Ausgabe 
19.8.1909 Zweites Blatt
 
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Nr. 193

Zweites Blatt

Donnerstag 19. August 1909

Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntag?.

1.

2.

August

Höchste

Temperatur

Niedrigste

Mk. im

Handel

des

87,/o Reichsanleiha.

liebten nuw- irzüglich tot* Kesselbrand 6

TOI

11L50

Berliner Börse, 19. August Anfangskurse.

183.50

utionss''^

Tendenz: abgescwächt

SS17/fl

E. Mey.

Elektriz. Lahmeyer Elektriz. Schuckert

183.00 2 ILO 93.90

144.70

116.00

127.00

200.00

Canada E. B. . . Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmnnder-Ünion C. Dresdner Bank .

62.05

63.80

99.45

96.10

93.75

145.20

47.80

88.50

65.90

99.50

159. Jahrgang

, 246.50

73.70

. 157.60

und die Ausholzung g enehinigt,

der Bauleitung eine Maßnahme zum Vorwurf gemacht hatte, die ohne deren Wissen und Zutun von einer an­deren Behörde angeordnet worden war.

Berliner Handelsges. , Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . . Deutsch-Asiat. Bank , Diskonto - Kommendit . Dresdner Bank . . Kreditaktien . . , Baltimore- und Oh»«

Eisenbahn ...» Gotthardbahn . . , Lombard. Eisenbahn. . Oesterr. Staatsbahn . . Prince - Henri - Eisenbahn

Harpener Bergwerk . Laurahütte . . ,

Lombarden E. B, « Nordd. Lloyd Türkenlose . *

174.90

246*70 148.70 189.10 157LO 204.80

^.innftcd Ai e in kleinenfo ier bet Skibit

108 431000 Mk.

Die Sterbekasse des Bundes deutscher Gast - wirtc schloß ihr 16. Geschäftsjahr mit 2 101872 Mk. Gesamt­einnahmen und 2 096 723 Mk. Gesamtausgaben ab. Tie Bilanz balaneiert mit 1806 600 Mk. Im letzten Jahre betrug der Neu- zuzug 277 Personen mit einem Versicherungskapitale von 294 500 Mk.; dagegen sind 243 Kassenmitglieder geswrben. Ter Jahres­bericht beklagt die Zunahme der Selbstmorde, die wohl meistens infolge der ungünstigen wirtschaftlichen Lage begangen wurden. Tas Kassenvermögen vermehrte sich Im letzten Jahre um 108 000 Mk. und beziffert sich jetzt auf insgesamt 1676 924 Mk. Seit den 16 Jahren ihres Bestehens hat die Kasse an die Hinterbliebenen von 2710 verstorbenen Mitgliedern insgesamt 2 917 066 Mk. ausdezahlt. Tie Haftpflichtkasse deut­scher Gastwirte hat in ihrent letzten, dem 8. Rechnungsjahre, eine Einnahme von 156 266 Mk. bei einer Ausgabe von 134 079 Mk., somit einen Gewinn von 22 187 Mk., wovon 17 963 Mk. dem Reservefonds überwiesen wurden.

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Unioersiläls - Buch- und Steinbrudeceu R. Lange, Gießen.

wandten uns darauf durch Schreiben vom 10. März zum dritten Male an die Stadt, mit der Bitte, über diese Frage nicht eher öffentlich urteilen zu wollen, bis auch wir ausführrich gehört worden seien. Wieder blieb die Antwort aus, dagegen wurde in der Sitzung am 26. März der Vorwurf zum zweiten Male öffentlich erhoben.

Auf diese nichtachtende Behandlung hin wandten wir uns um zunächst den Weg durch die Oeffentlichkeit zu vermeiden Beschwerde führend an unsre nächste vorgesetzte Behörde, das Großh. Ministerium der Finanzen.

