Nr. 194
,JgU8t
Friedens zu unterstützen. Die Note, deren Inhalt vorn! Ein russischer Grenzsoldat, der auf preußisches Gebiet herüber Minister des Aeußeru noch in der Nacht dem Großwesier geschossen hat, soll seiner Bestrafung entgegen.sehen! telegraphisch übermittelt wurde, rief in den Kreisen der Zum bevorstehenden Breslauer Katho- Pforte eine unverkennbare Ueberraschung hervor. — Die likentage hatte der Gazetta Opolska zufolge das Komitee
i
D“/
i Giessen.
■ner:
Wen gelegt hat. Dort bestehe eine Jnnungskranken- c 18 Jahren und man sei sehr damit zufrieden.
leiten in Len 3
lasse seit über
r
gweiser
MW* „
^alra*ze”
das zu einer Zeit, wv der Mittelstand und besonders bas kleine Handwerk durch die Reichsfinanzreform schon Lasten aufgebürdet erhalten hat, an denen es schwer zu tragen hat. Zwar sei die gesetzliche Regelung des Reichsversicherungswesens vorerst angesichts der dagegen erhobenen Opposition in den HiMergrund getreten, aber man arbeite an einer neuen Vorlage, da man nicht wissen könne, was dabei herauskommt, müsse er erklären, lieber keine Reform, als neue Lasten dem Handwerk und Gewerbe zuzumutcn, die augenblicklich zu übernehmen beide außer stände sind.
In der Debatte über das Referat erklären Redner aus Darrn-- stadt und Worms, daß es ihren Bemühungen nicht gelungen sei, von der Verwaltungsbehörde die Zustimmung zur Begründung ron Jnnungskrankenkas'en zu erhalten. Man beabsichtigt m Darmstadt daher, zur Gründung einer freien Hilfskas überzugehen. Redner aus Kassel erklären, daß man ihnen dort keine Schwierig-
die Genehmigung zur Haltung polnischer Reden nack)ge- ucht. Die Polizeibehörden haben aber das Gesuch ab
gelehnt. i .
Der Streik der G eldschran ka rb eiter in Berlin ist beendet. Die Bau- und Kunstschlosser hatten den Ausstand schon am Mittwoch aufgegeben.
Dardanellenfrage.
Die türkische Kammer verhandelte heute in einer überaus stürmischen Sitzung die Gesetzesvorlage über die trittigen makedonischen Kirchen und Schulen. Die vom Kultusminister vorgeschtagene Wanderung wird im Sinne der Anerkennung des bisherigen Besitzausweises unter unbeschreiblichem Lärm der Griechen angenommen. Die Griechen beabsichtigen, durch Obstruktion die Durchberatung der Gesetzesvorlage zu verhindern.
Mn Tirahcilbch bis zum 15. 3« zu richten.
Bi
der Deutsclien Handwerks- und Gewerbekammertage angegliad werden und wird sich außergewöhnlich billig stellen. Der Redl forderte alle Jnnungskrankcnkassen auf, sich dem Verbände an- zuschließen. Nur dadurch, daß sämtliche Jnnungskranlcntassen! durch Beitritt den Verband stärken, sei es möglich, daß sie Gehör finden, eventuelle Anträge und Wünsche der Jnnimgskrankentaffeni bei der Neuordnung des Versicherungswesens in Deutschland zu Gehör zu bringen. Redner geht bann auf den von der Reichs-- regierung vorgelegten (Gesetzentwurf einer Reichsversicherungs-Ordnung ein, die die Billigung der iMeressierten Kreise nichts finden komite, weil der Entwurf dem schon schwer ringenden Ofetoctbe ca. 100 Millionen Mark neuer Lasten auferlegen nwllte und
