Ausgabe 
15.5.1909 Drittes Blatt
 
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Drittes Blatt

Nr. 113

159. Jahrgang

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonntag».

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Kleine TageschronU.

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Redaktion: ea® 112. Tel.-Adr.: AnzeigerGietzen.

Wien, 13. Mai. Bei der vom Qesterreichischen Automobil­klub veranstalteten internationalen Prüfung s fahrt für leickite Wagen über 1025 Kilometer auf der Strecke Wien- Trieit-Klagenfurt-Wien, wobei Predilpaß und Semmering zu über- winden waren, langte in allen Etappen unb am Ziel Robert Koch aus 2pel-Waa-.'n als Erster an. Koch fuhr auf seinem 10/18 HP. Opel die grätzte Durchschnittsgeschwindigleit.

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Die von vielen Seiten ausgestellte, Behauptung, zur Ausübung der Kontrolle reichten bie vorhandenen Bevmtemräfte nicht aus, und cs müs tcit diese daher wesentlich vennehrt werden, wodurch ein großer Teil des Steueraufkommens für Verwaltungszwecke auszugeben sei, lvird hiernach widerlegt. Eine Beamtenvermehrung würde vielmehr nur in sehr geringem Umfange Platz zu greisen haben. Stur heim Liebergang (Nachsteuer) wären vorübergehend Hilfskräfte nötig. , r, . _ ,

Im Interesse der Steuerzahler Ware zu wünschen, daß trotz allemFür und Wider' am letzten Ende die Banderolesteuer doch zur Annahme gelangte, weil nur durch sie eine gerechte Ver­teilung der Lasten herbeigeführt zu werden vermag.

Was nun die als so überaus lästig befundene Kontrolle durch die Steuerbeamten anlangt, so muß, hervorgehoben werden, daß die Vorstellungen hiervon ungemein übertrieben erscheinen. In der Unterstellung, daß die steuerliche Kontrolle ebenmäßig der in den Zigarettenfabriken auszuüben ist, beschränkt sich in zuverlässigen Fabriken der Besuch eines Steuerbeamten auf einmal im Jahre, hierbei wird der Bestand der Erzeugnisse, die der Banderole­steuer unterliegen, mit dem Abschluß des Betticbsbuchs verglichen. Die Ermittlung des Bestandes kann auf Stichproben befchrantt

Urheber dieser Verordnung möchten ebenfalls bald vom Schicksal abgerufen ivertan. DerAugsb. Aocudztg." wird nun milgeteilt, daß auf einer Station der Jllertalbahn der dortige Pförtner der ministeriellen Verordnung sowohl, als auch den Wünschen des verehr.ichen Publikums in der Weise nachkommt, daß er im Wartesaal erscheint und ruft: Abg rufe werd fein net! Glci fahrt's Zügle rein!"

^Enttäuscht. Er:Was hast du gedacht, als ich dir vorhin plötzlich im Tumiel einen Kuß raubte?" Sie:Ach, das

(Ein paar warte zur vanderolesteuer.

Man schreibt uns:

Die am 11. l. M. erfolgte Abstimmung der Finanzkommission im Reichstag hat genügend dargetan, daß die von der Reichsregie- rung vorgcschlagene Banderolesteuer auf Tabakfabrikate sich die größten Unbeliebtheit erfreut.

Wenn nun einmal zur Gesundung der Reichssinanzen der Tabak herhalten muß, so dürfte gerade die Banderolesteuer die gerechteste Belastungsweise dieses Genußmittels bedeuten, weil mit der Gütesteigerung sich auch die Steuersätze erhöhen und mithin die besseren Sorten auch entsprechend höher steuerlich b. lastet werden.

Der von der Finanzkommission angenommene Antrag der SubkommissionFakturenwertsteuer" würde diesen Zweck durchaus nicht in dem erforderlichen Blaße erreichen. Es wird sich hierbei auf die Ausführungen des Abgeordneten v. Elm in Nr. 109 des Gießener Anzeiger" bezogen.

Die bloße Zoll- und Steuererhöhung auf das Gewicht des Tabaks aber trifft den Raucher billiger Sorten am schwersten, weil z. B. die 6 Pfennig-Zigarre mit der gleichen Abgabe belastet wird, wie die teuerste Havanna.

Zweck dieser Zeilen soll es sein, die allenthalben aufgetauchten Vorurteile gegen die Banderolesteuer etwas zu zerstreuen und die vielfach, selbst in Fabrilantenkrcisen, herrschenden irrigen Vor­stellungen, insbesondere hinsichtlich der vermehrten Arbeitslast und der Art und Weise der Kontrolle durch die Steuerbeamten in das richtige Licht zu rücken.

Mit der Einführung der Banderolesteuer soll, wie schon oben angedeutct, eine staffelweise Besteuerung des Tabakgennsfes herbei­geführt werden, d. h. je besser die Sorte, je höher wird sie be­steuert. Da nun für den Tabakgenuß fast jeder Raucher seinen Geldmitteln angepaßte Preise anlegt, so wird naturgemäß der Besserbemittelte auch mehr steuerlich belastet. Die Steuer wirkt mithin durchaus mittelanpassend.

Der von den Herstellern der Tabakerzeugnisse so gefürchtete Mehraufwand an Arbeitskräften ist keineswegs so bedeutend, wie man anzunchmen beliebt; denn das Anbringen der Banderolen, von denen sich jeder Hersteller einen angemessenen Vorrat von der Steuerbehörde beschafft, an die Packungen, fällt kaum in die Wag- schale wenn man .bedenkt, mit wie dielen Bildern, Blättchen, Streifen u. dgl. mehr die Zigarrenkisten ausgestallet und beklebt werden. Die einzige Viehrarbeit würde die Führung des unver­meidlichen Betriebsbuchs verursachen, in dem der Zu- und Abgang an Tabakerzeugnijsen der Steuerbehörde gegenüber nachzuweisen

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Ein schwerer Unglücksfall hat sich in einer Villa der Burggrafenstraße in Zehlendorf ereignet. Dort wurden heute morgen drei Dienstmädchen tot aufgefunden. Sie waren an Leuchtgas erstickt. . .

Blättermeldungen zufolge nt die Gendarmerie un Klausen- burger Komitat großen Militärbefreiungs-Sch win­del ei en aus die Spur gekommen. Der Direktor der Klausen­burger Irrenanstalt Dr. Karl Lechner soll stark kompromittiert ,ClU'3m oberen Jnntal wurde am 12. Mai nachts ein ziemlich heftiges Erdbeben verspürt, das mehrere Sekunden anhielt und von donnerähnlichem Getöse begleitet war.

Im Vatikan wurde am 13. Mai in Gegenwart von 22 Kardinälen etwa 100 Erzbischöfen und Bischöfen durch den Papst die .Heiligsprechung des Seligen Oriol und des Seligen Hofbauer vollzogen.

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