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Nr. 218
Zweites Blatt
Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.
anderer Richtung anstreben.
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159. Jahrgang
Freitag 1". September 1909
Linsen
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20 W., 30 M. . sMNwhi r. Reuter, Ludwig ieb desRab.^var^
Rot oho nSbrucf und Verlag der Brühl'schen UnwersilälS - Buch- und Steinbrudterci.
9L Lange, Gießen.
Redaktion, Exveduion und Druckerei: Sckul- sttaße 7. Expedition und Vertag: 5L
Redaktion: e-sSIIL. Tel.-Adr.: AnzergerGleßea.
Die ^Gießener Familienblätter" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, daS „Kreisblatt für den Kreis Eietzen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Zeitfragen" erscheinen monatlich zweimal
mittag den 19. ifottr I mitten - AM iach der Sarlsrubi;
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eine Abänderung dieses StaatSoertcageS erfolgen. Es tfl kaum anzunehmcn, daß die hessische Regierung auf eine Abänderung deS Vertrages eingeht, durch die die Interessen einer hessischen Stadt auf daS empfinolichste geschädigt wurd.n. An die Zustimmung deS Landtags zu einer solchen Abänderung ist noch viel weniger zu denken, zumal einflußreiche hessische Parlamentarier eine Revision deS Vertrages in ganz
Brut vernichtet raditil L- ien Goldgeist kueL 1. No. 75183. Geruch-1 tu: Irt d. Kopfhaut von 6dt-. rdert den Haarwuchs, v-.. a von Partiten. Wlchu; IW. kvrrdiiiti Seibel, Drogerie, w
Gesichtswinkel kann die Vereinbarung des Vorstandes mit der Generalkommission der Gewerkschaften nur als eine
platonische Liebe für die Maifeier betrachtet werden. Er werde wegen der Unterstützungsfrage gegen den Antrag des Parteivorstandes stimmen. Stubbe (Hamburg glaubt, daß durch die Maifeier die Arbeiter aufgerüttelt und der Sozialdemokratie zugeführt worden seien. Mit dem Anträge, die Matfeier auf den Abend oder auf euren Sonntag zu verlegen, werde man ihr nur das Grab graben. Darauf nimmt Bömcl- burg (Hamburg), der bekannte Gewerkschaftsführer, das Wort. Sein Erscheinen auf der Rednertribüne ruft Todesfälle in dem vorher höchst unruhigen Saal hervor. Der Redner führt aus: Bei Unterstützungssragen berufe man sich darauf, daß dadurch der Maifeier das Grab gegraben werde. Die das behaupten, sind mit den tatsächlichen Verhältnissen wenig vertraut. Die Forderung der Arbeitsruhe muß zur Folge haben, daß man damit auch die Unterstützungsfrage in Verbindung bringt. Die in unabhängiger Stellung Befindlichen werden das ja nicht so empfinden wie die in abhängiger. Man weist wohl daraus hin, daß der Idealismus allein maßgebend sein solle. Allein ein Familienvater, der sich Maßregelungen aussetzt ohne Aussicht auf Unter- stützung zu haben, würde leichtsinnig handeln (Beifall bei den Revisionisten). Das Opfer für den Einzelnen wäre zu groß und die Arbeiterbewegung kann solche Opfer nicht fordern (erneuter Beifall). Die Frage der Unterstützung besteht, so lange wir den 1. Mai feiern. Zuerst hat man sich durch Unterstützung der Lokalorganisationen zu helfen gewußt, aber die Mittel reichten nicht aus.
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Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberheffen
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unb Gewerkschaften haben die Ausgesperrten nrcht. Erheben die Gewertschaften im Anschluß an die Aussperrungen Lohn forderungen, so haben sie die Unterstützung der Ausgesperrten allein zu übernehmen."