Großh. Ministerium bezeichnete in seiner Verfügung vom 27. November 1908unsre Beschwerde als begründet" und sprach dabei die Ansicht aus, daß von einer Vertragsverletzung überhaupt nicht gesprochen werden könne, da ja der Zweck des Schutzstreifens so nur besser erreicht werde. Tie Bauleitung habe in gutem Glauben annehmen dürfen, daß die Obersörsterei die Voraussetzungen für ihr Vorgehen geordnet habe, da sie die Durchforstung ohne vorherige Ankündigung in Verbindung mit städtischen Arbeiten in Angriff genommen habe. Außerdem sei die Stadt spätestens durch unser Schreiben vom 15. Februar 1908 von dem tatsächlichen Sachverhalt unterrichtet gewesen und habe trotzdem am 26. Märzdie öffentliche Meinung auch weiter­hin in der unzutreffenden Annahme erhalten, das; die Bauleitung selbst die Durchforstung vorgenommen habe".

Es erübrigt nur noch', festzustellen, daß im Herbst vorigen Jahres an der durchforsteten Stelle eine dichtwachsende Hecke von Lebensbäumen angepflanzt worden ist.

Trotz alledem hat die Stadtverordnetenversammlung noch am

do.

Konsole do. .

Hessen . . Oberhessen

andstädtchen Lio itt Ker iDÖtnii er unter äutsen» gungen zu btrto

Angeb. unter * euer Anzeiger a

am 17.-18.

, 17.-18.

3. den Vorwurf erst Monate nach der Genehmigung und fast 4 Monate nach der Abholzung er­hoben hatte.

Taß wir seit dem 30. November 11907 von der Stadt Gießen ohne jede Antwort in der Sache selbst geblieben sind, nur nebenbei!

Gießen, den 17. Aug. 1909.

Großherzogliches Hochbauamt.

Neubäubureau Irrenanstalt.'

I. P.: Schön.

DieEichener Zamilienblätter" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das Kreisblatt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Zeit­fragen" erscheinen monatlich zwennaL

21,9 °C.

16,1 °C.

Märkte.

th. Gießen, 18. Aug. Ter Austrieb auf dem heutigen S ch w e i u e m a v f t betrug etwas über 300 Tiere und deckte wieder bei weitem nicht den Bedarf der zum Markt gekommenen Kundschaft. Ter Handel war flott und in einer knappen Stunde war der Vorrat zu den bekannten hohen Preisen verkauft. Bei den hohen Preisen für fette Schweine, die zur Zett zu erzielen sind und mit deren Anhalten man in den Kreisen der Händler und der Metzger noch rechnet, ist für di^kleinen Landwirte unserer Gegend ein starker Anreiz gegeben, die Schweinemast zu forcieren, obgleich, wie die Verhältnisse des Gießener Marktes liegen, Ferkel und Springer nicht nur um Markt, sondern besonders im Kreise Gießen enorm hoch im Preise stehen. Am Markt wurden bezahlt das Paar Ferkel, 6 Wochen alt, 5060 Mk., 812 Wochen alt 70 bis 85 Mk., Springer, leichte Ware, 95 bis 125 Mk., schwere Ware, die nur vereinzelt zu haben war, 140160 Mk.

4- Butzbacher Zuchtvieh markt. Kürzlich sand unter dem Vorsitz des stellvertretenden Vorsitzenden des Landwirtschafts- kammer-Ausschusses für Oberhessen, Landtagsabg. Breidenbach,

«leuuna nni

Neboie um

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul« straße 7. Expedition und Verlag: 5L

Redaktion:S2^112. Tel.-Adr.: AnzeigerGteßen.

ILircytscye Nachrichten.

Israelitische ReligioiisgeiHeinöc.

Gottesdienst in der Synagoge (Süd°2lnlage), Samstag ben 21. 21 u g u ft 1909:

Vorabend 7.15 Uhr.

Morgens 8.30 Uhr. Predigt.

Nachmittags 4.00 Uhr.

Sabbatausgang 8.25 Uhr.

Israelitische Uelitzionsgesevschaft.

Gottesdienst.