hin, um die Verwältungsbel)örde zur "Versagung der Genehmigung zu berechtigen. Eine Gefährdung, nicht nur eine Schädigung müsse für eine Ortskrankenkasse vorliegen, wenn die Gründung einer Innungskrankenkafse versagt werden kann. Auch 'der Einwand bezüglich der Leistungsunfähigkeit der Jnnungskrankenkasfen sei hinfällig, da eine leistungsunfähige Innung sich wohl hüten werde, an die Gründung einer eigenen Kasse heranzutreten. Vielmehr wird die zuständige Handwertskammer als die Beraterin der Innungen ein aussichtsloses Unternehmen von trornherein zu verhindern wissen. Es sei auch zu beachten, daß Jnnungskranken- taffen Einrichtungen der Innungen und keine selbständigen Rechtspersönlichkeiten darstellen, weshalb die Innung als solche, resp. deren Mitglieder für die Verbindlichkeiten haften, insbesondere aber liegt den Innungen gesetzlich die Zuschußverbindlichkeit des Betriebsunternchmers ob, daher kann von einer mangelnden Leistungsfähigkeit der Jnnungskranfenkasfen keine Rede fein. Um; diesen Widerständen der Verwaltungsorgane begegnen zu können, fei ein Zusammenschluß aller Jnnungstrankenkaffen unbedingt nötig. Nur durch ein gemeinsames Vorgehen fei etwas zu erreichen. Gegenüber den Schwierigkeiten, die der Gründung von Znnungskrankentaffcn gemacht werden, ist ein Zusammenschluß der bestehenden Kaffen unbedingt zweckmäßig. Der Wunsch nach einer solchen Zentralisation ist laut geworden, man hat einen Einigungsversuch gemacht, allerdings ohne Erfolg. Ter Deutsche Handwerker- und Gewerbekammertag hörte dann die einzelnen; Handwerks- und Gewerbckammern in der Sache. Nachdem deren Zustimmung erteilt worden war, beschloß der Ausschuß am 12. Januar 1908 auf die Errichtung eines Verbandes der Jw- nungskrankentaffen hinzuarbeiten und bereits im März 1908 konnte ein Entwurf der Satzungen für diese Organisation vorgelegt werden, der allgemeine Zustimmung fand. Der Referent ging, des näheren auf diese Satzungen ein. Die Verwaltung soll der Geschäftsstelle der Deutscl)en Handwerks- und Gewerbekammertage angegliebert
fit(iÜinC' ,
«&***;
seir-
zollern. _ „ '
Der Reichskanzler von Bethmann-Holl- weg ist von Wilhelmshöhe wieder in Berlin eingetroffen.
Juristen als Zollinspektoren. Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: In den Kreisen der mittleren Zollbeamten ist neuerdings das Gerücht verbreitet, es sei beabsichtigt, die Stellen der Oberzollinspektoren künftig ausschließlich mit Juristen zu besetzen. Ein weiteres Gerücht geht sogar dahin, die Hauptzollämter sowohl wie die Oberzolldirettionen sollten ganz beseitigt und an ihrer Stelle kleinere Zolldirektionen errichtet werden, die dann unter gänzlicher Ausschaltung der aus Super- numeraren hervorgegangenen Beamten nur noch mit Juristen als leitenden Beamten besetzt werden würden. Diese Gerüchte entbehren jeder tatsächlichen Unterlage; Aen- derungen der bezeichneten Arten in der Organisation der Zollbehörden sind nicht beabsichtigt.
Schutz denDeutschen vor russischen Kugeln . In den letzten Tagen fanden an der schlesisch-russischen Grenze mehrere Termine wegen der vorgerommenen Grenz- Zwischenfälle statt. Die Termine wurden vom Landrat des Kreises Kattowitz und dem Bezirkschef von Bendzin geleite:. Letzterer versprach, in Zukunft für größeren Schutz der deut- | scheu Grenznachbarn vor russischen Kugeln Sorge zu tragen.
2er Hletzener » ,
.-scheint täglich, auver Sonntags. - Beilagen: - iermal. wöchentlich AietzenerLamilienblätier; .DeiinalroöcbentLKrtls» halt siir den Ureis Lietzen Dienstag und Freitag); ayennal tnortatl. Landwirtschaftliche Settsragen
Kreta und die Mächte.
