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Nr. 291
Zweites Blatt
159. Jahrgang
Samstag 11. Dezember 1909
Gießener Anzeige
Erichen« tvglich mit Ausnahme des Sonntag«,
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Ceneral-Anzeiger für Oberhesfen
r>e „Stetzener .fairrilltnblätttr“ werden dein ,SnAeiaer' ourmal wöchentlich beigelegt, öaS ^Kxetsblati Mr den Kreit Giehen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit» fragen- erleb em en monatlich zweimal.
SLuahon^brutf and Cerlag der vrüdllch« Unioermats - Buch- und Stemö ruderet.
9L Lange. Dicken.
Redaktion. Exvedrtton und Druckerei: Sedut» straxe 7. Ervedinon und Verlag. 5L Stcbaftiorrey® 112. Tel.-Ädr^AnjeigertLieb«»»
hessische Zweite Kammer.
R.B. Darmstadt, 10. Der.
Am Regierungstische: Staatsminister Tr. Ew a l d, Mmister Tr. Braun, Geh. Staatsrat ji r u g v. Nidda. Ministerialrat 2o r b a (f,e r Oberreaierungsrat Tr. Weber.
Die Tribünen sino, wie gestern, üb er füllt
B'-epräsident Korell cröintet die Sitzung infolge mehrfacher Vorbesprechungen erst um 10.40 Uhr. Vor Eintritt in die Tages- ordnung Derfeft berieft: mehrere Stellen aus dem St.nigram.m der gestrigen Rede des Abg. Ulrich, der gegen den Abg. Tr Osann das Wort „Verräter" und gegen den Abg. Pennrich das Dort „Vedientenseele" gebraucht hat. Aba. Ulrich wird für diese unparlamcntarisck^n Ausdrücke zweimal zur Ordnung gerufen.
Abg. Ulrich sucht seine beleidigenden Aeußeriingen zu t>:r- teibtgen und erklärt, die Ausdrücke mir in bedingter Weise an- gewendet zu haben.
Tas Haus setzt darauf die
Sve,ialberatuiiq über das Gesetz, die Landstande betreffend bei Art. 3 fort. Zunächst nimmt
Abg. Brauer (Bbd.) das Wort zu einer längeren Erklärung. Tie Schlussworte der gestrigen Erklärung des Zentrums: „Wir sind leider gezwungen, für dos Pluralwahlrecht einzutreten, hoffen aber, daß dieser Schönheitsfehler im Laufe der Zeit w eder beseitigt wird," hätten bet seinen Parteifreunden großes Erstaunen hervorgerufen. Als Gegenleistung dafür, daß seine Partei für die Erhöhung der Maridate der grossen Städte gestimmt habe, ferner für die Erhaltung der Mandate der privilegierten Städte und auch für den Antrag Osann, verlange sie die Einführung des Pluralwah'lrechtes. Tas Verhalten des Zentrums sei nicht fohaf. Dir haben grosse Opfer gebracht und oft in direktem (Gegensatz FU unseren Wählern gehandelt, und auch die nalionalliberale Partei bringe im Interesse der Sache gross: Opfer.
Abg. Bähr (w'ld) meint, der Vorredner habe eingestanden, hass die Bauernbundler mit ihren Aigeständnissen hererngesallen sind. (Oho!) Es waren auch viele Bauernbundler nicht mit den Abmachungen einverstanden und sowohl die Nat'onalliberalen, tote das Zentrum haben erllärt, daß sie nur sehr ungern für das Pioport:onalwahlreckt stimmen würden. Ick bedauere, daß das bans io weit heruntergekommen ist (Vizepräsident Karell ruft den Redner für diese Aeußerung zur Ordnung), ich wollte sagen, dass sich das Laus selber io heruntergesetzt hat, (Heiterkeit), solckre Abmachungen 51t treffen. Redner erklärt dann, dass er als früheres Mitglied des Bauernbundes, wie auch andere Mft> filic'-ei desselben, durchaus nicht für alle Forderungen im Intel e se der Städte gestimmt habe, so nicht für die Wormser Rhein- drucke und d e Forderungen der Technischen Lochschule, auch nicht für die Beamtenbcsoldungsoorlage, weil er der Meinung sei, raß die Deamlenbesoldung auf einer falschen Grundlage aufge- bcrut ist.
