Ausgabe 
15.11.1909 Zweites Blatt
 
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Zweites Blatt

159. Jahrgang

Nr. S68

General-Anzeiger für Gberheffen

9

Deutsches Kctcb,

und der Professor Dr. yans Thonta.

Snin Wiederbeginn der Aammettagung.

RD. Darmstadt, 15 Nvv

Montag 15 November 1909

» Rotottonfbnief an» Verlag der vrüdllch«

Unwerl'uälS - Buch- and 6tembrud«d.

I (&< E Ä. Lang». ®te6en.

Redaktion. Expedition and Tntdereü strafte 7. ExvedlNon and Verlag: 6L

Redaktion:«-^ 11L. LeU-Adr^Anjetger«rebea»

Hdjetm lGtzllch mtt Ausnahme des LannwgS.

DieHietzenet AamNiendlStter" werden dem Urweifler* viermal wöchentlich beigclegt, da» 'KrtUblotl ffli *1 Kreh «letzen' zweimal «öchenlltch Die£aBb»irtjd)aftlld)en icit» haft«* erlchemen monatlich iroeimeL

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ortschrittl.pohtl fildungs Vereini &n /ortrag ftM Die Volksbewegung « 1848 und ihre Bedeute! für die Gegenwart?1

Me willkommen.^!£

Deutsche Kolonien.

Die Hamburg-Amerika-Linie beschloß, nackdem eit Jahren bereits die Dampfer ihrer ostasiatischen Linie ei Bedarf Tsingtau anlcrufen, oieses nunmehr in An- etracht seiner wachsenden Bedeutung als Handelsplatz und afen in ihren regelmäßigen Fahrplan der ostasiati- chen Linie aufzunehmen und zunächst einmal monatlich .nSutaufeiL

Zur Lage in Ungarn.

Der Streit der Krone mit dem von der Unabhängigkeits- vartei beherrschten ungarischen Parlament ist in ein neues Sta­dum getreten. Bekanntlich hat er bisher nicht mir bif im Pakt manschen der Krone und dem Koalitionsministerium Wekerle (April 1906) vorgesehene Einführung des allgemeinen Wahlrechts ge­lindert, weil die llnabhängigkeitsvartei diese von den nationalen Konzessionen auf dem Gebiet des Heeres und der Bankfrage ab­hängig machte, sondern er mußte auch die Tätigkeit der Dele­gationen lahmlegen, weil die Unabhängigkeitspartei nicht ohne iveiteres für die Hecresreform, die Marineverstärkung und die Annexionskredite für Bosnien und die Herzegowina zu haben mar. Wohl scheint die Krone auch jetzt noch auf ihrer Ab­lehnung der obigen ungarischen Forderungen zu bestehen, ab« te kann immerhin von Glück sagen, daß die Unabhängigkeitspartei .ich am 11. November getrennt hat, indem Franz Kossuch ihr Lager verließ, weil er sich mit den Programmforderungen Jusths nach der Errichtung einer eigenen ungarischen Dank bis zum Jahre 1911, sowie der endgültigen zollpolitischen Trennung Un- qamä von Oesterreich nach dem Jahre 1917, bis wohin der ! letzte Ausgleich läuft, nicht länger identifizieren Iahen wollte.