Nachdem die Schutzmächte die strittige griechische r^ihne . hi Kreta heruntergeholt haben, ist es ihre nächste Ausgabe gewesen, den Türken gründlich die Meinung zu sagen. Dw dem türkisclien Minister des Aeußeren am Brittwoch abend überreichte Kollektivnote der Schutzmach te erklärt . in entschiedenem Tone, für die Lösung der Kretafrage seien allein die Schutzmächte zuständig. Wie die Schutzmachte weiter erklären, seien sie entschlossen, den Frieden unbe» dingt aufrecht zu erhalten, sie würden daher wri>er das Erscheinen der türkischen Flotte in den griechischen Gewässern noch irgend eine kriegerische Unternehmung gegen Griechenland zulassen. Auf der Pforte umlausenden Gerüchten zufolge soll die Note ferner den Zusatz enthalten, daß die Schutzmächte, falls die Türkei dennoch Griechenland angreife, die Integrität des griechischen Staates garantieren und eine endgültige Lösung der Kretafrage zugunsten Griechenlands herbeiführen würden. Die ÄLote schließt mit dem Ausdruck der Hoffnung, daß die Pforte alles tun ioeröe, km die Bemühungen der Mächte für die Erhaltung des Ischen
Lagesschar-.
Ter Reichstagsabgeordnete für den Wahlkreis Marburg-Kirchhain Frankenberg
veröffentlicht folgende Erklärimg: „Ich gebe meinen Wählern davon Kenntnis, daß ich die auf mich gefallene Wahl zum gc- chästsführenden Mitgliede des Präsidiums des neu gegründeten Deutschen Bauernbundes angenommen habe. Der Bauernbund steht wie der Bund der Landwirte auf chutzzötluerischein Boden, iriii» aber nn Oegeusqtz zum Bunde nicht mir für den notwendigen Schutz der landwirtschastlidfcn Produktion gegenüber der überseeischen Konkurrenz eintreten, sondern aud) den ebenso im bäuerlichen Interesse liegenden Kamps gegen übermäßige Latifundienbildung und für innere Kolonisation aup nehmen. Ich Aerbe als verantwortlicher Beamter einer parteipolitisch neutralen Wirtschaftsorganisation im Reichstage sraktions los bleiben. Sobald die landwirtschaftlichen Verhältnisse es ge- tatten, werde ich in der Presse, wie durch Versammlungen meinen Schritt rechtfertigen. Irgend ente Aenderung ut meinen poetischen AnsclMuungeti ist, wie meine Freunde wissen, damit nicht eingetreten. Dr. Böhme." *
Eine streitbare Dame.
Nachdem zu Beginn der gestrigen Sitzung des dänischen Folketings der Präsident die Mitteilung vom Kabinettswechsel gemarbt hatte, erschien plötzlich eine Dame im Sttz.ungssaal, nahm vor dem Präsidentenstuhl Stellung und ries: „Hier sitzt Ihr dänischen Männer, handelt und schachert aus 'Machtbegehr und Eigenliebe um das Wohl und Wehe des Landes. Euch soll von diesem Orte gesagt sein, daß die Frauen Dänemarks Euch rerleugnen und Euch brandmarken als einen Hausen vaterlandsloser Söldner, die die Ehre Dänemarks verraten." Trotz des ununterbrochenen Läutens der Präsidentenglocke mtd der Zwischenrufe der Abgeordneten konnte sie diese Ansprache! zu Ende bringst. Sie wurde von Parlamentsdienem aus dem Saale geführt. Es wurde festgestellt, daß es sich um ein Fräulein Westenhvlz handelt. Nach diesem Zwischenfall wurde anstelle des zum Landesverteidigungsminister ernannten ersten Vizepräsidenten Christen, en der zurückgetretene Verkehrsminister Jensen Sünderup zum ersten Vizepräsidenten ernannt
Ausland.
Der Flügeladjutan t des Kaisers Franz Joses, Oberstleutant Freiherr von Bronn, ist gestern in Marienbao eingetroffen, um dem König Eduard ein Handschreiben des Kaisers zu überreichen.
Englisches Unterhaus. Die Gesetzesvorlage betreffend die südafrikanische Union wurde gestern in dritter Lesung einstimmig angenommen. An der Vorlage ist seit ihrer Einbringung keinerlei Aenderung vorgenommen worden.