Abg. Tr. S chm itt (Zentr.), auf dec Tribüne unverständlich wendet sich in längeren Ausführungen gegen die Bemerkungen di s Abg. Brauer. Seine Partei habe in ihrer Erklärung lediglich ihre Auffassung über das Pluralwahlrecht zum Ausdruck bringen wollen; jede Spitze gegen den Bauernbund habe ihm femgeftgen.
Tamit ist die Debatte über Art. 3 beendet: die Abstimmung wird biL nach Beschlußfassung über Art. 6 vertagt.
Art. 4 der Vorlage, welchw lautet: Tie Zweite Kammer §cht aus unmittelbaren Wahlen mit geheimer Absttmmung hervor. Üe'ec Arttftl wird ohne Debatte einstimmig angenommen, ebenso Art. 5, der die Stimmberechligung für die Wahl des Adels betrifft.
Eine längere Debatte ent]pinnt sich bei Art. 6 der Vorlage, der bie lauteten für die Wahlberechtigung zur Zweiten Kammer enthält. Lierzu liegt ein Antrag Brauer und der Bauernbundler vor, als Schlusspassus hinzuzufügen: .Leder Wahlberechtigte, der das <50. Lebensjahr zurückgelcgt Hal, ist berechtigt, zwei Stimmen bei der Wahl abzugeben," ferner ein Antrag Tr. Osann u. Gen. „Dir beantragen: Tie Zeit der Staatsangehörigkeit auf ein Jahr yerobzusetzen."
Abg. Köhler (wild) motiviert seine Stellungnahme und wendet sich gegen die Ausführungen d:S Abg. Brauer, wobei er betont, dass die Bauernbündler jetzt alles angenommen hätten, was sie früher ablehnten.
Abg. Reh (Freis.) bedauert, daß die Linke zu den Vorbesprechungen nicht hinzugezogen worden fei; sie hätte allerdings den ießigen Abmachungen nicht zu stimm en fönnen, aber es hätte sich vielleicht doch auf Grundlage des Antrags Tr. Osann eine enberneitige Verständigung sind en lassen, aber ohne Mithinzunahme des Pluralwahlrechts. Wenn Abg. Tr. Osann erklärte, er ivolle ritfxt die Schmach eines abermaligen Scheiterns der Vorlage auf sich Betauen, so erkläre er, daß er es für eine Schmach und Schande betrachten würde, eine solche Wahlrechtstwrlage dem Volke auf den Weihnachtstisch zu legen. .
Abg. Wolf (Bbd): Das Laus fei letzt vor bte Initiative gestellt, entweder das Gesetz mit dem Pluralwahlrecht anzunehmen rber es ganz obzulehneu. Aber an einem „Schönhutsfehler" verde man das Gesetz wohl nicht scheitern lassen. Wenn Kollege Köhler gesagt hat, Tr. Weber führe uns am Gängelband, so muß id) erwidern, dass, wenn das Gesetz kommt, Tr Weber der Mann ilt, dem wir es zu verdarrken hoben.
Abg Raab (Soz.): Art. 6 war das Mittel, uns die ganze Vorlage so unsympathisch als möglich zu machen. Taß die Staats- Lngchörigleit auf ein Jahr herabgesetzt werden soll, bedeutet nur eine winzig kleine Nerb.'iserung, gegenüber der ursprünglichen Neg-'erungsvorlage Tie Besttmmung, daß der dreijährige Wohn- sitz bestehen bleiben soll, ist eine solche Verschlechterung gegen das listartge Wahlrecht, daß wir unter keinen Umständen dafür zu dimmen imstande sind. Mit dem Pluralwohlrecht tritt eine Ver- Mcchterung der Wahlberechtigung der Arbeiter ein.. Es ilt unsere Pflicht, geaen eine solche Verhunzung des Wahlrechtes zu kämvien.