Zwar sind Franz Kossuth, der die Danktrennung ohne be- stimmten Termin nur im Prinzip, wenn auch unter sofortiger Aufnahme der Barzahlungen, ausgesprochen sehen wollte, mir 74 Mitglieder gefolgt, während Justh deren 120 hinter sich hat, aber die unbedingte Vorherrschaft der Unabhängigreitspartei im ungarischen Reichstag mit ihren fast 300 Mandaten der Rest oon ca 100 Abgeordneten hat noch Nicht definitiv Stellung ge­nommen - ist damit gebrochen. Der wankelmütige Koiiuth hat nun endlich Farbe bekannt und sich der Versa.smigspartei und katholischen Vollspartei in seiner Auffassung genähert so da damit, mag auch die Justhpartei die unabhängige Linke und vielleicht auch die Abgeordneten der Nationalitäten ins Schlepptau nehmen, Verfassungspartei, katholische Volkspartei undKossuthianer immerhin über eine Majorität von 15 bis 20 stimmen im angarisckien Parlament verfügen. Dieser neuen Situation haben Denn auch Justh als Präsident des Reichstags, sowie die beiden Vizepräsidenten Rattyany und Merey bereits Rechnung getragen, indem sie ihre ihnen von der bisherigen Mehrheit anvertrauten i Aemter niederlegten, worauf der ungarische Reichstag an Stelle Rusths den Kossuthianer Alexander Gaal und zu Vizepräsidenten Naawav (Verfassungspartei) und Stefan Rakowsky (Volkspartei)

Es Fann schon jetzt als feststehend angesehen werden, daß Zusth und seine Leute nicht nur die Verabschiedung des Staats- yaushaltsetats und der Wahlresorm des Grafen Andrassy, son­dern überhaupt jede gesetzgebernche Tätigkeü im ungarischen Par­lament mrd in der von diesem zu wählenden ungarischen Delc- lation durch Obstruktion unmöglich machen werden.

Nachdem der jetzige Ministerpräsident Dr. Wekerle am Svnn- <ag wieder vom Kaiser in Audienz empfangen worden ist, werden im Montag Graf Andrassy und Franz Kossuth mit dem Kaiser über die durch die Srenitung der Unabhängigkeitspartei neuge- chaffene Lage in der Wiener -Hofburg konferieren. Ob Sauer Vranj Josef als König von Ungarn jetzt zu Konzkiswnen in der Zank- und Heeresfrage an Kossuth bereit sein wird? Ob er ikaf Andrassy zur Zurücknahme seines Wahlreformentwurfs per- inlassen wird? Zwar verspricht die Mandatsftärke der neuen eoalition nur sehr wenig für eine gedeihliche Entwickelung Un- -arns aber immerhin kann die neue Situation eine Basis zu »'eueren parlamentarischen Zuständen in Ungarn bieten, wenn ub die Krone entschließt, ihren Frieden mit Kossuth zu machen. >-s wäre vorausgesetzt, daß die Interessen Oesterreichs bei dielen Konzessionen genügend gewahrt werden, nicht verständlich, wem, ne Krone diese immerhin günstige Gelegenheit wieder verpaßte, I lU§ Angst vor der ihr, wie es scheint ganz abhanden gekom- iienen Energie Sie steht vor einer folgenschweren Entscheidung: aird doch nach Carlyle der versäumte Augenblick nur zu oft zur Mutter von Jahrhunderten.

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Sonntag bett 11 d. M. aulid 3ege vom PMsovheim-Id d ur Walter schen WirMih \ Äeleck ein goldenes ölebaili nit zwei 'rhoiogravhien.

Zu erfragen in der (Mth teile des siebener Aineig!«!

pektor in Bewegung fetzen, die, wie es tatsächlich in ctroem Treife öorgdburmen ist, akeiclUeitig in zwn Wagen im Dj1 rschienen und natürlich auch ihre nicht geringen Diäten und Meile oesen llamdierten' Es sollten nach un erem Daiürhalten die fa> u einer bloßen Revrafentattonsstellung gewordenen Posten de IreiSräte in den größeren Städten zweckmäßiger nmyestaltet wer en , die Lilssburmten bei allen akademischen Vcrwa.tungsbehördei müßten unter eigener Veranttvvrrung zu arbeiten haben und du -it den ataDamidym Beamten zugewiestnen Arboitrac könnten zu meist ebensogut rvn den mittleren Brantten auszeführi werden Die hierdurch erzielten Ersparnisse nLrrden es dann auch ermog