Die türkische Kammer beschloß, Anfangs Oktober eine Abordnung nach Berlin, Petersburg und Wien zu entsenden. — Die türkische Po st Verwaltung beschloß, bei der Verwaltung des Weltpostvereins gegen den Gebrauch griechischer Briefmarken auf Kreta zu protestieren.
Aus Teheran wird telegraphiert: Die Wahlen sind beendet. Zwei Geistliche wurden gewählt, ebenso Tagisadeh. Unter den übrigen befinden sich zwei Abgeordnete mit gründlicher Kenntnis Deutschlands. Alle Gewählten gehören der Fortschrittspartei an. Ueber den Ausgang der Wahlen in den Provinzen liegen noch keine Meldungen vor.
M Batterien außer Gefecht setzten.
Während der Kritik stellten sich die Truppen zur Parade ■ auf. Der Kaiser ritt die Fronten ab und nahm den Front- I rapport entgegen. Das Jnf.-Regt. 87 eröffnete den Parade K marsch, dann folgten die 88., 80., 81., 115., 116., 117., Unter- l ossizierschule Biebrich, Fuß-Art. Dtr. 3, Pionier-Bat. 21, WDrag.-Regt. 6, Ul.-Regt. 6. Der Kaiser führte dem Groß- « terzog sein Leib-Regiment (116) vor, während der Groß- W terzog, die Großherzogin, sowie die Prinzessin Karl von Dessen, beide in Uniform, ihre Regimenter (115., 117., 80.) ■ ten Kaiser vorsührten. Nach der Kritik setzte sich der Kaiser R eil der Waggonfabrik, bis wohin die Truppen Spalier bil- p- ieten, an die Spitze der Fahnentompaanie, die, wie stets, M ton der Leibkompagnie Reg. Kaiser Wilhelm gestellt wurde. !'< Oie stattlickien Oberhessen mit der neuen Kaiserpreisschnur ■ wurden auf dem ganzen Weg lebhaft begrüßt. Bei dem ir Betreten der Stadt wurden die Glocken sämtlicher Kirchen .«läutet. Im 1 Schlosse begrüßte Oberbürgermeister Dr. Nöttelmann den Kaiser und den Großherzog. Zur Fruh-
II stzickstafel waren 42 Gedecke gelegt. _
( Die Mreise des Kaisers mit Prinz Oskar erfolgte bald nad) dem Essen. Die übrigen Fürstlichkeiten brachen etwas später auf. Um 3^4 Uhr fuhren der Großherzog und dre Großherzogin im Aättomobil nach Schloß Wolfsgarten.
Das Jnf.-Regt. Nr. 116 wurde in der Alice-Kaserne verköstigt, wo die Kapelle des Regiments zur Taselmust mt Offizier-Kasino befohlen war.
Ter Kaiser Beauftragte den Oberbürgermeister der Stadt Mainz, der Bürgerschaft seinen herzlichsten Dmik und 'eine Freude über die Begrüßung zu übermitteln. Er freue sich jedesmal besonders über die gute Haltung und die luftige Art der Mainzer.' Der Kaiser verlieh den Stern II Mm Roten Adlerorden 2. Klasse mit Eichenlaub dem Ge- \ ireralleutnant Scholtz, ferner den Roten Adlerorden 2. 511. mit Eichenlaub dem Generalmajor v. Franeors und den Kronenorden 2. Klasse dem Obersten Dewitz.
• M
k. 2.-.
f. 7. JabiMi »nbern autb em olalgeidjicbtlidie?
i bei im •f’inblid bungeit, 7 Jlonu
207: Ter Fühm in? ben Ioniern Ballai' i" I® ilerhaliendcn <it- itcngetragen, iva? ijt die Flora 0« . nein em langem j eiilhalien.
