Ausgabe 
16.2.1909 Erstes Blatt
 
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f(£zm cas* ?6 S.:«robncr 1 '5t>refhft:!Tf Dann loirnncx Mainz mt: 37, Terror ot mit 38, <^trBen unb tiorm5 mit 40, Cnrn* Inrti mtt la, Tmebberfl nrit 59 ufw 2ir gröberen etSxt H eiben afio roefentlidi un:-i bcm Durchschnitt von 83. Io den -Lanbst^ r n torimi n* UN* 120 lnrm»bnrt eine Smechllrlle, bod# bleiben einige Crt^ne^ ganz ertrMid» noch bah-ntet zurück. Sir nnflünitigitm Imrdy'rfmitt^ablrit ergeben f:d) für Romrod 40#;, Schliv 46i nno Homberg, Tberheffen, wo fogar erst auf '«Den 475. ( Duixttr ein** i .teilt entfällt Im ab<?e- taufenra Iahrc sind von den 14 001 ^trnfprctbOrdai de- Landes *21,3 Millionen Gespväche geführt nnrben, unv zwar innerhalb der Ortsnetze 1N,Ü. nach außerhalb 2,7 Millionen: hiernach entfallen toui jeoc Sprechstelle rund 1160 Ort-e und 185 Jem- Lxspräche.

Eoang. Bund. Ter am Sonntag abgehaltene Iamilienabend war itoq vieler sonstiger Veranstaltungen erfreulich zahlreich besucht und bot ein gediegene-, dankbar aufgenommenes Programm. Nachdem dec eoang. Kirchen- gesangverein zwei einleitende Chöre meisterhaft und wirkungs­voll gesungen hatte, hielt Pfarrer BechtolSheimer den angekündigten Vortrag über .Die Gegenreformation in der Kurpfalz*, dessen Hauptgedanken demnächst in einem bc- sonderen Artikel gebracht werden sollen. Tie interessanten Ausführungen, veranschaulicht durch einzelne Episoden auS jener traurigen Zeit, fanden reichen Wiederhall und Beifall bei der Versammlung. Mit zwei Liedern beschloß dann der Kirchengesongoerein harmonisch den schönen, anregenden Abend, und der Dank deS Vorsitzenden an den Vortragenden, be­sonders aber an den Dirigenten des KirchengesangvereinS, Professor Trautmann, der trotz seiner in diesen Tagen so anstrengenden Arbeit den Thor geleitet hatte, war ebenso herzlich alS reichlich verdient.

Zur ersten KreiSoorturnerstünde deS Mittel - rheinkreiseS m diesem Jahre hatten sich die meisten Gau- turnwarte mit dem geschäftsführenden und Turn-AuSschuß am Sonntag den 14. Februar in der Halle des Frankfurter Turnvereins eingefunden. Der Turnplan, der zur Einübung kam, enthielt Schwenkungen am Ort unb im Marsch von Frey-Mainz, Keulenübungen mit Armkreisen rücklings vorn 1. KrelSturnwart Volze-Frankfurt, Hebungen am Seitpferd von Mellcr-Bockenheim, Seitsprünge am Barren nut Schwung­brett von Maurer-Dannitadt, Freiüblmgen (besonders Haltungs­übungen) von Poller-Malstatt unb Spiele vom 2. KreiL- 'Turnwart Münch-Hachenburg. Durch bie Gau-Turnwarte erfolgte alsdann bie Beratung einer neuen Riegenturnordnung, die den seitherigen Unterschied zwischen Muster- unb Vereins- riegen fallen läßt, unb die schon am Tage vorher den Turn- auüschub beschäftigt hatte, so baß sie dem KreiS-Turntag am 28. März zur endgiktigen Beschlußfasinng vorgelegt werden kann.