Sabbatfeier am 2 1. August 1909:

Freitag abend 7.10 Uhr.

Samstag vormittag 8.00 Uhr.

Nachmittags 4.00 Uhr.

Sabbat-Ausgang 8.25 Uhr.

Wochengottesdienst: Morgeus 6.00 Uhr, abends 7 00 Uhr.

Handel.

Neugründungen und Kapitalerhöhung im Juli. Die Neuinvestierungen im Juli des laufenden Jahres erforderten viel höhere Kapitalien als int Juli 1908, so daß auf ein weiteres Anwachsen der gewerblichen Unternehmungslust zu schließen ist. Dis Zahl der Neugründung und Kapftalserhöhung und die angelegten Kapitalien stellten sich wie folgt: Neugrün­dungen bei Aktiengesellschaften 32 mit 38057 Millionen im Juli gegen 15 489 Millionen im Juni und 15 577 Millionen im Juli des Vorjahres. Kapitalserhöhungen: Bei 40 Gesellschaften mit

Verantwortlich für Feuilleton und Vermischtes I. B.: Ernst Anderson.

21.80

159.70

128.50

8°/, 37.7, 3% 37,7« 37,7,

schäften,

I

Anhang, feg aofortoberi« :Ilung bei beifo

Telefonische Kursberichte

Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für and Industrie, Giessen.

Frankfurter llörse, 19. August, L15 Uhr.

eine Besprechung wegen der Abhaltung des diesjährigen Butzbacher ZuchtviehmarktcS statt, an der als Vertreter der Negierung Geh. Nat Fey-Friedberg, sowie Vertreter des Stadtvorsiaitdes unb der beteiligten Zuchtvereine, die nächstwoynenden Mitglieder der Land- wirtschastskammer und der Sekretär des Landwirtschaststannner- Ausschuiies teilnahmen. Mit Rücksicht auf die in der Zeit vom 18.20. September in Friedberg stattfindende Lreisschan verstän­digte man sich dahin, den Zuchtviehmarkt in diesem Jahre spater abzuhalten und in Verbindung mit dem am 19. Lltober m Butzbach stattsindenden Schweine und Krämermarkt zu bringen. Bei dieser (Gelegenheit wurde allgemein dem Wunsche Ausdruck gegeben, für die Zuchtviehmärlte feststehende Termine zu bestimmen und durch gegenseitige Verständigung die jeweilig geeignetsten Tlarfnnge zu vereinbaren. Ta die auf dem früheren Zuchtviehmarkte gültige Marktordnung sich bewährt hat, ivird ihre Beibehaltung für den diesjährigen Markt beschlossen. Ten Gemeinden und Züchtern wird einstweilen empfohlen, sich mit dem Ankaiu von Zuchtmalerial auf dem Butzbacher 'Markt, der mit Simmentaleru, Edelschweinen und Saanenziegen reichlich beschickt werden wird, einzurichteu.

Limburg a. ö. La h n, 18. 9lug. Fruch turarkt. Durch­schnittspreis pro Malter. Roter Weizen (nassauischer) 19,00 Mk., meiner Weizen (angebaute Fremdsorten) 00,00 Mk., Korn, altes, 00,00 Mk., neues 12,50 Mk., Gerste: Futtcrgerste 00,00 Mk., Braugerste 0,00-00 Mk., Hafer 10.0000.00 Mk., Erbsen 0,00 Mk., Kartoffeln 6,000,00 Mk.

4°/0 Oesterr. Goldrente. . 47S°/O Oesterr. Silberrente. 4°/0 Ungar. Goldrente . . 4% Italien. Rente . . . 3°/0 Portugiesen Serie I . 3°/0 Portugiesen III . 47,% russ. Staatsanl. 1905 47,% Japan. Staatsanleihe 4% Conv.Türken von 1903 Türkenlose . .... . 4% Griech. Monopol-AnL . 4% äussere Argentinier . 3% Mexikaner . . .

47,% Chinesen . . «

Aktien!