Abg Tr. Osann (Natl.) entgegenet dem Emwurse des Abg. Sieh, daß die Linke bei der Sonderberatung nicht zugezogen worden Var. Das Gesetz sei eine Versa 1 sungsänderung. zu der -,3 Majorität tätig sei. Wenn man sich mit der Linken zmammengetan hätte, fei nichts zustande gekommen. Eine Verfassungsänderung mit -Jcit- fcrirfung der Sinten sei nicht deutbar. Auch die 0 reif innigen hatten lei ten Art. 67 und 73 auf ihre Fahnen geschrieben: unter Femen Infftänben eine Verf assungsänd erung. Eine lolche, sei aber nötig, ta ohne dieselbe das direkte Wahlrecht nicht einzusiihren sei., 2.er Siedner verliest die markantesten Stellen des Artikels von Prosettor Tr. Biermer im Giess. Anz. und sucht damit namzuweittm, datz auu; I'berale Politiker zu Konzessionen in Wahlrechlssragon bereit und.
Abg Tr. Winkler .Natl.) glaubt, daß man aus der eeite Les Bmiernbundcs die Wirtuna des Pluralwahlrecht-o ubenchätzt lat. Tie Linie freue sich über das Zustandetonimen des Gesetzes, das streitt sie weder durch ihr Lachen, noch durch ihre bnitrunstigen Sieden ab. Tie Linke wisse ganz genau, daß sie den ^soncu habe, lenütze aber bie ganzen Vorgänge zu einem lehr beguemen xigi- luionsmittel. Jetzt wisse sic, daß das Gesetz auch ohne >ie puftanbe käme unb hätte daher billig gegen da^l^e »1 lummen.
Abg. Reh iF.eis.- betont, daß er schon nn Ausschüsse warm jar Art. 75 eingetreten sei. Ter Loiiptschwerpunkt lag im Jrt. u. Sn ein Nachoeben von Seiten seiner Partei sei nur zu denken gewesen, wenn die Kautelen gemindert würden. . .
. Abg. Ulrich (Soz.) geht nochmals tarauT eui,. datz da» Auralwahlrecht eine Verschlechterung der Wahlberech-imuig der Arbeiter sei. Es bedeute eine Prämiierung der nolttischen Ar- ttrienverkalikung. Tie politische JntelllSLnz oO latzrigeti stch^ »"'cht höher als die Jntilligenz derjenigen, die nur eine stimme
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haben. Tr. Winkler suche durch ferne Ausführungen bte Wöhler ‘U täuschen. (Für diesen Borwurf der Täuschung ru’t der Präsident den Abg. Ulrich zur Ordnung., Liergegen erhebt Ulrich scharfen Protest; er woNc nicht zum Abgeordneten 2. K la ist herunter- ge etzt werden, denn er habe sich nur gegen dir Ausführungen seinoS Gegners gemehrt. Und er werde »ich audi ferner mit Länden, putzen und Zähnen wahren. l'Gwße Unruhe und Erregung im .Lause, die später einer allgemeinen Heiterkeit Platz macht.
Art. 6 der Vorlage wird daraus mit dem Antrag Tr. Weber, betreffend die Pluralwahl unb dem Antrag Tr. Ofann nniährige ^taatäangcftorigöeiit mit allen gegen 9 Stimmen angenommen.
Artikel 3 wird darauf in der Fassung der Regierungsvorlage gegen 9 Stimmen angenommen uno dazu bestimmt, daß zur Prvvinzialhauptsiadt Gießen nur Schiffenberg, Derrn- waldu.Kleinlinden hinzugezvgen werden sollen. Der weite» gehende Anttag Brauer, auch Heuchelheim und Wieseck hinzuzunehmen, wird abgelehnt.
Zu Artikel 2, Bs. 10 hat Abg. v. Brentano folgenden Antrag gesleltt: Die Erste Kammer bestehl 10. aus 2 Vertretern des Handels und der Industrie, zwei Vertretern der Landwirtschaft, einem Vertreter des Handwerks unb einem Vertreter der Arbeiterschaft, welche alle der Oftoßherzog auf die Dauer des Landtages beruft. So weit gesetzlich eingerichtete Berufskörper- schaft.n der vorgenannten Berujsstände bestehen, steht diesen ein Vorsckstagsrecht zu.