Männer-Turnverein. '.Im Samstag, den 13 Februar, hielt der M. T. D. seinen Ataslenball in samt lüheu festlich dekorierten Räumen des Steins Garten ab, der außerordentlich stark besucht war. Unter den sehr zahl Tcid)cn Masken waren nicht allein kostbare und eigen artige, es waren auch sehr originelle Kostüme vertreten Geboten wurde mancherlei, dock mußte man von verschie denen geplanten VeranstatNmgen Abstand nehmen, da bei ber Große der Mitgliederzahl und der außerordentlich leb rlxiftcit Beteiligung an derariigen Vergnügungen die zu <4k Dole stellenden Raume zu klein sind. Die Stimmung war vorzüglich. Ein ikarussell, da- fortwährend stark besetzt war, miß nidpt loenig zur allgemeinen Fröhlichkeit bei. "Die Regimentsmusik spielte fleißig zum Tanz auf und das Vergnügen dauerte bis zum lichten ^Morgen. Am Sonntag nachmittag vereinigte man sich zu einem gemütlichen Zu fammenscin auf der Karlsruhe. Auch hier war ivicbcrum d'e Stimmung der ebenso zahlreich Erschienenen recht am in tert.

Tei Gabelsberger'fche Stenographen^ Verein am Realgymnasium und der Oberrealschulc konnte am 14. Februar 1909 auf em 30jährigeL Bestehen zurückblickcu. Während dieser ganzen Zeit ist es immer sein Aestreben geiuefen, bie Gabelsberger'sche Stenographie zu för­dern und zu ihrer Verbreitung beizutragen. Schon tüchtige Grafte hat er der GabelSberger'schen Schule geliefert; sind doch bei BunbeSvorsitzende Prof. Pfaff in Darmstadt unb der stellv. BunbeSvorsitzende Dr. Pitz in Alsfeld au5 ihm hervor- gegangen.

M Stabttheater. Zur heutigen Aufführung der Einakter be6 Rokoko-AbendS sei mügetedt, daß berVerfasier deSFaschingS- spieleS »Die vertauschten Schäfer^ Dr. Lubwig Leoui Schücking auS Göttingen ber Uraufführung seines Werkes bestimmt beiwohnen wird.

Das Kaiser-Panora ma bietet tn biejer Woche tolebet eine sehr interessante Serie von Bildern, nämlich cme Wanderung im Schwarzw alde. Tie nnS vorliegende Route nimmt ihren AuSgang vom Schlöffe Rastatt unb sühn unS nach dem romantischen Lierbachtal, nach Ortenburg mit feinen Weinbergen, sowie nach Freiburg unb zeigt uns malerische Szenerien aus bem sagenumwobenen Höllental, von ba geht eS über Neustabt nach dem herrlich gelegenen Titisee und nach bem prächtigen Walbkirch, wo bi: eine reiche Fülle köstlicher Augenwelbe bietende Tour ihr Ende fiiibet. Wir können den Besuch ber in ben anberen Städten mit vielem Beifall aufgenommenen Serie nur empfehlen.

Verhaftet. Der vom Großh. Amtsgericht Mann- bttm sleckbnestich verfolgte Schlaffer Johann Dietz aus Marktliberl wurde gestern hier festgenommen.

Diebstahl. AuS einem HauSgarten der Bleichi^raße routbe in vergangener Nacht eine Partie zum Trocknen aus­gehängte Wäsche von unbekannten Tätern gestohlen.

** >schlägerei. Am Sonntag abend kam eS aus LCroolb« Garten zwischen jungen Leuten zu einer Schlägerei. (Emer davon will von drei anderen ohne Grund überfallen roorben sei. Die Sache wird ein gerichtliches Nachspiel haben.

Steinberg bei (Hießen. I » Febr. Der Turnverein Ctu t H r i l" feierte am Sonntag fein Wi ntervcrgn ü ßf n tu seinem Vere,n>ivkalZnm grünen Baum ba^ voll- ständig 'efeßt ivar Nach einer Begrüßungsansprache de- 1. Bonigenden Loui> Schäfer, begannen die humo nirifdicn und theatralischen Bon rage, die sehr gut angeführt wurden Neichen Beifall >anö der von i Domen au», tieiührte steigen md das von ihnen dargestellte übende »ilb:Eine Fischergrnppe". Gegen 2 Ubr mar dar) Bro-

gramm zu Ende und eS ging ;nm gemütlichen Teil über, ?on dem man sich bann erst am frühen Morgen trennte.