Bochum Guss . . . «

Buderus E. W. . .

Tendenz: schwach.

Eschweiler Bergwerk . .

Gelsenkirchen Bergwerk . 167.20 Hamburg - Amerik. Pakett 124.00 Harpener Bergwerk. . . 196.00 Laurahütte ...«» 183.25 Nordd. Lloyd.....93.50

Oberschles. Eisen-Industrie 101.00

Meteorologische Beobachtungen

der Station Gießen.

6. Mai 1909.geglaubt, ihren Standpunkt aufrechterhaltcn und von Zuwiderhandlungen des Staates gegen vertragliche Verpflich­tungen sprechen zu können, obwohl die Stadt:

unsren Vorschlag als zweckmäßig von Anfang an gebilligt

3nd

Der Schutzstreifen an der Irrenanstalt.

Wir erhalten folgende Zuschrift mit dem Ersuchen um Ver- 'öffentlichung:

Mit Genehmigung Großherzoglichen Ministeriums der Fi­nanzen, Abteilung für Bauwesen, geben mir in der Angelegen­heit des Schutzstreifens gegenüber anders lautenden Auslassungen 'folgende Darstellung:

Am 4. Oktober 1907 fragten wir bei Großh. Bürgermeisterei -Gießen an, ob gegen eine Auslichtung des Schutzstreifens, speziell am alten Schifsenberger Weg, Bedenken bestünden. Wir machten den Vorschlag, den unten ganz astlosen, und daher durchsichtigen Fichtenbestand soweit zu richten, daß niedrig bleibendes Unter­holz auslommen und den Durchblick verhindern könne. Darauf lud uns die Großh. Oberförsterei Gießen, der die Verwaltung und Bewirtschaftung der städtischen Waldungen obliegt, zu einer Ortsbesichtigung ein, bei welcher unser Vorschlag gutgeheißen, und die Ausholzung im Zusammenhang mit den städtischen Ar­beiten in Aussicht genommen wurde. Als bald darauf ohne unser Wissen die Ausholzung durch städtische Arbeiter 'vorgenommen wurde, hielten wir dies für eine Folge der ge­troffenen Verabredung und wurden in dieser Auffassung nod) -bestärkt, als uns die Bürgermeisterei am 30. November 1907 schriftlich mitteilte, daß die Stadtverordneien-Versammlung sich -mit der vorgeschlagenen Ausholzung und Anpflanzung von Unter­holz einverstanden erklärt hätte, weilb er Zweck des !Schutzftreifcns in dieser Weise besser erreicht -werd e".

Trotzdem wurde in der Stadtverordneten-Verf'ammlung vom 13. Februar 1908 gegen uns der Vorwurf erhoben,das Holz sei von der Bauverwaltung gefällt worden, bevor die Stadt ihre Genehmigung dazu gegeben habe; darin liege eine Vertragsverletzung". Man beschloß:Tie Stadt lege gegen das eigenmächtige Vorgehen der Bauver- waltung beim Fällen der Bäume Verwahrung ein."

Selbstverständlich wiesen wir in einem am 15. Februar 1908 an die Stadt gerichteten Schreiben diesen Vorwurf zurück und be­tonten, daß wir selbst keinerlei Auftrag znrn Fällen der Bäume gegeben hätten. Gleichzeitig baten wir um öffentliche Berich­tigung der zum mindesten im Wortlaut falschen Anschuldigung und erboten uns zu einer mündlichen Aussprache, um Wei­teren Mißverständnissen vorzubeugen.