Abg. Tr. Fulda (Soz.) hält es nicht für angängig, die Erste Kammer um mehr als die von der Regierung vorgeschlagene Zahl zu vermehren.
Abg. v. Brentano (Zentt.) bemerkt, bie Vermehrung fei nur erfolgt, um auch einem Arbeiter ben Zutritt in bie Erste Kammer zu ermöglichen.
Ter Beschluß der ersten Lesung wird daraus einstimmig angenommen, eben o der Antrag v. Brentano.
Art. 7, in welchem die vom Stimmrecht ausgeschlossenen Personen näher bestimmt sind, wird nach den Beschlüßen der ersten Lesung genehmigt (also unter Strich der Vos. 6 unb 7), ebenso die Art. 8—14. Bei Art. 15, der im ersten Absatz Mitglieder der Ministerien und der Oberrechnungskammer von der Wahl zu Abgeordneten ausschließt und im Absatz 2 bestimmt, daß Lokalbeamte in den Wahlkreisen, die ganz ober zum größten Teil in ihrem Dienstbezirk liegen, nicht wählbar se'n fjlf n, ist nam ntliche Abstimmung beantragt. Ein Ausschußantrag auf unwesentliche Abänderung des Abs. 2 wird abgetehnt und daraus Absatz 1 in der Fassung der Regierungsvorlage angenommen, der Absatz 2 wird mit 28 gegen 18 Stimmen gestrichen. Abg. Bähr erklärt, daß er nach Ablehnung dieses Absatz 2 gegen das ganze Gesetz slimmen werde. Tie Art. 16, 17 werden ohne Debatte angenommen. Bei Art. 18 ist in der ersten Lesung ein Zusatz angenommen worden, daß als Vertreter der Berufsstände auch ein Vertreter der Lobn- arbeiterschast in die 1. Kammer eintreten soll. Der Artikel wird mit diesem Zusatz angenommen. Ohne Debatte gelangen bie Art. 19, 20, 21 unb 22 nach der ersten Lesung zur Annahme. Zu Art. 23 und 24 liegt ein neuer Antrag Schmitt vor, wonach die Offenlegung der Wählerlisten auf 14 Tage festgesetzt wird. Beide Artikel gelangen mit diesem Zusatz und dem weiteren Passus zur Annahme: Wer die Eintragung eines Wählers verlangt. muß für diesen die in Art. 6 für die Stimmberechtigung angeführten Erfordernisse nachwcisen. Wenn diese Nachweise bis zum Ablauf der Reklamationsfrist nicht ober nicht vollständig vorgelegt, bleibt die Anmeldung unberücksichtigt."
Die Art. 25—28, 29—38 und 39—51 werden nach den Be- schlüs'en der ersten Lesung angenommen.
Bei Art. 52 wird der -Beschluß der ersten Lesung gegen eine Stimme abgelehnt, der Antrag v. .Brentano, die neue Fassung des Art. 52 bett., einstimmig angenommen.
Zu Art. 53 wird der Beschluß der ersten Lesung abgelehnt; der Anttag des Abg. v. Brentano auf Neufassung des Artikels einstimmig genehmigt. Ebenso werden die Art. 53 a bi$ 59 ohne Debatte einstimmig angenommen.
Bei Art. 60 beantragt Abg. Dr. Fulda, unter Strich der drei ersten Positonen, folgende Fassung: Die Abgeordneten der 2. Kammer werden auf bie Tauer von sechs Jahren gewählt. Abg. v. Brentano beantragt, falls zu Art. 3 beschlossen wird, daß die 2. Kammer aus 58 Abgeordneten bestehen soll, Art. 60 in der Fassung der Regierungsvorlage anzunehmen.
In der Abstimmung wird der Beschluß der ersten Lesung abgelehnt; der Antrag v. Brentano wird in namentlicher Abstimmung gegen 10 Stimmen angenommen.
Die Art. 61—66 werden ohne Debatte einstimmig genehmigt.