chen, beu Beamten bieienigen Bezüge jutommen zu lassen, du i o bei den teueren Zeiten für die Dcicreitung ihrer LftxnShallni.^ tätig haben und deren dringend erforderliche Auib-'wirmg in vm vielen Bestellungen an die Landstande als bk eigent lax Brot '.errin zur Genüge bar getan Morden ist Aber auch die BottSver tretung selber solllo üi diesem Streben nach ^xrriamTeit nicht .urücfMtiben Es könnte schon viel an den amtlichen lachen gespart werden, allein diePiobeveranlagamgen zu l)emeindesLuerrefvrm criordern ca 7000 Mark Kosten und haben io gut wie gar teilten praktistfyen Wert und auoj kant arbeite! der ganze Apparat bei id>er Ein^lvontellung über 'Jxnfcoai- rusbesserung ober Hunde''teuerb-fteiung mal einem Aufwand, als ob es sich um wichtige Staatsallivnen lymMte Der. Abg Npact hat bekanntlich den Antrag aus Emiührung vvei'ähriger Äidget oertoden geiltllt Die Kosten der Zweiten Kammer mit 82 000 Mark für saäLiche Bedürmisse enriaf en größt-nteils ani Av^Mlxm für Tagegelder und Drucktesten Würden die rund drei JJaonatr dauernden Ausschuß- und Plenarbei atungen über den Smats- bauS'ball npr alle zwen Jahre statt i'inden. io würde dadurch natur, ich ein erheblicher Teil dieser Dumme geipart werden und mid> rhebliche teiripicligc Arbeit in den Ministerien Überfluss g werden Senn wir auch Ursache zu der Amurlnnr ^haben. dag es bei au

I in tigern guten Willen gelingen wird, die Steuererhebung aus io bis 20 Prozent l-erabzudrückLN, so wird doch jedermann neu uns darin überein stimmen, daß die Parole fier die neue Etatsberatung rufgr ündli che Sparsamkeit im ganzen vlaats- haushalt" tauten muß! __________

temrert werden kann ______ ,......_ .

Roch Über die Frage der WahkrechtsrefarW^ hmam, ,^hl tn der neuen RtanSncrtagung das Interesse an der zukünftulen ft n a n hiellen Gestaltung unseres Hessenlandcs Nach den wenig , cofinen Erklürungen des Finanzministers vor einigen Wochen, er I fäemt ja eine Steuererhölmng bei der temmenden Etatsberatung unausbleiblich und derkleine Maim^b wie der Angehörige des Mittelscandes, sieht mit bangem Herzen den tentmawen Verband tragen 'in der Kammer entgegen. Vielfach wird man die Frage I «nhrren, ob denn eine so enorme SteuererhohuNA von 2oJU <w«nt, (bei der noch nickt einmal etwas für die Beneritellung de' Beamten übrig bleibt, nicht zu vermeiden geweien wäre. Erw Steigerung der Staatsausgaben ist ja eine natürliche Folge der «rößereii, wachsenden Bedürfnisse der Berwaltuna. Ties man ranmminbm. zugegeben werden alleur es muß doch einigermaßen 51 betenfen geben, roeme mmt tierrrim-mt, daß ber VerwaltungS rat des Staatsbudgets in vier Jahren von etwa oo MillronQi au t2Va Millionen gcfliegen ist. Bei diesen Zahlen ergibt sich von ftfbii d e Frage, ob nicht durch eine Vereinfachung des ganzen decwa'tungSapvarats und durch .angemessene Beschränkung der Dünsäie! in den einjefnai Ressorts erheblta-e Erivarrmgen ganadti teerten 'tonnten ? Die in den letzten Jahren hervor getretene außer «wöhnlste Baufreudigkeit scheint ja unter bem Druck Ire öfienüictjGi Meinung jetzt etwas nachg'tas^n »u haben Die^r 5tegiani<eit im smatlick«n Bauwesen verurjachte es auch, daß Ehrlich im Budget die Bewilligung von 13 14 1