Ferner liegen Anträge von Lippe-Detmold und Bielefeld- Medenburg vor, die Arbeitsruhe am 1. fallen zu lassen. |6in Antrag Danzig will die Feier aur den 1. ^ormtqg nach dem n Mai verlegen. Minden^Lübbecke wünscht, datz die Feier m die Abendstunden verlegt wird. Dagegen beantragt Teltow-Bees- toro, daß für die Feier des 1. Mai durch Arbertsruhe eme. wert energischere Agitation in die Wege geleitet werde. Auch Elbmg beantragt, allen Versuchen, die au, Verflachung der Maneier gerichtet seien, energisch entgegenzutreten. Berlin nnll mindestens 4 Wock^m iwr dem 1. Mar tn oiientüdjen Volksver,amm- lungcn die Propaganda für die Arbeitsruhe mtenpv betreiben- Tie Genossen von Fürth haben den Antrag stellt, datz der nächste Internationale S-ozialnrenkongreß die Frage der Maiserer erneut
ThE^soricht das ^ttei^stviids-
mitglieb Müller (Berlin). Er.bittet, dre EntMudmg des Vorstandes und der Generalkommislwn der Gewerkschatten an- iunehmen, damit das widerliche Geplärre loegen^rUntmsiu^lngs- beiträge nicht noch einige Jahre rvettergehe. Oes^rrerch hatte die schöne Maifeier nicht, wenn nicht dort zwuchen Patter und^Ge- verkfchasten vom ersten Tage an Ernigkeit bestanden hatte. Schwacher Beifall, hieraus setzt ine DiSfuffion ea
Hoffmann (Berlin erklärt, dem Vorschläge des Pattet- wrstandes und der Gewerkschaften zumrnrnen zu wollen, obwohl :r mit vielen Einzelheiten nicht einverstanden )et. o « n c d en- horst (Nürnberg) polemisiert gegen den Bremserlatz der Gewerkschaften. Lieber sollten wtr dte Matferer ganz ausgeben, crls das wir den
alten Stank und Krakeel
weiter bestehen lassen. Wenn der Parteitag heute erklärt, die würdigste Maifeier ist die am Abend, bann baden wir doch eine imposante Demonstration am 1. Mat. Auf diese Wurfe konnten wir die Maifeier viel besser begehen, als durch eine Arbertv ruhe, die nur zu Streitigkeiten innerhalb der ßauei .juprt . uns vor den Gegnern lächerlich macht. lAllmahlrch irnd 5 l und v. Bollmar und dre übrigen Patteigrotzen enchrenen • heil (Berlin): Ich wünsche, daß der Parteitag endlich einmal iu der Frage Stellung nimmt. Wir.wurden der,Maiserer den Todesstoß versetzen, wenn wir hierbei den Gewerk,^1^.. 1 vand ließen. Angesichts des nächsten,Internationalen ^asraust. t - kongresses sind wir verpflichtet zu fagen, Daß rmr an oc ') öerung der völligen Arbeitsruhe am 1. Mai nicht rütteln lall ■ Lipinski (Berlin ; Dre Forderung des Achtstundentages besteht auch heute noch wie im Jahre 1889, wo auf dem internationalen
Sojialhemofratifdjer Parteitag.
4- Leipzig, 16. Sept.
Die heutige Sitzung des vierten Verhandlungstages wurde durch 'den Vorsitzenden Reichstagsabg. Paul Singer eröffnet. Tcatb geschäftlichen Mitteilungen gibt er Kenntnis von einem genügend unterstützten Antrag, der eine nochmalige Abstimmung über die zum parlamentarischen Bericht vorgelegte Resolution Berlin I. verlangt, da infolge van Mißverständnissen viele Tele gierte irrtümlich für die Resolution gestimmt hätten. Die bereits gestern mitgeteilte Resolution wendet sich in scharfen Worlen gegen ein Zusammengehen mit den Liberalen und bezeichnet die ^Zumutung sozialdemokratischer Reichstagsabgeordneter „mit die (er Sorte Liberalen zusammenzugehen und gar die Kritik ms taktischen Gründen einzuschränken", als eine blutige Verhöhnung der Partei. Tie Arbeiterschaft habe Mittel und Dege genug, ihren Willen aus eigener Kraft durchzusetzen. Der Antrag auf nochmalige Abstimmung wird angenommen. Die Abstimmung ergibt einen