Bei Art. 67 wird der Beschluß der ersten Lesung abgelehnt unb der Antrag v. Brentano, der mehrere nach ben vorher- gegangenen Beschlüssen erforderlich' Abänderungen enthält, einstimmig angenommen, ebenso Schlußartikel 68 und Einleitung unb Uebe^schrift. — Daraus gelangt noch der Antrag D r. Osann, daß die Kreisämter angewiesen werden sollen, alljährlich die 'Neuhinzuziehungen auf ben notwendigen Erwerb ber Staatsangehörigkeit zwecks Ausübung ihres Wahlrechts auttaerk- fam ju machen, einstimmig zur Annahme, ebenso ein Antrag v. Brentano, worin die Regierung zur Vornahme redaktioneller Aenderungen ermächtigt wird.
Staatsminister 'S r. Ewald betont noch: Es ist mir aus dem Hause mit geteilt worden, daß ein Teil der ländlichen Abgeordneten, der den sogen. Grossblock in seinen Entfchliessimgen unterstützt hat, diese Unterstützung nicht weiter dem Gesetz zu Teil werden lassen will, wenn nicht der Abs. 2 des Art. 15, in der Regierungsfassung wieder bergestellt wird. Ich gebe die Versicherung. daß ich darauf hinarbeiten werde, dass dieser ge- sttichene Absatz in der 1. Kammer wieder hergestellt wird. iBravo')
Abg. v. Brentano bemerkt, er fasse diese Erklärung als eine bindende dahin auf. dass sich die Regierung mit dem Strich nicht einverstanden erklärt. -Der Staatsminister nickt zustimmend.)
Nach einer kurzen persönlichen Auseinanbersetzung zwischeti den Abgg. Dr. Weber und Köhler wird zur
Schl'chadstimmung geschritten und erst das Gesetz über bie Verfassungsänderung und bann bas Gesetz betr. bie Land stände, mit allen gegen 10 Stimmen in namentlicher Abstimmung angenommen. Dagegen stimmen die fünf Sozialdemokraten, die drei Freisinnigen und bie Abgg. Bähr und Hauck. Das Absttmmungs- ergebnis wird mit lautem Bravo aufgenommen.
Vizepräsident Korell teilt noch mit, daß nach Beschluß des Seniorenkonvents am nächsten Mittwoch 10 Uhr noch eine Sitzung stattfinden soll, um ben Rest ber Beratungsgegenstände zu erledigen unb bem Finanzausschuß wie den Fraktionsvorständen Gelegenheit zu einer Bespr chung über die Etatsberatung zu geben. Damit ist das Haus einverstanden.
Schluß der Sitzung«: 2 Uhr.
Luftschlffahtt.
(rin neuer Lenkballotr.
Leichlingen, 10. Dez. Tas Luftschiff der Rheinisch- Westfälischen Motorluftschiffgesellschait unternahm heute nachmittag V t Uhr ben ersten Aufstieg. In der Gondel befanden sich hie Herren Erbslöh, Meckel und ein Ingenieur der Gesellschaft. Das
MammuiJBWBW 1> n ■■■■■....... —......... —
Luftschiff übte zwei Stunden über Leichlingen. Wegen eine? Btotor- schadens, ber jedoch bald wieder behoben war, mußte eine Zwischenlandung dicht bei Leichlingen erfolgen Kurz darauf stieg das Luftschiff wieder auf und landete Dann sehr glatt vor der Ballon hatte. Trotz dea tauigen, sehr böigen Winb?s bewegte sich das Lu'tichifs tadellos. Morgen findet wieder ein; Aufstieg statt.
Parseval V.
Bitterfeld, 10. Dez. Heute mittag um 1 Uhr 10 unternahm der neue Ballon ,.P. 5" unter Führung von Oberleutnant Stelling abermals eine Fahrt über Bitter,eld unb Umgegend. Tie Fahrt verlief in jeder Hinsicht befriedigend. Um 3 Uhr 40 landete der Ballon glatt bei bet Ballonhülle.
Paris, 10. Dez. Der Flieger Äioritz Farm an, ciN Bruder Henry Farmans, hat gestern mit feinem Zweidecker in einer Höhe von etwa 80 Metern einen Flug von Versailles; nach Chartres unternommen. Er legte die ungefähr 68 Km. lange Strecke in 53 Min. zurück.
Märkte.