Staatsantaihen ersvlgen mußte, während nur etwa 8d0 000 bis 550000 Mark älterer Sckjuiden im Jahre getilgt mwckcn. Xas Endige Wachsen der Staatsschuld erhält am dmtli^ten seinen Ausdruck bei den "Ausgaben, die zur Berzuyung der ^taatchchull <lljährlich geterfcert werben. Während nn Sabre 1906 das Bud

einen Betrag von 12 260 000 Mark

teilt, musste in dnrs Budget für 1909 ein Bettag von 14 100 000 Start dafür einqcibält wracken also inner h a l b vi er J a h - Ten ein Mehr von fast zwei Mirlivnen! Hiersti ti roch zu beacrchm, daß diese Beträge Pvl«n.des ordent lichen öubgrtd sind, also durch die ordentlichen Elwrahuttir d s Landes m-besvndere durch die Steuern aufgebracht wer>en muprai. _ 2,« I bnnrürai Steuern, unsere ergiebigste E nnahmegmÄe, suw msgciam Tinkomrmw- und Bermcgenssteuer) in dein ül^An ^ttau Son 19067-1909 vvn 12 950 003 Mark auf 14 850 000 Mar. gestiegen. Es wird also fast daS ganze Mehr am ^teurrertrag !>mch die erhöhte ZinSzayrmig des Staates üerbrtrumr

AngesiclstZ solcher Tatsachen mutz bei der bevor|whendeil Kam werteratung die dringende Forderung erIst)bs2i werden, ui Zuki.n t Sei der Anfnahuve iv.uer Staats,rnleil)en äußerst vvmckttg un iebäditig zu Werke zu g- hen. Anders, its aber wirb nun auc& init Lrnst und festem Willen an eine Bereiniachimg des gan,en Bei valtungsapparates herantteten müssen. Das -5eam ten oeej Mseres Landes ist allmählich zu gw'ß gckMrden: cs wäre uu besondere zu erstreben, die Tiegfemeniieruugrai twn oben etwae CTehr ein>udämmen, und den untergeordneten Behörden mew ftgene EntschlletzmÜMesugnis zu übertagen. Auch die E^taoer Lllig?<üt be= Beamtenvrganismus, der in Bewegung geietz. wnd vn eine vielleiclst nur geringfügige Angelegenheit zu erledigen, verteuert oft die Sacke sebr. Was braucht der Kreisrat mit icinerr, Stab den Kreisbauinsvektor an Ort und Stale zu begl i.en, ei z. B. eine Kreissttaß: zu vecl'egen oder noch ^rarrge. wichtige Ditsck-liestungen zu ttefsen gilt, da dock m

Slnncht des betreffenden technisch gebitoeten Sachverltan igen au toqtxxxcp des Kre-Zrats sein wird? Od?r wozu ist es rtotroena ^enn m einer kleinen Gemeinde ein Schuld au gebaut und g eick- »eitis im selben Ort eine Brückenrcparatur ausgetuytt^wir^, E gleich jSrei A?rssicht^^p/»77ir.^ Heu -Horhbaar- und den LstLlbou°>^>tA

In Berlin fand am Samstag unter dem Borsitz des 2berbürgcrmeifterd eine zahlreich besuchte VorstandS- itzung des deutschen Städtetages statt. Es vurde beschlossen, von einem Beschluß über die Unterwerfung e5 ReichsfiSkus unter das Gemeindesteuerrecht vorläufig llbstand zu nehmen, aber den Reichskanzler zu ersuchen, en betreffenden Gesetzentwurf dem Borstaude zugänglich ,u machen Ferner wurde beschlossen, an den Bundesrat :nban den Retck>stag eine Bittschrift zu richten, die Stäbte joh der Talon steuer zu befreien. Be^üylich der lreichs-Wertzuwachösteuer wurde beschlossen, die Städte taif- uiorbem, sich gegen die Reich-s^Wertzuwachssteuer^mit allen. 'Jhttetn zu wehren Der Oberbürgermeister von Frankfurt .im Main, Dr. Adickcs, war anwesend.