In der nächsten Sitzung der Stadtverordneten wurde unser Schreiben nicht erwähnt; ebensowenig erhielten wir eine Ant­wort. Auf eine Erinnerung vom 7. Ddärz 1908 antwortete die Bürgermeisterei am 8. Äkärz 1908, die Sache sei auf die Tages­ordnung für die Sitzung des 12. März r. .gesehen, von einer Rücknahme des Tadels könne jedoch keine Rede sein. Eine Be­gründung der städtischen Auffassung erhielten wir nickt. Wir

KLCINC KlflS

Türk. Tabak-& Cigaretten-FabrlkKios" o E. Robert Böhme, Dresden,

^tieftet. . Vilbel« ta

General-Anzeiger für Gberhesfen

47 422 Mill. Mk. int Juli gegen 41 358 Mill. Mk. im Juni und 54044 Mill. Mk. im Juli des Vorjahres. Gesellschaften m. b. H. wurden int Juli 315 gegründet mit 42 710 000 iOtt. Kapital gegen 27 218 000 Mk. im Juni und 29 863 000 Mk. im Juli des Vor­jahres. Kapitalserhöhungen sanden bei55^ Gesellschaften _statt und sie haben im Juli bet'

politische Tagesschan.

Neber die Haltung des Zentrums

bei der Reichstagsersatzmahl in Neustadt-Landau wird - herNationalztg." geschrieben:Die scheinheilige Zentrums- parole in Neustadt-Landau, die offiziell auf Wahlcnthaltung i lautete, wird durch mancherlei Begebenheiten, die nach­träglich bekannt werden, in das rechte Licht gerückt. In einemschwarzen" Orte des Wahlkreises wurde vormittags durcb ^cn Volizeidicner ausgeklingelt, daß man nicht zur Wahl zu geyen hätte, die frommen Wahlschäflein blieben infolgedessen Hause, und der böse liberale Feind wurde dadurch in Sicherheit geriült. Nachmittags wurde nach­dem die Drahtzieher des Zentrums durch Telephonmeldun­gen ihre eingewechten Unterführer instruiert hatten in demselben Orte durch denselben Polizeidiener die Parole ausgeklingelt: alle Stimmen für Huber, und brav wurde infolgedessen Huber von den Zeutrumsmannen gewählt. Älus einem anderen Orte des Kreises kam der Vorsitzende des Kriegervereins zu einem nationalliberalen Parteiführer und bat um Mtschuldigung, weil fast alle Mitglieder seines Vereins in der Stichwahl sozialdemokratisch gestimmt hätten, aber der Herr Pfarrer sei ja in jede Wohnung gegangen und hätte aufgefordert, unter allen Umständen den Huber zu wählen, damit der nationalliberale Kandidat nicht siege." Hoffentlich wird das Zentrum in der Lage sein, diese An­gaben zu widerlegen.

dann nicht gefährlich, giftig rc. sein. Tie früheren Des- insettionsmittel aber waren es, fast wohl ohne Ausnahme! Wieviel Unglück ist dadurch entstanden, wieviel Menschen gingen durch den fahrlässigen Gebrauch derselben zu Grunde! Glücklicherweise hat dies nun aufgehört, denn Automors ist ungiftig, kann daher unbesorgt von jedermann gebraucht werden, umsomehr da selbst die schwächsten Lösungen (i/2 bis l<yoige) vollkommen zur durchgreifenden Desinfektion genügen.

Geruchlos, gefahrlos und zuverlässig, das ist das Kri­terium der Automors-Desinfekiion. Welch ein Unterschied gegen früher! Es ist da wir.lich nicht so verwunderlich, daß das Wortautomorficren" so schnell zu einem geflügelten wurde, ja daß selbst ein besonders eifriger Verehrer der geruchlosen Desinfektion jicj zu einem kleinen Vierzeiler: verflieg, oen ich dem Leser nicht vorenthalten wall;

Fort mir der riechenden Desinfektion, Verdruß nur und Aerger hat man davon! Willst geruchlos du besinfizieren, So mußt du automorfieren!

M. tuci»»ucri;

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je liegt

95.45

86.00

95.35

86.00 94.10 93.00 99-90

99.25

95.50

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Darmstadt-'

^ufomorslere

ein geflügeltes Wort!

loben im Juli betragen 3 527 000 Mk. gegen 3 232 000 ....... Juni und 8 942 000 Mk. in der gleichen Periode des Vorjahres. Die Gesamtsumme des neninvcstierten Kapitals stellte sich lautFranks. Ztg." im Juli 1909 auf 131716 000 Mk., nn Juni auf 87 360000 Mk. und im Juli des Vorjahres auf

durchaus Selbstverständliches Eingenommen, und hrute fragt man sich, wie war das nur möglich!