neuen Sieg de r Revisionisten da die Resolution mit einer kleinen Mehrheft abgelehnt wird. Hieraus wird in die Generaldebatte über den Entwurf des Or- Hanisationsstatuts fortgefahren. Um 10 Uhr geht ein Antrag mrf Schluß der Debatte durch. In seinem Schlußwotte geht Parteisekretär Ebert (Berlin) auf die Einwendungen gegen den «Entwurf ein. Er ivendet sich namentlich gegen das Verlangen auf Staffelung der Parteibeiträgc, das dem Charakter der Partei als einer demokratischen zuwiderlaufe. Er bittet, die vorliegenden Anträge ebenso den auf Zurückverweisung des Entwurfes an die Kommission, abnilebnen, damit das Statut endlich in Wirksamkeit treten könne. Bei der Abstimmung wird der Antrag auf Zurückverweisung an die Kommission abgelehnt. Der Antrag, eine Spezialdiskussion nicht stattfinden zu lassen, wird angenommen. Die Vorschläge der Kommission werden dann en bloc angenommen. Damit sind auch die vorliegenden Anträge erledigt. Der Partei tag nimmt schließlich noch eine Resolution Tittmann (Berlin! an, die empfiehlt, angesichts der stetig wachsenden Verpflichtungen der Parteiorganisation möglichst bald einen
Wochenbeitrag von 10 Pfennigen cinzusühren. — Vors. Singer: Mit der Annahme des neuen Statuts hat sich die Pattei eine neue scharfe Waffe geschaffen. Ich darf die Ueberzeugung aussprechen, daß diese neue Waffe, tote die alten, von gutem Erfolge für die Partei sein möge. (Lebh. Verfall.)
Ter nächste Punkt der Tagesordnung betrifft die Maifeier. Der Partcivorstand legt nach Vereinbarung mit der General- bmmif'i ion der Gewerk,chasten hierzu folgende Entschließung vor,:
„Zur Vorbereitung der Maifeier ist an allen Orten möglichst zu Beginn des Jahres eine Kommission emzusctzen, für die zu gleichen Teilen das GewcrkschastSlartell unb die Parteiorganisation ihre Vertretung bestimmen. Den Vorsitzenden wähll die Kommission selbst. Die Kommission hat die Ausgabe, unter Berücksichtigung der beruflichen und örtlichen Verhältnisse und der Bestimmungen der gewerkschaftlichen Organisationen sowie der Beschlüsse des Parteitages für eine würdige Feier Sorge zu tragen. Tie in Aussicht genommene Feier darf an feinem anberen Tage als am 1. Mai stattfinden. Bei Aussperrungen infolge der Maifeier kann den davon betroffenen Arbeitern eine Unterstützung gewährt werden, und daran haben die politisch wie auch die gewerkschaftlich organisiertest Arbeiter Anspruch. Zur Unterstützung der Ausgesperrten sollen für größere zusammenhängende Wirtschaftsgebiete Bezirkssonds Sbildet werden. Tic Abgrenzung der Bezirke erfolgt unter iftimnrung der in Frage kommenden Orte. Tae für die Unterstützung nötigen Mittel sind von der Parteiorganisation und den Gewerkschaften in dem Bezirke, in dem die Aussperrung erfolgt, durch freiwillige Beiträge und Sammlungen aufzubringen. Otte, deren Angliederung an einem Bezirkssonds untunlich ist, haben in gleicher Weise am Otte einen Fonds zu bilden, ans dem die am Orte Ausgesperrten zu unterftüjtfn sind. Bedarf es eines solchen Fonds am Orte oder im Bezirke nicht oder reichen die Mittel eines solchen Fonds zur Unterstützung der Ausgespertten Nicht aus, ,o „nd die erforderlichen Unkosten von der Parteiorganisation und den Gewerkschaften, denen die Ausgesperrten angehören, zu decken. Der Anteil, den jede dieser Organisationen zur Deckung per Unkosten der Aussperrung aufzubringen hat, wird nach der Zahl der diesen Organisationen angehörenden Astsgeipertten berechnet. Anspruch auf Unterstützung
aus den Zentralkassen der Partei
Aus Staöt unb Land.
Gießen, 17. September 1909.
•• AuS Anlaß deS Geburtstages der Großherzogin tragen die öffentlichen Gebäude Flaggen- schmuck.
•• Lehrerperfonalien. Uebertragen wurde dem Lehrer Gg. Appenheimer zu Wald-Michelbach eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Langen, dem Schul- uerroaltcr Ernst Martin zu Gernsheim eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Crumstadt, der Schulverwalterin Josephine Eichler zu Vilbel eine Lchrerinstelle an der Ge- meindeschule daselbst.