Zwiscl)eit der preußischen Staatseisenbahn-- verwaltung und dem Stahlwerksverband in Düsseldorf wurde für die beiden nächsten Etatsjahre ein neuer zweijähriger Vertrag über die Lieferung von Schie­nen, eisernen Schwellen und gennssen Kleineisensortrai ge- chlossen. Der Grundpreis für Schienen wurde auf 116 Ml-, 3er für eiserne Schwellen auf 107 Ml. festgesetzt Die Klein- eisenpreise wurden gleichfalls entsprechend ermäßigt.

Die freisinnige Fr a kti o n s g e m e i n s cha f t brachte, wie dieFreis Ztg." meldet, im Reichstage eine Anfrage ein, ob der Reichskanzler bereit sei. durch­greifende Maßnahmen zu treffen, um Unregelmäßig­keiten Mid Unterschleife auf den kais erli chen Wer f- t e n zukünftig zu verhindern und unverzüglich Anordnungen zu treffen, durch die eine sparsame Wirtschaft, Buchfühmtng nach kaufmännischen Grundsätzen und eine tnirffainc w trolle der Werftbetriebe gesichert wird.

Nach dem badischenStaatsanzeiger" wird der ba­dische Landtag am 22. November durch den Groß- Herzog eröffnet. Der Großherzog ernannte den Prinzen Max von Baden zum Präsidenten der Ersten SJammertfu MitgliÄiern der Ersten Kammer wurden ernannt: der Ober- landesgerichtspräsident Dr. Dörner, der Gehetntt RatDr. BürNin, der Ministerialdirektor im JustiArntt Dr. Hübsch

Zlusland.

AuS Rom wird gemeldet: Mit Bezug auf die infolge der Rede des Generals Äs inan getroffene Maßnahme der Re-, gierimg erklärt dieTribuna^, daß seitens des osterrerchsch^ ungarischen Botschafters in dieser Angelegenheit kein Schritt unternommen worden sei und auch keiner unternommen toerdrai konnte. Die von der italienischen Regierung getroncnc Maß­nahme sei durchaus selbständig gewesen und allem von oex Jlot^ Wendigkeit der Aufrechterhaltung der Manneszucht und der Achtung vor den internationalen Verpflichtungen diktiert ivorden.

Die in Bern zwischen dem Vorsteher des eldgenöfsischeic Justiz- und Polizeidepartements, Bundesrat Dr. Brenner, und den drei Delegierten der deutschen Reichsregierung geführten- Berhandlungem über die Revision des Nieder^ lassungsvertrages zwischen Deuts chlano und der Schweiz führten zu einer vollständigen Einigung. In einer am Nachmfttag abgehaltenen Schlußsitzung ersolate die Unter­zeichnung des vereinbarten neuen Vertragsentwurfes, über desjen Inhalt eine amtliche Mittelluna folgen wird.

Aus Paris meldet man: In Anbetracht verschiedener gegen das Budget gerichteter Kundgebungen stellte Finanzminister Cochery sein Portefeuille zur Verfügung, uiN seinen Kollegen ihre Aufgabe zu erleichtern Das Kabinett ev klärte sich jcckoch mit ihm solidarisch und wird infolgedeuen nid# demissionieren. .ri

