusammenzuunben luchtm. Ein Kompromiß mit den Konservativen mt Reich konnte nur geschlossen werben unter Preisgabe itt>es liberalen Gedanken^. Daß eine 9leick)sfinMizreform kommen würbe, war den Fier- sinnigen vor ben letzten Reichstags-oahlen genau bekannt, und wenn sie trotzbem für eine Stärkung ber Koniervattven im Reich^ laae gesorgt haben, so sind sie mit veraiitwortlich für den Steuer- ranbsug auf bie Tasthen bei Boltes. Sam wie* f» km Regen ab, vergebens versuchen sie letzt, ihre Hande in Umchuu) zu waschen. Jetzt, wo bie Freisinnigen den verdienten yimtult erl-alten haben, möchten sie die drei Bahre reaktionärer Block-« volltik gern aus der Geschichte streichen, aber sie können es nicht, unb beShalb bemühen sw ]id) cifriglt, unter MlsHung der Tatsachen, den Ansä-ein zu enocctcn, cus , |ei die Blockpolitik em Segen gewesen. Nun, wir wissen cs besser, und auch die Maßen sind zu auigeklärt, als daß sie aur dies ^Nmchen hmeiniallcn. Neiil die Blockpvltiik war ein Unglück für das deupche und Tur das preußische Volk, sie hat bie Macht der Junker gestärkt und Die freiheitliche Entwickelung Preußens gehemmt. Großer als vorher ist ber Einfluß der preußischen Runter auf die Reich-Politik, und bie Verantwortung trägt ber Blockfrei,"urn.
Man sieht baraüZ, baß der Liberalismus ta!ti)d) nicht Hua daran handelte, zu branmarken, was er gestern für bünduisfälstg hielt. Das letzte Blatt im Mockbuch wäre belfer nicht ,o rasch und heftig um gerne---bet wvroen. Etwas langsamer komnll man oft besser unb eher ans öieL
Der Revolutionär Ferrer.
Wenn eS sich bei den Ferrer-Kundgebungen wenigstens um einen Mann handeln würbe, dessen friedliche unb ord- nungsUcbenbe Tenbenzen ihm Teilnahme verschaffen könnten I Einem m der Presse veröffentlichten Briefe entnehmen wir, baß Ferrer seine Frau un Stich ließ — was wir nicht als ber Hebet größtes bezeichnen — und sich in die Gunst einer sehr reichen alten Dame, eines Fräuleins Menier, zu setzen wußte, die angeblich von seinen kirchenfeindlichen Ansichten verführt worben war. Sie überließ ihm nach ihrein Tode ein großes Zinshaus in Paris und ein beträchtliches Baroermögen, baS . er nach dem Willen der Erblasferin zur Gründung kon-
sich eingefühlt in das geheime Naturleven Griechenlands, über tem noch heute ber Abglanz 5)omcrischer Zetten ruht. Eme reife Schönheit atmet daraus, sttomt hervor, wie ihn nur das Bu- sammcnllingen antilcr Sinnenfreude mit dcut,chcm L>ee lens neben erzeugen kann. Als Haupttnaun diese mäd>rig ans Herz greifenden Rhythmen aus seines Bufens Tiese vor uns erstehen U miö er zum berufensten Propheten unb Verkünder seiner -Lchonl-ett.
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— Frau Hedwig Mangel ist am Samstag nachmittag nach Berlin zurückgekehrt. Wir meldeten bereits, daß die Angehörigen ber Frau Mangel, angesichts bes Einflusses, ben ein Heilsarmee-Osfizier unb srüherer Photograph auf sie übt, bie Hilse der Kriminalpolizei in Anspruch na6m uuL daß ein Beamter biefer Behörde in Sc^Ieitung des Vaters von Frau Wangel nach Lichtenftem im fach, fischen Erzgebirge ab gereift ist, wo Frau Mangel wellte. Man fand sie noch dort, es gelang, sie zur Rückkehr nach Berlin zu oeftimmen. Frau Mangel wirb sich zunächst in ein Sanatorium begeben.
— Ein Denkmal für Tbeobor Mornmsen wird am 1. November vor der Ostfront des Westfluaels der Berliner Universität seierlich enthüllt werben. Der Kaiser wirb sich auf ber Feier von dem Kronprinzen vertreten lassen. Tas Denllnal ist von Professor Brutt, Tirector der Kunstakademie in Weimar, aus Marmor geschaffen und stellt Mommsen sitzend dar. Das Komitee hat die Einladungen, die wegen des beschrankten Raumes nur an wenige Gäste ergehen kann, bereits erlassen.