----- Hausen bet Gießen, 15. Febr. Gestern fand ba­sier in bem geräumigen Saale von Wallbott em sehr be­suchter Familienabenb beS Evang. Bunb eS statt, in :ent Pfarrai'i'tent Hanstetn von G ehen einen mtercffanlen ^ichtbilderoortrag über Sübwesl-A'cika hielt. Schüler ber 1. Klaffe trugen entsprechende Gedichte vor. Auch in Garbe»teich wird am nächsten Sonntag ein gleicher Vor­trag gehalten, wobei die dortigen zwei Gesangvereine ihre Mitwirkung zugesagt haben.

(9L) Ödenhaufen iRabenau, 15. Febr. Nachdem vor 14 Tagen hier eine Versammlung einberufen war bebufd C'/rünbung eines Krieger Vereins und 27 Mann ihren Beitritt schriftlich erklärten, tagte am Sonntag abermals eine Versammlung, in der zur Gründung des Vereins ge­schritten wurde. Ter Verein zählt 30 ordentliche Mit­glieder und hat seinen Beitritt zum Bezirk Grünberg, sowie zum Hassiaverbände erklärt. Bezirkspräsident Ranft von Grünberg leitete die Versammlung. Als erster Vorsitzender wurde Bahn Hofsaufseher Weber, als Stellvertreter Guts­pachter Seuermann gewählt. Nachdem der geschäftliche Teil erledigt war, hielt Herr Ranft eine Ansprache an die neuen Kameraden, die mit einem dreifachen Hoch auf S M. den Kaiser und S. L H. den Großherzog schloß, in das alle Anwesenden begeistert einstimmten. Der Vorsitzende dankte im Namen des Vereins Herrn Ranft für seine Mühe und brachte ein Hoch auf ihn aub.

= Londorf, 15. Febr. Der Gesangverein Froh­sinn veranstaltete gestern abend fein Wintervergnügen in Gestalt eines Konzertes, das als durchaus gelungen zu be­zeichnen war. Die Chöre waren eine anerkennenswerte Leistung, nich die Toppelquartette und Duette verfehlten ihre Wirkung nicht. Ter erprobte Verein unter feinem rührigen Dirigenten, Lehrer Trinkhaue, hat gezeigt, daß er vorwärts ge­kommen ist.

---- Hörnsheim, 15. Febr. Unter starker Beteiligung feierte der Turnverein sein Winterfest. Für Unter­haltung war bestens gesorgt, die vorgetragenen Couplets wurden gut auSgesührt unb ernteten großen Beifall. Konzert unb Tanzmusik bilbeten ben Schluß beS Festes.

? Tra-Horloff, 15. Febr. In einem von ber Gewerkschaft .Friedrich" erbauten Miethause brach gestern abenb gegen 11 Uhr im 2. Stockwerk auf noch nicht auf­geklärte Weise Feuer auS. Die Mieter ber Wohnung, in der das Feuer zum AuSbruch kam, drei junge Leute, waren am Abend auswärts. Man bemerkte ben Branb erst, als fchon bie Flammen zum Dache herauSschlugen. Sofort wurde die hies. Feuerwehr alarmiert und ihr gelang es bald daS Feuer zu löschen. Während der obere Stock und Speicher- räume vollständig auebrannten, haben die Wohnungen im ersten Stock, die aufgeräumt worden waren, nur durch das Wasser gelitten. Ein kleiner Hund, der von den Mietern in der Wohnung eingeschloffen war, fand in dem Qualm feinen Tod.

[J Muschenheim, 14. Febr. Am Donnerstag sand im Rathaussaale eine Versammlung des DolkSbildungS- Vereins statt, in der Pfarrer Köhler über die Luft- fchlffahrt sprach; insbes. entwarf der Redner ein lebens­volles Bild deS Grasen Zeppelrn. Für seinen Vortrag erntete der Redner am Schluffe reichen Beifall und Lehrer Giinther sprach ihm den Dank für seine Ausführungen au5. Der Gemeinderat beschloß auf Antrag deS Lehrers (S. die Er- iichtnng einer Eisbahn; sie wird auf die Wiesen in der Nähe be» Brunnens für bie Wasserleitung kommen.