Im französischen Ministerrat erklärte der Minister des Auswärtigen, Pichon: Bezüglich des von dem türkischen Botschafter in der Kretafrage unternommenen Schrittes ver­ständigte er den Botschafter dahin, daß er das Aufrollen der Frage in diesem Augenblick nicht für angelernt halte: die gleiche Antwort ist auch den türkischen Botschaftern bet den drei anderen Schutzmächten zugegangen, die in dieser Frage vollständig mit Frankreich übemnftimmten und damit beschäftigt sind, der Nota, die an die türkische Regierung gerichtet wird, die gleiche Formt zu geben.Fmarizminister und der Ministerpräsident werden nach einer Meldung aus Paris in der Kammer dar- (egen, daß es unumgänglich notwendig fet, für das Budget neue ErnnabmegueNen aus Steuern zu finden, die im übrigen ver­schieden sein könnten von denen, welck)e die Regierung> vorge­schlagen habe. Ministerpräsident Briand wird m der Kammer gegenüber den Anträgen, die neuen Steuern en bpx abzulehuen, die Vertrauensfrage stellen, da er in diesem Vorgehen ein Zeichen des Mißtrauens gegen die Regierung erblicke. Die Regierung werde sich gegen den Plan einer Anleihe wenden, durch roeidte das Arbeit erversorgungsgesetz gefährdet werden würde

Der Marienbader Arzt des Königs Eduard Dr. Ott ist aus Wien in London eingetroffen. Er begibt sich nach Sandrmgham und verbleibt den Sonntag über dort zum Besuche betm König^^o^ gri« Samstag eine Anhängerin des Frauenstimmrechts auf dem Bahnhof von Bristol beu Handelsminister Winston, Churchill Mit ein er Reitpeitsche an. Der Mmister enttitz ihr. die Peutsche und reichte sie ihr als Erinnerungszeichen zurück. Die Frau wurde "^^Aus Bristol wird gemeldet: Lord Charles Beres­ford hielt Samstag abend'eine Rede, in welcher er ausführre, die Flotte sei für einen Krieg n i ch t v o t b c r e 11 e t, außer^ dem fehlten für vier Schlachtschiffe und Kreuzer Vorräte und Dockgelegenheiten. Es sei keine Kohlenreserve vorhanden.. Der Mannschaftsbestand sei nicht ausreichend. Die Manöver m oen Jahren 1908 und 1909 bezeichnete er als Paree

Wie aus Petersburg gemeldet wird, ist anstelle Tinir- jazews der Dttektor der Reichsbank Timaschew zum Han- delsminister ernannt worden.

Aus A hmadabad wird gemeldet: Als der Vizekönig Earl of Minto mit feiner Gemahlin Samstag nachmittag durch die Stadt fuhr, explodierte m einer Straße fürs nach der Borbeifahrt des Wagens eine Bombe. Man fand dann einen Menschen mit abgerissener Hand am Boden liegen, und neben ihm eine noch nicht explodierte Bombe, die mit Melinit gefüllt war. Bei der Annäherung des Wagens hätte man ge- ' sehen, wie ein Hindu etwas wegwarf.

Wie aus Addis Abeba vom 12. Nov. gemeldet wird, ' ist der N e g u s noch am Leben und die Besserung in feinem Be- finden dauert an, obwohl die Paralyse vollständig zu sein scheint - und alle geistigen Fähigkeiten geschwunden sind .

In Newyorr wurde aus Anlaß des 40iahrigen Bestehens des deutschen Hospitals an Samstag eine Feier ver-

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NcseckraftI,

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a)1^chönfL" P Die Zweite Kananar der Landstände wird am 16. ?rvremhi'i ^Ibfw ^'niun«re gefetzgckerifche Tätigkell wieder cufrtc^mcn und sich nach de «einer Anz-ahl kleinerer DeratiQrgstzegemtaiide gleil. rn Mittwoch ihrer Hauptaufgabe in der Herbittaaung^ der Be taung der Wahlrechtsvorlaae, -uromben. Es ist bekannt duÄnral vor der Abermaligen Einbriw^mig deS GesttzinLvurr: ^kmfs Einführung deS direkten Landtagstvahkreckts seitens bc . ^flienmg über bat Kernpunkt der gcmzen Frage, dw Benaimngs ^denmg, eine Vcrständigrnrg verlm-gt wurde, die z-vrs.chen bc I -z-<rygebungsciussclchssen beider Ständekannnern wrargitens tm 1 3rinüö euch crrcidit worden ist. Trotzdem aber roirb man n Z Annahme nickst fehl geben, daß die Volksvertretung in, bei Icfütrn $k)d;en vor eine schwere, oercrntworta'rgÄwlle Aufgabe -^sellt ist und es noch großer, mühevoller Arbeit b-etwri, um dem ÄflsäM Volte das te lange ersehnte direkte L<mdtac^:va hl recht ui -nn Form darzubietal, die den berechtigten Wünschen und In ^ssen aller Kreise entsprechend ist. JSS mit hier nicht nur ~ nrit dem anderen .Hause eingeleitete Veritandigmvg auch gefetz iräßig feslUilegen, sondern auch was uns natb brau ringen ^cmd der Trnge fast iwck schwieriger scheint, - die yr Zweiten Kammer dem imrvichen Bedürfnis dis Boltes an Lasten mtb «rite persönlichen ober Partei agvistiichen Wunsch »t Maemmnlftnt untresuo timen. Der ders ickmit de