*' Musik und Gesang sind zu „sehen" in der von der Bilderet der Lesehalle neu ausgestellten Bilderreihe. — Wir finden Darbietungen der besten Meister, wie Ludwig Richter (Dorfgeiger), Schwind (Sängerkrieg und Konzert), Spitzweg (Solo auf der Klarinette und Ständchen), Schadow (Mignon), Menzel (Theater Gymnase), Uhde (Trommler), Mar Klinger (Beethoven und Sommerglück). Ferner sind vertreten: Watteau, Roche, Franz Hals, van Eyck, Terborch, Dou, Brughel usw. — Die ausgestellten Steinzeichnungen ind von Bantzer, Rieper, Strich-Chapelle, Leiber, Hilden- brand usw. — Der Stereoskop-Apparat zeigt Ansichten aus Paris.
•• Knabenhandarbeit. Wie auS dem Inseratenteil ersichtlich ist, läßt die Stadt Gießen auch in diesem Jahre ivieder Kurse für Holz- und Papparbeiten für Schüler aller Lehranstalten abhalten, worauf wir hier im Interesse der guten Sache aufmerksam machen. Die Anmeldungen werden morgen Samstag, nachmittags 3 Uhr, im alten Handwerkerschulhaufe am Asterweg von den Kurs- leitern entgegengenommen.
*• Blumenpf le ge durch Schülerinnen. Am Sonntag, 19. d. Mts., findet in der Turnhalle der Stadt- inädchenschule — Schillersiraße — eine Ausstellung der durch Schülerinnen gepflegten Blumenstöcke statt. Die Ausstellung wird vormittags 11 Uhr durch eine kleine Feier eröffnet und ist während deS ganzen Nachmittags jedermann zugängig. Blumenfreunde feien besonders baranf aufmerksam gemacht. (S. Inserat).
•• Die Fleifchbeschauer-Verfammlung der Fleischbeschauer des Kreises Gießen ist vom 19. auf den 26. September verschoben worden, da Kreisveterinärarzt Dr. Knell und Schlachthofdirektor Mod de z. Zt. im Urlaub sind.
— Großen-Linden, 17. Sept. Die Einweihung der in unserer Kirche neu angebrachten Gedenktaf e ln für die Kriegsteilnehmer, die am nächsten Sonntag slattsinden sollte, ist auf den 17. Oktober verlegt worden.
? Lich, 16. Sept. Prinz Ludwig zu SolmS» HohensolmS-Lich, ein Onkel des Fürsten, der wegen Ausbildung seiner Söhne lange Jahre in Weilburg wohnte, kehtt jetzt wieder dauernd nach Lich zurück und bezieht wie früher im Palais Wohnung.
x Nidda, 16. Sept. Stationsvorsteher Fiedler ist dem Vernehmen nach nach Bebra versetzt. Tie Stelle soll durch einen Beamten aus Fulda neu besetzt werden. — Die Bahnunterführung am Salzhauser Weg ist fertiagestellt, gegenwärtig wird noch an der Zufuhrstraße gearbeitet. Auch die übrigen Neuanlagen am Bahnhof (Erweiterung, Verlegung des Güterbahnhofs usw. ) ein sehr kostspieliges, aber auch sehr notwendiges und sehr schön ausgeführtes Werk, gehen der Vollendung entgegen. — Die Obsternte fällt im allgemeinen 14 Tage später als in früheren Jahren; das Obst ist sehr schön entwickelt und. hat noch ^um Reifen Sonnenschein nötig. Aepfel werden, weil wenig vorhanden, hoch im Preise kommen, tzonig- birnen, deren es sehr reichlich gibt, werden von mit zahlreicher Familie gesegneten Hausvätern schon eben gesucht; der Winter ist lang, unb „geschmiert" will sein. Ter Geschmack" ist allerdings verschieden. Neulich hörte ich folgenden Reim aus Kindermund: „Matte (weicher Kas- kann mer nix gebatte (helfen); Hoingk (Latwerg)^ist mer zu wink (wenig); Botter ts mei Motter." Die Sitten haben sich allerdings sehr geändert. Als wir in die Schule gi.rgen, bekamen wir ein Stück trocken Brot und einen Apfel mit. Wenn heute Schulpause ist, fj kann der benachbarte Metzger die Wurstportionen bereit hatten, die die Kinder holen.