O Laubach, 1b. Febr. Einen seltenen Kunstgenuß bot der Aerkehrüverein gestern abenb in ber Aufführung bes Rhem-Mainischen VerbanbStheaterS bem Publikum aus hiesiger Stabt, sowie aus umlicgcnbcn Ortschaften, bie bc- sonberö gut vertreten waren. Gespielt würbe ,DerKon igS - Icutnant* von Gutzkow. Tie Dlitroufenben boten vor- treffliches Mienen- und Zusammenspiel, besonders sind die Darsteller beS Königsleutnants und deS Rats Goethe sowie Die der Seekatz und des jungen Dichters (dargestellt durch eine Dame- hecoorzuheben. Der Saal war gefüllt bis zum letzten Platz, den Fortbildungsschülern waren ermäßigte Preise gewährt worden; auch die gräflichen Herrschaften wohnten ber Vorstellung bei.

(9L) Höckerüdorf, 15. Febr. Unsere Gemeinde hat beschlossen, im Laufe d. A ein neues SchulhauS zu bauen, da fich das alte als zu klein erwiesen hat. lieber den Platz ist man noch nicht ganz einig.

w. Stromberg, 15 Febr. Das bei cuian WernlMidlrr in Bmgcn bedien stete Lauoniädchen S Sonncr von hier gab vor drei AUmaten ihrem britieu Kinde das Leben und durch- schnitt dem kleinen Wesen sofort nach ber Geburt den Hals Ten Leichnam begrub das Mädchen im Keller. Heute wurde Verbrechen aufgcderkl, doch entzog sich das> Mädchen seiner Ver Haftung durch Flucht

? Stob beim a. b. Bieber, 15. Febr Der Gewerbe - verein Halle für angehende vandioerker unb Geschünsleutr einen Buchführungskursiis ins Leben gerufen, zu bau fich 13 Teil- nebrnrr nrhmbeu batten Kursusleiter sowie auch 3nttrcfieniai sprachen sich zum Schlufse nur lobend über ben Erfolg des KlnfuS aus Die gewerbliche Zeichenschuir mit mehr als 10 Schüler soll auf Wunsch des 3entralnorftanbe4 mit Beginn des neuen Schuliobrer in zwei Klassen gtitill werden

AuS der Rhön, 15. Febr. Der Händler Sixtus Hahn, der auf dem Kreuzberg in der Nähe des bekannten Masters wohnte, war spur abends nach dem Kreuzberg marschiert und trug einen schwer gepackten Rucksack auf dem Rucken. Oben angelangt und mir noch wenrge Schritte von feinem Hause entfernt, verließen ihn bei ber großen .Kälte die .'kralle. Er fank in den mehrere Fuß tiefen Schnee unb nntrbe am nächsten Morgen erfroren aufgeftuidcu.

** Kleine ÜJt i 11 e u u n g c n au» 5>ciien unb ben Nachbarstaaten. Beim Rodeln am Fuä,sianz creig nrtr sich ein iötlichcr Unfall. Ihn junger Mann bradi da- Genick und nxir sofort tor. Hi« weircre 'Zerfoorn erliitrn Beinbrüche Ter 36icbrig: Fuhrmann Barl Grimmel cu-j Marburg, der griKnt müt-tg zur Verbnßiiug cinrr Strafe tn. Frankfurter Holizei-efängnis gebracht nniroe, har füt) tv:: an feinem Taschentuch erhängt

wlinScrn und Reifee.