Vließe», 11. Dez. Marktbericht. Auf heutigem Wochen- inaifte loiieie: Butter pr. Pid. 1/20—1.30 Mk., Hühnereier 1 St. 9 — 10 Pfg., Enteneier 1 St. 0 Pfg., Weife pr. St. 6—8 Pf., Erbsen p. Pfd. UO—UO Pfg. Linsen v. Pid. 00-00 Pfg., Tauben pr. Pr. 0,80-1,00 “l'if., Hühner pr. St. 1,00—1,60 iüif., Hähne pr. Stuck 0,80—1,80Mk., Gänse pr. Pfd. 60—70 Pf., Enten vr. Stück 1.80 bis 2,20 Mk., Ocbi en fleisch pr. Pid. 76—84 Pfg., Lnhsleisch pr. Pid. 60 Pfg,, ytiubfleifd) pr. Pfund 70—74 Pfg., cchiDentefleUd) pr. Pfund 80—96 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pid. 96 Pfg., jialbsleisch vr. Pid. 72—76 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfd. 60—So Pfg. Kartoffeln pr. 100 ftg. 5.50—0.00 Alk., Zwiebeln per Ztr. 5,00—6,00 Pik., P.il.h per öfter 20 Pfg., Weißkraut per Stück 10-15 Pfg., ver Zentner Tff. 0.00—o.OO., Aevfel per Ztr. 10—18 'Mk.. Birnen per Ztr. 10—15 Mk. Nüsse 100 Stück 40—50 l'fg., per Ztr. 0—Oo Mk. Marktteu uou tt—2Uhr.
Teiefcmesche Kursberichte des Giessener Anzeigers, niitg,eteilf. von der Bank für Handel "*"<1 yplnacyp,
Frankfurter Börse, 11. Dezember, 1.15 Uhr.
3’/,®/0 Rcichsanleihe. . . y4 05 3°/a do. - .. 55.00 3V,o/6 Konsole . . . . '^3.95 3°/0 do. ? . 84.90
31 Hessen . .7.^.. . 93-00 3'/,"in Oberuessen . . -93-00 A”/n Oesterr. Goldrente." . 99 90 4'/s% Oesterr. .Silberrente. —■- 4° 0 Unprar. Goldrente . . 91.45 4e 0 Italien. Reute . . .. —•— 3’/0 Portugiesen Serie I . 63.30 3% Porta diesen n III . 64.75 ■!'/,% rass. Stnatsanl. 1905 99 3 > 4’/,°/0 Japan. Staatsanleihe 96-50 4°/fl Conv.Türken von 19Jo 94.00 Türkenlose 181.00 4"/0 Griecb. Ilonopol-Anl. . 47.60 4°,0 äussere Argentinier -. 9o.40 3°'o lleiikaner 66.70 4l/2% Chinesen . ... 99.60
Aktien:
Bochum Guss . . . .- r: 249.40 Buderus E. W. . . . . 118.00
Tendenz schwächer.
üerliner Börse, 11.
Canada E. B 191.40 Darmstädter Bank . - . - .— Deutsche Bank .... 248.00 Dortmunder-Union C. . . 94.70 Dresdner Bank .... 161.30 Tendenz schwächer.
Elcktriz. Lahmeyer . . . 106 90 Elektriz. Sclmckert . . . 140.30 Eacbweiler Bergwerk . . 201.75 Gelsenkirchen Bergwerk . 216 50 Hamburg-Amerik. Paketf. 134 30 Harpener Bergwerk - - . 206 45 Laurabütte 197.30 Nordd. Lloyd . . 103.1 >
Oberecbles Eisen-Industrie 107.50 Berliner Har.delsgcs. . . 1B13u Darmstädter Bank . . . 136.-10 Deutsche Bank .... 248.50 Deutsch-Asiat. Bank . . 14^.30
I Diskonto-Kommandit . . ln6L5 Dresdner Bank . . . . 161 75 Kreditaktien .... 210.60 Baltimore- ind Ohio-
Eieenbauj. ... ... . 117.70 Gotthardbabn . .t . .. —.— Lombard. Eisenbahn.. ... 23.55 Oesterr. Staatshann . . . 159.00 Prince - Henri - Eisenbahn . 184.00
Dezember. Anfan ^aknrsa.
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