Vilbel, 16. Sept. Am 1. Oktober wird der neue Bahnhof in Betrieb genommen. Das neue Empfangsgebäude präsentiert sich sehr schön, es ist äußerlich und im Innern in einfachen Formen gehalten, birgt dabei aber große Wattesäle, Restaurationsräume rc. Zu den beiden Bahnsteigen gelangt man vom Empfangsgebäude auS durch Unterführungen, von denen wieder Treppen zu den Bahnsteigen hinaufführen. Auf einem besonderen Bahnsteig wickelt sich der Verkehr von und nach Heldenbergen ab. Für den zu ermattenden und schon vorhandenen erheblichen Güterverkehr sind die notwendigen Gleise vorhanden, ebenso ; Güterschuppen :c. Die Straße zum Bahnhof ist von der 1 Eisenbahnverwaltung ausgebaut, eine nähere Straße wird ’ von der Gemeinde noch durchgeführt. Die Gesamtbaukosten ’ des Bahnhofs betragen 1 x/4 Millionen Matt. Er bedeutet für die Vettehrsverhältnisse Vilbels eme sehr bedeutende 23er- . befserung. Der Verkehr nach Heldenbergen und Stockheim . wird weiter ausgestaltet und die Einlegung direkter Züge : uan Frankfurt nach diesen Otten und turikf ist aeiüant Der
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Kongreß, um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen, beschlossen Eisenbahn-Gemeinschaft doi^1896 und könnte daher nur durch worden ist, die Arbeit am 1. Mai ruhen zu lassen. Unter diesem
Es müßten außervrdenlliche Beiträge erhoben werden, was wiederum zu großen Streitigleüen führte. Die Unterstützungsfrage muß gemeinsam zwischen Partei und Gewerkschaft geregelt werden. Das Verhältnis zwischen ihnen ist ja in ber letzten Zeit ein besseres geworden. Wenn ein Wftle hinter der Sache steht, wird die Frage auch gelöst werden. Uns fehlt weiter nichts, als daß wir nicht mehr darüber reden. Wir haben die Maifeier tot> geredet, daher möchte ich bitten, daß auf den künftigen Parteitagen nicht mehr darüber gesprochen wird. (Lebhafter Beifall bei den Revisionisten,.
Ein Schlußanttag wird abgelehnt. Gottschalk (Königsberg) begründet dann eine längere Resolution über die Regelung der Unterstützungsfrage. Peus (Dessau): Ich bin der Ansicht, daß der Antrag des Parteivorstandes und der General ko mmission dazu führen würde, die Maifeier weiter vcttumpsen zu lassen, in- sosern als dadurch die Bewegung in den einzelnen Bezirken zerspittem und an Energie einbüßen würde. Ich bin der Meinung, baß der Antrag, wonach diejenigen Arbeiter, welche nicht mit- feiern, den Lohn an die Patteikasse abführen sollen, nicht durchführbar sein wird. Es hat mich interessiert, daß gerade Kautskp derjenige war, der
die Maifeier in eine Maisteuer umwandeln will. Was dabei herauskommt, das lehrt Leipzig, wo dieser Versuch gemacht wurde und wo ganze 6,50 Mark herausgekonusten sind (Heiterkeit). Ich bebaute, daß wir nicht den Mut finden, zu sagen, daß die Maifeier ein Irrtum war. Ich bitte Sie, mutig zu erklären, daß Sie die Maifeier aufgeben. (Lebhafter Beifall bei den Nevisiopisten'. Dies mann (Hanau): Ter Parteitag müsse darauf dringen, daß eine Form gefunden werde, in der die Unterstützungssache geregelt wird. Lobe -Breslaus Wer aus eigener Anschauung Volksfeste hat beobachten können, der weiß, wie ganz anders solche Feste an einem Sonntag wirken als an einem Wochentage, wo sie meistens zu Kaffeekränzchen ausarten. Kautsky (mit dem Zuruf empfangen:
Jetzt kommt der praktische Arbeiter! große Heiterkeit. Die Unterstützungsfrage ist nur die eine Seite der Masseierfrage. Wollen Sie die Arbeitsruhe durchführen, so müssen Sie den Antrag des Vorstandes annehmen. Ich habe niemals verlangt, daß jeder Parteigenosse gezwungen werde, seinen Tagelohn für die Gemaßregelten abzugeben. Wir müssen vielmehr an das Pflichtgefühl apellieren. Der Vorsitzende Singer teilt darauf mit, daß ein Schlußanttag eingegangen sei (Unruhe, Zurufe bei den Revisionisten: Immer, wenn der Parteipapst gesprochen hat, kommt ein Schlußantrag. Große Heiterkeit». Der Schlußanttag wird angenommen. (Erneute Zurufe). Es wird sodann über den Antrag des Vorstandes und der Generalkommission der Gewerkschaften abgestimmt. Die große Mehrheit stimmt dem Anträge zu. Damit sind auch alle übrigen zu dem Punkte Maifeier vorliegenden Anträge abgelehnt.