** V. H. C. Am Sonntag hielt der Vogelsberger Hohcnklub, Zlveigvervrn Netzen, seine 11. Bern ns Wanderung 1908,00. ab. Are fast alle vorhergegangenen, erfreute sich

auch diese Wanderung wiederum des schönsten Setter* unb einer regen Beteiligung; sogar eine Rodlcrabtellung war anwesend, ohne jedoch ernstlich m Tätigkeit zu rre;cn. Ter Himmel hatte feine freundlichste Miene ausgesetzt, goldener Sonnenschein durchflutete die verschneite Winterlandschast und der grimme Nordvst, der nod) tags zuvor sich so emp­findlich bemerkbar gemacht hatte, hielt seine Sonntags­ruhe Der Weg führte von der Labnbrücko über Gleiberg, Krofdorf und Fellingshausen nach bem Dünsberg. Bot auch stellenweise ber Ausflug durch den im Walde liegenden 3ebner ferne Schwierigkeilm, so ließen sich bie Wanderer dadurch nicht zurückichrecken. Wacker und unverdrossen er glomm die stattliche Schar bet Teilnehmer, 36 an der Zahl, in ca. '. stündigem Anstieg den tüpfel des Berges, woieldst der biedere Turmwarr für die nötige Heizung unb Stärkung sowie wärnienden Mokka und sogar Ktcppcl gesorgt hatte Die Aussicht von» Turm war allertnngs ziemlich begrenzt, doch gerade die nähere Umgebung des Dünsberges, die schneebedeckten Wälder und Felder, Dörfer und Gehöfte ge­währten dem Auge des Beschauers einen reizvollen An­blick Nach reiflich ernstündigem 'Aufenthalt erfolgte ber Abstieg uno zwar, um die Wanderung würdig zu beschließen, nach dem idyllischen Dünsbachtal, lvelcher Weg der steilste ist Doch mit Humor unb unter großem Gaudium aller Teilnehmer wurden auch diese Fährnisfe überwunden, ba5 schöne Tälchen sowie daS anschließende Biebertal durch­wandert und in Dieder, teilweise auch erst am Adendsrern die Wanderung befdjlofieiL TieRitter von der Gemüt­lichkeit" ließen eS sich jedoch nicht nehmen, in Sachsen­hausen bei Gang und Scherz noch einen Schluß trank zu verhaften".

<ßerid?t»faaL

Kriegsgericht. Zn der eiten Kaserne tagte ant Montag vormittag das Kriegsgericht der 25 Division AIS Infiagr- Vertreter anuiene KriegSgerichkSrat £ Genauer. Der Gerichtskvi bestand aus dem Krirgsgeriäusrai Koch als Herhanblluigsleiter, dem 'Major v Wunsch als BorfiSenden, bem Hauptmann von ftamrcfr, KricgsgerichtSrat Hest unb Cbfrlrumanl r Pen- al< Beisiper. 3m ersten verhandelien Fall handelte eS sich um Fahnenflucht Ter Me-gerburfche .oernt. Kin; er au« bem Fürstentum Birkenfeld war im Juli 1907 als Rekrut in St Wendel ausgemusteri, er ivar für bao 7u Ins.-Regt bestimmt und hatte einen Urlaubspaß bis zu feiner Einberufung erhalten. Tiefe konnte aber nicht erfolgen, weil Kuuzer ,ich auf die Wander- id^aft begeben hatte. Er ist ui der Verkmblung geständig, fid| im '.'llislande bcnimgcuifben zu haben. Er bat an' dem Wege bahin eine Anzahl (4annionni berührt, er will aber im Ttangc des Wanderns an eine Meldefrist iiidjt gebuht haben, feinen Ur laubspaß hätte er verloren. Auf feinem Bummel kam ocr Mann wieder nach Teutschland, er will Dcrgclieni Arbeit gkfudu Hoven