Riechen und Desinfizieren war für manche Menschen ein Begriff. Wenn ein desinfizierter (Gegenstand nur roch, dann war man beruhige! Wie werden diese Leute sich nun mit der Tatsache abfinden, daß Automors geruchlos desinfiziert, und zwar fünfmal so stark wie z. B. Karbolsäure, die doch bekanntlich noch immer als das zuverlässigste und stärkste Desinfektionsmittel angesehen wurde.

Automors riecht nicht nur nrcht, es schafft auch eine gute und reine Luft, da es die schlechten Gerüche einfach zerstört und die Mikroorganismen, welche diese verursachen und immer von neuem btlben, sofort abtötet. Gerade dieses letzte, das sofortige Abtöten der Bazillen, Bakterien, Spalt­pilze rc. durch ÄutLmors, ist so außerorbemria) wichtig. Sie werden hierdurch unwirksam und tonnen sich nicht ver­mehren. Erst hierdurch laun der Verbreitung von anstecken­den Krankheiten wirksam entgegengeireten und ihnen der Schrecken genommen werden.

Ein Mittel, welches aber ansteckende Krankheiten und Seuchen verhindern sock, muß jedermann zugängig und darf

Ein geflügeltes Wort? Woher kommt es, wer hat es geprägt? Ja wer das wüßte! Es ist plötzlich da, jeder kennt es, jeder spricht es aus, jeder weiß seine Bedeutung! Bis in die kleinste Stadt ist es gedrungen: automorfieren heißt geruchlos desinfizieren.

Diese schnelle Verbreitung des Wortesantomorsieren" ist wohl der beste Beweis, daß die geruchlose Desinfektion ein ebenso dringendes wie selbstverständliches Bedürfnis, eine Notwendigkeit ist. Endlich nitiit mehr die üblen Des­infektionsgerüche atmen, endlich nicht mehr daran erinnert sein, daß dort, wo esnach Karbol riecht", etwas nicht 'n Ordnung ist!

Automorfieren geruchlos desinfizieren! Wie ist es nur denkbar, daß man nicht bereits früher darauf kam? Jahrzehntelang hat man die Desinfektionsdüfte als etwas

239.25

116.50

Die griechische Flagge

weht nicht mehr über Kreta. Gestern früh um 5 Uhr landete eine aus Matrosen der Schutzmächte zusanimengestellte Kom­pagnie in Kreta und beseitigte den Flaggenmast der griechischen Flagge, da diese selbst wegen der frühen Morgen­stunde noch nid)t gehißt war. Durch das Vorgehen der Schutzmächte ist die Pforte lebhaft befriedigt. Der türkische Minister des Innern hat an sämtliche Walis den Befehl Ergehen lassen, Maßregeln zur Aufhebung des Boykotts der griechischen Schiffe zu treffen. Die griechische Regierung "hat inzwischen die Pforte ersuck)t, die Beantwortung der letzten türkischen Note bis Freiiag aufschieben zu dürfen. Der türkische Ministerrat hat sich hiermit einverstanden ct- cklärt. Zugleich mit dem Ersuchen um Verlängerung der Frist zur Beantwortung der letzten türkischen Note hat die 'griechische Regierung dem türkischen Gesandten in Athen mitgeteilt, datz der Hauptmann Spyresilios, ein leitendes Mitglied des mazedonischen Komitees, verhaftet worden sei. Dieses Entgegenkommen Griechenlands und die Lan­dung von Truppen der Schutzmächte werden ooraussicht- ftch dazu beitragen, daß die Kretafrage ruhiger als bisher behandelt wird.

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August

1909

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Sonnenschein