Außerhalb der Tagesordnung gibt der Geschäftsführer des „Vorwätts"-Verlages, Richard Fischer (Berlin), folgende Erklärung ab:
Der „Vorwärts" hat es für seine parteigenössische Pflicht gehalten, eine Kritik an meinen gestrigen Ausführungen zu üben. Infolgedessen erkläre ich zu Protokoll: Wegen meiner Kritik des „Vorwärts" in der gestrigen Sitzung werde ich in der heutigen Nummer des „Vorwätts" in einer Weise angegriffen, daß ich es für notwendig erachte, die Aufmerksamkeft des Parteitages darauf zu lenken. Ich berufe mich auf den ganzen Patteitag als Zeugen dafür, daß ich weder gegen den „Vorwärts" noch dessen Redattion irgendwie ein Wort gebraucht habe, das als Beleidigung hätte aufgefaßt werden können. Ich habe als Mitglied des Parteitages lediglich von meinem Rechte der Kritik Gebrauch gemacht: ob diese berechtigt ist oder nicht, ist gleichgültig. Ich protestiere. gegen den ungualifizierbaren Angriff des Vorwärts unter der lleberfchrift: „Stank" und kann konstatieren, daß eine große Anzahl Delegierter mit diesem Protest einverstanden ist."
Der Parteftag geht dann zur Beratung der Reichsversicherungsordnung und der dazu vorliegenden Anträge über. Zu dem Thema sind drei Referenten bestellt, lieber „Allgemeines und Krankenversicherung" berichtet G. Bauer, über „Unfallversicherung" Robert Schmidt unb über „Invaliden- und Hinterbliebenenoersicherung" Frau Luise Z i e tz. Die drei Referenten legen dem Parteitage eine umfangreiche Entschließung vor, in der erklärt wird: Tie Vereinheitlichung der bisherigen Arbeftettxrsicherung unter voller Selbstverwaltung durch die Versicherten sei eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine gesunde Reform der Arbeiterversichemng. Der Entwutt erfülle die berechtigten Ansprüche der Arbeiter nicht. Er bringe neben einigen kleinen Verbesserungen (Ausdehnung des Streifed der versicherungspflichtigen Personen, Witwen- unb Waisenverficherung) erhebliche Verschlechterungen der Rechte ber Versicherten. Nachdem die drei Referenten gesprochen haben, wird die weitere Verhandlung auf morgen früh vertagt.
Aushebung der Liscnbahndircttion Mainz?
Wir lesen in der »Franks. Ztg.«:
Mainz, 15. Sept. In den Stadtoerordnetenkreisen war heute das töerüd)t verbreitet, daß unter denjenigen Eisenbahn- d i r e k t l o n s b e ; i r k e n, die demnächst aufgehoben würden, sich auch der Enenbahndirektlonsbezirk Mainz be'ände; die'er wurde dem Bezirk Frankfurt a. M. angegliedert. Ob an dem Ge- i.iichie etwas Wahres ist, war nicht in Eriahrung zu bringen.
Wir halten dieses Gerücht für sehr wenig wahrscheinlich. Dte Errichtung ber Mainzer Elsenbahndirektion erfolgte s. Zt. J auf Grund des preußtfch-bejssschen (5toatßnertuiae§ über die