9. Nr. 152: Sei iirb manchem wj I ricbcnc bum uns I leutjttieä 'Diniewt1 Kommen sem.
t: Ein trefili^ ,
[f. 1909, dir, 5: ninnntin «'W eirciilichcr.M 1) reichliacheu» nöwciic nd) am auf feinen «2
,c o-rcunbe ,u« )ic ijeiuobnetW Will in der-Z
'»ÖSSr i I
,4. Säckeroerbandrtag u. Jubiläum der Bäckerinnung.
th. Gießen, 20. Aug.
Gestern vormittag wurden die Verhandlungen in Steins Saalbau fortgesetzt.
Syndikus En gelb ach sprach 'über dic Begründung eures Verbandes Deutscher Innu n g s kr ankenkass en. Ec wies darauf hin, daß durch die Handwerkerin) velle unb die cinzelstaatlichen Ausführungsbestimmuiigen dazu die Gründung von Jn- nungskrankenkasseii zu untersagcii sei, wenn dadurch eine Ge- sährc-ung bereits bestehender Anstalten, zu befürchten sei. Weml durch eine zu gründende Jrmungstasse eine bestehende Anstalt in Mitleidenschaft gezogen werden könnte, so ist dies allein teilt Grund, die Gründung einer Kasse zu verbieten. Trotz des Wolst- wollens der Regierungen bei der Gründung voü Jnnungskrankeif lassen werden doch von einer großetfZahlj von Handwerkskammern Klagen darüber geführt, daß den Innungen in einzelnen Fällen in der Ausübung des ihnen gesetzlich zusteheudeN Rechts, stianken- tassen zu gründen, Schwierigkeiten bereitet worden sind, so daß es ihnen nicht gelang, Jnnungskrankenkassen ins Leben zu rufen. Als Gründe der Nichtgenehmigung nnirbc immer die Schädigung der Ortskrankcnkafseit angegeben und weiter, daß die Jnnungs- krankentasse nicht genügenb leistungsfähig sein werde. Nach Ansicht des Redners reicht die Schädigung einer Ortskrankenkasse nicht
DeUtscher Reich.
Kaiserparade in Karlsruhe. Zur Teilnahme an der bevorstehendett Kaiserparade werden außer dem Kaiser und der Kaiserin als Gäste des Großherzvgs und der Großherzogin nach der „Karlsruher Zeitung" hier erwartet der Kronprinz, Prinz Oskar von Preußen, Prinz Ludwig von Bayern, der Großherzog von Hessen, der Großherzog und die Großherzogin von Mecklenburg- Schwerin, der Herzog Johann Albrecht zu Mecklenburg, Regent des Herzogtums Braunschweig, und Fürst von Hohen-
Psorte eine unverkennbare Ueberraschung hervor. Antwortnote der griechischen Regierung, die ebenfalls am Mittwoch dem türkischen Gesandten in Athen überreicht worden war, ist nachmittags bei der Pforte einaegangen. In der Note wird erklärt, daß die griechische Regierung über das Verhalten ihrer Offiziere und Konsuln innerhalb des ottomanischen Reiches nochmals eine Untersuchung ein- geleitet habe. Diese habe aber ergeben, daß keine Vergehen vorgekommen seien, die so schwerwiegend waren, daß hierdurch die guten Beziehungen zwischen den beiden Ländern gestört werden könnten. Die griechische Regierung werde ihre Freundschaft und Loyalität gegenüber der Türkei auch weiterhin durch Tat beweisen. — Die Kretafrage selbst wird, nne verlautet, fn der Note nicht berührt. Der Eindruck dieser Antwort auf die türkischen Regierungs- Freiie scheint nicht ungünstig zu fein.
Amtlichen Informationen der Pforte zufolge haben die Konsuln in Kan ea vom Exekutivkomitee die schriftliche Verpflichtung verlmigt, dafür zu sorgen, daß die griechische Fahne nicht mehr auf der Festung gehißt wird. Eine Gefahr, daß Unruhen ausbrechen, ist nicht vorhanden. Das Exekutivkomitee versprach, dem Verlangen nachzugeben. Eine amtliche Mitteilung der Pforte dementiert nachdrücklich die Nachrichten von der Aufwerfung der
Hälfet und Großherzog in Mainz.