sei er nach Mainz gekommen unb meu es ihm uit Dein Aller- notwendigstcp gemangelt Irat, habe er kurz cntfcblciien, twrt eutc große Lpiegelschcibc un Werte von 100 Mark zertrümmert, lebig lieh zu bau Zweck, um Ldbach unb .Kost zu befcntuun. Kriege gnichtsrat Obemmer beantragte ipegm Fahnenflucht eine Ge- iängniSstrafe von 7 Monaten unb Versetzung in bie 2 Klaffe 0«S Solbatenstandes Der Gcrichtshi" erkannte unter (tuinr* ztehung ber Strafe wegen 2xuhbefd>äbinuiig auf eine Gesamt ftcarc von 9 Monaten unb verletzte ben .ihntier tu bie 9. zt laste desStilbatenftdiibecx Weiter wurbc gegen ben Hillzhoboin>-n Unterviiizier Berwlb Klober vvu bet LeibkouwagNic des UH Fnf.-RegtS. wegen Sullichkeitsverdred-ens vethanbeu Als ver. leidiger war Fustizrat Metz erschienen. Die Verhandlung, zu der 9 Zalgen geladen loarai, wurde unter Ausschluß bet Ceiiaitlid) teil geführt Klöber wurde zu 1 Fahr Gefängnis ver­urteilt, es wurde ferner seine Degradation ansgesprvlhen und er außerdem iu die 2. Klasse des Solbatenstonbcs versetzt Au» ber öffentlichen Begründung des Urteils ging beroor, baß ber Ck richtshoi ttvtz des Leugiiens beS Angellogten Oie lledetzengung von feiner Schuld erlangt habe

Poisbam, 13. Febr. Der zwanzigjährig' GlasardeUer Albert König pms Rietz Neuenborf wurde heule vom Schwur­gericht Potsdam iVv Raubmords htiuloig gciDrodxn unb zum Tobe verurteilt. Köllig haue am 9. Januar beu Arbeiter August Fibel Varn tut Fagen 42 des Forsttcoiers Lieye crnwtoei unb beraubt. -------------

Vermischte*.

König Eduards Schlagfertiglcit Die Schlagfertigkeit König Eduards unb feine Llugheit spiegelt sich auch tn der großen Zahl der Lnckdvten, die man fid) von dem königlichen Gaste erzählt Hier nur ein paar Beispiele: Der König war einst Gast bei einem Lord und wurde nach der Mahl.zeil mit feinem Gefolge tn den Billardsaal geführt. Da stunden auf kleinen Tischen einige Listen mit Zigarren, unb bar Lonig wollte sich eben be- bienen, aL ein Millionär zubringlich an üjn hcrantral unb ihm seine Zigarrentasche hinhicll mit den Lorten:Nehmen Sie nur diese, Majestät sie sind wett besser." ^Werter Herr," erwiderte der König mit vornehmer Kälte,wenn dar» Essen meines Gastgebers für mich gut genug war, so werden es auch feine Zigarren sein." Eine schneidig- Abfertigung erfuhr einst ein Edelmann, bem König Eduard als Prinz von Wales fdjt gnädig gesinnt war. Der Herr glaubte bald ein förmliches Recht auf diese Freundlichkeit zu besitzen und verstieg sich endlich zu der Wette, er werbe sich nächsten:.' vom Prinzen bebienen lassen. So geschah es, daß der junge Edellierr nach einer '.stiochlzeit tm Rauch­zimmer fich an den Prinzen mit der kühnen Aufforderung wandte:Lales, klingeln Sie doch mal, »ch muß etwa trinken." Die Galle waren fall sprachlos bei dieser Zu­mutung Der Prinz aber erhob sich lächelnd vom Dl atz

unb setzte die Llingelschnur in Bewegung. Unb als ein Diener leeretntrcü, erklärte ber Prinz ntü ruhiger Be­stimmtheit :Lieser Herr will nad) Hause fahren, bitte, bringen Sie ihn zu feinem Wagen "

Heldenmut eines deutfcheu Mat rosen. Uebet bie wackere Tat eine» Siegerlander» kommen Mel­dungen aus Buenos Aires. Em englischer Tamvfcr war in der Höbe von Periiambiico in schweren Sturm geraten, und eine ungeheure Stnezivelle riß bie labbrige Dochte» de Kapitäns über Bord in bic losende See. Die aus­gesetzte Rettungsbarkc wurde vom Sturm zerschlagen. Ta Iprang der Obermatrose Kcßler aas Riederfchelben ins Meer. Er erreichte das Kind nach übermenschlicher An­strengung und hielt c5 solange über Wasser, bi Rettung gebracf)| werden kennte, .kcßler imixbc in» Hospital ge- 1(1)0111, von wo er. noch Langet jchwcrer Kranlhcu nun* mehr genesen, in feine Heirngt zurückbcsördert werden wud.