tberntaigen V^'rberattmg deS Geietz-eMwuft-s beläta'wta hat ztta «ins Absnmmungen über die einzelnen Artikel der Vorlage mei! nt wesentlick-er Stimmenmehr.^it gefaßt, es sind obre dabe^ doc !chlreick< Dissevenzpilufte immisgeglrchn geblieben, bei baten er w Abstimmung int Plenum der Kammer bie Enticheidung brtngei M beute noch nicht abzuschen, wie .ich die Val

^n g derBauernbünd ler -bei dem Widerstreit der 3nterefiat zMsckcr »tobt tack Land gestalten ivird, d. h., ob die Partei den bereä)tiaLn 'Ansprüchen der städtischen Wähler auf Derme b r u ng o e Tädtifchen Mandate Reckmirng tragen wird. Nack>dem schon tei allen früheren Wahlreckstsberatungen fteid bic oorteamg naaj gnedjtrm Bertretung der größeren Städte m der Kammer er Eben und wn der Regierung unterstützt worden war, bat bei Lusfämß den Art tel 3 der Vorlage nach dem Rem-i-unLsvortchla'. ^no.mnen, wonach ine Zahl bet städtischen M^te von taf 15 und die der ländlichen Mandate von 40 aus 43 erhöht werden W Wie vermutet, Mehr^l ^r A^arier aber

dm jetzt entschtessen sein, lebe Vermehrung der stadtisa.«r Mandate | rundweg ab-.ulchnen, wodurch natürlich das ganze ZustaNdeSonmieii 'oer Vorlage sehe- in Frage gestellt werden wurde. Einen and^en srvsenüichin Punkt bildet die vom AuKchutz beschlossene Em ftibruna der P roportionalwahl in ren MNs größten Städten. Sie wird, jo hört man einsichtsvolle Brarrteller der Sach tage veftichern, nur dazu dienen, der Sozialdemokratte m den Städten fünf neue feste Sitze zu Meeren. Wir glauben doch, daß tarier Mcnlanb für d-rarttge g-2vatzte Experimente nicht der L-u&ac Boden ist, unsere&täbtc sind zu klein dafür, -selb^i in Württemberg, wo der Eedanke dcs Pwporzcs jinn eritenmalzn 5tft3ing tmn, W uum dessen Einführung aus die Krrane Vierte. Million Einwohner zählende Residenz Stttttgart beschränft. une . mück-te daher die Wahr nach gettennten Vezirkrtt, wie sie in der ! Anlage von tar Regtemng vorgesehen ist, twch inmer als der «rredttefte Wahrmodus eftcheinrn. . Die bürgerlichen Parteien wer- ixn vor allem darauf bedacht sein müssen, bei Einführung dos i direkten Wahlrechts nicht der verhetzenden Amtatwn des Radi teliSmus Vvrschack zu leisten, sondern dafür Sorge ju tragen, M Fortschritt der diresten Stinttnabgabe ckllen Wählern gleich Mßig zuteil wird und durch feine demagogische Maßnuhme ver-