N. Mainz, 19. Aug.
Auch diesmal wieder vollzog sich die Dr u p p e n s ch a u ,)r dem Kaiser bei äußerst günstiger Witterung. Schon ’ jn Tage vorher machte sich em gewaltiger Andrang von ttemben bemerkbar, der sich heute früh noch bedeutend -□tigerte. Die Straßen, durch die der Kaiser feinen Weg cabm, waren prachtvoll geschmückt und der Alice- und 'eutschhausplatz in ein wahres Blumenmeer verwandelt. 5 K. H. der Gr o ß Herzog nebst Gemahlin waren schon | i^gszuvor, nachmittags 3 Uhr, im Auto im Schlosse ein I «troffen. Außerdem kamen im £anfe des Nachmittags | -n Landgraf Chlodwig von Hessen sowie die Krou- kicinze'ssin von Griechenland mit ihren Söhnen I zeorg und Alexander. Kürz nach seiner Ankunst int |, Moß empfing der Großherzog den Provinzialdirektor der U'Provinz Rheinhessen, von Hombergk zu Vach.
Kurz nach 8 Uhr heute morgen lief der kaiserliche I Eonderzug am Bahnwärterhaus 39 ein, das reichen Flaggen- I lümuck uufwies. Zur Begrüßung des Kaisers, der die f irriform des 116. Regiments trug, und des Prinzen Oskar | rxm Preußen, waren anwesend: Großherzog Ernst Ludwig, l . Großherzogin Eleonore, Prinzessin Friedrich Karl von Hessen, e iie Kronprinzessin von Griechenland mit ihren beiden | tahnen, Landgraf Chlodwig von Hessen, Prinz Albert zu ■ jristein-Glücksburg, der kommandierende General des 18. ■ Armeekorps v. Eichhorn, der Gouverneur von Mainz, Gene- ■ ml der Infanterie von Goßler mit dem Generalstabsoffizier I Mjor Fischer, Provinzialdirektor von Hombergk zu Vach ■ i. a. m. Der Kaiser begrüßte zuerst den Großherzog aufs ■ herzlichste. 92ad) der allgemeinen Begrüßung bestieg der tjaifer daun einen Schimmel und ritt mit seinem Gefolge I :em Sande zu. Die zum Exerzieren aufgestellten Dra- ■ o oner (6.) grüßte er mit lautem: „Guten Morgen, Dra- ■ .iOrter." Gegen 83/4 Uhr war das Schulexerzieren zu Ende. ■ Darauf folgte dic Gefechtsübung, zu der Generalleutnant »von Stfantz die Ausgabe gestellt hatte. Die vorgehende. 1 blaue Armee, zu der auch das Gießener Regiment gehörte, 1 batte umso größere Achtrengungen zu überwinden, als sie I itriftens aus Truppen bestand, die des tiejen Sandes un- ■ cewohnt waren. Trotzdem wurde der Angriff schneidig I iiirdj.qcfübrt.
Als 92euerung trugen diesmal beide Parteien Helm- ■ tejüge; die der roten Armee waren zur Unterscheidung R ntit einem breiten roten Streifen versehen. Außerdem waren ■beibe Arnneen mit Maschinengewehren ausgerüstet, deren Mausgezeichnete Feuerdisziplin besonders hervorgehoben wer- M 'nen muß. — Ein schneidiges Reiterstückchen verübten zwei M Ichwadronen der 6. Dragoner, indem sie sich gedeckt an | dir Artillerie der blauen Armee heranpirschten und die
^Erstes Blatt 15». Jahrgang Freitag 20. August 190S
W © „SS-
Glchener Anzeiger
»ernsprech - Anschlüsse: R » 9 Berantwortlcch
j.r die Redaklion 112, __ für den politischen Teil:
«LS General-Anzeiger für Oderhessen MMM
Jirnohme oon Anzeigetk ” r rc. «r...
ur die Tagesnummer Rotafiottsbru(! und Verlag btt vnihl'schen Unlv.-Vttch- Mld Stemdruckerei H. Lange. Aedattio«. Expedition und Druckerei: Zchulstraße 7. Anzcigenteu: H. Beck.
,i5' vormittags 9 Uhr. ___________________