— D e r „s m a r t e" P e a r y. Der Ätorbpolsahrer Peary bat wie uns erzählt tmrb, in seiner Jugend einer Schulervereinigung angehört, deren Mitglieber übrigens den letzt so berühmten Mann nicht für sonderlich begabt htelten, was nicht uninteressant zu wissen ist, ba Kameraden für aewöhnlich übereinander ein recht zutreffendes Urteil haben. Aus dieser Schülervereinigung sind inzwischen eme ganze Anzahl bedeutender Männer hervorgegangen, bie in Amerika in Hoyern Ansehn stehn. Ab unb zu treffen sich bie früheren Schulkameraden auch heute noch zu einem gemeinsamen Essen So frame man denn kürzlich einmal Peary an, ob er sich ber vergangenen Zeiten noch erinnere, unb ob er nicht einmal irieber mit ben alten riamerabeii zusammen weisen wolle! Die 2lntwort Pearys ging nun bahin, baß er bereit sei mit ben alten Freunben wieder beisammen zu fein, uur mülle er hundert Dollars, die er sonst sur den Abend erhalte auch hier bekommen. Daraufhin verzichteten die anderen auf die AnwejerHe.it dieses „teuren" Jugendsreundes;
Metzener Anzeiger
volilischen Teil: August
General-Anzeiger für Oberhessen
HotafionsSniif ml» Verlag lxr Srühl'schrn llnw.-vuch- un» Steiuörudetd R. Laug«. Hcöattion, <Irp«öitton und Druckerei - Schulstrahe 7.
zeiq«i sollte, daß der Bundesrat auf seinen alten Bedingungen besteht. Jedenfalls ist die neue Erklärung des Herzogs Johann Albrecht sehr erfreulich. __________
poiitifdye Tagesschau.
Eine Erklärung des „Tendenz.Professors".
Im „Tag" tritt jetzt Professor Ehrenberg ans die veröffentlichten ^kotizen über feine geplante Professur in Leipzig selbst mit einer langen Ertlarung hervor. Jrn wissenschaftlichen Streit mit seinen Gegnern nimmt die,er döationalökonom kein Blatt vor den 'JJhmi). Ueber seine ,eralt vergleül)ende Methode" können wir uns vorderhand kein sicheres Urteil bilden, denn Ehrenberg erklärt uns nicht genauer, was er darunter versteht, und sagt nur, uxiS er verlangte und nicht erreichte:
Gegenüber dem herrschenden katheder-sozialistischen Dogmatismus wende ich die „e $ a U vergleichende" Met Hobe wirtschastswissenscyattllcher ^oiychung an, welche eü ermöglicht, wescmlich tiefer als bisher m die vcr- wickelten Kauialzuscuiinienl-änge des iOirtschaftlichen Lebens einzudringen. Zur Ausbildung dieser volllömm-m ncuttalen wl,,en- schastlichen Methode bedarf ich eures nut größeren Geldmitteln ausgestatteten Instituts und j^bc de,,en Begründung üi dem von mir herausgegebenen „Bhmicn-Archiv (jetzt Archiv für eratte Mirtschastsprschung. wiederholt gefordert. Die Groß her zo gli che sDJledlen burgis ch-L ck-wer in] d)c 2-taaisr e gurung konnte nur begreiflicherweise nur einen kleinen Teil bet notigen Geldmittel zur Verfügung stellen. Außerdem hat die Ausbildung der exakt-vergleichenden Methode in Rojvock noch nut nxntercn sehr erl-eblichen Schwierigleiten zu kämpfen, ttie Begründung des Jnllituts an einer anderen Universität wird cmrcy du ttn- d u l d s a m k e i t öcs herrschenden Kaihedetsozialismns außerordentlich erschwert. Ter versiiorbene Miniilerialdireklor aa. 211 t- bof f beabsichtigte in den letzten Tagen semer Amtssührung, mich zur Errichtung eines Juslilnls für exakte Wiri,cl-allS>oricl>ung an eine preußische Universität zu berufen, ilt aber damit nicht mehr durchgedrungen. Seit einigen Jahren habe ich mrcp bemüht, aus angesehenen Männern verschiedener, Berussgruppen eine „Verernigung für exakte W irtsch af tiii o, d)irng zu bilden, die mir bei Lösung meiner schwierigen Aufgabe hellrn tonn durch Begründung eines ,^Znftttuls für exakte Wirlla-afts- forsck>ung" unb durch Förderung des Ver,ranbnisses für diese


